{"id":4471,"date":"2010-01-22T09:30:53","date_gmt":"2010-01-22T08:30:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4471"},"modified":"2010-01-22T09:30:53","modified_gmt":"2010-01-22T08:30:53","slug":"hinweise-des-tages-1064","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4471","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Zerschlagung der Post; Briefe teurer; Gewinnsprung bei Goldman Sachs; Zusatzbeitr&auml;ge f&uuml;r Millionen; FDP: gekaufte Politik; Arzneimittelpr&uuml;fer muss gehen; Streit um Rente; Opel streicht; Hartz IV und die Folgen; gutes Gesch&auml;ft mit Nacktscannern; Balance zwischen Markt und Staat; Gabriels Absage an die Linke in NRW; Hessenkrimi; schneller lernen, leiden lernen; Europ&auml;ische Offensive; Workfare als Standortfaktor; Euro im Sog von Hellas; Haiti eine Katastrophe wird zum Politikum; Kritik: Hart, aber fair; Nachruf auf Diether Posser. (MB\/WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Zerschlagung der Post<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Portoanhebung: Briefe sollen teurer werden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Gewinnsprung bei Goldman Sachs<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Millionen Versicherte sollen hundert Euro Zusatzbeitrag zahlen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">FDP: Wer die Politik bezahlt, kann auch bestellen, was er will<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Oberster Arzneimittelpr&uuml;fer muss gehen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Lebensversicherer k&uuml;rzen heimlich die Leistungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Abzocke oder sinnvolle Vorsorge? Der Streit um Riester<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Bund h&uuml;bscht Mitarbeiterfonds auf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Opel streicht 4000 Stellen in Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">WDR-Politikum zum Luxemburger Richterspruch und zum B&ouml;rsenboom<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Hartz IV und die Folgen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Nacktscanner-Hersteller: Gutes Gesch&auml;ft mit der Angst<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Robert von Heusinger: Eine Frage der Balance<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Politik, wozu?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Sigmar Gabriel h&auml;lt Linke nicht f&uuml;r regierungsf&auml;hig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Wolf Wetzel: Hessenkrimi<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Abgeordnete wegen Plakats festgenommen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Doch keine Solidarit&auml;t mit DIW-Chef<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">Schneller lernen, leiden lernen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h21\">Europ&auml;ische Offensive<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h22\">&bdquo;Workfare &ndash; ein Standortfaktor f&uuml;r Europa? Nationale Umsetzungen der Lissabon-Strategie&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h23\">Der Euro im Sog von Hellas<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h24\">Haiti: eine Katastrophe wird zum Politikum<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h25\">Frank Schirrmacher: &ldquo;Nat&uuml;rlich nicht unter meinem wirklichen Namen&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h26\">Fernsehkritik: Hart aber fair &bdquo;Genug ist noch zu wenig &ndash; warum regiert uns die Gier?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h27\">Ein sp&auml;ter Nachruf auf Diether Posser<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=4471&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Zerschlagung der Post<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>FDP-Politiker drohen Post mit Zerschlagung<\/strong><br>\nDie Deutsche Post muss um ihre Marktmacht bangen: Wirtschaftsexperten der FDP erw&auml;gen die Zerschlagung des Konzerns. Grundlage ist das von Wirtschaftsminister Rainer Br&uuml;derle erdachte Entflechtungsgesetz.<br>\nDas Gesetz sei fast auf das gesamte Briefgesch&auml;ft des Konzerns anzuwenden, berichtete das &ldquo;Handelsblatt&rdquo; am Donnerstag unter Berufung auf ein vertrauliches Papier der Arbeitsgruppe Wirtschaft der Fraktion.<br>\nBisher galten die gro&szlig;en Energiekonzerne als Hauptadressaten des von Bundeswirtschaftsminister Rainer Br&uuml;derle (FDP) geplanten Gesetzes. Grundlage einer verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igen Entflechtung der Post sei &ldquo;ihre anhaltende Marktbeherrschung im Briefmarkt trotz langj&auml;hriger Regulierung&rdquo;, zitierte die Zeitung aus dem Papier der Fraktionsexperten. Nach deren Einsch&auml;tzung seien bei dem Unternehmen alle im Gesetz f&uuml;r die Entflechtung vorgesehenen Voraussetzungen erf&uuml;llt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,673116,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Jetzt ist also die Katze aus dem Sack. Da wurde in populistischer Weise der Eindruck erweckt, als ginge es bei dem Entflechtungsgesetz vor allem um die <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44\/Doc~E6364D491682240199C1D54DE251C0524~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">&bdquo;Zerschlagung&ldquo; der Energiekonzerne<\/a>. Doch kaum holten die Energielobbyisten zum <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:widerstand-gegen-entflechtungsgesetz-stromkonzerne-starten-gegenschlag\/50059058.html?mode=print\">&bdquo;Gegenschlag&ldquo;<\/a> aus, knickt die FDP ein und will das Gesetz nun gegen die Post wenden. Die Post kann anders als die Energieversorger sich dagegen kaum wehren; zwar hat der Bund keine eigenen Aktienanteile mehr, sie sind an die KfW &uuml;bertragen worden, diese verf&uuml;gt aber noch &uuml;ber <a href=\"http:\/\/www.bundesfinanzministerium.de\/nn_3998\/DE\/BMF__Startseite\/Service\/Downloads\/Abt__VIII\/Bundesbeteiligungen_3B_20DPAG,templateId=raw,property=publicationFile.pdf\">etwa 30 Prozent der Aktien [PDF &ndash; 14 KB]<\/a>. Die KfW steht unter der Regie des Bundes und wird mit Sicherheit nichts gegen die Zerschlagung unternehmen. Das die konsequente Fortsetzung der Privatisierung von Unternehmen der Daseinsvorsorge.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Berlin dringt auf mehr Wettbewerb &ndash; Daumenschrauben f&uuml;r die Post<\/strong><br>\nDas Monopol ist weg, Konkurrenz muss die Post dennoch nicht f&uuml;rchten. Berlin will das &auml;ndern. Im Visier: Steuerprivileg und Infrastruktur.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/663\/500925\/text\/print.html\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung MB:<\/strong> &Uuml;ber so schwachsinnige Ideen kann man einfach nur den Kopf sch&uuml;tteln. Mit dem Argument, es k&ouml;nne ja keiner wollen, dass jeder Wettbewerber eigene Briefk&auml;sten aufstellt und wir dann an einem Platz zehn verschiedene Briefk&auml;sten haben, hat der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP ja durchaus Recht. Schon Albrecht M&uuml;ller bezweifelte in der &bdquo;Reforml&uuml;ge&ldquo; den volkswirtschaftlichen Nutzen von mehreren Paketdiensten, die nacheinander Kunden in der gleichen Stra&szlig;e beliefern. Aber die Idee, Konkurrenten sollten die Infrastruktur der Post nutzen, ist wirtschaftspolitischer Autismus. Wie soll das funktionieren, wenn unterschiedliche Postdienstleister Briefe in die gleichen Briefk&auml;sten einwerfen? Wer verteilt die Postsendungen nach der Entleerung an die verschiedenen Postdienstleister? Wer soll das bezahlen, regulieren, kontrollieren? Schon beim Wettbewerb auf dem Telefonmarkt kam es zu einem kaum &uuml;berschaubaren Wirrwar von Tarifen, und eine eigene Regulierungsbeh&ouml;rde musste geschaffen werden. Aber Hauptsache Wettbewerb und dann von B&uuml;rokratieabbau faseln.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Portoanhebung: Briefe sollen teurer werden<\/strong><br>\nSchlechte Nachrichten f&uuml;r Verbraucher: Die Deutsche Post will das Standardporto f&uuml;r Briefe von 55 Cent mittelfristig anheben. Eine Verteuerung noch in diesem Jahr scheitert an strengen Regulierungen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/finanzen\/boerse\/aktien\/portoanhebung-briefe-sollen-teurer-werden_aid_472741.html?drucken=1\">Focus<\/a>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung MB:<\/strong> Liebes Tagebuch. Eigentlich h&auml;tte ich im Herbst meine neue EC-Karte zugeschickt bekommen sollen. Dass ich sie nicht bekommen hatte, wurde mir bei meinem ersten 2010er Einkauf bewusst, als die EC-Karte verfallen war. Dann war ich bei meiner Volksbank und mir wurde erkl&auml;rt, dass die EC-Karten bereits Ende Oktober 2009 verschickt wurden. Eine Ersatz-EC-Karte wurde bestellt. Na ja &ndash; dachte ich &ndash; seit der Privatisierung der Post gehen t&auml;glich bis zu 7.000 Postsendungen verloren; diesmal war ich das Opfer. Am Montag, den 18. Januar hatte ich den Umschlag im Briefkasten, mit Anschreiben vom 30. Oktober, ja wirklich. Einen Tag sp&auml;ter bekam ich die Ersatz-EC-Karte.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Gewinnsprung bei Goldman Sachs<\/strong><br>\nDie US-Investmentbank Goldman Sachs &uuml;berrascht mit einem Gewinnsprung: 4,8 Mrd. Dollar verdiente sie allein im vierten Quartal, und 12,2 Mrd. im ganzen Jahr 2009. Nun konnte sie an die Rekordzahlen aus der Vorkrisenzeit ankn&uuml;pfen. Trotz des gl&auml;nzenden Abschlusses stellte die Bank im vierten Quartal keine zus&auml;tzlichen Mittel f&uuml;r Boni zur&uuml;ck. Die Angestellten m&uuml;ssen mit dem zurechtkommen, was die Bank in den ersten neun Monaten bereitgestellt hatte. Das ist nicht wenig. Insgesamt sch&uuml;ttet die US-Investmentbank 16,2 Mrd. Dollar an ihre Besch&auml;ftigen aus, 48 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit bekommt jeder der 32&rsquo;500 Mitarbeiter im Schnitt 498&rsquo;000 Dollar. Das geht aus dem am Donnerstag vorgelegten Gesch&auml;ftsbericht hervor. Die Goldman-Sachs-Banker z&auml;hlen damit ohnehin zu den absoluten Top-Verdienern der Branche.- Gemessen an den Ertr&auml;gen gibt sich Goldman Sachs aber betont bescheiden. Knapp 36 Prozent der Einnahmen gehen an die Mitarbeiter. Beim direkten Rivalen Morgan Stanley, der wesentlich schlechter verdient hat, sind es dagegen 62 Prozent &ndash; das entspricht 235&rsquo;000 Dollar pro Mitarbeiter.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/wirtschaft\/aktuell\/gewinnsprung_goldman_sachs_q4_1.4563606.html?printview=true\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung OP:<\/strong> 2008 machten die Personalkosten 48 Prozent der Einnahmen aus.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Millionen Versicherte sollen hundert Euro Zusatzbeitrag zahlen<\/strong><br>\nRund ein Dutzend Krankenkassen werden wohl schon bald Zusatzbeitr&auml;ge erheben &ndash; in H&ouml;he von fast hundert Euro pro Jahr, darunter auch die DAK. Mittelfristig droht allen gesetzlich Versicherten eine Erh&ouml;hung. Auch weil die Regierung lieber auf Klientel- als Sparpolitik setzt &hellip;<br>\nDass es mittelfristig bei den acht Euro bleibt, ist unwahrscheinlich. Das liegt nicht nur daran, dass die Kosten im Gesundheitswesen allein aufgrund der fortschreitenden Forschung steigen; die medizinische Inflation liegt bei rund vier Prozent pro Jahr. Mindestens genauso wichtig f&uuml;r den bevorstehenden Kostenanstieg ist die Tatsache, dass die schwarz-gelbe Koalition bisher vor allem Reformen plant, die zu einem drastischen Ausgabenplus f&uuml;hren d&uuml;rften.<br>\nSo setzen Union und FDP im geradezu sozialistisch organisierten Medikamentenhandel auf mehr Regulierung statt Liberalisierung: Zugunsten der FDP-freundlichen Apotheker soll der Versandhandel &uuml;ber Drogerien und Superm&auml;rkte abgeschafft werden. Den &Auml;rzten, &uuml;berwiegend Anh&auml;nger der Liberalen, hat FDP-Gesundheitsminister Philipp R&ouml;sler h&ouml;here Honorare versprochen.<br>\nAu&szlig;erdem sollen die Rabattvertr&auml;ge &uuml;berpr&uuml;ft werden, die die Krankenkassen mit den Pharmaherstellern abgeschlossen haben und die zu Millioneneinsparungen f&uuml;hren. Der Pharmaindustrie kommt es zudem sehr gelegen, dass Peter Sawicki, oberster Medikamentenpr&uuml;fer der Republik, vor der Abl&ouml;sung steht. Ein industriefreundlicher Nachfolger, der bei Arzneien nicht so genau auf Kosten und Wirkung gucken w&uuml;rde, k&auml;me den Herstellern sehr gelegen.<br>\nApotheker, &Auml;rzte und Pharmaindustrie &ndash; an diese Gruppen hat die Koalition also bereits gedacht. Die Versicherten werden die schwarz-gelbe Politik dagegen wohl vor allem durch steigende Beitr&auml;ge zu sp&uuml;ren bekommen. Da unterscheidet sich die neue Regierung nicht von der alten.<br>\nVielmehr liegt Kritikern zufolge der Verdacht nahe, dass der Bundesregierung die Einf&uuml;hrung der Zusatzbeitr&auml;ge und ihr rascher Anstieg nicht mal unrecht sind &ndash; handelt es sich doch um eine kleine Kopfpauschale. Und darauf will sie das System ohnehin umstellen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,673227,00.html\">SPIEGEL<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JA\/AM:<\/strong> &ldquo;B&uuml;rokratieabbau&rdquo;, &ldquo;mehr Netto vom Brutto&rdquo;, &ldquo;keine Klientelpolitik&rdquo; &ndash; alles hohles Gerede. Kopfpauschale, das war eines der Markenzeichen des Leipziger Parteitags der CDU. Davon soll die &bdquo;sozialdemokratisierte&ldquo; Angela Merkel nach Meinung einiger Meinungsmacher weit weg sein. <a href=\"?p=2389\">Siehe dazu hier.<\/a> Weit gefehlt, wie man an der praktischen Politik heute t&auml;glich sehen kann.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>FDP: Wer die Politik bezahlt, kann auch bestellen, was er will<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Die Rabatt-K&ouml;nige der FDP<\/strong><br>\nDie N&auml;he der Liberalen zur privaten Versicherungswirtschaft geht &uuml;ber politische Kontakte weit hinaus. Zwischen der FDP und der Deutschen Krankenversicherung gibt es auch eine gesch&auml;ftliche Kooperation: ein verg&uuml;nstigtes Rundum-sorglos-Paket allein f&uuml;r Parteimitglieder.<br>\n&ldquo;Exklusiv f&uuml;r FDP-Mitglieder&rdquo;, so lautet das Angebot. Genauer: die &ldquo;liberale Alternative zur Gesundheitsreform&rdquo;. So wirbt die Deutsche Krankenversicherung DKV, Europas gr&ouml;&szlig;ter Privatversicherer, auf der FDP-eigenen Internet-Plattform netzwerk-mit-nutzwert.de. Weitere Informationen? Nur f&uuml;r den, der sich als &ldquo;FDP-Mitglied verifizieren&rdquo; kann.<br>\nAuf den Seiten der DKV wird es noch deutlicher. Das FDP-Logo prangt unter dem der DKV. Daneben drei gl&uuml;ckliche Anzugtr&auml;ger und der Claim: &ldquo;Freie Demokratische Partei und DKV &ndash; starke Partner&rdquo;.<br>\nEine Partnerschaft, die sich auszahlt f&uuml;r FDP-Mitglieder und Mitarbeiter. F&uuml;nf Prozent Rabatt, Vorerkrankungen sind anders als &uuml;blich kein Grund, den Versicherungsschutz zu verweigern, Familienmitglieder werden mitversichert und Wartezeiten gibt es auch nicht.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/606\/500868\/text\/\">SZ<\/a>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.kooperation.dkv.com\/img\/keyvisuals_firmen\/FDP.jpg\" alt=\"FDP und DKV\" title=\"FDP und DKV\" width=\"475\"><\/p>\n<p>Quelle 2: <a href=\"http:\/\/www.kooperation.dkv.com\/fdp\/index.html\">FDP und DKV Starke Partner<\/a><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/fdp_und_sixt.jpg\" alt=\"FDP und SIXT\" title=\"FDP und SIXT\"><br>\nQuelle 3: <a href=\"http:\/\/www.netzwerk-mit-nutzwert.de\/\">www.netzwerk-mit-nutzwert.de<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Das hat man unter der von Westerwelle auf dem Dreik&ouml;nigstreffen verk&uuml;ndeten &bdquo;geistig-politischen Wende&ldquo; zu verstehen. &bdquo;Mehr Freiheit zur Verantwortung&ldquo; kann man getrost so &uuml;bersetzen, wir nehmen uns die Freiheit uns selbst zu bedienen.<\/em><\/p>\n<blockquote><p>&bdquo;Liebe Freunde der Freiheit, wir&nbsp;haben mit Unternehmen Sonderkonditionen f&uuml;r FDP-Mitglieder vereinbart. In unserem Netzwerk bieten Freunde der Freiheit ihre Produkte und Leistungen an. Ob Reisen, &Uuml;bernachtungen, Versicherungen etc. Wenn Sie etwas suchen, schauen Sie doch erst mal hier vorbei.<br>\n<a href=\"http:\/\/www.netzwerk-mit-nutzwert.de\/\">Ihre Bundesgesch&auml;ftstelle<\/a>&ldquo;<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Dieser Rabatt-Deal der FDP mit der DKV geht weit &uuml;ber die politische Korruption hinaus. Bei allen politischen Zielen der FDP muss man sich offenbar zuerst fragen, welche Verg&uuml;nstigungen die Partei und ihre Mitglieder von der jeweiligen Interessengruppe erhalten. Nur nebenbei: Zum ersten Februar wird Christian Weber, der bisherige Vize-Direktor des PKV-Verbands, als Abteilungsleiter ins FDP-gef&uuml;hrte Gesundheitsministerium wechseln. Die Rabatte haben sich f&uuml;r die private Krankenversicherung wirklich gelohnt.<\/em><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/fdp_ist_kaeuflich.jpg\" alt=\"FDP ist kaeuflich\" title=\"FDP ist kaeuflich\"><\/p>\n<p><em>Copyright Klaus Hansen<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Die n&auml;chste Milliarde<\/strong><br>\nEs war der 9. November 2009, an dem das schwarz-gelbe Bundeskabinett vormittags das Wachstumsbeschleunigungsgesetz und damit die Senkung der Umsatzsteuer f&uuml;r &Uuml;bernachtungen beschloss. Ein Milliarden- Geschenk f&uuml;r Hoteliers und Pensionsbetreiber, allesamt Mitglieder im Deutschen Hotel- und Gastst&auml;ttenverband Dehoga. Just an diesem Abend feierte dessen Hauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrerin Ingrid Hartges ihren 50. Geburtstag, ganz offiziell auf Dehoga-Einladung, allerdings im Haus der Parlamentarischen Gesellschaft gleich neben dem Reichstag, in die nur Bundestagsmitglieder einladen d&uuml;rfen.<br>\nMit von der Partie unter anderem: FDP-Wirtschaftsminister Rainer Br&uuml;derle, sein Staatssekret&auml;r und Ex-Tourismusbeauftragter der FDP, Ernst Burgbacher, Liberalen-Schatzmeister Hermann Otto Solms und von der CSU Verkehrsminister Peter Ramsauer und der Tourismusbeauftragte der schwarz-gelben Regierung, Ernst Hinsken. Voll des Lobes f&uuml;r die erfolgreiche Dehoga-Lobbyistin Hartges war nicht nur FDP-Mann Br&uuml;derle: &bdquo;Machen Sie weiter so. Sie machen das prima.&ldquo; Auch CSU-Politiker Ramsauer hatte ein Geschenk dabei: Das sei die &bdquo;erste Milliarde&ldquo; (Steuersubvention), sagte er, und versprach noch mehr: &bdquo;Die n&auml;chste Milliarde kommt dann nicht erst zum 60.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/art771,3006704\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Nach allem, was an K&auml;uflichkeit durch Interessengruppen allein in den letzten Tagen an die Oberfl&auml;che schwappte, kann man bei solchen Spr&uuml;chen nicht mehr nur von dummen Scherzen sprechen, sondern dass hier unverfroren die bittere Wahrheit gesagt wird.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Reine Privatsache<\/strong><br>\nUm auch mal ein gutes Wort &uuml;ber die FDP zu verlieren: Wenn bald Millionen gesetzlich Versicherten Briefe ihrer Krankenkasse ins Haus flattern, die ihnen einen Zusatzbeitrag ank&uuml;ndigen, haben die selbsternannten Liberalen damit wenig zu tun. Der einseitige Aufschlag f&uuml;r Arbeitnehmer und Rentner ist nicht auf dem Mist der FDP gewachsen, sondern von einem schwarz-roten B&uuml;ndnis mit sozialdemokratischer Ressortchefin erkoren worden. So klar es um die Nicht-Zust&auml;ndigkeit f&uuml;r Vergangenes steht, so vage ist, was der neue Gesundheitsminister allgemein f&uuml;r die Zukunft im Schilde f&uuml;hrt und so alarmierend nehmen sich seine ersten konkreten Taten aus.<br>\nDie Unklarheit &uuml;ber das gro&szlig;e Ganze geht einher mit Taten und Fingerzeigen im Kleinteiligen. Wer soll in wenigen Tagen f&uuml;rs Grunds&auml;tzliche und die Reformen zust&auml;ndig werden im Beamtenapparat des neuen Ministers? Ein Spitzenfunktion&auml;r des Verbandes der Privaten Krankenversicherung. Woran noch mal wollte FDP-Mann R&ouml;sler &ldquo;nicht r&uuml;tteln&rdquo;? Wem sollen laut Koalitionsvertrag demn&auml;chst wieder leichter Kunden zugef&uuml;hrt werden? Der PKV. Wo soll besonders kritisch hingeschaut werden? Beim Arzneimittelversand, wo es &ndash; Wettbewerb hin oder her &ndash; den der FDP besonders gewogenen Apothekern an den Kragen gehen k&ouml;nnte. Wer soll k&uuml;nftig in die Schranken gewiesen werden? Die pharmakritische Qualit&auml;tspr&uuml;fbeh&ouml;rde in K&ouml;ln, die der Pillen-Industrie das Leben schwermacht und deren resoluter Chef jetzt rein zuf&auml;llig wegen angeblicher Spesenvergehen und zu teurer Autos kurz vor dem Abschuss steht. Mit dieser unvollst&auml;ndigen Aufz&auml;hlung soll wohlgemerkt nicht (nur) das Image der FDP als Klientel-Partei verfestigt werden. Wer als Bundesgesundheitsminister jedoch pausenlos verspricht, er wolle f&uuml;r die (zu 90 Prozent gesetzlich) Versicherten das System besser machen, der muss sich schon die Frage gefallen lassen, warum er mit seinen ersten Amtshandlungen durchweg Partikularinteressen bedient.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2222649&amp;em_loc=1775&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/politik\/meinung\/&amp;em_ivw=fr_meito\">FR<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<p><em>Dazu passt:<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>IQWiG-Chef Sawicki: Oberster Arzneimittelpr&uuml;fer muss gehen<\/strong><br>\nDer Krimi um IQWiG-Chef Peter Sawicki ist zu Ende: Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE soll der Chef des obersten Arzneimittelpr&uuml;finstituts seinen Posten r&auml;umen. Es ist ein Sieg der Interessenpolitik und der Pharmaindustrie &uuml;ber den Mann, der ihr lange Zeit ein Dorn im Auge war.<br>\nDer Hauptgrund f&uuml;r Sawickis Rauswurf ist jedoch offiziell eine &ldquo;Dienstwagenaff&auml;re&rdquo;&hellip;Tats&auml;chlich jedoch bleibt bei n&auml;herer Betrachtung von der Dienstwagenaff&auml;re wenig &uuml;brig: Ein von Sawicki in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten kommt zu dem Schluss, er habe keinesfalls gegen seinen Dienstvertrag versto&szlig;en.<br>\nTats&auml;chlich steckt viel mehr hinter Sawickis Rauswurf als Dienstwagen und Benzinquittungen. &ldquo;Das riecht nach einer rein politischen Entscheidung&rdquo;, sagt Norbert Schmacke, Gesundheitswissenschaftler von der Universit&auml;t Bremen.<br>\nSchon im Koalitionsvertrag hatten Union und FDP vereinbart, die Arbeit des Instituts zu pr&uuml;fen und &ldquo;damit die Akzeptanz von Entscheidungen f&uuml;r Patienten, Leistungserbringer und Hersteller&rdquo; zu verbessern. Ende November wurde dann bekannt, dass Regierungskreise sowie die von FDP-Mitglied Baum gef&uuml;hrte DKG offenbar die Abl&ouml;sung Sawickis betrieben &hellip;<br>\nAuch die Wirtschaftsminister der L&auml;nder (hatten sich) darauf verst&auml;ndigt, die IQWiG-Methodik sei nicht l&auml;nger &ldquo;volkswirtschaftlich hinnehmbar&rdquo;. Bei der Bewertung von Arzneimitteln m&uuml;ssten auch Kriterien wie die &ldquo;Wettbewerbsf&auml;higkeit, insbesondere der heimischen pharmazeutischen Unternehmen&rdquo;, einflie&szlig;en.<br>\nOft trieb das IQWiG mit seinen Entscheidungen die Pharmaindustrie auf die Barrikaden. Etwa mit seinem Urteil zu den kurzwirksamen Insulinanaloga, die von der Pharmaindustrie mit perfektem Marketing in den Markt gedr&uuml;ckt wurden. Sie seien nicht besser als herk&ouml;mmliches Humaninsulin, entschied das Institut.<br>\nInzwischen hat sogar das renommierte Fachblatt &ldquo;Science&rdquo; &uuml;ber den Fall Sawicki berichtet. Die &Uuml;berschrift: &ldquo;Unter feindlichem Beschuss der Pharmaindustrie&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wissenschaft\/medizin\/0,1518,673239,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Unbequeme Funktionstr&auml;ger, die nicht so im Lichte der &Ouml;ffentlichkeit stehen wie der ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender, werden lautlos abgeschoben. Wo bleibt ein &ouml;ffentlicher Protest, und wie nimmt sich die Bundestagsopposition dieses Falles an? Man muss in diesen Zeiten sofort daran denken, welche Gef&auml;lligkeiten die Pharmaindustrie wohl dem neuen Gesundheitsminister und seiner FDP erwiesen haben mag, um jemand, der sich gegen deren Interessen gestellt hat, mit l&auml;cherlichen Vorw&uuml;rfen aus dem Amt zu jagen.<\/em><\/p>\n<p><em>Dazu:<\/em><\/p>\n<p><strong>Offener Brief an Gesundheitsminister R&ouml;sler<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ippnw.de\/commonFiles\/pdfs\/Soziale_Verantwortung\/Offener_Brief_an_Roesler.pdf\">Internationale &Auml;rzte f&uuml;r die Verh&uuml;tung des Atomkrieges \/ &Auml;rzte in sozialer Verantwortung e.V. [PDF &ndash; 111 KB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Lebensversicherer k&uuml;rzen heimlich die Leistungen<\/strong><br>\nViele Lebensversicherer pr&auml;sentieren sich besser, als sie sind. Im &ouml;ffentlichen Bild dominiert die Zinsgutschrift, die bei vielen Anbietern f&uuml;r 2010 unver&auml;ndert geblieben ist. &bdquo;Doch dies ist nur die halbe Wahrheit&ldquo;, stellt das Analysehaus Franke &amp; Bornberg fest.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/finanzen\/immobilien-vorsorge\/_b=2516058,_p=17,_t=ftprint,doc_page=0;printpage\">Handelsblatt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Abzocke oder sinnvolle Vorsorge? Der Streit um Riester<\/strong><br>\nRiestern oder nicht riestern &ndash; das ist hier die Frage. Die Kritiker schimpfen &uuml;ber Geb&uuml;hrenschneiderei und gezielte Irref&uuml;hrung. Die Bef&uuml;rworter verweisen auf hohe Zulagen und die Notwendigkeit der privaten Vorsorge. Wer hat recht? Ein Verbrauchersch&uuml;tzer, ein Branchenvertreter und ein Professor stehen Rede und Antwort.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/finanzen\/immobilien-vorsorge\/_b=2515610,_p=17,_t=ftprint,doc_page=0;printpage\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung MB:<\/strong> Nach einigen kritischen T&ouml;nen wandelt sich der Beitrag leider zu einem undifferenzierten Sammelsurium von Empfehlungen. Interessant ist das Rumgeeiere von Peter Schwark (Gesamtverband der deutschen Versicherungsindustrie), der dann u.A. die Ausweitung der staatlichen F&ouml;rderung fordert.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Bund h&uuml;bscht Mitarbeiterfonds auf<\/strong><br>\nDie Bundesregierung will Mitarbeiterfonds mit einer Gesetzes&auml;nderung zum Durchbruch verhelfen. K&uuml;nftig sollen Arbeitnehmer bis zu 360 Euro im Monat von ihrem Bruttogehalt steuer- und abgabenfrei in ihr Unternehmen investieren k&ouml;nnen. Das geht aus einem Gesetzentwurf des Finanzministeriums hervor.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/finanzen\/investmentfonds\/:beteiligungsmodell-bund-huebscht-mitarbeiterfonds-auf\/50062804.html\">Financial Times Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Opel streicht 4000 Stellen in Deutschland<\/strong><br>\nDas war&rsquo;s f&uuml;r Opel in Antwerpen: Konzernchef Nick Reilly verk&uuml;ndete, dass das Werk in Belgien bis zum Sommer geschlossen wird. In Deutschland werden laut den j&uuml;ngsten Pl&auml;nen 4000 Opelaner ihren Job verlieren. Der Betriebsrat spricht von offenem Vertragsbruch.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/wirtschaft\/news\/unternehmen\/gm-sanierungsplaene-opel-streicht-4000-stellen-in-deutschland-1537331-print.html\">Stern<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>WDR-Politikum zum Luxemburger Richterspruch und zum B&ouml;rsenboom<\/strong><br>\nEUGH gegen BVG? &ndash; Prof. Dr. Uwe Wesel kommentiert den Luxemburger Richterspruch gegen das deutsche Arbeitsrecht; Dax wieder oben und alles gut? &ndash; Ein Gespr&auml;ch &uuml;ber die T&uuml;cken der Finanzm&auml;rkte mit Mr. Dax Dirk M&uuml;ller.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wdr5.de\/nachhoeren\/politikum.html\">WDR 5 Audiodatei von Politikum vom 21.01.2010<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Hartz IV und die Folgen<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Falsche Kochrezepte f&uuml;r den Arbeitsmarkt<\/strong><br>\nEine Reform von Hartz IV darf nicht nur bei den Arbeitslosen ansetzen. Mehr Druck auf Hartz-IV-Empf&auml;nger f&ouml;rdert lediglich Lohndumping. Stattdessen m&uuml;ssen die Unternehmen in die Pflicht genommen werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/wirtschaft\/job\/hartz-iv-und-die-folgen-falsche-kochrezepte-fuer-den-arbeitsmarkt-1535909-print.html\">Stern<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung MB:<\/strong> Nachdem der Stern Jahre lang zu einem neoliberal-dogmatischen Boulevard-Magazin verkommen war, dass wir am liebsten nicht mal mit der Pinzette umbl&auml;ttern wollten, staunen wir nun &uuml;ber derart kritische Kommentare.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Schluss mit der Hatz auf Hartz-IV-Empf&auml;nger!<\/strong><br>\nWenn wir Arbeitsbereitschaft einfordern, dann m&uuml;ssen wir auch entsprechende Arbeitspl&auml;tze anbieten. Wenn wir das nicht k&ouml;nnen, m&uuml;ssen wir DARAN arbeiten. Wir k&ouml;nnen doch Hungernde nicht zum Essen zwingen, wenn nichts auf dem Tisch steht!?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/BILD\/politik\/wirtschaft\/2010\/01\/21\/hartz-iv-empfaenger\/schluss-mit-hatz-arbeiter-nicht-im-stich-lassen-kommentar-mister-dax.html\">BILD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Man fragt sich nat&uuml;rlich sofort, wie kann ein solcher Beitrag in die Bild-Zeitung geraten, wo doch seit langer Zeit eine systematische Hatz auf Hartz-IV-Empf&auml;nger getrieben wurde. Aber man sollte sich nicht zu fr&uuml;h freuen: Das ist einer der Alibi-Beitr&auml;ge, mit denen dann die Diekmanns, wenn sie der Hetze bezichtigt werden, dann scheinheilig dokumentieren wollen, wie vielf&auml;ltig die Bild-Zeitung doch ist. Die Bild-Zeitung ist ein Organ, das auch von vielen Arbeitslosen gelesen wird, weil sie vermeintlich billig ist. Um solche Leser nicht st&auml;ndig vor den Kopf zu sto&szlig;en, muss halt auch wenigstens einige Male eine andere Meinung vorkommen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>R&uuml;diger B&ouml;ker: Stellungnahme zu den Ausf&uuml;hrungen der Bundesregierung zur Ermittlung der H&ouml;he von SGB XII-Regelsatz \/ SGB II-Regelleistung in den Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht<\/strong><br>\nZusammenfassung:\n<ul>\n<li>Die Ausf&uuml;hrungen der Bundesregierung sind widerspr&uuml;chlich, irref&uuml;hrend, unpr&auml;zise und in wesentlichen Punkten unwahr<\/li>\n<li>Der Gesetzgeber hat in &sect; 28 Abs. 3 Satz 3 und 4 SGB XII (BGBl 1 2003, Seite 3022) das Ermittlungs-Verfahren f&uuml;r das sozio-kulturelle Existenzminimum festgelegt<\/li>\n<li>Die Bundesregierung weigert sich, die Festlegungen des Gesetzgebers zu respektieren, und hat stattdessen eine andere, unzul&auml;ssige Berechnungsbasis genommen<\/li>\n<li>Der Gesetzgeber hat das Ergebnis der unzul&auml;ssigen Berechnung (EUR 345) in &sect; 20 Abs. 2 Satz 1 SGB II (BGBl 1 2003, Seite 2954) &uuml;bernommen<\/li>\n<li>Bei dem in &sect; 20 Abs. 2 Satz 1 SGB II (BGBl 1 2003, Seite 2954) genannten Betrag (EUR 345) handelt es sich nicht um eine &bdquo;Willens-Erkl&auml;rung&ldquo; des Gesetzgebers, sondern lediglich um die Wiedergabe einer unrichtigen Behauptung der Bundesregierung<\/li>\n<li>Bei gesetzes-konformer Umsetzung der im Bundesgesetzblatt ver&ouml;ffentlichten Vorgaben des Gesetzgebers (BGBl 1 2003, Seite 3022) ergibt sich ein Regelsatz in H&ouml;he von EUR 460 monatlich f&uuml;r den Zeitraum 01. Januar 2005 bis 31. Dezember 2006<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.tacheles-sozialhilfe.de\/aktuelles\/2009\/RB-BVerfG-Stellung-1-BvL-1-09-3-09-4-09-.pdf\">Tacheles [PDF &ndash; 1.6 MB]<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Nacktscanner-Hersteller: Gutes Gesch&auml;ft mit der Angst<\/strong><br>\nDie USA wollen mindestens 450 neue, umstrittene Nacktscanner an den Flugh&auml;fen aufstellen. Davon profitieren zwei Firmen, die die Maschinen exklusiv bauen &ndash; und sich achtstellige Umsatzzahlen erhoffen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,671652,00.html\">Spiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers H.L.:<\/strong> Ist das die gleiche Masche wie mit der Schweinegrippe? Es gibt immer einige, die verdienen &hellip;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Robert von Heusinger: Eine Frage der Balance<\/strong><br>\nEs gibt viele F&auml;lle, in denen erst der Staat durch eigene Unternehmen, wie Sparkassen oder sozialen Wohnungsbau, daf&uuml;r sorgt, dass das Marktergebnis insgesamt gut wird. Es kommt auf das kluge Design von staatlichen und privatwirtschaftlichen Initiativen an. Es ist an der Zeit, den Irrglauben des Neoliberalismus zu korrigieren. Oder um es mit dem Wirtschaftsweisen Peter Bofinger zu sagen: &ldquo;Konzeptionell muss es in allen Bereichen des Wirtschaftslebens darum gehen, von einem Staat unter der Aufsicht des Marktes wieder zu einem Markt unter der Aufsicht des Staates kommen.&rdquo; Ganz konkret hei&szlig;t das: Der Staat braucht kluge und gut bezahlte Experten, die das Design entwerfen. Und er braucht ausreichende finanzielle Mittel und darf nicht kaputtgespart werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.das-parlament.de\/2010\/02-03\/Titelseite\/28316523.html\">Das Parlament<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die Zeitschrift &ldquo;Das Parlament&rdquo; ist am 11. Januar mit dem Schwerpunkt &ldquo;Privatisierung&rdquo; herausgekommen. Auch wenn z. B. der Artikel zur Bahn in Gro&szlig;britannien etwas Realit&auml;t in die Debatte bringt, bewegen sich die Beitr&auml;ge weitgehend im Rahmen des politischen Mainstreams, also pro Privatisierung, darunter ein selten unkritischer Bericht (Partnerschaft f&uuml;rs B&uuml;ffeln) &uuml;ber ein PPP-Schulprojekt in K&ouml;ln, zu den Kosten kein Wort, keine Zahl. Schon eine Aussage wie &ldquo;Allein aufgrund fehlenden Personals wie Bauingenieuren ist die Stadt nicht in der Lage&rdquo; Renovierung und Umbau der Schule zu bew&auml;ltigen, ist &uuml;berhaupt kein Argument f&uuml;r PPP. Nat&uuml;rlich kann die Stadt eine Firma mit den Bauma&szlig;nahmen inklusive Planung beauftragen und mu&szlig; dabei &uuml;berhaupt nicht in das PPP-Gesch&auml;ft einsteigen. Etliche Beispiele daf&uuml;r, wie das schief gehen kann, finden sie auf den NDS <a href=\"?p=4327#h07\">z.B. hier<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Politik, wozu?<\/strong><br>\nViele werden die in der &Uuml;berschrift aufgeworfene Frage schon mehr als einmal gestellt haben, sich selbst oder anderen. Nicht wenige werden, auf politische Themen angesprochen, auf diese Frage auch nur noch entnervt oder frustriert reagieren, und s&auml;hen sie deswegen lieber mit einem Ausrufe- als mit einem Fragezeichen versehen. Immer mehr Menschen haben schlie&szlig;lich aufgeh&ouml;rt, diese Frage &uuml;berhaupt noch zu stellen. Eine sinkende Wahlbeteiligung und die allseits beklagte Politikverdrossenheit sprechen daf&uuml;r. Das politische Interesse der Menschen kann aber nur zur&uuml;ck gewonnen werden, wenn diese Frage wieder ernsthaft gestellt und beantwortet wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wirtschaftundgesellschaft.de\/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=76&amp;Itemid=2\">Wirtschaft und Gesellschaft<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Sigmar Gabriel h&auml;lt Linke nicht f&uuml;r regierungsf&auml;hig<\/strong><br>\nHessen, Saarland oder Brandenburg: Ob die SPD-Landesverb&auml;nde mit der Linken Regierungsb&uuml;ndnisse eingehen wollten, sei allein ihre Sache, hie&szlig; es. Nun erteilt Parteichef Gabriel einer rot-rot-gr&uuml;nen Koalition in NRW eine Absage. Die Sozialdemokraten m&uuml;ssen kl&auml;ren, wer auf L&auml;nderebene das Sagen hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article5933365\/Sigmar-Gabriel-haelt-Linke-nicht-fuer-regierungsfaehig.html\">Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die SPD ist lern-resistent. Man muss sicherlich keinen Koalitionswahlkampf f&uuml;hren und m&ouml;glichst viele Stimmen bei sich versammeln, aber von vorneherein eine Koalitionsoption und damit eine Mehrheitsf&auml;higkeit auszuschlie&szlig;en, wird auch in NRW zum gleichen Desaster f&uuml;hren wie im Bund.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Wolf Wetzel: Hessenkrimi<\/strong><br>\nIn der &rsaquo;Steuerfahnderaffaire&lsaquo; in Frankfurt ist der Vorwurf der Steuerhinterziehung eine Bagatelle, ein kleiner Fisch. Dahinter verbirgt sich ein System, das Milliarden im Ausland au&szlig;erbilanziell tarnt &ndash; nicht an der Regierung und den Gesetzen vorbei, sondern im Wissen und im Schutz der Regierung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/wolfwetzel.wordpress.com\/2010\/01\/18\/18-1-2010-hessenkrimi-ii\/\">eyes wide shut, Blog von Wolf Wetzel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Abgeordnete wegen Plakats festgenommen<\/strong><br>\nDie Bundestagsabgeordnete Dorothe&eacute; Menzner (Linke) ist in Prenzlauer Berg vorl&auml;ufig in Gewahrsam genommen worden. Zusammen mit Jugendlichen aus der Linkspartei hatte Menzner am Mittwochabend versucht, Plakate gegen den f&uuml;r Februar geplanten Neonazi-Marsch in Dresden aufzukleben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/Linke-Antifa-Rechtsextremismus;art270,3008688?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Doch keine Solidarit&auml;t mit DIW-Chef<\/strong><br>\nEine geplante Solidarit&auml;tserkl&auml;rung der Abteilungsleiter zugunsten des Pr&auml;sidenten Klaus Zimmermann fand doch nicht statt. Am Mittwoch hatte Klaus-Peter Schmidt-Deguelle, Zimmermanns Medienberater, die entsprechende Absicht der Abteilungsleiter best&auml;tigt und von einem offenen Brief an Wissenschaftssenator J&uuml;rgen Z&ouml;llner (SPD) gesprochen. Am Donnerstag hie&szlig; es dagegen im DIW: &bdquo;Es gibt keinen Brief.&ldquo; Schmidt-Deguelle wiederum sagte, der Brief werde noch abgeschickt, wenn die Initiatoren alle Abteilungsleiter erreicht und einbezogen h&auml;tten. Das sei bislang nicht der Fall. Dem DIW und Zimmermann pers&ouml;nlich werden vom Rechnungshof Regelwidrigkeiten beim Umgang mit Steuergeldern vorgeworfen. Im Zusammenhang mit der Finanzkrise wird im DIW zunehmend auch der F&uuml;hrungsstil von Zimmermann und die erstaunlich hohe Fluktuation diskutiert. Seit dem Amtsantritt Zimmermanns vor zehn Jahren gab es eine Vielzahl von Vizepr&auml;sidenten, Gesch&auml;ftsf&uuml;hrern und pers&ouml;nlichen Referenten. In den so genannten Stabsabteilungen (dazu z&auml;hlen Informationstechnik, Verwaltung, Personal und Kommunikation) gab es mehr als ein Dutzend Wechsel, die DIW-intern auch mit Zimmermann in Verbindung gebracht werden. Der Pr&auml;sident gilt im eigenen Haus als misstrauisch und wenig kommunikativ. Von &bdquo;Sonnenk&ouml;nig&ldquo; und &bdquo;Kontrollfreak&ldquo; ist ferner die Rede am Institutssitz in der Mohrenstra&szlig;e.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/art271,3008636?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> &Uuml;brigens beriet Schmidt-Deguelle auch Hans Eichel in Medienfragen. Es ist schon bemerkenswert, dass nun auch schon Forschungsinstitute bzw. deren Chefs Medienberater besch&auml;ftigen m&uuml;ssen. Wissenschaft als Marketing.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Schneller lernen, leiden lernen<\/strong><br>\nNat&uuml;rlich kann man ein Abitur nach zw&ouml;lf Jahren machen, die ostdeutschen L&auml;nder machen es vor. Die Umstellungsphase in Berlin zeigt aber in einem Massenversuch unter Echtzeitbedingungen, was wir Kindern im Namen einer effektiveren Anpassung an die Leistungsgesellschaft zumuten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/kommentare\/Schule-Schulreform-Abitur-Schulpolitik-Bildungspolitik;art141,3008687?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Europ&auml;ische Offensive<\/strong><br>\nDie Milit&auml;rpl&auml;ne der EU-Gro&szlig;m&auml;chte f&uuml;r dieses Jahrzehnt: Sich innerhalb der EU durchsetzen, die Au&szlig;enpolitik militarisieren und Unternehmensinteressen sichern.<br>\nDer am 1. Dezember in Kraft getretene Vertrag von Lissabon liefert nun auch die rechtlichen Rahmenbedingungen, um die EU-Militarisierung zu forcieren. Bereits im Vorfeld begaben sich Europas Militaristen in die Startl&ouml;cher. In freudiger Erwartung wurden in den letzten Monaten zahlreiche &raquo;Wunschlisten&laquo; ausgearbeitet, welche Ma&szlig;nahmen nun zu ergreifen seien. Der mit Abstand wichtigste Forderungskatalog ist in diesem Zusammenhang ein Sammelband des &raquo;Institute for Security Studies&laquo; (ISS) der Europ&auml;ischen Union.<br>\nDie Intensivierung dieser &raquo;zivil-milit&auml;rischen Zusammenarbeit&laquo; (CIMIC) wird deshalb im ISS-Bericht in nahezu jedem Beitrag nachdr&uuml;cklich gefordert, allerdings wird dort kaum n&auml;her spezifiziert, wie dies konkret erfolgen soll. In diese Bresche springt eine aktuelle Studie des einflussreichen &raquo;European Council on Foreign Relations&laquo;. Dort hei&szlig;t es, die &raquo;dogmatische Unterscheidung&laquo; zwischen Sicherheits- und Entwicklungspolitik sei &raquo;obsolet&laquo;. Die EU m&uuml;sse &raquo;ihre komplette Herangehensweise an Auslandsinterventionen &uuml;berdenken.&laquo; Man m&uuml;sse in der Lage sein, &raquo;Gewalt mit k&uuml;rzerer Vorlaufzeit anzuwenden&laquo;. F&uuml;r die 20 ohnehin unter permanenter Beobachtung stehenden &raquo;instabilsten&laquo; Staaten m&uuml;sse jeweils ein EU-Sonderbeauftragter ernannt werden, unter dessen &Auml;gide detaillierte Vorausplanungen erfolgen m&uuml;ssten: &raquo;Jeder Plan sollte einen Anhang haben, in dem Notfallpl&auml;ne f&uuml;r milit&auml;rische Interventionen enthalten sind.&laquo; Gleichzeitig sollen die zivilen Kapazit&auml;ten der EU massiv ausgebaut und engstens mit den milit&auml;rischen Strukturen verzahnt werden. Als &raquo;Motivationshilfe&laquo; wird vorgeschlagen, dass EU-L&auml;nder, die die vorgegebenen Planziele verfehlen, k&uuml;nftig von jeglichen F&uuml;hrungspositionen in der EU ausgeschlossen werden. Generell l&auml;sst sich sagen, dass derzeit in der EU zusammenw&auml;chst, was in den Augen der f&uuml;hrenden EU-L&auml;nder schon lange zusammengeh&ouml;rt. So soll k&uuml;nftig etwa unter dem Dach des gerade im Aufbau befindlichen Europ&auml;ischen Ausw&auml;rtigen Dienstes (EAD) die zivile und milit&auml;rische Einsatzplanung ganz im Sinne einer &raquo;imperialen Machtpolitik aus einem Gu&szlig;&laquo; untrennbar miteinander verzahnt werden.<br>\nExemplarisch seien hier die Aussagen von EU-Kommissionschef Jos&eacute; Manuel Barroso in seinen &raquo;Politischen Leitlinien f&uuml;r die n&auml;chste Kommission&laquo; vom 3. September 2009 angef&uuml;hrt: &raquo;Der erfolgreiche Abschluss der Doha-Runde hat auch weiterhin oberste Priorit&auml;t. Aber wir m&uuml;ssen uns auch f&uuml;r Freihandelszonen und Handelsvereinbarungen einsetzen und sicherstellen, dass bei Handelsrunden die Interessen der EU gewahrt werden. (&hellip;) Wir m&uuml;ssen daher st&auml;rker als bisher alle Register unserer Au&szlig;enpolitik ziehen, um so mit &rsaquo;sanfter Gewalt&lsaquo; solide Ergebnisse f&uuml;r die EU-Unternehmen und -B&uuml;rger zu erzielen. Das europ&auml;ische Interesse muss in koh&auml;renter Weise entschlossen gesch&uuml;tzt und gef&ouml;rdert werden.&laquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.imi-online.de\/2010.php?id=2070\">Informationsstelle Militarisierung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h22\"><\/a><strong>&bdquo;Workfare &ndash; ein Standortfaktor f&uuml;r Europa? Nationale Umsetzungen der Lissabon-Strategie&ldquo;<\/strong><br>\nDokumentation einer Tagung der Forschungsgruppe &bdquo;Der workfare state &ndash; Hausarbeit im &ouml;ffentlichen Raum&ldquo; im Herbst 2008 in Dortmund, in der exemplarisch die aktuellen Ver&auml;nderungen der Arbeits- und Sozialpolitik in Deutschland, Gro&szlig;britannien, Niederlande und D&auml;nemark dargestellt werden.<br>\nQuelle: <a href=\"upload\/pdf\/100122_Workfare_in_EU.pdf\">Wolfgang Richter, Irina Vellay (Hg.) [PDF &ndash; 550 KB]<\/a>\n<p><em>Das PDF-Dokument wurde uns von Irina Vellay zur Verf&uuml;gung gestellt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h23\"><\/a><strong>Der Euro im Sog von Hellas<\/strong><br>\nDie europ&auml;ische Gemeinschaftsw&auml;hrung notiert so tief wie zuletzt im August. Das gro&szlig;e Thema an den M&auml;rkten: Griechenland. Die Zweifel an der Stabilit&auml;t Europas mehren sich. Es ist ja noch nicht allzu lange her, da wurde bereits hitzig dar&uuml;ber diskutiert, wie tief der Dollar wohl noch fallen werde. Inzwischen ist es merklich still darum geworden. Kein Wunder: Am Mittwoch gab es in Asien gerade noch 1,4166 Dollar f&uuml;r einen Euro &ndash; so stark war die US-W&auml;hrung zuletzt Mitte August vergangenen Jahres, und so schwach der Euro. In der westlichen Hemisph&auml;re ging es danach noch weiter bergab f&uuml;r die europ&auml;ische Gemeinschaftsw&auml;hrung. Am Nachmittag notierte sie bei 1,4109. Matthias Grabbe, Devisenspezialist bei der BHF-Bank, erwartet sogar, dass der Euro kurzfristig noch weiter unter Druck ger&auml;t. 1,40 und sogar darunter h&auml;lt er f&uuml;r m&ouml;glich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2220275&amp;em_loc=31&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_wirstart\">Frankfurter Rundschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Es ist schon seltsam, wie Journalisten &uuml;ber Wechselkurse berichten. Steigt der Kurs einer W&auml;hrung, so ist sie stark, f&auml;llt der Kurs, so schw&auml;chelt sie. Als ob ein Anstieg automatisch f&uuml;r die jeweilige Volkswirtschaft gut w&auml;re und sinkende Kurse katastrophal w&auml;ren. In anderen Zusammenh&auml;ngen wird dann berichtet, dass z.B. ein tiefer Dollarkurs der Exportwirtschaft der USA helfe und somit genau das Richtige f&uuml;r die Krisenbew&auml;ltigung sei, da damit das Handelsdefizit der USA verringert werde, das u.a. als Grund f&uuml;r den tiefen Dollarkurs gilt. Andererseits wird dann hierzulande &uuml;ber den hohen Eurokurs gegen&uuml;ber dem Dollar gejammert, der die deutschen Exporte in den Dollarraum extrem verteuere und dann u.a. als Grund f&uuml;r Produktionsverlagerungen (z.B. von Mercedes) angef&uuml;hrt wird. Auf der Importseite freut man sich &uuml;ber einen hohen Eurokurs, da man f&uuml;r Importe aus dem Dollarraum weniger zahlen mu&szlig;, wodurch z.B. ein ansteigender &Ouml;lpreis etwas kompensiert wird.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h24\"><\/a><strong>Haiti-Katastrophe<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Haiti &ndash; Hilfe, Skurrilit&auml;ten und Kritik am Krisenmanagement der USA<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegelfechter.com\/wordpress\/1693\/haiti-hilfe-skurrilitaten-und-kritik-am-krisenmanagement-der-usa\">Spiegelfechter<\/a><\/li>\n<li><strong>Haiti vor neuer US-Besatzung?<\/strong><br>\nUSA stocken ihre Truppen von 60 auf rund 10.000 Mann auf. Wachsende Kritik von Hilfsorganisationen und aus Lateinamerika. Gibt es eine verdeckte Agenda?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/bin\/tp\/issue\/r4\/dl-artikel2.cgi?artikelnr=31938&amp;mode=print\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><strong>Unter Zwangsverwaltung<\/strong><br>\nKritiker warnen vor einer erneuten Kolonialisierung Haitis mittels der globalen Unterst&uuml;tzungsma&szlig;nahmen nach dem dortigen Erdbeben. Die internationale Hilfe f&uuml;r Haiti sei &ldquo;dringend notwendig&rdquo;, d&uuml;rfe aber nicht f&uuml;r &ldquo;neokoloniale Einflussnahme&rdquo; durch die USA und die EU missbraucht werden, fordert die Bonner Informationsstelle Lateinamerika, die seit 35 Jahren &uuml;ber die Entwicklung auf dem Subkontinent berichtet. &Uuml;berlegungen, die polizeilich-milit&auml;rische Pr&auml;senz von US-amerikanischen Truppen und EU-Polizisten auf Dauer aufrecht zu erhalten, werden tats&auml;chlich in den westlichen Machtzentralen diskutiert. Man ben&ouml;tige &ldquo;eine Methode, schlecht funktionierende L&auml;nder wie Haiti unter internationale Zwangsverwaltung zu stellen&rdquo;, hei&szlig;t es bei US-Think Tanks; die offene &Uuml;bernahme staatlicher Aufgaben in Haiti durch die westlichen Gro&szlig;m&auml;chte hat inzwischen begonnen. Berlin, das in S&uuml;dosteuropa umfangreiche Erfahrung mit Protektoraten gesammelt hat, ist in Haiti eher in zweiter Reihe involviert, beteiligt sich aber gleichwohl am Vorgehen der westlichen M&auml;chte &ndash; im Rahmen der EU.<br>\nWie das Ausw&auml;rtige Amt bemerkt, spielen derzeit in Haiti trotz aller Bem&uuml;hungen der EU die Vereinigten Staaten &ldquo;eine politisch und wirtschaftlich dominierende Rolle&rdquo;.[5] Die Au&szlig;enhandelszahlen verdeutlichen dies: Haiti bezieht rund die H&auml;lfte seiner Importe aus den USA; etwa 80 Prozent seiner Ausfuhren werden in die USA verbracht. Die Obama-Administration hat bereits im Fr&uuml;hjahr 2009 begonnen, ihren Einfluss in Haiti zu verst&auml;rken und de facto mitzuregieren. Nach Gespr&auml;chen von Au&szlig;enministerin Hillary Clinton mit dem demokratisch gew&auml;hlten haitianischen Pr&auml;sidenten Ren&eacute; Pr&eacute;val im April ernannte der Generalsekret&auml;r der Vereinten Nationen den ehemaligen US-Pr&auml;sidenten Bill Clinton zu seinem Sondergesandten f&uuml;r Haiti. Clinton ist daf&uuml;r zust&auml;ndig, Wirtschaftsprojekte und Investitionen in dem Karibikstaat anzusiedeln; das sind T&auml;tigkeiten, die in souver&auml;nen Staaten der Wirtschaftsminister erledigt. Die &Uuml;bernahme staatlicher Aufgaben, etwa der Flughafensteuerung, nach dem Erdbeben setzt die bereits vorher begonnenen Bem&uuml;hungen fort, Haiti der direkten Kontrolle Washingtons zu unterstellen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.german-foreign-policy.com\/de\/fulltext\/57720\/print?PHPSESSID=rrghgcku27isvbtaqqhheqdc55\">German-Foreign-Policy<\/a><\/li>\n<li><strong>Frachtflugzeug von &Auml;rzte ohne Grenzen wiederholt von Landung abgehalten<\/strong><br>\nEin Frachtflugzeug von &Auml;rzte ohne Grenzen mit 12 Tonnen medizinischer Ausr&uuml;stung, einschlie&szlig;lich Medikamenten, chirurgischem Material und zwei Dialysemaschinen, wurde seit Sonntagnacht dreimal von der Landung auf dem Flughafen von Port-au-Prince abgehalten. Dies trotz der wiederholten Zusicherung, dort landen zu k&ouml;nnen. Diese Fracht hatte Teile eines Charterfluges mit 40 Tonnen Hilfsg&uuml;tern an Bord, der am Sonntagmorgen von der Landung abgehalten worden war. Seit dem 14. Januar wurden f&uuml;nf Flugzeuge von &Auml;rzte ohne Grenzen von ihrem urspr&uuml;nglichen Ziel Port-au-Prince in die Dominikanische Republik umgeleitet. Diese Flugzeuge transportierten insgesamt 85 Tonnen medizinischer Hilfsg&uuml;ter.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.aerzte-ohne-grenzen.at\/presse\/pressemitteilungen\/details\/haiti-frachtflugzeug-von-aerzte-ohne-grenzen-wiederholt-von-landung-abgehalten\/\">&Auml;rzte ohne Grenzen (&Ouml;sterreich)<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h25\"><\/a><strong>Frank Schirrmacher: &ldquo;Nat&uuml;rlich nicht unter meinem wirklichen Namen&rdquo;<\/strong><br>\nIm Interview mit The European gesteht Frank Schirrmacher, Herausgeber der FAZ, dass er im Netz unter falschem Namen unterwegs ist. Nicht nur das: Er gewinnt dabei auch noch en passant neue Mitarbeiter f&uuml;r seine Qualit&auml;tszeitung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.theeuropean.de\/frank-schirrmacher\/im-gespraech-mit-frank-schirrmacher\">Europeen<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h26\"><\/a><strong>Fernsehkritik: Hart aber fair &bdquo;Genug ist noch zu wenig &ndash; warum regiert uns die Gier?<\/strong><br>\nUnsere Leserin Ursula Br&uuml;mann hat uns ihre <a href=\"upload\/pdf\/100122_Plasberg_hartaberfair.pdf\">Kritik an der letzten Sendung [PDF &ndash; 57 KB]<\/a> zur Verf&uuml;gung gestellt.<\/li>\n<li><a name=\"h27\"><\/a><strong>Ein sp&auml;ter Nachruf auf Diether Posser<\/strong><br>\nAm Samstag, 9.Januar, ist der Essener SPD-Politiker Diether Posser mit 87 Jahren in einem Pflegeheim gestorben. Gro&szlig; wahrgenommen wurde das in deutschen Medien nicht, obwohl er drei NRW-Landesregierungen als Minister angeh&ouml;rte und Ende der siebziger Jahre beinahe Ministerpr&auml;sident geworden w&auml;re. Unser Autor begleitete ihn auf seiner letzten Tournee &ndash; als Pianospieler auf den Spuren von in der Nazizeit verfolgten K&uuml;nstlern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nrhz.de\/flyer\/beitrag.php?id=14699\">Neue Rheinische Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Ich kannte Diether Posser sehr gut und habe ihn nicht nur am D&uuml;sseldorfer Kabinettstisch sch&auml;tzen gelernt. Auch seine Lust am Klavierspiel habe ich genossen. Diether Posser war eine Pers&ouml;nlichkeit, wie man sie in der heutigen politischen Landschaft kaum noch findet. Die Erinnerung an solche Politiker ist ein wichtiger Beitrag zur R&uuml;ckgewinnung einer demokratischen politischen Kultur.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Zerschlagung der Post; Briefe teurer; Gewinnsprung bei Goldman Sachs; Zusatzbeitr&auml;ge f&uuml;r Millionen; FDP: gekaufte Politik; Arzneimittelpr&uuml;fer muss gehen; Streit um Rente; Opel streicht; Hartz IV und die Folgen; gutes Gesch&auml;ft mit Nacktscannern; Balance zwischen Markt und Staat; Gabriels Absage an die Linke in NRW; Hessenkrimi; schneller lernen, leiden lernen;<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4471\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-4471","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4471","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4471"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4471\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4471"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4471"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4471"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}