{"id":44817,"date":"2018-07-06T14:36:46","date_gmt":"2018-07-06T12:36:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44817"},"modified":"2018-07-09T07:31:19","modified_gmt":"2018-07-09T05:31:19","slug":"denkfehler-7-jetzt-hilft-nur-noch-private-vorsorge-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44817","title":{"rendered":"Denkfehler 7: \u201eJetzt hilft nur noch private Vorsorge.\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Der gestrige Artikel &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44798\">Das internationale Gro&szlig;e Geld beherrscht uns und die Europ&auml;ische Union. Ihre Bosse entscheiden z.B. dar&uuml;ber, wie wir unsere Altersvorsorge organisieren. Demokratie gleich null.<\/a>&ldquo; l&ouml;ste einige Leserbriefreaktionen aus. Zusammenstellung siehe unten. Im ersten Leserbrief wird auf einen Artikel in der S&uuml;ddeutschen Zeitung von gestern hingewiesen. Die SZ-Journalistin Boehringer <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/kommentar-einfach-loslegen-1.4039952\">schreibt dort<\/a>: &bdquo;Seit mehr als zwei Jahrzehnten ist bekannt, dass das staatliche Rentensystem in Richtung Grundversorgung schrumpft.&ldquo; Sie wirbt daf&uuml;r, sich mit dem Anlegen von Geld zu besch&auml;ftigen, auch f&uuml;r die private Altersvorsorge, denn &bdquo;die Renten werden weiter sinken&ldquo;. Wenn man das liest, dann kann man eigentlich nur noch verzweifeln. Diesen <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=247\">Denkfehler 7: &ldquo;Jetzt hilft nur noch private Vorsorge.&rdquo;<\/a>-Artikel hatten die NachDenkSeiten am 4. Januar 2005 ver&ouml;ffentlicht. Der Text stammt aus meinem Buch &bdquo;Die Reforml&uuml;ge&ldquo;, das im August 2004 erschien und in dem ich 40 Denkfehler, Mythen und Legenden abhandle.  Das ist jetzt 14 Jahre her. Bei der Lekt&uuml;re der S&uuml;ddeutschen Zeitung und auch bei der Lekt&uuml;re anderer Mails zum gestern ver&ouml;ffentlichten Artikel muss ich den Eindruck gewinnen, dass Aufkl&auml;rung eigentlich nicht m&ouml;glich ist. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nDass auch bei demographischem Wandel der Generationenvertrag und die gesetzliche Rente tragen, dass die Leistungsf&auml;higkeit der gesetzlichen Rente bewusst und massiv vermindert worden ist, um der Versicherungswirtschaft und den Banken neue Gesch&auml;ftsfelder zu er&ouml;ffnen, welche Lobby dahinter steckte &ndash; das haben wir und das haben auch andere Autoren und Wissenschaftler immer wieder erl&auml;utert, belegt, mit Zahlen unterf&uuml;ttert. Es hilft offensichtlich wenig.<\/p><p>Dennoch, man darf ja nicht aufgeben, ich empfehle noch einmal die Lekt&uuml;re jenes Artikels vom 4. Januar 2005. Auf 14 Buchseiten hatte ich, wie ich meine verst&auml;ndlich, erl&auml;utert, dass die gesetzliche Rente und der Generationenvertrag auch in Zeiten demographischen Wandels tr&auml;gt, wie &uuml;brigens auch schon im letzten Jahrhundert. Und die NachDenkSeiten haben unentwegt darauf hingewiesen und belegt, dass die Privatvorsorge teuer und weniger effizient ist als das Umlageverfahren und die Gesetzliche Rente.<\/p><p>Der erw&auml;hnte Leserbriefschreiber, es ist J&uuml;rgen Vo&szlig; aus Oberhausen, hat in seinem Leserbrief an die S&uuml;ddeutsche Zeitung die Zusammenh&auml;nge erl&auml;utert und auch darauf aufmerksam gemacht, dass die erw&auml;hnte Wirtschaftsredakteurin der SZ, Frau Boehringer, seit Jahren f&uuml;r die private Vorsorge Werbung betreibt. Dies &uuml;brigens geh&ouml;rt auch zum Kapitel sogenannter Qualit&auml;tsmedien. Sie haben uns &uuml;ber Jahre im Interesse von Interessengruppen &bdquo;unterrichtet&ldquo;.<\/p><p>Hier nun die Leserbriefe, danke an alle, die uns geschrieben haben:<\/p><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Leute von den Nachdenkseiten,<\/p><p>in welchen grotesken Bahnen die Propaganda f&uuml;r die private Altersvorsorge inzwischen verl&auml;uft, zeigt ein Artikel in der SZ vom 5. Juli von Simone Boehringer im Wirtschaftsteil mit dem Titel &rdquo;Es lohnt sich&rdquo;. Die Lekt&uuml;re ist anempfohlen. Das ist wirklich das l&auml;cherlichste und bl&ouml;deste, was mir in den letzten 20 Jahren zum Thema Privatvorsorge geboten worden ist. <\/p><p>Einen Leserbrief dazu habe ich gleich an die SZ geschrieben, er wird sicherlich nicht den Weg nach drau&szlig;en finden.<\/p><p>Ich f&uuml;ge ihn &hellip;  bei:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Dass sich die Wirtschaftsredakteure der SZ&nbsp; seit vielen Jahren als Propagandisten der privaten Altersvorsorge verstehen und keine Gelegenheit auslassen, die gesetzliche Rente als nicht mehr finanzierbar hinzustellen, muss der kritische Leser leider wehrlos hinnehmen. Nachdem ausgerechnet die Finanzbranche selbst daf&uuml;r gesorgt hat, dass diese in den neunziger Jahren und nuller Jahren insbesondere von der Sozialdemokratie&nbsp; hei&szlig; gelobte Privatvorsorge krachend gescheitert ist und teilweise nur dank gesetzgeberischer Tricks &uuml;berlebt hat, h&auml;tte an sich wenigstens etwas Nachdenklichkeit auf Seiten der lautesten Rufer erzeugen m&uuml;ssen. Doch das Gegenteil scheint der Fall zu sein. Nach der Methode &ldquo;Und t&auml;glich gr&uuml;&szlig;t das Murmeltier&rdquo; wird nach wie vor das Hohelied der privaten Altersvorsorge lauter denn je gesungen.&nbsp; Man m&ouml;chte schon gar nicht mehr hinh&ouml;ren. Was sich jedoch Simone Boehringer in ihrer Kolumne &ldquo;Es lohnt sich&rdquo; wagt hinzuschreiben, &uuml;bertrifft an L&auml;cherlichkeit, Banalit&auml;t und kabarettreifer Kuriosit&auml;t alles, was bisher in Sachen Propaganda f&uuml;r die private Vorsorge zu lesen war. &ldquo;Eine Aktie der Lieblingsmarke zum Geburtstag der Enkelin? Ein Tischgespr&auml;ch &uuml;bers Sparen und Verschulden in der Fu&szlig;ballpause&hellip;.Wer in Kleinen anf&auml;ngt, verzockt sich sp&auml;ter zumindest nicht unbedarft im Gro&szlig;en&rdquo;. Frau Boehringer, geht&rsquo;s noch? Dass genau dies professionelle&nbsp; Finanzexperten bis 2008 getan und damit die Welt an den Abgrund gewirtschaftet haben, scheint sehr schnell vergessen worden zu sein, insbesondere von den Wirtschaftsredakteuren der SZ.\n<\/p><\/blockquote><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nJ&uuml;rgen Vo&szlig;<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr M&uuml;ller,<\/p><p>dies ist mein erster Leserbrief.<\/p><p>Zuerst danke ich Ihnen und Ihrem Team ganz herzlich f&uuml;r die wertvolle Arbeit, die Sie leisten.<\/p><p>Ich sch&auml;tze die NachDenkSeiten sehr.<\/p><p>Da Sie viel &uuml;ber Sprache und deren Wirkung auf uns Menschen schreiben, erlaube ich mir, eine Anmerkung zum obigen Beitrag zu machen:<\/p><p>Sie schreiben: das internationale Gro&szlig;e Geld beherrscht uns sehr viel eindr&uuml;cklicher f&uuml;r mich ist: wir lassen uns vom internationalen Gro&szlig;en Geld beherrschen m.E. sind wir keine Opfer, wir h&auml;tten die M&ouml;glichkeit, uns zu wehren &ndash; wir lassen uns zum Opfer machen.<\/p><p>Der gemeinsame Konsens ist: Wir sind die 99 %.<\/p><p>Unsere Verschiedenheit als Menschen sehe ich als Bereicherung, nicht als Spaltpilz, wie er vom &bdquo;Gro&szlig;en internationalen Geld&ldquo;, wie Sie es nennen, erfolgreich genutzt wird.<\/p><p>In diesem Sinne w&uuml;nsche ich Ihnen und Ihrem Team einen sch&ouml;nen Sommer.<\/p><p>Mit herzlichen Gr&uuml;&szlig;en, Ihre dankbare Leserin<br>\nRenate Mehl<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr M&uuml;ller,<\/p><p>&hellip;<\/p><p>Zu &ldquo;Rentenfresser&rdquo;: Es ist generell nicht leicht, auch ernstlich Betroffenen klar zu machen, dass die Privatisierung der Renten zu ihrem Schaden ist. Da gibt  seit Ende Juni ein, glaube ich, recht gutes und &uuml;berzeugendes neues Argument: das Urteil des T&uuml;binger Landgerichts, dass die Versicherungen bei der Riester-Rente Negativzinsen erheben d&uuml;rfen. Negativzinsen hat niemand gern.<\/p><p>Der Hinweis auf m&ouml;gliche sp&auml;tere negative Zinsen  hat des Zeugs, doch eine Reihe von m&ouml;glichen Kandidaten von privater Rentenvorsorge abzuhalten. Man sollte daher immer auf dieses Urteil hinweisen.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en,<br>\nManfred Kr&auml;mer<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Guten Tag,<\/p><p>bei BlackRock fiel mir sofort der Herr Friedrich Merz ein&hellip;<\/p><p>Herzliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nU.H.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der gestrige Artikel &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44798\">Das internationale Gro&szlig;e Geld beherrscht uns und die Europ&auml;ische Union. Ihre Bosse entscheiden z.B. dar&uuml;ber, wie wir unsere Altersvorsorge organisieren. Demokratie gleich null.<\/a>&ldquo; l&ouml;ste einige Leserbriefreaktionen aus. Zusammenstellung siehe unten. Im ersten Leserbrief wird auf einen Artikel in der S&uuml;ddeutschen Zeitung von gestern hingewiesen. 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