{"id":4439,"date":"2010-01-06T08:58:10","date_gmt":"2010-01-06T07:58:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4439"},"modified":"2010-01-06T14:14:46","modified_gmt":"2010-01-06T13:14:46","slug":"hinweise-des-tages-1051","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4439","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Arbeitsmarkt; Lohndumping; Gewerkschaften im Abwehrkampf; Wirtschaftsweiser f&uuml;r Arbeitszwang; Steuerflucht au&szlig;er Kraft; gegen Boni ist kein Kraut gewachsen; die Krippen kippen; Vers&ouml;hnung sieht anders aus; was Bisch&ouml;fin K&auml;&szlig;mann wirklich predigte; Afghanistan: Thesen zu einem sinnlosen Krieg; freie Berichterstattung sieht anders aus. (JK\/WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Arbeitsmarkt im Dezember 2009<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Michael Schlecht: Schluss mit dem Lohndumping<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Lohnpolitik &ndash; Das Fingerhakeln beginnt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">IG Metall: Das Vier-Punkte-Paket f&uuml;r sichere Arbeitspl&auml;tze<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Wirtschaftsweiser: Alle Bezieher von Hartz IV sollen daf&uuml;r arbeiten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Deutsches Steuerflucht-Gesetz nur noch Papiertiger<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Deutsche Bank: Milliardengewinn<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Commerzbanker forderten deutlich h&ouml;here Geh&auml;lter<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Die meisten Banken wollen Super-Steuer auf Boni kompensieren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Eben Sperrm&uuml;ll, jetzt Sch&auml;tze?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Finanzmisere: Krippen-Garantie steht auf der Kippe<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Unternehmen Stadt: Wenn &ouml;ffentlicher Raum in Renditeanlagen verwandelt wird<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Vers&ouml;hnung sieht anders aus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">CDU, CSU und FDP k&auml;mpfen ums &Uuml;berleben<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Nochmals: Neujahrspredigt von Bisch&ouml;fin K&auml;&szlig;mann<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">J&uuml;rgen Todenh&ouml;fer: Der Bumerang &ndash; Thesen zu einem sinnlosen Krieg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Nochmals: Berichterstattung Klimagipfel<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=4439&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Arbeitsmarkt im Dezember 2009<\/strong><br>\nIm Dezember 2009 wurden von der Statistik der BA insgesamt 3,276 Millionen Arbeitslose registriert, 173.000 bzw. 5,6% mehr als im Dezember 2008. Von diesen 3,276 Millionen Arbeitslosen waren 1,111 Millionen (33,9%) im Rechtskreis SGB III und 2,165 Millionen (66,1%) im Rechtskreis SGB II (Hartz IV) registriert.<br>\nAls Arbeitsuchende waren im Dezember 2009 insgesamt 6,053 Millionen Frauen und M&auml;nner registriert, 415.500 (7,4%) mehr als im Dezember 2008.<br>\nNach vorl&auml;ufigen, hochgerechneten Daten hatten 1,149 Millionen (arbeitslose und nicht arbeitslose) Frauen und M&auml;nner Anspruch auf das beitragsfinanzierte Arbeitslosengeld (SGB III) und 4,896 Millionen Anspruch auf Arbeitslosengeld II. Bereinigt um die Zahl der etwa 120.000 sog. Aufstocker (gleichzeitiger Bezug von Arbeitslosengeld und Arbeitslosengeld II) hatten im Dezember 2009 etwa 5,925 Millionen erwerbsf&auml;hige Frauen und M&auml;nner Anspruch auf Arbeitslosengeld (SGB III) bzw. Arbeitslosengeld II.<br>\nVergleich zum Vormonat: Die registrierte Arbeitslosigkeit ist im Dezember 2009 im Vergleich zum Vormonat (genauer: von Mitte November bis Mitte Dezember 2009) um 60.100 gestiegen. Im Dezember des Vorjahres stieg die Zahl der Arbeitslosen um 113.600 (2008), im Dezember 2007 um 27.600 und im Dezember 2006 um 12.500. Die Zahl der Arbeitsuchenden stieg im Dezember 2009 im Vergleich zum Vormonat um 70.000 auf 6,053 Millionen. Im Dezember 2008 stieg die Zahl der Arbeitsuchenden im Vormonatsvergleich um 154.000 auf 5,638 Millionen.<br>\nQuelle 1: <a href=\"upload\/pdf\/100106_Hinweise_alo1209t.pdf\">Bremer Institut f&uuml;r Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe (BIAJ) [PDF &ndash; 553 KB]<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.arbeitsagentur.de\/nn_27030\/zentraler-Content\/Pressemeldungen\/2010\/Presse-10-001.html\">Bundesagentur f&uuml;r Arbeit<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> &bdquo;Anstieg geringer als erwartet&ldquo;, so oder so &auml;hnlich lauteten heute die &Uuml;berschriften und sollen damit die bittere Zahlen besch&ouml;nigen. F&auml;llt Ihnen nicht auch auf, dass damals, als die Arbeitslosenzahlen ein wenig zur&uuml;ckgingen, von den Agenda-Politikern dies ganz selbstverst&auml;ndlich als Erfolg ihrer Arbeitsmarkt-&bdquo;Reformen&ldquo; gefeiert wurde? F&uuml;r den Anstieg ist nun wieder ausschlie&szlig;lich die Krise verantwortlich und es wird wieder einmal so getan, als habe die Deregulierung und die Finanzmarktpolitik der letzten Jahre mit der Krise rein gar nichts damit zu tun. Was tut eigentlich die Regierung abgesehen vom Kurzarbeitergeld zum Erhalt oder zum Aufbau von Arbeitspl&auml;tzen? An dieses Wachstumsbeschleunigungsgesetz glaubt sie ja wohl selbst nicht.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Michael Schlecht: Schluss mit dem Lohndumping<\/strong><br>\nEs hei&szlig;t, die Rezession sei beendet, es gehe wieder voran, kurz: Optimismus vielerorts. Wirtschaftsforscher, Bundesbanker und Regierung verk&uuml;nden ein Wirtschaftswachstums von rund 1,5 Prozent f&uuml;r dieses Jahr. Selbst wenn es so k&auml;me, w&auml;ren wir nicht aus der Krise heraus. Um 115 Milliarden Euro ist die Wirtschaft letztes Jahr in den Keller gerauscht. Auch wenn es mit j&auml;hrlichen Steigerungen von 1,5 Prozent wieder aufw&auml;rts gehen sollte, m&uuml;sste das Land erst m&uuml;hsam die Stufen der Kellertreppe hochkrabbeln. Fr&uuml;hestens 2013 k&ouml;nnte der Wert von Produktion und Dienstleistungen des Jahres 2008 wieder erreicht werden. Sollte es schlechter laufen, droht ein verlorenes Jahrzehnt. In den Betrieben wird jahrelang weniger zu tun sein als vor der Krise und weniger Arbeit bedeutet weniger Arbeitspl&auml;tze. Die Arbeitslosigkeit wird wachsen. Ein Anstieg um eine Million wird f&uuml;r das n&auml;chste Jahr bef&uuml;rchtet.<br>\nDie Arbeitslosigkeit liegt heute schon deutlich h&ouml;her als die gemeldeten 3,3 Millionen. Denn mehr als eine Million Arbeitslose werden einfach nicht mitgez&auml;hlt. Der neueste Trick: Arbeitslose, die von privaten Vermittlern betreut werden, fallen aus der Statistik raus. So sind im letzten Halbjahr 200 000 Arbeitslose &bdquo;verschwunden&ldquo;. Deshalb behauptet die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit zu Unrecht, die Arbeitslosigkeit gehe zur&uuml;ck. Ein tats&auml;chlicher Puffer f&uuml;r den Arbeitsmarkt ist hingegen die Kurzarbeit. Sie hat bislang 500 000 Vollzeitstellen gesichert, denn die Unternehmer hielten bis zur Bundestagswahl bewusst still. Reinhold W&uuml;rth, der mit seinem gleichnamigen Schrauben- Konzern Milliard&auml;r geworden ist, bekr&auml;ftigt, dass Personal abgebaut wird: &bdquo;Mit Kurzarbeit l&auml;sst sich den &Uuml;berkapazit&auml;ten nicht beikommen.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/kommentare\/Arbeitslosigkeit-Lohnsteigerung-Binnennachfrage-Linke;art141,2993663?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Man ist es allm&auml;hlich leid, auf die Winkelzuge der BA hinzuweisen, mit denen die Statistik gesch&ouml;nt wird. Es sind ja nicht nur die Arbeitslosen, die von privaten Vermittlern betreut werden, die aus der Statistik herausfallen. Eigentlich m&uuml;sste man alle Besch&auml;ftigten, die auf staatliche Unterst&uuml;tzung angewiesen sind, also z.B. Minijobs oder Arbeitslose in Weiterbildungsma&szlig;nahmen, als arbeitslos einstufen &ndash; und nat&uuml;rlich die stille Reserve. In Richtung der tats&auml;chlichen Arbeitslosenzahl verweist die Zahl der Unterbesch&auml;ftigten in der Statistik der BA. Die Zahl der Unterbesch&auml;ftigten setzt sich zusammen aus den gesetzlich definierten Arbeitslosen und den Teilnehmern an Arbeitsmarktma&szlig;nahmen, wie beispielsweise berufliche Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten, Arbeitsbeschaffungsma&szlig;nahmen, Gr&uuml;ndungszuschuss, Altersteilzeit. Die Zahl der Unterbesch&auml;ftigten ohne Kurzarbeit betrug im Dezember 4.493.458.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Lohnpolitik &ndash; Das Fingerhakeln beginnt<\/strong><br>\nKurz vor Beginn der diesj&auml;hrigen Lohnverhandlungen fordern f&uuml;hrende neoliberale &Ouml;konomen Lohnzur&uuml;ckhaltung &ndash; mal wieder. Damit zeigen sie, dass sie nichts aus der Krise gelernt haben, kontern keynesianisch orientierte &Ouml;konomen.<br>\nTats&auml;chlich haben wirtschaftsliberale Forscher gemeinsam mit Unternehmensvertretern in den vergangenen Jahren immer wieder f&uuml;r niedrige Lohnabschl&uuml;sse geworben. Auch in diesem Jahr empfehlen sie dieses Rezept: &ldquo;Ein zu kr&auml;ftiger Schluck aus der Lohnpulle w&uuml;rde die vorsichtige Erholung unserer Wirtschaft wieder sehr rasch abw&uuml;rgen&rdquo;, warnt etwa Klaus Zimmermann, Pr&auml;sident des Deutschen Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung (DIW).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/2184683_Lohnpolitik-Das-Fingerhakeln-beginnt.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Schauen Sie einfach einmal in die Hinweise vom 4. August 2009; dort finden Sie die gleiche Kontroverse. Oder googeln Sie mal die Jahreswirtschaftsberichte oder die Konjunkturgutachten der letzten Jahre. Egal wie die Wirtschaft verl&auml;uft, Lohnsenkungen geh&ouml;ren zum Standardrat der Mainstream-&Ouml;konomen.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Gewerkschaften befassen sich mit ganz anderen Themen:<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>IG Metall: Das Vier-Punkte-Paket f&uuml;r sichere Arbeitspl&auml;tze<\/strong><br>\nIm Dezember haben die IG Metall-Bezirke mit den regionalen Arbeitgeberverb&auml;nden Gespr&auml;che dar&uuml;ber angefangen, was in Sachen Besch&auml;ftigungssicherung machbar ist. Im Januar wird die Gewerkschaft kl&auml;ren, wie es weiter gehen kann.<br>\nEntlassungen vermeiden, die Arbeitspl&auml;tze erhalten&nbsp;&ndash; das hat f&uuml;r die IG Metall im neuen Jahr absolute Priorit&auml;t. Die Arbeitgeber m&uuml;ssen ihren Teil beisteuern, Besch&auml;ftigung zu sichern und einem Verlust qualifizierter Fachkr&auml;fte vorzubeugen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.igmetall.de\/cps\/rde\/xchg\/SID-0A456501-36F8706B\/internet\/style.xsl\/view_2897.htm\">IG Metall<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Man mag auf der makro&ouml;konomischen Ebene Lohnerh&ouml;hungen f&uuml;r das einzig m&ouml;gliche Mittel halten, um die Binnennachfrage zu steigern, nur, dazu brauchen Gewerkschaften die politische Unterst&uuml;tzung. Da diese fehlt, ist es kein Wunder, dass ihnen das Hemd n&auml;her liegt als der Rock.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Wirtschaftsweiser: Alle Bezieher von Hartz IV sollen daf&uuml;r arbeiten<\/strong><br>\nDer Wirtschaftsweise Wolfgang Franz spricht sich f&uuml;r die K&uuml;rzung des Arbeitslosengelds II um 30 Prozent aus. Im Interview mit WELT ONLINE verteidigt der Berater der Bundesregierung den Vorschlag, Hartz IV auf 251 Euro zu senken. Franz erkl&auml;rt, warum alle Arbeitslosen f&uuml;r staatliche Leistungen auch arbeiten sollen.<br>\nWELT ONLINE: Der gr&ouml;&szlig;te Haushaltsposten sind die Sozialausgaben &ndash; wird es dort Einschnitte geben?<br>\nFranz: Bis zum Einsetzen der Schuldenbremse 2016 muss die Regierung 37 Milliarden Euro sparen, dabei sind allerdings die in Aussicht gestellten 24 Milliarden Steuererleichterungen aus dem Koalitionsvertrag noch nicht mal enthalten. Das ist ein gewaltiger Brocken. Die FDP hat vor der Wahl vorgerechnet, wie man in den &ouml;ffentlichen Haushalten zehn Milliarden Euro einsparen k&ouml;nnte. Das reicht von Staatssekret&auml;rstellen in Ministerien bis zu Polizeiorchestern. Das w&auml;re ein Anfang.<br>\nWELT ONLINE: Wird die Regierung ohne Steuererh&ouml;hungen auskommen?<br>\nFranz: Ich bin immer daf&uuml;r, zuerst die Ausgaben zu senken. Erst wenn das nicht mehr hilft, sollten h&ouml;here Einnahmen angestrebt werden. Aber das kann unerw&uuml;nschte Folgen mit sich ziehen. Wenn die Bundesregierung beispielsweise h&ouml;here Einkommen st&auml;rker besteuert, haben gut verdienende Fachkr&auml;fte weniger Anreize, mehr zu arbeiten. Das k&ouml;nnte das Wachstum langfristig dr&uuml;cken &hellip;<br>\nWELT ONLINE: Sie wollen den Hartz-IV-Regelsatz von 359 auf 251 Euro senken. Auch zur Konsolidierung?<br>\nFranz: Das hat mit Konsolidierung nichts zu tun. Es geht darum, das Arbeitslosengeld II weiterzuentwickeln. Empf&auml;nger sollen leichter hinzuverdienen k&ouml;nnen, gleichzeitig sollen aber alle Bezieher von Arbeitslosengeld II f&uuml;r diese Transferzahlungen arbeiten. Denn die Verk&auml;uferin im Supermarkt finanziert diese F&uuml;rsorgeleistung &uuml;ber ihre Steuern mit und erwartet zu Recht, dass Empf&auml;nger daf&uuml;r eine Gegenleistung erbringen. (Anmerkung WL: Das Einkommen der Verk&auml;uferin liegt in aller Regel so niedrig, dass sie gar keine Einkommensteuer bezahlt.)<br>\nWELT ONLINE: Und daf&uuml;r soll erst einmal das Arbeitslosengeld II gesenkt werden?<br>\nFranz: Nur im Rahmen einer Paketl&ouml;sung, n&auml;mlich als zielf&uuml;hrendes Kombilohnmodell. Zum einen sollen Arbeitslose von dem, was sie hinzuverdienen, mehr behalten k&ouml;nnen. Bisher bleiben ihnen 20 Prozent vom Hinzuverdienst, k&uuml;nftig sollten es 50 Prozent sein. Zum anderen wird aber das Arbeitslosengeld II um 30 Prozent gek&uuml;rzt.<br>\nWELT ONLINE: Bessere Hinzuverdienstm&ouml;glichkeiten werden aber nur diejenigen freuen, die auch tats&auml;chlich eine Stelle finden &hellip;<br>\nFranz: Das stimmt, aber wir haben eine Sicherung eingebaut: Wer auf dem regul&auml;ren Arbeitsmarkt keine Stelle findet, soll bei Kommunen oder Wohlfahrtsverb&auml;nden angestellt werden, um damit seine Bez&uuml;ge aufzubessern, und eine Arbeitsgelegenheit erhalten, bei der er bis zur H&ouml;he des ungek&uuml;rzten Regelsatzes hinzuverdienen kann.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article5730959\/Alle-Bezieher-von-Hartz-IV-sollen-dafuer-arbeiten.html\">WELT Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> So viel zum &bdquo;Wirtschaftsexperten&ldquo; Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang Franz. Plattester neoliberaler Dogmatismus. Man wundert sich nur, weshalb die Menschen in Deutschland die zynische Verachtung eines saturierten und als Beamter auf Lebenszeit aller materieller Sorgen ledigen Professors einfach hinnehmen. So denkt die &bdquo;Elite&ldquo; in Deutschland. Sarrazin l&auml;sst gr&uuml;&szlig;en. Damit sollte auch klar sein, was von den so genannten Wirtschaftsweisen zu halten ist.<br>\nDer Lacher zum Schluss: Schon einmal, 1994, wurde Wolfgang Franz auf Empfehlung der Gewerkschaften in den Sachverst&auml;ndigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung berufen.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung WL:<\/strong> Man k&ouml;nnte auch von Zwangsarbeit mit Lohn in H&ouml;he des ungek&uuml;rzten Regelsatzes bei Kommunen und Wohlfahrtsverb&auml;nden spreche. So kann man dann regul&auml;re Arbeit ersetzen und Geld bei den klammen Kommunen und Sozialeinrichtungen sparen. Vgl. die <a href=\"http:\/\/www.verbaende.com\/News.php4?m=66366\">Stellungnahme der Volkssolidarit&auml;t<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Deutsches Steuerflucht-Gesetz nur noch Papiertiger<\/strong><br>\nDas Finanzministerium sieht keine Steueroasen. Nach Auffassung des deutschen Finanzministeriums sind die schlimmsten Steueroasen ausgetrocknet. Es setzt deshalb das umstrittene Gesetz zur Bek&auml;mpfung der Steuerflucht au&szlig;er Kraft. Das Gesetz hatte einst auch auf die Schweiz gezielt.<br>\nDas in Deutschland lange umstrittene und erst k&uuml;rzlich beschlossene sch&auml;rfere Gesetz gegen Steuerflucht bleibt vorerst nur eine Drohung. Es kommt nicht zur Anwendung, weil es aus Sicht des Finanzministeriums derzeit keine solchen Steueroasen gibt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/wirtschaft\/aktuell\/deutsches_steuerflucht-gesetz_nur_noch_papiertiger_1.4445828.html\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Das ist nur noch l&auml;cherlich. Ein Schelm wer B&ouml;ses dabei denkt. Eindeutiger l&auml;sst sich gar nicht zeigen, welche Klientel hier gesch&uuml;tzt werden soll. Es langweilt schon, aber trotzdem, einerseits werden Menschen wegen absoluter Bagatellen entlassen und ihrer Existenzgrundlage beraubt, und auf der anderen Seite dr&uuml;ckt die Bundesregierung bei wirklich kriminellen Handlungen, bei der Allgemeinheit Schaden in Millionenh&ouml;he entsteht, beide Augen zu.<br>\nDer Witz ist eigentlich der, dass&nbsp;die OECD-Standards viel zu kurz greifen. Ein Informationsaustausch wegen einer Steuerhinterziehung ist nach OECD-Regeln erst &uuml;ber eine begr&uuml;ndete Anfrage m&ouml;glich. Und hier liegt der Haken, denn die &Auml;mter wissen nur selten, in welcher Steueroase sie &uuml;berhaupt nach welchem Fl&uuml;chtigen suchen sollen. Da bietet der Schattenfinanzindex der Nichtregierungsorganisation Tax Justice Network (Netzwerk f&uuml;r Steuergerechtigkeit) weitaus anspruchsvollere Kriterien als die OECD und holt einige Finanzpl&auml;tze aus dem Schatten, die nicht so gel&auml;ufig sind. So haben die IKB und die Sachsen LB ihre hochriskanten Finanzgesch&auml;fte, mit denen sie Pleite gingen, u.a. in Delaware get&auml;tigt, dem Spitzenreiter auf dem Schattenindex. Nur so am Rande: Delaware ist der Staat mit dem h&ouml;chsten Pro-Kopf-Einkommen in den USA.<br>\nHier Informationen zum <a href=\"http:\/\/www.taxjustice.net\/cms\/front_content.php?idcat=2&amp;idart=2&amp;client=1&amp;changelang=2\">Netzwerk f&uuml;r Steuergerechtigkeit<\/a> und hier zum <a href=\"http:\/\/www.financialsecrecyindex.com\/\">Index<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung WL:<\/strong> Jetzt fehlt nur noch, dass die bisherigen Ermittlungsverfahren eingestellt werden, dann k&ouml;nnten die Steuerhinterzieher vollends aufatmen. Leider wird man wohl nie erfahren, wie viel Spendengelder f&uuml;r dieses &bdquo;Au&szlig;erkraftsetzen&ldquo; eines vom Parlament beschlossenen Gesetzes geflossen sind. Der Finanzminister hat sicher daraus gelernt, dass er unvorsichtigerweise dereinst einfach einen Briefumschlag in Empfang genommen hat. Und das Parlament nimmt es ganz einfach hin, dass seine Gesetze per ordre des Finanzministers au&szlig;er Kraft gesetzt werden.<\/em><\/p>\n<p><em>Vielleicht sollte Herr Sch&auml;uble sich dies einmal anschauen:<\/em><\/p>\n<p><strong>Attac k&auml;mpft gegen Steuerflucht<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.attac.de\/aktuell\/steuerflucht\/start\/\">Attac<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Deutsche Bank: Milliardengewinn<\/strong><br>\nDie Deutsche Bank verdient ordentlich und Josef Ackermann verspr&uuml;ht wieder Zuversicht. Geschichte ist hingegen die Beteiligung an Daimler.<br>\nDie Zuversicht w&auml;chst: Die Deutsche Bank ist vergleichsweise sicher durch die Krise gesteuert und hat im dritten Quartal in einigen Bereichen so viel verdient wie nie zuvor.<br>\nDabei profitierte das Institut vor allem von dem ungebremsten Kapitalhunger von Staaten und Firmen. In dem vergleichsweise riskanten Kerngesch&auml;ft verdiente das Institut im dritten Quartal fast eine Milliarde Euro &ndash; trotz eines weiteren Abbaus von Risikopositionen. Im Vorjahreszeitraum standen hier noch Verluste von 789 Millionen Euro zu Buche. Die Zahlen spiegeln die Ergebnisse gro&szlig;er Rivalen aus Gro&szlig;britannien, der Schweiz und den USA, die im Investmentbanking auch wieder Milliardengewinne machen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/finanzen\/311\/492666\/text\/\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Das Casino l&auml;uft wieder auf Hochtouren. Warum steht die Deutsche Bank wohl so pr&auml;chtig da? Das vergangene Jahr war mit Sicherheit eines der sch&ouml;nsten f&uuml;r alle Bankmanager, vulgo: Zocker und Spekulanten. Wann gab es schon jemals so ein todsicheres Gesch&auml;ftsmodell? Ohne jede Verantwortung nach Herzenslust zocken, und wenn es schief geht, begleicht der Steuerzahler die Zeche.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung WL:<\/strong> Das ist wirklich ein tolles Gesch&auml;ft: Da muss der Staat f&uuml;r die Bankenrettung Schulden aufnehmen und die Deutsche Bank leiht ihm dazu das Geld mit der &uuml;blichen Verzinsung, Geld, das sie von der Zentralbank zu niedrigsten Zinss&auml;tzen erh&auml;lt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Commerzbanker forderten deutlich h&ouml;here Geh&auml;lter<\/strong><br>\nDie Spitzen-Manager der staatlich gest&uuml;tzten Commerzbank wollten h&ouml;here Bez&uuml;ge. Ihre Geh&auml;lter sind wegen der staatlichen Finanzspritzen auf 500.000 Euro im Jahr gedeckelt. Aufsichtsratschef Klaus-Peter M&uuml;ller hatte versucht, 50 Prozent h&ouml;here Geh&auml;lter durchzusetzen. Am Ende kam ein Kompromiss heraus.<br>\nDie Commerzbank hat vergeblich versucht, die Gehaltsauflagen f&uuml;r ihre Spitzen-Manager zu lockern. Nach Informationen von WELT ONLINE hat sich Aufsichtsratschef Klaus-Peter M&uuml;ller im Dezember gegen eine Verl&auml;ngerung des Gehaltslimits von 500.000 Euro f&uuml;r Vorst&auml;nde ausgesprochen und h&ouml;here Bez&uuml;ge vorgeschlagen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article5736373\/Commerzbanker-forderten-deutlich-hoehere-Gehaelter.html\">WELT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Besonders gut gef&auml;llt mir das Photo. Es gibt halt doch noch Menschen, die gut lachen haben und voller Optimismus in die Zukunft schauen k&ouml;nnen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Die meisten Banken wollen Super-Steuer auf Boni kompensieren<\/strong><br>\nJosef Ackermann hatte im Dezember vorgelegt: Der Deutsche-Bank-Chef k&uuml;ndigte eine Kompensation der Londoner Investmentbanker f&uuml;r die britische Super-Steuer auf Boni an. Nach einem Zeitungsbericht wird das Gros der Konkurrenten dem Beispiel folgen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,druck-670334,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Es gibt offenbar kein Gesetz, das nicht von den Bankstern ausgeh&ouml;hlt werden k&ouml;nnte. 25.000 Pfund sind ja auch wirklich nur Peanuts.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung WL:<\/strong> Der Bund hat bis Anfang 2009 18,2 Milliarden &euro; f&uuml;r die Rettung der Commerzbank ausgegeben. Er hat zugleich 25 % plus eine Aktie an dieser Bank erworben. 25 % ist gemessen an dem geflossenen Geld ausgesprochen wenig. Der Betrag von 18,2 Milliarden betrug das Vierfache des damals aktuellen Marktwertes der gesamten Commerzbank, 1,8 Milliarden &euro; h&auml;tten gereicht, um die 25 % zu kaufen. Der Bund hat das Zehnfache bezahlt und belohnt damit die bisherigen Aktion&auml;re &ndash; und der Vorstand will nun auch noch mehr Gehalt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Eben Sperrm&uuml;ll, jetzt Sch&auml;tze?<\/strong><br>\nDer Finanzmarkt hat sich nicht ver&auml;ndert: Die n&auml;chste Spekulationsblase kommt bestimmt. Die internationale Politik hat den historischen Moment verpasst, die Rahmenbedingungen zu &auml;ndern.<br>\nDaheim, auf dem Dachboden oder im Keller, finden sich zuweilen richtige Sch&auml;tze. Nein, keine Koffer mit Goldst&uuml;cken, aber schon dies und das, was sich auf dem Flohmarkt oder bei Ebay zu Geld machen l&auml;sst.<br>\nBei den Banken ist es nicht grunds&auml;tzlich anders &ndash; im Krisenjahr 2009 landete ziemlich viel in den Abstellr&auml;umen. Im neuen Jahr komme der Handel mit faulen Krediten wieder in Gang, hei&szlig;t es nun in der Branche. Und das kann man als gute Nachricht sehen: Papiere, die gestern nichts mehr wert waren, sollen jetzt doch noch verkauft werden k&ouml;nnen. Vielleicht wird so manche Staatsb&uuml;rgschaft &uuml;berfl&uuml;ssig, vielleicht hilft der Markt am Ende doch noch bei der L&ouml;sung der Finanzkrise.<br>\nDoch die wichtigste Frage ist derzeit nicht, ob das Ger&uuml;mpel im Keller zu Geld gemacht werden kann. Entscheidender ist, dass zu viele Banken noch gar nicht konsequent ausgemistet haben. In den Bilanzen schlummern unabsch&auml;tzbare Risiken, die jederzeit neue Beben an den Finanzm&auml;rkten ausl&ouml;sen k&ouml;nnen. Der Sperrm&uuml;ll steht gleichsam noch im Wohnzimmer.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/kommentare\/Finanzkrise-faule-Kredite-Banken;art141,2992576?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Finanzmisere: Krippen-Garantie steht auf der Kippe<\/strong><br>\nGerade ein Jahr ist das Gesetz in Kraft. Doch schon steht der Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz f&uuml;r Kleinkinder ab dem Jahr 2013 auf der Kippe. &ldquo;Diese Garantie wird nicht einzul&ouml;sen sein&rdquo;, warnte Gerd Landsberg, der Hauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrer des Deutschen St&auml;dte- und Gemeindebundes gestern. &ldquo;Ohne weitere Finanzhilfe werden es die Kommunen nicht bew&auml;ltigen k&ouml;nnen, den Rechtsanspruch umzusetzen, so sehr sie sich auch anstrengen&rdquo;, best&auml;tigte sein Kollege Stephan Articus vom Deutschen St&auml;dtetag.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/2184768_Finanzmisere-Krippen-Garantie-steht-auf-der-Kippe.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Mal sehen, was durch den Steuersenkungswahn der FDP noch alles auf der Strecke bleibt?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Unternehmen Stadt: Wenn &ouml;ffentlicher Raum in Renditeanlagen verwandelt wird<\/strong><br>\nIn den letzten Jahren kam Bewegung in verschiedene Stadtteile bundesrepublikanischer (Gro&szlig;-) St&auml;dte &ndash; nicht von unten, sondern von ganz oben: So k&auml;mpfen seit ein paar Jahren in Berlin Initiativen gegen eines der gr&ouml;&szlig;ten Investorenprojekte, entlang der Spree Kommunikations- und Medienunternehmen (&ldquo;Mediaspree&rdquo;) anzusiedeln. In Hamburg hat die K&uuml;nstlerszene einen Teil des zum Abriss freigegebenen Terrains besetzt, um gegen die Umstrukturierung eines ganzen Viertels zu protestieren &ndash; mit Erfolg: Die Stadt Hamburg hat dieses Areal vor Kurzem von den Inverstoren zur&uuml;ckgekauft, um es als &ldquo;weichen Standortfaktor&rdquo; zu verwerten. In Hanau geht die Stadt soweit, &ouml;ffentliche Geb&auml;ude, st&auml;dtische Wohnungen und Pl&auml;tze im Innenstadtbereich en bloc, mit &ldquo;Mann und Maus&rdquo; an den meistbietenden Investor zu verkaufen. In Frankfurt soll st&auml;dtisches Eigentum, das Universit&auml;tsgel&auml;nde in Bockenheim f&uuml;r eine &ldquo;gr&uuml;ne&rdquo; Bebauung abgerissen und weitgehend an Investoren verkauft werden. Seitdem geistert das Wort &ldquo;Gentrifizierung&rdquo; durch dunkle Ecken und Hochhausschluchten vieler Gro&szlig;st&auml;dte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/bin\/tp\/issue\/r4\/dl-artikel2.cgi?artikelnr=31666&amp;mode=print\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Vers&ouml;hnung sieht anders aus<\/strong><br>\nErika Steinbach verlangt f&uuml;r sich und ihren Verband nicht weniger, sondern mehr Macht im Stiftungsrat des k&uuml;nftigen Dokumentationszentrums. Au&szlig;erdem will sie sich nicht nur der politischen Kontrolle, sondern auch der wissenschaftlichen Aufsicht entziehen. Das Deutsche Historische Museum soll nicht mehr Tr&auml;ger der Ausstellungs- und Dokumentationsarbeit im Haus am Anhalter Bahnhof sein. Au&szlig;erdem m&ouml;chte Frau Steinbach die Zustimmung der Bundesregierung zur Benennung der drei Vertriebenenvertreter im Stiftungsgremium abschaffen. Und es sollen k&uuml;nftig mehr als drei Personen den Bund der Vertriebenen repr&auml;sentieren, in dem sich 21 Landsmannschaften organisiert haben.<br>\nNein, Erika Steinbach will mit ihrer als Nachgeben getarnten Eskalation alles wieder auf Anfang stellen. Nachdem die SPD nicht mehr in der Regierung ist, glaubt sie, ihre urspr&uuml;nglichen Maximalforderungen durchpauken zu k&ouml;nnen. Daf&uuml;r spricht auch die verbale Aufr&uuml;stung in der Erkl&auml;rung Steinbachs. Ihre Wortwahl erinnert an &uuml;berwunden geglaubte Sprachbilder der Vertriebenenverb&auml;nde.<br>\nErika Steinbach sollte endlich aufh&ouml;ren, ihr ganz pers&ouml;nliches Machtstreben mit dem Schicksal einer ganzen Generation zu verwechseln.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/kommentare\/Erika-Steinbach;art141,2993813?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagespiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Da erpresst eine machtgierige Dame, die von sich behauptet, 15 Millionen Vertriebene zu vertreten (von denen aber nur noch wenige am Leben sein d&uuml;rften), den Gesetzgeber. Das m&uuml;hselig ausgehandelte Stiftungsgesetz m&uuml;sste ge&auml;ndert werden. Das Ziel ist eindeutig: Die Vertriebenenfunktion&auml;re wollen das Sagen haben, die wissenschaftliche Begleitung soll herausgedr&auml;ngt und der verbandspolitischen Agitation T&uuml;r und Tor ge&ouml;ffnet werden. Vers&ouml;hnung mit dem polnischen Nachbarn als Umkehrung der T&auml;terrolle in die Opferrolle?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>CDU, CSU und FDP k&auml;mpfen ums &Uuml;berleben<\/strong><br>\nSie h&auml;tten es wissen m&uuml;ssen. CDU, CSU und FDP h&auml;tten sich dar&uuml;ber im Klaren sein m&uuml;ssen, dass ihre Regierungspartnerschaft nicht so leicht wird. Doch das hilft jetzt wenig. Der Kampf um die b&uuml;rgerliche Mitte ist voll entbrannt. Damit erschweren sich die Parteien das Koalitionsgesch&auml;ft und frustrieren die W&auml;hler.<br>\nDie drei schwarz-gelben Koalitionspartner &ndash; oder sollte es treffender hei&szlig;en: Kollisionspartner? &ndash; geben drei Monate nach der Bundestagswahl ein famoses Bild ab. Es kann ihnen vor dem 27. September 2009 doch schlechterdings nicht ganz entgangen sein, welche Positionen sie im Wahlkampf eingenommen hatten.<br>\nDie FDP musste damit rechnen, dass eine CDU, die aus dem schwarz-roten Zweckb&uuml;ndnis ohne nennenswerte Stimmenverluste hervorgegangen war, dies nicht wegen einer stetigen Anmahnung neoliberaler Wirtschaftsleits&auml;tze geschafft hatte. Die CDU hatte es geschafft, weil sie in den Augen der W&auml;hler der linken Mitte als die bessere SPD aufgetreten war und weil sie im Verbund mit Peer Steinbr&uuml;ck ein ger&auml;uschloses Krisenmanagement hingelegt hatte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article5727301\/CDU-CSU-und-FDP-kaempfen-ums-Ueberleben.html\">WELT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Dieser Artikel ist eigentlich nicht lesenswert. Er ist nur ein sch&ouml;nes Beispiel, wie in der Mainstreampresse weiter an den g&auml;ngigen Legenden gestrickt wird: Sozialdemokratisierung der Union und hervorragendes Management der Finanzkrise, speziell durch Peer Steinbr&uuml;ck.<br>\nDass die Union ihre neoliberale Programmatik &uuml;ber Bord geworfen haben soll, ist kompletter Unsinn. Es geht bestenfalls um ein &bdquo;Weiter-so&ldquo;. Der Tag der Wahrheit wird der Tag nach der Landtagswahl in NRW sein.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Nochmals: Neujahrspredigt von Bisch&ouml;fin K&auml;&szlig;mann<\/strong><br>\nHier der gesamte Text der Predigt. Und nachfolgend zitieren wir die Passage, die zu heftigen Angriffen gef&uuml;hrt hat:<br>\nDenn Erschrecken gibt es ja nicht nur im pers&ouml;nlichen Leben, sondern auch mit Blick auf unsere Welt.<br>\nNichts ist gut in Sachen Klima, wenn weiter die Gesinnung vorherrscht: Nach uns die Sintflut! Da ist Erschrecken angesagt und Mut zum Handeln, gerade nach dem Klimagipfel in Kopenhagen.<br>\nNichts ist gut in Afghanistan. All diese Strategien, sie haben uns lange dar&uuml;ber hinwegget&auml;uscht, dass Soldaten nun einmal Waffen benutzen und eben auch Zivilisten get&ouml;tet werden. Wir brauchen Menschen, die nicht erschrecken vor der Logik des Krieges, sondern ein klares Friedenszeugnis in der Welt abgeben, gegen Gewalt und Krieg aufbegehren und sagen: Die Hoffnung auf Gottes Zukunft gibt mir schon hier und jetzt den Mut von Alternativen zu reden und mich daf&uuml;r einzusetzen. Manche finden das naiv. Ein Bundeswehroffizier schrieb mir, etwas zynisch, ich meinte wohl, ich k&ouml;nnte mit weiblichem Charme Taliban vom Frieden &uuml;berzeugen. Ich bin nicht naiv. Aber Waffen schaffen offensichtlich auch keinen Frieden in Afghanistan. Wir brauchen mehr Fantasie f&uuml;r den Frieden, f&uuml;r ganz andere Formen, Konflikte zu bew&auml;ltigen. Das kann manchmal mehr bewirken als alles abgekl&auml;rte Einstimmen in den vermeintlich so pragmatischen Ruf zu den Waffen. Vor gut zwanzig Jahren haben viele Menschen die Kerzen und Gebete auch hier in Dresden bel&auml;chelt &hellip;<br>\nNein, es ist nicht alles gut, wenn so viele Kinder arm sind im eigenen Land. Diese Kinderarmut versteckt sich oft ganz still im Hintergrund. Da erz&auml;hlt mir eine Mutter, dass die Klasse ihres 15-j&auml;hrigen Sohnes eine Reise ins Ausland geplant habe. Sie konnte das erforderliche Geld nicht aufbringen. Die Klasse wollte ihn unbedingt dabeihaben und gemeinsam haben sie das notwendige Geld aufgetrieben. Aber der Sohn wollte nicht mitfahren, weil er sich zu sehr gesch&auml;mt hat, dass andere f&uuml;r ihn bezahlen. Selbst als der Lehrer anrief, lie&szlig; sich ihr Sohn nicht umstimmen. Er blieb als Einziger zuhause.<br>\nNichts ist gut, Erschrecken ist angesagt, wenn es in einer Gemeinschaft so schwer, so besch&auml;mend ist, Hilfe anzunehmen bei Jungen und Alten, bei Armen, Kranken und Behinderten. Da braucht es einen tatkr&auml;ftigen Glauben, der f&uuml;r die W&uuml;rde jedes Menschen eintritt.<br>\nEs ist nicht gut, nein, es ist entsetzlich traurig, wenn ein Spitzensportler Angst hat, seine Depression offiziell behandeln zu lassen. Aber machen wir uns nichts vor: Wenn seine Krankheit &ouml;ffentlich bekannt geworden w&auml;re, h&auml;tte er kaum weiter Nationaltorwart bleiben k&ouml;nnen. Dass sein Tod so viele Menschen ber&uuml;hrt hat liegt wohl auch daran, dass Robert Enke stellvertretend f&uuml;r die &Auml;ngste vieler steht. Sie wurden an die Abgr&uuml;nde der eigenen Angst erinnert. Der Angst n&auml;mlich, nicht mehr mitzuhalten und nicht mehr eine Fassade von Gr&ouml;&szlig;e, Sch&ouml;nheit und St&auml;rke aufrechtzuerhalten.<br>\nNichts ist gut, wir erschrecken, wenn wir erkennen, wie bei uns eine solche Atmosph&auml;re der Gnadenlosigkeit herrscht und alle immer stark sein m&uuml;ssen &ndash; wie unmenschlich! Da haben wir Zeugnis zu geben von der N&auml;chstenliebe, die unserem Glauben entspringt.<br>\nNein, es ist nicht alles gut. Aber trotzdem m&uuml;ssen wir nicht deprimiert oder mit gesenktem Haupt ins neue Jahr gehen. &bdquo;Seht auf und erhebt eure H&auml;upter&ldquo; hei&szlig;t es in der Bibel. Aber ja doch! Wir glauben an den auferstandenen Christus und nicht an einen Toten. Wir haben Hoffnung f&uuml;r diese Welt und &uuml;ber diese Welt hinaus. Deshalb k&ouml;nnen wir die Spannung aushalten zwischen Erschrecken und Gottvertrauen, zwischen &Auml;ngsten und Mut zur Weltverbesserung. Wir k&ouml;nnen fr&ouml;hlich feiern, ohne Fassaden. Denn unser Glaube blendet Leid und Kummer in der Welt nicht aus! Das ist f&uuml;r mich entscheidend.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ekd.de\/predigten\/kaessmann\/100101_kaessmann_neujahrspredigt.html\">EKD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Lesen Sie nochmals nach, welchen Sturm im politischen Wasserglas <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article5703909\/Bischoefin-Kaessmann-veraergert-die-Politik.html\">diese Predigt ausgel&ouml;st hat<\/a>. Die Aufregung beweist eigentlich nur, wie verunsichert unsere Bef&uuml;rworter der Milit&auml;reins&auml;tze sind. Je weniger man seinen eigenen Argumenten traut, umso heftiger muss man auf Kritiker\/innen einpr&uuml;geln &ndash; Totschlagargumente eben.<\/em><\/p>\n<p><em>Siehe dazu auch:<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>J&uuml;rgen Todenh&ouml;fer: Der Bumerang &ndash; Thesen zu einem sinnlosen Krieg<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub0CCA23BC3D3C4C78914F85BED3B53F3C\/Doc~EB46CEAB4B922427989222E556D503EEE~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Nochmals: Berichterstattung Klimagipfel<\/strong><br>\nARD und ZDF beschweren sich &uuml;ber eingeschr&auml;nkte Berichterstattung\n<blockquote><p>Sehr geehrte Damen und Herren, <\/p>\n<p>wir m&ouml;chten hiermit gegen die massive Beschr&auml;nkung der freien Berichterstattung auf dem UN-Klimagipfel in Kopenhagen protestieren. Seit heute d&uuml;rfen sich Journalisten im Konferenzzentrum nicht mehr frei bewegen. Drehs au&szlig;erhalb des Pressezentrums sind nur noch m&ouml;glich, wenn ein Delegationsmitglied das Kamerateam und den Reporter an der Sicherheitsschleuse abholt und das Team dann von einem UN-Verantwortlichen begleitet wird. Spontane Drehs sind unm&ouml;glich. Selbst die UN-Medienkoordination wurde offenbar von diesen Ma&szlig;nahmen &uuml;berrascht, da die Versch&auml;rfung nicht angek&uuml;ndigt war. Diese Ma&szlig;nahmen versto&szlig;en gegen die Presse- und Rundfunkfreiheit und behindern die Arbeit der Medien in h&ouml;chstem Ma&szlig;e. Wir sehen das Recht der freien Berichterstattung massiv eingeschr&auml;nkt. Daher fordern wir die sofortige Aufhebung dieser Einschr&auml;nkung f&uuml;r alle Journalistinnen und Journalisten auf dem UN-Klimagipfel in Kopenhagen. <\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en, <\/p>\n<p>Nikolaus Brender Thomas Baumann<br>\nChefredakteur ZDF Chefredakteur ARD<\/p><\/blockquote>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.heute.de\/ZDFheute\/inhalt\/31\/0,3672,7957215,00.html\">ZDF heute<\/a> <\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Leider haben wir weder im ZDF, noch in der ARD, noch in anderen Medien dar&uuml;ber viel geh&ouml;rt. Aber wenn in China oder anderswo die freie Berichterstattung eingeschr&auml;nkt wird, dann l&auml;uft das in jeder Nachrichtensendung. Wir wollen damit gewiss nicht die Einschr&auml;nkung einer freien Berichterstattung verharmlosen, aber den Balken im eigenen Auge sollte man dabei nicht &uuml;bersehen.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Arbeitsmarkt; Lohndumping; Gewerkschaften im Abwehrkampf; Wirtschaftsweiser f&uuml;r Arbeitszwang; Steuerflucht au&szlig;er Kraft; gegen Boni ist kein Kraut gewachsen; die Krippen kippen; Vers&ouml;hnung sieht anders aus; was Bisch&ouml;fin K&auml;&szlig;mann wirklich predigte; Afghanistan: Thesen zu einem sinnlosen Krieg; freie Berichterstattung sieht anders aus. (JK\/WL)<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-4439","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4439","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4439"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4439\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4439"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4439"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4439"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}