{"id":44820,"date":"2018-07-08T11:30:12","date_gmt":"2018-07-08T09:30:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44820"},"modified":"2019-04-01T07:47:25","modified_gmt":"2019-04-01T05:47:25","slug":"hauptsache-nikotinabhaengig-ueber-die-gesundheitsgefahren-des-tabakrauchens-und-des-gebrauchs-von-e-inhalationsprodukten-und-tabakerhitzern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44820","title":{"rendered":"Hauptsache nikotinabh\u00e4ngig. \u00dcber die Gesundheitsgefahren des Tabakrauchens und des Gebrauchs von E-Inhalationsprodukten und Tabakerhitzern."},"content":{"rendered":"<p>Laut Weltgesundheitsorganisation sterben weltweit etwa sieben Millionen Menschen pro Jahr an den Folgen des Tabakmissbrauchs. Um nachwachsenden Generationen das Rauchen ebenfalls n&auml;herzubringen, investiert die Tabakindustrie allein in Deutschland j&auml;hrlich fast 200 Millionen Euro in Werbung. Betrachtet werden hier neben dem Gef&auml;hrdungspotenzial konventioneller Tabakwaren auch neue Entwicklungen wie Tabakerhitzer oder E-Zigaretten, deren Chancen und Risiken wegen fehlender Langzeitstudien jedoch noch nicht abschlie&szlig;end zu beurteilen sind. Von <strong>Klaus-Dieter Kolenda<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nDie Tabakindustrie ist der Industriezweig, der mit seinen Produkten wahrscheinlich direkt nach der R&uuml;stungsindustrie weltweit die meisten Todesopfer fordert. Die Zahl wird auf sieben Millionen pro Jahr gesch&auml;tzt, wie die WHO (Weltgesundheitsorganisation) am Weltnichtrauchertag 2017 bekanntgab [<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]. Nach Angaben der EU-Kommission sterben in der Europ&auml;ischen Union j&auml;hrlich etwa 700.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Allein in Deutschland wird diese Zahl auf circa 120.000 Personen gesch&auml;tzt [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]. <\/p><p>Diese Zahlen  zeigen aber auch, dass es die Tabakindustrie nicht einfach hat. Denn jedes Jahr muss sie Millionen neuer Kunden gewinnen, weil die alten vorzeitig sterben. Damit die &bdquo;Spezies Raucher&ldquo; nicht ausstirbt, halten die Tabakkonzerne mit ausgefeilten Werbestrategien dagegen und wenden daf&uuml;r allein in Deutschland fast 200 Millionen Euro pro Jahr auf [<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>]. Weiterhin wurden in den letzten Jahren Alternativen zu den herk&ouml;mmlichen Tabakwaren mit angeblich niedrigerem Gef&auml;hrdungspotential auf den Markt gebracht, um die Zahl der Raucher stabil zu halten beziehungsweise noch zu erh&ouml;hen.<\/p><p>Im vorliegenden Artikel wird im ersten Abschnitt das sehr hohe Gef&auml;hrdungspotenzial f&uuml;r die Gesundheit durch das Rauchen von herk&ouml;mmlichen Tabakwaren beschrieben, zu denen vor allem Zigaretten, aber auch Feinschnitt, Zigarren, Zigarillos und Pfeifentabak geh&ouml;ren [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]. Der Gebrauch von orientalischen Wasserpfeifen (Shishas), der auch bei Jugendlichen beliebt ist, geh&ouml;rt ebenfalls in diese hohe Schadenskategorie. Auch rauchlose Tabakprodukte wie Schnupftabak, Kautabak und Snus, eine vor allem in den skandinavischen L&auml;nden gebr&auml;uchliche Form des Oraltabaks, haben ein hohes Gef&auml;hrdungspotential. Im zweiten Abschnitt wird dann das Gef&auml;hrdungspotenzial von E-(elektronischen)-Inhalationsprodukten wie  E-Zigaretten einschlie&szlig;lich der neuen Tabakerhitzer beleuchtet, soweit das heute m&ouml;glich ist, wobei allerdings Langzeit-Untersuchungen fehlen. Die Tabakindustrie hat als Zielgruppe f&uuml;r diese Produkte vor allem junge Menschen im Visier.  <\/p><ol>\n<li><strong>Gesundheitssch&auml;den durch das Rauchen von Tabakwaren<\/strong>\n<p>Unter den zehn wichtigsten Risikofaktoren f&uuml;r die Krankheitslast und Todesf&auml;lle in den L&auml;ndern mit hohem Einkommen (ein Begriff der UNO) steht der Tabakkonsum vor Bluthochdruck, Alkohol&uuml;berkonsum, ern&auml;hrungsabh&auml;ngigen Risikofaktoren wie zu hohes Cholesterin, &Uuml;bergewicht und zu geringe Aufnahme von Obst und Gem&uuml;se sowie k&ouml;rperlicher Inaktivit&auml;t an erster Stelle [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>].<\/p>\n<p>Das ist das Ergebnis einer gro&szlig;en Zahl von wissenschaftlichen Untersuchungen der letzten Jahrzehnte [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]. Besonders hervorgehoben werden muss dabei die britische &Auml;rztestudie, eine 1952 begonnene prospektive Kohortenstudie an 34.000 m&auml;nnlichen britischen &Auml;rzten mit Follow-up-Zeiten von zun&auml;chst 20 und sp&auml;ter 50 Jahren, die zuletzt 2004 publiziert wurde [<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>].<\/p>\n<p>Die Gesundheitssch&auml;den des Rauchens werden durch die eingeatmeten Tabakabbrandprodukte verursacht. Der Tabakrauch entsteht bei Temperaturen von etwa 900 Grad Celsius und enth&auml;lt circa 5000 Inhaltsstoffe, darunter zahlreiche, die als giftig und krebserregend eingestuft werden [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>][<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]. Dazu geh&ouml;ren Schadstoffe wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, zum Beispiel Naphthalin, Nitrosamine und aromatische Amine, organische Verbindungen wie zum Beispiel Phenylchlorid, Acetaldehyd, Formaldehyd und Benzol und anorganische Verbindungen wie Arsen, Cadmium und Blei, weiterhin Kohlenmonoxyd und das radioaktive Polonium-210, einen Alpha-Strahler, au&szlig;erdem das Alkaloid Nikotin, das die Entwicklung einer Abh&auml;ngigkeit beziehungsweise Sucht verursacht. <\/p>\n<p>Au&szlig;erdem f&uuml;gen die Tabakwarenhersteller ihren Produkten bis zu 600 Zusatzstoffe hinzu, die bis zu 10 Prozent des Gesamtgewichts eines Produktes ausmachen k&ouml;nnen [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]. Diese dienen dazu, den Geschmack, den Geruch und die Inhalation f&uuml;r den Raucher so angenehm wie m&ouml;glich zu machen, um das Abh&auml;ngigkeitspotenzial zu erh&ouml;hen. Dazu geh&ouml;ren Menthol, Zucker, Lakritze und Kakao. Beim Abbrand dieser Stoffe entstehen zus&auml;tzlich dutzende von krebserregenden Verbrennungsprodukten sowie Kohlendioxyd, Stickoxide und Schwefeldioxid. <\/p>\n<p><strong>In Deutschland rauchen 30 Prozent der M&auml;nner und 20 Prozent der Frauen<\/strong><\/p>\n<p>In Deutschland rauchten 2013 etwa 25 Prozent der Bev&ouml;lkerung ab dem 18. Lebensjahr &ndash; rund 30 Prozent der M&auml;nner und 20 Prozent der Frauen [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]. Jeder vierte Erwachsene rauchte &ndash; etwa jeder dritte Mann und jede f&uuml;nfte Frau. Im Alter zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr rauchten mehr als 40 Prozent der erwachsenen Bev&ouml;lkerung. Der Anteil der rauchenden M&auml;nner hat sich in den letzten Jahren leicht vermindert, der relative Anteil der Frauen w&auml;chst jedoch [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]. Bei den Jugendlichen (11 bis 17 Jahre) in Deutschland ist das Rauchen seit einigen Jahren jedoch von 20,4 Prozent auf 12 Prozent deutlich zur&uuml;ckgegangen [<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>]. Das Einstiegsalter f&uuml;r das Rauchen hat sich jedoch in den letzten Jahrzehnten bei beiden Geschlechtern deutlich zu j&uuml;ngeren Jahrg&auml;ngen hin verschoben. Es liegt jetzt bei 14 Jahren und es besteht kein Unterschied mehr zwischen den Geschlechtern. In den meisten europ&auml;ischen L&auml;ndern liegt der Raucheranteil bei 20 bis 30 Prozent der erwachsenen Bev&ouml;lkerung. Eine Ausnahme bildet Schweden mit nur 16 Prozent, m&ouml;glicherweise aber auch wegen des h&auml;ufigen Gebrauchs von Snus [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>].<\/p>\n<p>Wie bei einer Reihe von weiteren Risikofaktoren gibt es auch beim Tabakrauchen einen sozialen Gradienten, das hei&szlig;t, bei den unteren Einkommensschichten ist das Rauchen zwei- bis dreimal h&auml;ufiger als bei den oberen. So rauchen zum Beispiel bei den M&auml;nnern 85 Prozent der M&ouml;belpacker, 50 Prozent der Arbeiter und 13 bis 17 Prozent der Akademiker und bei den Frauen 40 bis 50 Prozent der Arbeiterinnen und sechs bis 13 Prozent der Akademikerinnen [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]. Diese Unterschiede d&uuml;rften ein wesentlicher Faktor daf&uuml;r sein, dass in Deutschland die durchschnittliche Lebenserwartung in den unteren Einkommensschichten etwa zehn Jahre niedriger ist als in den oberen [<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>]. <\/p>\n<p>Unter den 121.000 Personen, die 2013 an den Folgen des Rauchens verstarben, waren 84.782 M&auml;nner und 36.300 Frauen [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]. 59.000 davon starben an Krebserkrankungen, 26.000 an Atemwegserkrankungen und 36.000 an Herz-Kreislauferkrankungen. <\/p>\n<p>Tabakrauchen verursacht mindestens 16 verschiedene Krebskrankheiten und damit mehr, als bisher angenommen wurde [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]. Dazu geh&ouml;ren insbesondere Krebskrankheiten der Lunge und der &uuml;brigen Rauchstra&szlig;e (Mundh&ouml;hle, Rachen, Nasenschleimhaut, Nasennebenh&ouml;hlen, Kehlkopf und Speiser&ouml;hre). Rund 80 Prozent der F&auml;lle von Lungenkrebs &ndash; 87 Prozent bei M&auml;nnern und 64 Prozent bei Frauen &ndash; werden heute dem Zigarettenrauchen urs&auml;chlich zugerechnet [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]. In Abh&auml;ngigkeit von der Zahl der gerauchten Zigaretten ist nach der britischen &Auml;rztestudie die Lungenkrebsrate bei Rauchern bis zu 25 Mal h&ouml;her als bei Nichtrauchern, im Durchschnitt liegt das relative Risiko bei 14, das hei&szlig;t, das Risiko ist bei Tabakrauchern 14-mal h&ouml;her als bei Nichtrauchern [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>][<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>].<\/p>\n<p>Auch die &uuml;brigen Krebserkrankungen der Rauchstra&szlig;e finden sich ganz &uuml;berwiegend bei Rauchern [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>][<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]. Etwa 20 Prozent der Magenkarzinome und rund 30 Prozent der Pankreaskarzinome werden durch das Rauchen verursacht. Harnblasen- und Nierenbeckenkarzinome sind bei Rauchern 5- bis 6-mal h&auml;ufiger als bei Nichtrauchern. Weiterhin ist heute ein gesicherter Zusammenhang zwischen Rauchen und Geb&auml;rmutterhalskrebs (etwa 30 Prozent der Krankheitsf&auml;lle), Rauchen und Leuk&auml;mien (etwa 20 bis 30 Prozent der Krankheitsf&auml;lle), aber auch zwischen Rauchen und Krebskrankheiten der Leber anerkannt. Neuerdings gibt es auch Hinweise daf&uuml;r, dass beim Brustkrebs der Frauen Zigarettenrauchen zu einer deutlichen Zunahme f&uuml;hrt [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]. Insgesamt muss auch heute bei uns davon ausgegangen werden, dass etwa 30 Prozent der gesamten Todesf&auml;lle an Krebs durch das Rauchen verursacht werden [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>][<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>].<\/p>\n<p>Neben dem Lungenkrebs ist die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (abgek&uuml;rzt: COPD) die wichtigste chronisch-entz&uuml;ndliche Erkrankung der Atemwege, die durch Tabakrauchen verursacht wird und der j&auml;hrlich etwa 20.000 Menschen in Deutschland zum Opfer fallen [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>][<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]. 90 Prozent der Krankheitsf&auml;lle an COPD werden durch das Tabakrauchen verursacht. Rauchen ist auch die wichtigste Ursache f&uuml;r weitere Erkrankungen der Lunge und der Bronchien wie die chronische Bronchitis und das Emphysem. Daneben erh&ouml;ht das Rauchen auch das Risiko f&uuml;r akute Atemwegserkrankungen wie Pneumonie, Influenza, Erk&auml;ltungen und Tuberkulose.<\/p>\n<p><strong>Volkskrankheit der Atemwege<\/strong><\/p>\n<p>Bei der zweiten Volkskrankheit der Atemwege, dem Asthma bronchiale, wirkt sich das Rauchen ebenfalls sehr ung&uuml;nstig auf den Verlauf aus, indem die &Uuml;berempfindlichkeit des Bronchialsystems gesteigert wird und akute Entz&uuml;ndungen der Bronchien gef&ouml;rdert werden. Dar&uuml;ber hinaus verursacht Tabakrauchen bei Kindern und Heranwachsenden chronische Sch&auml;den der Lunge, z. B. eine Verminderung des Gr&ouml;&szlig;enwachstums der Lunge und einen fr&uuml;hzeitigen Beginn der Abnahme der Lungenfunktion. Dieser Aspekt ist deswegen ganz besonders wichtig, weil viele Jugendliche heute schon im Alter von elf bis 15 Jahren mit dem Zigarettenrauchen beginnen [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>].<\/p>\n<p>Zu den chronischen Herz-Kreislaufkrankheiten, die zu einem wesentlichen Teil durch Tabakrauchen verursacht werden, geh&ouml;ren die Herzkranzgef&auml;&szlig;einengung, die so genannte koronare Herzkrankheit (abgek&uuml;rzt: KHK) mit dem Herzinfarkt, das Aortenaneurysma (eine arteriosklerotisch bedingte Erweiterung der Aorta), die Durchblutungsst&ouml;rungen des Gehirns mit dem Schlaganfall und die arteriellen Durchblutungsst&ouml;rungen der Beingef&auml;&szlig;e, die so genannte periphere arterielle Verschlusskrankheit (abgek&uuml;rzt: paVK) [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]. Bei Rauchern ist die Sterblichkeit an diesen Herz-Kreislaufkrankheiten um das 1,6- bis 1,9-fache h&ouml;her als bei Nichtrauchern. Bei 60-j&auml;hrigen Rauchern ist die Zahl der Herzinfarkte verdoppelt und bei 50-j&auml;hrigen Rauchern verdreifacht im Vergleich zu Nichtrauchern [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>].<\/p>\n<p>Viele Tabakraucher leiden an weiteren chronischen Erkrankungen oder Funktionsst&ouml;rungen, die ganz oder teilweise auf das Rauchen zur&uuml;ckzuf&uuml;hren sind [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]. Dazu geh&ouml;ren Geschw&uuml;re von Magen und Zw&ouml;lffingerdarm, Linsentr&uuml;bungen, Zahnfleischentz&uuml;ndungen, Osteoporose und H&uuml;ftfrakturen, eine verminderte Fruchtbarkeit, Potenzst&ouml;rungen auf Grund von St&ouml;rungen der Erektion, eine vorzeitige Alterung der Haut und Schwangerschaftskomplikationen wie eine h&ouml;here Abortrate (Abbruchrate der Schwangerschaft), ein erniedrigtes Geburtsgewicht der Neugeborenen und der pl&ouml;tzliche Kindstod, der bei rauchenden M&uuml;ttern bis f&uuml;nffach erh&ouml;ht ist [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>][<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]. Weiterhin ist bei Rauchern eine ung&uuml;nstige Beeintr&auml;chtigung des Heilungsprozesses nach chirurgischen Eingriffen zu verzeichnen, auch aufgrund einer h&ouml;heren Rate von entz&uuml;ndlichen Komplikationen im Bereich der Atemwege. <\/p>\n<p>Schlie&szlig;lich ist bei Tabakrauchern bei vielen Erkrankungen eine Verschlechterung des Verlaufs festzustellen [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]. Dazu geh&ouml;ren die chronische Nasenschleimhautentz&uuml;ndung, die multiple Sklerose, der Morbus Parkinson, die endokrine Orbitopathie, die Makuladegeneration der Sehrinde und das Glaukom (erh&ouml;hter Augeninnendruck), aber auch der Diabetes mellitus Typ 2 (Zuckerkrankheit) mit zunehmender Insulinresistenz und diabetischen Sch&auml;digungen von Sehrinde und Nieren sowie die rheumatoide Arthritis, die h&auml;ufigste entz&uuml;ndliche Gelenkerkrankung.<\/p>\n<p><strong>Gefahren des Passivrauchens<\/strong><\/p>\n<p>Auch Passivrauchen bedeutet ein erhebliches Gesundheitsrisiko [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]. Passivrauch besteht zu 15 % aus Hauptstromrauch und 85 % aus Nebenstromrauch. Letzterer entsteht bei niedrigeren Verbrennungstemperaturen als der Hauptstromrauch und enth&auml;lt dadurch mehr toxische und krebserregende Stoffe als der Erstere. <\/p>\n<p>Allein zum Thema Passivrauchen und KHK liegen eine Reihe von epidemiologischen Studien vor, aus denen sich ableiten l&auml;sst, dass bei Nie-Rauchern zum Beispiel ein um 30 Prozent erh&ouml;htes Risiko f&uuml;r eine KHK besteht, wenn sie mit einem Raucher zusammenleben [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]. Auch die Lungenkrebsrate ist bei Passivrauchern um etwa 30 Prozent erh&ouml;ht gegen&uuml;ber Nierauchern, die nicht exponiert sind. Eine 2005 ver&ouml;ffentlichte Studie hat ergeben, dass in Deutschland pro Jahr etwa 3300 Menschen verstarben, zwei Drittel davon Frauen, weil sie Passivrauch ausgesetzt gewesen sind, der weitaus gr&ouml;&szlig;te Teil davon auf Grund von Herzinfarkt oder Schlaganfall. Aber auch 263 Todesf&auml;lle von Lungenkrebs bei Nierauchern wurden dazugerechnet [<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>].<\/p>\n<p>Wenn man sich all diese Befunde vor Augen f&uuml;hrt, so ist es nicht verwunderlich, dass die Beendigung des Rauchens mit g&uuml;nstigen, ja dramatischen Effekten verbunden ist. Die oben genannte britische &Auml;rztestudie hat in ihrem 50-j&auml;hrigen Follow-up die &Uuml;berlebenskurven von Zigarettenrauchern, die das Rauchen aufgaben, mit solchen verglichen, die weiter rauchten [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>][<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>]. Diejenigen, die vor dem 35. Lebensjahr das Rauchen beendeten, hatten &Uuml;berlebenskurven, die sich nicht signifikant von denjenigen unterschieden, die niemals rauchten.<\/p>\n<p>Der Effekt einer Beendigung des Rauchens l&auml;sst sich am besten veranschaulichen, wenn man, wie in der britischen &Auml;rztestudie dargestellt, ein bestimmtes Alter betrachtet [<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>]. So sind zum Beispiel im Alter von 70 Jahren unter den Rauchern nur noch 60 Prozent am Leben im Vergleich zu mehr als 80 Prozent derjenigen, die das  Rauchen bis zum 45. Lebensjahr aufgegeben hatten. Sogar im Alter von 90 Jahren ist ein Unterschied noch feststellbar. Hier sind nur noch ungef&auml;hr f&uuml;nf Prozent der Raucher am Leben verglichen mit etwa 25 Prozent derjenigen, die bis zum Alter von 35 Jahren das Rauchen aufgegeben haben. F&uuml;r diejenigen, die sich sp&auml;ter zu einem Rauchstopp entschlossen hatten, zeigt die britische &Auml;rztestudie &Uuml;berlebenskurven, die dazwischen liegen. Sogar ein Rauchstopp im mittleren Alter f&uuml;hrt noch zu einer deutlichen Lebensverl&auml;ngerung. <\/p>\n<p>Aus der britischen &Auml;rztestudie ist weiter abzuleiten, dass durch einen Rauchstopp das Krankheitsmuster im Laufe der folgenden 20 bis 25 Jahre zum G&uuml;nstigen hin ver&auml;ndert wird. Auch deshalb sollten rauchende Erwachsene und insbesondere auch Kinder angehalten werden, das Rauchen so schnell wie m&ouml;glich zu beenden.<\/p>\n<p>Weitere Belege f&uuml;r g&uuml;nstige Effekte durch die Beendigung des Tabakrauchens gibt es vor allem f&uuml;r chronische Herz-Kreislaufkrankheiten und Schlaganfall [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]. So sinkt das durch Rauchen bedingte zus&auml;tzliche Risiko hinsichtlich Herzinfarkt und Schlaganfall innerhalb von zwei Jahren nach Rauchstopp um etwa 50 Prozent ab.<\/p>\n<p><strong>Die Falle Abh&auml;ngigkeit<\/strong><\/p>\n<p>Wenn man sich diese Tatsachen vor Augen f&uuml;hrt, ist es eigentlich unverst&auml;ndlich, dass so viele Menschen trotzdem an der Zigarette h&auml;ngen und sich t&auml;glich durch Tabakrauchen schwere Gesundheitssch&auml;den zuf&uuml;gen und damit ihr Leben um viele Jahre verk&uuml;rzen. Der wichtigste Grund daf&uuml;r ist, dass das Tabakrauchen abh&auml;ngig macht. <\/p>\n<p>Die Abh&auml;ngigkeit beziehungsweise Sucht durch das Rauchen von Tabakwaren enth&auml;lt eine physische (k&ouml;rperliche) und eine psychische (seelische) Komponente [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]. Entscheidend f&uuml;r die physische Komponente ist die Wirkung des im Tabak enthaltenen Nikotins auf das Gehirn. Dort bindet sich Nikotin an bestimmte Rezeptoren, stimuliert die Freisetzung des Botenstoffs Dopamin im <\/p>\n<p>Belohnungszentrum und l&ouml;st damit im Gehirn ein Wohlgef&uuml;hl aus. Das ist der erste Schritt zur Abh&auml;ngigkeit, denn das Wohlgef&uuml;hl f&ouml;rdert den weiteren Nikotinkonsum.<\/p>\n<p>Im weiteren Verlauf gew&ouml;hnt sich das Gehirn schnell an den regelm&auml;&szlig;igen Nikotinkonsum und die Rezeptoren werden unempfindlicher [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]. Die dadurch entstehende so genannte Toleranz macht es schwieriger, das Belohnungszentrum zu stimulieren, so dass gr&ouml;&szlig;ere Mengen Nikotin erforderlich werden, um das angestrebte Wohlgef&uuml;hl auszul&ouml;sen.<\/p>\n<p>Parallel zur Entstehung der Toleranz werden neue Nikotin-Rezeptoren im Gehirn ausgebildet [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]. Der dadurch entstehende &Uuml;berschuss an Rezeptoren verursacht Entzugserscheinungen wie Reizbarkeit, Antriebslosigkeit, Niedergeschlagenheit, innere Unruhe und Angstzust&auml;nde, sobald eine bestimmte Anzahl von Rezeptoren nicht mit Nikotin besetzt sind. Das ist schon 4 bis 6 Stunden nach dem letzten Nikotinkonsum der Fall.<\/p>\n<p>Nikotin stimuliert au&szlig;erdem Hirnbereiche, die f&uuml;r das Lernen und die Ged&auml;chtnisbildung zust&auml;ndig sind [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]. Dadurch entsteht die psychische Abh&auml;ngigkeit. Rauchen und die als positiv wahrgenommene Wirkung, das Wohlgef&uuml;hl, werden mit bestimmten Situationen, Wahrnehmungen und Zust&auml;nden wie Stresserfahrungen oder Traurigkeit in Zusammenhang gebracht. Die Tasse Kaffee am Morgen, ein gutes Essen oder ein Gespr&auml;ch mit Freunden, der Geruch des Tabakrauches oder eine traurige Stimmung sowie Stressbelastungen k&ouml;nnen beim Raucher den dr&auml;ngenden Wunsch nach einer Zigarette, das sogenannte Craving, ausl&ouml;sen. Diese psychischen Abh&auml;ngigkeitssymptome, man spricht von einer Konditionierung, addieren sich in aller Regel zu der oben beschriebenen physischen Abh&auml;ngigkeit.<\/p>\n<p>Ob und wie schnell sich dieser Abh&auml;ngigkeitsprozess entwickelt, ist von inneren und &auml;u&szlig;eren Faktoren bei den Betroffenen abh&auml;ngig. Man muss davon ausgehen, dass mindestens die H&auml;lfte der etwa 14 Millionen Raucher in Deutschland nikotinabh&auml;ngig ist, sodass bei ihnen eine Tabakabh&auml;ngigkeit (ICD-10, Kapitel F 17.) besteht. Dabei handelt es sich bei uns in Deutschland wahrscheinlich um die h&auml;ufigste seelische St&ouml;rung [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]. Der Prozess der Abh&auml;ngigkeitsentwicklung beim Tabakrauchen erfolgt relativ schnell [<a href=\"#foot_10\" name=\"note_10\">10<\/a>]. Mehr als 20 Prozent der 12 bis 13 Jahre alten &ldquo;Probierer&rdquo; weisen auch bei nur gelegentlichem Rauchen innerhalb von 4 Wochen erste Symptome der Tabakabh&auml;ngigkeit auf.<\/p>\n<p><strong>Die meisten Raucher m&ouml;chten aufh&ouml;ren<\/strong><\/p>\n<p>Die Mehrheit der Raucher w&uuml;rde gern das Rauchen dauerhaft aufgeben und jedes Jahr versucht das etwa die H&auml;lfte der Raucher [<a href=\"#foot_11\" name=\"note_11\">11<\/a>]. Aber nur 6 Prozent davon sind nach einem Jahr noch abstinent. Die meisten Raucher ben&ouml;tigen mehrere Versuche, um das Tabakrauchen endg&uuml;ltig zu beenden und viele schaffen es trotz &auml;rztlicher oder psychologischer Unterst&uuml;tzung nicht. Das zeigt, dass die Schwierigkeit, eine Nikotinabstinenz zu erreichen und diese aufrechtzuerhalten, mit der Schwierigkeit der Abstinenz bei anderen Drogen wie Heroin, Kokain oder Alkohol vergleichbar ist [<a href=\"#foot_12\" name=\"note_12\">12<\/a>].<\/p>\n<p>Die oben aufgelisteten Tatsachen sind seit mehreren Jahrzehnten bekannt, trotz massiver Einflussnahme der Tabakindustrie. Diese erfolgte, wie Christian Krei&szlig; in seinem Buch &bdquo;Gekaufte Forschung&ldquo; im Abschnitt &uuml;ber die Tabakindustrie detailliert aufzeigt, mehr als 50 Jahre lang mit einer Taktik der Verschleierung. Dazu geh&ouml;ren auch die Bestechung von Wissenschaftlern wie im Fall des schwedischen Forschers Ragnar Rylander und die systematische Einflussnahme der Tabakkonzerne auf die Wissenschaft einschlie&szlig;lich der F&auml;lschung von Daten und der Verk&uuml;ndigung von L&uuml;gen [<a href=\"#foot_13\" name=\"note_13\">13<\/a>]. Hier hat sich besonders Philip Morris, der weltweit gr&ouml;&szlig;te privatwirtschaftliche Tabakkonzern, hervorgetan. <\/p>\n<p>Eine der in der &Ouml;ffentlichkeit bekannt gewordenen L&uuml;gen war, dass die Chefs der Tabakkonzerne in den USA 1994 vor dem US-Kongress unter Eid aussagten, Nikotin mache nicht abh&auml;ngig, obwohl sie seit vielen Jahren in firmeneigenen Laboratorien Forschungen mit dem Ziel betrieben hatten, das Abh&auml;ngigkeitspotential des Nikotin in den Zigaretten durch bestimmte Zusatzstoffe zu erh&ouml;hen (siehe oben).<\/p>\n<p>Weiterhin berichtet Krei&szlig; &uuml;ber den US-Gerichtsprozess gegen die Tabakindustrie in den Jahren 2004 bis 2006, der der gr&ouml;&szlig;te Wirtschaftsprozess in der US-Geschichte gewesen ist [<a href=\"#foot_13\" name=\"note_13\">13<\/a>]. Die damalige US-Regierung unter Clinton hatte 1999 angek&uuml;ndigt, sie werde von den f&uuml;hrenden Tabakkonzernen Hunderte Milliarden Dollar <\/p>\n<p>zur&uuml;ckfordern, die mittels staatlicher Gesundheitsprogramme f&uuml;r die Behandlung tabakrauch-bedingter Krankheiten aufgewendet worden waren. <\/p>\n<p>Die Tabakindustrie wurde in diesem Prozess vom Gericht schuldig gesprochen. In der Urteilsbegr&uuml;ndung im August 2006 bezeichnete die Bundesrichterin Gladys Kessler die Tabakkonzerne als eine &bdquo;kriminelle Vereinigung&ldquo; und als eine &bdquo;Verbrecherorganisation&ldquo;, die strukturell l&uuml;ge und betr&uuml;ge [<a href=\"#foot_13\" name=\"note_13\">13<\/a>]. Die Worte &bdquo;l&uuml;gen&ldquo; und &bdquo;betr&uuml;gen&ldquo; w&uuml;rden sich ebenso durch die 1700 Seiten starke Urteilbegr&uuml;ndung ziehen wie &bdquo;f&auml;lschen&ldquo; und &bdquo;manipulieren&ldquo;, schreibt Krei&szlig; in seinem Bericht &uuml;ber diesen Prozess. <\/p>\n<p>Trotzdem waren die gegen die Tabakkonzerne verh&auml;ngten Geldstrafen l&auml;cherlich gering [<a href=\"#foot_13\" name=\"note_13\">13<\/a>]. Urspr&uuml;nglich wollte das US-Justizministerium alle Gewinne einschlie&szlig;lich der Zinsen, die dieses Kartell mit seinen illegalen Manipulationsstrategien seit 1954 erwirtschaftet hatte, absch&ouml;pfen. Diese Summe wurde auf 742 Milliarden Dollar (!) gesch&auml;tzt. Dank guter Beziehungen zur Politik mussten die Konzerne w&auml;hrend der Regierungszeit von George W. Bush zuletzt keinen Cent Strafzahlung leisten. Die Tabakindustrie musste lediglich die Prozesskosten &uuml;bernehmen.<\/p><\/li>\n<li><strong>Gef&auml;hrdungspotential von E-Inhalationsprodukten und Tabakerhitzern<\/strong>\n<p>Wenn nun von Seiten der Tabakindustrie, wie es seit einer Reihe von Jahren der Fall ist, Alternativen zu den herk&ouml;mmlichen Tabakwaren in Form von E-Inhalations-Produkten auf den Markt gekommen sind, deren Konsum angeblich weniger sch&auml;dlich sein soll, dann wird man als Mediziner zun&auml;chst sehr skeptisch sein und sich fragen: Was sind das f&uuml;r neue Produkte und was wissen wir &uuml;ber das tats&auml;chliche Gef&auml;hrdungspotential? Und: Warum kommen diese Produkte zum jetzigen Zeitpunkt auf den Markt?<\/p>\n<p>E-Inhalationsprodukte, und dazu geh&ouml;ren vor allem E-Zigaretten, aber auch E-Shishas, E-Zigarren und E-Pfeifen, haben alle den gleichen Grundaufbau [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]. Sie bestehen aus einem Mundst&uuml;ck, einer Stromquelle in Form einer Batterie oder eines Akku, einem elektrischen Heizelement, das als Verdampfer fungiert, und einer Kartusche f&uuml;r die verdampfende Fl&uuml;ssigkeit (Liquid), die in der Regel aus <\/p>\n<p>Propylenglycol und\/oder Glyzerin, verschiedenen Aromen und meist auch Nikotin besteht. Das Liquid wird unter W&auml;rmeeinwirkung vernebelt und das dabei entstehende Aerosol wird wie beim Rauchen inhaliert. Somit findet im Gegensatz zu konventionellen Zigaretten bei E-Zigaretten keine Tabakverbrennung statt.<\/p>\n<p>Deshalb d&uuml;rften E-Zigaretten im Vergleich zu Tabakzigaretten wahrscheinlich weniger sch&auml;dlich sein, aber sie sind auch keine harmlosen Lifestyle-Produkte [<a href=\"#foot_14\" name=\"note_14\">14<\/a>]. Um welche Gr&ouml;&szlig;enordnung E-Zigaretten tats&auml;chlich weniger sch&auml;dlich sind als Tabakzigaretten, l&auml;sst sich derzeit nicht genau sagen, denn es fehlen Langzeit-Untersuchungen analog der britischen &Auml;rztestudie, um diese Frage zu beantworten.<\/p>\n<p>Die meisten Stoffe, die bei dem Gebrauch von E-Zigaretten inhaliert werden, gelten f&uuml;r die orale Aufnahme als unbedenklich [<a href=\"#foot_14\" name=\"note_14\">14<\/a>]. Dies gilt aber nicht zwangsl&auml;ufig f&uuml;r die inhalative Aufnahme dieser Stoffe &uuml;ber die Lungen. So gilt der Hauptbestandteil des Aerosols, das Propylenglykol, zwar bei oraler Aufnahme als unbedenklich, vernebelt l&ouml;st es aber Augen- und Atemwegsirritationen aus. Auch die Aromen sind bei oraler Aufnahme unbedenklich, es fehlen jedoch toxikologische Daten f&uuml;r die inhalative Aufnahme. <\/p>\n<p>Manche der in E-Zigaretten verwendeten Aromen, wie zum Beispiel Zimtaldehyd, haben jedoch eine allergene Wirkung, und andere, wie zum Beispiel Diacetyl oder Acetylpropionyl, verursachen Atemwegserkrankungen [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]. Nikotin macht einerseits abh&auml;ngig, andererseits gibt es neue Daten, dass Nikotin im Verdacht steht, Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes mellitus Typ 2 und Krebserkrankungen zu f&ouml;rdern und besonders in der Schwangerschaft und Adoleszenz bedenklich sei [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>][<a href=\"#foot_15\" name=\"note_15\">15<\/a>]. <\/p>\n<p><strong>Krebserregende Substanzen auch in der E-Zigarette<\/strong><\/p>\n<p>Daneben finden sich im Aerosol von E-Zigaretten unterschiedliche Konzentrationen von krebserregenden Substanzen wie Formaldehyd, Acetaldehyd, Benzol und Nitrosamine. Diese Substanzen liegen in sehr geringen Konzentrationen vor und entstehen zum Teil erst bei der Verdampfung [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]. F&uuml;r ein solches Gemisch verschiedener krebserregender Stoffe gibt es jedoch keinen Schwellenwert, unterhalb dessen eine krebserregende Wirkung auszuschlie&szlig;en w&auml;re. Auf Grund dieser Daten m&ouml;gen E-Zigaretten f&uuml;r Tabakraucher eine weniger sch&auml;dliche, aber keineswegs harmlose Alternative sein [<a href=\"#foot_14\" name=\"note_14\">14<\/a>]. Langzeit-Untersuchungen &uuml;ber die Auswirkungen dieser Substanzen liegen ebenfalls nicht vor. <\/p>\n<p>Auch ist zum jetzigen Zeitpunkt eine wissenschaftliche Aussage zum Nutzen von E-Zigaretten in der Tabakentw&ouml;hnung nicht m&ouml;glich, da bisher nur wenige aussagef&auml;hige Studien zu dieser Fragestellung vorliegen und diese keinen &uuml;berzeugenden Evidenzgrad (Beweisgrad) aufweisen [<a href=\"#foot_14\" name=\"note_14\">14<\/a>].<\/p>\n<p>Problematisch ist der weit verbreitete gleichzeitige Konsum von Tabak- und E-Zigaretten [<a href=\"#foot_14\" name=\"note_14\">14<\/a>]. Rund 70 Prozent der Konsumenten von E-Zigaretten verwenden beide Produkte. Wie viele Raucher aus diesem dualen Gebrauch zu Tabakzigaretten zur&uuml;ckkehren, wie viele dabei bleiben, wie viele auf den alleinigen Konsum von E-Zigaretten umsteigen oder letztlich auf jeglichen Konsum verzichten, ist v&ouml;llig unklar. <\/p>\n<p>Unter gesundheitspolitischen Gesichtspunkten bringt aber m&ouml;glicherweise nur der vollst&auml;ndige Umstieg auf E-Zigaretten einen Vorteil, denn neuere gro&szlig;e Kohortenstudien weisen darauf hin, dass eine Verminderung des Zigarettenkonsums im Vergleich zu unvermindertem Weiterrauchen das Sterblichkeitsrisiko nicht eindeutig senkt [<a href=\"#foot_14\" name=\"note_14\">14<\/a>]. Das langfristige Gesundheitsrisiko k&ouml;nnte bei dualen Konsumenten sogar gr&ouml;&szlig;er sein, wenn diese jahrelang parallel zum E-Zigaretten-Gebrauch zwar weniger, aber kontinuierlich Tabakzigaretten weiterrauchen, anstatt ganz mit dem Rauchen aufzuh&ouml;ren.<\/p>\n<p>Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter 20 Jahren liegt auch in Deutschland der Gebrauch von E-Zigarette und E-Shisha im Trend. Der  &bdquo;Probierkonsum&ldquo; ist hier mit fast 14 Prozent hoch, ein regelm&auml;&szlig;iger Konsum ist allerdings selten [<a href=\"#foot_14\" name=\"note_14\">14<\/a>]. Jugendliche verwenden eher nikotinfreie als nikotinhaltige E-Zigaretten. 2017 war die Anzahl der E-Zigaretten-Konsumenten auf 3,7 Millionen angestiegen. Bei dieser Zahl wird aber nicht zwischen gelegentlichem und regelm&auml;&szlig;igem Konsum unterschieden.<\/p>\n<p>Dabei muss beachtet werden, dass sich grunds&auml;tzlich mit E-Zigaretten das Verhaltensmuster des Rauchens erlernen l&auml;sst [<a href=\"#foot_14\" name=\"note_14\">14<\/a>]. Au&szlig;erdem kann eine Tabakabh&auml;ngigkeit hervorrufen werden, wenn in den Liquids Nikotin enthalten ist, wie das bei erwachsenen Konsumenten in der Regel der Fall ist. <\/p>\n<p><strong>E-Zigarette als Einstiegsdroge?<\/strong><\/p>\n<p>Ein wichtiger Aspekt ist, ob der Gebrauch von E-Inhalationprodukten Jugendliche, die nicht rauchen, dazu verleiten kann, mit dem Tabakrauchen zu beginnen. In einem umfangreichen Review-Artikel aus 2016 &uuml;ber die H&auml;ufigkeit des Gebrauchs von E-Zigaretten in verschiedenen L&auml;ndern weisen zwei L&auml;ngsschnittstudien darauf hin, dass nicht-rauchende Jugendliche, die E-Zigaretten verwendet haben, sp&auml;ter doppelt so h&auml;ufig mit dem Rauchen beginnen wie Jugendliche, die keine E-Zigaretten konsumiert haben [<a href=\"#foot_14\" name=\"note_14\">14<\/a>][<a href=\"#foot_16\" name=\"note_16\">16<\/a>].<\/p>\n<p>Beim &bdquo;Dampfen&ldquo; von E-Zigaretten gelangen mit dem ausgeatmeten Aerosol gesundheitssch&auml;dliche Substanzen wie Propylenglykol, Formaldehyd, Acetaldehyd, fl&uuml;chtige organische Substanzen und Metalle in die Raumluft [<a href=\"#foot_14\" name=\"note_14\">14<\/a>]. Die Belastung ist zwar geringer als durch Tabakzigarettenrauch beim herk&ouml;mmlichen Passivrauchen, wenn aber viele E-Zigaretten gleichzeitig geraucht werden, kann die Belastung der Raumluft auf hohe Werte ansteigen, wobei dann auch Nichtkonsumenten diese Schadstoffe einatmen k&ouml;nnen. Dies k&ouml;nnte insbesondere f&uuml;r sensible Gruppen wie Kinder, Asthmatiker, Allergiker, Herzpatienten und Lungenerkrankte problematisch sein. Es liegen aber keine Studien vor, die es erlauben, die potentielle Gesundheitsgef&auml;hrdung f&uuml;r passiv belastete Nichtkonsumenten abzusch&auml;tzen.<\/p>\n<p>Nach dem Jugendschutzgesetz ist in Deutschland seit 2016 Kindern und Jugendlichen der Erwerb und Konsum von E-Inhalationsprodukten verboten, es ist aber nicht bekannt, wie gut diese Bestimmungen umgesetzt werden. Neben den schon erfolgten Werbeeinschr&auml;nkungen und Qualit&auml;tsanforderungen sind weitere gesetzliche Regulierungen f&uuml;r den Gebrauch von E-Inhalationsprodukten unbedingt notwendig. Dazu geh&ouml;rt vor allem ein Nutzungsverbot in Nichtraucher-Bereichen [<a href=\"#foot_14\" name=\"note_14\">14<\/a>].<\/p>\n<p>Mit dem so genannten Tabakerhitzer namens IQOS (I-Quit-Ordinary-Smoking) wurde 2016 vom Philip-Morris-Konzern ein neues Produkt als angeblich weniger sch&auml;dliche Alternative zum Tabakrauchen auf den Markt gebracht. Zum Jahreswechsel 2017\/2018 hat der Konzern den Vorsatz bekr&auml;ftigt und verk&uuml;ndet,<br>\nseine Gewinne in Zukunft ausschlie&szlig;lich mit risikoreduzierten Produkten wie IQOS zu erzielen [<a href=\"#foot_17\" name=\"note_17\">17<\/a>]. Am 6.1.2018 hat auch die Bildzeitung dieses angebliche Vorhaben von Philip Morris mit der Schlagzeile auf der ersten Seite &bdquo; Abschied von der Kippe: Marlboro will keine Zigaretten mehr verkaufen&ldquo; bundesweit bekannt gemacht.<\/p>\n<p>Im IQOS werden spezielle Tabakstifte, so genannte &bdquo;heets from Marlboro&ldquo;, auf eine Temperatur von 350 Grad Celsius erhitzt. Das dabei entstehende Aerosol wird &uuml;ber ein Mundst&uuml;ck inhaliert. Im Vergleich zur Inhalation von nikotinhaltigem E-Zigaretten-Dampf beschleunigt angeblich das IQOS-Verfahren die Nikotinanflutung, sodass von den Nutzern eingefleischte Rituale wie die Raucherpause beibehalten werden<br>\nk&ouml;nnen [<a href=\"#foot_17\" name=\"note_17\">17<\/a>]. Die Marlboro-Produzenten geben sich deshalb in ihrer Werbung davon &uuml;berzeugt, dass Tabakerhitzer bei Tabakrauchern auf eine gr&ouml;&szlig;ere Akzeptanz sto&szlig;en werden als E-Zigaretten. <\/p>\n<p>Das Suchtpotential in Form einer Nikotinabh&auml;ngigkeit bleibt aber auch bei dem neuen Produkt der Tabakindustrie nicht nur erhalten, sondern es ist sogar m&ouml;glicherweise noch verst&auml;rkt worden, da die Nikotinanflutung angeblich beschleunigt worden sei. Die Nikotinabh&auml;ngigkeit ist offensichtlich die Hauptsache, um die es der Tabakindustrie geht, denn dadurch wird der langfristige Konsum dieses Produktes garantiert und der gleichzeitige duale oder alternative Konsum von Tabakzigaretten gef&ouml;rdert.<\/p>\n<p>Zweifel an den Herstellerangaben, die von einem R&uuml;ckgang des Schadstoffgehalts des Aerosols von Tabakerhitzern um 90 bis 99 Prozent gegen&uuml;ber dem Tabakrauch sprechen, wecken vor allem die Ergebnisse einer Untersuchung, die im Mai 2017 in der Fachzeitschrift JAMA Internal Medicine erschienen ist [<a href=\"#foot_17\" name=\"note_17\">17<\/a>][<a href=\"#foot_18\" name=\"note_18\">18<\/a>]. Diese Forscher fanden deutliche Diskrepanzen zu den Daten von Philip Morris zum Beispiel bei Schadstoffen wie den fl&uuml;chtigen organischen Verbindungen, aber auch bei weiteren gef&auml;hrlichen Substanzen wie Formaldehyd und Acrolein.<\/p>\n<p>Dieselben Autoren weisen darauf hin, dass die IQOS-Aerosole zwar keine Verbrennungsprodukte enthalten, aber substantielle Mengen von potentiell sch&auml;dlichen Chemikalien, die in einem Pyrolyse-Prozess entstanden sind [<a href=\"#foot_17\" name=\"note_17\">17<\/a>]. Unter Pyrolyse-Produkten sind Substanzen zu verstehen, die bei einer Erhitzung der Ausgangsstoffe ohne Sauerstoffzufuhr entstehen. Ein derartiges Aerosol l&auml;sst sich nach den Autoren des oben angegebenen JAMA-Artikels auch als &bdquo;Rauch&ldquo; klassifizieren, so dass der &bdquo;Dampf&ldquo; des &bdquo;heat-not-burn&ldquo;-Produktes von Marlboro nicht g&auml;nzlich als &bdquo;rauchlos&ldquo; zu betrachten ist [<a href=\"#foot_17\" name=\"note_17\">17<\/a>][<a href=\"#foot_18\" name=\"note_18\">18<\/a>]. Dagegen vermarktet Philip Morris IQOS als &bdquo;rauchfreies&ldquo; Produkt, das einen nikotinhaltigen &bdquo;Dampf&ldquo; erzeugt.<\/p>\n<p><strong>Risikopotenzial noch nicht untersucht<\/strong><\/p>\n<p>Bislang gibt es nur wenige unabh&auml;ngige Studien zum tats&auml;chlichen Risikopotential der Tabakerhitzer [<a href=\"#foot_17\" name=\"note_17\">17<\/a>]. Erw&auml;hnenswert ist jedoch, dass bei der 17. Tabakkontroll-Konferenz des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg im November 2017 Ergebnisse des Bundesinstituts f&uuml;r Risikoforschung (BfR) vorgelegt wurden. Diese ergaben, dass f&uuml;r zwei Substanzklassen, die das Krebsrisiko beeinflussen, das  Aerosol des IQOS-Systems im Vergleich zum Tabakrauch von herk&ouml;mmlichen Tabakzigaretten 80 bis 99 Prozent weniger Schadstoffe enthielt. Das  gilt f&uuml;r Formaldehyd, Acetaldehyd, Benzol und Butadien. Daraus ist aber ebenfalls zu schlie&szlig;en, dass dieses Aerosol nicht frei von diesen Substanzen ist und deshalb weiterhin als mutagen und potentiell krebserregend eingestuft werden muss. Untersuchungen weiterer Schadstoffe durch das BfR sollen folgen.<\/p>\n<p>In einer aktuellen Stellungnahme eines Experten aus der Tabakambulanz der Uniklinik M&uuml;nchen vom Februar 2018 hei&szlig;t es zum Gef&auml;hrdungspotential von IQOS: &bdquo;Die Tabakverdampfer stehen ungef&auml;hr von der Sch&auml;dlichkeit her zwischen der konventionellen und der E-Zigarette. Wobei wir wirklich noch keine seri&ouml;sen Daten haben. Die gesamte Datenlage &uuml;ber diese Tabakerhitzer ist von der Herstellungsfirma, n&auml;mlich Philip Morris. Gut gemacht oder nicht gut gemacht, das wissen wir noch nicht, das m&uuml;ssen wir erst nachpr&uuml;fen&ldquo; [<a href=\"#foot_19\" name=\"note_19\">19<\/a>].   <\/p>\n<p>Ende 2016 hat Philip Morris bei der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) die Zulassung und Anerkennung von IQOS als &bdquo;Tabakprodukt mit modifiziertem Risiko&ldquo; beantragt. Das Verfahren ist bis heute nicht beendet und der Ausgang ungewiss [<a href=\"#foot_17\" name=\"note_17\">17<\/a>].<\/p>\n<p>Seit 2016 ist mit IQOS von Philip Morris der erste Tabakerhitzer in Deutschland auf dem Markt und wird seit der Markteinf&uuml;hrung vom Zoll lediglich als Pfeifentabak eingestuft, wobei deutlich weniger Steuern als bei Tabakzigaretten anfallen. Die zust&auml;ndige Aufsichtsbeh&ouml;rde stellte IQOS bei der Kennzeichnungspflicht hinsichtlich der Warnhinweise Zigarren und Zigarillos gleich.<\/p>\n<p>Abschlie&szlig;end m&ouml;chte ich noch kurz auf die oben gestellte Frage eingehen, warum E-Inhalationsprodukte und Tabakerhitzer in den letzten Jahren  wohl auf den Markt kommen sind. <\/p>\n<p>Nat&uuml;rlich glaube ich nicht an das M&auml;rchen, dass Philip Morris und andere Tabakkonzerne zuk&uuml;nftig ihre Gewinne ausschlie&szlig;lich mit &bdquo;risikoreduzierten Produkten&ldquo; erzielen wollen. Erstens ist derzeit wissenschaftlich ja gar nicht gekl&auml;rt, ob und wie stark das Gef&auml;hrdungspotential dieser neuen Produkte bei einem regelm&auml;&szlig;igen Gebrauch &uuml;ber viele Jahre tats&auml;chlich reduziert ist. Zum zweiten wurde k&uuml;rzlich von Investigativ-Journalisten aufgedeckt, dass die Lobbyisten von Philip Morris sich weltweit weiterhin darum bem&uuml;hen, strengere Gesetze zur Eind&auml;mmung des Tabakkonsums zu verhindern [<a href=\"#foot_17\" name=\"note_17\">17<\/a>][<a href=\"#foot_20\" name=\"note_20\">20<\/a>]. Somit ist anzunehmen, dass das Tabakrauchen uns noch viele Jahrzehnte begleiten wird.<\/p>\n<p>Aber es gibt andere Gr&uuml;nde, die wahrscheinlich dazu gef&uuml;hrt haben, dass die Tabakkonzerne in den letzten Jahren verst&auml;rkt auf angeblich risikoreduzierte Produkte wie E-Zigaretten und Tabakerhitzer setzen. Dazu geh&ouml;rt, dass in Deutschland und einigen anderen L&auml;ndern klassische Tabakprodukte wie Zigaretten bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen deutlich an Akzeptanz verloren haben. Der Tabakindustrie droht, dass ihr mittel- und langfristig viele Kunden verloren gehen. Das miserable Image der Tabakindustrie in Teilen der &Ouml;ffentlichkeit mag auch dazu beigetragen haben.<\/p>\n<p>Auf diese Entwicklung muss die Tabakindustrie reagieren, will sie weiterhin im bisherigen Umfang Profite machen. So konnte in einer k&uuml;rzlich beendeten Studie des Kieler Instituts f&uuml;r Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) an &uuml;ber 2100 <\/p>\n<p>Sch&uuml;lern, die bisher keine Tabakzigaretten geraucht hatten, die oben angef&uuml;hrten Ergebnisse aus dem Review-Artikel, dass Jugendliche mit E-Zigaretten-Erfahrung doppelt so h&auml;ufig zur Tabakzigarette greifen als solche, die diese Erfahrungen nicht gemacht haben, auch f&uuml;r Deutschland best&auml;tigt werden [<a href=\"#foot_16\" name=\"note_16\">16<\/a>][<a href=\"#foot_21\" name=\"note_21\">21<\/a>]. F&uuml;r den Studienleiter Reiner Hanewinkel vom IFT-Nord k&ouml;nnten damit E-Zigaretten das Tabakrauchen wieder attraktiver machen- mit allen Folgen f&uuml;r die Gesundheit bis hin zur Nikotinabh&auml;ngigkeit. Eine vergleichbare Strategie verfolgt offenbar auch Philip Morris mit seinem angeblich risikoreduzierten Tabakerhitzer. <\/p><\/li>\n<\/ol><p><strong>Fazit<\/strong><\/p><p>Aus den dargestellten Daten &uuml;ber Ausma&szlig; und Auswirkungen der Tabakepidemie ergibt sich ein dramatisches Bild. Allein in Deutschland versterben etwa 120.000 Menschen pro Jahr am Tabakrauchen, das sind etwa 14 Prozent aller Todesf&auml;lle.<br>\nIm Durchschnitt sterben Raucher 10 Jahre fr&uuml;her als Nichtraucher. Die britische &Auml;rztestudie zeigt weiter, dass 50 Prozent aller Raucher im mittleren Alter (35 bis 69 Jahre) an einer Krankheit sterben, die durch das Rauchen verursacht ist. Diese Gruppe verliert durchschnittlich 22 Lebensjahre. Damit ist das Zigarettenrauchen weltweit und auch bei uns der bei weitem wichtigste einzelne krankmachende und todbringende Faktor, der vermieden werden kann. Um ihn einzud&auml;mmen, sind verst&auml;rkte Ma&szlig;nahmen zur Pr&auml;vention des Rauchens erforderlich.<\/p><p>Im Vergleich zu anderen europ&auml;ischen L&auml;ndern tut Deutschland sehr wenig f&uuml;r die Tabakpr&auml;vention [<a href=\"#foot_22\" name=\"note_22\">22<\/a>]. Die WHO pl&auml;diert f&uuml;r komplette Werbeverbote f&uuml;r Tabakwaren und f&uuml;r umfassende Rauchverbote in der &Ouml;ffentlichkeit und am Arbeitsplatz. Eine der wirkungsvollsten weiteren Ma&szlig;nahmen w&auml;re eine h&ouml;here Besteuerung von Zigaretten und anderen Tabakprodukten, um die Verbreitung des Rauchens vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen weiter zu verringern. <\/p><p>Diese Ma&szlig;nahmen m&uuml;ssen aber auch in geeigneter Weise die neuen E-Inhalations-Produkte wie E-Zigaretten und Tabakerhitzer einbeziehen. Hierbei handelt es sich um Produkte mit einem m&ouml;glicherweise reduzierten Gef&auml;hrdungspotential, die aber eine Nikotinabh&auml;ngigkeit verursachen und auf diesem Wege auch das Weiterrauchen von Tabakwaren f&ouml;rdern k&ouml;nnen.  <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Zum Autor: Klaus-Dieter Kolenda<\/strong>, Jahrgang 1941, Prof. Dr. med., Facharzt f&uuml;r Innere Medizin und Facharzt f&uuml;r Physikalische und Rehabilitative Medizin, war von 1985 bis 2006 Chefarzt einer Rehabilitationsklinik. Er hat zahlreiche wissenschaftliche Artikel und eine Reihe von Fach- und Sachb&uuml;chern &uuml;ber die Pr&auml;vention chronischer Krankheiten verfasst und arbeitet im Vorstand der Deutschen Gesellschaft f&uuml;r Nikotin- und Tabakforschung e. V. (DGNTF) mit. In der letzten Zeit hat er auch &uuml;ber sozialpolitische und sozialmedizinische Themen in verschiedenen Online-Medien und Websites geschrieben.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.aerzteblatt.de\/nachrichten\/76041\/Rauchen-Millionen-Tote-Milliardenkosten-und-Umweltfolgen\">aerzteblatt.de &ndash; Rauchen: Millionen Tote, Milliardenkosten und Umweltfolgen<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Tabakatlas Deutschland 2015. Herausgegeben vom Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg, 1. Auflage 2015<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.rauch-frei.info\/informier-dich\/news\/detailseite\/so-viel-wird-in-deutschland-fuer-tabakwerbung-ausgegeben.html\">rauch-frei.info &ndash; So viel wird in Deutschland f&uuml;r Tabakwerbung ausgegeben<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] Kolenda KD, Ratje U. Die Tabakepidemie und ihre Folgen. In: Mehr Pr&auml;vention! Vorbeugung und Behandlung lebensstilbedingter chronischer Krankheiten. Hans Marseille Verlag, M&uuml;nchen 2013, S. 21- 30<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] Doll R, Peto R, et al. Mortality in relation to smoking: 50 years observation on male British doctors. BMI 2004; 328: 1519-1528<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.aerzteblatt.de\/archiv\/173556\/Tabakkonsum-und-Passivrauchbelastung-bei-Jugendlichen-in-Deutschland\">aerzteblatt.de &ndash; Tabakkonsum und Passivrauchbelastung bei Jugendlichen in Deutschland<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] Lampert T, Mielck A. Gesundheit und soziale Ungleichheit. GGW 2008; 8\/2:   7-16<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] Doll R, Peto R. The causes of cancer: quantitative estimates of avoidable risks of cancer in the United States today. Nat Cancer Inst 1981: 66: 1196-1305<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_9\" name=\"foot_9\">&laquo;9<\/a>] Keil U et al. Passivrauchbedingte Morbidit&auml;t und Mortalit&auml;t in Deutschland. In: Deutsches Krebsforschungszentrum (Hrsg.):Passivrauchen &ndash; ein untersch&auml;tztes Gesundheitsrisiko, Heidelberg, 2005, S.20-33; 61-68<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_10\" name=\"foot_10\">&laquo;10<\/a>] DiFranza JR, Savageau JA, Rigotti NA et al. Development of symptoms of tobacco dependence in youths: 30 month follow up data from the DANDY study. Tob Control. 2002; 11: 228-235<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_11\" name=\"foot_11\">&laquo;11<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.drugabuse.gov\/publications\/tobacco-nicotine-e-cigarettes\/nicotine-addictive\">drugabuse.gov &ndash; Is nicotine addictive?<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_12\" name=\"foot_12\">&laquo;12<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.krebsgesellschaft.de\/onko-internetportal\/basis-informationen-krebs\/bewusst-leben\/rauchen-zahlen-und-fakten.html\">krebsgesellschaft.de &ndash; Rauchen &ndash; Zahlen und Fakten<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_13\" name=\"foot_13\">&laquo;13<\/a>] Tabakindustrie &ndash; die Taktik der Verschleierung. In: Krei&szlig; C. Gekaufte Forschung. Wissenschaft im Dienste der Konzerne. Europa-Verlag, Berlin 2015, S. 22-39<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_14\" name=\"foot_14\">&laquo;14<\/a>] Schaller K, Mons U. E-Shishas und E-Zigaretten: Debatte um Schaden und Nutzen. Deutsches &Auml;rzteblatt Jg. 114, Heft 3, 20. Januar 2017, A 70- A71<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_15\" name=\"foot_15\">&laquo;15<\/a>] Gesundheitsrisiko Nikotin. Fakten zum Rauchen. Deutsches Krebsforschungszentrum (Hrsg.). Heidelberg 2015<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_16\" name=\"foot_16\">&laquo;16<\/a>] Yoong SL, Tselepis F, Wiggers J, et al. <a href=\"http:\/\/www.who.int\/tobacco\/industry\/product_regulation\/BackgroundPapersENDS2_4November.pdf\">Prevalence of smoking &ndash; proxy electronic inhaling systems (SEIS) use and its association with tobacco initiatons in youths: a systematic review<\/a> (last accessed on 21.December 2016).<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_17\" name=\"foot_17\">&laquo;17<\/a>] Jazbinsek D, Gie&szlig;elmann, K. Tabakerhitzer. Streit um rauchfreie Alternative. Deutsches &Auml;rzteblatt, Jg. 115, Februar 2018, S. 100-103<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_18\" name=\"foot_18\">&laquo;18<\/a>] Auer R, Concha-Lozano N, et al. Heat-not-burn-tobacco-cigarettes: Smoke by any other name. JAMA Intern Med 2017; 177: 1050-1052<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_19\" name=\"foot_19\">&laquo;19<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/wie-gefaehrlich-sind-e-zigaretten-102.html\">br.de &ndash; Wie gef&auml;hrlich sind E-Zigaretten? <\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_20\" name=\"foot_20\">&laquo;20<\/a>] Reuters: <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/investigates\/section\/pmi\/\">The Philip Morris Files. The secrets of the world`s biggest tobacco company<\/a>.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_21\" name=\"foot_21\">&laquo;21<\/a>] <a href=\"http:\/\/www.kn-online.de\/Nachrichten\/Schleswig-Holstein\/Studie-aus-Kiel-zeigt-E-Zigaretten-foerdern-das-Tabak-Rauchen\">kn-online.de &ndash; E-Zigaretten f&ouml;rdern das Tabak-Rauchen<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_22\" name=\"foot_22\">&laquo;22<\/a>] Joossens L, Raw M. The Tobacco Control Scale 2016 in Europe. Association of European Cancer Leagues. Br&uuml;ssel 2017<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Laut Weltgesundheitsorganisation sterben weltweit etwa sieben Millionen Menschen pro Jahr an den Folgen des Tabakmissbrauchs. Um nachwachsenden Generationen das Rauchen ebenfalls n&auml;herzubringen, investiert die Tabakindustrie allein in Deutschland j&auml;hrlich fast 200 Millionen Euro in Werbung. Betrachtet werden hier neben dem Gef&auml;hrdungspotenzial konventioneller Tabakwaren auch neue Entwicklungen wie Tabakerhitzer oder E-Zigaretten, deren Chancen und Risiken wegen<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44820\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[149,127],"tags":[1092,929,2217,2397,2398,439],"class_list":["post-44820","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gesundheitspolitik","category-lobbyismus-und-politische-korruption","tag-drogen","tag-krankheiten","tag-lebenserwartung","tag-suchterkrankung","tag-tabakindustrie","tag-who"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/44820","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=44820"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/44820\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":50582,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/44820\/revisions\/50582"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=44820"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=44820"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=44820"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}