{"id":4453,"date":"2010-01-13T08:45:53","date_gmt":"2010-01-13T07:45:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4453"},"modified":"2014-11-25T10:02:23","modified_gmt":"2014-11-25T09:02:23","slug":"leiharbeit-kompakt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4453","title":{"rendered":"Leiharbeit: kompakt"},"content":{"rendered":"<p>Nach der Aufdeckung von Lohndumping durch die Drogeriekette Schlecker, die Teile der Stammbelegschaft durch Leiharbeiter ersetzte, die nur die H&auml;lfte des &uuml;blichen Gehalts bekommen, ist Leiharbeit zu einem &ouml;ffentlichen Thema geworden. Selbst Arbeitsministerin von der Leyen will &bdquo;genauer hinschauen&ldquo;. Sie tut so, als h&auml;tte sie dieser arbeitsmarktpolitische Skandal v&ouml;llig &uuml;berrascht. Dabei sind die Probleme schon l&auml;ngst bekannt. Wir dokumentieren aus aktuellem Anlass einige einschl&auml;gige Studien und Artikel. Wolfgang Lieb<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><strong>Hajo Holst, Oliver Nachtwey, Klaus D&ouml;rre: Funktionswandel von Leiharbeit <\/strong><br>\nEine Studie im Auftrag der Otto Brenner Stiftung<br>\n<em>(1) Unsere empirischen Befunde belegen, dass Leiharbeit in &ndash; m&ouml;glicherweise stilbildenden &ndash; Betrieben strategisch eingesetzt wird.<br>\nIm Falle ihrer strategischen Nutzung konstituiert Leiharbeit &uuml;ber ein prim&auml;r symbolisch vermitteltes Disziplinierungspotenzial hinaus ein strukturell verankertes Disziplinarregime.<br>\n(3) Zwischen der strategischen Nutzung und dem Kontrollregime besteht jedoch keine unmittelbare Kausalbeziehung.<br>\n(4) Equal pay, equal treatment muss im Zentrum einer Politik der Entprekarisierung stehen. Sinnvoll ist, diesen Ansatz zu einer Antidiskriminierungspolitik im Betrieb auszuweiten.<br>\n<\/em>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.otto-brenner-stiftung.de\/publikationen\/obs-arbeitshefte\/arbeitsmarktpolitik-beschaeftigungspolitik\/produktdetail\/149\/backpid\/137.html\">Otto Brenner Stiftung<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>Achim Vanselow\/Claudia Weinkopf:  Job-Wunder mit Nebenwirkungen:<\/strong><br>\n<strong>Entwicklungen in der Leiharbeit<\/strong><br>\nGut jeder dritte Betrieb mit 50 bis 249 Besch&auml;ftigten nutzte Zeitarbeit und bei den Betrieben mit 250 Besch&auml;ftigten oder mehr waren es sogar knapp 45%, und gerade bei gr&ouml;&szlig;eren Betrieben sind die Anteile der Leiharbeitskr&auml;fte an den Belegschaften z.T. deutlich gestiegen.<br>\nDie Anzahl der Zeitarbeitsfirmen hat sich seit Mitte der 1990er Jahre fast verdreifacht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/library.fes.de\/pdf-files\/wiso\/05768.pdf\">Friedrich-Ebert-Stiftung, WISO direkt [PDF &ndash; 114 KB]<\/a><\/li>\n<li><strong>DGB: Leiharbeit in Deutschland &ndash; F&uuml;nf Jahre nach der Deregulierung<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"?p=4153#h08\">DGB als PDF Dokument abrufbar auf den NachDenkSeiten Hinweis Ziffer 8.<\/a><\/li>\n<li><strong>Leiharbeiter werden l&auml;ngst neben Stammbesch&auml;ftigten eingesetzt<\/strong><br>\nMan werde gegen die schlimmsten Ausw&uuml;chse vorgehen, t&ouml;nt es derzeit aus CDU und FDP. Doch sind wirklich die schlimmsten Ausw&uuml;chse das Problem oder der Umstand, dass Leiharbeit zu einem konstitutiven Bestandteil des Arbeitsmarktes geworden ist? Leiharbeiter fangen l&auml;ngst nicht mehr nur Auftragsspitzen ab, sie werden zeitlich unbegrenzt &ndash; den rot-gr&uuml;nen Reformen &ldquo;sei Dank&rdquo; &ndash; neben Stammbesch&auml;ftigten eingesetzt. Dort arbeiten sie f&uuml;r einen Bruchteil des Lohnes ihrer Kollegen und f&uuml;hren diesen tagt&auml;glich vor Augen, wie schnell man selber zum Leiharbeiter werden kann.<br>\nWollte man dem Lohndumping Grenzen setzen, m&uuml;sste Schwarz-Gelb etwa die unter Rot-Gr&uuml;n legalisierte unbeschr&auml;nkte H&ouml;chstverleihdauer und die M&ouml;glichkeit zum systematischen Aushebeln des Prinzips &ldquo;Gleicher Lohn f&uuml;r gleiche Arbeit&rdquo; reformieren. Das aber setzt voraus, dass wir uns weder mit der Beschwichtigungspolitik &agrave; la Schlecker noch mit halbseidenen Reformen zufrieden geben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/debatte\/kommentar\/artikel\/1\/arbeiten-und-arm-bleiben\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Die rot-gr&uuml;nen &ldquo;Reformen&rdquo; in Sachen Leiharbeit wurden auch von der damaligen schwarz-gelben Opposition freundlich abgenickt. Die nun vom selbsternannten &ldquo;Arbeiterf&uuml;hrer&rdquo; R&uuml;ttgers oder von der Sprechblasenproduzentin von der Leyen herausposaunte &ldquo;Kritik&rdquo; an Schlecker ist daher heuchlerisch und wohl vor allem dem nordrhein-westf&auml;lischen Landtagswahlkampf geschuldet. Denn es ist keinesfalls eine neue Erkenntnis, da&szlig; Leiharbeitnehmern je nach Beruf nur 49 bis 73% des Lohns der sozialversicherungspflichtig Besch&auml;ftigten in dem selben Beruf gezahlt wird (<a href=\"http:\/\/guardianoftheblind.wordpress.com\/2009\/08\/21\/arbeit-in-deutschland-immer-prekaerer-immer-schlechter-bezahlt\/\">Sozio-oekonomisches Panel 2006<\/a>).<\/em><\/p>\n<p><em>Zudem &uuml;bt der zunehmende Einsatz von Leiharbeitern im wachsenden Ma&szlig;e Druck auch auf die L&ouml;hne und Geh&auml;lter der festangestellten Arbeitnehmer aus.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung WL:<\/strong> Aus der Stellungnahme des DGB zum geplanten Leiharbeitsbericht der Bundesregierung (30.01.2009): <\/em><\/p>\n<p>So haben allein die drei gro&szlig;en Verleiher im Jahre 2007 zusammen einen Gewinn von 1,43 Mrd. Euro erzielt. Nach Sch&auml;tzungen sind davon 18 %, also rund 260 Mio. Euro, am deutschen Markt erl&ouml;st worden. Davon verdiente Adecco 735 Mio. Euro (+20 % gegen&uuml;ber dem Vorjahr), Randstad 385 Mio. Euro (+7 %) und Manpower 310 Mio. Euro (+22 %)2. Diese hohen Gewinne werden mit nur geringen Investitionen und einem geringen Eigenkapital erzielt&hellip;<\/p>\n<p>Seit der Liberalisierung der Leiharbeit mit dem ersten Hartz-Gesetz wuchs die Leiharbeit j&auml;hrlich um 10 % bis 25 %. Zum Stichtag Juni 2008 sind 790.000 Menschen als Leiharbeiter besch&auml;ftigt. Allerdings ist die Fluktuation sehr hoch, so dass pro Jahr rund 1,1 Mio. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in ein Leiharbeitsverh&auml;ltnis ein- und auch wieder austreten&hellip;<\/p>\n<p>Es ist absehbar, dass der Markt f&uuml;r Geringqualifzierte bald &uuml;berwiegend von der Leiharbeit bestimmt wird. Dies wird die dauerhafte Eingliederung von Geringqualifizierten in den Arbeitsmarkt weiter erschweren. Schon heute sind 40 % der &bdquo;Hilfsarbeiter ohne T&auml;tigkeitsangabe&ldquo; als Leiharbeiter besch&auml;ftigt. Dies ist regional sogar noch st&auml;rker ausgepr&auml;gt. Eine Studie f&uuml;r Hamburg ergibt z. B. eine Leiharbeitsquote f&uuml;r Hilfsarbeiter von 59 %&hellip;<\/p>\n<p>Zwar weisen die in der Leiharbeit besch&auml;ftigten Arbeitskr&auml;fte eine im Schnitt niedrigere Qualifikation auf, doch die Mehrzahl von ihnen hat auch hier einen Berufsabschluss. Lediglich ein gutes Drittel der Leiharbeitskr&auml;fte (34,2 %) hat keine Berufsausbildung, aber 62,5 % haben einen Berufsabschluss und immerhin 3,3 % einen Fachhochschul- oder Hochschulabschluss&hellip;<\/p>\n<p>Verdr&auml;ngungsprozesse lassen sich vor allem im verarbeitenden Gewerbe feststellen. Dort hat es in den letzten Jahren den h&ouml;chsten Zuwachs an Leiharbeit gegeben. Der Anteil der Leiharbeiter betr&auml;gt in diesen Branchen inzwischen 4,5 % aller Besch&auml;ftigten, in der Metall- und Elektroindustrie sogar 6 %. In niedrig bezahlten Dienstleistungsberufen hingegen, wie z. B. im Bewachungsgewerbe und dem Reinigungsgewerbe, spielt Leiharbeit nur eine geringe Rolle.<br>\nLeiharbeit ist offensichtlich dort am attraktivsten, wo die Lohnabst&auml;nde zum Entleihbetrieb gro&szlig; sind. W&auml;hrend nach Auswertung des WSI Betriebspanel im produzierenden Gewerbe inzwischen 68 % der Betriebe Leiharbeit einsetzen, sind es im Handel nur 23 % und bei sonstigen Dienstleistungen 32 %. Im produzierenden Gewerbe hat Deutschland damit schon zur Spitzengruppe in Europa aufgeschlossen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/presse\/pressemeldungen\/pmdb\/pressemeldung_single?pmid=3577\">DGB siehe Link<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Engelen-Kefer: Gleicher Lohn f&uuml;r gleiche Arbeit<\/strong><br>\nBereits seit drei Jahren liegt ein Tarifvertrag der DGB Gewerkschaften und der gro&szlig;en Zeitarbeitsverb&auml;nde &uuml;ber Mindestl&ouml;hne vor. Nach dem damaligen Kompromiss der Gro&szlig;en Koalition h&auml;tte dieser Tarifvertrag schon l&auml;ngst als allgemeinverbindlich f&uuml;r die gesamte Branche erkl&auml;rt werden m&uuml;ssen.<br>\n&hellip; die im Zuge der Hartz-Gesetze 2003 erfolgte Schleusen&ouml;ffnung bei der Leiharbeit (ist) endlich wieder einzud&auml;mmen. Unerl&auml;sslich hierzu ist die gesetzliche Verankerung des Prinzips &bdquo;Gleicher Lohn f&uuml;r gleiche Arbeit&ldquo; ohne die M&ouml;glichkeit der Abweichung nach unten durch Tarifvertr&auml;ge, wie es das Arbeitnehmer&uuml;berlassungsgesetz derzeit vorsieht. Dar&uuml;ber hinaus muss das 2003 abgeschaffte so genannte &bdquo;Synchronisationsverbot&ldquo; schleunigst wieder eingef&uuml;hrt werden. Heute ist es Leiharbeitsagenturen erlaubt, ihre Leiharbeitnehmer zu entlassen, wenn der Auftrag bei der Entleihfirma beendet ist.<br>\nWelche Rechtfertigung gibt es dann &uuml;berhaupt f&uuml;r Leiharbeitsagenturen, h&ouml;here Geb&uuml;hren f&uuml;r die &Uuml;berlassung der Leiharbeitnehmer vom Entleiher zu verlangen als sie den Leiharbeitnehmern an L&ouml;hnen und sonstigen Sozialleistungen zugutekommen lassen, wenn sie per Gesetz von ihrer Verpflichtung als Arbeitgeber f&uuml;r die Leiharbeitnehmer entbunden worden sind? Diese &Ouml;ffnungen im Zuge der Hartz-Gesetze haben wesentlich zu der explosionsartigen Ausweitung der Leiharbeit in der Bundesrepublik beigetragen und die Wirtschaftskrise verst&auml;rkt. So wurde zwar auch die Besch&auml;ftigungsquote erh&ouml;ht, aber gleichzeitig der Niedriglohnsektor ausgeweitet. In der Krise waren die Leiharbeitnehmer als erste von Entlassungen und Arbeitslosigkeit betroffen. Es ist h&ouml;chste Zeit, die tariflichen und gesetzlichen Voraussetzungen zu schaffen, um Leiharbeit wieder einzugrenzen sowie Missbrauch und Dumping von L&ouml;hnen und Sozialbedingungen zu verhindern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.vorwaerts.de\/artikel\/missbrauch-bei-leiharbeit-bekaempfen\">Vorw&auml;rts<\/a><\/li>\n<li><strong>Leiharbeit Sklaverei und Jobmaschine<\/strong><br>\nDie Leiharbeit hat den Arbeitsmarkt systematisch ver&auml;ndert. Einst als Instrument in der Not gef&ouml;rdert, ist sie vielerorts zur Dauerl&ouml;sung geworden. Erst jetzt erkennen Politiker den Missbrauch. \n<p>Unternehmen nutzen Leiharbeit aus<br>\nIn Deutschland gibt es rund eine halbe Millionen Leiharbeiter &ndash; rund ein Drittel weniger als noch 2008, zu Beginn der weltweiten Wirtschaftskrise. Leiharbeiter geh&ouml;ren zu den ersten, die in der Krise ihren Arbeitsplatz verloren haben. Sie sind &uuml;berwiegend m&auml;nnlich, jung und gering qualifiziert. Ein Viertel ist j&uuml;nger als 25 Jahre, rund jeder Dritte hat lediglich einen Hauptschulabschluss oder Mittlere Reife ohne Berufsausbildung.<br>\nDie IG Metall geht davon aus, dass der kommende Aufschwung die Zahl der Leiharbeiter wieder drastisch erh&ouml;hen wird. Die Krise h&auml;tte gezeigt, wie einfach Leiharbeiter entlassen werden k&ouml;nnen, argumentiert die Gewerkschaft. Das sei ein starker Anreiz, auch bei steigendem Umsatz verst&auml;rkt auf Leiharbeiter zu setzen.<br>\nLeiharbeit ist l&auml;ngst viel mehr als nur ein Instrument zur &Uuml;berbr&uuml;ckung von kurzfristigen Personalengp&auml;ssen. Eine Studie des Sozialwissenschaftlers Klaus D&ouml;rre von der Universit&auml;t Jena zeigt, dass die Leiharbeit zunehmend &ldquo;strategisch&rdquo; eingesetzt wird. Strategisch bedeutet: Die Personalkosten sollen sinken, um die Rendite abzusichern. die IG Metall erwartet, dass es mittelfristig bis zu 2,5 Millionen Leiharbeiter in Deutschland geben k&ouml;nnte. Das w&auml;ren ungef&auml;hr neun Prozent aller sozialversicherungspflichtig Besch&auml;ftigten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/wirtschaft\/job\/leiharbeit-in-deutschland-flexibel-billig-und-schnell-kuendbar-1535065.html#utm_source=sternde-homepage&amp;utm_medium=buehne&amp;utm_campaign=link-tracking-buehne\">Stern<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Wir wissen, dass Rossmann auch Leiharbeiter besch&auml;ftigt<\/strong><br>\nMit dem Einlenken von Schlecker ist der Kampf gegen Dumpingl&ouml;hne bei Discountern noch nicht gewonnen. Ein Gespr&auml;ch mit Achim Neumann, Gewerkschaftssekret&auml;r der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und Unternehmensbetreuer bei Schlecker: &ldquo;Wir sind nicht in Feierlaune, wir haben nur einen Etappensieg errungen. Schlecker XL stellt auch direkt Mitarbeiter unter Tarif ein.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/01-13\/039.php?print=1\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><strong>Gleicher Lohn f&uuml;r Leiharbeit<\/strong><br>\nSchlecker ist vielleicht der dreisteste, sicher aber nicht der einzige S&uuml;nder. Mit der Zeitarbeit l&auml;uft einiges schief in Deutschland. Sinnvoll ist die flexible Besch&auml;ftigung, wenn sie Unternehmen hilft, Schwankungen im Personalbedarf kurzfristig auszugleichen. Arbeitgeber m&uuml;ssen die M&ouml;glichkeit haben, Spitzen beim Personalbedarf abzudecken, ohne sich langfristig zu binden. Nicht sinnvoll ist Leiharbeit, wenn sie dazu dient, den K&uuml;ndigungsschutz zu unterlaufen und L&ouml;hne zu dr&uuml;cken. Das ist Realit&auml;t geworden.<br>\nDie Deutschen sind stolz auf den hohen Standard der Arbeitnehmerrechte. Tats&auml;chlich f&auml;llt das Land laut OECD international durch eine Zwei-Klassen-Gesellschaft am Arbeitsmarkt auf. Damit meint die Wirtschaftsorganisation den Schutz vor Entlassungen, der zwischen Festangestellten und anderen Besch&auml;ftigten so weit auseinander klafft wie in kaum einem anderen Staat. Auch beim Lohn sind die Unterschiede ungew&ouml;hnlich gro&szlig;. Jeder achte Leiharbeiter verdient so wenig, dass er auf erg&auml;nzendes Hartz IV angewiesen ist. Die Kosten laden die Firmen so beim Steuerzahler ab. Wenn es die Arbeitsministerin ernst meint mit ihrem Kampf gegen Missbrauch, m&uuml;sste sie also nachlegen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2202201&amp;em_loc=1775&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/politik\/meinung\/&amp;em_ivw=fr_meinung\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>Die fatale Rolle der christlichen Gewerkschaft<\/strong><br>\nFOCUS Online sprach mit dem M&uuml;nsterschen Arbeitsrechtsprofessor Peter Sch&uuml;ren:<br>\nMan hat nur leider auch verschiedenen Akteuren die M&ouml;glichkeit gegeben, das System f&uuml;r ihre Zwecke zu missbrauchen.<br>\nAn vorderster Front ist die christliche Gewerkschaft CGZP zu nennen. Sie versorgt Arbeitgeber, die ihre Lohnkosten senken wollen, seit Jahren mit Wunschtarifvertr&auml;gen. So werden zum Beispiel gesetzliche Befristungsm&ouml;glichkeiten durch Pseudotarife ausgeweitet. Arbeitnehmer b&uuml;&szlig;en dadurch ihren K&uuml;ndigungsschutz ein. Auch die L&ouml;hne, die in den Tarifvertr&auml;gen der CGZP festgeschrieben sind, liegen regelm&auml;&szlig;ig deutlich unter den sonst &uuml;blichen S&auml;tzen. Das ist nat&uuml;rlich eine Versuchung f&uuml;r jeden Arbeitgeber: Niemand wird gerne freiwillig 13 Euro Stundenlohn f&uuml;r einen festangestellten Mitarbeiter bezahlen, wenn er dieselbe Arbeit f&uuml;r sechs Euro oder weniger von einem Leiharbeiter bekommen kann.<br>\nNur weil sich eine Gruppierung Gewerkschaft nennt, hei&szlig;t das noch lange nicht, dass sie auch Arbeitnehmerinteressen vertritt. Im Falle der CGZP handelt es sich um eine Organisation, die nicht einen einzigen Arbeitnehmer als Mitglied und die Arbeitgeber mit Wunschtarifvertr&auml;gen versorgt hat. Allerdings zeichnet sich ab, dass die Tage der CGZP gez&auml;hlt sind. Inzwischen hat ihr auch das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg die Tariff&auml;higkeit abgesprochen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/karriere\/arbeitsrecht\/der-fall-schlecker-die-fatale-rolle-der-christlichen-gewerkschaft_aid_469954.html\">Focus Online<\/a><\/li>\n<li><strong>Gewerkschaft warnt vor Explosion der Leiharbeit<\/strong><br>\nDie IG Metall warnt vor einem drastischen Anstieg der Leiharbeit &ndash; und stellt die bisherige Tarifpolitik der Gewerkschaften in Frage. Mittelfristig drohe die Zahl der Leiharbeiter auf 2,5 Millionen zu steigen, sagte IG-Metall-Vizechef Detlef Wetzel am Mittwoch in Frankfurt. Der Gewerkschafter begr&uuml;ndete diese Prognose unter anderem mit dem starken Anstieg der Leiharbeiterjobs im letzten Aufschwung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/1889841_IG-Metall-Gewerkschaft-warnt-vor-Explosion-der-Leiharbeit.html\">FR<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach der Aufdeckung von Lohndumping durch die Drogeriekette Schlecker, die Teile der Stammbelegschaft durch Leiharbeiter ersetzte, die nur die H&auml;lfte des &uuml;blichen Gehalts bekommen, ist Leiharbeit zu einem &ouml;ffentlichen Thema geworden. Selbst Arbeitsministerin von der Leyen will &bdquo;genauer hinschauen&ldquo;. Sie tut so, als h&auml;tte sie dieser arbeitsmarktpolitische Skandal v&ouml;llig &uuml;berrascht. 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