{"id":4479,"date":"2010-01-27T09:06:59","date_gmt":"2010-01-27T08:06:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4479"},"modified":"2010-01-29T15:10:53","modified_gmt":"2010-01-29T14:10:53","slug":"hinweise-des-tages-1067","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4479","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Mehr Soldaten bedeuten mehr Krieg; 8 Euro als Anfang; Schweinegrippe, der WHO Leid, Novartis Freud; noch mehr Steuergeschenke; B&ouml;rsenspiele von Porsche; das Prinzip der politischen Landschaftspflege; Bildung wirkt langsam aber m&auml;chtig; NRW: keine Mehrheit f&uuml;r Schwarz-Gelb; Kampf gegen die Linke nach Lafo; FDP- die Sternschnuppen-Partei; Irakische Bauern im Griff der Agrarkonzerne; wir k&ouml;nnen alles au&szlig;er englisch; TV-Tipp; Ringelnatz aktuell. (WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Merkel bietet bis zu 850 Mann mehr f&uuml;r Afghanistan<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Finanzspritze f&uuml;r Gesundheitsfonds und Bundesanstalt f&uuml;r Arbeit vorgesehen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Zusatzbeitr&auml;ge <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Im Umgang mit der Schweinegrippe versagt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Schweinegrippe beschert Novartis Rekordergebnis<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Neue Steuergeschenke f&uuml;r Firmen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Postunternehmen k&ouml;nnen bestimmte Leistungen von Umsatzsteuer befreien lassen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Milliardenklage: Wann beschloss Porsche, VW zu &uuml;bernehmen?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Dierk Hirschel: Befreiung aus der Geiselhaft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Medienpreis f&uuml;r Merkel: &raquo;Auf jeden Fall die falsche Wahl&laquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Hans Leyendecker: Das Prinzip der politischen Landschaftspflege<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Opel &ndash; der Aff&auml;ren-Mann der CDU hat einen Auftrag<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">OECD-Studie: Bildung wirkt langsam, aber m&auml;chtig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">GEW: &bdquo;Bildung ist das beste Konjunkturprogramm!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Landeselternbeirat-Chefin tritt aus Frust zur&uuml;ck<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">NRW-Trend: Keine Mehrheit f&uuml;r Schwarz-Gelb<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Zentralorgane gegen Die Linke<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">FDP &ndash; die Sternschnuppen-Partei<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Irakische Bauern d&uuml;rfen nur noch industriell entwickeltes, gentechnisch ver&auml;ndertes, patentiertes Saatgut benutzen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">Oettinger: English wird die Arbeitssprache<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h21\">TV-TIPP: Hilflos in Afghanistan <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h22\">Joachim Ringelnatz: Angstgebet in Wohnungsnot<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind.Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=4479&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Merkel bietet bis zu 850 Mann mehr f&uuml;r Afghanistan<\/strong><br>\nDeutschlands Offerte f&uuml;r die Truppensteller-Konferenz liegt auf dem Tisch: Die Bundeskanzlerin will 500 zus&auml;tzliche Soldaten an den Hindukusch schicken, 350 sollen als Reserve bereitstehen. Mit 50 Mio. Euro will sich die Regierung an einem Aussteigerprogramm f&uuml;r Taliban beteiligen. Zus&auml;tzlich w&uuml;rden die Zahl der Polizeiausbilder von 123 auf 200 erh&ouml;ht und die Mittel f&uuml;r den Wiederaufbau des kriegszerst&ouml;rten Landes nahezu verdoppelt. Mit diesem Konzept geht die Bundesregierung in die internationale Afghanistan-Konferenz am Donnerstag in London.<br>\nNach Informationen der Deutschen Presse-Agentur will die Regierung noch in diesem Jahr mit dem schrittweisen R&uuml;ckzug von Soldaten aus Afghanistan beginnen. Unter Berufung auf Regierungskreise hie&szlig; es, dass bereits 2010 erste Verantwortungsbereiche an die Einheimischen &uuml;bergeben werden sollen.<br>\nEs gilt als wahrscheinlich, dass der deutsche Truppenabzug erst dann richtig beginnt, wenn auch die Amerikaner ihre Soldaten zur&uuml;ckholen. US-Pr&auml;sident Barack Obama hat als Beginn des R&uuml;ckzugs das Jahr 2011 anvisiert. Es w&auml;re merkw&uuml;rdig, hinter die Vorstellungen Obamas zur&uuml;ckzufallen, sagte CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich. &ldquo;Unsere Vorstellung ist, dass ab 2011 im Grunde der Abzug von Soldaten m&ouml;glich ist.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:strategiewechsel-merkel-bietet-bis-zu-850-mann-mehr-fuer-afghanistan\/50065652.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Merkel hat also, wie erwartet ihr Versprechen gegen&uuml;ber den us-amerikanischen Repr&auml;sentanten im <a href=\"?p=4312\">Washingtoner Kapitol<\/a> gehalten und zieht bei Obamas Truppenverst&auml;rkung mit. Und wahrscheinlich werden auf der Afghanistan-Konferenz in London noch ein paar Kompanien aus &bdquo;b&uuml;ndnispolitischer Solidarit&auml;t&ldquo; draufgesattelt. Selbst in milit&auml;rischer Logik ist die Position der Regierung widerspr&uuml;chlich. Es ist doch absurd zu meinen, mit 500 bis 850 Soldaten k&ouml;nne man in diesem riesigen Land mehr Sicherheit gew&auml;hrleisten und dazu noch &bdquo;n&auml;her&ldquo; an der afghanischen Bev&ouml;lkerung sein. Mehr Soldaten bedeuten mehr Krieg. Noch unglaubw&uuml;rdiger sind jetzt die besch&ouml;nigenden Andeutungen &uuml;ber einen &bdquo;m&ouml;glichen&ldquo; Abzug ab 2011. Wie sollte in einem knappen Jahr erreicht werden, was in acht Jahren zuvor nicht gelungen ist?<br>\nUmgekehrt ist die zivile Hilfe zur afghanischen Selbsthilfe geradezu l&auml;cherlich. Wie sollten 200 Polizeiausbilder einen notwendigen gro&szlig;en afghanischen Polizeiapparat schulen k&ouml;nnen?<br>\nDie &ndash; nennen wir sie einmal &ndash; &bdquo;Abwerbemittel&ldquo; f&uuml;r Taliban-Aussteiger, die dazu noch von der korrupten afghanischen Regierung eingesetzt werden sollen, sind ein Linsengericht, gemessen an den Bestechungsgeldern afghanischer Drogenbanden. Es ist eben &ndash; wie Albrecht M&uuml;ller schrieb &ndash;  <a href=\"?p=4478\">Sicherheitspolitik zur innenpolitischen Profilierung<\/a><br>\nMehrausgaben &uuml;brigens 275 Millionen Euro, f&uuml;r angeblich zivile Aufbauhilfen soll es 210 Millionen Euro mehr geben, das Aussteigerprogramm f&uuml;r sog. Taliban-Mitl&auml;fer, von dem noch niemand so genau wei&szlig;, wie es funktionieren soll, inklusive.<\/em><\/p>\n<p><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die Regierung krei&szlig;te und gebar eine Eins-zu-Eins-Minikopie des US-Konzepts. Schade nur ums Geld f&uuml;r den sog Wiederaufbau und die Reintegrationspr&auml;mie, das wahrscheinlich zur H&auml;lfte in dunklen Kan&auml;len verschwindet. Absolut inakzeptabel ist, dass f&uuml;r diese Scharade Soldaten&nbsp; ihr Leben riskieren m&uuml;ssen.<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Finanzspritze f&uuml;r Gesundheitsfonds und Bundesanstalt f&uuml;r Arbeit vorgesehen<\/strong><br>\nDie Bundesregierung reagiert mit einem Gesetzentwurf (17\/507) auf aktuelle Probleme, die durch die Wirtschaftskrise in den Sozialversicherungen und der Landwirtschaft verursacht werden. Sie will den Gesundheitsfonds mit 3,9 Milliarden Euro bezuschussen, das geplante Darlehen an die Bundesanstalt f&uuml;r Arbeit in einen Zuschuss umwandeln, den Landwirten mit einem Sonderprogramm unter die Arme greifen und die Freibetr&auml;ge f&uuml;r das Altersvorsorgeverm&ouml;gen von Hartz-IV-Empf&auml;ngern erh&ouml;hen.<br>\nDie Krise rei&szlig;e &rdquo;sp&uuml;rbare L&uuml;cken in die Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme&ldquo;, hei&szlig;t es in dem Entwurf. Dennoch sollten die Sozialversicherungsbeitr&auml;ge und damit die Lohnnebenkosten stabil bleiben. Neben dem Zuschuss an die Gesetzliche Krankenversicherung plant die Regierung daher, die Bundesanstalt f&uuml;r Arbeit in 2010 mit 16 Milliarden Euro zu bezuschussen. F&uuml;r die durch die Krise gebeutelten Landwirte solle es ein sogenanntes Gr&uuml;nlandmilchprogramm mit einer Gr&uuml;nlandpr&auml;mie und einer Kuhpr&auml;mie geben, da die betroffenen Milcherzeuger &rdquo;Ma&szlig;nahmen zur Einkommensst&uuml;tzung&ldquo; ben&ouml;tigten.<br>\n&rdquo;Wer w&auml;hrend seiner Erwerbst&auml;tigkeit nachhaltig privat f&uuml;r das Alter vorgesorgt hat, soll nicht w&auml;hrend einer verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig kurzen Zeit der Erwerbslosigkeit auf Teile davon zur&uuml;ckgreifen m&uuml;ssen.&ldquo; Daher solle das sogenannte Schonverm&ouml;gen von 250 Euro pro Lebensjahr auf 750 Euro erh&ouml;ht werden.<br>\nDurch Gr&uuml;nland und Kuhpr&auml;mie entstehen Informationspflichten f&uuml;r die Betroffenen, die Regierung sch&auml;tzt, dass von rund 95.000 betroffenen Milcherzeugern auszugehen sei und j&auml;hrliche Kosten von insgesamt 2,28 Millionen Euro entst&uuml;nden. Der Gesetzentwurf wird am Freitag, den 29. Januar in erster Lesung im Bundestag beraten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/2010_01\/2010_015\/01.html\">Deutscher Bundestag<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die &bdquo;Kuhpr&auml;mie&ldquo; ist sicherlich nicht durch die Wirtschaftskrise erforderlich geworden, sondern gleichfalls wieder die Bedienung einer Klientel. Die Anhebung des Schonverm&ouml;gens betrifft, wie schon <a href=\"?p=4463#h04\">gemeldet<\/a>, 0,2 Prozent aller Antr&auml;ge und die Zusch&uuml;sse zum Gesundheitsfonds wurden im Grundsatz schon mit er Senkung der Krankenversicherungsbeitr&auml;ge von 15,5 auf 14,9% beschlossen. Dass die Bundesanstalt f&uuml;r Arbeit bei einer Zunahme der Arbeitslosigkeit ins Defizit geraten w&uuml;rde, war schon bei der Senkung der Beitr&auml;ge auf 2,8% klar. Wohltaten sind das alles also nicht, sondern Sp&auml;tfolgen einer vorausgegangen falschen Politik.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Zusatzbeitr&auml;ge <\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Acht Euro sind erst der Anfang<\/strong><br>\nGestern war ein schwarzer Tag f&uuml;r die gesetzlich Versicherten. Aber nicht, weil sie k&uuml;nftig acht Euro mehr im Monat f&uuml;r ihre Krankenkasse berappen m&uuml;ssen &ndash; das w&auml;re f&uuml;r viele wahrscheinlich noch grade so verschmerzbar. Es war ein schwarzer Tag, weil das erst der Anfang ist. Denn obwohl der Finanzminister den gesetzlichen Kassen in diesem Jahr gut 14 Milliarden Euro Steuergeld &uuml;berweist, reicht es vorne und hinten nicht.<br>\nSchuld daran ist nicht nur die Wirtschaftskrise, Schuld sind auch die explodierenden Ausgaben: Der Topf f&uuml;r die &Auml;rztehonorare wurde vergr&ouml;&szlig;ert, die Arzneimittelkosten sind stetig gestiegen. Leider haben die Einnahmen nicht ann&auml;hernd Schritt gehalten.<br>\nEs ist Zeit f&uuml;r einen Sparkurs. Ein Sparkurs, bei dem jedes Medikament genau auf Kosten und Nutzen &uuml;berpr&uuml;ft wird, bevor es zu Lasten der Kassen verschrieben werden darf. Ein Sparkurs, der auch den Patienten beim Arzneimittelkauf Einsparungen durch mehr Wettbewerb erlaubt.<br>\nAber auch hier bedient die CDU-FDP-Bundesregierung erst einmal Klientelinteressen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wdr.de\/radio\/wdr2\/moma\/545670.phtml\">WDR 2 Klartext<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>Mehr Arbeit, mehr &Auml;rger &ndash; f&uuml;r acht Euro<\/strong><br>\nGesundheitsminister Philipp R&ouml;sler kann sich freuen. Wenn er sein gro&szlig;es Projekt, die Umstellung des Beitragssystems auf einkommensunabh&auml;ngige Kopfpauschalen, in Angriff nimmt, haben die Krankenkassen die schlimmste Vorarbeit daf&uuml;r bereits erledigt: die Erhebung von 51 Millionen Datens&auml;tzen f&uuml;r alle gesetzlich Versicherten. Die n&auml;mlich ben&ouml;tigt der FDP-Minister zwingend, um sein Versprechen wahrmachen und die ungerechten Kopfpauschalen mit einem &bdquo;Sozialausgleich&ldquo; f&uuml;r geringer Verdienende abfedern zu k&ouml;nnen.<br>\nDie Kassen dagegen st&ouml;hnen. Nicht genug, dass ihnen die von der Politik bescherten Zusatzbeitr&auml;ge den &Auml;rger ihrer Versicherten und wohl auch manche K&uuml;ndigung einbringen werden. Sie sind auch mit einem irrwitzigen Verwaltungsaufwand verbunden. Die Zusatzbeitr&auml;ge werden den Mitgliedern ja nicht, wie beim Krankenkassenbeitrag gewohnt, einfach mit dem Gehalt abgezogen. Sie m&uuml;ssen von der Kasse jedem Einzelnen gesondert in Rechnung gestellt und von diesem dann Monat f&uuml;r Monat &uuml;berwiesen werden. Mit allen Risiken von S&auml;umnis, Schusseligkeit und Sabotage.<br>\nOb man Zusatzbeitragsverweigerern Leistungen vorenthalten darf, ist vollends unklar. Das sei &bdquo;eine ganz spannende Frage&ldquo;, hei&szlig;t es im Bundesversicherungsamt, sie werde bereits gepr&uuml;ft. M&ouml;glich ist Leistungsverweigerung bisher, wenn Versicherte mit kompletten Beitr&auml;gen im R&uuml;ckstand sind und trotz Mahnung nicht zahlen. Aber bei acht Euro?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/art771,3013095?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wenn man den Zusatzbeitragsverweigerern Leistungen vorenthalten darf, dann h&auml;tten wir endlich die Gesundheitsversorgung nach Portemonnaie des Patienten. Das war doch schon lange das Ziel.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><strong>Ran an die Arbeit, Herr R&ouml;sler! <\/strong><br>\nSp&auml;testens seit Montag ist klar, dass Millionen Versicherte bald einen Zusatzbeitrag an ihre Krankenkasse zahlen m&uuml;ssen. Und Gesundheitsminister Philipp R&ouml;sler? Der macht einfach &ndash; nichts.<br>\nSicher, R&ouml;sler tr&auml;gt an der jetzigen Entwicklung wenig Schuld. Die Idee des Zusatzbeitrags und des Gesundheitsfonds haben Union und SPD ausgeheckt. Das war der einzige Weg, mit dem sie ihre gegens&auml;tzlichen Ideen, B&uuml;rgerversicherung und Kopfpauschale, vereinen konnten. Damit der m&uuml;hsam ausget&uuml;ftelte Kompromiss zustande kam, verteilte die Gro&szlig;e Koalition freiz&uuml;gig Geld. Ein paar Milliarden f&uuml;r die niedergelassenen &Auml;rzte, ein paar Milliarden f&uuml;r die Kliniken, die Kassen bekamen ein neues Finanzsystem und der damalige Finanzminister Peer Steinbr&uuml;ck musste die Kasse weit &ouml;ffnen, damit die Operation Gesundheitsreform nicht zu negativ auffiel. Als Folge wuchsen die Ausgaben der Kassen von 144 Milliarden Euro im Jahr 2005 auf 167,3 Milliarden Euro im Jahr 2009. &Uuml;ber 23 Milliarden Euro mehr. Es regnete Geld &uuml;ber Deutschland.<br>\nEin richtiger Gesundheitsminister m&uuml;sste diesen Trend brechen. Er m&uuml;sste mit den Lobbyisten ringen, den Funktion&auml;ren von Kassen, Kliniken, &Auml;rzten, Pharmaherstellern und Apothekern Zugest&auml;ndnisse abpressen, damit die Versorgung bezahlbar bleibt. Kurz: Er m&uuml;sste f&uuml;r die Patienten streiten. Aber Phillip R&ouml;sler weigert sich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/politik\/deutschland\/krankenkassen-zusatzbeitraege-ran-an-die-arbeit-herr-roesler-1538421.html\">stern.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Der Stern-Kommentator Andreas Hoffmann hat zwar Recht, dass der Zusatzbeitrag als Kompromiss zwischen der SPD-Forderung nach ein B&uuml;rgerversicherung und dem Konzept der &bdquo;Kopfpauschale&ldquo; (oder wie sie besch&ouml;nigend genannt wurde: der &bdquo;Gesundheitspr&auml;mie&ldquo;) verkauft wurde. Aber wo sind die Elemente einer B&uuml;rgerversicherung, in die alle einbezogen werden geblieben? &Uuml;brig blieb allen der Einstieg in die Kopfpauschale durch die Einf&uuml;hrung der Zusatzbeitr&auml;ge f&uuml;r alle in gleicher H&ouml;he. An diesem Beispiel mag man erkennen, zu welchen &bdquo;faulen&ldquo; Kompromissen die SPD in der gro&szlig;en Koalition bereit war.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Im Umgang mit der Schweinegrippe versagt<\/strong><br>\nEuropa kritisiert das Vorgehen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Fall der Schweinegrippe. Experten und Abgeordnete des Europarats warfen der WHO an einer Anh&ouml;rung vor, die Schweinegrippe voreilig zur Pandemie erkl&auml;rt zu haben. Die Schweinegrippe ist viel weniger stark ausgefallen als bef&uuml;rchtet und von den Beh&ouml;rden der meisten L&auml;nder dargestellt. In ihrer Einsch&auml;tzung der Lage st&uuml;tzten sie sich haupts&auml;chlich auf die Weltgesundheitsorganisation WHO ab. Entsprechend ger&auml;t diese nun zusehends unter Druck. Weil sie die Krankheit sehr schnell als Pandemie bezeichnet habe, seien unn&ouml;tig &Auml;ngste gesch&uuml;rt worden. Bei Regierungen und Medien habe dies zu &laquo;hysterischen Reaktionen&raquo;, sagte Medizinprofessor Ulrich Keil von der Universit&auml;t M&uuml;nster bei der Anh&ouml;rung im Europarat.<br>\nDer Berater f&uuml;r Grippe-Pandemien der WHO, Keiji Fukuda, wies die Kritik entschieden zur&uuml;ck. Auf hartn&auml;ckiges Nachfragen von Abgeordneten r&auml;umte der Japaner allerdings ein, dass &laquo;einzelne Personen&raquo; m&ouml;glicherweise Interessenkonflikte verschwiegen haben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/international\/who_schweinegrippe_europarat_1.4641024.html?printview=true\">NZZ<\/a>\n<p><em>Dazu passt:<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Schweinegrippe beschert Novartis Rekordergebnis<\/strong><br>\nDer Basler Pharmakonzern <a href=\"http:\/\/www.novartis.ch\">Novartis<\/a> konnte 2009 ein Rekordergebnis einfahren. Zu einem deutlichen Plus bei Umsatz und Ergebnis trug nicht zuletzt der starke Absatz von Impfdosen gegen die Schweinegrippe bei. &Uuml;ber 100 Mio. verkaufte Influenza-A\/H1N1-Dosen trieben den Nettoumsatz im Bereich Vaccines and Diagnostics um 39 Prozent. Mit einem Konzern-Umsatzanstieg von elf Prozent auf 44,27 Mrd. Dollar kletterte der Reingewinn in den vergangenen zw&ouml;lf Monaten insgesamt auf 8,45 Mrd. Dollar.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.pressetext.ch\/pteprint.mc?pte=100126010\">Pressetext.at<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Neue Steuergeschenke f&uuml;r Firmen<\/strong><br>\nDie schwarz-gelbe Koalition kommt der Wirtschaft mit weiteren Entsch&auml;rfungen der Unternehmensbesteuerung entgegen: Die Belastung von Leasingraten und von Produktionsverlagerungen ins Ausland soll abgemildert werden.<br>\nSo lobte am Dienstag auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag die geplanten Neuerungen. &ldquo;Das entspricht unseren Forderungen&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:gesetzesentwurf-neue-steuergeschenke-fuer-firmen\/50066172.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Es nimmt eigentlich nicht Wunder, dass man in diesen Tagen eigentlich sofort an Lobbykratie oder an Spendengelder denkt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Postunternehmen k&ouml;nnen bestimmte Leistungen von Umsatzsteuer befreien lassen<\/strong><br>\nDie Umsatzsteuerbefreiung f&uuml;r die unmittelbar dem Postwesen dienenden Ums&auml;tze der Deutschen Post AG soll an die Entwicklung der Liberalisierung auf dem Postmarkt und an das europ&auml;ische Recht angepasst werden. Danach k&ouml;nnen in Zukunft alle Postunternehmen f&uuml;r ihren Universaldienst von der Umsatzsteuer befreit werden, hei&szlig;t es in einem von der Bundesregierung eingebrachten Entwurf eines Gesetzes zur Umsetzung steuerlicher EU-Vorgaben sowie zur &Auml;nderung steuerlicher Vorschriften (17\/506). Die Befreiung von der Umsatzsteuer soll es erm&ouml;glichen, dass Unternehmen, die im ganzen Bundesgebiet Post-Universaldienstleistungen erbringen, den Preis ihrer Leistungen trotz h&ouml;herer Kosten vermindern k&ouml;nnen, &rdquo;so dass er f&uuml;r die Nutzer erschwinglich bleibt&ldquo;, hei&szlig;t es in dem Entwurf.<br>\nVoraussetzung f&uuml;r die Befreiung von der Umsatzsteuer sei die Verpflichtung des Unternehmens, Post-Universaldienstleistungen st&auml;ndig und fl&auml;chendeckend anzubieten. Dazu z&auml;hlen nach Angaben des Entwurfs die Bef&ouml;rderung von Briefsendungen (einschlie&szlig;lich der Bef&ouml;rderung von adressierten B&uuml;chern, Katalogen, Zeitungen und Zeitschriften bis 2.000 Gramm), die Bef&ouml;rderung von Paketen bis zehn Kilogramm sowie Einschreib- und Wertsendungen. Wenn ein Anbieter nur einen Teilbereich der Universaldienstleistungen anbieten wolle, m&uuml;sse er ebenfalls bestimmte Qualit&auml;tsanforderungen erf&uuml;llen und tragbare Preise f&uuml;r alle Nutzer bieten.<br>\nWie aus dem Gesetzentwurf weiter hervorgeht, sollen Paketsendungen mit einem Gewicht &uuml;ber 10 Kilogramm bis 20 Kilogramm in Zukunft nicht mehr von der Umsatzsteuer befreit sein. Das gelte ebenso f&uuml;r B&uuml;cher, Kataloge, Zeitungen und Zeitschriften mit einem Gewicht &uuml;ber zwei Kilogramm, Expresszustellungen, Nachnahmesendungen sowie individuell vereinbarte Leistungen. Auch Tarife, die grunds&auml;tzlich f&uuml;r jedermann zug&auml;nglich, aber nicht f&uuml;r den durchschnittlichen Privatkunden bestimmt sind (etwa Tarife ab einer Einlieferungsmenge von 1.000 Exemplaren), sollten umsatzsteuerpflichtig werden. Die Steuerbefreiung soll das Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern bescheinigen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/2010_01\/2010_015\/02.html\">Deutscher Bundestag<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Auf diesen Hinweis k&ouml;nnte man wirklich verzichten, er wird aber offenbar von der Regierungspartei mitgetragen, deren Galionsfigur jahrelang gebetsm&uuml;hlenartig von nichts anderem redete als von einem <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=G6ulouarjW8\">&bdquo;einfacherem&ldquo; Steuersystem<\/a> geredet hat <\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Milliardenklage: Wann beschloss Porsche, VW zu &uuml;bernehmen?<\/strong><br>\nEine Gruppe von Investmentfonds hat Porsche und Ex-Konzernchef Wiedeking verklagt. Hintergrund ist die geplante VW-&Uuml;bernahme, die letztlich scheiterte&hellip;In ihrer 46-seitigen Klageschrift haben die Fonds die Ereignisse zusammengefasst, die zum kurzfristigen Anstieg des VW-Kurses auf mehr als 1000 Euro f&uuml;hrten. Sie berufen sich darin auf eine Indizienkette, die belegen soll, wie die Porsche-Spitze den Kurs der manipulierte, die Investoren so bewusst in die Irre f&uuml;hrte und um mehr als eine Milliarde Dollar sch&auml;digte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,674115,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Dierk Hirschel: Befreiung aus der Geiselhaft<\/strong><br>\nKommentar Obamas Pl&auml;ne zur Z&uuml;gelung der Banken sind schlechte Nachrichten f&uuml;r die gro&szlig;en Geldinstitute. Sie sind gleichzeitig ein wichtiger Schritt zu einem gerechteren Finanzsystem, dem weitere folgen m&uuml;ssen.<br>\nDas Risiko der Spekulanten ist begrenzt. Platzen die Wetten, zahlen die Steuerzahler. Damit muss Schluss sein. Gesch&auml;ftsbanken d&uuml;rfen nicht weiter Roulette spielen. Der Vorschlag des US-Pr&auml;sidenten, den Eigenhandel der Banken einzud&auml;mmen, ist richtig.<br>\nDamit aber nicht genug. Viele Finanzinstitute sind zu gro&szlig; zum Scheitern. Ein zentrales Ordnungsprinzip der Marktwirtschaft wird damit au&szlig;er Kraft gesetzt: das Prinzip der Haftung. Es gibt zwei Wege, um das Problem in den Griff zu bekommen. Entweder m&uuml;ssen Gro&szlig;banken gesundgeschrumpft werden, oder sie gehen in &ouml;ffentliches Eigentum &uuml;ber. Die Freunde des Wettbewerbs wollen die Finanzgiganten lieber schrumpfen. Da gibt es viel zu tun. In 19 EU-Mitgliedsl&auml;ndern liegt der Marktanteil der f&uuml;nf gr&ouml;&szlig;ten Banken &uuml;ber 50 Prozent. In den USA kontrollieren die &ldquo;Big Five&rdquo; 43 Prozent des Markts. Wirtschaftsminister Br&uuml;derle bringt gerade ein Entflechtungsgesetz auf den Weg. Eher wird jedoch Josef Ackermann neuer Vorsitzender der Linkspartei, als dass die J&uuml;nger Ludwig Erhards die Finanzindustrie mit dem ordnungspolitischen Schwert bek&auml;mpfen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/finanzen\/maerkte\/marktberichte\/:obamas-bankensteuer-befreiung-aus-der-geiselhaft\/50065531.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Man darf allerdings leider auch die Ank&uuml;ndigungen Obamas nicht &uuml;berbewerten. Die Tonart gegen&uuml;ber der Wall Street ist eher dem Zorn im Lande geschuldet.<br>\nEs gibt Anzeichen, dass die Vertreter der Finanzwelt in der amerikanischen Administration schon l&auml;ngst beigedreht sind. Im &Uuml;brigen w&uuml;rden die Republikaner schon lange genug filibustern. Au&szlig;erdem darf die Finanzwelt nach einem j&uuml;ngsten Urteil des obersten Gerichtshofs ja unbegrenzt spenden.<br>\n<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Medienpreis f&uuml;r Merkel: &raquo;Auf jeden Fall die falsche Wahl&laquo;<\/strong><br>\nBundeskanzlerin Merkel soll den &raquo;Medienpreis&laquo; von Media Control erhalten &ndash; aber warum eigentlich? Ein Gespr&auml;ch mit Wolfgang Lieb.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/01-26\/058.php\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Hans Leyendecker: Das Prinzip der politischen Landschaftspflege<\/strong><br>\nGeldsegen f&uuml;r die B&uuml;rgerlichen: Wie Gro&szlig;spender ihre Zuwendungen an Parteien verteilen &ndash; und wer davon am meisten profitiert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/2\/501259\/text\/\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Informativ!<\/em><\/p>\n<p><strong>Zu einer anderen Form der politischen Landschaftspflege:<\/strong><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Opel &ndash; der Aff&auml;ren-Mann der CDU hat einen Auftrag<\/strong><br>\nSeine einstige Firma war in den Skandal um den verurteilten Media-Chef Ruzicka verstrickt. Nun soll CDU-Politiker Volker Hoff Cheflobbyist von Opel werden.<br>\nEs geht immerhin um Opel, um den R&uuml;sselsheimer Autobauer, der nicht aus den F&auml;ngen von General Motors in Detroit durfte. Der Tausende Jobs abbaut &ndash; und Staatsunterst&uuml;tzung will. Hier soll ein Cheflobbyist ran.<br>\nDer hessische Regierungssprecher Dirk Metz wiederum erkl&auml;rt, Volker Hoff sei als Opel-Beauftragter eine gute Besetzung &ndash; ein erfahrener Landespolitiker in dieser Rolle w&auml;re f&uuml;r Hessen gut.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/52\/501309\/text\/\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Nun gut ein guter Geldbeschaffer scheint Hoff ja zu sein. Interessant im Zusammenhang mit der Diskussion um die Lobbykratie ist, dass sich inzwischen alle Konzerne Vorstandsposten halten, die keine andere Funktion haben als Verbindungen und gute Beziehungen zur Politik aufzubauen. Gemessen an den Vorstandsgeh&auml;ltern sind die Spendenbetr&auml;ge an Parteien eher klein. Solche Aufwendungen m&uuml;ssen sich aber offenbar lohnen. Das kann man auch an den Vertr&auml;gen von Schr&ouml;der, Fischer und einer Vielzahl anderer Politiker sehen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>OECD-Studie: Bildung wirkt langsam, aber m&auml;chtig<\/strong><br>\nNur 25 Punkte mehr in den PISA-Studien br&auml;chten der n&auml;chsten Generation in Deutschland 5000 Milliarden Euro ein. Verbesserungen der Bildung zahlen sich f&uuml;r die Wirtschaft st&auml;rker aus, als wenn mehr Geld&nbsp; in die Konjunkturpolitik gesteckt w&uuml;rde. Bildungsinvestitionen haben &uuml;berhaupt nur einen Nachteil, sie rechnen sich nicht in Jahresbilanzen oder Legislaturperioden, sondern in Generationen. Sie wirken langsam, aber daf&uuml;r m&auml;chtig. Die Autoren der Studie &ldquo;The High Cost of Low Educational Performance&rdquo;&nbsp; sind der Stanford Professor Eric H. Hanushek und der M&uuml;nchner Bildungs&ouml;konom Professor Ludger Woessmnn. Unter Mitarbeit von Andreas Schleicher, dem internationalen PISA-Koordinator, haben sie ihre Algorithmen aus amerikanischen Langzeitstudien und den umfangreichen PISA-Daten entwickelt. Die enormen Effekte, auf die sie kommen, wollten die Autoren erst selbst nicht glauben. Weltweit w&uuml;rde der eigentlich eher m&auml;&szlig;ige Zuwachs von 25 PiSA-Punkten sage und schreibe 115 Billionen Dollar im Leben der jetzt Geborenen ausmachen. Wenn die deutschen Kinder auf das Niveau der finnische Sch&uuml;ler gebracht werden k&ouml;nnten, dann entspr&auml;che der Ertrag in unserem Land dem F&uuml;nffachen der gesamten Jahreswirtschaftsleitung (10.000 Milliarden Euro) oder einem zus&auml;tzlichen j&auml;hrlichen Wachstum von 0,8 Prozent. 25 PISA-Punkte mehr br&auml;chten der n&auml;chsten Generation in Deutschland immerhin 5000 Milliarden Euro ein. &ndash; Was im Einzelnen die Qualit&auml;t und Wirkmechanismen von Bildung ausmacht, kann eine solche Studie nicht definieren. Aber sie kann Faktoren ausschlie&szlig;en. So ist die Schulzeit allein ein zu vernachl&auml;ssigender Faktor. Schleichers Empfehlung: In die Produktivit&auml;t des Unterrichts und in die fr&uuml;hkindliche Bildung investieren!<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/gesellschaft\/schule\/2010-01\/oecd-bildungsausgaben?page=all&amp;print=true\">Zeit<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.oecd.org\/document\/7\/0,3343,de_34968570_34968855_44468807_1_1_1_1,00.html\">OECD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>GEW: &bdquo;Bildung ist das beste Konjunkturprogramm!<\/strong><br>\nAllerdings wisse man das schon seit geraumer Zeit, nun m&uuml;ssten &bdquo;diesen Erkenntnissen auch Taten folgen&ldquo;, unterstrich der GEW-Vorsitzende Th&ouml;ne. &bdquo;In den Bildungsbereich m&uuml;ssen j&auml;hrlich rund 40 Milliarden Euro mehr als in der Vergangenheit investiert werden, um den Nachholbedarf zu decken, notwendige Reformen anzupacken und wieder Anschluss an die internationale Entwicklung zu finden.&ldquo; Der GEW-Vorsitzende forderte von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpr&auml;sidenten auf ihrer Konferenz am 10. Juni, endlich entsprechende Verabredungen zu treffen. &bdquo;Mit den absurden Rechentricks, die die Finanzminister gerade vorf&uuml;hren, flie&szlig;t nicht ein Euro mehr in den Bildungsbereich. So k&ouml;nnen wir die Qualit&auml;t im Bildungsbereich nicht verbessern&ldquo;, sagte Th&ouml;ne.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gew.de\/print\/GEW_Bildung_ist_das_beste_Konjunkturprogramm.html\">GEW <\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die Forderung des GEW-Vorsitzenden Th&ouml;ne nach mehr Geld ist sicherlich angebracht, aber die Studie kommt auch zu dem Ergebnis, dass f&uuml;r die &ldquo;Verbesserung der PISA-Performance&rdquo;, so Schleicher, &ldquo;Ausgabensteigerungen nur zu einem Viertel verantwortlich&rdquo; seien. Der Rest komme von kostenneutralen Faktoren in der Qualit&auml;t des Unterrichts. Der an der Studie beteiligte Bildungs&ouml;konomen Ludger W&ouml;&szlig;mann hat bereits fr&uuml;her in einem Interview&nbsp; angef&uuml;hrt, dass es in anderen Staaten gut funktioniere, Kinder l&auml;nger in einer gemeinsamen Schule zu unterrichten. In Deutschland sollte man die Kinder nicht schon nach der vierten Klasse auf verschiedene Schularten aufteilen und die Zahl der Schulformen reduzieren. Die OECD hatte bereits in der Pisaberichterstattung Dezember 2007 darauf hingewiesen, dass bei der Reform in Polen das Alter, in dem Jugendliche auf unterschiedliche Schultypen aufgeteilt werden, um ein Jahr hinaufgesetzt wurde und als Folge h&auml;tten sich zwischen 2000 und 2003 zun&auml;chst die Ergebnisse der schw&auml;cheren Sch&uuml;ler verbessert, zwischen 2003 und 2006 h&auml;tte der Kompetenzzuwachs dagegen im oberen Leistungsspektrum stattgefunden. &ndash; Sch&ouml;ne Gr&uuml;&szlig;e an die Antireformbewegung in Hamburg!<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Landeselternbeirat-Chefin tritt aus Frust zur&uuml;ck<\/strong><br>\nImmer wieder hat sich der Landeselternbeirat Baden-W&uuml;rttemberg mit dem Kultusministerium angelegt. Jetzt wirft die Vorsitzende Christiane Staab entt&auml;uscht das Handtuch. Der Finanzminister habe das Fass zum &Uuml;berlaufen gebracht, antwortete Christiane Staab am Montag auf die Frage nach dem Grund f&uuml;r ihren &uuml;berraschenden R&uuml;cktritt. &ldquo;Wenn er sich doch wenigstens einmal die M&uuml;he gemacht h&auml;tte, sich zu informieren, bevor er solche Forderungen in die Welt setzt. Willi St&auml;chele hatte vor zwei Wochen verlangt, Lehrerstellen zu streichen, weil die Sch&uuml;lerzahlen bald zur&uuml;ckgehen. Mit einem Verh&auml;ltnis von einem Lehrer auf 16 Sch&uuml;ler sei im Bundesvergleich die Situation in Baden-W&uuml;rttemberg ohnehin am besten, argumentierte der CDU-Politiker. &ldquo;Das ist ein Hohn&rdquo;, sagte Staab. Es gebe zwar teilweise kleine Grund- und Hauptschulklassen auf dem Land. Aber an den Gymnasien und Realschulen versch&auml;rfe sich die Situation seit Jahren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/stn\/page\/2361672_0_9223_-christiane-staab-landeselternbeirat-chefin-tritt-aus-frust-zurueck.html\">Stuttgarter Nachrichten<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>NRW-Trend: Keine Mehrheit f&uuml;r Schwarz-Gelb<\/strong>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/nrw_trend_01_m.jpg\" alt=\"Nordrhein-Westfalen TREND\"><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wdr.de\/Fotostrecken\/wdrde\/Politik\/2010\/01\/nrw_trend.jsp?hi=Politik\">WDR Westpol<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> In der NRW-SPD rechnet man, dass Rot-Gr&uuml;n nur einen Prozentpunkt gegen&uuml;ber Schwarz-Gelb aufholen m&uuml;sse. Zu einer Mehrheit der Abgeordnetenmandate w&uuml;rde aber selbst ein &Uuml;berholen nur reichen, wenn die Linke nicht ins Parlament k&auml;me. Au&szlig;erdem: Wenn man sich da bei der SPD nicht verrechnet: Zu einer Mehrheit w&uuml;rde es schon jetzt Schwarz-Gr&uuml;n reichen, eine Koalition, die die Gr&uuml;nen auch in NRW nicht ausgeschlossen haben.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Zentralorgane gegen Die Linke<\/strong><br>\nBisher bestand die mediale Kampagne gegen die Linke aus zwei Facetten. Einerseits aus dem fortw&auml;hrenden Versuch die Partei zu d&auml;monisieren. Schlagw&ouml;rter wie &bdquo;Populismus&ldquo;, &bdquo;SED-Nachfolgepartei&ldquo; oder &bdquo;Stasi&ldquo; wurden dabei ebenso inflation&auml;r gebraucht, wie Berichte &uuml;ber die Realit&auml;tsverweigerer, die gar nicht mitregieren, sondern nur radikale Parolen absondern wollen.<br>\nDa diese Strategie angesichts der Wahlerfolge der Linken als wenig effektiv erscheint wurde andererseits zuletzt vermehrt versucht die Partei zu spalten, in die guten Realos aus dem Osten (&bdquo;Pragmatiker&ldquo;) und die radikalen Fundis (&bdquo;Spinner&ldquo;) aus dem Westen.<br>\nDoch nach dem Abgang Lafontaines wittern die medialen Gegner nun sogar die ganz gro&szlig;e Chance. Jetzt wird offen vom Ende der Partei getr&auml;umt. So schreibt Spiegel Online: &bdquo;Eine Fusion von Linkspartei und Sozialdemokratie ist nun m&ouml;glich &ndash; unter Gabriels F&uuml;hrung.&ldquo; F&uuml;r die Linkspartei kennt Autor Roland Nelles das Schicksal genau: &bdquo;Im besten Fall wird sie zum Anh&auml;ngsel der SPD, im schlechtesten Fall geht sie &ndash; zumindest im Westen &ndash; ganz unter.&ldquo;<br>\nDer schlechteste Fall, f&uuml;r Bild und Spiegel, wohl eher der Idealfall wird nun mit Nachdruck unterst&uuml;tzt. Das Medium mit den kleineren Buchstaben, aber auch nicht mehr Inhalt, beginnt sogleich nach der Nominierung der neuen Doppelspitze, bestehend aus Gesine L&ouml;tzsch und Klaus Ernst, mit deren Demontage. Mit Ernst verbindet Spiegel Online die Begriffe &bdquo;Macho&ldquo; und intellektuelles Leichtgewicht, L&ouml;tzsch wird dagegen aufgrund ihrer Lichtenberger Herkunft in die Stasi-Ecke gestellt. Das versteht der Spiegel also unter kritischem Journalismus.<br>\nDoch auch wenn es den selbsternannten Leitmedien nicht gelingt, zu einem vollst&auml;ndigen Scheitern der Partei beizutragen, bleibt immer noch die Alternative der angepassten Linken. Eine zweite SPD w&auml;re ebenfalls ein Erfolg, den sie sich mit auf die Fahnen schreiben d&uuml;rften und der dazu beitragen w&uuml;rde, die herrschenden Verh&auml;ltnisse auf Dauer zu sichern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bleib-passiv.de\/beitraege\/mediales\/140-zentralorgane-gegen-die-linke.html\">bleib passiv Blog<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>FDP &ndash; die Sternschnuppen-Partei<\/strong><br>\nDie FDP hat es selbst vielleicht noch nicht gemerkt, aber sie ist nur vier Monate nach ihrem gr&ouml;&szlig;ten Triumph in eine ihrer schwersten Krisen geraten. Jahrelang hat sie versucht, das Stigma loszuwerden, das sie sich selbst zugef&uuml;gt hatte, n&auml;mlich die &ldquo;Partei der Besserverdienenden&rdquo; zu sein, jetzt ist es brutaler und st&auml;rker denn je wieder aufgebrochen. &ldquo;M&ouml;wenpick-Partei&rdquo;, &ldquo;Bimbes-Republik&rdquo; &ndash; das sitzt, das besch&auml;digt die FDP nachhaltig in ihrer Integrit&auml;t, in ihrem Kern. Ihre skrupellose Klientelpolitik, von den Steuerberatern &uuml;ber die Apotheker bis zur Hotel- und Versicherungswirtschaft, l&auml;sst ihren Wahltriumph zu einer Episode der Parteigeschichte&nbsp;werden. Sie war die Sternschnuppen-Partei des Jahres 2009, deren Traumergebnis schnell wieder vergl&uuml;ht ist.<br>\nDie FDP bedient konsequent ihre Stammklientel (und ihre Spender), verliert aber wieder ihre hinzugewonnenen W&auml;hler&hellip;<br>\nEs fing nach der Wahl damit an, dass die FDP ihre Kernkompetenz zerst&ouml;rte, die Finanz- und Steuerkompetenz. Sie verzichtete zur Verbl&uuml;ffung ihrer W&auml;hler auf das Finanzministerium, machte stattdessen einen pf&auml;lzischen Babbeler zum Wirtschaftsminister. Sie&nbsp;setzte neue Steuersubventionen durch, obwohl sie deren Abbau noch im Wahlkampf verlangt hatte. Sie sparte nicht, wie versprochen, parlamentarische Staatsekret&auml;re ein, sondern berief neue. Sie machte einen Mann zum Chef eines Ministeriums, der dessen Abschaffung noch wenige Wochen zuvor verlangt hatte.&nbsp;Sie sch&uuml;tzte Apotheker, pamperte Steuerberater, besorgte die Gesch&auml;fte der Versicherungswirtschaft und legte sich&nbsp;mit den Hoteliers ins Bett &ndash;&nbsp;mit dem b&ouml;sen Anschein der&nbsp;Bezahlung.<br>\nUnd&nbsp;die FDP&nbsp;beharrt v&ouml;llig realit&auml;tsfremd auf 20 Milliarden Steuersenkung &ndash; nach dem Motto: Jetzt sind endlich unsere Leute dran.&nbsp;Die FDP ist damit heute (neben Roland Koch) die Speerspitze der Entsolididarisierung in Deutschland. Mit dieser Politik kann eine Partei &uuml;ber f&uuml;nf Prozent kommen, aber nie mehr auf 14,6 Prozent.&nbsp;Auch Mittelst&auml;ndler wissen, wenn sie verantwortungsbewusst und nachhaltig denken, dass man kein Geld ausgeben kann, das man nicht hat&hellip;<br>\nUnd es gibt in der FDP auch keinen, der diesen Kurs wieder &auml;ndern k&ouml;nnte. Guido Westerwelle ist noch so siegestrunken, dass er die Krise gar nicht mitbekommt, der einst vielversprechende Philipp R&ouml;sler&nbsp;hat sich&nbsp;voll in den Fallstricken der Gesundheitswirtschaft verfangen, Frau Leutheusser-Schnarrenberger ist nur ein Schatten ihres fr&uuml;heren Selbst, Rainer Br&uuml;derles TV-Auftritte&nbsp;sind eine&nbsp;sprachliche und inhaltliche Bildschirmverschmutzung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sprengsatz.de\/?p=2728\">sprengsatz<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> So geht nicht etwa DIE LINKE, sondern der fr&uuml;here Chefredakteur und Wahlkampfmanager von Edmund Stoiber und J&uuml;rgen R&uuml;ttgers Michael Spreng mit der FDP ins Gericht.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Irakische Bauern d&uuml;rfen nur noch industriell entwickeltes, gentechnisch ver&auml;ndertes, patentiertes Saatgut benutzen<\/strong><br>\nDer Irak ist eine Wiege der Zivilisation und der Landwirtschaft unserer Erde<br>\nDie traditionelle Vielfalt der Kulturpflanzen im Irak, die sich &uuml;ber Tausende von Jahren entwickelt hat, ist nicht nur Verm&auml;chtnis und Rechtsgut der irakischen Bauern, sondern der ganzen Welt.<br>\nDie &ldquo;Order 81&rdquo; wurde vom US-Beauftragten f&uuml;r den Wiederaufbau des Irak, Paul Bremer, erlassen. Sie hat zum Ziel, dass die irakischen B&auml;uerinnen und Bauern zuk&uuml;nftig daran gehindert werden, ihre uralten Saaten und Kulturpflanzen anzubauen. Die B&auml;uerinnen und Bauern werden dazu gezwungen, nur noch industriell entwickeltes, gentechnisch manipuliertes und von Unternehmen patentiertes Saatgut zu verwenden.<br>\nWir fordern von der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika wie von der Regierung des Irak, die &ldquo;Order 81&rdquo; zur&uuml;ckzunehmen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.uni-kassel.de\/fb5\/frieden\/regionen\/Irak\/order81.html\">AG Friedensforschung an der Uni Kassel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Oettinger: English wird die Arbeitssprache<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=KAohH3I01l0\">YouTube<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Ich will mich &uuml;ber Herrn Oettinger wirklich nicht lustig machen, er tut mir eher Leid. Oettinger hatte ja schon seine Schwierigkeiten mit dem Hochdeutsch. Zumal als geb&uuml;rtiger Schwabe wei&szlig; ich, wie schwer sich gerade meine s&uuml;ddeutschen Landsleute mit der englischen Phonetik tun. (Wir k&ouml;nnen kein scharfes S und unsere Nasale passen mit dem Englischen &uuml;berhaupt nicht zusammen.) Oettinger wird als EU-Kommissar sicherlich Gelegenheit finden, sein Englisch zu verbessern. Diese blamable Rede macht aber deutlich, wie unsinnig es ist, wenn gerade Leute wie Oettinger verlangen, dass jeder englisch verstehen und sprechen k&ouml;nnen muss.<br>\nNat&uuml;rlich hat es die j&uuml;ngere Generation da leichter als die Generation Oettingers, sie ist besser geschult und mehr mit englischer Sprache konfrontiert. Dennoch sollte man nicht glauben, dass damit inzwischen die Nachteile in der Kommunikation gegen&uuml;ber native speakers ausgeglichen w&auml;ren. Ich habe es nun auf viel zu vielen internationalen Konferenzen selbst erlitten und erlebt, wie die deutschen Redner gegen&uuml;ber ihren englischen Diskussionspartnern schon durch deren rhetorischem Witz wie Trottel dastanden &ndash; egal was sie auch inhaltlich zu sagen hatten. Viele Studierende erleben im Rahmen der Internationalisierung des Studiums &Auml;hnliches: Da muss dann ein deutscher Professor vor seinen zu &uuml;ber 90% deutschen H&ouml;rern, seine Vorlesung pl&ouml;tzlich in einem schlechten Englisch ablesen &ndash; von vortragen kann da h&auml;ufig nicht die Rede sein &ndash; , das Ergebnis ist: Die Vorlesung ist schlechter und das Verst&auml;ndnis der Zuh&ouml;rer geringer.<br>\nIch bin der Letzte, der nicht bef&uuml;rworten w&uuml;rde, dass wir in einem sich vereinigenden Europa, nicht wenigsten ein oder zwei Nachbarsprachen verstehen und uns darin verst&auml;ndlich machen k&ouml;nnen sollten, aber es ist noch ein riesiger Schritt dahin, bis man sich in einer sachlichen oder politischen Diskussion auf dem Sprachniveau eines Muttersprachlers bewegen kann.<br>\nMan sollte wirklich mehr dar&uuml;ber nachdenken, was man tut oder was man verliert, wenn man englisch zur Lingua Franca erkl&auml;rt. Und vor allem sollte man dar&uuml;ber nachdenken, wie man &ndash; jedenfalls wo Gleichberechtigte zusammentreffen &ndash; die Nachteile von nicht anglophonen Sprechern ausgleichen k&ouml;nnte. Die (in der gro&szlig;en Zahl geradezu fremdsprachen-ignoranten) Franzosen, sind da auf dem internationalen Terrain wesentlich selbstbewusster.<br>\nSprache ist nur eines der wichtigsten Denkinstrumente, es ist in der Geschichte auch immer eines der wichtigsten Herrschaftsmittel gewesen. <\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>TV-TIPP: Hilflos in Afghanistan <\/strong><br>\nVon &ldquo;Krieg&rdquo; spricht auch der ehemalige Verteidigungsminister Volker R&uuml;he (CDU). Der aktuelle Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) spricht von einem &ldquo;Kampfeinsatz&rdquo; und beklagt die allzu lang praktizierte &ldquo;versch&uuml;chterte und verdruckste Sprache&rdquo; der Politiker.<br>\n&ldquo;Nichts ist gut in Afghanistan&rdquo; &ndash; so auch das Fazit der Ratsvorsitzenden der evangelischen Kirche, Margot K&auml;&szlig;mann, in ihrer aufsehenerregenden Silvesterpredigt. In der NDR Dokumentation verteidigt und begr&uuml;ndet sie ihre &Auml;u&szlig;erung. Auch Angeh&ouml;rige von get&ouml;teten Soldaten, ortskundige Journalisten und Soldaten beschreiben, wie die einstige Euphorie zur nackten Angst um das eigene &Uuml;berleben wurde.<br>\nDie Autoren Christoph L&uuml;tgert und Josy W&uuml;bben dokumentieren die gro&szlig;e Ratlosigkeit des Engagements in Afghanistan unmittelbar vor der internationalen Afghanistan-Konferenz am 28. Januar in London.<br>\nBei Phoenix: Sendetermine<br>\nMi, 27.01.10, 13.30 Uhr<br>\nMi, 27.01.10, 18.00 Uhr<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.phoenix.de\/content\/phoenix\/die_sendungen\/hilflos_in_afghanistan\/284810?datum=2010-01-27\">phoenix<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> K&ouml;nnte vielleicht interessant sein.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h22\"><\/a><strong>Joachim Ringelnatz: Angstgebet in Wohnungsnot<\/strong>\n<p>Joachim Ringelnatz<\/p>\n<p>ANGSTGEBET IN WOHNUNGSNOT<br>\n(1923)<br>\n&nbsp;<br>\nAch, lieber Gott, gib, da&szlig; sie nicht<br>\nUns aus der Wohnung jagen.<br>\nWas soll ich ihr denn noch sagen &mdash;<br>\nMeiner Frau &mdash; in ihr verheultes Gesicht!?<br>\n&nbsp;<br>\nIch ringe meine H&auml;nde.<br>\nWeil ich keinen Ausweg f&auml;nde,<br>\nWenn&rsquo;s eines Tags so wirklich w&auml;r:<br>\nBett, Kleider, B&uuml;cher, mein Sekret&auml;r, &#8209;<br>\nDa&szlig; das auf der Stra&szlig;e st&auml;nde.<br>\n&nbsp;<br>\nSollt ich&rsquo;s versetzen, verkaufen?<br>\nIst all doch n&ouml;tigstes Ger&auml;t.<br>\nWir w&uuml;rden, einmal, die Not versaufen,<br>\nUnd dann: wer wei&szlig;, was ich t&auml;t.<br>\n&nbsp;<br>\nIch h&auml;nge so an dem Bilde,<br>\nDas noch von meiner Gro&szlig;mama stammt.<br>\nGott, gie&szlig;e doch etwas Milde<br>\n&Uuml;ber das steinerne Wohnungsamt.<br>\n&nbsp;<br>\nWie meine Frau die Nacht durchweint,<br>\nDas barmt durch all meine Tr&auml;ume.<br>\nGott, la&szlig; uns die lieben zwei R&auml;ume<br>\nMit der Sonne, die vormittags hinein scheint.<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Mehr Soldaten bedeuten mehr Krieg; 8 Euro als Anfang; Schweinegrippe, der WHO Leid, Novartis Freud; noch mehr Steuergeschenke; B&ouml;rsenspiele von Porsche; das Prinzip der politischen Landschaftspflege; Bildung wirkt langsam aber m&auml;chtig; NRW: keine Mehrheit f&uuml;r Schwarz-Gelb; Kampf gegen die Linke nach Lafo; FDP- die Sternschnuppen-Partei; Irakische Bauern im Griff<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4479\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-4479","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4479","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4479"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4479\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4479"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4479"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4479"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}