{"id":44731,"date":"2018-07-02T10:48:11","date_gmt":"2018-07-02T08:48:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44731"},"modified":"2018-12-30T14:23:02","modified_gmt":"2018-12-30T13:23:02","slug":"mexiko-andres-manuel-lopez-obrador-der-hoffnungstraeger-fuer-befriedung-und-soziale-gerechtigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44731","title":{"rendered":"Mexiko \u2013 Andr\u00e9s Manuel L\u00f3pez Obrador, der Hoffnungstr\u00e4ger f\u00fcr Befriedung und soziale Gerechtigkeit"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180702_mex01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Am Sonntag, 1. Juli 2018, fanden in Mexiko allgemeine Wahlen statt. Gew&auml;hlt wurden Kommunalvertreter, Abgeordnete der Landesparlamente, des Bundesparlaments (128 Senatoren und 500 Abgeordnete), 9 Gouverneure der insgesamt 32 Bundesstaaten und ein neuer Staatspr&auml;sident f&uuml;r ein sechsj&auml;hriges Mandat. Wahlberechtigt waren rund 90 Millionen der 125 Millionen Einwohner Mexikos, die gesch&auml;tzte Wahlbeteiligung von mindestens 65 Prozent war die h&ouml;chste seit Jahrzehnten. Ein Bericht von <strong>Frederico F&uuml;llgraf<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nDie ersten Hochrechnungen vom Abend des 1. Juli best&auml;tigten die seit Wochen verk&uuml;ndete Prognose des Wahlausgangs: Mit 47 Prozent der Stimmen wurde Andr&eacute;s Manuel L&oacute;pez Obrador, der sozialdemokratische Kandidat der Partei MoReNa (Bewegung f&uuml;r die Nationale Regenerierung), mit einem spektakul&auml;ren Vorsprung von rund 20 Prozent gegen&uuml;ber seinem Hauptrivalen Ricardo Anaya (27,3 Prozent) vom Wahlb&uuml;ndnis &ldquo;Por M&eacute;xico al Frente&rdquo; zum neuen Pr&auml;sidenten Mexikos gew&auml;hlt. Weitere Herausforderer L&oacute;pez Obradors waren Jos&eacute; Antonio Meade (16,6 Prozent) und Jaime Rodr&iacute;guez Calder&oacute;n (ca. 6,0 Prozent).<\/p><p>Die Wahl L&oacute;pez Obradors hat eminent historischen Charakter. Sie scheint, zumindest auf absehbare Zeit, die nahezu 100-j&auml;hrige politische Herrschaft und Staatskontrolle der seit 1919 regierenden &ldquo;Revolution&auml;r Institutionellen Partei&rdquo; (PRI) zu beenden; ein wahrliches Oxymoron als Partei-Name, der n&auml;mlich f&uuml;r die regelrechte Institutionalisierung landesweiter Vetternwirtschaft, Korruption und Gewalt steht.<\/p><p>Die Ironie der Geschichte: L&oacute;pez Obrador, in Mexico unter dem Akronym &ldquo;AMLO&rdquo; popularisiert, ist selbst ehemaliges Mitglied der landesweit verachteten PRI, mit der er allerdings in den 1990-er Jahren wegen parteiinterner Machenschaften, vielf&auml;ltigen Wahlbetrugs und Involvierung in die kriminelle Szenerie Mexikos brach und seitdem zum resoluten Verfechter administrativer Askese und der Bek&auml;mpfung der Korruption aufstieg.<\/p><p><strong>Desinformation und &bdquo;Warnungen&rdquo; der USA<\/strong><\/p><p>Die am 8. September 2017 er&ouml;ffnete und am 25. Juni beendete Wahlkampagne f&uuml;r die Besetzung von insgesamt 3.500 politischen Mandaten war dennoch eine der blutigsten in der Geschichte Mexikos. Es wurden 123 Menschen ermordet, darunter vor allem Kandidatur-Anw&auml;rter im Hinterland, die sich weder dem Druck noch dem Terror der Drogenbanden beugten, die in Mexiko mittlerweile ganze Kommunal- und Regionalverwaltungen unterwandert und korrumpiert haben.<\/p><p>Im Rennen um die Pr&auml;sidentschaft fand jedoch &ldquo;eine Kampagne innerhalb der Kampagne&rdquo;, n&auml;mlich eine Offensive des Reputationsmordes gegen L&oacute;pez Obrador statt. Der zu Beginn des neuen Millenniums als zweitbester B&uuml;rgermeister der Welt gefeierte ehemalige Stadtverwalter Mexiko-Citys wurde zur Zielscheibe eines neuerdings weltweit verwendeten Diffamierungs-Repertoires. Vom Vorwurf des &bdquo;Populismus&rdquo;, des &bdquo;heimlichen Freundes Nicol&aacute;s Maduros&rdquo; und &bdquo;von Russland gef&ouml;rderten Kandidaten&rdquo; zogen die Gegner des Mitte-Links-orientierten Sozialdemokraten, darunter die konservativen Landes- und Weltmedien, das nahezu komplette Register politischer fake news und Verschw&ouml;rungstheorien.<\/p><p>Eine mutma&szlig;lich der US-Produktionsfirma <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=9WKw6bHTqTA\">Netflix zugerechnete TV-Serie<\/a> sollte die Wahlkampagne des Favoriten mit seiner angeblichen politischen N&auml;he zum Chavismus und zum Ex-Pr&auml;sidenten Luis In&aacute;cio Lula da Silva torpedieren. Nach lauten Protesten L&oacute;pez Obradors und bedeutender Teile der &Ouml;ffentlichkeit dementierten sowohl Netflix als auch National Geographic, an dem Projekt beteiligt zu sein, und die Serie wurde zur&uuml;ckgezogen.<\/p><p>Dem vorausgegangen waren US-amerikanische &bdquo;Fr&uuml;hwarnungen&rdquo;. Ein linker Pr&auml;sident in Mexiko w&auml;re weder f&uuml;r Mexiko noch f&uuml;r die Vereinigten Staaten gut, hatte John Kelly, ehemaliger Minister f&uuml;r Heimatschutz, bereits eineinviertel Jahr vor den Wahlen im April 2017 alarmiert. Kelly sekundierte damals dem republikanischen Senator John McCain, der w&auml;hrend einer Anh&ouml;rung zur Grenzsicherheit sich &uuml;ber die zunehmende &bdquo;anti-amerikanische Stimmung in Mexiko besorgt&rdquo; zeigte (Un presidente de izquierda en M&eacute;xico no es bueno para EU: John Kelly &ndash; El Universal, 06. April 2017).<\/p><p>Zwar trifft es zu, dass L&oacute;pez Obrador in seinem Regierungsprogramm eine friedliche und ausgleichende &Auml;nderung des zum Schaden Mexikos bestehenden Verh&auml;ltnisses zu den USA plant, doch seit dem Amtsantritt Donald Trumps hat die US-Administration vor allem mit der Androhung des Mauerbaus &ndash; obendrein mit der frechen Androhung, Mexiko solle daf&uuml;r die Kosten tragen &ndash; &uuml;berm&auml;&szlig;ig viel Benzin ins lodernde Feuer der bilateralen Beziehungen gegossen.<\/p><p>Ist damit der Konflikt vorprogrammiert? Die Antwort darauf &ndash; vor allem die nicht offen ausgesprochene, doch sehr wohl reflektierte Antwort L&oacute;pez Obradors selbst &ndash; scheint eher die Wahl einer systemimmanenten, statt einer systemsprengenden Konfliktl&ouml;sung zu signalisieren.<\/p><p><strong>Wer ist AMLO?<\/strong><\/p><p>Andr&eacute;s Manuel L&oacute;pez Obrador stammt m&uuml;tterlicherseits von republikanischen Widerstandsk&auml;mpfern aus dem spanischen Ampuero ab, die ins mexikanische Exil fl&uuml;chteten.<\/p><p>Nach zwei Niederlagen &ndash; 2006 und 2012, die erste davon mit knapper Stimmendifferenz &ndash; war dies die dritte Pr&auml;sidentschaftskandidatur des promovierten Politikwissenschaftlers (Dissertationstitel: &ldquo;Der Prozess der Bildung des Nationalstaates in Mexiko, 1824-1867&rdquo;) und mehrfachen Buchautors, diesmal als Spitzenkandidat der Koalition &ldquo;Juntos Haremos Historia&rdquo; (&ldquo;Gemeinsam werden wir Geschichte machen&rdquo;), ein linkes Parteienb&uuml;ndnis zwischen MoReNa, der Arbeiterpartei (PT) und der evangelikalen Partei der Sozialen Begegnung (PES).<\/p><p>L&oacute;pez Obrador machte wissenschaftliche und politische Karriere in seinem Heimatstaat Tabasco, dem er als Professor an der Autonomen Universit&auml;t (UAT) und als Abteilungsdirektor des Ministeriums zur F&ouml;rderung des Staates Tabasco diente. In den sp&auml;ten 1970-er Jahren leitete er das Koordinationszentrum Chontal f&uuml;r Indigene Fragen in Nacajuca, wirkte anschlie&szlig;end als Direktor des Nationalen Plans f&uuml;r unterentwickelte Gebiete und marginalisierte Gesellschaftsgruppen und schlie&szlig;lich f&uuml;nf Jahre lang als Beauftragter des Nationalen Instituts f&uuml;r Indigene Angelegenheiten (INI).<\/p><p>Ende der 1980-er Jahre schloss L&oacute;pez Obrador sich der linken Fraktion &ldquo;Corriente Democratica&rdquo; (Demokratischer Strom) innerhalb der PRI an, die zum ersten Mal gegen die Vorgehensweise bei der Aufstellung offizieller Pr&auml;sidentschaftskandidaten im Zusammenhang mit der Kandidatur des konservativ-korrupten Carlos Salinas de Gortari zum Nachteil des von der Gruppe favorisierten linken Bewerbers Cuauhtemoc C&aacute;rdenas Solorzano den Aufstand probte.<\/p><p>Im Jahr 1989 gr&uuml;ndeten die Abtr&uuml;nnigen die Partei der Demokratischen Revolution (PRD), zu derem Vorsitzenden L&oacute;pez Obrador zun&auml;chst f&uuml;r den Bundesstaat Tabasco und anschlie&szlig;end f&uuml;r gesamt Mexiko gew&auml;hlt wurde. Damit nicht genug, rief der mutma&szlig;lich betrogene Gouverneurs-Kandidat zu einem Protestzug unter dem Motto &ldquo;Exodus f&uuml;r Demokratie&rdquo; auf und marschierte von der Hauptstadt Villahermosa mit 40.000 Anh&auml;ngern bis zur weltweit bekannten Plaza de la Constituci&oacute;n von Mexiko-Stadt, auf der er am 11. Januar 1992 eine k&auml;mpferische Rede hielt.<\/p><p>Im Jahr 2000 bewarb sich L&oacute;pez Obrador f&uuml;r das doppelte Gouverneurs- und B&uuml;rgermeister-Amt Mexiko-Citys, gewann die Wahl und erzielte mit 85 Prozent Zustimmung die h&ouml;chste Popularit&auml;tsrate in der Verwaltungsgeschichte der Stadt. W&auml;hrend seiner Administration genossen zum ersten Mal Menschen &uuml;ber 70 Jahre eine Rentenversorgung, ferner wurden Hilfsprogramme f&uuml;r alleinerziehende M&uuml;tter, Behinderte, Arbeitslose, arme Bauern und Kleinunternehmer sowie medizinische Versorgung und kostenlose Medikamente f&uuml;r nicht sozialversicherte Familien und Schulmaterial f&uuml;r Studenten angeboten.<\/p><p>Der B&uuml;rgermeister lie&szlig; auch 126.000 Sozialwohnungen f&uuml;r die von seinen Vorg&auml;ngern nicht entsch&auml;digten Opfer des Erdbebens von 1985 bauen, 16 neue Schulen errichten und die renommierte Autonome Universit&auml;t von Mexiko-Stadt (UNAM) gr&uuml;nden, die die angesehene linke Tageszeitung <em>La Jornada<\/em> herausgibt. Zu der von ihm energisch bek&auml;mpften Korruption paarte sich ein zweites Programmziel: Austerit&auml;t und Transparenz in der &ouml;ffentlichen Verwaltung, weshalb AMLO nicht mit der Wimper zuckte und die Geh&auml;lter hoher Beamter radikal k&uuml;rzen lie&szlig;.<\/p><p>Wegen dem einmaligen Auftritt und seinen Verdiensten verlieh ihm 2004 die Londoner Stiftung City Mayors den Titel des zweitbesten B&uuml;rgermeisters im Weltma&szlig;stab. Dadurch ermutigt, ver&ouml;ffentlichte der geehrte und sozialbewegte Stadtverwalter im gleichen Jahr sein sechstes und relevantestes Buch,&rdquo;Un proyecto alternativo de naci&oacute;n: Hacia un cambio verdadero&rdquo; (Ein alternatives Projekt der Nation: Auf dem Weg zu einer echten Ver&auml;nderung).<\/p><p><strong>&ldquo;Populismus&rdquo;, der modische Vorwurf von rechts<\/strong><\/p><p>L&oacute;pez Obradors Sozialpolitik wurde von innen- wie au&szlig;enpolitischen Gegnern als &ldquo;populistisch&rdquo; verschrien und ihm vorgehalten (siehe Unterstellungen gegen Wladimir Putin im Zusammenhang mit der Fu&szlig;ballweltmeisterschaft in Russland), &bdquo;sein politisches Image auf Kosten des &ouml;ffentlichen Haushalts&rdquo; aufzupolieren. Der damals amtierende Pr&auml;sident und ehemalige CEO von Coca-Cola Mexiko, Vicente Fox, hatte ger&uuml;gt: &bdquo;H&uuml;ten Sie sich vor dem Populismus, h&uuml;ten Sie sich vor Verantwortungslosigkeit mit den &ouml;ffentlichen Ausgaben, h&uuml;ten Sie sich vor Paternalismus und Korporatismus, der parteipolitischen Verschwendung von Ressourcen&rdquo;.<\/p><p>Irritiert hatte die Konservativen, dass L&oacute;pez Obrador die vergleichsweise bescheidene Summe von umgerechnet 6 Milliarden Dollar f&uuml;r die f&uuml;nf Jahre andauernden Sozialprogramme investiert hatte; dennoch eine Leistung, die niemals zuvor in einem anderen Landesteil der mexikanischen Republik erbracht worden war. Der popul&auml;re Ex-B&uuml;rgermeister konterte, es sei &bdquo;ein fauler Trick, das Wenige, das den Armen gegeben wird, als Populismus oder Paternalismus zu bezeichnen&rdquo;.<\/p><p>L&oacute;pez Obradors Regierungsprogramm<\/p><p>&bdquo;Die mexikanische Partei-Linke zeigte seltene Pr&auml;senz an der sozialen Basis, ganz zu schweigen bei der Ausarbeitung und Organisation alternativer Pl&auml;ne und Programme&rdquo;, kritisierte bereits von 15 Jahren Gilberto L&oacute;pez y Rivas, Professor am Instituto Nacional de Antropolog&iacute;a e Historia (La izquierda en M&eacute;xico: problemas y perspectivas [1] &ndash; Nodo50, 18 de octubre de 2003). L&oacute;pez y Rivas nannte nach wie vor aktuelle Herausforderungen wie die l&auml;ngst f&auml;llige Reform und Umstrukturierung der Streitkr&auml;fte, eine Politik f&uuml;r Herstellung, Vertrieb und Gebrauch von Arzneimitteln, die Probleme im &ouml;ffentlichen Gesundheitswesen, die erhebliche soziale, ethische und politische Belastungen zur Folge haben, und die dringende F&ouml;rderung einer Kultur der Toleranz und der Anerkennung der Grundrechte von Behinderten und sexuellen Minderheiten.<\/p><p>F&uuml;nfzehn Jahre danach scheinen diese Herausforderungen in L&oacute;pez Obradors Regierungsprogramm aufzugehen. Der Wunsch des neuen Pr&auml;sidenten und seiner W&auml;hler ist die Befriedung und Vers&ouml;hnung Mexikos. Als allererstes d&uuml;rfte der siegreich Gew&auml;hlte daher zu einer landesweiten &ldquo;Revolution des Gewissens und des kritischen und solidarischen Denkens&rdquo; aufrufen. Als eine seiner ersten Amtshandlungen nach seinem offiziellen Amtsantritt am 1. Dezember 2018 wird er der Korruption und der Mafia an der Macht den erbarmungslosen Kampf ansagen, allerdings diesmal nuancierter. L&oacute;pez Obrador versicherte, dass er nach &bdquo;Gerechtigkeit und nicht nach Rache&rdquo; trachte.<\/p><p>Im gleichen Atemzug wird er das Pr&auml;sidentengehalt seines Vorg&auml;ngers Enrique Pe&ntilde;a Nieto f&uuml;r sich selbst halbieren, er wird nicht in Sondermaschinen und Hubschraubern umherfliegen, sondern normale, kommerzielle Fl&uuml;ge nutzen. Der Generalstab der Streitkr&auml;fte wird nicht l&auml;nger Teil des Pr&auml;sidentenamtes sein, sondern vollst&auml;ndig in das Staatssekretariat der Nationalen Verteidigung aufgenommen werden. Nichts weniger als das erwarten die W&auml;hler zum Auftakt seines sechsj&auml;hrigen Mandats, der Pr&auml;sidentschaftskandidat hat es immerhin w&auml;hrend der Wahlkampagne versprochen (As&iacute; ser&iacute;a M&eacute;xico si AMLO gana la Presidencia en 2018 &ndash; Naci&oacute;n 321, 03.Juni 2018).<\/p><p>Dann k&auml;me seine ehrgeizige Bildungspolitik an die Reihe. Mit seinem Minister f&uuml;r &ouml;ffentliche Bildung wird L&oacute;pez Obrador bekanntgeben, dass es nun keine selektiven Aufnahmepr&uuml;fungen an Schulen und Universit&auml;ten mehr geben wird: &bdquo;Kein junger Mensch wird abgelehnt, wenn er &ouml;ffentliche Schulen und Universit&auml;ten betritt. Im Klartext: Es wird eine 100-prozentige automatische Aufnahme geben&rdquo;, hatte er unter anderem auf seiner von zigtausenden Menschen umjubelten <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=GYzxg2136-4\">Abschlusskundgebung<\/a> erkl&auml;rt.<\/p><p>Welche Pl&auml;ne hat der Wahlsieger f&uuml;r Landwirtschaft und Ern&auml;hrung? Es soll Unterst&uuml;tzung f&uuml;r einheimische Produzenten mit Subventionen und Krediten geben &ndash; Mexiko soll aufh&ouml;ren, Lebensmittel im Ausland zu kaufen. Ferner soll die Einfuhr von transgenem Saatgut verboten werden. Tats&auml;chlich ist seine Idee, die Nahrungsmittel-Selbstversorgung zu erreichen, ein revolution&auml;res und schwieriges Projekt, doch er hat es versprochen.<\/p><p>Den eigentlichen politischen Z&uuml;ndstoff birgt jedoch seine Ank&uuml;ndigung, mit dem neoliberalen &bdquo;Reform&rdquo;m&uuml;ll seiner Vorg&auml;nger aufzur&auml;umen. Seit Jahren kritisiert L&oacute;pez Obrador Privatisierungen und Abbau der Rechte in der Arbeitswelt, in der Bildung, in der Steuer- und Energie-Politik. Doch will er den privatisierten Unrechtsstaat nicht mit seinem individuellen Federstrich liquidieren, &bdquo;sondern die Menschen sollen mit &ouml;ffentlichen Konsultationen und Referenden entscheiden, ob sie sie beibehalten oder r&uuml;ckg&auml;ngig machen wollen&rdquo; &ndash; ob das der mutige, der entschlossenste und k&uuml;rzeste Weg ist, dar&uuml;ber streiten sich schon jetzt die Geister. Jedenfalls sollen die Privatisierungen des ehemals staatlichen &Ouml;lkonzerns Pemex und der Elektroindustrie aufgehoben, Raffinerien gebaut, die Gasf&ouml;rderung gef&ouml;rdert und die Industrie gest&auml;rkt werden. Es soll Schluss sein mit dem hirnrissigen Import von Benzin und anderen Kraftstoffen im Erd&ouml;lland Mexiko.<\/p><p>Und was soll im Sicherheitsbereich passieren? Wie sollen die <em>Narcos<\/em> und ihre Killer erfolgreich bek&auml;mpft werden? Wann ist endlich Schluss mit dem Dahinschlachten von Mexikanerinnen und Mexikanern? Einerseits versprach der Sozialdemokrat, er wolle mit der von den USA oktroyierten Militarisierung des Staates aufr&auml;umen, verk&uuml;ndete jedoch andererseits, die Armee werde &bdquo;nach und nach&rdquo; in die Kasernen zur&uuml;ckkehren, weil &ndash; entgegen der Meinung und dem Drill durch die USA &ndash; die Streitkr&auml;fte nicht dazu da seien, als Polizei aufzutreten und das Volk anzugreifen, sondern um es zu sch&uuml;tzen. Dennoch ist es der Plan des Pr&auml;sidenten, auch langfristig solle eine Sonderbrigade des Heeres f&uuml;r die Innere Sicherheit ausgebildet und freigestellt werden. Dass die Armee diesen Befehl auch befolgen und die USA unt&auml;tig zusehen werden, sollte ernsthaft bezweifelt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180702_mex01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"\/><\/div>\n<p>Am Sonntag, 1. Juli 2018, fanden in Mexiko allgemeine Wahlen statt. Gew&auml;hlt wurden Kommunalvertreter, Abgeordnete der Landesparlamente, des Bundesparlaments (128 Senatoren und 500 Abgeordnete), 9 Gouverneure der insgesamt 32 Bundesstaaten und ein neuer Staatspr&auml;sident f&uuml;r ein sechsj&auml;hriges Mandat. Wahlberechtigt waren rund 90 Millionen der<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44731\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[198,123,190],"tags":[1760,2393,1570,849,1191,312,2131,1556,291,255,1347,1500],"class_list":["post-44731","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-einzelne-politiker-personen-der-zeitgeschichte","category-kampagnentarnworteneusprech","category-wahlen","tag-kriminalitaet","tag-lopez-obrador-andres-manuel","tag-mexiko","tag-nahrungsmittel","tag-populismus","tag-reformpolitik","tag-unternehmenssozialisierung","tag-usa","tag-verteilungsgerechtigkeit","tag-wahlanalyse","tag-wahlkampf","tag-wahlprogramm"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/44731","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=44731"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/44731\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":48076,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/44731\/revisions\/48076"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=44731"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=44731"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=44731"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}