{"id":44908,"date":"2018-07-12T08:05:48","date_gmt":"2018-07-12T06:05:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44908"},"modified":"2018-07-12T08:05:48","modified_gmt":"2018-07-12T06:05:48","slug":"hinweise-des-tages-3159","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44908","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44908#h01\">NATO-Gipfel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44908#h02\">NSU-Prozess<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44908#h03\">Der Mindestlohn ist kein Hotspot<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44908#h04\">Kann ein bedingungsloses Grundeinkommen vor den Unsicherheiten des Arbeitsmarktes sch&uuml;tzen?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44908#h05\">Rentner finanzieren M&uuml;tterrente mit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44908#h06\">Pflege als Markt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44908#h07\">Die M&auml;r von den Mietnomaden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44908#h08\">Mieter m&uuml;ssen wegen Brandschutzm&auml;ngeln ausziehen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44908#h09\">Katar trotzt der Saudi-Blockade mit neuem Selbstbewusstsein<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44908#h10\">Fragw&uuml;rdige EU-Waffenexportpolitik: Das Beispiel &Auml;gypten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44908#h11\">&ldquo;Masterplan Migration&rdquo; &ndash; Seehofer bettelt um Entlassung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44908#h12\">Griechenland &ndash; Armut trotz Tourismusboom<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44908#h13\">Fiat-Arbeiter wollen wegen Ronaldo-Transfer streiken<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>NATO-Gipfel<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Merkel kontert Trump-Kritik<\/strong><br>\nUS-Pr&auml;sident Trump hat Deutschland vorgeworfen, sich wegen Gaslieferungen abh&auml;ngig von Russland zu machen. Kanzlerin Merkel l&auml;sst diese Behauptung nicht auf sich sitzen.<br>\nKanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Kritik von US-Pr&auml;sident Donald Trump zur&uuml;ckgewiesen, abh&auml;ngig von Russland zu sein. Sie wolle &ldquo;aus gegebenem Anlass&rdquo; sagen, &ldquo;dass wir unsere eigenst&auml;ndige Politik machen k&ouml;nnen&rdquo; und &ldquo;eigenst&auml;ndige Entscheidungen f&auml;llen k&ouml;nnen&rdquo;, sagte Merkel bei ihrer Ankunft beim Nato-Gipfel in Br&uuml;ssel.<br>\nTrump hatte Deutschland dort zuvor vorgeworfen, sich durch seine Energiepolitik in Abh&auml;ngigkeit von Moskau begeben zu haben.<br>\nDie Kanzlerin verwies in ihrer Antwort zudem auf ihre eigene Vergangenheit: &ldquo;Ich m&ouml;chte aus gegebenen Anlass hinzuf&uuml;gen, dass ich erlebt habe, auch selber, dass ein Teil Deutschlands von der Sowjetunion kontrolliert wurde&rdquo;, sagte die Kanzlerin mit Blick auf die fr&uuml;here DDR.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/angela-merkel-kanzlerin-kontert-kritik-von-donald-trump-bei-nato-gipfel-a-1217862.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Kann es sein, dass die &ldquo;SPON&rdquo;-Machenden Kanzlerin Merkel als &ldquo;gro&szlig;e Gegenspielerin&rdquo; des derzeitigen US-Pr&auml;sidenten inszenieren m&ouml;chten? Dann w&auml;re hierzulande ja alles gut &ndash; dank der Bundeskanzlerin, oder?<\/em><\/p>\n<p><em>Aber wie glaubw&uuml;rdig ist die Aussage von Frau Merkel, Deutschland k&ouml;nne &ndash; hier: bez&uuml;glich der Gaslieferungen aus Russland &ndash; &ldquo;eigenst&auml;ndige Entscheidungen&rdquo; treffen? Weshalb h&auml;lt sie dann an den Sanktionen gegen Russland fest? Ist Deutschland in dieser Frage etwa abh&auml;ngig von den USA?<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>NATO: Lasteinteilung<\/strong><br>\nAngesichts des aktuellen NATO-Gipfels und der hitzigen Debatte im B&uuml;ndnis, wer wieviel bezahlt, ist ein Beitrag bei Defensenews extrem interessant, der auf die historische Entwicklung der Lastenteilung USA-EU aufmerksam macht. Kurz zusammengefasst: Durch die Ausgabenexplosion im Zuge des Vietnam-Kriegs verschob sich das Verh&auml;ltnis europ&auml;ischer zu US-R&uuml;stungsausgaben und belief sich Anfang der 1970er Jahre mit 45% in etwa auf dem heutigen Niveau. Dann zogen die Europ&auml;er aber nach und holten auf 76% in den 1980er Jahren auf, ein Wert, der in etwa auch bis Anfang der 200er konstant blieb (78%). Erst im Zuge der absurden US-Ausgabensteigerungen nach den Terroranschl&auml;gen im September 2001 und dem darauf folgenden &bdquo;Krieg gegen den Terror&ldquo;, nahm der Abstand wieder deutlich zu und betr&auml;gt aktuell wieder etwa den Wert der 1970er Jahre (45%): &bdquo;In 1970, the relative defense expenditures of the United States and Europe were proportionally roughly what they are today. [&hellip;] But the decade of the 1970s saw a dramatic increase in European defense spending of about $80 billion (in constant 2011 dollars), roughly comparable to the growth President Trump is now demanding. By 1980, Europe was spending about 76 percent as much as the U.S. on defense &#8213; a massive improvement. [&hellip;] By the end of the Cold War, European defense spending was at about 2.5 percent of gross domestic product. U.S. and European defense spending fell during the decade of the 1990s, with both sides of the Atlantic taking a peace dividend. The burden-sharing balance by 2000 was equitable, with Europe contributing 78 percent as much as the U.S. [&hellip;] Then the U.S. was attacked on 9\/11. President George W. Bush drove U.S. spending from 3.3 percent to about 5.3 percent of GDP to finance trillion-dollar wars in Iraq and Afghanistan. While the European allies contributed significantly to operations in Afghanistan in particular, they continued to take their peace dividend. Their defense spending sank to 1.6 percent of GDP by 2013. [&hellip;] So today&rsquo;s disparity, as was the case with the Vietnam War, flows at least partially from the fact that the U.S. was fighting wars outside of Europe.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.imi-online.de\/2018\/07\/11\/nato-lasteinteilung\/\">Informationsstelle Militarisierung e.V.<\/a>\n<p><strong>dazu: Trump: N&uuml;tzlicher Idiot<\/strong><br>\nIm Vorfeld des NATO-Gipfels werden die Spannungen mit US-Pr&auml;sident Donald Trump gen&uuml;sslich herangezogen, um vehement die Aufr&uuml;stung der Europ&auml;ischen Union einzufordern. So zitiert die Welt etwa zustimmend Bret Stephens, Kolumnist der &bdquo;New York Times&ldquo;: &bdquo;Konsequenterweise gibt es f&uuml;r Stephens nur eine Rettung: &sbquo;Europa braucht eine echte Sicherheitspolitik, die durch glaubw&uuml;rdige milit&auml;rische Macht und weniger Abh&auml;ngigkeit von russischer Energie unterst&uuml;tzt wird.&lsquo; Eine europ&auml;ische Armee k&auml;me da genau richtig und rechtzeitig.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.imi-online.de\/2018\/07\/11\/trump-nuetzlicher-idiot\/\">Informationsstelle Militarisierung e.V.<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Bereits Anfang 2017 sind h&ouml;here R&uuml;stungsausgaben mit Herrn Trump als US-Pr&auml;sident begr&uuml;ndet worden. Bitte lesen Sie dazu auch bzw. erneut:<\/em><\/p>\n<ol type=\"a\">\n<li><em><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36679\">H&ouml;here R&uuml;stungsausgaben wegen Trump? Es ist an der Zeit, die Weichen neu zu stellen<\/a><\/em><\/li>\n<li><em><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36668\">Von der Restauration ins Zeitalter der Gedankenlosigkeit und des politischen Desinteresses. Schlaglichtartig sichtbar am Aufschrei &uuml;ber Trumps &bdquo;NATO = obsolet&ldquo;<\/a><\/em><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>NSU-Prozess<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Das NSU-Urteil<\/strong><br>\nBegleitet von massiver Kritik ist am gestrigen Mittwoch der Prozess um die Mordserie der Terrororganisation Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) in den Jahren von 2000 bis 2007 zu Ende gegangen. Der NSU hatte neun Menschen mit nichtdeutscher Abstammung ermordet, um in migrantisch gepr&auml;gten Communities Furcht und Schrecken zu verbreiten; zudem erschossen NSU-T&auml;ter eine Polizistin. In den gestern verk&uuml;ndeten Urteilen ist einer der ma&szlig;geblichen Unterst&uuml;tzer des NSU zu gerade einmal zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden; das Strafma&szlig; liegt unter demjenigen, das im Januar ein junger Mann erhielt, weil er einen Polizisten mit dem Wurf einer kaputten Bierflasche leicht verletzt hatte. Auch die Ermittlungen irritieren; Beobachter gehen davon aus, dass dem NSU mehr als nur drei Personen angeh&ouml;rten und wom&ouml;glich sogar NSU-M&ouml;rder noch in Freiheit sind. Nebul&ouml;s ist bis heute zudem die Rolle der deutschen Geheimdienste. Amnesty International warnt, der institutionelle Rassismus, der die Ermittler fehlgeleitet habe, sei bis heute nicht aufgearbeitet worden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/7668\/\">German Foreign Policy<\/a><\/li>\n<li><strong>Freispruch f&uuml;r den Staat<\/strong><br>\nDas Gericht klammerte in der m&uuml;ndlichen Urteilsbegr&uuml;ndung jegliche Bez&uuml;ge des NSU zum deutschen Staat aus. So erw&auml;hnte Richter G&ouml;tzl den Mord an Halit Yozgat in Kassel 2006, ohne die Anwesenheit des Verfassungsschutz-Mitarbeiters Andreas Temme am Tatort zu erw&auml;hnen. G&ouml;tzl schilderte ausf&uuml;hrlich die Gr&uuml;ndung der Gruppe und das Abtauchen der sp&auml;teren Kernmitglieder in den Untergrund, ohne die mehreren Dutzend sogenannten Vertrauensleute der deutschen Inlandsgeheimdienste zu erw&auml;hnen, die den Rechtsterroristen vielfach mit Geld, Sprengstoff, Waffen und Unterk&uuml;nften halfen. Ohne diese F&ouml;rderung w&auml;re der NSU au&szlig;erstande gewesen, mehr als zehn Jahre im Untergrund zu verbringen und sich der polizeilichen Fahndung immer wieder zu entziehen.<br>\nAuch die bislang v&ouml;llig unklaren Abl&auml;ufe des Mordanschlags auf zwei Polizisten in Heilbronn 2007 gl&auml;ttet G&ouml;tzl mit der Behauptung, der NSU habe durch das Attentat den Staat vorf&uuml;hren und hilflos erscheinen lassen wollen. Die urspr&uuml;ngliche Argumentation der Staatsanwaltschaft, Mundlos und B&ouml;hnhardt h&auml;tten auf die Beamten geschossen, um an ihre Dienstwaffen zu gelangen, hielt das Gericht wohlweislich nicht aufrecht. Schlie&szlig;lich war der NSU im Jahr 2007 bereits im Besitz eines umfangreichen Waffenlagers, darunter etliche Pistolen. Der &raquo;Fall Heilbronn&laquo; ist und bleibt mysteri&ouml;s &ndash; und das Sterben mehrerer Zeugen in den letzten Jahren weckt den Verdacht, dass weiterhin hinter den T&auml;tern &raquo;aufger&auml;umt&laquo; wird. F&uuml;r das OLG war all dies keine Erw&auml;hnung wert.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/335796.freispruch-f%C3%BCr-den-staat.html\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><strong>F&uuml;nf Jahre NSU-Prozessbeobachtung: &ldquo;Solche Morde k&ouml;nnen wieder geschehen&rdquo;<\/strong><br>\nNach 437 Verhandlungstagen endet der NSU-Prozess. Ein Schlussstrich l&auml;sst sich jedoch nicht ziehen, sagt die Journalistin Annette Ramelsberger, die den Prozess von Anfang an beobachtet hat: &ldquo;Ich halte es f&uuml;r m&ouml;glich, dass das wieder passiert.&rdquo;<br>\nNach f&uuml;nf Jahren ist mit dem NSU-Prozess einer der l&auml;ngsten Indizienprozesse der Nachkriegsgeschichte mit einem Schuldspruch zu Ende gegangen. Dennoch werden wohl viele Fragen offen werden, etwa die, wie gro&szlig; das Netzwerk um die rechte Terrorzelle wirklich war. Als abgeschlossen d&uuml;rfe man den Fall daher nicht betrachten, sagt Annette Ramelsberger. Die Journalistin der S&uuml;ddeutschen Zeitung hat jeden Prozesstag im Gerichtssaal mitverfolgt.<br>\n&ldquo;Man darf sich nicht der Illusion hingeben, dass durch das Urteil im NSU-Prozess jetzt alles gel&ouml;st w&auml;re&rdquo;, sagt Ramelsberger im Deutschlandfunk Kultur. Viele Zeugen aus der rechten Szene h&auml;tten bei dem Verfahren deutlich gemacht, dass sie die Morde begr&uuml;&szlig;ten und nichts zur Aufkl&auml;rung beitragen wollten.<br>\n&ldquo;Von solchen Leuten ist nat&uuml;rlich nichts Gutes zu erwarten und ich halte es f&uuml;r durchaus m&ouml;glich, dass solche Morde wieder geschehen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/fuenf-jahre-nsu-prozessbeobachtung-solche-morde-koennen.1008.de.html?dram:article_id=422610\">Deutschlandfunk Kultur<\/a><\/li>\n<li><strong>Nach dem Urteil im NSU-Prozess: &ldquo;Wir haben nach wie vor einen Staat im Staat&rdquo;<\/strong><br>\nDer Rechtsextremismus-Experte und Politologe Hajo Funke hat das Urteil im NSU-Prozess begr&uuml;&szlig;t. Er kritisierte im Dlf gleichzeitig die mangelnde Aufkl&auml;rung weiterer Hintergr&uuml;nde. Schuld daran sei unter anderem der Verfassungsschutz, der &ldquo;au&szlig;er Kontrolle&rdquo; agiere. Funke forderte eine umfassende Reform des Inlandsgeheimdienstes.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/nach-dem-urteil-im-nsu-prozess-wir-haben-nach-wie-vor-einen.694.de.html?dram:article_id=422632\">Deutschlandfunk<\/a><\/li>\n<li><strong>Radio Lotte: Wichtige Gr&ouml;&szlig;e in der NSU-Berichterstattung<\/strong><br>\nAls zu Beginn des NSU-Prozesses die Akkreditierungen verteilt wurden, erntete Radio Lotte einen der begehrten Pl&auml;tze &ndash; und H&auml;me: W&uuml;rde das B&uuml;rgerradio ernsthaft &uuml;ber den historischen Prozess berichten? Mehr als f&uuml;nf Jahre sp&auml;ter sind die Kritiker verstummt. [&hellip;]<br>\nDas, was ab heute morgen in einer vierst&uuml;ndigen Sondersendung zu h&ouml;ren war, klingt nach viel Improvisation. Damit sind die B&uuml;rgerfunker von Radio Lotte vertraut. Im Laufe der f&uuml;nf Jahre des NSU-Prozesses haben sie an markanten Prozesstagen ein bis zwei Mal j&auml;hrlich mehrst&uuml;ndige Sondersendungen aus M&uuml;nchen gemacht &ndash; zum Erstaunen der Medien&ouml;ffentlichkeit, die sich zuvor am&uuml;siert und H&auml;me &uuml;ber Radio Lotte aussch&uuml;ttet hatte &ndash; weil der Name mehr nach Schunkeln und Promi-Tratsch, denn nach solider Berichterstattung klang. Recht schnell aber hatte sich Radio Lotte einen guten Ruf erarbeitet &ndash; durch die kontinuierliche Berichterstattung von Friedrich Burschel.<br>\n&ldquo;Ich mache w&ouml;chentlich einen Bericht, der so um die zehn Minuten dauert, wo ich &uuml;ber die verschiedenen Prozesstage berichte, aber eben auch versuche, aus dem Gerichtsaal rauszuschauen, zu schauen, was passiert in den Untersuchungsaussch&uuml;ssen, welche Enth&uuml;llungen sind gerade in welchem Medium ver&ouml;ffentlicht worden, und irgendwie zu versuchen, Zusammenh&auml;nge herzustellen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/radio-lotte-wichtige-groesse-in-der-nsu-berichterstattung.2907.de.html?dram:article_id=422651\">Deutschlandfunk<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Der Mindestlohn ist kein Hotspot<\/strong><br>\nEs ist eigentlich egal, auf welchen Betrag die Politik die Lohnuntergrenze festlegt &ndash; richtig &uuml;berwacht wird er n&auml;mlich nicht.<br>\nK&uuml;rzlich war es wieder so weit: Der Mindestlohn wurde erh&ouml;ht. Mathematisch kann man tats&auml;chlich von einer Erh&ouml;hung sprechen: Um 35 Cent soll er 2019 steigen und um weitere 16 Cent 2020. Dann liegt er bei 9,35 Euro in der Stunde. Gef&uuml;hlt stellt das freilich keine Erh&ouml;hung dar, wenn man bedenkt, dass er im Januar 2015 mit 8,50 Euro an den Start ging. Damals wurde er schon als zu niedrig beziffert und in f&uuml;nf Jahren wird er gerade mal 85 Cent, also exakt zehn Prozent, zugelegt haben. Das Leben ist seither nicht g&uuml;nstiger geworden, wie es im Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamtes nachzulesen ist.<br>\nDer Mindestlohn orientiert sich also weiterhin nicht an Kennzahlen, die die realen Lebenshaltungskosten abbilden, sondern am zu niedrig angesetzten Ursprungswert von 2015. Dementsprechend fiel die &ouml;ffentliche Debatte bei der letzten Erh&ouml;hung auch aus. Die eine Seite beklagte erneut den niedrigen Satz und dass ein Mindestlohn ja daf&uuml;r sorgen m&uuml;sse, dass Arbeitnehmer ihr Leben selbst bezahlen k&ouml;nnen &ndash; stattdessen m&uuml;ssten immer noch an die 200.000 in Vollzeit arbeitende Menschen beim Jobcenter vorstellig werden, um ihr knappes Budget aufzustocken. Die anderen jammern hingegen &uuml;ber den ohnehin schon zu hohen Mindestlohn, weil mittelst&auml;ndische Arbeitgeber ihr Gesch&auml;ftsmodell so nicht mehr betreiben k&ouml;nnten. Sie merken nicht, dass sie damit zugeben, dass es Gesch&auml;ftemachereien in diesem Land gibt, die scheinbar einzig und allein auf Lohndumping beruhen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1093944.erhoehung-der-lohnuntergrenze-der-mindestlohn-ist-kein-hotspot.html\">Heppenheimer Hiob<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Kann ein bedingungsloses Grundeinkommen vor den Unsicherheiten des Arbeitsmarktes sch&uuml;tzen?<\/strong><br>\nKurz gefasst<br>\nAls Antwort auf die Rationalisierungswelle infolge der Digitalisierung der Wirtschaft propagieren mehrere Autoren ein bedingungsloses Grundeinkommen (BGE), das an alle B&uuml;rger und B&uuml;rgerinnen unabh&auml;ngig vom Einkommen und Verm&ouml;gen gezahlt werden soll. Es soll durch den Abbau der heutigen sozialen Sicherungssysteme finanziert werden, die man nach Einf&uuml;hrung eines BGE angeblich nicht mehr brauche. Zudem w&uuml;rden mit einem BGE Mindestl&ouml;hne und Tarifvertr&auml;ge &uuml;berfl&uuml;ssig.<br>\nEin Ende der Arbeit nicht erkennbar. Die Besch&auml;ftigungsquoten sind in den meisten L&auml;ndern in den letzten Jahren gestiegen und es gibt so viele unges&auml;ttigte Bed&uuml;rfnisse in der Welt, dass ausreichend Besch&auml;ftigungsm&ouml;glichkeiten auch in Zukunft vorhanden sind.<br>\nDurch die Abschaffung von Mindestl&ouml;hnen und Tarifvertr&auml;gen w&uuml;rde ein riesiger Niedriglohnsektor entstehen. Die Aufstockung geringer L&ouml;hne durch das BGE w&uuml;rde zum Normalfall.<br>\nEin BGE wird viele B&uuml;rger und B&uuml;rgerinnen in Armut st&uuml;rzen, da es etwa bei Unf&auml;llen, schweren Krankheiten, Pflege oder Behinderungen nicht zum Lebensunterhalt reicht. Hier wurden durch den Solidarausgleich unserer Sicherungssystem bessere Antworten gefunden. W&uuml;rde zudem die progressive Einkommenssteuer abgeschafft, bliebe eine gigantische Umverteilung von unten nach oben &uuml;brig.<br>\nDiskussionsw&uuml;rdig sind aber die vielversprechenden Verwandten eines BGE, wie etwa Mindestrenten, ein universelles Grundeinkommen f&uuml;r Kinder, der Ausbau der Sozialversicherungen zu B&uuml;rgerversicherungen oder universelle Besch&auml;ftigungsrechte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.iaq.uni-due.de\/iaq-standpunkte\/2018\/sp2018-03.php\">IAQ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Den vollst&auml;ndigen IAQ-Standpunkt k&ouml;nnen Sie <a href=\"http:\/\/www.iaq.uni-due.de\/iaq-standpunkte\/2018\/sp2018-03.pdf\">hier lesen<\/a>.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Rentner finanzieren M&uuml;tterrente mit<\/strong><br>\nEs ist ein zentrales Versprechen der Koalition: Von 2019 an sollen M&uuml;tter mit drei oder mehr vor 1992 geborenen Kindern drei statt nur zwei Erziehungsjahre f&uuml;r die Rente gutgeschrieben bekommen &ndash; in Form eines weiteren Entgeltpunkts, der ihre Rente erh&ouml;ht. Das Deutsche Institut f&uuml;r Wirtschaftsforschung (DIW) hat nun ausgerechnet, wer davon besonders profitiert &ndash; und wer die Kosten von rund 3,5 Milliarden Euro im Jahr (ohne Beitr&auml;ge der Rentenversicherung zur Krankenversicherung der Rentner) tragen muss.<br>\nEin besonders interessantes Ergebnis der Studie, die an diesem Mittwoch vorgestellt wird und der S&uuml;ddeutschen Zeitung vorab vorlag: Zu 40 Prozent zahlen die Rentnerhaushalte selbst f&uuml;r die M&uuml;tterrente II &ndash; in Form von Verzicht. Die Ausgaben bremsen n&auml;mlich die &uuml;blichen Rentensteigerungen; das ergibt sich aus der Rentenformel, mit der das j&auml;hrliche Rentenplus ermittelt wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/soziales-rentner-finanzieren-muetterrente-mit-1.4048136\">S&uuml;ddeutsche<\/a>\n<p><strong>dazu: M&uuml;tterrente II kommt vor allem unteren Einkommensgruppen zugute<\/strong><br>\nRund ein Viertel der Rentnerinnen w&uuml;rde von M&uuml;tterrente II profitieren &ndash; Haushaltsnettoeinkommen der einkommensschw&auml;chsten Rentnerinnen unter ihnen w&uuml;rde um sechs Prozent steigen, aber auch wohlhabende w&auml;ren beg&uuml;nstigt &ndash; Kosten f&uuml;r die Reform in H&ouml;he von 3,5 Milliarden Euro w&uuml;rde zu 40 Prozent von der Rentnergeneration getragen<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.diw.de\/de\/diw_01.c.594102.de\/themen_nachrichten\/muetterrente_ii_kommt_vor_allem_unteren_einkommensgruppen_zugute.html\">DIW<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Pflege als Markt<\/strong><br>\nInvestmentgesellschaft st&ouml;&szlig;t Hamburger Heimbetreiber nach einem Jahr wieder ab. Deutsche Wohnen &uuml;bernimmt<br>\nVor nicht ganz einem Jahr &uuml;bernahm die US-Investmentgesellschaft Oaktree den gr&ouml;&szlig;ten privaten Pflegeheim-Betreiber Hamburgs, Pflegen &amp; Wohnen. Oaktree ist eine in Kalifornien ans&auml;ssige Geldsammelstelle f&uuml;r verm&ouml;gende Klienten, hier b&uuml;ndeln sich mehr als 100 Milliarden Dollar. Aufgabe der Firma ist es, weltweit nach M&ouml;glichkeiten zu suchen, das &uuml;berlassene Geld zu vermehren. 2017 sprang Oaktree mit dem Kauf von Pflegen &amp; Wohnen, das 13 Alten- und Pflegeheime mit knapp 2.700 station&auml;ren Pflegepl&auml;tzen in Hamburg betreibt, auf einen schon fahrenden Zug auf: Seit einigen Jahren werden verst&auml;rkt Pflegeheime, Rehakliniken, Pflegedienste und sogar einzelne Arzt- und Zahnarztpraxen von &uuml;berwiegend britischen, niederl&auml;ndischen, deutschen und US-amerikanischen Fondsgesellschaften aufgekauft. Die Investoren operieren hier wie anderswo nach einem einfachen Muster: Der &Uuml;bernahme folgt die fieberhafte Suche nach M&ouml;glichkeiten f&uuml;r kurzfristige und m&ouml;glichst umfassende &raquo;Kostensenkungen&laquo;, umgekehrt werden die &raquo;Ertr&auml;ge&laquo; so schnell wie m&ouml;glich maximiert, nach ein, zwei und manchmal auch nach drei Jahren wird der auf Verschlei&szlig; gefahrene Laden dann ganz oder in Teilen weiterverkauft &ndash; und wenn es dumm l&auml;uft, dichtgemacht. Neben dem privaten Arzt-Unternehmer, der seine Patienten in erster Linie unter dem Gesichtspunkt der Umsatzsteigerung seiner Praxis behandelt, dem Chefarzt, der in der Klinik reihenweise ebenso &uuml;berfl&uuml;ssige wie lukrative Operationen anordnet und der Pharmaindustrie, die ihren Kram zu H&ouml;chstpreisen absetzen m&ouml;chte, haben kranke und alte Menschen also jetzt mit einem vierten Akteur zu tun, f&uuml;r den ihr pers&ouml;nliches Ungl&uuml;ck zun&auml;chst und vor allem eine Gesch&auml;ftsgelegenheit ist.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/335816.pflege-als-markt.html\">junge Welt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Die M&auml;r von den Mietnomaden<\/strong><br>\nSie nisten sich ein und machen alles kaputt: Mietnomaden. Laut Haus &amp; Grund gibt es Zehntausende von ihnen &ndash; belegen l&auml;sst sich das nicht. Aber die Behauptung reichte, um das Gesetz zu versch&auml;rfen. Auch normale Mieter k&ouml;nnen seitdem leichter vor die T&uuml;r gesetzt werden.<br>\n&ldquo;Erst blenden sie mit guten Manieren und dickem Auto&rdquo; (FAZ), vor Vertragsabschluss geben sie sich &ldquo;meist weltgewandt und t&auml;uschen einen gehobenen Lebensstil vor&rdquo; (Spiegel Online). Dann prellt &ldquo;der Feind im Haus&rdquo; (Zeit Online) monatelang die Zeche, sie &ldquo;zerst&ouml;ren oft die R&auml;umlichkeiten&rdquo; (SWR). In der Bild-Zeitung bereitet eine Stuttgarter Mietnomadin ihren &ldquo;arglosen Nachbarn&rdquo; nicht nur Schwierigkeiten, nein, sie &ldquo;terrorisiert&rdquo; sie.<br>\nDoch wie gro&szlig; ist die Gefahr zum Opfer von Mietnomaden zu werden? Verbl&uuml;ffend wortgleich betonen Medien: &ldquo;Zwar ist die Wahrscheinlichkeit gering&rdquo;, doch wen es trifft, den &ldquo;k&uuml;mmert die Statistik wenig&rdquo; (FAZ, 05.08.2015; SWR, 07.09.2017). Aus Perspektive der betroffenen Eigent&uuml;mer scheint das nachvollziehbar, schlie&szlig;lich k&ouml;nnen sich die entstandenen Sch&auml;den auf f&uuml;nfstellige Betr&auml;ge belaufen. Doch zumindest Politik und Medienwelt sollten sich ein wenig um die Statistik k&uuml;mmern.<br>\nZahlen liefert zum Beispiel der Grundbesitzerverband Haus &amp; Grund. 15 000 F&auml;lle gebe es jedes Jahr in der Bundesrepublik, der Schaden belaufe sich dabei jeweils auf 25 000 bis 30 000 Euro. Diese Sch&auml;tzungen, zu deren Methodik sich Haus &amp; Grund auf R&uuml;ckfrage der Redaktion nicht &auml;u&szlig;ern will, verbreitet(e) der Verband, bevor und nachdem die erste seri&ouml;se und wissenschaftlich belastbare Untersuchung zu dem Problem durchgef&uuml;hrt worden ist. Diese kommt allerdings zu abweichenden Befunden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/politik\/380\/die-maer-von-den-mietnomaden-5200.html\">Kontext: Wochenzeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Mieter m&uuml;ssen wegen Brandschutzm&auml;ngeln ausziehen<\/strong><br>\nIn Bochum m&uuml;ssen Mieter in einem Mehrfamilienhaus innerhalb von 14 Tagen ihre Wohnungen verlassen &ndash; weil diese erhebliche Brandschutzm&auml;ngel aufweisen. Der schlechte Zustand des Hauses ist seit Jahren bekannt, unternommen wurde nichts. Das hat auch etwas mit dem Immobilienmarkt im Ruhrgebiet zu tun. [&hellip;]<br>\nDem Bochumer Mieterschutzverein ist das Haus in der Wittener Stra&szlig;e gut bekannt. Nicht nur wegen des fehlenden Brandschutzes. Mieter hatten auch von Ratten berichtet und von Regen, der durch das Dach tropft. Auch den Vermieter, die Immonex Property GmbH kennen die Mietersch&uuml;tzer gut, sagt Sprecher Aichard Hoffmann.<br>\n&ldquo;Es hat mehrere Firmensitzwechsel gegeben. Zur Zeit residiert sie auch in der Wittener Stra&szlig;e 87. Das hei&szlig;t, das Haus ist auch Firmensitz. Gleichwohl hat sie bis vor ganz Kurzem dort kein B&uuml;ro gehabt. Das hei&szlig;t, der Firmensitz hat dann offensichtlich aus einem Briefkasten bestanden.&rdquo;<br>\nEine Briefkastenfirma, deren einziger Zweck es ist, eine Immobilie zu besitzen &ndash; die Vorbehalte des Bochumer Mietervereins sind gro&szlig;. Dieser beobachtet, dass das Ruhrgebiet offenbar sehr geeignet ist f&uuml;r windige Immobiliengesch&auml;fte. Aus mehreren Gr&uuml;nden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/bochumer-hochhaus-mieter-muessen-wegen-brandschutzmaengeln.1769.de.html?dram:article_id=422661\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Katar trotzt der Saudi-Blockade mit neuem Selbstbewusstsein<\/strong><br>\nStatt in einer von saudischen Interessen dominierten Region einfach still und leise an den Katzentisch des Juniorpartners zur&uuml;ckzugehen, hat Katar begonnen, seine Identit&auml;t zu ver&auml;ndern &ndash; wer es ist und was es bieten kann. Wenn die Blockade nicht verh&auml;ngt worden w&auml;re, ist es unwahrscheinlich, dass dieses neue Katar so schnell entstanden w&uuml;rde.<br>\nVor zw&ouml;lf Monaten begann die Blockade gegen Katar durch Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und &Auml;gypten mit der Absicht, das widerspenstige Land in die Knie zu zwingen. Spannungen wurden gesch&uuml;rt, Forderungen wurden gestellt und eine Frist gesetzt, nach der sich Katar unterwerfen sollte. Doch diese Frist verstrich bald &ndash; und was seitdem passiert ist, hat viele Beobachter &uuml;berrascht. Die Blockade ist gescheitert. Akademiker und politische Kommentatoren haben als Gr&uuml;nde f&uuml;r den anhaltenden Widerstand des kleinen Golfstaates alles angef&uuml;hrt, von Katars enormen finanziellen Ressourcen bis zu politischem Taktieren des Landes.<br>\nWas jedoch im vergangenen Jahr immer deutlicher wurde, ist der Umstand, dass gew&ouml;hnliche Kataris, obwohl sie ernsthaft das Ende der Blockade wollen, immer z&ouml;gerlicher werden, ihren Platz im Golf-Kooperationsrat [einem sechsk&ouml;pfigen Rat aus reichen arabischen &Ouml;l-Monarchien; Anm. J.R.] zur&uuml;ckzuerlangen, der fest unter saudischem Diktat steht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/justicenow.de\/2018-07-11\/katar-trotzt-der-saudi-blockade-mit-neuem-selbstbewusstsein\/\">Justice Now<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Fragw&uuml;rdige EU-Waffenexportpolitik: Das Beispiel &Auml;gypten<\/strong><br>\nDie Existenz einer schlagkr&auml;ftigen und unabh&auml;ngigen R&uuml;stungsindustrie, die alle &bdquo;n&ouml;tigen&ldquo; Waffensysteme ohne Abh&auml;ngigkeit von anderen Staaten bereitstellen kann, wird als wesentliche Bedingung f&uuml;r den Aufstieg in die Riege ernst zu nehmender Gro&szlig;m&auml;chte dargestellt. Aus diesem Grund steht dieses Interesse auch bei den Entscheidungstr&auml;ger*innen der Europ&auml;ischen Union weit oben auf der Priorit&auml;tenliste, wenn es etwa in der EU-Globalstrategie vom Juni 2016 hei&szlig;t: &bdquo;Die Mitgliedstaaten [ben&ouml;tigen] bei den milit&auml;rischen Spitzenf&auml;higkeiten alle wichtigen Ausr&uuml;stungen, um auf externe Krisen reagieren und die Sicherheit Europas aufrechterhalten zu k&ouml;nnen. Dies bedeutet, dass das gesamte Spektrum an land-, luft-, weltraum- und seeseitigen F&auml;higkeiten, einschlie&szlig;lich der strategischen Grundvoraussetzungen, zur Verf&uuml;gung stehen muss. [&hellip;] Eine tragf&auml;hige, innovative und wettbewerbsf&auml;hige europ&auml;ische Verteidigungsindustrie ist von wesentlicher Bedeutung f&uuml;r die strategische Autonomie Europas und eine glaubw&uuml;rdige Gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVP).&ldquo;<br>\nAllerdings ist die heimische Auftragslage schlicht zu klein, um das &Uuml;berleben einer R&uuml;stungsbranche zu garantieren, die tats&auml;chlich alle f&uuml;r wesentlich erachteten Komponenten herstellen kann. So stellte etwa eine von der EU-Industriekommissarin El&#380;bieta Bie&#324;kowska einberufene &bdquo;Group of Personalities&ldquo; (GoP) im Februar 2016 fest: &bdquo;Die Steigerung der Exporte tr&auml;gt wesentlich dazu bei, die kritische Masse europ&auml;ischer R&uuml;stungsunternehmen zu erhalten. [&hellip;] Ohne Exporte w&uuml;rden viele EU-Unternehmen aktuell aufgrund der tiefen Einschnitte in den nationalen R&uuml;stungsausgaben ums &Uuml;berleben k&auml;mpfen.&ldquo; Besagte Gruppe, die sich zu gro&szlig;en Teilen aus Vertretern der R&uuml;stungslobby zusammensetzte, pr&auml;sentierte dann auch gleich Vorschl&auml;ge, wie der R&uuml;stungsindustrie &bdquo;besser&ldquo; unter die Arme gegriffen werden k&ouml;nnte, damit sie ihre Waffen k&uuml;nftig &bdquo;erfolgreicher&ldquo; im Ausland absetzen kann. Im Kern wurde damals die Forderung erhoben, einen EU-R&uuml;stungsforschungshaushalt im Umfang von 500 Mio. Euro j&auml;hrlich aufzusetzen, um so die &bdquo;Wettbewerbsf&auml;higkeit&ldquo; und damit einhergehend auch die Exportf&auml;higkeit der europ&auml;ischen R&uuml;stungsindustrie zu &bdquo;verbessern&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.imi-online.de\/2018\/07\/10\/fragwuerdige-eu-waffenexportpolitik-das-beispiel-aegypten\/\">Informationsstelle Militarisierung e.V.<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>&ldquo;Masterplan Migration&rdquo; &ndash; Seehofer bettelt um Entlassung<\/strong><br>\nEigentlich wollte Bundesinnenminister Horst Seehofer seinen &ldquo;Masterplan Migration&rdquo; schon vor vier Wochen vorstellen. Mit seiner Neuauflage bettelt der Minister geradezu um seine Entlassung. Gel&ouml;st wird damit gar nichts, meint NN-Politikredakteur Georg Escher.<br>\nWer wissen will, was in der CSU derzeit los ist, sollte nicht auf Parteichef Horst Seehofer h&ouml;ren. Der tut gerade so, als sei alles in bester Ordnung, als habe da gar kein Streit getobt, in dem Vertreter der beiden Schwesterparteien in einer Weise aufeinander losgegangen sind, wie es das seit Jahrzehnten nicht mehr gegeben hat. Doch wie die Stimmungslage wirklich ist, das l&auml;sst sich viel eher an einem Vorfall ablesen, der nicht so gro&szlig;e Schlagzeilen verursacht hat, aber dennoch h&ouml;chst bemerkenswert ist. In Unterfranken ist der langj&auml;hrige fr&uuml;here Landrat im Kreis Schweinfurt, Harald Leitherer, aus der CSU ausgetreten &ndash; nach 49 Jahren! Er will den Kurs seiner Parteif&uuml;hrung gegen Kanzlerin Merkel, gegen Europa und die Fl&uuml;chtlinge einfach nicht mehr mittragen. Seine Begr&uuml;ndung: Er konnte nicht mehr verstehen, wie man wegen der Fl&uuml;chtlingsfrage, die nach seiner &Uuml;berzeugung &ldquo;im Vergleich zu 2015 heute eher nachgeordnet ist&rdquo;, derart mit anderen Menschen umspringt, die anderer Meinung sind. Der Diskurs seiner Parteif&uuml;hrung sei zuletzt nur noch auf Besch&auml;digung ausgerichtet gewesen. Um die wirklich gro&szlig;en Themen wie Fachkr&auml;fte- und Pflegemangel k&uuml;mmere sich niemand, klagte Leitherer. Diese Abschweifung ist n&ouml;tig, um einordnen zu k&ouml;nnen, was Seehofer jetzt vorgelegt hat. Der CSU-Chef zeigt sich unbelehrbar. Er verh&auml;lt sich wie ein Pubert&auml;rer in seiner schlimmsten Trotzphase. Und er bettelt um seine Entlassung. Die Aussage, auch der &uuml;berarbeitete Masterplan sei in seiner alleinigen Verantwortung geschrieben worden, ist ein Affront, den die Kanzlerin eigentlich nicht hinnehmen kann.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nordbayern.de\/1.7807682\">Nordbayern.de<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Griechenland &ndash; Armut trotz Tourismusboom<\/strong><br>\nTourismusboom in Griechenland &ndash; seit Reiseziele wie die T&uuml;rkei nicht mehr gefragt sind, kommen die Urlauber in Scharen. Davon profitieren vor allem die Touristik-Konzerne, die Fluglinien und die Hotelketten &ndash; weniger aber die Menschen im Land. Sie finden allenfalls Saisonarbeit zum Billiglohn. Hinzu kommen immer neue Sparma&szlig;nahmen und Rentenk&uuml;rzungen. Laut einer aktuellen Statistik lebt ein Viertel der griechischen Bev&ouml;lkerung in einer &ldquo;schweren materiellen Notlage&ldquo;, in Armut also. Die Filmautoren machen sich auf die Reise: Auf der Ferieninsel Rhodos beginnt die Armut gleich hinter dem Strand &ndash; dort, wo die K&ouml;che, die Kellner, die Zimmerm&auml;dchen leben. In der Hafenstadt Patras hungern viele. Rentner, aber auch junge Menschen, die sich einen bescheidenen Wohlstand aufgebaut hatten, und die durch die Krise in Griechenland alles verloren haben. Besonders schlimm ist die Situation in der Hauptstadt Athen. Das Filmteam begleitet Erwin Schr&uuml;mpf von der privaten Hilfsorganisation &ldquo;Griechenlandhilfe&ldquo;. Zusammen mit ihm treffen sie verzweifelte Menschen aus dem ehemaligen griechischen Mittelstand. Viele haben keine Krankenversicherung mehr, sind auf Medikamente angewiesen, die die &ldquo;Griechenlandhilfe&ldquo; an Sozialzentren verteilt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.br.de\/br-fernsehen\/programmkalender\/ausstrahlung-1457148.html\">BR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Die Reportage liefert wieder einmal Einblicke &uuml;ber das ersch&uuml;tternde Ausma&szlig; der Armut in Griechenland als Folgen des neoliberalen Austerit&auml;tsdiktates. Ist die Verelendung einer ganzen Nation die &ldquo;Humanit&auml;t&rdquo; der Angela Merkel, die das linksliberale Juste Milieu so bewundert?<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Ein wirklich wichtiger Film. Er zeigt das ganze Elend der europ&auml;ischen und vor allem der deutschen Wirtschafts- und Finanzpolitik im Umgang mit Griechenland.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Fiat-Arbeiter wollen wegen Ronaldo-Transfer streiken<\/strong><br>\nUm den Wechsel zu finanzieren, will sich Juventus-Eigner und Fiat-Gro&szlig;aktion&auml;r Agnelli in der Firmenkasse bedienen. Die Mitarbeiter sind entsetzt.<br>\nAus Protest gegen den Wechsel von Weltfu&szlig;baller Cristiano Ronaldo von Real Madrid zu Juventus Turin wollen Fiat-Arbeiter in Italien in den Streik treten. Die Gewerkschaft USB bezeichnete die Zahlung einer Abl&ouml;sesumme von 112 Millionen Euro durch den italienischen Fu&szlig;ballmeister am Mittwoch als &bdquo;nicht hinnehmbar&ldquo;. Die Agnelli-Familie, die Juventus Turin kontrolliert, ist auch der gr&ouml;&szlig;te Aktion&auml;r des Automobilkonzerns Fiat-Chrysler Automobiles (FCA).<br>\nDer Proteststreik soll vom Abend des 15. Juli bis zum Morgen des 17. Juli im Fiat-Werk in Melfi in der s&uuml;ditalienischen Provinz Potenza stattfinden. &bdquo;Jahrelang hatte das Unternehmen von den Arbeitern gro&szlig;e finanzielle Opfer verlangt&ldquo;, betonte die Gewerkschaft. &bdquo;Ist das fair? Ist es normal, dass eine einzelne Person Millionen verdient und Tausende von Familien mit ihrem Geld nicht bis Mitte des Monats auskommen?&ldquo;<br>\nDie USB forderte das Unternehmen auf, mehr Geld in die Autoproduktion zu investieren und Arbeitspl&auml;tze zu sichern.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/industrie\/autobranche-fiat-arbeiter-wollen-wegen-ronaldo-transfer-streiken\/22790572.html\">Handelsblatt<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. 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