{"id":4435,"date":"2010-01-04T09:29:32","date_gmt":"2010-01-04T08:29:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4435"},"modified":"2010-01-04T12:38:42","modified_gmt":"2010-01-04T11:38:42","slug":"hinweise-des-tages-1049","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4435","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Europ&auml;isches Jahr gegen Armut; Die Schwachen tragen die Starken; Klamme &Ouml;ffentliche Hand; FDP h&auml;lt an Steuersenkungen fest; Banken nehmen die Politik in Geiselhaft; Arbeitsgerichtspr&auml;sidentin v&ouml;llig daneben; Wetten auf den selbst verpackten Schrott; 10 Pleitejahre; wer die F&auml;den zieht; Bayerischer Bankenskandal; Bonus-Steuer; WHO der Korruption verd&auml;chtigt; Strom kostet weniger als nichts; Bisch&ouml;fin legt Finger in die Wunden; unsinnige Datensammelwut; Tagesschau nicht &uuml;bers Handy; PR-Tricks. (WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">2010 ist das Europ&auml;isches Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Kampf dem Hunger<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Michael Hartmann: Die Schwachen tragen die Starken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Die Wahrheit &uuml;ber Riester<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">&Ouml;ffentliches Finanzierungsdefizit auf 96,9 Milliarden Euro gestiegen <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Klamme Kommunen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">FDP-Politiker Wissing h&auml;lt an Steuerreform zum 1.1.2011 fest<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Steuer auf Yachten und Schmuck<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Dierk Hirschel (DGB):Die Banken nehmen die Politik in Geiselhaft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Deutschland verl&auml;sst sich auf seine alte St&auml;rke<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Deutschland r&uuml;stet sich f&uuml;r das Jobkrisenjahr<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Schwarzes Jahrzehnt: Pleiten vernichten f&uuml;nf Millionen Jobs<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">J&uuml;rgen Krysmanski: Wer die F&auml;den zieht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Arbeitsgericht: Pr&auml;sidentin Schmidt &ldquo;Diese Kritik war v&ouml;llig daneben&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Das falsche Spiel der Investmentbanken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Flossen Parteispenden beim Verkauf der Skandalbank Hypo Group Alpe Adria?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Robert von Heusinger: Kommentar zu Banker-Boni: Klug und populistisch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Deutschland am G&auml;ngelband der Pharmaindustrie &ndash; WHO der Korruption verd&auml;chtigt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Strom kostet weniger als nichts<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">Bisch&ouml;fin K&auml;&szlig;mann ver&auml;rgert die Politik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h21\">Neue Datenbank &rdquo;Elena&rdquo;: Alle Arbeitnehmerdaten zentral gespeichert <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h22\">BKA h&auml;lt Bankdaten-Transfer in die USA f&uuml;r unsinnig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h23\">Politiker kritisieren Tagesschau-&bdquo;Apps&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h24\">Die PR-Branche und ihre Tricks<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h25\">Kann nicht sein, was nicht sein darf!?<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=4435&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<br>\n<\/a><\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>2010 ist das Europ&auml;isches Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung<\/strong><br>\nDer Kampf gegen Armut und soziale Ausgrenzung geh&ouml;rt zu den wichtigsten Zielen der Europ&auml;ischen Union und ihrer Mitgliedsstaaten.<br>\nAls im M&auml;rz 2000 die Lissabon-Strategie gestartet wurde, haben sich die Staats- und Regierungschefs verpflichtet, die Beseitigung der Armut bis 2010 &ldquo;entscheidend voranzubringen&rdquo;. Trotz der unternommenen Anstrengungen, lebt ein bedeutender Teil der europ&auml;ischen Bev&ouml;lkerung auch heute noch in Not und hat keinen Zugang zu Grunddienstleistungen wie der Gesundheitsf&uuml;rsorge. Diese Situation steht im Widerspruch zu den der Europ&auml;ischen Union gemeinsamen Werten der Solidarit&auml;t und sozialen Gerechtigkeit.\n<ul>\n<li>79 Millionen Menschen leben unterhalb der Armutsgrenze (einer Schwelle, die bei 60 % des Durchschnittseinkommens des Landes angesetzt wird, in dem sie leben). Dies sind 16 % der europ&auml;ischen Bev&ouml;lkerung.\n<\/li>\n<li>Einer von zehn Europ&auml;ern lebt heute in einem Haushalt, in dem niemand arbeitet. Aber auch Arbeit sch&uuml;tzt nicht immer vor dem Risiko der Armut.\n<\/li>\n<li>F&uuml;r 8 % der Europ&auml;er gen&uuml;gt eine Arbeitsstelle nicht, um der Armut zu entkommen.<\/li>\n<li>In den meisten Mitgliedsstaaten sind Kinder mehr noch als Erwachsene der Gefahr der Armut ausgesetzt. 19 % aller Kinder sind von Armut bedroht, also etwa 19 Millionen.\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/ec.europa.eu\/social\/main.jsp?catId=637&amp;langId=de\">Europ&auml;ische Kommission<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Mit dem l&auml;cherlichen Betrag von 1,25 Millionen Euro aus europ&auml;ischer Kasse will das Bundessozialministerium unter der neuen Ministerin von der Leyen &Ouml;ffentlichkeit und Politik im kommenden Jahr auf verschiedenen Ebenen f&uuml;r mehr Engagement gewonnen werden. Die Arbeit der Wohlfahrtsverb&auml;nde, der unabh&auml;ngigen Betroffenenverb&auml;nde und die Initiativen freier Tr&auml;ger sollen Anerkennung und nachhaltige St&auml;rkung erfahren. Zus&auml;tzlich sollen Unternehmen ermutigt werden, gesellschaftliche Verantwortung zu &uuml;bernehmen und sich freiwillig gesellschaftlich zu engagieren. Es soll deutlich werden, was jeder Einzelne und die Gesellschaft insgesamt gewinnen, wenn soziale Ausgrenzung und Armutsrisiken verringert werden.<br>\nAch w&uuml;rde Frau von der Leyen statt r&uuml;hrseliger Appelle f&uuml;r mehr Engagement und gesellschaftliche Verantwortung doch endlich das Leitbild der Hartz-Reformen &auml;ndern, indem<br>\nMenschen, die ohne eigene Schuld in Not geraten sind, nicht l&auml;nger als Almosenempf&auml;nger oder gar als schmarotzende Leistungsverweigerer betrachtet werden, sondern als &bdquo;B&uuml;rger&ldquo;, die einen Rechtsanspruch auf soziale Sicherheit haben.<br>\nW&uuml;rde sich doch Frau von der Leyen, statt Propagandakampagnen zu finanzieren, f&uuml;r eine existenzsichernde Erh&ouml;hung der Arbeitslosenhilfe einsetzen, f&uuml;r eine bedarfsgerechte Anhebung der Regels&auml;tze f&uuml;r Kinder, f&uuml;r einen allgemeinen Mindestlohn, f&uuml;r eine Eind&auml;mmung des Niedriglohnsektors, f&uuml;r kostenlose Kitas, f&uuml;r die F&ouml;rderung von Sprachkursen, f&uuml;r die Beseitigung von Bildungsbarrieren oder f&uuml;r die Abschaffung von unsozialen Studiengeb&uuml;hren einsetzen.<br>\nOhne dass die Politik nicht die ihr m&ouml;glichen Schritte geht, um Armut und Ausgrenzung zu bek&auml;mpfen, wird das &bdquo;Europ&auml;ische Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung&ldquo; nicht mehr sein als eine plumpe Ablenkung vom eigenen Versagen. Da kann kein Logo dar&uuml;ber hinweg t&auml;uschen: <\/em><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/mit_neuem_mut.jpg\" alt=\"Mit neuem Mut\"><\/p>\n<p><em>Siehe dazu auch:<\/em><\/p>\n<p><strong>Wohlfahrtsverb&auml;nde kritisieren Aktionsprogramm<\/strong><br>\nWohlfahrtsverb&auml;nde haben zum Start des &bdquo;Europ&auml;ischen Jahrs zur Bek&auml;mpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung&ldquo; das Aktionsprogramm des Bundessozialministeriums scharf kritisiert. Die Verb&auml;nde bem&auml;ngelten im &bdquo;Spiegel&ldquo; die Verwendung der etwa 2,3 Millionen Euro an EU- und Bundesmitteln und die Auswahl der Projekte. So gehe nur etwas mehr als die H&auml;lfte des Geldes an konkrete Projekte, mit der anderen H&auml;lfte werde eine private Agentur f&uuml;rs Organisieren bezahlt. Die Verb&auml;nde vermissen zudem eine Strategie der Bundesregierung zur Armutsbek&auml;mpfung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/politik\/weitere-meldungen\/hartz-iv-wohlfahrtsverbaende-kritisieren-aktionsprogramm_aid_467571.html\">Focus Online<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Kampf dem Hunger<\/strong><br>\nErstmals seit Beginn der Erfassungen im Jahr 1970 hungerten 2009 mehr als eine Milliarde Menschen. Im ablaufenden Jahr starben wieder Millionen M&auml;nner, Frauen und Kinder an Unterern&auml;hrung. Im Jahr 2000 versprachen die Staats- und Regierungschefs, bis 2015 die Verelendung der Erde zur&uuml;ckzudr&auml;ngen. Doch die Armut versch&auml;rft sich wieder &ndash; nachdem die Zahl der Habenichtse seit Beginn der 90er Jahre weltweit gesunken war. Hauptursache: Die globale Rezession. &bdquo;Es wird gesch&auml;tzt, dass im Jahr 2009 zwischen 55 und 90 Millionen Menschen zus&auml;tzlich in die extreme Armut getrieben werden&ldquo;, hei&szlig;t es in einem Uno-Papier. Auch Konflikte, Korruption und der Klimawandel machen die Fortschritte auf dem Weg zu einem besseren Leben f&uuml;r alle zunichte. Besonders hart trifft es die Menschen im S&uuml;den des Planeten: Von den Favelas Lateinamerikas &uuml;ber die D&uuml;rregebiete Afrikas bis zu den verstopften Slums im s&uuml;dlichen Asien zieht sich ein G&uuml;rtel der Hoffnungslosigkeit.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/international\/Hunger-Armut-UNO;art123,2991495?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Michael Hartmann: Die Schwachen tragen die Starken<\/strong><br>\nZun&auml;chst ist es richtig, dass die oberen zehn Prozent der Einkommensbezieher ungef&auml;hr die H&auml;lfte der Einkommenssteuer aufbringen. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Um die Relationen einsch&auml;tzen zu k&ouml;nnen, muss man wissen, dass diese zehn Prozent auch knapp 40 Prozent der Markteinkommen (L&ouml;hne, Geh&auml;lter, Kapitaleink&uuml;nfte, Mieteinnahmen etc.) erzielen&hellip;<br>\nAu&szlig;erdem ist die steuerliche Belastung der h&ouml;heren Einkommen im letzten Jahrzehnt nicht gestiegen, sondern gesunken (&hellip;)<br>\nZwischen 1998 und 2006 sind die Einkommensunterschiede bei den Nettoeinkommen, also nach Steuern und Sozialabgaben, erheblich schneller gestiegen als bei den Bruttoeinkommen. W&auml;hrend der Anteil der Haushalte mit mittleren Einkommen, das hei&szlig;t zwischen 70 und 150 Prozent des Durchschnittseinkommens, brutto von 45,8 auf 41,2 Prozent sank, ging er netto sogar von 62,7 auf 53,9 Prozent zur&uuml;ck&hellip;<br>\nDie Umverteilungswirkung des Steuersystems ist zwar weiter existent, hat aber insgesamt stark an Gewicht verloren.<br>\nDas sp&uuml;ren vor allem die Bezieher geringer Einkommen. Sie sind die eindeutigen Verlierer der letzten Jahre. Der Anteil der Armen hat in Deutschland massiv zugenommen. Mittlerweile gilt jeder sechste Bundesb&uuml;rger als arm. F&uuml;r diese Zunahme sind in erster Linie die unter dem Namen Hartz bekannt gewordenen Sozialgesetze der Schr&ouml;der-Regierung verantwortlich. Sie haben nicht nur zu einer deutlichen Senkung der Sozialleistungen f&uuml;r Arbeitslose gef&uuml;hrt (Verk&uuml;rzung des Bezugszeitraums f&uuml;r Arbeitslosengeld, Abschaffung der Arbeitslosenhilfe), sondern auch zu einer massiven Ausweitung eines Niedriglohnsektors. In ihm sind heute 21,5 Prozent der Besch&auml;ftigten t&auml;tig, verglichen mit nur 14,7 Prozent Mitte der 90er (&hellip;)<br>\nWill man die Realit&auml;t tats&auml;chlich erfassen, muss man in der Analyse noch einen Schritt weiter gehen. Die Einkommenssteuer macht ja nur einen Teil der steuerlichen Belastung aus. Zu den direkten kommen die indirekten Steuern wie die Mehrwertsteuer, die Mineral&ouml;l- oder die Tabaksteuer. Ihr Anteil am Steueraufkommen ist kontinuierlich gestiegen, z.B. durch die 2006 beschlossene Anhebung der Mehrwertsteuer von 16 auf 19 Prozent. Machten die indirekten Steuern 1990 etwa 40 Prozent des Steueraufkommens aus, so liegt ihr Anteil seit 2001 fast durchweg &uuml;ber 50 Prozent. Indirekte Steuern aber betreffen niedrige und mittlere Einkommen, die ganz oder zum allergr&ouml;&szlig;ten Teil f&uuml;r die allt&auml;gliche Lebensf&uuml;hrung ausgegeben werden m&uuml;ssen, weit st&auml;rker als h&ouml;here Einkommen (&hellip;)<br>\nDie in den letzten Jahren bereits reduzierte, aber immer noch vorhandene Umverteilungswirkung bei der Einkommensteuer verliert durch diese Verschiebung zwischen direkten und indirekten Steuern weiter an Bedeutung. Dazu kommen noch die Belastungen durch Ver&auml;nderungen in anderen Bereichen wie etwa der Krankenversicherung, wo die Masse der Bev&ouml;lkerung durch die Einf&uuml;hrung eines allein von den Versicherten zu zahlenden Eigenanteils und die Anhebung der Eigenbeteiligung sp&uuml;rbar belastet wird (&hellip;)<br>\nAll diese Entwicklungen erkl&auml;ren, warum die Verm&ouml;genskonzentration in Deutschland w&auml;hrend der letzten Jahre sp&uuml;rbar zugenommen hat, ganz anders, als man angesichts der Sloterdijkschen &Auml;u&szlig;erungen annehmen sollte. Der Anteil der oberen zehn Prozent am privaten Verm&ouml;gen ist allein zwischen 2002 und 2007 von schon beachtlichen 57,9 Prozent auf 61,1 Prozent gestiegen. Alle anderen Gruppen der Bev&ouml;lkerung haben verloren&hellip;<br>\nEin genauerer Blick auf die Bundesrepublik zeigt eines mehr als deutlich: Sloterdijks Angriff auf den die Leistungstr&auml;ger enteignenden Steuerstaat geht an der Wirklichkeit meilenweit vorbei.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/kultur_und_medien\/feuilleton\/?em_cnt=2171312&amp;em_loc=89\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Die Wahrheit &uuml;ber Riester<\/strong><br>\nNeue Studien zeigen, dass die Riester-Rente sich sehr wohl lohnen kann, aber l&auml;ngst nicht immer h&auml;lt, was die Bundesregierung verspricht. Allein einer gewinnt immer: Die Finanzindustrie (&hellip;)<br>\nEine Rentenversicherung mit Riester-F&ouml;rderung bietet den Sparern trotz staatlicher Zulagen oft weniger Leistung als eine ungef&ouml;rderte Privatrente (&hellip;)<br>\nDie Suche nach einem staatlich gef&ouml;rderten Riester-Produkt zur Altersvorsorge gleicht eher &ldquo;einer Lotterie&rdquo; als fairem Wettbewerb (&hellip;)<br>\nFast 40 Prozent der Angebote weisen die Kosten nicht wie vorgeschrieben in Euro aus oder machen nur teilweise Angaben dazu (&hellip;)<br>\nDer Staat schaut zu, wie die Banken, Versicherungen und Fondsgesellschaften mit ihren Kunden umspringen, und er unternimmt nichts dagegen. Erst dr&auml;ngt die Politik die Arbeitnehmer in die kapitalgedeckte Rentenversicherung, dann l&auml;sst sie sie allein (&hellip;)<br>\nDie staatlichen Zulagen klingen verlockend, schlimm daran aber ist: Sie suggerieren, dass ein Produkt in jedem Fall gut ist, weil der Staat es f&uuml;r zulagenw&uuml;rdig h&auml;lt (&hellip;)<br>\nWystup hat Angebote verglichen und herausgefunden, dass pro Jahr bis zu 20 Prozent des eingezahlten Kapitals als Geb&uuml;hr kassiert werden.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/?em_cnt=2179013&amp;em_cnt_page=1\">FR<\/a>\n<p>Quelle 2:<a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/2178930_Finanz-Professor-Wystup-Die-Differenz-ist-gross.html\"> &bdquo;Die Differenz ist gro&szlig;&ldquo;, Interview mit Finanz-Professor Wystup in der FR<\/a><\/p>\n<p>Quelle 3:<a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/2178929_Finanzwirtschaftler-Oehler-So-nicht.html\"> &bdquo;So nicht!&ldquo;, Finanzwirtschaftler Oehler setzt sich mit den Aussagen des Sozialministeriums auseinander. FR<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Dass die Ruinierung der gesetzlichen Rente zugunsten der Einf&uuml;hrung der privaten Altersvorsorge, staatlich mit Milliarden gef&ouml;rdert als Riester-Rente, ein Irrweg ist, der den Finanzdienstleistern ein Riesengesch&auml;ft erm&ouml;glichte und deswegen mit allen Propagandaregistern bis hin zur wissenschaftlichen und politischen Korruption durchgepaukt wurde, das haben wir geschrieben, seit es die NachDenkSeiten gibt. Dass die staatlichen Zusch&uuml;sse an die Riester-Sparer im Wesentlichen von der Versicherungswirtschaft abkassiert werden und nichts anderes als eine staatliche Subvention f&uuml;r die Finanzdienstleister sind, ist l&auml;ngst bekannt. Acht Jahre nach der Einf&uuml;hrung und nachdem 13 Millionen Menschen auf die Riester-Rente hereingefallen sind, wird auch in der FR &uuml;ber drei Seiten hinweg Kritik ge&uuml;bt, weil sich allm&auml;hlich auch Verbraucherverb&auml;nde, Finanzzeitschriften und einige Wissenschaftler skeptisch &auml;u&szlig;ern.<br>\nSo erfreulich diese (viel zu) sp&auml;te Kritik ist, sie l&auml;uft leider nicht darauf hinaus, auf dem Holzweg umzukehren und auf die Umlagefinanzierung zur&uuml;ckzukehren, sondern letztlich wird trotz aller Kritik das Riestern empfohlen.<br>\nStatt diese &bdquo;Reform&ldquo; wieder abzuschaffen und &uuml;ber eine ausk&ouml;mmliche gesetzliche nachzudenken, werden nun Reformen der &bdquo;Reform&ldquo; gefordert. Es werden die &uuml;blichen Forderungen bei Marktversagen und Bereicherung der Anbieter aufgestellt: Transparenz, bessere Information der Verbraucher, bezahlte Beratung, Kostenquotienten, Beispielsrechnungen, M&ouml;glichkeiten zum Anbieterwechsel, bessere Kontrolle der gesetzlichen Auflagen. Die &uuml;blichen Vorschl&auml;ge eben, wenn die Privatisierung zu negativen Ergebnissen gef&uuml;hrt hat. Die Privatisierung selbst zu problematisieren, wird nicht gewagt. Es ist geradezu tragisch, dass den Kritikern der Agenda-Reformen nichts anderes mehr einf&auml;llt als kosmetische Nachbesserungen.<br>\n&bdquo;Die Finanzindustrie, in Folge der Einf&uuml;hrung der Riester-Rente vom Staat ohnehin mit einem Extraprofit beschenkt, soll sich zum Wohle ihrer Kunden, der sp&auml;teren Rentner, bescheiden. Sollte sie das nicht tun, k&ouml;nnte der Staat mit eigenen Angeboten g&uuml;nstige und sichere Alternativen bieten&ldquo;, so lautet der hilf- und nutzlose Appell. Das sind die &uuml;blichen moralischen Appelle, die wir immer h&ouml;ren, wenn es darum geht, die Z&uuml;gellosigkeit kapitalistischer Strukturen anzuprangern.<\/em><\/p>\n<p>Volker Bahl schreibt uns dazu:<\/p>\n<p>Andreas Oehler ist Inhaber des Lehrstuhls f&uuml;r Finanzwirtschaft an der Universit&auml;t Bamberg. Er hat schon mehrfach kritisch die Beratungspraxis der Banken unter die Lupe genommen.<br>\nDiese <a href=\"http:\/\/www.uni-bamberg.de\/bwl-finanz\/leistungen\/transfer\/altersvorsorge_riester_produkte\/\">Studie<\/a> des Bamberger Professor Oehler wurde im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbandes e.V. erstellt. Ich erlaube mir ein paar kurze Passagen zu zitieren: &ldquo;Allein schon die blo&szlig;e Anzahl an Ma&szlig;nahmen seit der Reform von 1992 spricht B&auml;nde. Obwohl stets mit langfristigen &Uuml;berlegungen argumentiert wird &ndash; die demografische Entwicklung scheint sich hier beinahe zu so etwas wie einer gut &ldquo;passenden&rdquo; Legitimationsgrundlage f&uuml;r Reformen entwickelt zu haben &ndash; sind wirklich langfristige und einer ganzheitlichen Problemerfassung und nachhaltigen Probleml&ouml;sung orientierte Versuche nur selten auszumachen&hellip;. Bislang ist es nicht gelungen, das Rentensystem nachhaltig zu stabilisieren&hellip;Es gibt wenig Sinn, sich nach dem Beitragssatz als alleiniges Reformziel zu richten&hellip;.&rdquo;<br>\nHier werden Anspr&uuml;che an die Politik formuliert, die anscheinend gar nicht erf&uuml;llt werden &ldquo;wollten&rdquo;. Wenn n&auml;mlich die Politik sich als konzeptionslos getrieben Handelnde&nbsp;eines&nbsp;allein in diesem Feld&nbsp;strategisch agierenden&nbsp;Akteurs, n&auml;mlich der Finanzwirtschaft, versteht, dann greifen diese &ldquo;Anspr&uuml;che&rdquo; an die Politik kaum. So sieht Albrecht M&uuml;ller &ndash; wohl n&auml;her an der Realit&auml;t &ndash; jenseits der politischen &ldquo;Verlautbarungs&rdquo;-Politik, Wissenschaft und Publizistik als Werbetr&auml;ger der Versicherungswirtschaft, die in erster Linie eben &ldquo;ihr&rdquo; Interesse&nbsp;an einer Teil-Privatisierung der Altersversorgung&nbsp;im Auge hat und durchzusetzen gewillt&nbsp;ist ( hierzu Albrecht M&uuml;ller,&rdquo;Machtwahn&rdquo;,S.291 ff. ). Die in dem Gutachten genannten Unstimmigkeiten aus der Sicht einer effizienten Altersversorgung bekommen so durchaus ihren Sinn, weil das &ndash; mit den Augen der Finanzwirtschaft gesehen &ndash; gar nicht im Vordergrund steht &ndash; au&szlig;er propagandistisch, um die eigenen Interessen zu kaschieren (vgl. diesmal Albrecht M&uuml;ller, &ldquo;Meinungsmache&rdquo; : &ldquo;Die Zerst&ouml;rung des Vertrauens in die sichere Altersvorsorge &ndash; ein Musterbeispiel gelungener Gehirnpr&auml;gung&rdquo; ( Kap. 19, S.298 ff.)).<br>\nKann jedoch&nbsp;das von der Studie ge&auml;u&szlig;erte Ziel &ldquo;einer Beibehaltung eines Gesamtversorgungsniveaus der Versicherten&rdquo;&nbsp;mit einem auf&nbsp;versicherungswirtschaftliche Profitinteressen verk&uuml;rzten Blickwinkel &uuml;berwunden werden &ndash; soweit die aktuelle Politik f&uuml;r sich noch diesen Spielraum &ndash; jetzt einmal im Interesse des B&uuml;rgers &ndash; in Anspruch nehmen kann &ndash; oder &uuml;berhaupt will?<br>\nDas wird die zentrale Frage: Hat die Politik &uuml;berhaupt das Ziel&nbsp;und kann sie mit ihrer Politik das Ziel einer Beibehaltung des Gesamtversorgungsniveaus der Versicherten noch angehen?<br>\nUnd die in der Studie ge&auml;u&szlig;erte Verwunderung, dass es in dem Kontext der Rentenversorgung &ldquo;bis heute praktisch keine vergleichbare Diskussion zur Tragf&auml;higkeit der zus&auml;tzlichen privaten Vorsorge f&uuml;r die Erwerbst&auml;tigen gegeben hat und gibt&rdquo;, legt den Finger in die Wunde dieser &ldquo;Unf&auml;higkeit&rdquo; der Politik.<br>\nGenau eine solche durch Fakten ges&auml;ttigte &ldquo;offene&rdquo; Diskussion k&ouml;nnte&nbsp;durch einen harten institutionellen Lobbyismus von &ldquo;Riester&rdquo; &amp; Co. weiterhin systematisch verhindert werden. Diesen &ldquo;Bamberger Anspruch&rdquo; gilt es aufzugreifen und ernst zu nehme, selbst wenn die private Rentenversorgung dabei auf der Strecke bleiben sollte &ndash; was den Bambergern erst einmal ganz fern liegt.<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>&Ouml;ffentliches Finanzierungsdefizit auf 96,9 Milliarden Euro gestiegen <\/strong><br>\nWie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf der Basis vorl&auml;ufiger Ergebnisse mitteilt, bel&auml;uft sich das kassenm&auml;&szlig;ige Finanzierungsdefizit der &ouml;ffentlichen Haushalte &ndash; in Abgrenzung der Finanzstatistik &ndash; f&uuml;r die ersten drei Quartale 2009 auf 96,9 Milliarden Euro. Die Ausgaben der &ouml;ffentlichen Haushalte sind gegen&uuml;ber den ersten drei Quartalen 2008 um 7,9% auf 838,8 Milliarden Euro gestiegen. Die &ouml;ffent&shy;lichen Einnahmen gingen dagegen um 2,4% auf 741,9 Milliarden Euro zur&uuml;ck (&hellip;)<br>\nDas Finanzierungsdefizit des Bundes erh&ouml;hte sich im Berichtszeitraum auf 49,2 Milliarden Euro. Hiervon entfielen 16,0 Milliarden Euro auf die Extrahaushalte Finanzmarktstabilisierungsfonds und Investitions- und Tilgungsfonds&hellip; Das Finanzierungsdefizit der Sozialversicherung erh&ouml;hte sich im Berichtszeitraum auf 16,6&nbsp;Milliarden Euro &ndash; vor allem aufgrund des hohen Defizits bei der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit&hellip;<br>\nDie Nettokreditaufnahme zur Finanzierung des Defizits der &ouml;ffentlichen Haushalte betrug im Berichtszeitraum 62,8&nbsp;Milliarden Euro. In den ersten drei Vorjahresquartalen hatten die &ouml;ffentlichen Haushalte dagegen noch eine Nettokredittilgung von 15,6 Milliarden Euro ausgewiesen.<br>\nDie Kreditmarktschulden der &ouml;ffentlichen Haushalte erreichten zum 30. September 2009 den Stand von 1&nbsp;601,4&nbsp;Milliarden&nbsp;Euro. Die Verschuldung der Gebietsk&ouml;rperschaften lag damit um 6,9% &uuml;ber dem Stand vom 30. September 2008. Der Stand der Kassenverst&auml;rkungskredite stieg um 6,6% auf 64,7&nbsp;Milliarden&nbsp;Euro.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Presse\/pm\/2009\/12\/PD09__510__71131,templateId=renderPrint.psml\">Statistisches Bundesamt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wer nun &uuml;ber die zunehmende Verschuldung klagt, sollte auch die Ursachen im Blick haben. Der gr&ouml;&szlig;te Teil des Finanzierungsdefizits ist der Finanzkrise geschuldet, etwa in Form der Extrahaushalte f&uuml;r den Finanzmarktstabilisierungsfonds, durch die Einbr&uuml;che bei den Einnahmen oder dem Defizit bei der Bundesagentur, vor allem durch das Kurzarbeitergeld. Die Krise wird also auf den Steuerzahler abgew&auml;lzt und die Einsparungen bei den Sozialtransfers zum Abbau der Schulden werden folgen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Klamme Kommunen<\/strong><br>\nIst von &ouml;ffentlichen Haushalten die Rede, steht vor allem der Bund im Mittelpunkt des Interesses. Dabei steht den Kommunen l&auml;ngst das Wasser bis zum Hals, doch das geht seit der Finanzkrise nahezu unter. Insbesondere mit der von der schwarz-gelben Koalition beschlossenen Rekordverschuldung droht St&auml;dten und Gemeinden nun ein noch gr&ouml;&szlig;eres Defizit. Laut Steuersch&auml;tzung m&uuml;ssen Bund, L&auml;nder und Kommunen bis 2013 mit bis zu 350 Milliarden Euro weniger auskommen. Vor allem die Altschulden dr&uuml;cken in strukturschwachen Gebieten wie Rheinland-Pfalz, dem n&ouml;rdlichen Ruhrgebiet oder in Ostdeutschland. &Uuml;ber 100 Kommunen allein in Nordrhein-Westfalen stehen mittlerweile unter Haushaltssicherung und damit unter Kontrolle der Landesregierung. Als Ausweg bleiben den betroffenen St&auml;dten und Gemeinden nur zwei Mittel: Ausgaben reduzieren und Einnahmen erh&ouml;hen. Das bedeutet im sogenannten freiwilligen Bereich wie etwa Jugendeinrichtungen, Bibliotheken und Kultur zu k&uuml;rzen und bei der Bauunterhaltung, etwa den Schulen und Kitas, den Rotstift anzusetzen.<br>\nDa&szlig; die Polarisierung insbesondere in benachteiligten Stadtteilen dadurch zunehmen wird, davor warnen Sozialwissenschaftler seit Jahren. Das Deutsche Institut f&uuml;r Urbanistik (Difu) spricht in einer j&uuml;ngst ver&ouml;ffentlichten Studie von einer zunehmenden &raquo;Spaltung der Stadtgesellschaft&laquo; und fordert deshalb eine St&auml;rkung der Kommunen. &Auml;u&szlig;erer Ver&auml;nderungsdruck, interne Modernisierungsstrategien und Haushaltsengp&auml;sse h&auml;tten laut der Untersuchung zu einer nachhaltigen Schw&auml;chung der kommunalen Selbstverwaltung gef&uuml;hrt. Um diesen Entwicklungen wirksam begegnen zu k&ouml;nnen, sei nicht nur eine St&auml;rkung der kommunalen Ebene erforderlich, sondern eine &raquo;Abkehr von der vorrangigen Wettbewerbs- und Angebotsorientierung zu einer verst&auml;rkten Ber&uuml;cksichtigung konkreter Bedarfe und sozialer Belange aller Stadtbewohner&laquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2009\/12-29\/034.php?print=1\">junge Welt<\/a>\n<p><em>Und dennoch fordert die FDP weitere Steuersenkungen f&uuml;r Unternehmen und Besserverdienende:<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>FDP-Politiker Wissing h&auml;lt an Steuerreform zum 1.1.2011 fest<\/strong><br>\nDer Vorsitzende des Finanzausschusses im Bundestag, Wissing, rechnet damit, dass die Regierung ihre gro&szlig;e Steuerreform wie geplant umsetzen kann. Der FDP-Politiker sagte im Deutschlandfunk, die Vereinfachung des Steuersystems zu Beginn 2011 stehe im Koaltionsvertrag. Daran werde sich auch die Union halten, meinte Wissing. Durch die Reform w&uuml;rden die Staatsfinanzen stabilisiert, weil Insolvenzen vermieden und Arbeitspl&auml;tze gesichert w&uuml;rden. Zur Finanzierung m&uuml;sse die Koalition auch die Ausgabenseite in den Blick nehmen. Einer Erh&ouml;hung der Sozialabgaben erteilte Wissing eine Absage. Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Sommer, warf der Koalition vor, ihre versprochenen Steuersenkungen durch einen Griff in die Sozialkassen zu finanzieren. Die Regierung betreibe Klientelpolitik und wolle die Einnahmeausf&auml;lle durch die Sozialversicherung ausgleichen, sagte der DGB-Chef der Nachrichtenagentur AFP.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/nachrichten\/200912291200\/4\">Deutschlandfunk<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Steuer auf Yachten und Schmuck<\/strong><br>\nUnion und FDP versch&auml;rfen die soziale Spaltung, sagen die Verteilungsforscher Joachim Frick und Markus Grabka vom Deutschen Institut f&uuml;r Wirtschaftsforschung. Deshalb fordern sie die Luxussteuer<br>\nKindergeld: &rdquo; Es ist richtig, dass die Mehrheit der Mitte besser gestellt wird. Aber trotzdem erhalten Million&auml;rskinder mehr als Mittelschichtskinder, und wirklich bed&uuml;rftige Kinder werden kaum erreicht. Wer den sozialen Zusammenhalt st&auml;rken will, darf so etwas nicht tun.&rdquo;<br>\nZunehmende Ungerechtigkeit: &ldquo;Fr&uuml;her waren die sozialen Verh&auml;ltnisse in Deutschland &auml;hnlich ausgeglichen wie etwa in den Niederlanden und Frankreich. Seit 10 bis 15 Jahren n&auml;hern wir uns aber eher dem Zustand von liberalen Wohlfahrtsstaaten wie Gro&szlig;britannien &hellip; Unsere Daten zeigen: 2002 besa&szlig;en die reichsten zehn Prozent der Bev&ouml;lkerung 57 Prozent des gesamten Geld- und Sachverm&ouml;gens im Lande. 2007 geh&ouml;rten ihnen bereits mehr als 60 Prozent. Dabei bauten zudem nur die reichsten zehn Prozent ihren Anteil aus. Alle anderen Bev&ouml;lkerungsgruppen verzeichneten keinen Zugewinn oder verloren sogar Verm&ouml;gen.&rdquo;<br>\nEntwicklung der L&ouml;hne: &rdquo; Die untersten zehn Prozent, also die Menschen mit den niedrigsten Verdiensten, haben zwischen 2000 und 2007 10 Prozent ihres Realeinkommens verloren. Hier bildet sich ab, dass der Niedriglohnsektor gewachsen ist. Die Einkommen der Mittelschicht stagnierten. Die obersten zehn Prozent dagegen legten um 15 Prozent zu.&rdquo;<br>\nVerm&ouml;gen in der Finanzkrise: &ldquo;Zwischen Ende 2007 und Ende 2008 sind die Geldverm&ouml;gen in Deutschland nach Aussagen der Bundesbank nur um 2,4 Prozent gesunken. Im Vergleich zur gesamten Summe der Brutto-Geldverm&ouml;gen von 4,4 Billionen Euro ist das vernachl&auml;ssigbar. Au&szlig;erdem muss man wissen, dass die Verm&ouml;gen zwischen 2002 und 2007 besonders stark gestiegen sind. Wir erleben jetzt ein leichtes Abbr&ouml;ckeln auf sehr hohem Niveau. .. Anders bei der Mittelschicht. Wenn wegen der Wirtschaftskrise demn&auml;chst mehr Besch&auml;ftigte arbeitslos werden, sind diese gezwungen, zur Sicherung des Lebensstandards ihre Verm&ouml;gen aufzuzehren. Nicht die Reichen, die auf die Erholung der Aktienkurse warten k&ouml;nnen, sondern die Normalb&uuml;rger werden im Falle von Arbeitslosigkeit die eigentlichen Verlierer der Krise.&rdquo;<br>\nSteuerflucht: &ldquo;Hier haben wir es schlicht mit erfolgreicher Lobbyarbeit und Klientelpolitik zu tun. Es ist absurd zu sagen: Wir haben Angst, dass das Kapital auswandert, deswegen besteuern wir es so gering. Andererseits brummen wir denen h&ouml;here Steuern auf, die nicht wegziehen k&ouml;nnen. Das ist kein sozialpolitisch tragf&auml;higer Ansatz.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/print-archiv\/printressorts\/digi-artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2010%2F01%2F02%2Fa0165&amp;cHash=9471a92ccc\/&amp;type=98\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Dierk Hirschel (DGB):Die Banken nehmen die Politik in Geiselhaft<\/strong><br>\nGeld vom Staat wird ins Casino getragen &ndash; statt es zu verleihen. Sp&auml;testens jetzt wird klar: Das politische Krisenmanagement ist gescheitert.<br>\nBetriebswirtschaftlich k&uuml;hl kalkulierend, drehen die Herren des Geldes den Kredithahn st&auml;rker zu als n&ouml;tig. Laut Bundesbank m&uuml;ssen deutsche Banken allein 2010 etwa 90 Milliarden Euro an faulen Kreditpapieren abschreiben. Der gro&szlig;e Abschreibungsbedarf f&ouml;rdert die Jagd nach hohen Gewinnmargen. Dies gilt auch f&uuml;rs Kreditgesch&auml;ft. Erst pumpen sich die Banken mit billigem Zentralbankgeld voll. Dann vergeben sie teure Kredite. Der durchschnittliche Zins f&uuml;r Firmenkredite ist achtmal so hoch wie der EZB-Leitzins. Alternativ tragen die Banken das billige Geld ins Casino. Am Spieltisch lassen sich h&ouml;here Renditen als im klassischen Kreditgesch&auml;ft erzielen. So stammen die j&uuml;ngsten Profite der Deutschen Bank zu 85 Prozent aus dem Investmentbanking. Es geht um Devisen- und Zinswetten ebenso wie um den Handel mit Anleihen und Rohstoffen. Laufen die Wetten schlecht oder platzt die Aktienblase, droht der n&auml;chste Kollaps. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen sie die Steuerzahler.<br>\nSp&auml;testens jetzt wird klar: Das politische Krisenmanagement ist gescheitert. Kein Wunder: Denn hierzulande durften die Banker selbst entscheiden, ob sie &ouml;ffentliche Hilfe annehmen. Dieses Freiwilligkeitsprinzip verhinderte die dringend notwendige Rekapitalisierung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/kommentare\/Bankenkrise-Kreditklemme;art141,2986609\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Deutschland verl&auml;sst sich auf seine alte St&auml;rke<\/strong><br>\nDank der Ausrichtung auf den Export kann Deutschland &uuml;berdurchschnittlich von der Erholung der Weltwirtschaft profitieren &ndash; aber die Risiken sind erheblich. Wenn der Euro weiter steigt oder der Welthandel einen neuerlichen Schw&auml;cheanfall erlebt, droht uns Ungemach.<br>\n&Uuml;ber eine Verbesserung der eigenen Wettbewerbsf&auml;higkeit wollen wir daf&uuml;r Sorge tragen, dass unsere Exporte kr&auml;ftig steigen und dadurch steigende Einkommen geschaffen werden. Dazu werden die Unternehmen weiter von Steuern und Abgaben entlastet.<br>\nDagegen nehmen sich die Entlastungen der B&uuml;rger eher bescheiden aus. Die Gewerkschaften haben bereits signalisiert, dass sie sich mit Forderungen nach h&ouml;heren L&ouml;hnen in n&auml;chster Zeit zur&uuml;ckhalten werden, um die Besch&auml;ftigung zu sichern.<br>\nDas sind beste Voraussetzungen, um den deutschen Marktanteil am Welthandel zu erh&ouml;hen.<br>\nKehrseite der Medaille ist nach OECD-Einsch&auml;tzung eine besonders schwache Entwicklung des privaten Verbrauchs in Deutschland, der in den n&auml;chsten beiden Jahren zusammengenommen stagnieren werde. Diese Prognose wird gest&uuml;tzt durch die schwache Einkommensentwicklung. Die Gesellschaft f&uuml;r Konsumforschung (GfK) sch&auml;tzt, dass das verf&uuml;gbare Einkommen 2010 leicht sinken wird.<br>\nDie bedingungslose und alleinige Ausrichtung auf die internationale Wettbewerbsf&auml;higkeit bringt f&uuml;r Deutschland ein Risiko mit sich. Wenn der Welthandel nochmals einen Schw&auml;cheanfall erleben sollte oder wenn eine weitere Aufwertung des Euros die gestiegene Wettbewerbsf&auml;higkeit wieder zunichte machen sollte, dann wird die deutsche Wirtschaft wieder zu den Hauptleidtragenden geh&ouml;ren.<br>\nDas gr&ouml;&szlig;ere Risiko d&uuml;rfte der Wechselkurs des Euros darstellen. Der Europa-Chefvolkswirt von Goldman Sachs, Erik Nielsen, sch&auml;tzt, dass der Euro im handelsgewichteten Au&szlig;enwert bereits 15 Prozent &uuml;berbewertet ist, gegen&uuml;ber dem Dollar sogar um 20 Prozent. Das hat den Export aus dem Euro-Raum schon merklich belastet.<br>\nDie anderen europ&auml;ischen L&auml;nder sind zwar nicht so stark vom Au&szlig;enhandel abh&auml;ngig wie Deutschland, k&ouml;nnen aber wegen ihrer schw&auml;cheren preislichen Wettbewerbsf&auml;higkeit mit einer W&auml;hrungsaufwertung noch schlechter zurechtkommen.<br>\nDie Furcht der EZB-Vertreter, das Wort Euro auch nur in den Mund zu nehmen, ist symptomatisch f&uuml;r ein grundlegenderes und umfassenderes Problem Europas: den freiwilligen Verzicht auf makro&ouml;konomische Politik.<br>\nDas hat viel mit der deutschen Politik zu tun, die merkantilistisch gepr&auml;gt ist. Durch gezielte Senkung der Lohnkosten und Unternehmensabgaben haben wir unsere preisliche Wettbewerbsf&auml;higkeit in den vergangenen zehn Jahren gegen&uuml;ber den europ&auml;ischen Partnerl&auml;ndern massiv verbessert. Dadurch haben wir ihnen Marktanteile abgenommen und hohe Au&szlig;enhandels&uuml;bersch&uuml;sse erzielt.<br>\nGegen einen solchen merkantilistisch agierenden gro&szlig;en Konkurrenten k&ouml;nnen andere L&auml;nder, selbst wenn sie wollen, sehr schwer etwas anderes zu tun, als ebenfalls die Kosten zu dr&uuml;cken. L&auml;nder, die das nicht getan haben, wie Griechenland oder Spanien, bekommen jetzt die Quittung.<br>\nWas w&auml;re die Alternative: Der Euro-Raum spielt mit seiner Wirtschaftsleistung und seinen &uuml;ber 300 Millionen Einwohnern in einer Liga mit den USA. Als W&auml;hrungsraum betrachtet, ist das im &ouml;konomischen Sinne unzweifelhaft ein gro&szlig;es Land. Ein solches sollte aber dem Lehrbuch nach sein Wachstum nicht aus dem Au&szlig;enhandel beziehen, sondern von innen heraus, durch gleichgewichtige Verbesserung der Produktionsmethoden und Erh&ouml;hung der heimischen Nachfrage.<br>\nStattdessen macht die unkooperative Haltung, vor allem Deutschlands, alle Mitglieder der W&auml;hrungsunion zu kleinen L&auml;ndern, die &ndash; insgesamt erfolglos &ndash; versuchen, sich auf Kosten der anderen einen Vorteil zu verschaffen oder zumindest nicht weiter zur&uuml;ckzufallen.<br>\nF&uuml;r das wirtschaftlich st&auml;rkste Land ist es kurzfristig immer verf&uuml;hrerisch, so zu handeln. Wenn es das allerdings so lange macht, bis seine Partner in die Knie gehen und die eigenen Absatzm&auml;rkte krisenbedingt zusammenbrechen, dann hat auch der st&auml;rkste Merkantilist mit Zitronen gehandelt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/industrie\/export-deutschland-verlaesst-sich-auf-seine-alte-staerke;2505165\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Selten h&ouml;rt man aus wirtschaftsliberalem Munde eine so offene Darstellung der deutschen Wirtschaftspolitik und nur selten wird auch auf deren Probleme und Risiken hingewiesen, etwa auf den Wettlauf um die Senkung der Unternehmenssteuern, auf das Lohndumping, auf das Niederkonkurrieren unserer Nachbarn und vor allem auch auf die Aufwertung des Euro als Gegenreaktion der Volkswirtschaften aus dem Dollarraum. Aber unsere Kanzlerin wiederholt gebetstrommelartig: Dass sie das Ziel verfolge, dass &bdquo;unser Land st&auml;rker aus ihr hervorgehen wird, als es in sie hinein gegangen ist.&ldquo;<br>\nWie vor der Finanzkrise, wei&szlig; die deutsche Politik sehr genau, was sie tut. Aber bei der n&auml;chsten Wirtschaftskrise wird es dann wieder hei&szlig;en, dass die Krise &uuml;ber uns &bdquo;hereingebrochen&ldquo; und dass die Politik damit rein gar nichts zu tun hat.<\/em><\/p>\n<p><em>Dazu passt:<\/em><\/p>\n<p><strong>Experten fordern Lohnpause f&uuml;r 2010!<\/strong><br>\nUm die Unternehmen in der Wirtschaftskrise zu st&uuml;tzen, fordern Experten eine &bdquo;Lohnpause&ldquo; f&uuml;r 2010 &ndash; also keine Gehaltserh&ouml;hungen f&uuml;r die Besch&auml;ftigten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/BILD\/politik\/wirtschaft\/2010\/01\/03\/experten-fordern-lohnpause-fuer-2010\/wegen-der-krise.html\">Bild<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Deutschland r&uuml;stet sich f&uuml;r das Jobkrisenjahr<\/strong><br>\n2009 war schlimm, 2010 wird schlimmer. Nach Finanz-Crash und Konjunkturflaute droht Deutschland nun die gro&szlig;e Jobmisere. Um die Turbulenzen am Arbeitsmarkt zu &uuml;berstehen, braucht die Republik einen tiefgreifenden Strukturwandel.<br>\nAllein die Dax-Konzerne haben in den vergangenen Monaten 116.385 Arbeitspl&auml;tze abgebaut, davon 45.354 in Deutschland (siehe Tabellen links).<br>\nDie Regierung und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) erwarten, dass die Zahl der Arbeitslosen von derzeit rund 3,2 Millionen auf 4,1 Millionen im kommenden Jahr empor schnellt.<br>\nDie Mechanik des Abschwungs ist schnell erkl&auml;rt: Durch die Wirtschaftskrise schw&auml;cheln die Gesch&auml;fte der Unternehmen, zudem werden aufgrund der Vertrauenskrise am Finanzmarkt die Spielr&auml;ume bei den Krediten geringer. In der Folge werden weniger Auftr&auml;ge vergeben, was dazu f&uuml;hrt, dass in vielen Branchen Produktion und Absatz einbrechen. Weltweit werden weniger Produkte nachgefragt. Die deutsche Wirtschaft trifft das ins Mark: Ihr Bruttoinlandsprodukt wird zu 47 Prozent durch Ausfuhren generiert.<br>\n&ldquo;Alle exportorientierten Industrien geraten stark unter Druck. Das Niveau der Exporte ist sehr niedrig. Es wird ein paar Jahre dauern, bis es sich wieder auf dem Niveau vor der Krise befindet&rdquo;, sagt Konjunkturexperte Scheide.<br>\nImmer deutlicher zeigt sich zudem, dass die Jobkrise in den Schl&uuml;sselindustrien nicht nur durch die Konjunkturflaute verursacht wurde &ndash; sondern auch durch einen gewaltigen Strukturwandel, der sich durch den globalen Abschwung jetzt rapide beschleunigt. Klassische Industriezweige verlieren an Bedeutung &ndash; und der Trend wird auch nach der Krise anhalten.<br>\n2010 ist daher nicht nur das Jahr der Jobkrise. Es ist auch das Schicksalsjahr f&uuml;r die Zukunft der Republik: das Jahr, in dem viel Altes vergeht und das Neue sich erst durchsetzen muss.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,669227,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Doch gerade jetzt, wo der Staat die Wirtschaft durch Umsteuern auf Zukunftstechnologien st&uuml;tzen m&uuml;sste, fehlt daf&uuml;r das Geld. (Siehe oben)<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Schwarzes Jahrzehnt: Pleiten vernichten f&uuml;nf Millionen Jobs<\/strong><br>\nWie die Wirtschaftsauskunftei Creditreform am Montag mitteilte, mussten in den vergangenen zehn Jahren gut 340.000 Unternehmen Insolvenz anmelden &ndash; das entspricht ungef&auml;hr dem aktuellen Unternehmensbestand Nordrhein-Westfalens.<br>\nDie mit Abstand gr&ouml;&szlig;te Firmenpleite seit dem Jahrtausendwechsel war das Aus von Arcandor in diesem Jahr. Von der Insolvenz der Mutter des Quelle-Versands und der Karstadt-Warenh&auml;user sind 52.000 Mitarbeiter betroffen.<br>\nInsgesamt waren nach Angaben von Creditrefom seit dem Jahr 2000 f&uuml;nf Millionen Menschen in Deutschland von der Insolvenz ihres Arbeitgebers betroffen &ndash; das entspricht grob einem F&uuml;nftel aller sozialversicherungspflichtig Besch&auml;ftigten. Nicht zuletzt deshalb kletterte die Zahl der Privatinsolvenzen unaufh&ouml;rlich.<br>\nAlleine in den vergangenen vier Jahren beantragten j&auml;hrlich 100.000 Menschen diese M&ouml;glichkeit der Entschuldung; seit dem Jahr 2000 waren es laut Creditreform fast 600.000. Die Gl&auml;ubiger der zusammengebrochenen Firmen blieben im selben Zeitraum auf Forderungen in H&ouml;he von gut 250 Milliarden Euro sitzen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/top_news\/2170741_Schwarzes-Jahrzehnt-Pleiten-vernichten-fuenf-Millionen-Jobs.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>J&uuml;rgen Krysmanski: Wer die F&auml;den zieht<\/strong><br>\nDie amerikanische Herrschaftsstrukturforschung (Power Structure Research) hat ziemlich &uuml;berzeugend die Pfade nachgewiesen, wie in dieser &ldquo;m&auml;chtigsten Demokratie der Welt&rdquo; heute die zentralen politischen Entscheidungen ablaufen. Und dieses Herrschaftsmodell ist, wie McDonald&rdquo;s, ein Exportschlager geworden. Auch in Berlin versucht man sich ja an einer Kopie. Die Richtlinien der Politik werden in den USA in Netzwerken festgelegt, die weitaus dauerhafter sind (auch was das Personal angeht) als die jeweiligen Pr&auml;sidentschaften. Es ist v&ouml;lliger Unsinn, den jeweiligen amerikanischen Pr&auml;sidenten als den &ldquo;m&auml;chtigsten Mann der Welt&rdquo; zu apostrophieren. Wir sehen ja, wie Clinton oder Bush und all die anderen und demn&auml;chst Obama und vielleicht einmal Sarah Palin im (wohlgepolsterten) Machtvakuum verschwinden&hellip;<br>\nDas amerikanische Power Structure Research hat f&uuml;r die USA die entscheidenden Gesetzgebungsverfahren untersucht und gezeigt, wie Superreiche und Konzerne durch F&ouml;rdermittel, Forschungsauftr&auml;ge, Personal die wichtigsten Universit&auml;ten, Stiftungen und Denkfabriken in der Hand haben. Und von diesen Institutionen her wird &ldquo;die Wirklichkeit definiert&rdquo;, werden Handlungsm&ouml;glichkeiten eingegrenzt und das politische Weltbild bestimmt. &Uuml;ber die Elite-Universit&auml;ten, die gro&szlig;en Stiftungen und Think Tanks wird ein gro&szlig;er Teil des &ldquo;Einflussgeldes&rdquo; verteilt, von dort kommen die &ldquo;Experten&rdquo;, die in einem Geflecht von formellen und informellen Diskussions- und Planungsgruppen Gesetzesvorlagen vorbereiten usw. Die Expertisen landen dann bei den Parteien, in Aussch&uuml;ssen. Geld pl&auml;tschert in die Wahlkassen der Abgeordneten und Senatoren und in die offenen H&auml;nde der Meinungsmacher. So ist relativ sichergestellt, dass nur Regelungen und Gesetze der urspr&uuml;nglichen &lsquo;Auftraggeber&rsquo; realisiert werden, wie sich leicht am Umgang mit der Finanzkrise, mit der Gesundheitskrise, mit der &Ouml;kokrise &ndash; und an den zunehmenden Frustrationsanzeichen bei Barack Obama &ndash; ablesen l&auml;sst.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/31\/31762\/1.html\">Telepolis<\/a>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/hirten_u_woelfe.jpg\" alt=\"Hirten und W&ouml;lfe\"><br>\nKrysmanski, Hans J&uuml;rgen, Hirten &amp; W&ouml;lfe<br>\nWie Geld- und Machteliten sich die Welt aneignen<br>\n2., gr&uuml;ndlich &uuml;berarbeitete und erweiterte Auflage<br>\n2009 &ndash; 312 S. &ndash; &euro; 29,90. Verlag: Westf&auml;lisches Dampfboot<br>\nISBN: 978-3-89691-602-0<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Arbeitsgericht: Pr&auml;sidentin Schmidt &ldquo;Diese Kritik war v&ouml;llig daneben&rdquo;<\/strong><br>\n<strong>SZ:<\/strong> Bundestags-Vizepr&auml;sident Wolfgang Thierse von der SPD hat die Rechtsprechung der deutschen Arbeitsgerichte neulich barbarisch und asozial genannt. Er regt sich &uuml;ber etwas anderes auf: Dass man fristlos gek&uuml;ndigt werden darf, wenn man sechs Maultaschen mitnimmt.<br>\n<strong>Schmidt:<\/strong> Diese Kritik war v&ouml;llig daneben. Seit Jahrzehnten sagt die Rechtsprechung: Diebstahl und Unterschlagung auch geringwertiger Sachen sind ein K&uuml;ndigungsgrund. Es gibt in dem Sinne also keine Bagatellen. Jeder frage sich mal, wie viel er sich denn aus der eigenen Tasche nehmen lassen w&uuml;rde, bevor er reagiert. Wir Arbeitsrichter m&uuml;ssen aber pr&uuml;fen, ob ein Arbeitgeber mit Recht sagen kann: Ich habe das Vertrauen in meinen Mitarbeiter verloren und will mich deshalb von ihm trennen. Oder wiegt das Interesse des Arbeitnehmers schwerer &ndash; sodass der Arbeitgeber angewiesen werden muss, den Mitarbeiter zu behalten?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/484\/498772\/text\/5\/\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Aber f&uuml;r die &bdquo;Bagatellen&ldquo;, dass Milliarden in den Teich gesetzt wurden, gehen die Verantwortlichen mit einer Millionenabfindung ab, f&uuml;r deren H&ouml;he eine Kassiererin 1000 Jahre arbeiten m&uuml;sste. F&uuml;r die Wegnahme einer Maultasche bestimmt das &bdquo;B&uuml;rgerliche Gesetzbuch&ldquo; offenbar eine Sanktion, die an die Existenz dessen geht, der den &bdquo;Anstand&ldquo; verletzt hat. Schamlos unanst&auml;ndige Bankenmanager stehen aber offenbar &uuml;ber dem Gesetz.<br>\nErg&auml;nzende Anmerkung V.B.: Oh ja, es ist halt Pech, auf der Seite der kleinen Leute geboren zu sein; wenn &ldquo;man&rdquo; dagegen eine Bank &ndash; zu Lasten des Steuerzahlers &ndash; &ldquo;verzockt&rdquo; (z.B. Hypo Real Estate, Hypo Alpe Adria ) &ndash; und Milliarden-Betr&auml;ge dem Fiskus zur Bezahlung zuschiebt, dann wird &ldquo;man&rdquo; als Teil einer &ldquo;ehrenwerten Gesellschaft&rdquo; mit Millionen-Abfindungen nach&nbsp;Hause &ldquo;entlassen&rdquo;&nbsp;&ndash; und das ist dann &ldquo;anst&auml;ndig&rdquo;.<br>\nMoral ist eben eine Frage der Macht, das kann man zuletzt &ldquo;sch&ouml;n&rdquo; bei Wilhelm Schl&ouml;tterer (&ldquo;Macht und Missbrauch&rdquo;) nachlesen. So wird die Gleichheit vor dem Gesetz zum blo&szlig;en Schein, verehrte Frau Bundesarbeitsgerichtspr&auml;sidentin!<\/em><\/p>\n<p><em>Siehe dazu:<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Das falsche Spiel der Investmentbanken<\/strong><br>\nIm gro&szlig;en Stil haben Investmentbanken wie Goldman Sachs und die Deutsche Bank ihren US-Kunden riskante Hypothekenpapiere verkauft. Das Perverse &ndash; und vielleicht sogar Kriminelle &ndash; daran: Die Institute hatten offenbar selbst kein Vertrauen in ihre Papiere und wetteten auf deren Wertverfall.<br>\nDie Ermittler interessieren sich laut NYT vor allem daf&uuml;r, ob die Banken Handels- oder Wertpapiervorschriften gebrochen hatten, indem sie die so genannten &ldquo;synthetischen CDOs&rdquo; (besicherte Schuldverschreibungen) an Investoren verkauft und gleichzeitig gegen diese Papiere gewettet h&auml;tten.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/boerse.ard.de\/content.jsp?key=dokument_403854\">B&ouml;rse ARD<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2009\/12\/24\/business\/24trading.html?_r=1&amp;scp=4&amp;mp;sq=Deutsche%20Bank&amp;mp;st=cse\">New York Times Banks Bundled Bad Debt, Bet Against It and Won <\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Flossen Parteispenden beim Verkauf der Skandalbank Hypo Group Alpe Adria?<\/strong><br>\nDer Verkauf der &ouml;sterreichischen Skandalbank Hypo Group Alpe Adria weitet sich immer mehr zu einem Kriminalfall aus. Am 17. Dezember erstattete der K&auml;rntner Landtagsabgeordnete Rolf Holub von den Gr&uuml;nen Strafanzeige gegen unbekannt bei der Generalprokuratur des Obersten Gerichtshofes in Wien &ndash; wegen des Verdachts der Untreue, des Amtsmissbrauchs und des Betrugs. Im Mittelpunkt steht der fragw&uuml;rdige Anteilsverkauf an die BayernLB. Holub hat den Verdacht, K&auml;rntner Politiker k&ouml;nnten sich wom&ouml;glich pers&ouml;nlich am Kauf der Alpe-Adria-Mehrheit durch die BayernLB bereichert haben. Der Kaufpreis, den die Bayern f&uuml;r die Bank zahlten, habe den tats&auml;chlichen Wert um mindestens 125 Millionen Euro &uuml;berschritten. Auch pr&uuml;fe er Verdachtsmomente, wonach Parteispenden von Deutschland nach K&auml;rnten geflossen sein k&ouml;nnten. Gleichzeitig geraten der ehemalige bayerische Ministerpr&auml;sident Edmund Stoiber sowie sein Nachfolger G&uuml;nther Beckstein durch Protokolle eines K&auml;rntner Untersuchungsausschusses weiter unter Druck. Stoiber hatte in den vergangenen Wochen seine Rolle beim Kauf der Alpe Adria durch die BayernLB heruntergespielt. Bereits im Juli 2007 hatte der K&auml;rntner Landeshauptmann J&ouml;rg Haider, der im Oktober 2008 t&ouml;dlich verungl&uuml;ckte, bei einer Zeugenbefragung aber erkl&auml;rt, die politische F&uuml;hrung Bayerns habe den Kauf der &ouml;sterreichischen Bank &ldquo;ma&szlig;geblich unterst&uuml;tzt und auch unterf&uuml;ttert&rdquo;. Laut Haider habe es im Zusammenhang mit dem Verkauf sowohl mit Stoiber als auch mit dem damaligen bayerischen Finanzminister Kurt Faltlhauser und dem designierten Stoiber- Nachfolger Beckstein Kontakte gegeben. &ldquo;Der Herr Finanzminister&rdquo;, so Haider, &ldquo;war bei den Verhandlungen in M&uuml;nchen dabei&rdquo; und habe &ldquo;direkt am Tisch gesessen&rdquo;. Auch Beckstein habe &ldquo;direkt mit uns das Gespr&auml;ch gef&uuml;hrt, auch &uuml;ber die Frage der wirtschaftlichen Kooperation&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/vorab\/0,1518,669761,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em>Dazu auch: <\/em><\/p>\n<p><strong>Der Verkauf der Skandalbank Hypo Group Alpe Adria wird immer mehr zum Kriminalfall<\/strong><br>\nIn &Ouml;sterreich wurde nach SPIEGEL-Informationen Strafanzeige wegen Verdachts auf Untreue gestellt. Zudem geraten der bayerische Ex-Ministerpr&auml;sident Stoiber und sein Nachfolger Beckstein st&auml;rker unter Druck.<br>\nIm Mittelpunkt steht der fragw&uuml;rdige Anteilsverkauf an die BayernLB. Holub hat den Verdacht, K&auml;rntner Politiker k&ouml;nnten sich wom&ouml;glich pers&ouml;nlich am Kauf der Alpe-Adria-Mehrheit durch die BayernLB bereichert haben. Der Kaufpreis, den die Bayern f&uuml;r die Bank zahlten, habe den tats&auml;chlichen Wert um mindestens 125 Millionen Euro &uuml;berschritten. Auch pr&uuml;fe er Verdachtsmomente, wonach Parteispenden von Deutschland nach K&auml;rnten geflossen sein k&ouml;nnten.<br>\nGleichzeitig geraten der ehemalige bayerische Ministerpr&auml;sident Edmund Stoiber sowie sein Nachfolger G&uuml;nther Beckstein durch Protokolle eines K&auml;rntner Untersuchungsausschusses weiter unter Druck. Stoiber hatte in den vergangenen Wochen seine Rolle beim Kauf der Alpe Adria durch die BayernLB heruntergespielt. Bereits im Juli 2007 hatte der K&auml;rntner Landeshauptmann J&ouml;rg Haider, der im Oktober 2008 t&ouml;dlich verungl&uuml;ckte, bei einer Zeugenbefragung aber erkl&auml;rt, die politische F&uuml;hrung Bayerns habe den Kauf der &ouml;sterreichischen Bank &ldquo;ma&szlig;geblich unterst&uuml;tzt und auch unterf&uuml;ttert&rdquo;.<br>\nDer Kauf der maroden Bank kostete den bayerischen Steuerzahler bislang 3,7 Milliarden Euro.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,669785,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Robert von Heusinger: Banker-Boni &ndash; klug und populistisch<\/strong><br>\nGerade derzeit ist eine Boni-Steuer f&uuml;r Banker mehr als gerechtfertigt. Zum einen greifen die neuen Regulierungen erst in ein paar Jahren. Zum anderen gehen die Bankgewinne dieses Jahres, die n&auml;chstes Jahr in Form von Dividende an die Aktion&auml;re und in Form von Boni an die Mitarbeiter ausgesch&uuml;ttet werden, zu einem Gro&szlig;teil auf das Konto des Staats zur&uuml;ck. Sie resultieren aus hohen Zinsmargen, weil die Notenbanken die Leitzinsen auf fast null Prozent gesenkt haben, sie resultieren aus den Konjunkturprogrammen, sie resultieren aus Erleichterungen bei der Bilanzierung, weil der Teufelskreis von insolventen Banken und abst&uuml;rzenden Wertpapierkursen unterbrochen werden musste. Auf Leistung basieren die Gewinne kaum.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/top_news\/2171292_Kommentar-zur-Banker-Boni-Klug-und-populistisch.html\">FR<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/top_news\/2170974_Steuer-auf-Banker-Boni-Das-Eigentor-der-FDP.html\">FR Steuer auf Banker-Boni &ndash; Das Eigentor der FDP<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Deutschland am G&auml;ngelband der Pharmaindustrie &ndash; WHO der Korruption verd&auml;chtigt<\/strong><br>\nPl&ouml;tzlich ist die Schweinegrippe, die monatelang die Schlagzeilen beherrschte, von der medialen Bildfl&auml;che verschwunden. Wie die Vogelgrippe vor kurzem in China ist die in einem mexikanischen Dorf aus der Taufe gehobene Volkskrankheit und zum Schreckgespenst erkl&auml;rte weltumspannende Seuche in der Bedeutungslosigkeit versunken. Leicht erkl&auml;rlich, so teilt Peter Fr&uuml;hwald, einer der drei Bundesvorsitzenden der Allianz f&uuml;r B&uuml;rgerrechte (Allianzpartei), am Mittwoch in Berlin mit. Die Pharmaindustrie habe n&auml;mlich inzwischen die raffiniert &uuml;ber die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die in den jeweiligen Staaten global eingef&auml;delten und mit gro&szlig;en Medienkampagnen begleiteten Vertr&auml;ge &uuml;ber Impfstoffe l&auml;ngst abgeschlossen und die Profite inzwischen zum gr&ouml;&szlig;ten Teil eingefahren. Die Restgewinne werden bis 2012 garantiert, zumindest in Deutschland.<br>\nWie die polnische Zeitung und Internet-Agentur &bdquo;Polskaweb News&ldquo; bereits vor einiger Zeit mitteilte und gestern erneut bekr&auml;ftigte, erh&auml;rtet sich der Verdacht der Korruption bei der WHO. Als Schl&uuml;sselfigur gelte Prof. Albert Osterhaus. Der auch &bdquo;Mr. Flu&ldquo; genannte Niederl&auml;nder sei &bdquo;Erfinder&ldquo; der Vogel- und der Schweinegrippe, habe diese der WHO als globale pandemische Gefahren untergejubelt und damit den Pharmariesen gigantische Profite zu Lasten der Steuerzahler zugeschanzt. Kein Wunder, denn die WHO beziehe f&uuml;r den Eigenbetrieb wesentlich mehr Finanzmittel aus privaten Arzneimittel-Konzernen als von den Regierungen der Welt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.presseanzeiger.de\/meldungen\/politik\/314555.php\">Presse Anzeiger<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Strom kostet weniger als nichts<\/strong><br>\nAm zweiten Weihnachtstag rutschten die Strompreise an der B&ouml;rse in den negativen Bereich. Denn viel Wind und unflexible Gro&szlig;kraftwerke sorgten f&uuml;r ein &Uuml;berangebot.<br>\nNie zuvor in Deutschland war Strom im Gro&szlig;handel so billig wie am zweiten Weihnachtstag: Wer sich f&uuml;r diesen Tag &uuml;ber die Leipziger Stromb&ouml;rse EEX Energie beschaffte, bekam sogar noch Geld oben drauf. Denn im Tagesmittel lag der Preis am Spotmarkt bei minus 3,6 Cent je Kilowattstunde.<br>\nUrsachen waren einerseits die Windkraft, die in der Nacht zum 26. Dezember zeitweise bis zu 20.100 Megawatt ins Netz dr&uuml;ckte, andererseits die Gro&szlig;kraftwerke, deren Leistung aufgrund ihrer mangelnden Flexibilit&auml;t nicht entsprechend gedrosselt werden konnten.<br>\nDie bestehende Kraftwerksstruktur, die im fossil-atomaren Zeitalter aufgebaut wurde, ist mit den stark schwankenden erneuerbaren Energien immer weniger in Einklang zu bringen. Besser k&ouml;nnen dies dezentrale Erzeuger, wie kleine Blockheizkraftwerke, deren Betrieb sich flexibel an das Angebot der Windkraft anpassen kann.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/zukunft\/wirtschaft\/artikel\/1\/strom-kostet-weniger-als-nichts\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Bisch&ouml;fin K&auml;&szlig;mann ver&auml;rgert die Politik<\/strong><br>\n&bdquo;Nichts ist gut in Sachen Klima? Nichts ist gut in Afghanistan. All diese Strategien, sie haben uns lange dar&uuml;ber hinwegget&auml;uscht, dass Soldaten nun einmal Waffen benutzen und eben auch Zivilisten get&ouml;tet werden? Es ist nicht alles gut, wenn so viele Kinder arm sind im eigenen Land? Nichts ist gut, Erschrecken ist angesagt, wenn ein Spitzensportler Angst hat, seine Depression offiziell behandeln zu lassen? Nichts ist gut, wir erschrecken, wenn wir erkennen, wie bei uns eine solche Atmosph&auml;re der Gnadenlosigkeit herrscht und alle immer stark sein m&uuml;ssen &ndash; wie unmenschlich!&ldquo; So liest Deutschlands oberste Protestantin ihrem Land zu Beginn des Jahrzehnts die Leviten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article5703909\/Bischoefin-Kaessmann-veraergert-die-Politik.html\">Die Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Nun soll also nicht einmal mehr die Kirche der Politik die Maske vom Gesicht rei&szlig;en und die ungeschminkte Wahrheit sagen d&uuml;rfen. Schon wird Bisch&ouml;fin K&auml;&szlig;mann von Schwarz bis Gr&uuml;n der Majest&auml;tsbeleidigung bezichtigt und einem SPD-Politiker f&auml;llt keine andere Verunglimpfung mehr ein, als dass die EKD-Vorsitzende die &bdquo;Position der Linkspartei&ldquo; vertrete.<br>\nDie Welt h&auml;lt K&auml;&szlig;mann eine &Auml;u&szlig;erung ihres Vorg&auml;ngers Wolfgang Huber entgegen, der gesagt haben soll: Wenn aber die Entscheidung &uuml;ber einen Auslandseinsatz getroffen sei, dann m&uuml;sse auch klar sein, &bdquo;das die Gesellschaft den Dienst der Soldatinnen und Soldaten unterst&uuml;tzt&ldquo;. Jawoll, so h&auml;tte es Springers Welt wohl gerne, wenn die Politik die Soldaten erst in den Krieg kommandiert sind, dann wird die Gesellschaft zum Kasernenhof: Stillgestanden!!<br>\nUnd die Kirche darf die Kanonen segnen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Neue Datenbank &rdquo;Elena&rdquo;: Alle Arbeitnehmerdaten zentral gespeichert <\/strong><br>\nAm 1. Januar beginnt das wohl gr&ouml;&szlig;te Datenerfassungs- und Datenvernetzungsprojekt, das es in Deutschland bisher gegeben hat. Das Vorhaben &ldquo;Elena&rdquo; steht f&uuml;r &ldquo;Elektronischer Entgeltnachweis&rdquo;.<br>\nAlle Arbeitgeber sind von sofort an verpflichtet, die Einkommensdaten ihrer Besch&auml;ftigten an eine Zentrale Speicherstelle zu melden. Die Gewerkschaft Verdi protestierte heftig und k&uuml;ndigte die Pr&uuml;fung &ldquo;s&auml;mtlicher Klagem&ouml;glichkeiten&rdquo; an.<br>\nGegen das Projekt haben nicht nur die Gewerkschaften viele Vorbehalte. Mit Elena w&uuml;rden h&ouml;chst sensible Daten abgefragt und damit die Grenze der Zul&auml;ssigkeit &uuml;berschritten, kritisierte der Datenschutzbeauftragte des Bundes, Peter Schaar. Petra Pau von den Linken sprach von einem &ldquo;Datenmonster&rdquo;. FDP-Generalsekret&auml;r Christian Lindner betonte, auch die FDP habe Bedenken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/685\/498971\/text\/\">SZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h22\"><\/a><strong>BKA h&auml;lt Bankdaten-Transfer in die USA f&uuml;r unsinnig<\/strong><br>\nDeutsche Ermittlungsbeh&ouml;rden halten nach Informationen des SPIEGEL die Weitergabe von Bankdaten an die USA im Zuge des sogenannten Swift-Abkommens f&uuml;r nutzlos bei der Bek&auml;mpfung des internationalen Terrorismus. Sie kommen damit zu einer anderen Einsch&auml;tzung als ihr oberster Dienstvorgesetzter, Bundesinnenminister Thomas de Maizi&egrave;re.<br>\nIn einem internen Vermerk des Bundeskriminalamts hei&szlig;t es: &ldquo;Die aus fachlicher Sicht zu erwartenden Erkenntnisse aus einem systematischen und umfangreichen Abgleich der Swift-Daten rechtfertigen &ndash; zumindest f&uuml;r den Bereich der Finanzierung des Terrorismus &ndash; aus hiesiger Sicht nicht den mit der Datenrecherche verbundenen erheblichen materiellen und personellen Aufwand.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,669753,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Einmal mehr fragt man sich, auf welcher fachlichen Grundlage die deutsche wie auch die anderen europ&auml;ischen Regierungen solch weitreichende Entscheidungen treffen. Umso blamabler, dass nicht etwa die vieldiskutierten datenschutzrechtlichen Situation, sondern der Datentransfer selbst in der Kritik steht. Immer mehr verdichtet sich der Verdacht, dass Europa in blindem Aktionismus den USA gef&auml;llig sein m&ouml;chte, deren bisherige Strategie (Irak, Afghanistan) im Kampf gegen den Terror eher kontraproduktiv war, geschweige denn das Unverm&ouml;gen der US-Geheimdienste mit solchen Daten umzugehen &ndash; siehe zuletzt beim vereitelten Flugzeugattentat am ersten Weihnachtstag.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h23\"><\/a><strong>Politiker kritisieren Tagesschau-&bdquo;Apps&ldquo;<\/strong><br>\nEndlich sind sich unsere Politiker mal einig &ndash; &uuml;ber Parteigrenzen hinweg!<br>\nDie Ank&uuml;ndigung der ARD, die &bdquo;Tagesschau&ldquo; gratis f&uuml;r Smartphones als sogenannte &bdquo;Apps&ldquo; anzubieten, l&ouml;st heftige Kritik aus. Auch Politiker sind emp&ouml;rt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/BILD\/digital\/handy-und-telefon\/2009\/12\/24\/parteien-kritik\/politiker-kritisieren-tagesschau-apps.html\">Bild<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wie bei den <a href=\"?p=3749\">Internetbeitr&auml;gen der &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalte<\/a> wollen die privaten Medienveranstalter nun auch bei mobilen Internet-Angeboten &bdquo;Zensur&ldquo; &uuml;ben. Man k&ouml;nnte ja das Argument der &bdquo;Wettbewerbsverzerrungen gegen&uuml;ber privaten Medienanbietern&ldquo; noch verstehen, wenn diese privaten Anbieter &uuml;berhaupt etwas Vergleichbares wie die &bdquo;Tagesschau&ldquo; zu bieten h&auml;tten, sonst h&auml;tten ja diejenigen, die das Wort Wettbewerb im Munde f&uuml;hren, von der Konkurrenz nichts zu bef&uuml;rchten. Hier geht es aber um nichts anderes als dass die passive Informationsfreiheit beschnitten werden soll. <\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h24\"><\/a><strong>Die PR-Branche und ihre Tricks<\/strong><br>\nEs ist ein Herzensthema von Zapp. Public Relations, kurz PR. Werbung, die h&uuml;bsch unauff&auml;llig als Journalismus verpackt ist. Mittlerweile erscheint sie so selbstverst&auml;ndlich und ist so perfekt platziert, dass sie kaum zu enttarnen ist und dass sich kaum einer dar&uuml;ber aufregt. Wir schon. Denn auf einen PR-Profi kommen nur noch zwei Journalisten. Zapp &uuml;ber die miesen Methoden einer boomenden Branche.<br>\nVerdeckte PR aber ist erfolgreicher denn je und brancheninterne Kritik wirkungslos. Ulrich M&uuml;ller: &bdquo;Sie k&ouml;nnen sozusagen nur im Nachhinein, wenn es sozusagen schon mal durch die Medien gegangen ist, oder wenn es sozusagen Hinweisgeber gibt, die sagen, hier l&auml;uft was schief, dann k&ouml;nnen sie sozusagen nachtr&auml;glich eine R&uuml;ge aussprechen. Die R&uuml;ge hat keinerlei rechtliche Konsequenzen.&ldquo; Und die Leser und Zuschauer erfahren erst recht nichts davon. Bei ihnen bleiben die Inszenierungen als Realit&auml;t h&auml;ngen. Die L&uuml;gen werden zur Wahrheit. Umso wichtiger ist es, dass kritische Journalisten sie immer wieder hinterfragen und entlarven. Thomas Leif r&auml;t: &bdquo;Vor allen Dingen nicht dem Bequemlichkeitsfaktor nachgehen und das leicht aufbereitete Stoffarsenal einfach nutzen. Sondern sie m&uuml;ssen sagen: Wir m&uuml;ssen an die Originalquellen ran. Wir d&uuml;rfen uns nicht abwimmeln lassen, wir haben einen Auftrag der Gesellschaft und sind nicht sozusagen f&uuml;nftes Rad am Wagen der PR-Industrie.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www3.ndr.de\/sendungen\/zapp\/media\/prtricks104.html\">NDR Zapp, Sendung am Mittwoch, 13. Januar 2010 23:05 bis 23:35 Uhr, Wiederholung am 15. Januar 02.45 Uhr (!).<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h25\"><\/a><strong>Kann nicht sein, was nicht sein darf!?<\/strong><br>\nWie Medien funktionieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.kannnichtsein.com\/kns-der-film\">kannnichtsein<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Eine ganz interessante Dokumentation. Wenn Sie allerdings mehr erfahren wollen, dann m&uuml;ssen Sie schon Albrecht M&uuml;llers &bdquo;Meinungsmache&ldquo; lesen.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Europ&auml;isches Jahr gegen Armut; Die Schwachen tragen die Starken; Klamme &Ouml;ffentliche Hand; FDP h&auml;lt an Steuersenkungen fest; Banken nehmen die Politik in Geiselhaft; Arbeitsgerichtspr&auml;sidentin v&ouml;llig daneben; Wetten auf den selbst verpackten Schrott; 10 Pleitejahre; wer die F&auml;den zieht; Bayerischer Bankenskandal; Bonus-Steuer; WHO der Korruption verd&auml;chtigt; Strom kostet weniger als<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4435\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-4435","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4435","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4435"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4435\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4435"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4435"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4435"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}