{"id":44681,"date":"2018-06-28T08:44:08","date_gmt":"2018-06-28T06:44:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44681"},"modified":"2018-06-28T08:44:08","modified_gmt":"2018-06-28T06:44:08","slug":"hinweise-des-tages-3149","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44681","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44681#h01\">Malta l&auml;sst &ldquo;Lifeline&rdquo; in Hafen einlaufen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44681#h02\">Warum wir eine neue Sammlungsbewegung brauchen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44681#h03\">Mindestlohn: Wer den Cent nicht ehrt &hellip;? Eine Anhebung um 51 Cent brutto, gestreckt &uuml;ber zwei Jahre. Ab 2019<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44681#h04\">Von stinkenden Toiletten und br&ouml;ckelnden Decken: Der Investitionsbedarf an unseren Schulen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44681#h05\">Der Bund muss selber Wohnungen bauen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44681#h06\">Lebensversicherer d&uuml;rfen weniger auszahlen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44681#h07\">Wirtschaft in Gesellschaft &ndash; Perspektiven sozio&ouml;konomischer Bildung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44681#h08\">Hackbacks: Rechtsgutachten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44681#h09\">Einflussk&auml;mpfe im Westpazifik (I)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44681#h10\">Kippa und Kopftuch im Klassenraum erw&uuml;nscht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44681#h11\">Sag mir, wo die Blumen sind<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44681#h12\">&hellip; wer ist die Alternativloseste im ganzen Land?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44681#h13\">Das Letzte: Deutschlands Aus macht Blick f&uuml;r die Probleme der WM frei &ndash; ein Kommentar<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Malta l&auml;sst &ldquo;Lifeline&rdquo; in Hafen einlaufen<\/strong><br>\n(&hellip;) Die Bundesl&auml;nder Niedersachsen, Berlin, Brandenburg, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein hatten sich bereit erkl&auml;rt, Fl&uuml;chtlingen der &ldquo;Lifeline&rdquo; aufzunehmen. Bundesinnenminister Horst Seehofer nannte als Bedingung f&uuml;r eine Aufnahme, dass das Schiff festgesetzt werde. &ldquo;Wir m&uuml;ssen verhindern, dass es zu einem Pr&auml;zedenzfall wird&rdquo;, so Seehofer.<br>\nSeehofer sagte, seine Bedingungen habe er auch Au&szlig;enminister Heiko Maas mitgeteilt. Dessen Ministerium w&uuml;rde sich um die Details k&uuml;mmern. Zwischen Libyen und S&uuml;deuropa d&uuml;rfe es kein &ldquo;Shuttle&rdquo; geben, sagte Seehofer. In einer nicht-&ouml;ffentlichen Sitzung des Innenausschusses sagte er Mitgliedern zufolge dar&uuml;ber hinaus, dass die deutsche Crew zur Rechenschaft gezogen werden m&uuml;sse.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/malta-lifeline-101.html%20\">Tagesschau.de<\/a>\n<p><strong>dazu: Offener Brief von Lifeline an den Innenminister der Bundesrepublik Deutschland, Horst Seehofer<\/strong><br>\nBetreff: Wir retten Leben, wen retten Sie?<br>\nSehr geehrter Herr Minister Seehofer,<br>\nder Presse entnehmen wir, dass Sie sich daf&uuml;r einsetzen, dass das Schiff unserer Seenotrettungs-NGO beschlagnahmt werden soll und gegen die Crew strafrechtlich ermittelt wird. Wir entnehmen der Presse, dass Sie von &ldquo;Shuttle&rdquo;-Service sprechen. Unabh&auml;ngig davon, dass wir darauf hinweisen wollen, dass wir Menschen im t&ouml;dlichsten Seenotrettungsgebiet der Welt aus Lebensgefahr retten und daf&uuml;r angeklagt werden, haben wir einige Anmerkungen und Fragen:<br>\nEs f&uuml;hlt sich besch&auml;mend an, dass die Bundesregierung durch die Behinderung der Seenotrettung dazu beitr&auml;gt, dass mehr Menschen im Mittelmeer sterben. Haben Sie Studien, eine Statistik oder ein Bauchgef&uuml;hl, mit dem Sie diese Toten rechtfertigen k&ouml;nnen?<br>\nStellen Sie sich vor, wie es ist, wenn Menschen gefoltert und versklavt und vergewaltigt werden &ndash; ganz bildlich in Libyen. Stellen Sie sich vor, wie diese Menschen in ihrer Verzweiflung alles tun, um Libyen entkommen zu k&ouml;nnen. Stellen Sie sich vor, dass der einzige Weg ein Schlauchboot ist und dass man f&uuml;r diesen lebensgef&auml;hrlichen Weg dann noch viel Geld bei kriminellen und gewaltt&auml;tigen Schlepperbanden bezahlen muss.<br>\nStellen Sie sich vor, dass dort M&auml;nner, Frauen und Kinder &ndash; die nie schwimmen gelernt haben &ndash; auf &uuml;berf&uuml;llten Booten ins Wasser fallen &ndash; ohne Schwimmweste. Stellen Sie sich den Kampf gegen das Wasser vor, das langsam aber sicher ihre Lungen f&uuml;llt, bis sie ertrinken. Stellen Sie sich vor, dass Sie fordern, dass diesen Menschen nicht geholfen wird. Und wenn Sie bereit sind, sich das vorzustellen und nun sagen: &ldquo;Aber ohne die Nichtregierungsorganisationen g&auml;be es das ja nicht&rdquo;, dann m&uuml;ssen wir Ihnen sagen: Sie liegen falsch. Nicht weil wir eine andere Meinung haben, sondern weil die meisten Menschen in den letzten Jahren gar nicht von NGOs gerettet wurden und weil wir wissen, dass die Menschen auch h&ouml;here Risiken eingehen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/mission-lifeline.de\/de\/presse\/offener-brief-an-den-innenminister-wir-retten-leben-wen-retten-sie\">Mission Lifeline<\/a><\/p>\n<p><strong>dazu auch: Der Streit um die Fl&uuml;chtlingspolitik &ndash; kurz erkl&auml;rt<\/strong><br>\nIn der Praxis hat Merkels Vorsto&szlig; aber dazu gef&uuml;hrt, dass nun alle national argumentieren. Beim Krisengipfel am Sonntag war man sich nur einig, dass man sich nicht einig ist &ndash; und auch keine EU-Beschl&uuml;sse sucht. Stattdessen soll es zun&auml;chst nur um &ldquo;operative L&ouml;sungen&rdquo; gehen &ndash; wie im Fall des Rettungsboots &ldquo;Lifeline&rdquo;. Dort erleben wir das Geschacher zwischen nationalen Beh&ouml;rden &ndash; EUropa bleibt auf der Strecke&hellip; dabei kommen heute weniger Fl&uuml;chtlinge an als vor der Fl&uuml;chtlingskrise 2015. Wir erleben im Kern also keine neue Fl&uuml;chtlingskrise, sondern eine politische Krise um den Umgang mit Fl&uuml;chtlingen!<br>\nDie EU-Institutionen zeigen sich dieser Krise nicht gewachsen &ndash; denn sie untergr&auml;bt das Vertrauen und die Solidarit&auml;t der 28 Mitgliedstaaten. Dabei war die EU doch daf&uuml;r geschaffen worden, beides zu organisieren&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/lostineu.eu\/der-streit-um-die-fluechtlingspolitik-kurz-erklaert\/\">Lost in Europe<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Warum wir eine neue Sammlungsbewegung brauchen<\/strong><br>\nDie liberale Demokratie befindet sich in einer tiefen Krise. &Auml;u&szlig;eres Zeichen sind die Wahlsiege rechtsnationaler, offen illiberaler Kr&auml;fte &ndash; von Donald Trump &uuml;ber Victor Orb&aacute;n bis zu Matteo Salvini. Auch in Deutschland taumeln die ehemaligen Volksparteien von einer Wahlniederlage zur n&auml;chsten und erreichen gemeinsam gerade noch ein gutes Drittel aller Wahlberechtigten.<br>\nDie Ursache solcher Verschiebungen in der politischen Tektonik liegt auf der Hand: Es ist die Entt&auml;uschung, Ver&auml;rgerung, ja aufgestaute Wut erheblicher Teile der Bev&ouml;lkerung &uuml;ber politische Entscheidungstr&auml;ger, die seit vielen Jahren nicht mehr f&uuml;r sich in Anspruch nehmen k&ouml;nnen, im Auftrag oder auch nur im Interesse der Mehrheit zu handeln.<br>\nDie einstigen Volksparteien, einschlie&szlig;lich ihrer liberalen und gr&uuml;nen Partner, sind mittlerweile so ununterscheidbar geworden, dass Wahlen zur Farce und demokratische Rechte substanzlos werden. Alle genannten Parteien stehen f&uuml;r eine Globalisierung nach dem Gusto transnationaler Gro&szlig;unternehmen &ndash; als w&auml;re das die einzige M&ouml;glichkeit, internationalen Austausch im Zeitalter der Digitalisierung und moderner Transportwege zu organisieren.<br>\nSie alle predigen die vermeintliche Unf&auml;higkeit des Nationalstaats, seine B&uuml;rger vor Dumpingkonkurrenz und dem Renditedruck internationaler Finanzinvestoren zu sch&uuml;tzen. Sie alle vertreten somit einen Wirtschaftsliberalismus, der die Warnungen der Freiburger Schule vor der Konzentration von Wirtschaftsmacht in den Wind geschrieben hat und deren fatale Folgen nicht nur f&uuml;r Innovation und Kundenorientierung, sondern auch f&uuml;r die Demokratie ignoriert.<br>\nUnd sie alle haben diesem Uralt-Liberalismus, der aus der Zeit vor der Entstehung moderner Sozialstaaten stammt, die glitzernde H&uuml;lle linksliberaler Werte &uuml;bergestreift, um ihm ein Image von Modernit&auml;t, ja moralischer Integrit&auml;t zu geben. Weltoffenheit, Antirassismus und Minderheitenschutz sind das Wohlf&uuml;hl-Label, um r&uuml;de Umverteilung von unten nach oben zu kaschieren und ihren Nutznie&szlig;ern ein gutes Gewissen zu bereiten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/debatte\/kommentare\/article178121522\/Gastbeitrag-Warum-wir-eine-neue-Sammlungsbewegung-brauchen.html\">Sahra Wagenknecht in der Welt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Mindestlohn: Wer den Cent nicht ehrt &hellip;? Eine Anhebung um 51 Cent brutto, gestreckt &uuml;ber zwei Jahre. Ab 2019<\/strong><br>\nDie Kommission hat getagt &ndash; und das geboren, was einerseits zu erwarten war. Eine Anhebung des gesetzlichen Mindestlohnes um 35 Cent auf 9,19 Euro brutto. Pro Stunde. Ab dem 1. Januar 2019, also in einigen Monaten. Seit der Einf&uuml;hrung der gesetzlichen Lohnuntergrenze f&uuml;r fast, aber nicht alle zum 1. Januar 2015 ist es die zweite Anhebung. Die erste wurde vor zwei Jahren beschlossen. Damals hatte die Mindestlohnkommission entschieden, ab dem 1. Januar 2017 eine Anhebung um genau 34 Cent vorzuschlagen, was das Bundesarbeitsministerium dann auch exekutiert hat. Wie kam man auf so einen krummen Betrag? Das erschlie&szlig;t sich nur, wenn man in das f&uuml;r die Kommission ma&szlig;gebliche Gesetz, das Mindestlohngesetz (MiLoG) schaut und dort in den &sect; 9. In dessen Absatz 2 findet man diese Vorschrift: &raquo; Die Mindestlohnkommission orientiert sich bei der Festsetzung des Mindestlohns nachlaufend an der Tarifentwicklung.&laquo;<br>\nUnd genau das hat man im Sommer des Jahres 2016 dem Grunde nach zur Anwendung gebracht: Damals lag der Tarifindex f&uuml;r den Zeitraum 1. Januar 2015 bis 30. Juni 2016 der Entscheidung zugrunde. Danach h&auml;tte der Mindestlohn zum 1. Januar 2017 auf 8,77 Euro steigen d&uuml;rfen. Moment, es sind doch aber 8,84 Euro geworden? Deshalb ja auch &bdquo;dem Grunde nach&ldquo;, denn damals gab es das Problem, dass der kurz zuvor geschlossene Tarifvertrag f&uuml;r den &Ouml;ffentlichen Dienst, der aber erst zum August 2016 in Kraft getreten ist, formal nicht f&uuml;r die Anpassungsentscheidung ber&uuml;cksichtigt werden durfte. Au&szlig;er, die Kommission trifft eine davon abweichende Entscheidung, was sie auch getan hat. Auf Wunsch der Gewerkschaftsseite. Resultat: 8,84 Euro. Aber: Zugleich wurde vereinbart, dass die urspr&uuml;nglich aus dem Tarifindex abgeleiteten 8,77 Euro die Basis f&uuml;r die n&auml;chste Mindestlohnerh&ouml;hung sein sollen. Um die es heute ging. Insofern hatte sich damals an der engen Regelbindung nichts ge&auml;ndert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/aktuelle-sozialpolitik.de\/2018\/06\/26\/mindestlohn-anhebung-ab-2019\/#more-4306\">Aktuelle Sozialpolitik<\/a>\n<p><strong>dazu: Tarifvertr&auml;ge braucht das Land<\/strong><br>\nVon steigenden L&ouml;hnen profitieren vor allem Gutverdienende &ndash; auch tarifgebundene Betriebe zahlen besser. Doch zugleich w&auml;chst der Niedriglohnsektor. Als Gegenma&szlig;nahme dazu wurde erfolgreich der Mindestlohn eingef&uuml;hrt, der nun in zwei Stufen auf 9,35 Euro erh&ouml;ht wird. Das ist aber l&auml;ngst noch nicht existenzsichernd.<br>\nSeit Jahrzehnten w&auml;chst in Deutschland die Ungleichheit sowohl bei den Einkommen wie den Verm&ouml;gen. Das birgt &ouml;konomische, soziale und politische Probleme und r&uuml;ckt daher immer st&auml;rker ins Zentrum der gesellschaftlichen Debatte. Zu erkennen ist die ungleiche Entwicklung, wenn die Einkommen von abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten mit denen der Selbstst&auml;ndigen verglichen werden. Pr&auml;zise formuliert: wenn die Lohnquote untersucht wird, der Anteil der Arbeitnehmerentgelte am Volkseinkommen. Sie ging in den vergangenen Jahren zur&uuml;ck und umgekehrt stieg der Anteil der Gewinn- und Verm&ouml;genseinkommen. Anfang der 2000er-Jahre betrug die Lohnquote rund 72 Prozent, derzeit liegt sie bei 68 Prozent. (&hellip;)<br>\nZahlreiche Arbeitgeber umgehen allerdings den gesetzlichen Mindestlohn; die Kontrollen, um dieses illegale Verhalten zu bek&auml;mpfen, reichen nicht aus. Der Mindestlohn liegt aktuell bei etwa der H&auml;lfte des mittleren Stundenlohns (Medianlohn). Existenzsichernd w&auml;re er erst, wenn er in den kommenden Jahren st&auml;rker steigen w&uuml;rde als die Tarifl&ouml;hne.<br>\nAngemessene Verdienste oberhalb des Mindestlohns w&auml;ren wiederum nur mit gest&auml;rkten Tarifvertragssystemen zu erreichen. Seit 2015 ist es immerhin leichter geworden, einen Tarifvertrag f&uuml;r alle Betriebe einer Branche als allgemeinverbindlich zu erkl&auml;ren, also auch f&uuml;r die nicht tarifgebundenen. Bei allgemeinverbindlichen Tarifvertr&auml;gen gelten die Bedingungen und neu ausgehandelten Lohnerh&ouml;hungen f&uuml;r alle Besch&auml;ftigten einer Branche. Derzeit sind rund 440 Tarifvertr&auml;ge allgemeinverbindlich, das sind lediglich 1,5 Prozent der Branchentarifvertr&auml;ge. Hier gibt es offenkundig noch Luft nach oben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/gegenblende.dgb.de\/artikel\/++co++91fd7ddc-791c-11e8-9bc7-52540088cada\">Gegenblende<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Vielleicht k&ouml;nnte der DGB und viele seiner Einzel-Gewerkschaften seine Haltung zur &ldquo;Hartz&rdquo;-Gesetzgebung aufarbeiten. Der anf&auml;ngliche Protest dagegen und gegen die Agenda 2010 der rot-gr&uuml;nen Schr&ouml;der\/Fischer-Bundesregierung wurde aufgegeben. Dabei h&auml;tte bereits damals bekannt sein m&uuml;ssen, dass mit der Einf&uuml;hrung dieser neuen Gesetze ohne existenzsichernden Mindestlohn der Druck auf die Arbeitnehmerschaft zunehmen und deren Mitgliedschaft in den DGB-Gewerkschaften abnehmen w&uuml;rden. Hatten seinerzeit der DGB und seine Einzel-Gewerkschaften einen fl&auml;chendeckenden und gesetzlichen Mindestlohn nicht sogar abgelehnt?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Von stinkenden Toiletten und br&ouml;ckelnden Decken: Der Investitionsbedarf an unseren Schulen<\/strong><br>\nUm die Schulgeb&auml;ude in Deutschland ist es nicht gut bestellt. Viel zu lange wurde viel zu wenig investiert &ndash; mit den Folgen dessen werden wir heute konfrontiert. Und Besserung ist nicht in Sicht.<br>\nIn den skandinavischen L&auml;ndern gilt der Schulraum als &raquo;dritter P&auml;dagoge&laquo; &ndash; neben den Mitsch&uuml;lerinnen und Mitsch&uuml;lern sowie den Lehrenden. Schulen und Klassenzimmer sollen flexibel nutzbar und individuell gestaltet sein &ndash; ein angenehmer Raum, so die Erkenntnis in den nordischen Staaten, wirkt positiv auf das Lernklima und die Konzentration.<br>\nGemessen an dieser Einsicht in die Bedeutung der Schulinfrastruktur ist der Zustand vieler Schulen in Deutschland mehr als ern&uuml;chternd. Die allermeisten sind entweder alte oder rein funktionale Geb&auml;ude. Hinzu kommt, dass immer mehr Schulgeb&auml;ude in einem maroden und bauf&auml;lligen Zustand sind. Die Benutzung von Toiletten ist oft eine Zumutung, und der Putz br&ouml;ckelt buchst&auml;blich von der Decke.<br>\nSchulen sind ein Teil der staatlichen Infrastruktur &ndash; hierzu z&auml;hlen alle dauerhaften Wirtschaftsg&uuml;ter wie Stra&szlig;en, Schulen, Rath&auml;user, Feuerwehrautos usw., die sich im Besitz der &ouml;ffentlichen Hand befinden. Ausgaben f&uuml;r Erhalt und Erweiterung der staatlichen Infrastruktur werden als staatliche Investitionen bezeichnet. Die Zust&auml;ndigkeit f&uuml;r die Schulgeb&auml;ude liegt in Deutschland auf der kommunalen Gebietsk&ouml;rperschaftsebene &ndash; das hei&szlig;t insbesondere bei Landkreisen und kreisfreien St&auml;dte.<br>\nIn den vergangenen gut vier Jahrzehnten ist ein R&uuml;ckgang der staatlichen Investitionen zu verzeichnen, und die Investitionst&auml;tigkeit der &ouml;ffentlichen Hand in Deutschland f&auml;llt im internationalen Vergleich in der j&uuml;ngeren Vergangenheit relativ schwach aus. Besonders stark r&uuml;ckl&auml;ufig waren dabei die Investitionen auf der kommunalen Ebene (Eicker-Wolf\/Truger 2017a: 178 ff.). Urs&auml;chlich verantwortlich hierf&uuml;r sind vor allem Konsolidierungsma&szlig;nahmen, die wiederum eine viel zu geringe Finanzausstattung der Kommunen zum Hintergrund haben.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.blickpunkt-wiso.de\/post\/2224\">Blickpunkt WiSo<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Butterwegge: Baukindergeld ist fehlgeleitete Subvention<\/strong><br>\nDer K&ouml;lner Armutsforscher Christoph Butterwegge hat die Einigung der Koalition beim Baukindergeld als &ldquo;fehlgeleitete Subvention&rdquo; kritisiert. &ldquo;Diese Ma&szlig;nahme ist ein Schritt in die falsche Richtung&rdquo;, sagte Butterwegge der Rhein-Neckar-Zeitung (Heidelberg, Donnerstagausgabe). &ldquo;Sie f&ouml;rdert Familien, die zus&auml;tzliches Geld gr&ouml;&szlig;tenteils vermutlich gar nicht brauchen.&rdquo; Diese f&uuml;hre zu Mitnahmeeffekten, so Butterwegge. &ldquo;Man erreicht damit gerade nicht jene Familien, die in Ballungsr&auml;umen kaum noch bezahlbaren Wohnraum finden.&rdquo; Als Mittel gegen den Mangel an Wohnraum forderte Butterwegge mehr Investitionen in den sozialen Wohnungsbau. &ldquo;Genossenschaftlicher und kommunaler Wohnungsbau muss wieder st&auml;rker gef&ouml;rdert werden&rdquo;, sagte er. Die von der Regierung zugesagten zus&auml;tzlichen Mittel von 500 Millionen Euro seien &ldquo;nur ein Tropfen auf den hei&szlig;en Stein&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/66730\/3982636\">Presseportal<\/a>\n<p><strong>dazu: Der Bund muss selber Wohnungen bauen<\/strong><br>\nDer Bund ist einer der gr&ouml;&szlig;ten Grund- und Immobilienbesitzer. Man k&ouml;nnte meinen, mit diesem Besitz nimmt er den Druck von explodierenden Miet- und Bodenm&auml;rkten. Doch das Gegenteil ist der Fall. Seit 2014 hat die Bundesanstalt f&uuml;r Immobilienaufgaben (Bima) ihren Wohnungsbestand halbiert. In den letzten vier Jahren wurden mindestens 34.000 Wohnungen privatisiert. Dieser eigentlich skandal&ouml;se Umstand ist leider ihr gesetzlicher Auftrag: Verkauf zum H&ouml;chstgebot. Dieses Privatisierungsdogma bei&szlig;t sich massiv mit der Erhaltung und Bereitstellung bezahlbarer Wohnungen und einer sozialen Bodenpolitik.<br>\nIm Zuge des Fl&uuml;chtlingsgipfels und unter gro&szlig;em politischen Druck wurde 2015 die verbilligte Abgabe von bundeseigenen Grundst&uuml;cken an Kommunen &ndash; zu Zwecken des sozialen Wohnungsbaus &ndash; durchgesetzt. Doch von den 1475 Liegenschaften, welche die Bima im letzten Jahr verkaufte, gab sie lediglich sieben verbilligt ab. Nur 334 Sozialwohnungen sollen auf diesen Fl&auml;chen entstehen. Das entspricht knapp 0,5 Prozent der j&auml;hrlichen Verk&auml;ufe. Die &bdquo;Verbilligungs&ldquo;-Richtlinie hat sich als Rohrkrepierer erwiesen. Die Kommunikation zwischen Bund und Kommunen stimmt nicht. Und nicht in jeder Kommune gibt es &ndash; wie in Berlin &ndash; bereits ein Umdenken zugunsten einer sozialen Wohnungspolitik. Seit langem ist die Praxis der Bundesanstalt in der Kritik und Gegenstand parlamentarischer ebenso wie au&szlig;erparlamentarischer Opposition. Wir fordern als Linksfraktion die Abkehr vom H&ouml;chstpreisgebot.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.linksfraktion.de\/themen\/nachrichten\/detail\/der-bund-muss-selber-wohnungen-bauen\/\">die Linke im Bundestag<\/a><\/p>\n<p><strong>und: Familienentlastungsgesetz im Kampf gegen Kinderarmut v&ouml;llig ungeeignet<\/strong><br>\n&bdquo;Das Familienentlastungsgesetz verdient seinen Namen nicht, denn es geht an den Familien vorbei, die es am dringendsten ben&ouml;tigen. Familien in Hartz-IV-Bezug und Einelternfamilien, die Unterhaltsvorschuss beziehen, gehen leer aus. Die Erh&ouml;hung des Kindergelds wird vollst&auml;ndig auf ihre Leistungen angerechnet und von Kinderfreibetr&auml;gen profitieren nur gut verdienende Familien&ldquo;, sagt Katrin Werner, familienpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. Werner weiter:<br>\n&bdquo;Damit ist das Gesetz im Kampf gegen Kinderarmut v&ouml;llig ungeeignet. Es kommt vor allem den Familien mit mittleren und hohen Einkommen zugute. Sinnvoller w&auml;re es, den Kinderzuschlag schnell bedarfsgerecht auszuweiten und so auszugestalten, dass er f&uuml;r alle armutsbetroffenen Familien zur Verf&uuml;gung steht. Dazu w&auml;re es notwendig, die Anrechnung auf Unterhalt und Unterhaltsvorschuss abzuschaffen.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.linksfraktion.de\/presse\/pressemitteilungen\/detail\/familienentlastungsgesetz-im-kampf-gegen-kinderarmut-voellig-ungeeignet\/\">die Linke im Bundestag<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Lebensversicherer d&uuml;rfen weniger auszahlen<\/strong><br>\nDeutsche Lebensversicherer d&uuml;rfen ihren Kunden weniger auszahlen als versprochen. Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe (BGH) hat eine entsprechende Neuregelung des Rechts als verfassungsgem&auml;&szlig; eingestuft. [&hellip;]<br>\nBis zur Gesetzes&auml;nderung mussten die Versicherer die Kunden zur H&auml;lfte an den Bewertungsreserven beteiligen. Jetzt gilt, dass die garantierten Leistungen anderer Versicherter nicht gef&auml;hrdet werden d&uuml;rfen. Die Konzerne k&uuml;rzten als Konsequenz daraus oftmals die Beteiligung an den Bewertungsreserven.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/meine-finanzen\/versichern-und-schuetzen\/bgh-lebensversicherer-duerfen-weniger-auszahlen-15662177.html%20\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Das ist legaler Betrug. Denn nicht die anderen Kunden werden hier (vorgeblich) geschont, sondern die Lebensversicherungsgesellschaft und ihre Eigent&uuml;mer. Diese sind Vertragspartner der jetzt geprellten Kunden und m&uuml;ssten die Verluste tragen, die sie stattdessen auf die Kunden abw&auml;lzen d&uuml;rfen.<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: Bundesfinanzministerium sieht Gefahren bei 34 Lebensversicherern<\/strong><br>\nDas Bundesfinanzministerium sieht m&ouml;gliche finanzielle Probleme bei 34 Lebensversicherern.<br>\nMehr als ein Drittel steht unter versch&auml;rfter Beobachtung. Verbrauchersch&uuml;tzer sind alarmiert. Die anhaltende Niedrigzinsphase gef&auml;hrdet das Gesch&auml;ftsmodell der Lebensversicherer. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht des Bundesfinanzministeriums an den Finanzausschuss des Bundestags, der am Mittwoch ver&ouml;ffentlicht worden ist. Demnach drohen 34 von 84 Lebensversicherern &bdquo;mittel- bis langfristig finanzielle Schwierigkeiten&ldquo;. Die Unternehmen st&uuml;nden unter &bdquo;intensivierter Aufsicht&ldquo; durch die deutsche Finanzaufsicht Bafin. Sie m&uuml;ssen halbj&auml;hrlich berichterstatten. Die Unternehmen m&uuml;ssten dabei erl&auml;utern, ob ihre Ma&szlig;nahmen zur Finanzierung der zugesagten Auszahlungen wirken, und was das f&uuml;r die finanzielle Lage des Versicherers bedeute.<br>\nLaut dem Evaluierungsbericht zum Lebensversicherungsreformgesetz will die Bundesregierung k&uuml;nftig die finanziellen Belastungen f&uuml;r die Versicherer aus dem wegen der Niedrigzinsphase vorgeschriebenen Zinspuffer, der sogenannten Zinszusatzreserve, reduzieren.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/finanzen\/banken-versicherungen\/finanzielle-probleme-bundesfinanzministerium-sieht-gefahren-bei-34-lebensversicherern\/22741374.html\">Handelsblatt<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Und das, obwohl die Lebensversicherer wieder und wieder von der Politik gepampert werden und nicht einmal ihre Vertr&auml;ge gegen&uuml;ber den Kunden einhalten <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/meine-finanzen\/versichern-und-schuetzen\/bgh-lebensversicherer-duerfen-weniger-auszahlen-15662177.html\">m&uuml;ssen<\/a>. Ein vollkommen gescheitertes Konzept, dass die offizielle Politik weiterhin gegen jeden Verstand als Ersatz f&uuml;r die gesetzliche Umlagerente propagiert.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung Andr&eacute; Tautenhahn:<\/strong> &Uuml;ber den Bericht hatte zuerst die Bild-Zeitung geschrieben. Er dient wohl in erster Linie dazu, die Position der Lebensversicherer zu verbessern. Je dramatischer die Lage beschrieben wird, desto plausibler erscheint die Forderung der Branche nach einer Senkung der R&uuml;ckstellungen f&uuml;r die Zinszusatzreserve. Die Zinszusatzreserve gibt es erst seit 2011 und sollte den Konzernen dabei helfen, die n&ouml;tigen Mittel aufzubringen, um ihre Garantieversprechen zu halten.<\/em><\/p>\n<p><em>Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass das Bundesfinanzministerium einen Provisionsdeckel einf&uuml;hren will. Konkrete Ausf&uuml;hrungen dazu gibt es aber nicht, was erneut auf eine Nebelkerze hindeutet. Denn bereits mit dem Lebensversicherungsreformgesetz von 2014 ist &uuml;ber die hohen Provisionen diskutiert worden. Doch die Politik hat wie so oft nur auf Zusagen und die Freiwilligkeit der Konzerne <a href=\"http:\/\/www.manager-magazin.de\/finanzen\/versicherungen\/lebensversicherungsreformgesetz-das-grosse-scheitern-a-1212973.html\">gesetzt<\/a>. <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Wirtschaft in Gesellschaft &ndash; Perspektiven sozio&ouml;konomischer Bildung<\/strong><br>\nNicht nur der wirtschaftswissenschaftliche Mainstream, sondern auch das Gros der Wirtschaftsdidaktiker sorgt f&uuml;r monodisziplin&auml;re Lehrinhalte, der wesentliche Bez&uuml;ge zu aufschlussreichen Disziplinen ausblendet.<br>\nMit der &bdquo;&Ouml;konomisierung der Lebenswelten&ldquo; korrespondiert eine geradezu einzigartige Ausweitung der Gegenstandsbereiche wirtschaftswissenschaftlicher Denk- und Deutungsmuster. &Ouml;konomische Kategorien, Paradigmen und method(olog)ische Grundannahmen wie etwa der Markt, das Kosten-Nutzen-Kalk&uuml;l oder das rational handelnde Individuum wurden in den Rang von &bdquo;Realfiktionen&ldquo; erhoben, um vormals origin&auml;r gesellschaftliche, historische oder politische Sachverhalte zu analysieren.<br>\nDieser &bdquo;&ouml;konomische Imperialismus&ldquo;, mit dem politische Motivationen, Entscheidungen und Handlungen dem Muster der rationalen Kosten-Nutzen-&Uuml;berlegungen von Marktkontrahenten angeglichen werden, hat zwar mitunter neue Einsichten geliefert. Er verfehlt aber vollkommen die &ndash; von der &bdquo;Alten Politischen &Ouml;konomie&ldquo; angestrebte &ndash; Aufgabe, den Wandel politischer, gesellschaftlicher und historischer Konstellationen zu ber&uuml;cksichtigen, die bei einer von Isolation gepr&auml;gten wirtschaftswissenschaftlichen Sicht vernachl&auml;ssigt werden. (&hellip;)<br>\nUm die wechselseitigen Bez&uuml;ge zwischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft wie auch ihre bisweilen unterschiedlichen Logiken analysieren zu k&ouml;nnen, m&uuml;ssen Lehr- \/Lerninhalte jedoch so thematisiert werden, dass sich Verbindungslinien zwischen diesen Sph&auml;ren ziehen lassen. Nur so kann die paradigmatische und thematische Pluralit&auml;t &ouml;konomischer Sichtweisen akzentuiert werden, um der viel zitierten M&uuml;ndigkeit in Verbindung mit Entscheidungs-, Handlungs- und Probleml&ouml;sef&auml;higkeit als &uuml;bergeordnetem Bildungsziel gerecht zu werden. Lehr- \/Lernprozesse k&ouml;nnen schlie&szlig;lich nur dann als erfolgreich klassifiziert werden, wenn (eigene) Meinungen und Urteile &uuml;berdacht, pr&auml;zisiert, reflektiert, verifiziert oder gegebenenfalls auch falsifiziert werden (k&ouml;nnen).<br>\nIm Gegensatz zu einer auf Affirmation zielenden &ouml;konomischen Bildung erhebt sozio&ouml;konomische Bildung den Anspruch, gesellschaftliche und &ouml;konomische Entwicklungen kritisch zu reflektieren. Um den f&uuml;r unser (allgemeinbildendes) Schulsystem konstitutiven emanzipatorischen Anspruch von Bildung einzul&ouml;sen, bedarf es daher eines multi-, inter- und\/oder transdisziplin&auml;ren Zugangs. Andernfalls laufen Wirtschaftswissenschaften und &ouml;konomische Bildung Gefahr, sich in ihrem selbstreferenziellen System zu verlieren, sodass Lernende in ihren Bem&uuml;hungen, &ouml;konomische Sachverhalte zu durchdringen, durch modellplatonistische Konstruktionen gehemmt werden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/2018\/06\/wirtschaft-in-gesellschaft-perspektiven-soziooekonomischer-bildung\/\">Makroskop<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Hackbacks: Rechtsgutachten<\/strong><br>\nK&uuml;rzlich wurde dar&uuml;ber berichtet, dass die Bundeswehr plane, eine bislang 100 Soldaten starke Truppe zur Durchf&uuml;hrung von Cyber-Gegenschl&auml;gen &ndash; &bdquo;Hackbacks&ldquo; &ndash; auf 300 zu erweitern (siehe IMI-Aktuell 2018\/357). Zumindest theoretisch k&ouml;nnen derlei F&auml;higkeiten nat&uuml;rlich auch rein offensiv ohne zuvor erfolgten Angriff eingesetzt werden. Vor diesem Hintergrund beauftragte die Linke den Wissenschaftlichen Dienst des Bundestages damit zu pr&uuml;fen, inwieweit auch &bdquo;Hackbacks&ldquo; dem Verbot eines Angriffskrieges aus Artikel 26 des Grundgesetzes unterliegen. Die Antwort der Ausarbeitung &bdquo;Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit von sog. &bdquo;Hackbacks&ldquo; im Ausland&ldquo; f&auml;llt eindeutig aus: &bdquo;Auch Cyberangriffe m&uuml;ssen grunds&auml;tzlich im Einklang mit dem in Art. 26 Abs. 1 GG verankerten Verbot friedensst&ouml;render Handlungen stehen.&ldquo; Weiter wird betont, Geheimdienste seien nicht zu Cyberangriffen befugt: &bdquo;Kampfhandlungen im Rahmen internationaler Konflikte d&uuml;rfen jedoch auch im Bereich der Cyberma&szlig;nahmen nach der derzeitigen Rechtslage nur durch Kombattanten, also Mitglieder der Streitkr&auml;fte, ausgef&uuml;hrt werden. Folglich ist nur die Bundeswehr zu entsprechenden Cyberma&szlig;nahmen befugt.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.imi-online.de\/2018\/06\/27\/hackbacks-rechtsgutachten\/\">Informationsstelle Militarisierung e.V.<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Einflussk&auml;mpfe im Westpazifik (I)<\/strong><br>\nMit Beteiligung deutscher Soldaten hat am gestrigen Mittwoch das von den USA gef&uuml;hrte weltgr&ouml;&szlig;te Marineman&ouml;ver RIMPAC 2018 begonnen. Wie es vorab bei der U.S. Navy hie&szlig;, wird die Seekriegs&uuml;bung unter anderem Operationen im westlichen Pazifik &uuml;ben. Mit der s&uuml;dwestpazifischen Inselwelt ger&auml;t dabei eine Region in den Blick, die &ndash; in der europ&auml;ischen &Ouml;ffentlichkeit weitgehend unbeachtet &ndash; in j&uuml;ngster Zeit erheblich an weltpolitischer Bedeutung gewinnt. Ursache ist zum einen der Einflussverlust, den die westlichen Staaten dort in den vergangenen Jahren hinnehmen mussten, w&auml;hrend strategische Rivalen wie Russland oder China sp&uuml;rbar erstarkten; einige pazifische Inselstaaten bem&uuml;hen sich seither um eine vom Westen unabh&auml;ngige Au&szlig;enpolitik. Zum anderen messen unter anderem Australien und die Vereinigten Staaten dem s&uuml;dwestlichen Pazifik zunehmende Bedeutung bei: Australien sieht in ihm seinen polit-&ouml;konomischen Hinterhof, die USA ihr &ldquo;Tor in den Indo-Pazifik&rdquo;. Auch Deutschland bem&uuml;ht sich, seine Aktivit&auml;ten in der Region auszubauen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/7653\/\">German Foreign Policy<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Kippa und Kopftuch im Klassenraum erw&uuml;nscht<\/strong><br>\nDie Drei-Religionen-Grundschule in Osnabr&uuml;ck will Radikalisierung, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit vorbeugen. Dort lernen christliche, j&uuml;dische und muslimische Sch&uuml;ler gemeinsam und voneinander. (&hellip;)<br>\nNat&uuml;rlich gebe es auch Auseinandersetzungen und H&auml;nseleien. &bdquo;Es fallen auch verletzende Schimpfworte&ldquo;, r&auml;umt J&ouml;ring ein. &bdquo;Aber wir thematisieren das direkt.&ldquo; Die Schule in Tr&auml;gerschaft der Schulstiftung des katholischen Bistums Osnabr&uuml;ck kann sich daf&uuml;r zus&auml;tzliches Personal leisten. Etwa 20 Kinder pro Klasse werden meist von zwei Lehrkr&auml;ften oder einer Lehrkraft und einer p&auml;dagogischen Mitarbeiterin unterrichtet. Es gibt eine eigene Sonderp&auml;dagogin mit voller Stelle, ab dem neuen Schuljahr noch zus&auml;tzlich einen Sozialarbeiter.<br>\nDoch entscheidend f&uuml;r den Erfolg sei in erster Linie das Konzept, das auch die Eltern einbeziehe und das die muslimischen Verb&auml;nde und die J&uuml;dische Gemeinde mit erarbeitet h&auml;tten, betont die Schulleiterin. &bdquo;Aber nat&uuml;rlich entscheiden sich die Eltern bewusst f&uuml;r diese Schule und sind somit per se offen f&uuml;r ein Miteinander.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.migazin.de\/2018\/06\/27\/auch-deutschland-kippa-kopftuch-klassenraum\/\">Migazin<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Grunds&auml;tzlich ist dennoch zu fragen, ob ein s&auml;kularer Schulbetrieb nicht viel sinnvoller w&auml;re &ndash; insbesondere f&uuml;r die jungen Menschen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Sag mir, wo die Blumen sind<\/strong><br>\nDer Innenausschuss des baden-w&uuml;rttembergischen Landtags war vier Tage in Griechenland &ndash; und in einem Fl&uuml;chtlingslager nahe Athen ganz besonders mit den Auswirkungen der europ&auml;ischen Abschottungspolitik konfrontiert: keine Jobs, zu wenig Hilfe, kaum Perspektiven. Nur die Hoffnung auf eine bessere Zukunft, die lebt immer weiter.<br>\nDie Schlagl&ouml;cher werden tiefer auf dem Weg der kleinen Stuttgarter Delegation aus Pir&auml;us nach Norden. Wilde M&uuml;lldeponien am Stra&szlig;enrand, Metallschrott und Schutt, keine Lebensmittell&auml;den, keine &ouml;ffentlichen Verkehrsmittel vor dem Schlagbaum. Dahinter, in dem Lager auf dem ehemaligen Milit&auml;rgel&auml;nde ist die staatliche medizinische Versorgung der anhaltend hohen Fl&uuml;chtlingszahlen in Kombination mit dem europ&auml;ischen Spardiktat immer weiter ausged&uuml;nnt. Wer akut einen Arzt braucht, muss ins Taxi steigen. &ldquo;Das Leben ist nicht einfach&rdquo;, sagt eine der Helferinnen, &ldquo;aber viel besser als anderswo.&rdquo;<br>\nDer Innenausschuss des Landtags, zu Besuch in Athen, bekommt mit Schistos eine Vorzeigeeinrichtung zu sehen. Mit Gemeinschafts- und zahlreichen kleinen individuellen Familienunterk&uuml;nften, samt K&uuml;che und sanit&auml;ren Einrichtungen. Eine Art Selbstverwaltung sorgt f&uuml;r Sauberkeit, Fl&uuml;chtlinge k&uuml;mmern sich um die M&uuml;lltonnen. Selbst Menschen mit Bleiberecht leben hier, weil sie weder Wohnung noch Arbeit finden. Frauen k&ouml;nnen im kleinen Kreis &uuml;ber die Situation in der Familie reden, wenn&rsquo;s brenzlig ist. Die Bibliothek hat jeden Tag ge&ouml;ffnet, die Schule ohnehin. &ldquo;Viele Kinder glauben, wenn sie nur flei&szlig;ig lernen&rdquo;, erz&auml;hlt ein Erzieher, &ldquo;finden sie das Paradies in Deutschland.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/ueberm-kesselrand\/378\/sag-mir-wo-die-blumen-sind-5175.html\">Kontext: Wochenzeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>&hellip; wer ist die Alternativloseste im ganzen Land?<\/strong><br>\nWie der Merkelismus und die Politik der Alternativlosigkeit selbst der Linken in Deutschland zugesetzt hat<br>\nSo viele Jahre hat man sich unter Linken ein Ende von Merkels Kanzlerschaft erhofft. Nun, da ihre letzten Tage anbrechen, hofft selbst sie, sie m&ouml;ge noch bis zur n&auml;chsten Wahl ausharren. Ein letztes Mal ist sie die Alternativlose.<br>\n&raquo;Merkel muss weg!&laquo; Was seit geraumer Zeit eine Parole aus dem Dunstfeld der AfD ist, war vorher lange Zeit die Losung der Linken. Als die Frau nur Sozialabbau und europ&auml;ische Hegemonialpolitik betrieb, waren die heutigen rechten Schreih&auml;lse noch recht ruhig. Das war n&auml;mlich nicht ihr Thema. Erst mit ihrer &uuml;berst&uuml;rzten und &uuml;ber Jahre verschleppten und ignorierten Fl&uuml;chtlingspolitik kamen die Rechten auf den Trichter, die Parole den Linken zu entrei&szlig;en. Die Linken im Lande benutzen den Satz seither nicht mehr so direkt, sie umschreiben das Dilemma lieber. Und manchen Moment hat es in den letzten Jahren gegeben, da hoffte man sogar als Linker, sie w&uuml;rde nicht sofort, nicht jetzt gleich abtreten, damit es nicht noch schlimmer kommt, als es ohnehin schon um uns steht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1092526.asylstreit-und-merkeldaemmerung-h-wer-ist-die-alternativloseste-im-ganzen-land.html\">Heppenheimer Hiob<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Das Letzte: Deutschlands Aus macht Blick f&uuml;r die Probleme der WM frei &ndash; ein Kommentar<\/strong><br>\nSportlich ist die Weltmeisterschaft in Russland f&uuml;r die Deutschen beendet. Eine Chance, um den Fokus auf wichtige Themen abseits der Stadien zu lenken.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.sportschau.de\/fifa-wm-2018\/video\/video-deutschlands-aus-macht-blick-fuer-die-probleme-der-wm-frei---ein-kommentar-100.html\">Tagesthemen<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Andr&eacute; Tautenhahn:<\/strong> Jeder verarbeitet das Ausscheiden der deutschen Mannschaft bei der WM in Russland ja anders, aber der Kommentar von Jochen Leufgens in den Tagesthemen ist schon bemerkenswert schlecht. Er findet, Deutschlands Aus mache nun den Blick frei auf die Probleme der WM. Was folgt, ist die Fortsetzung der bekannten Anti-Russland-Kampagne. Fehlt nur noch Hajo Seppelt, der aus der Tiefe des Raumes den n&auml;chsten medialen Fehlpass in Sachen Doping vorbereitet. Dabei macht das fr&uuml;he WM-Aus vor allem den Blick frei auf die nicht mehr zu leugnenden Schw&auml;chen des deutschen Fu&szlig;balls. Damit und mit dem unsportlichen Verhalten von DFB-Offiziellen am Ende des Spiels gegen Schweden k&ouml;nnte sich eine Sportredaktion der ARD doch mal besch&auml;ftigen, anstatt sich &uuml;ber ein anderes Thema im Nachtreten zu &uuml;ben. <\/em>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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