{"id":44360,"date":"2018-06-11T08:55:30","date_gmt":"2018-06-11T06:55:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44360"},"modified":"2020-04-07T09:33:59","modified_gmt":"2020-04-07T07:33:59","slug":"berichte-aus-dem-zentrum-der-macht-die-entstehung-des-american-deep-state","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44360","title":{"rendered":"Berichte aus dem Zentrum der Macht: Die Entstehung des American Deep State"},"content":{"rendered":"<p>Das Buch &bdquo;The Secret Team&ldquo; von L. Fletcher Prouty ist eine Art Code, der Zugang zu einer Parallelwelt verschafft, die den B&uuml;rgern normalerweise verborgen bleibt. Geschichten, die man ins Reich der Fantasie verbannen w&uuml;rde, werden nachvollziehbar und damit wirklich. Der Offizier, CIA-Agent und Regierungs-Berater Prouty hatte Einblicke in die innersten Zirkel der Macht und berichtet in seinem zun&auml;chst dubios vom Markt verschwundenen Buch packend vom Erstarken der CIA und ihrem destruktiven Einfluss auf die US-Politik. Von <strong>Florian Linse<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nDas Buch &bdquo;The Secret Team&ldquo; von L. Fletcher Prouty verschafft einen tiefen Einblick in die Machtstrukturen der f&uuml;hrenden Weltmacht USA. Streckenweise f&uuml;hlt man sich wie im Wei&szlig;en Haus oder im Pentagon sitzend. Man beginnt fast unmittelbar zu f&uuml;hlen, wie es dort zu Entscheidungen kommt, und vor allem, wie diese beeinflusst werden. Dabei handelt es sich um keinen Roman, keine Fiktion, keinen Hollywood-Film mit perfekt nachgestellten Szenen. Nein, es handelt sich um ein weitestgehend autobiographisches Werk. Es ist der Bericht von jemandem, der mittendrin war &ndash; bis hinein in die obersten Zirkel der Macht.<\/p><p>Der Autor war ein erfahrener, langj&auml;hriger Mitarbeiter bei der US-Army und der CIA seit ca.1941. Wobei, darauf werde ich sp&auml;ter noch eingehen, zumeist nicht ersichtlich ist, ob jemand, der beim US-Milit&auml;r arbeitet, gleichzeitig oder vielleicht sogar eigentlich CIA-Mitarbeiter ist. Da Prouty bereits eine Fluglizenz besa&szlig;, arbeitete er schon bald &ndash; noch vor Ende des Zweiten Weltkriegs &ndash; bei der US Air Force und war dort insbesondere mit Transportfl&uuml;gen betraut. Das klingt zun&auml;chst unspektakul&auml;r, aber dies brachte ihn oft in den ungew&ouml;hnlichsten Momenten zu den ungew&ouml;hnlichsten Anl&auml;ssen an die ungew&ouml;hnlichsten Orte mit oft vielsagender Fracht, seien es ungew&ouml;hnliche Gegenst&auml;nde oder Personen. Man denke an den Transferflug einer Delegation ranghoher Politiker zu den High-Level-Gespr&auml;chen der Alliierten, seine Rolle als V.I.P.-Pilot zwischen Cairo und Teheran im November 1943 oder seine Funktion als Kommandeur einer in Tokyo stationierten Flieger-Staffel f&uuml;r Milit&auml;rtransporte unter anderem nach Indochina in den Jahren 1952-1954. <\/p><p>Prouty erfuhr durch diese T&auml;tigkeiten relativ direkt, wohin milit&auml;risches Ger&auml;t verfrachtet wurde, die Art und die Mengen, um die es sich handelte, und wozu es im Laufe der Jahre eingesetzt wurde. Und durch die vielen Gespr&auml;che w&auml;hrend dieser Fl&uuml;ge mit teils in hohen leitenden Funktionen t&auml;tigen Personen erlangte er ein breites Grundwissen &uuml;ber das geopolitische Operieren der USA.<\/p><p><strong>Vom Piloten zum Regierungsberater<\/strong><\/p><p>Ab 1955 arbeitete er als Verbindungsoffizier bei der U.S. Air Force und war damit beauftragt, eine Abteilung aufzubauen, die daf&uuml;r zust&auml;ndig sein sollte, die CIA geheim und weltweit mit allem zu versorgen, was diese f&uuml;r sogenannte Special Operations ben&ouml;tigte, sei es milit&auml;rische Ausr&uuml;stung oder Personal. Direkt dem Chief of Staff (Stabschef) der Air Force unterstellt, der wiederum im National Security Council (NSC) dem US-Pr&auml;sidenten direkt zuarbeitet, agierte er somit in Positionen knapp unter den&nbsp;F&uuml;hrungseliten (politisch, milit&auml;risch, geheimdienstlich) der USA. Er war f&uuml;r ca. zwei Jahre (um 1962, w&auml;hrend der Kennedy-Regierung) sogenannter Briefing Officer des Chairman&nbsp;of the Joint Chiefs of Staff Lyman Lemnitzer und insgesamt von 1955-1964 immer wieder als Briefing Officer t&auml;tig. Alleine seine Job-Beschreibung aus&nbsp;dem Vorwort der Fassung von 1972 spricht B&auml;nde:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;He (der Briefing Officer) is the man who sees the President, the Secretary, the Chairman of the Joint Chiefs of Staff almost daily, and who carries with him the most skillfully&nbsp;detailed information. He is trained by years of experience in the precise way to present that information to assure its effectiveness. He comes away day&nbsp;after day knowing more and more about the man he has been briefing and about what it is that the truly influential pressure groups at the center of&nbsp;power and authority are really trying to tell these key decision makers. In Washington, where such decisions shape and shake the world, the role of the&nbsp;regular briefing officer is critical.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>In dieser Funktion war er im Zentrum der Macht angekommen. Aber anders als die meisten Top-Leute wie ein Pr&auml;sident, die Minister oder h&ouml;chste Milit&auml;rs, die oft bei Regierungswechseln &uuml;ber Karrierespr&uuml;nge in ihre Positionen kommen, kannte er die innere Mechanik des Machtspiels von Pentagon, Wei&szlig;em Haus und CIA. Anders als die &bdquo;Karrieristen&ldquo; hatte er &uuml;ber mehrere Legislaturperioden hinweg kontinuierlich mit den selben Teams gearbeitet. Er wusste, wie diese Netzwerke die Karrieristen, die kamen und gingen, auf Spur brachten. Er hatte die nahezu unsichtbare Entwicklung der CIA unter ihrem ber&uuml;chtigten Leiter Allen Dulles selbst begleitet und hautnah miterlebt. <\/p><p><strong>Die CIA f&uuml;hrt Krieg in &bdquo;Friedenszeiten&ldquo;<\/strong><\/p><p>Anf&auml;nglich war die CIA als Intelligence Service gedacht, also einem Dienst, der die Nachrichten und Aktionen aller US-Geheimdienste auswerten und bis zu einem gewissen Grad koordinieren sollte. Allen Dulles und seinen Mitstreitern war es gelungen, diesen Dienst unter der Hand zu einer gigantischen Zentrale umzuwandeln, die eigenm&auml;chtig weltweit Special Operations ausf&uuml;hrte. Wobei &nbsp;Special Operations nur ein Synonym sind f&uuml;r alle m&ouml;glichen verdeckten Operationen bis hin zu gro&szlig;en milit&auml;rischen Eins&auml;tzen w&auml;hrend &bdquo;Friedenszeiten&rdquo;. Ex-P&auml;sident Truman (1945-1953) &auml;u&szlig;erte sich 1963 dazu einmal: &bdquo;I never had any thought that when I set up the CIA that it would be injected into peacetime cloak-and-dagger&nbsp;operations.&ldquo;&nbsp;<\/p><p>Ein &ldquo;Werkzeug&ldquo; war geschaffen worden, mit dem &uuml;berall auf der Welt milit&auml;risch eingegriffen werden konnte, ohne es nach au&szlig;en so aussehen zu lassen. Alles erfolgte unter dem Tarnmantel geheimer Operationen. Die CIA, die diese Operationen durchf&uuml;hrt, ist offiziell nur ein Nachrichtendienst. Prouty merkt dazu treffend an:&nbsp;&bdquo;The CIA&rsquo;s most important &sbquo;Cover Story&rsquo; is that of an &sbquo;Intelligence Agency&lsquo;.&ldquo;<\/p><p>Grunds&auml;tzlich ist es wichtig, die Bedeutung des Begriffes &bdquo;Cover&ldquo; in seinem vollen Umfang zu verstehen. Cover &ndash; das hei&szlig;t gem&auml;&szlig; Prouty nichts anderes als L&uuml;ge, &bdquo;&hellip;the CIA&rsquo;s official euphemism for not telling the truth&ldquo;.. Das ganze System ist derma&szlig;en durchdrungen von L&uuml;gen, heimlichem Getue und erfundenen Geschichten, dass manche Operationen genau daran scheitern. Ein groteskes Beispiel daf&uuml;r, auf das Prouty genauer eingeht, ist die Schweinebucht-Invasion in Kuba. Sie war einerseits als Operation viel zu gro&szlig;, um noch geheimgehalten zu werden. Andererseits waren die oberen F&uuml;hrungs- und Entscheidungsebenen so l&uuml;ckenhaft informiert, dass am Tag des Angriffs, als unvorhergesehene Probleme auftauchten, kein Entscheidungstr&auml;ger auf h&ouml;chster Ebene in der Not und Eile dazu zu bringen war, zus&auml;tzliche Unterst&uuml;tzung zu genehmigen. <\/p><p><strong>Wie man unbequeme Journalisten los wird<\/strong><\/p><p>Abstrus ist auch die Geschichte mit dem Hinterzimmer-B&uuml;ro im Pentagon: Es wurde eingerichtet, um sich eines Journalisten der &bdquo;New York Times&ldquo; zu entledigen, der nicht in der erw&uuml;nschten Art &uuml;ber den Vietnamkrieg berichtete. Dazu wurden im besagten B&uuml;ro eigens Hefter f&uuml;r den US-Pr&auml;sidenten angefertigt, die diesem zu seinen t&auml;glichen Briefings untergemischt wurden. In diesen Heftern wurden auf der einen Seite die Artikel des Journalisten eingeklebt, auf der gegen&uuml;berliegenden Seite wurden die Artikel durch das Pentagon mit gro&szlig;er Sorgfalt widerlegt. Die Mitarbeiter des Pentagon waren nat&uuml;rlich CIA-Personal. Eines Tages, wenige Wochen waren vergangen, griff der Pr&auml;sident zum Telefon und rief den Chefredakteur der &bdquo;New York Times&ldquo; an und gab diesem den Rat, dass es vielleicht besser w&auml;re, sich f&uuml;r die Berichterstattung &uuml;ber Indochina einen anderen Korrespondenten zu suchen. Alleine f&uuml;r eine solche Aktion wurden dutzende Leute herangezogen, alle m&ouml;glichen Daten wurden ausgewertet, wie z.B. Telegramme zwischen Saigon und Washington. Alles um eine glaubw&uuml;rdige Kritik zu erstellen.&nbsp;<\/p><p>Solche Erz&auml;hlungen, basierend auf eigenen Erfahrungen, hat Prouty zahllose in petto; aber nicht um Geheimdienstgeschichten &aacute; la &bdquo;007&ldquo; zu erz&auml;hlen, sondern um verst&auml;ndlich zu machen, was ein Au&szlig;enstehender nicht verstehen kann, der nie ein Teilnehmer dieser vertrackten Welt des Verwirrspiels war. Und selbst in dieser besagten Welt gibt es nur Wenige, die die Gesamtzusammenh&auml;nge wirklich verstehen k&ouml;nnen, da eine weitere Schutzfunktion die ist, was Prouty die &bdquo;Cellularization And Compartmentalization&ldquo; nennt, also eine derma&szlig;ene Zergliederung des Wissens &uuml;ber z.B. eine gr&ouml;&szlig;ere Operation, dass kaum einer die gesamte Aktion &uuml;berblicken kann.<\/p><p>Wie kann eine solch gigantische Einfluss-Krake funktionieren? Finanziert wird dieses Gebilde mit seinem schier unbegrenzten Wirkungsbereich nicht so sehr &uuml;ber das eigentliche Budget der CIA, oder, wie man es vielleicht auch schon &ouml;fter gelesen hat, &uuml;ber den Drogenhandel. Sicher, auch diese Gelder tragen zum Budget bei. Aber wirklich enorme Ausma&szlig;e nehmen die zur Verf&uuml;gung stehenden Mittel dadurch an, dass der CIA praktisch unbegrenzt die Ausr&uuml;stung, die operativen Strukturen und das Personal des US-Milit&auml;rs zur Verf&uuml;gung stehen. Die CIA muss hier zwar einige Prozedere mit Genehmigungsprozessen einhalten. Doch diese k&ouml;nnen wiederum durch die Geheimdienstt&auml;tigkeit zur Wahrung der eigenen Interessen beeinflusst werden. Das bedeutet: Die politischen und milit&auml;rischen F&uuml;hrungskr&auml;fte bis hinauf zum Joint Chief of Staff, dem Verteidigungsminister, dem Au&szlig;enminister, dem Pr&auml;sidenten &ndash; oder wer auch immer &uuml;berzeugt werden soll &ndash; werden durch fabrizierte Narrative so manipuliert, dass sie dem ihnen unterbreiteten Vorhaben schlie&szlig;lich zustimmen. Auch hier wiederum sind die Briefing Officers nat&uuml;rlich ein zentrales Bindeglied.&nbsp;<\/p><p><strong>Durch Manipulation ans Ziel<\/strong><\/p><p>Oft sind die Zustimmungen der oberen Entscheidungstr&auml;ger nicht wirklich umfassend, aber werden von den DCIs und Deputy DCIs (Direktor und Stellvertretender Direktor der CIA) in der Befehlskette bis hin zu den tats&auml;chlich Ausf&uuml;hrenden umgedeutet. So z.B. auch bei der erw&auml;hnten Schweinebucht-Invasion, zu der weder Eisenhower noch der oberste Milit&auml;r Lyman Lemnitzer (Chairman of Joint Chiefs of Staff) je ihre Zustimmung gegeben hatten, geschweige denn, dass sie die Ausma&szlig;e der Vorbereitungen kannten, die bereits stattfanden. Eisenhower hatte lediglich zugestimmt, eine begrenzte Anzahl von Exil-Kubanern zu trainieren und mit leichten Waffen auszustatten. Die CIA machte daraus eine Invasions-Armee mit kubanischen Piloten, die ausgebildet wurden, mit Bombern, f&uuml;r die eigens Milit&auml;rflugh&auml;fen in Guatemala und Nicaragua eingerichtet wurden sowie Schiffen zur Unterst&uuml;tzung und Landung der Invasionstruppen.<\/p><p>Das amerikanische Milit&auml;r mit seiner F&uuml;hrungszentrale verf&uuml;gt &uuml;ber nahezu alles, was die Macht-Gruppen begehren, die die Welt beherrschen wollen. Und wenn es etwas noch nicht gibt, dann kann das Milit&auml;r es erfinden und entwickeln lassen. Das Personal zu diesen weltweiten Aktionen wird der CIA &ldquo;geliehen&rdquo;. Der Armee-Angeh&ouml;rige bekommt eine zweite Identit&auml;t, ist im Dienste der CIA, beh&auml;lt aber meist die Tarnung &ndash; das Cover &ndash; seiner vorausgehenden Besch&auml;ftigung. Sp&auml;ter wechselt man vielleicht wieder zur&uuml;ck zum Milit&auml;r, doch das Herz bleibt oft beim CIA, beim &bdquo;Fun &amp; Games&ldquo;, wie es die Truppen der Special Operations nennen. Oder man &bdquo;swapt&ldquo; &ndash; und nun wird es interessant &ndash; offiziell zur&uuml;ck zur Armee oder auch an eine zivile Stelle beispielsweise in der Politik. Allerdings verdeckt &ndash; Under Cover &ndash; und so werden Institutionen von Politik, Milit&auml;r, Medien und anderen relevanten Organisationen der Gesellschaft bis in h&ouml;chste Positionen mit CIA-Getreuen infiltriert und bald wei&szlig; kaum noch einer, wer wo hingeh&ouml;rt. Prouty beschreibt diese Mechanismen streckenweise akribisch, wodurch die aberwitzigen Verflechtungen nachvollziehbar werden. Die ineinandergreifenden R&auml;dchen, die isoliert betrachtet vielleicht unsinnig erscheinen, verbinden sich zu einer begreifbaren, ja zwingenden Logik.<\/p><p><strong>Wer steuert die Geopolitik?<\/strong><\/p><p>Mit jedem Vorfall, von dem Prouty erz&auml;hlt, jedem R&auml;nkespiel, das er schildert, werden die Funktionsmuster der verdeckten Operationen der CIA klarer. Das Au&szlig;ergew&ouml;hnliche an Proutys Buch ist, dass er gleichzeitig immer wieder die geopolitischen Bez&uuml;ge der Geschehnisse in ihren jeweiligen historischen Situationen aufzeigt. So z.B. die Herg&auml;nge um den &bdquo;Absturz&rdquo; des Spionageflugzeugs U-2 und die unmittelbar daraufhin erfolgte Absage des im Fr&uuml;hjahr 1960 geplanten historischen Gipfeltreffens zwischen Eisenhower und Chruschtschow, das den Beginn einer umfassenden Friedensinitiative zwischen den beiden Machtbl&ouml;cken h&auml;tte markieren sollen. Wie man so ein Flugzeug im gew&uuml;nschten Moment am richtigen Ort zum &bdquo;Absturz&ldquo; bringt, wer das veranlassen kann und den eigentlichen Tathergang durch &bdquo;Cover&ldquo; (L&uuml;gengeschichten und Geheimhaltung) immer plausibel abstreiten kann (&bdquo;plausible Deniability&ldquo;), der h&auml;lt &nbsp;die eigentliche Steuerungsfunktion in seinen H&auml;nden. Nahezu unsichtbar wie an den F&auml;den einer Marionette steuert er die Aktionen der Entscheidungstr&auml;ger (und nicht nur die der USA) so, dass diese zu reinen Reaktionen auf das vor ihnen grandios inszenierte Schauspiel verk&uuml;mmern. Das Schauspiel selbst besteht etwa aus verdeckten Kampfeins&auml;tzen\/False Flag Aktionen (Special Forces), Medienmanipulation, Fake-Informationen, Finanztransaktionen etc.<\/p><p>Dabei verf&auml;llt Prouty jedoch nicht in die Behauptung, dass die CIA selbst die Macht hinter der eigentlichen Macht ist. Sondern die CIA ist vielleicht nur das zentrale Werkzeug dieser Kabale der Macht. Auch erw&auml;hnt er, dass es durchaus noch andere &bdquo;Werkzeuge&ldquo; gibt wie z.B. das FBI. Er behauptet nicht, die CIA ist die b&ouml;se Macht, die uns alle beherrschen will. Prouty will eigentlich verst&auml;ndlich machen, wie diese gesamte &bdquo;Machtapparatur&ldquo; wirkt. Die Dynamik, die sie antreibt, ist vielleicht am besten beschrieben mit einem Zitat aus dem letzten Kapitel des Buchs:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;It (the secret team) is a matrix that changes with the gestation of each new operation. It is a sinister device of opportunity and contrivance.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Mit &bdquo;The Secret Team&ldquo; erh&auml;lt man eine Art Entschl&uuml;sselungscode zur einer Parallelwelt, die den meisten normalerweise verborgen bleibt. Geschichten, die man ins Reich der Fantasie verbannen w&uuml;rde, werden nachvollziehbar und damit wirklich.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkungen zu den Ausgaben<\/strong><\/p><p>Die hier besprochene 3. Ausgabe von &bdquo;The Secret Team&ldquo; beginnt mit drei Einleitungen. Da ist zun&auml;chst die zur ersten Auflage von 1973, nach der das Buch nach zwei Jahren v&ouml;llig aus der &Ouml;ffentlichkeit getilgt war. Es verschwand angeblich aus den Buchl&auml;den &ndash; quasi &uuml;ber Nacht, selbst der Verleger wollte von dem Buch nichts mehr wissen. Der Taschenbuchverlag wechselte urpl&ouml;tzlich den Eigent&uuml;mer, der neue Verlags-Chef wollte weder von Prouty noch seinem Buch je geh&ouml;rt haben. Es musste erwiesenerma&szlig;en in Universit&auml;ten, Staatsbibliotheken und sogar der Library of Congress Exemplare gegeben haben. Doch es fanden sich nicht einmal mehr Eintr&auml;ge in den Bibliothekskatalogen. Alles gel&ouml;scht.<\/p><p>So gab es ca. 20 Jahre sp&auml;ter eine zweite Ausgabe und mit ihr eine zweite Einleitung. Prouty war zu jener Zeit beratend t&auml;tig f&uuml;r den Film &bdquo;JFK&ldquo; von Oliver Stone. Nach den Dreharbeiten ver&ouml;ffentlichte Prouty sein zweites Buch:&nbsp;&bdquo;JFK: The CIA, Vietnam, and the Plot to Assassinate John F. Kennedy&ldquo;. Es k&ouml;nnte sein, dass Prouty durch die vielen Gespr&auml;che, die er damals &uuml;ber das Thema JFK, CIA, Vietnamkrieg etc. gef&uuml;hrt hat, animiert war &ndash; und vielleicht hat auch Oliver Stone, der viel von Prouty h&auml;lt, diesen motiviert, &bdquo;The Secret Team&ldquo; ein weiteres Mal zu ver&ouml;ffentlichen.<\/p><p>Die dritte Ver&ouml;ffentlichung erfolgte dann 1998. Die Aufl&ouml;sung des Ostblocks nun schon einige Jahre zur&uuml;ckliegend, greift er in der dritten Einleitung ausf&uuml;hrlich die Urspr&uuml;nge und Auswirkungen einer zusammenwachsenden Welt auf, die in Initiativen schon seit Ende der Amtszeit Nixons unter dem griffigen Banner &bdquo;One World&ldquo; unter den Top-Eliten beschlossene Sache gewesen sein soll. In Veranstaltungen wie &bdquo;Industrial World Ahead&rdquo; oder im Rahmen der 1972 gegr&uuml;ndeten Organisation &bdquo;USA-USSR Trade and Economic Council&ldquo;, finanziert durch David Rockerfeller und Mitstreiter, kamen die Magnaten und das oberste F&uuml;hrungspersonal der USA und teilweise der ganzen Welt regelm&auml;&szlig;ig zusammen, um die Zukunft ebendieser zu besprechen. In einer Zeit, in der die global operierenden Konzerne mit globaler Kommunikation, globalem Transport und globaler Nahrungsmittelversorgung eng vernetzt nahezu unbeschr&auml;nkt wirken k&ouml;nnen, hat Big Business l&auml;ngst die Herrschaft &uuml;bernommen. Nationale Souver&auml;nit&auml;t existiert nicht mehr. <\/p><p>Treffend schreibt Prouty:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;We live in a world of big business, big lawyers, big bankers, even bigger money-men and big politicians. It is the world of &ldquo;The Secret Team&rdquo; and its&nbsp;masters. We are now, despite common mythology to the contrary, the most dependent society that has ever lived, and the future of the viability of that&nbsp;infrastructure of that society is unpredictable.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><em><a href=\"https:\/\/www.abebooks.com\/servlet\/BookDetailsPL?bi=22848655749&amp;searchurl=tn%3Dsecret%2Bteam%26sortby%3D17%26an%3Dl%2Bfletcher%2Bprouty&amp;cm_sp=snippet-_-srp1-_-title1\">The Secret Team: The CIA and Its Allies in Control of the United States and the World<\/a><\/em><br>\n<strong>L. Fletcher Prouty<\/strong><br>\nSkyhorse Publishing, United States (2011)<br>\nISBN: <a href=\"https:\/\/www.abebooks.com\/products\/isbn\/9781616082840\/22848655749&amp;cm_sp=snippet-_-srp1-_-PLP1\">1616082844<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Buch &bdquo;The Secret Team&ldquo; von L. Fletcher Prouty ist eine Art Code, der Zugang zu einer Parallelwelt verschafft, die den B&uuml;rgern normalerweise verborgen bleibt. Geschichten, die man ins Reich der Fantasie verbannen w&uuml;rde, werden nachvollziehbar und damit wirklich. Der Offizier, CIA-Agent und Regierungs-Berater Prouty hatte Einblicke in die innersten Zirkel der Macht und berichtet<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44360\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[208,11,174],"tags":[2156,1997,374,901,2102,2175,1368,1314],"class_list":["post-44360","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-rezensionen","category-strategien-der-meinungsmache","category-usa","tag-biographie","tag-dulles-allen","tag-eliten","tag-geheimdienste","tag-geostrategie","tag-interventionspolitik","tag-kuba","tag-tiefer-staat"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/44360","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=44360"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/44360\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":60007,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/44360\/revisions\/60007"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=44360"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=44360"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=44360"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}