{"id":44429,"date":"2018-06-15T08:25:02","date_gmt":"2018-06-15T06:25:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44429"},"modified":"2018-06-15T08:25:02","modified_gmt":"2018-06-15T06:25:02","slug":"hinweise-des-tages-3140","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44429","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44429#h01\">Seehofer spaltet die Union &ndash; und st&uuml;rzt die Regierung in die Krise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44429#h02\">Debatte Zukunft Europas: Italien allein gelassen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44429#h03\">Skandal bei Er&ouml;ffnungsfeier der WM 2018! Robbie Williams zeigt Mittelfinger &ndash; aus diesem Grund<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44429#h04\">Finanzminister Scholz sch&uuml;tzt Steueroasen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44429#h05\">G7-Gipfel: L&ouml;hne rauf statt Trump Schock<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44429#h06\">Eurokrise geht langsam zu Ende<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44429#h07\">Geheim klagt sich&rsquo;s immer noch am besten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44429#h08\">Der Wahnsinn hat Methode<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44429#h09\">Anis Amri und die Rigaer Stra&szlig;e: Eine Frage der politischen Priorit&auml;ten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44429#h10\">Eine soziale S&auml;uberung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44429#h11\">Deutschlands gr&ouml;&szlig;ter Wohnungskonzern: Bereichert sich Vonovia an seinen Mietern?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44429#h12\">Die Bahnreform in Frankreich kommt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44429#h13\">Leistungsschutzrecht f&uuml;r Presseverleger: So ein Quatschgesetz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44429#h14\">Der Geist der Einigung: Wie Verlage, ARD, ZDF und Politik den Dauerstreit um das Telemediengesetz entsch&auml;rft haben<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44429#h15\">Ein dreister Plan zur WM-Zeit<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Seehofer spaltet die Union &ndash; und st&uuml;rzt die Regierung in die Krise<\/strong><br>\nSeehofer und Merkel finden in der Fl&uuml;chtlingsfrage nicht zusammen &ndash; und bieten sich einen unglaublichen Kampf um die Macht im konservativen Lager. [&hellip;]<br>\nAm Donnerstag dann die Schlagzeile der &bdquo;Bild&ldquo;-Zeitung: &bdquo;Merkel ganz allein &ndash; Nur drei Unions-Abgeordnete stellen sich hinter die Kanzlerin.&ldquo; Zwar entpuppte sich die Grundlage der Kampagne als d&uuml;nn, denn die Zeitung hatte von den meisten Abgeordneten gar keine Antwort auf ihre Umfrage bekommen. Doch Merkel versicherte sich lieber der Zustimmung und rief das Pr&auml;sidium zur Telefonkonferenz zusammen. Sie berichtete, dass sie einen Kompromiss vorgeschlagen habe. Sie jedenfalls, so die Botschaft, sei nicht verantwortlich, wenn es ein Scheitern g&auml;be. Sie habe angeboten, diejenigen Asylbewerber an der Grenze abzuweisen, deren Bescheid in einem fr&uuml;heren Verfahren in Deutschland bereits negativ beschieden worden sei. [&hellip;]<br>\nDas Kalk&uuml;l der CSU lautet: Merkel hat auch bei den CDU-Abgeordneten keine Mehrheit mehr. Doch das ging am Donnerstag nicht auf. Denn die Kanzlerin erhielt gewichtige Unterst&uuml;tzung in der Fraktion. Gleich als erster Redner ergriff Bundestagspr&auml;sident Wolfgang Sch&auml;uble (CDU) das Wort. Er verteidigte Merkels Kurs. Er mahnte, dass man Europa zusammen halten m&uuml;sse, nationale Alleing&auml;nge nicht die L&ouml;sung seien. Dann appellierte Merkel: &bdquo;Geben Sie mir noch zwei Wochen Zeit.&ldquo;<br>\nEs folgten weitere Wortmeldungen. Auf der Fraktionsebene ert&ouml;nte um 13.20 Uhr die Durchsage: Die Bundestagssitzung bleibt noch weitere 90 Minuten unterbrochen. Doch f&uuml;r Merkel war das nun keine schlechte Nachricht mehr. Immer mehr Abgeordnete unterst&uuml;tzten sie.<br>\nSch&auml;uble, so die anschlie&szlig;ende Einsch&auml;tzung vieler CDUler, hat Merkel gerettet &ndash; so wie schon beim umstrittenen Griechenland-Hilfsprogramm. Auf jeden Fall wurde deutlich, dass die Mehrheit der Abgeordneten nun dem Kurs der Kanzlerin folgt. Gesundheitsminister Spahn beantragte noch eine gemeinsame Sitzung mit der CSU, erhielt aber keine Mehrheit.<br>\nW&auml;hrend die CDU-Reihen sich um Merkel schlossen, versch&auml;rfte die CSU den Ton. &bdquo;Wir sind im Endspiel um die Glaubw&uuml;rdigkeit&ldquo;, sagte Dobrindt in der Sondersitzung der CSU. &bdquo;Die Menschen haben die Geduld verloren.&ldquo; Doch der Streit sei erst einmal vertagt. Am Montag wollen sich die Parteigremien von CDU und CSU beraten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/streit-ueber-asylpolitik-seehofer-spaltet-die-union-und-stuerzt-die-regierung-in-die-krise\/22686146.html\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Andr&eacute; Tautenhahn:<\/strong> Das Drehbuch f&uuml;r die Entwicklung in Berlin schreibt &uuml;brigens die Bild-Zeitung seit Dienstag. Die Kampagne &uuml;ber die Titelseite gipfelte am Donnerstag in der Schlagzeile &bdquo;<a href=\"https:\/\/bildblog.de\/99121\/bild-laesst-angela-merkel-allein-dastehen\/\">Merkel ganz allein!<\/a>&ldquo;. Heute geht es mit einem &bdquo;Ultimatum f&uuml;r Merkel!&ldquo; weiter. <\/em><\/p>\n<div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180615-hdt-01.png\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180615-hdt-01-small.png\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div>\n<p><strong>dazu: Weshalb man Asylsuchende nicht an der Grenze abweisen kann, Teil 2<\/strong><br>\nDas Gemeinsame Europ&auml;ische Asylsystem hat M&auml;ngel, ohne Frage. Aber es enth&auml;lt mit der Dublin-Verordnung eine Grundentscheidung, die wesentlich ist: Jeder Asylsuchende in der EU soll irgendwo Zugang zu einem Verfahren bekommen. Die Grundentscheidung der Dublin-Verordnung lautet also: Die Mitgliedstaaten k&ouml;nnen streiten, welcher zust&auml;ndig ist f&uuml;r eine Person. Aber sie m&uuml;ssen dies in geordneten Verfahren tun. Damit diese Verfahren sicherstellen, dass am Ende immer ein Staat zust&auml;ndig ist und Menschen nicht ohne Zugang zum Recht hin- und hergeschoben werden. Diese Grundentscheidung steht auf dem Spiel, wenn wir dar&uuml;ber diskutieren, ob Personen nicht einfach direkt an der Grenze zur&uuml;ckgewiesen werden k&ouml;nnen.<br>\nWer die Dublin-Verordnung nur mit Blick auf den Streit zwischen Staaten betrachtet, mag die Zur&uuml;ckweisung an der Grenze f&uuml;r harmlos halten &ndash; dann wird eben einem anderen Staat die Verantwortung zugeschoben. Aber der Zweck der Dublin-Verordnung und des Gemeinsamen Europ&auml;ischen Asylsystems ist letztlich der Schutz von Personen. Dieser Schutz ist fundamental gef&auml;hrdet, wenn Personen zur&uuml;ckgewiesen werden, ohne dass ein anderer Staat zugesagt hat, sie auch aufzunehmen. Deshalb ist das formale Verfahren, in dem die Zust&auml;ndigkeit gepr&uuml;ft und unter Umst&auml;nden ein anderer Mitgliedsstaat um Aufnahme ersucht wird, unerl&auml;sslich. Mit der Forderung, diese Grundentscheidung aufzugeben, wird &uuml;ber dem Zust&auml;ndigkeitskonflikt der Zweck des Systems missachtet.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/verfassungsblog.de\/weshalb-man-asylsuchende-nicht-an-der-grenze-abweisen-kann-teil-2\/\">Verfassungsblog<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> <a href=\"https:\/\/verfassungsblog.de\/weshalb-man-asylsuchende-nicht-an-der-grenze-abweisen-kann\/\">Hier<\/a> k&ouml;nnen Sie Teil 1 des Beitrages nachlesen.<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu auch: Vorbild Italien und Frankreich?<\/strong><br>\nIm Asylstreit in der Union ist von bilateralen Vertr&auml;gen die Rede. Einen solchen gibt es zwischen Italien und Frankreich. Doch er ist zynisch. [&hellip;]<br>\nIm Juli 2016 hat das Innenministerium die Polizeipr&auml;fekturen in ganz Frankreich angewiesen, &bdquo;systematisch&ldquo; die Regeln der Dubliner Vertr&auml;ge anzuwenden. Parallel dazu hat die Grenzpolizei namentlich am &Uuml;bergang zu Italien bei Ventimiglia an der C&ocirc;te d&rsquo;Azur die Anweisung, m&ouml;gliche Asylbewerber, und unter ihnen auch schutzbed&uuml;rftige unbegleitete Minderj&auml;hrige, an der Einreise zu hindern. Laut Berichten von humanit&auml;ren Organisationen wie Oxfam wurden dabei Kinder misshandelt oder illegal ohne Verpflegung inhaftiert.<br>\nDer neue italienische Innenminister Matteo Salvini benutzt diese Praktiken zur Rechtfertigung seiner eigenen Politik und zur Polemik mit Emmanuel Macron, der den &bdquo;Zynismus&ldquo; der italienischen Haltung beim Fl&uuml;chtlingsschiff &bdquo;Aquarius&ldquo; kritisiert hatte. Frankreich habe 2017 an der Grenze 10.249 Personen, unter ihnen Frauen, Kinder und Behinderte, abgewiesen, und seit drei Jahren nur 624 statt wie vereinbart 9000 Fl&uuml;chtlinge von Italien &uuml;bernommen.<br>\nDie scharfen Kontrollen an den franz&ouml;sisch-italienischen Grenz&uuml;berg&auml;ngen haben mitunter sogar t&ouml;dliche Folgen. Da die legale Einreise zur Einreichung eines Asylgesuchs immer schwieriger wird, benutzen viele Fl&uuml;chtlinge die &bdquo;gr&uuml;ne Grenze&ldquo;. Dieser Fluchtweg durch die Berge wird einigen zum Verh&auml;ngnis. Und die Bewohner im Hinterland der C&ocirc;te d&rsquo;Azur, die diesen Fl&uuml;chtlingen helfen, riskieren weiterhin Strafklagen wegen Beihilfe zur illegalen Einreise. Die Frage, wer von Macron und Salvini der gr&ouml;&szlig;ere Zyniker sei, bleibt gestellt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Asylstreit-in-Deutschland\/!5510701\/\">taz<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Im Wahlkampf um die franz&ouml;sische Pr&auml;sidentschaft und noch in den Monaten danach hatte Balmer Macron immer wieder zur sozialliberalen Lichtgestalt verkl&auml;rt. Jetzt pl&ouml;tzlich, leider viel zu sp&auml;t, f&auml;llt ihm auf, dass der &ldquo;Sozialliberale&rdquo; einfach nur ein Neoliberaler und ein menschenfeindlicher Zyniker ist. Das war aber sp&auml;testens in Macrons Amtszeit als Wirtschaftsminister zu sehen gewesen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Debatte Zukunft Europas: Italien allein gelassen<\/strong><br>\nVor einem Jahr titelte die taz: &bdquo;Grazie Italia&ldquo; &ndash; Danke, Italien. W&auml;hrend sich alle anderen EU-Staaten mit Klagen oder auch stillschweigend der Verantwortung f&uuml;r das Sterben im Mittelmeer entzogen, nahm Italien damals weiter die Ankommenden auf. Es tat dies &ndash; wenn auch zunehmend unwillig &ndash;, obwohl es vom Rest der EU konsequent im Stich gelassen wurde. Im taz-Kommentar zu dieser Titelseite hie&szlig; es: &bdquo;Nicht auszudenken, wenn etwa eine Regierung wie die von Viktor Orb&aacute;n f&uuml;r das Mittelmeer zust&auml;ndig w&auml;re.&ldquo;<br>\nIn etwa das ist jetzt der Fall. Die nach dem Brexit drittgr&ouml;&szlig;te Volkswirtschaft der EU wird neuerdings von Rassisten mitregiert, die die EU ungef&auml;hr so sehr verachten wie die Migranten, die &uuml;ber das Meer kommen. Die Regierung von Lega und &shy;Cinque Stelle k&ouml;nnte nach der Griechenlandkrise und dem Brexit das dritte Desaster f&uuml;r die EU werden. Das h&auml;tte verhindert werden k&ouml;nnen.<br>\nNach den Berlusconi-Jahren kamen mit den Sozialdemokraten Enrico Letta und Matteo Renzi Proeurop&auml;er an die Macht. Sie vollzogen, jedenfalls in der Migrationspolitik, einen Bruch mit der Politik der Berlusconi-Allianz, die aus der postfaschistischen MSI und der rechten Lega Nord bestand. Deren Repr&auml;sentanten hatten unter anderem davon schwadroniert, mit &bdquo;Kanonen&ldquo; auf Fl&uuml;chtlingsboote schie&szlig;en zu wollen. Dazu kam es nicht, aber das Sterbenlassen der Bootsfl&uuml;chtlinge auf dem Mittelmeer, das war ihr Programm.<br>\nLetta und Renzi &auml;nderten das. Erst schickte Italien Marineschiffe zur Rettung, dann kooperierte es im Gro&szlig;en und Ganzen mit den Seerettungs-NGOs. So kamen seit Anfang 2013 etwa 681.000 Fl&uuml;chtlinge und Migranten in das Land. Ginge es in Europa gerecht zu, h&auml;tte sich Italien gem&auml;&szlig; seiner Gr&ouml;&szlig;e und Wirtschaftskraft &ndash; rund ein Neuntel der EU &ndash; um etwa 75.000 von ihnen k&uuml;mmern m&uuml;ssen. In f&uuml;nfeinhalb Jahren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/!5510585\/%20\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Ein sch&ouml;ner historischer Abriss. Die beiden neoliberalen &ldquo;Sozialdemokraten&rdquo; Letta und Renzi wiederum als &ldquo;Proeurop&auml;er&rdquo; zu adeln und zu unterschlagen, dass die mit ihren &ldquo;Reformen&rdquo; zum Abbau von Arbeitnehmerrechten ebenfalls den &ldquo;Anti-Systemparteien&rdquo; geholfen haben, ist unn&ouml;tig.<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: T&uuml;rsteher Europas &ndash; Wie Afrika Fl&uuml;chtlinge stoppen soll<\/strong><br>\nMit Milliardensummen werden afrikanische Staaten als neue Grenzsch&uuml;tzer etabliert. Entwicklungshilfe wird an Bedingungen gekn&uuml;pft: Nur wer Europa bei der Migrationskontrolle beisteht, bekommt Geld. Profiteure dieser Politik sind R&uuml;stungs- und Sicherheitsfirmen. In zw&ouml;lf L&auml;ndern haben die Autoren der Dokumentation erkundet, wie Europa heute seine Grenzen durch Afrika zieht.<br>\nSpanien hat es vorgemacht: Als 2004 Fl&uuml;chtlinge in Booten von Westafrika zu den Kanarischen Inseln fuhren, griff das Land durch. Es zahlte L&auml;ndern wie Senegal viele Millionen Euro, um die Fl&uuml;chtlinge zu stoppen. Seitdem riegelt die spanische K&uuml;stenwache die senegalesischen Str&auml;nde ab, Tausende Kilometer von Europa entfernt. Dieses Prinzip kopiert die EU heute im gro&szlig;en Stil mit fast zwei Dutzend L&auml;ndern in Afrika. Der Deal lautet: Entwicklungshilfe gegen Fl&uuml;chtlingsstopp. Mehrere Milliarden Euro bietet die EU f&uuml;r die Koalition in Sachen Grenzschutz. Entwicklungshilfe wird an Bedingungen gekn&uuml;pft: Wer beim Kampf gegen irregul&auml;re Migration als T&uuml;rsteher der EU agiert, bekommt Geld. Europ&auml;ische Polizisten und Soldaten werden in immer mehr L&auml;nder Afrikas geschickt, um den Grenzschutz zu verbessern. Auch Diktaturen wie Sudan und Eritrea werden so zu &ldquo;Partnern&rdquo; Europas, um Fluchtrouten zu unterbrechen. F&uuml;r europ&auml;ische Sicherheits- und R&uuml;stungskonzerne ist das Gesch&auml;ft mit der Grenztechnologie ein neuer Absatzmarkt. Mit Hilfe von Entwicklungsgeldern investieren afrikanische Regierungen in Hochtechnologie &ldquo;Made in Europe&rdquo;, die sie sich ohne EU-Hilfe nicht leisten k&ouml;nnen. Kritik &auml;u&szlig;ert die Afrikanische Union: Sie sieht ihre Pl&auml;ne von einem Kontinent der Freiz&uuml;gigkeit &auml;hnlich dem Schengen-Modell als unvereinbar mit den EU-Vorstellungen. Die Reporter Jan Sch&auml;fer und Simone Schlindwein haben unter anderem in Uganda, Niger und dem Sudan untersucht, wie die EU ihre Migrationspolitik in Afrika durchsetzt, wer davon profitiert und welchen Preis die Migranten daf&uuml;r zahlen m&uuml;ssen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.arte.tv\/de\/videos\/078195-000-A\/tuersteher-europas\/\">arte<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Skandal bei Er&ouml;ffnungsfeier der WM 2018! Robbie Williams zeigt Mittelfinger &ndash; aus diesem Grund<\/strong><br>\n(&hellip;) Damit spielte Robbie Williams auf den Umstand an, dass er f&uuml;r den Auftritt keine Gage kassierte. Er wollte sich einen Kindheitstraum erf&uuml;llen und bei einer WM dabei sein. Er wolle sich aber keineswegs an dem Event bereichern. In England hatte er viel Kritik daf&uuml;r kassiert, weil er in dem vom umstrittenen Pr&auml;sidenten Wladimir Putin regierten Russland auftrete.<br>\nDie Geste richtete sich also offenbar in erster Linie an die Kritiker in seiner Heimat, die ihm unterstellten, in einem Land mit zumindest fragw&uuml;rdiger Menschenrechtslage aufzutreten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.derwesten.de\/sport\/wm2018\/robbie-williams-wm-2018-id214581441.html%20\">Der Westen<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Chapeau, Robbie Williams. Die <a href=\"http:\/\/www.dw.com\/en\/did-robbie-williams-sell-his-soul-to-putin\/a-44217127\">Schmutzkampagne der Boulevardpresse und Teilen der Politik<\/a> wegen seines Auftritts &ldquo;bei Putin&rdquo; war in der Tat unertr&auml;glich. Auch wenn es nicht vielleicht nicht die &ldquo;feine&rdquo; englische Art ist &ndash; dieser Stinkefinger ging absolut in Ordnung.<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: G&ouml;nnt Putin diesen Triumph nicht!<\/strong><br>\nEin Fu&szlig;ballturnier eignet sich nicht, um viele offene Fragen zwischen Russland und dem Westen zu kl&auml;ren &ndash; die Hacker-Angriffe auf die Bundesregierung, den Abschuss von MH17, die Vergiftung des Ex-Agenten Skripal. Oder der Fall Hajo Seppelt, der in Russland offenkundig ein unerw&uuml;nschter Gast ist.<br>\nEin Besuch westlicher Regierungschefs bei der WM dagegen k&ouml;nnte als ein &ldquo;Weiter so&rdquo; verstanden werden. Das w&auml;re ein fatales Signal &ndash; auch an andere Autokraten wie Erdogan und Xi. Vor allem aber w&auml;re es ein Triumph f&uuml;r Putin. Und den hat er nicht verdient.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/politik_kommentare\/Goennt-Putin-diesen-Triumph-nicht-article20480210.html\">n-tv<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers A.B.:<\/strong> Der Kommentar von Christoph Rieke ist Qualit&auml;tsjournalismus vom Feinsten. Die Russen im Allgemeinen und Wladimir Putin im Speziellen haben f&uuml;r alles &Uuml;bel dieser Welt verantwortlich zu sein. Provokant und aggressiv. Ob Krieg in der Ostukraine oder Syrien, Hackerangriffe auf die Bundesregierung, der Abschuss von MH17 oder der Giftgasanschlag in Salisbury &ndash; der b&ouml;se Russe war es. Im Hinblick auf den Fall Hajo Seppelt fehlt eigentlich nur noch die Erkenntnis, dass die russische Nationalmannschaft das WM-Er&ouml;ffnungsspiel nur so grandios gewinnen konnte, weil die Spieler bis zum Anschlag gedopt gewesen sein m&uuml;ssten.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung Andr&eacute; Tautenhahn:<\/strong> Speziell f&uuml;r Hajo Seppelt war es gestern kein guter Tag. Die Ereignisse im Bundestag lie&szlig;en sein erneutes Ringen um Aufmerksamkeit in den Hintergrund treten. So gab er beispielsweise der <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/medien\/ard-dopingexperte-seppelt-wie-kann-man-an-ein-solches-land-ueberhaupt-eine-wm-vergeben-1.4015470\">S&uuml;ddeutschen ein Interview<\/a>, in dem er Russland vorwarf, sich als Opfer westlicher Propaganda zu inszenieren. Das ist schon seltsam, da er sich doch zun&auml;chst &ouml;ffentlich dar&uuml;ber beklagte, kein Visum erhalten zu haben und sogar die Politik deshalb zum Handeln aufrief. Als dann der Bundesau&szlig;enminister in der Sache aktiv wurde und schlie&szlig;lich doch ein Visum zustande kam, ruderte Seppelt bereits zur&uuml;ck. Er wisse noch gar nicht, ob er nach Russland fahre. Am Mittwochabend (22:30 Uhr) folgte dann schlie&szlig;lich die <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/seppelt-russland-101.html\">ARD-Eilmeldung<\/a>, in der nun von &bdquo;Gef&auml;hrdungsanalysen der Bundessicherheitsbeh&ouml;rden&ldquo;, die Rede ist, die auch das Au&szlig;enministerium teile. Da fragt man sich, geht es noch eine Nummer gr&ouml;&szlig;er? Und wer inszeniert sich hier eigentlich als Opfer?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Finanzminister Scholz sch&uuml;tzt Steueroasen<\/strong><br>\nDie Bundesregierung verhindert unter Finanzminister Scholz steuerliche Transparenz von Konzernen. Diese ist jedoch entscheidend, um aggressive Steuervermeidung &uuml;berhaupt sichtbar zu machen&ldquo;, kommentiert Fabio De Masi, stellvertretender Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE, die heute in der zust&auml;ndigen Arbeitsgruppe des Rats der Europ&auml;ischen Union anstehenden &ndash; m&ouml;glicherweise finalen &ndash; Verhandlungen zur &ouml;ffentlichen l&auml;nderspezifischen Berichterstattung (country by country reporting), wonach Unternehmen Kennzahlen wie Ums&auml;tze, Gewinne und Steuern &ouml;ffentlich nach L&auml;ndern aufschl&uuml;sseln m&uuml;ssen. De Masi weiter:<br>\n&bdquo;Deutschland blockiert auch unter Finanzminister Olaf Scholz einen Vorschlag der EU-Kommission, dem das Europaparlament bereits im Juli 2017 zugestimmt hat. Ein ausgehandelter Kompromiss liegt auch im Rat auf dem Tisch, aber die Bundesregierung versteckt sich hinter Luxemburg, Zypern und Malta, um die Profite der deutschen Exportindustrie zu sch&uuml;tzen. Diese f&uuml;rchtet, dass mehr Transparenz zu Steuerforderungen von L&auml;ndern wie Indien und Brasilien an deutsche Konzerne f&uuml;hren k&ouml;nnte. Der Hinweis auf vermeintliche Gesch&auml;ftsgeheimnisse ist Unsinn, wie die bereits bestehende Pflicht zur &ouml;ffentlichen Berichterstattung im Banken- und Rohstoffsektor zeigt.<br>\nEs ist besch&auml;mend, dass die SPD auch in dieser Frage hinter ihr Wahlversprechen zur&uuml;ckf&auml;llt. DIE LINKE fordert nicht nur umfassende Transparenz bei Konzerngewinnen und den Eignern von Briefkastenfirmen, sondern auch endlich Sofortma&szlig;nahmen wie Quellensteuern oder Beschr&auml;nkungen der Abzugsf&auml;higkeit bei Finanzfl&uuml;ssen in Steueroasen. Dies sollte in einer Koalition der Willigen in der EU umgehend angegangen werden, um Druck f&uuml;r internationale L&ouml;sungen wie Mindeststeuers&auml;tze zu erzeugen.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.linksfraktion.de\/presse\/pressemitteilungen\/detail\/finanzminister-scholz-schuetzt-steueroasen\/\">Linksfraktion<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>G7-Gipfel: L&ouml;hne rauf statt Trump Schock<\/strong><br>\nDie Kanzlerin fordert mehr Unabh&auml;ngigkeit von den USA. Das ist l&ouml;blich. Aber was hei&szlig;t das? Die beste Antwort, die Deutschland auf Trumps Drohung mit Strafz&ouml;llen nach dem G7-Gipfel geben kann, lautet: Ein Mindestlohn von 12 Euro gegen Armutsrenten, das Hartz IV System &uuml;berwinden, sachgrundlose Befristungen und ausufernde Leiharbeit verbieten und mehr &ouml;ffentliche Investitionen. Das w&uuml;rde das Leben vieler hart arbeitender Menschen schlagartig verbessern, die Binnenwirtschaft st&auml;rken, die Export&uuml;bersch&uuml;sse kontrolliert verringern und Europa einen.<br>\nUnd was Merkel angeht, die eine R&uuml;ckkehr Russlands zu G7 bzw. G8 ausgeschlossen hat: Wer eine wertegeleitete Au&szlig;enpolitik will, k&ouml;nnte in der Bibel f&uuml;ndig werden. In der Bergpredigt Jesu hei&szlig;t es: &bdquo;Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=2T4ZAH0xgPg&amp;feature=youtu.be\">Fabio De Masi via YouTube<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Eurokrise geht langsam zu Ende<\/strong><br>\nDie Europ&auml;ische Zentralbank (EZB) hat das Ende ihrer expansiven Geldpolitik angek&uuml;ndigt und signalisiert damit das Ende der Eurokrise. An der strikten Zinspolitik h&auml;lt die EZB aber weiter fest. Nach einer Sitzung in Riga erkl&auml;rte die Bank, abh&auml;ngig von den Wirtschaftsdaten ihre Anleihenk&auml;ufe zum Jahresende einzustellen. Die Zinsen bleiben aber zun&auml;chst niedrig. Die Bank h&auml;lt an der rigiden Nullzinspolitik und Strafzinsen f&uuml;r Einlagen fest. [&hellip;]<br>\n&bdquo;Die Entscheidung ist positiv zu bewerten&ldquo;, sagte auch Silke Tober, geldpolitische Expertin des gewerkschaftsnahen Instituts f&uuml;r Makro&ouml;konomie und Konjunkturforschung (IMK). Das Risiko der Deflation gebe es nicht mehr, auch die Gefahr einer Inflation bestehe nicht. Deshalb sei es angemessen, die Ank&auml;ufe auslaufen zu lassen.<br>\nDer Aufschwung in Deutschland und die Erholung im &uuml;brigen Europa habe sich gefestigt. &bdquo;Die Entscheidung ist ein interessanter Kompromiss&ldquo;, sagte die IMK-Expertin. Denn die Zinsen bleiben weiter auf einem g&uuml;nstigen Niveau, was f&uuml;r die L&auml;nder im S&uuml;den gut ist. &bdquo;Es ist wichtig f&uuml;r den Euroraum, dass die Erholung anh&auml;lt.&ldquo;<br>\nF&uuml;r Sparer ist das allerdings keine gute Nachricht, denn f&uuml;r sie wird sich zun&auml;chst nichts an den niedrigen Verzinsungen ihrer Guthaben &auml;ndern. Tober begr&uuml;&szlig;te, dass sich die EZB weiterhin die Option offen h&auml;lt, einzugreifen. &bdquo;Der Euroraum ist noch nicht so gefestigt, dass die Krise nicht mehr aufflammen kann&ldquo;, sagte sie.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/EZB-stellt-Anleihekaeufe-ein\/!5513350\/%20\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Die Kommentare der befragten IMK-&ldquo;Expertin&rdquo; sind wirklich haltlos und typisch im DGB-Trend, die Wirtschaft in Deutschland und dem Rest der EU (so hart muss man die nationalistische DGB-Sichtweise kritisieren) sch&ouml;n zu reden. Eine Regierung, an der seit vielen Jahren die SPD beteiligt ist, kann ja nicht falsch handeln. Kein Wort vom deutschen Lohndumping und exzessiven Au&szlig;enhandels&uuml;bersch&uuml;ssen, keine Kritik an der gnadenlosen Austerit&auml;tspolitik, die Deutschland dem &ldquo;Rest der EU&rdquo; aufgezwungen hat und die EZB zu ihren verzweifelten Ma&szlig;nahmen getrieben haben, um irgendwie eine Deflation zu verhindern. Wie man vom &ldquo;Aufschwung in Deutschland und die Erholung im &uuml;brigen Europa&rdquo; schwafeln kann, die es tats&auml;chlich einige Monate gegeben hat, aber auf niedrigem Niveau und schon wieder am Ende angekommen, ist nicht begreiflich. Zum Gl&uuml;ck sorgt sich Tober in guter Gewerkschaftstradition um die &ldquo;niedrigen Verzinsungen&rdquo; der Sparguthaben, da trifft sie sich mit FAZ, WELT und INSM. Vielleicht kann uns Tober mal erkl&auml;ren, wie die Eurokrise jemals zu Ende gehen kann, solange die krassen Ungleichgewichte im Euroraum bestehen, &ldquo;Sparpolitik&rdquo; gefahren wird und &ndash; nur so am Rande, das muss eine deutsche Gewerkschafterin nicht sorgen &ndash; in Griechenland, Spanien, Italien&hellip; die Jugendarbeitslosigkeit irgendwo bei 30 bis 40 Prozent liegt.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Geheim klagt sich&rsquo;s immer noch am besten<\/strong><br>\nEigentlich haben EU und Bundesregierung versprochen, die Arbeit geheimer Schiedsgerichte transparenter zu machen. Doch eine Studie zeigt: Die Zahl der Klagen steigt.<br>\nEs klingt wie eine Geschichte aus der d&uuml;steren Vergangenheit: Konzerne, die L&auml;nder vor geheimen Schiedsgerichten verklagen, weil sie deren Politik nicht m&ouml;gen. Sie bekommen Milliarden Euro an Schadensersatz, weil die Regierungen die Energiepreise deckeln, die F&ouml;rderung von Unternehmen zur&uuml;ckschrauben oder weil sie ganz einfach den Umweltschutz ernster nehmen und die Gesetze strenger fassen. [&hellip;]<br>\nEine kleine, lesenswerte Studie zeigt nun, dass sich trotz der Versprechen leider so viel nicht ge&auml;ndert hat. In dem Papier, das heute ver&ouml;ffentlicht wird und das ZEIT ONLINE bereits vorliegt, haben die Br&uuml;sseler Lobbybeobachter der Organisation CEO viele brisante Daten und F&auml;lle zusammengetragen. Man sollte sich von dem dramatischen Titel [Anmerkung: One treaty to rule them all] nicht abschrecken lassen, denn in der Studie wird akribisch belegt, dass die sogenannte Europ&auml;ische Energiecharta genau das weiterhin m&ouml;glich macht, was eigentlich nicht sein sollte: milliardenteure Klagen von Unternehmen gegen Regierungen.<br>\nDie Energiecharta ist ein Vertrag, den europ&auml;ische Regierungen in den Neunzigerjahren erfunden haben. Er sollte nach dem Ende des Kalten Krieges die Energiesektoren der Nachfolgestaaten der Sowjetunion und Osteuropas an den Westen binden &ndash; und den expandierenden westeurop&auml;ischen Energieunternehmen Rechtsschutz f&uuml;r ihre Investitionen im Osten bieten. In den vergangenen Jahren traten immer neue L&auml;nder dem Vertrag bei, zugleich aber entdeckten ihn gro&szlig;e Kanzleien und verklagten im Auftrag von Unternehmen und nicht selten finanziert von Risikokapitalfonds Regierungen in West und Ost &ndash; wenn deren Energiepolitik nicht ganz dem Vertrag entsprach. In ihrer Studie stellen die Lobbybeobachter von CEO fest: W&auml;hrend aus dem ersten Jahrzehnt des Abkommens (1998-2008) nur 19 F&auml;lle bekannt sind, wurden allein in den letzten f&uuml;nf Jahren (2013-2017) 75 neue Investor-Staat-Klagen eingereicht. Die echte Zahl liege wahrscheinlich noch h&ouml;her, weil viele Verfahren wegen der Geheimhaltung nicht zu erfassen seien.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2018-06\/schiedsgerichte-europaeische-energiecharta-klage-staaten-umweltschutz-ttip%20\">Zeit Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unserer Leserin B.R.:<\/strong> Unter den Bedingungen des modernen Investorenschutzes ist die Durchsetzung von &ouml;kologischen und sozialen Standards kaum m&ouml;glich: die Investorenrechte sind einklagbar &ndash; das Bekenntnis zur Nachhaltigkeit, Klimaschutz und sozialen Standards reine Absichtserkl&auml;rungen. Unter den Bedingungen von CETA &amp; Co. ist der Klimaschutzvertrag von Paris das Papier nicht wert auf dem er steht.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Der Wahnsinn hat Methode<\/strong><br>\nVW zahlt erstmals wegen der Abgasmanipulation in Deutschland ein Bu&szlig;geld. Das aber l&ouml;st die Probleme unseres Wirtschaftssystems nicht, in dem Skandale die Regel sind. [&hellip;]<br>\nDas Diesel-Gate begann mit Volkswagen, inzwischen aber zeichnet sich deutlich ab, dass Abgasmanipulationen ein Branchenph&auml;nomen sind, die viele Unternehmen in der Automobilindustrie &auml;hnlich praktiziert haben. Und ganz analog sind die Zugriffe auf Facebook-Daten durch Cambridge Analytica nicht einmal die Spitze des Eisberges, sondern eine kleine dahinschwimmende Scholle. Wie die New York Times vor einigen Tagen berichtet hat, erlaubte Facebook mindestens 60 Konzernen &ndash; von Amazon &uuml;ber Apple und Samsung bis zu Microsoft &ndash; Zugriff auf die pers&ouml;nlichen Daten von Usern und deren Freunden, gegebenenfalls auch auf die der Freunde der Freunde.<br>\nEs sind nur zwei von vielen Beispielen der j&uuml;ngeren Vergangenheit &ndash; und vermutlich auch der Zukunft &ndash;, die zeigen: Der Wahnsinn hat Methode! Unternehmen scheinen die Verletzung von Rechtsnormen und moralische Verfehlungen ganz im Sinne der &ouml;konomischen Logik zu behandeln, n&auml;mlich: Strafma&szlig; mal Entdeckungswahrscheinlichkeit, in Abw&auml;gung zum potenziellen &ouml;konomischen Gewinn. Wer auf dieser Grundlage die moralische Qualit&auml;t einer Marktwirtschaft lobhudelt und die gravierenden negativen Auswirkungen des Kapitalismus auf die Gesellschaft &uuml;bersieht, hat sie entweder nicht mehr ganz beieinander, ist ideologisch verblendet oder beides.<br>\nStatt vor diesen Entwicklungen zu kapitulieren, erscheint es dringender denn je, l&auml;ngst &uuml;berf&auml;llige gesellschaftspolitische Ver&auml;nderungen anzupacken, die die Ausw&uuml;chse unternehmerischen Handelns eind&auml;mmen und die Rolle von Unternehmen in der Gesellschaft rekalibrieren.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2018-06\/volkswagen-abgasskandal-bussgeld-deutschland\/komplettansicht\">Zeit Online<\/a>\n<p><strong>dazu: Tatort Daimler &ndash; Der j&auml;he Absturz des Dieter Zetsche<\/strong><br>\nKurz vor Ende seiner Amtszeit holt &bdquo;Dr. Z&ldquo; der Dieselskandal ein. Der Ausnahmemanager ist zum Getriebenen geworden &ndash; doch ein Ziel hat er noch.<br>\nWie oft war Dieter Zetsche nicht schon in Berlin, um mit den Gro&szlig;en der Politik zu reden. Mehr als 20 Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel, ihrem Kanzleramtschef oder den Wirtschafts-, Umwelt- und Verkehrsministern hat Zetsche in seinem Kalender vermerkt. Diskret ging es dabei zu, Details der Gespr&auml;che blieben vertraulich. [&hellip;]<br>\nSelten ist ein Unternehmenschef in Berlin so schnell so tief in Ungnade gefallen. Aus Zetsche, dem Popstar der deutschen Autoindustrie, dem Retter von Deutschlands traditionsreichster Automarke, dem gef&uuml;hlten Lieblingsmanager der Kanzlerin ist innerhalb weniger Monate das neue Gesicht der Dieselkrise geworden. Nur noch juristische Spitzfindigkeiten trennen Zetsche und Daimler von dem Eingest&auml;ndnis, die Abgasreinigung von Millionen Motoren manipuliert, Kunden und Beh&ouml;rden mit gesch&ouml;nten Abgaswerten belogen zu haben. Ein Umstand, den Zetsche stets bestritten hat.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/management\/dieselskandal-tatort-daimler-der-jaehe-absturz-des-dieter-zetsche\/22686644.html\">Handelsblatt<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Anis Amri und die Rigaer Stra&szlig;e: Eine Frage der politischen Priorit&auml;ten<\/strong><br>\nHat die Polizei die Observierung des Breitscheidplatz-Attent&auml;ters eingestellt, um sich auf die R&auml;umung der Rigaer Stra&szlig;e zu konzentrieren?<br>\nDie Eckdaten sind lange bekannt: Am 15. Juni 2016 wurde die Observierung des sp&auml;teren Breitscheidplatz-Attent&auml;ters Anis Amri durch die Berliner Polizei beendet, obwohl die Beobachtung des islamistischen Gef&auml;hrders noch bis Mitte Oktober des Jahres angeordnet war. Eine Woche sp&auml;ter, am 22. Juni, r&uuml;ckte ein Gro&szlig;aufgebot der Polizei aus, um die Autonomenkneipe Kadterschmiede in der Rigaer Stra&szlig;e 94 in Friedrichshain zu r&auml;umen, rechtswidrig, wie ein Gericht sp&auml;ter urteilte.<br>\nNun mehren sich Hinweise darauf, dass beide Eins&auml;tze miteinander in Verbindung stehen. Darauf deutet etwa eine Zeugenaussage im Untersuchungsausschuss &bdquo;Terroranschlag Breitscheidplatz&ldquo; des Abgeordnetenhauses hin. In der &ouml;ffentlichen Sitzung am vergangenen Freitag war der damalige stellvertretende Leiter der Mobilen Einsatzkommandos (MEK) geladen. Die Polizeieinheit der f&uuml;r &bdquo;operative Dienste&ldquo; zust&auml;ndigen Abteilung sechs des Landeskriminalamts (LKA) ist vor allem f&uuml;r Observationen zust&auml;ndig, in F&auml;llen von organisierter Kriminalit&auml;t, Terrorismus oder Linksextremismus.<br>\nVon Benedikt Lux, dem Sprecher f&uuml;r Innen- und Rechtspolitik der Gr&uuml;nen-Fraktion im Abgeordnetenhaus, wurde der Zeuge gefragt, ob zum Zeitpunkt der Beendigung der &Uuml;berwachung Amris noch andere Themen auf der Tagesordnung gestanden h&auml;tten &ndash; etwa Linksextremismus. Die Antwort des Staatssch&uuml;tzers lautete, so Lux, sinngem&auml;&szlig;: &bdquo;Ich wei&szlig; schon, worauf Sie hinaus wollen. Ja, das war so.&ldquo; Auf Nachfrage fiel dann auch die konkrete Antwort: &bdquo;Rigaer Stra&szlig;e.&ldquo;<br>\nEin Protokoll der Sitzung gibt es noch nicht und es wird auch nicht &ouml;ffentlich einsehbar werden. Den Dialog best&auml;tigen aber auch der innenpolitische Sprecher der Linksfraktion Hakan Ta&#351; und sein Kollege Niklas Schrader. Es sei das erste Mal, dass ein Polizei-Zeuge die beiden Ereignisse zusammenbringe, so Lux zur taz. Spekulationen &uuml;ber einen Zusammenhang gab es schon fr&uuml;her.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/taz.de\/Anis-Amri-und-die-Rigaer-Strasse\/!5510622\/\">taz<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Eine soziale S&auml;uberung<\/strong><br>\nLondon Den &Uuml;berlebenden der Brandkatastrophe im Grenfell Tower 2017 wurde viel Hilfe versprochen. Jetzt stehen sie allein da<br>\nDer Schmerz und die Wut sind &uuml;berall. An den Hausw&auml;nden, in den Bushaltestellen, am Fenster im Pub und an den S&auml;ulen der Autobahnbr&uuml;cke: Vermisstenanzeigen, Fotos von Verbrannten oder Erstickten, verwelkte Blumen, Wandmalereien, Teddyb&auml;ren und Trauerbotschaften. Es m&uuml;ssen Tausende sein. Immer wieder schweift der Blick unwillk&uuml;rlich nach oben, zum verkohlten Gerippe des Grenfell Tower, in dem vor acht Monaten 71 Menschen den Tod fanden. Am 14. Juni 2017 hatte sich kurz nach Mitternacht ein Feuer mir rasender Geschwindigkeit &uuml;ber die Au&szlig;enfassade ausgebreitet. Dass deren W&auml;rmed&auml;mmung keinen ausreichenden Brandschutz garantiere, darauf war mehrfach hingewiesen, doch von der Hausverwaltung nichts unternommen worden. Heute wird das Hochhaus teilweise von einem Ger&uuml;st verh&uuml;llt &ndash; ein Versuch, die Anwohner im Quartier vor dem Anblick des makabren Mahnmals zu sch&uuml;tzen. Doch hat sich Grenfell l&auml;ngst in die Psyche der Community eingebrannt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/eine-soziale-saeuberung\">der Freitag<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Deutschlands gr&ouml;&szlig;ter Wohnungskonzern: Bereichert sich Vonovia an seinen Mietern?<\/strong><br>\nMieterh&ouml;hungen, teure Modernisierungen, &uuml;berh&ouml;hte Betriebskostenabrechnungen: Die Wut auf Vonovia ist gro&szlig;. Bereichert sich Deutschlands gr&ouml;&szlig;ter Wohnungskonzern an seinen Mietern?<br>\nMan muss als Mieter schon sehr aufmerksam sein, wenn man Fehler in der Betriebskostenabrechnung entdecken will. Es sind Schreiben mit vielen Berechnungen und noch mehr Zahlen &ndash; ideal, um etwas darin zu verstecken. Denn wer macht sich die M&uuml;he, Dokumente anzufordern und die Kalkulationen nachzuvollziehen?<br>\nEs sind Mieter wie Ernst zur Linden. Ihm war aufgefallen, dass mit seiner Heizkostenabrechnung offenbar einiges nicht stimmt. Seit 2010 lebt er im Wohnpark K&ouml;ln-Bayenthal, bis 2015 war die Gagfah seine Vermieterin, dann &uuml;bernahm Vonovia das Unternehmen.<br>\nDer Konzern hie&szlig; fr&uuml;her Deutsche Annington, nach mehreren &Uuml;bernahmen wurde daraus im Jahr 2015 Vonovia: ein Gro&szlig;konzern, der in Deutschland knapp 400.000 Wohnungen besitzt, 3,6 Milliarden Euro umsetzt und als eines der 30 gr&ouml;&szlig;ten b&ouml;rsennotierten Unternehmen in Deutschland in den Dax aufstieg. Gleichzeitig ist Vonovia zum vielleicht umstrittensten Vermieter des Landes geworden. Tausende Mieter sind ver&auml;rgert, wegen Mieterh&ouml;hungen, teuren Modernisierungen und immer wieder wegen vermeintlich &uuml;berh&ouml;hter Betriebskosten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/vonovia-mieter-fuehlen-sich-betrogen-a-1211949.html\">Spiegel Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Die Bahnreform in Frankreich kommt<\/strong><br>\nDie umstrittene Bahnreform, gegen die in Frankreich seit Monaten gestreikt wird, wird kommen. Nach der Nationalversammlung stimmte am Donnerstag auch der Senat in Paris dem wichtigen Projekt von Pr&auml;sident Emmanuel Macron zu. Mit dem Parlamentsvotum wird die Staatsbahn SNCF f&uuml;r den Wettbewerb ge&ouml;ffnet und nach Vorbild der Deutschen Bahn in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.<br>\nMacron hat damit erneut einen wichtigen Sieg gegen die Gewerkschaften errungen &ndash; wie bereits im Streit um die Lockerung des K&uuml;ndigungsschutzes im Herbst. Die Bahnmitarbeiter protestieren seit April mit der l&auml;ngsten Streikwelle seit Jahrzehnten gegen die Pl&auml;ne. Der Senat stimmte mit einer breiten Mehrheit von 245 zu 82 Stimmen f&uuml;r das Vorhaben.<br>\nVerkehrsministerin Elisabeth Borne k&uuml;ndigte an, ab Freitag mit den Sozialpartnern &uuml;ber die Umsetzung der neuen Regeln zu verhandeln. Mit der Reform werden Privilegien wie die Fr&uuml;hrente mit durchschnittlich 58 Jahren bei Neueinstellungen abgeschafft. Zudem wird der Personenverkehr ab dem Jahr 2020, wie von der EU beschlossen, liberalisiert. Linke Politiker und Gewerkschaften bef&uuml;rchten eine Privatisierung der Bahn und Entlassungen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/sieg-fuer-macron-die-bahnreform-in-frankreich-kommt-15639749.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Es geht nur um die Durchsetzung der neoliberalen Ideologie und um die Schaffung neuer Renditeoptionen f&uuml;r private Investoren, also letztendlich darum die herrschende Oligarchie noch reicher zu machen. Ob der B&uuml;rger davon einen Nutzen hat spielt dabei keine Rolle. Das gilt explizit f&uuml;r die geplante Liberalisierung des Personenverkehrs in der EU und wer das kritisiert ist dann nat&uuml;rlich ein &ldquo;Anti-Europ&auml;er&rdquo;.<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: Endstation<\/strong><br>\nNach einem fast drei Monate w&auml;hrenden Arbeitskampf um die Eisenbahngesellschaft SNCF darf festgestellt werden, dass der franz&ouml;sische Pr&auml;sident Emmanuel Macron f&uuml;r Menschen, die im Interesse der Allgemeinheit arbeiten, nicht viel &uuml;brig hat. Macron ist von Natur und von Hause aus ein Banker, ein Mann der Zahlen zusammenrechnet. Der staatliche Schienenbetrieb Frankreichs hat in den vergangenen Jahrzehnten eine Schuldenlast von fast 55 Milliarden Euro angeh&auml;uft. F&uuml;r Macron ein Argument, gegen das gesellschaftliche Sinnfragen keine Chance haben.<br>\nF&uuml;r einen Staatsbetrieb, der keinen Profit, sondern Miese macht, gibt es nach Macron, dem Adepten des gro&szlig;en Geldes, nur eine L&ouml;sung: Privatisieren, die &raquo;Cheminots&laquo; (Eisenbahner) aus der warmen Beamtenstube in die kalte Welt der Bosse treiben, wo Geh&auml;lter gek&uuml;rzt werden und K&uuml;ndigung droht. Der Pr&auml;sident hat in diesem neuerlichen Kampf um die Rechte der Lohnabh&auml;ngigen, wie schon bei der Versch&auml;rfung des Arbeitsrechts im vergangenen Jahr, keinen Zentimeter preisgegeben. Die absolute Mehrheit seiner Leute in der Nationalversammlung und die Rechtsausleger im Senat haben in den vergangenen beiden Tagen abgenickt, was der Chef wollte: Die Eisenbahner werden ihren Status der Unk&uuml;ndbarkeit verlieren, das vorhandene Schienennetz wird privater Konkurrenz ge&ouml;ffnet, die SNCF wird in eine Aktiengesellschaft, in ein privatrechtliches Unternehmen umgewandelt. Endstation.<br>\nEine Katastrophe f&uuml;r die Schaffner, Lokomotivf&uuml;hrer und Weichensteller, die seit 29 Streiktagen ihre Abwesenheit vom Arbeitsplatz aus der eigenen Tasche bezahlen. Ein grausames Gef&uuml;hl der Machtlosigkeit f&uuml;r ihre Gewerkschaften, die seit Macrons Einzug in den &Eacute;lys&eacute;epalast kein Bein mehr auf die Erde bekommen. Eine Warnung an alle Franzosen, denen ihr Pr&auml;sident vorf&uuml;hrt, was er &ndash; die von der Verfassung gegebene pers&ouml;nliche Machtf&uuml;lle und eine absolute Parlamentsmehrheit im R&uuml;cken &ndash; in den kommenden vier Jahren noch alles machen kann und wohl auch machen wird.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/334196.endstation.html\">junge Welt<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Leistungsschutzrecht f&uuml;r Presseverleger: So ein Quatschgesetz<\/strong><br>\nMit dem Leistungsschutzrecht wollen sich manche Verleger von der Politik eine digitale Gelddruckmaschine schenken lassen &ndash; bald auch auf EU-Ebene. Wie konnte es so weit kommen? [&hellip;]<br>\nAm 20. Juni 2018 wird im Rechtsausschuss des EU-Parlaments &uuml;ber die Neufassung des Urheberrechts abgestimmt. Dabei geht es im Wesentlichen um zwei Punkte. Zum einen um Upload-Filter, sprich: Zensurmaschinen, die auf gef&auml;hrliche Weise intransparent verhindern, dass bestimmte Inhalte &uuml;berhaupt in soziale Netzwerke hochgeladen werden k&ouml;nnen. [&hellip;]<br>\nViele deutsche CDU- und CSU-Abgeordnete im Europaparlament haben andere EU-Abgeordnete offenbar massiv unter Druck gesetzt, f&uuml;r das Springer&rsquo;sche Leistungsschutzrecht zu stimmen, berichten EU-Insider. [&hellip;]<br>\nIm Oktober 2016 forderte er (G&uuml;nther Oettinger) Verleger auf, daf&uuml;r zu sorgen, dass das Axel-Springer-Gesetz gef&auml;lligst positiv besprochen werde. Bei den gedruckten Zeitungen sei das schon gelungen, aber die bockigen Onlineredaktionen h&auml;tten negativ berichtet. Das sollten die Verlagsgesch&auml;ftsf&uuml;hrer bei ihren angestellten Redakteuren &auml;ndern. [&hellip;]<br>\nDas herbeilobbyierte Gesetz von Axel Springer wird von einem f&uuml;hrenden EU-Politiker so begeistert adoptiert, dass er die versammelte deutsche Presse im wirtschaftlichen Interesse zum Eingriff in die redaktionelle Freiheit auffordert. Also zur Aufgabe genau der kritischen Haltung, die doch eigentlich die Presse zur &ldquo;Vierten Gewalt der Demokratie&rdquo; macht. Es gibt kaum ein bittereres Symbol f&uuml;r die Politik-Medien-Kumpanei.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/netzpolitik\/leistungsschutzrecht-fuer-presseverleger-so-ein-quatschgesetz-a-1212697.html\">Sascha Lobo auf Spiegel Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Der Geist der Einigung: Wie Verlage, ARD, ZDF und Politik den Dauerstreit um das Telemediengesetz entsch&auml;rft haben<\/strong><br>\nDie Verlage, allen voran die Tageszeitungen, ARD, ZDF und Deutschlandradio haben sich darauf geeinigt, einen Kompromiss zur Neuaufstellung des Telemedienauftrages zu schlie&szlig;en, der die Rahmenbedingungen &ouml;ffentlich-rechtlicher Aktivit&auml;ten im Internet vorgibt. Jahrelang hatten sich die Verlage &uuml;ber einen aus ihrer Sicht zu dominanten &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunk im Internet beschwert, der mit textlastigen, &ldquo;presse&auml;hnlichen&rdquo; Inhalten das Gesch&auml;ftsmodell privat finanzierter Medien gef&auml;hrde. Ein Streit &uuml;ber die Ausgestaltung der &ldquo;Tagesschau&rdquo;-App geht nun sogar vor das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. BDZV-Chef und Springer-CEO Mathias D&ouml;pfner und die fr&uuml;here ARD-Vorsitzende Karola Wille (MDR) &uuml;berzogen sich mit scharfen Worten. Von &ldquo;Staatsfunk&rdquo; und Verh&auml;ltnissen wie in Nordkorea war Ende vergangenen Jahres die Rede. Der rhetorische Krieg war ausgebrochen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/meedia.de\/2018\/06\/14\/der-geist-der-einigung-wie-verlage-ard-zdf-und-politik-den-dauerstreit-um-das-telemediengesetz-entschaerft-haben\/\">Meedia<\/a>\n<p><strong>dazu: Neuer Rundfunkstaatsvertrag ist nicht zeitgem&auml;&szlig;<\/strong><br>\n&bdquo;Die gute Nachricht: Produktionen d&uuml;rfen etwas l&auml;nger in den Mediatheken bleiben, die 7-Tage-Frist wird aufgeweicht. Das ist &uuml;berf&auml;llig, weil die L&ouml;schfristen nutzer*innenfeindlich waren, au&szlig;erdem muss eine angemessene Verg&uuml;tung der Produzent*innen sichergestellt werden. Die schlechte Nachricht: Die &Ouml;ffentlich-Rechtlichen d&uuml;rfen im Netz weiterhin nur sehr eingeschr&auml;nkt ihre Inhalte vermitteln. Der sogenannte Telemedienauftrag wurde daf&uuml;r neu gefasst. Das Verbot von &sbquo;presse&auml;hnlichen&lsquo; Texten auf den Webseiten der Sender bleibt im Kern aber erhalten&ldquo;, erkl&auml;rt Doris Achelwilm, medienpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, anl&auml;sslich der heutigen Verst&auml;ndigung der Ministerpr&auml;sidentenkonferenz auf eine &Auml;nderung des Rundfunkstaatsvertrags. Achelwilm weiter:<br>\n&bdquo;Die Zukunft der Mediennutzung ist plattformunabh&auml;ngig: Wir schauen auf Smartphones Fernsehbeitr&auml;ge oder lesen die Zeitung im Internet. Das Verbot angeblich presse&auml;hnlicher Artikel auf Webseiten der &Ouml;ffentlich-Rechtlichen ist aus der Zeit gefallen, rettet vermutlich keinen bedrohten Zeitungsverlag und schr&auml;nkt einen modernen Auftrag der &Ouml;ffentlich-Rechtlichen ein&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.linksfraktion.de\/presse\/pressemitteilungen\/detail\/neuer-rundfunkstaatsvertrag-ist-nicht-zeitgemaess\/\">die Linke im Bundestag<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Ein dreister Plan zur WM-Zeit<\/strong><br>\nManchmal ist sogar die CSU gegen die Obergrenze. Dann n&auml;mlich, wenn es um Geldzuwendungen geht. An diesem Freitag will die Gro&szlig;e Koalition die gesetzlich festgelegte Obergrenze f&uuml;r staatliche Zusch&uuml;sse an Parteien von 165 auf 190 Millionen Euro erh&ouml;hen. Das w&auml;ren auf einen Schlag 15 Prozent mehr. W&auml;hrend der Regelsatz von Hartz IV am 1. Januar gerade mal um 1,7 Prozent stieg, reicht den Regierungsparteien der j&auml;hrliche Inflationsausgleich nicht aus.<br>\nIhren Mehrbedarf begr&uuml;nden sie mit den &bdquo;horrenden Kosten&ldquo;, die ihnen durch neue Medien und teure Mitgliederentscheide entstehen. Um konkurrenzf&auml;hig zu bleiben, m&uuml;ssten sie k&uuml;nftig rund um die Uhr auf allen digitalen Plattformen pr&auml;sent sein. Eine selbstbewusste Mitgliederschaft verlange immer h&auml;ufiger Mitsprache bei Koalitionsvertr&auml;gen und Spitzenkandidaten. Mehr Demokratie kostet.<br>\nDoch in Wirklichkeit geht es den Regierungsparteien nicht um den ehrenwerten Versuch, die internen und externen Willensbildungsprozesse zu verbessern. Die ganz im Geheimen vorbereitete Geldbeschaffungsaktion ist die erste Vorsorgema&szlig;nahme f&uuml;r den n&auml;chsten Bundestagswahlkampf. Die Union wei&szlig;, dass sie f&uuml;r den Aufbau und die Durchsetzung eines Merkel-Nachfolgers oder einer Merkel-Nachfolgerin viel Geld in die Hand nehmen muss. Und die SPD l&auml;sst in ihrer soeben ver&ouml;ffentlichten &bdquo;Fehler-Analyse&ldquo; des Schulz-Wahlkampfs durchblicken, wof&uuml;r sie die zus&auml;tzlichen Millionen ben&ouml;tigt: Sie will das altmodisch und fehlerhaft arbeitende Willy-Brandt-Haus in ein &bdquo;kommunikatives Kraftzentrum&ldquo; umbauen und mit den &bdquo;notwendigen personellen Ressourcen ausstatten&ldquo;. Sie will &bdquo;die Besten-der-Besten-Campaigner&ldquo; einkaufen k&ouml;nnen und den &bdquo;digitalen Bereich massiv ausbauen&ldquo;. Den Parteif&uuml;hrungen geht es also weniger um Demokratisierung als um Zentralisierung.<br>\nDamit die Parteimitglieder und &bdquo;die Menschen drau&szlig;en im Lande&ldquo; aber nicht schon wieder zu murren beginnen, soll der dreiste Geldvermehrungsplan in Rekordzeit durchgezogen werden. Am 5. Juni hatten Kauder, Dobrindt und Nahles ihren Gesetzentwurf den Abgeordneten erstmals vorgelegt, in den Morgenstunden des 15. Juni wird ihn die GroKo-Mehrheit abnicken. Um 20 Uhr, wenn Spanien gegen Portugal kickt, soll alles vergessen sein.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/wolfgangmichal\/ein-dreister-plan-zur-wm-zeit\">der Freitag<\/a>\n<p><strong>dazu: Streit um Millionen-Spritze f&uuml;r Parteien<\/strong><br>\nLinkspartei pr&uuml;ft Klage gegen das Vorhaben der Bundesregierung, die staatliche Parteienfinanzierung von 165 auf 190 Millionen Euro auszuweiten<br>\nUnion und SPD wollen am Freitag gegen den Widerstand der Opposition die Ausweitung der staatlichen Parteienfinanzierung von 165 auf 190 Millionen Euro beschlie&szlig;en &ndash; die Linkspartei droht nun mit einer Klage. &raquo;Die Koalition muss den Gesetzentwurf zur&uuml;ckziehen&laquo;, erkl&auml;rte der Parlamentarische Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Linksfraktion, Jan Korte. &raquo;Wenn sie es nicht tut, werden wir eine Normenkontrollklage pr&uuml;fen.&laquo;<br>\nAllein k&ouml;nnte die LINKE eine solche Klage nicht anstrengen, da hierf&uuml;r ein Viertel der Mitglieder des Bundestages n&ouml;tig w&auml;re. Andere Oppositionsfraktionen m&uuml;ssten also mitziehen. [&hellip;]<br>\nKorte kritisierte das schnelle Verfahren im Schatten der Fu&szlig;ball-WM scharf. &raquo;Die Koalition schiebt etliche gesellschaftliche Themen auf die lange Bank, aber die eigenen Probleme beseitigt sie in neun Werktagen&laquo;, beklagte er. &raquo;Damit besch&auml;digen Union und SPD das Vertrauen in Politik und Demokratie.&laquo; Die &raquo;peinliche Eile&laquo; habe auch zu handwerklichen Fehlern gef&uuml;hrt. Bei der Anh&ouml;rung zum Thema im Innenausschuss h&auml;tten gleich drei Sachverst&auml;ndige den Entwurf als verfassungswidrig eingestuft. Die Linkspartei pl&auml;diert daf&uuml;r, einen Runden Tisch einzusetzen, um das Thema dort ausf&uuml;hrlich zu diskutieren. Als Vorsitzenden schlug Korte den fr&uuml;heren Bundestagspr&auml;sidenten Norbert Lammert vor, der nun Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung ist.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1091166.linke-prueft-klage-streit-um-millionen-spritze-fuer-parteien.html\">Neues Deutschland<\/a>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-44429","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/44429","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=44429"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/44429\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":44431,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/44429\/revisions\/44431"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=44429"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=44429"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=44429"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}