{"id":4500,"date":"2010-02-05T09:38:54","date_gmt":"2010-02-05T08:38:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4500"},"modified":"2010-02-05T09:47:44","modified_gmt":"2010-02-05T08:47:44","slug":"hinweise-des-tages-1074","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4500","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Steuergeschenke f&uuml;r Firmen; Verbot des Derivathandels mit Rohstoffen; Milliardendeal zwischen HRE und Nordbank; Kopfpauschale; Bahn sahnt ab; Gekaufte Politik; Daten-CD; Hartz-Debatte; SWIFT-Abkommen; Umfragen; Griechenland und der Euro; New York verklagt Bank of America; Bakschisch in Afghanistan; Chaos bei der Studienplatzvergabe; Creditpoints. (MB\/WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Neue Steuergeschenke f&uuml;r Firmen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Flassbeck fordert Verbot des Derivatehandels mit Rohstoffen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">NDR Info enth&uuml;llt Milliardendeal<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Das Bonner Bankgeheimnis<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Bundesgesundheitsminister will Kopfpauschale durchsetzen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Bahn will Kunden st&auml;rker anzapfen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Stuttgarts Bahnhof: Dickes Fell<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Gekaufte Politik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Zur Daten-CD<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Hartz IV &ndash; Debatte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">EU-Parlament verschiebt Abstimmung &uuml;ber SWIFT-Abkommen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Umfragen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Griechenland und der Euro<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Die Gefahr lauert in Spanien und Italien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">New York verklagt Bank of America<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Bakschisch-&Ouml;konomie in Afghanistan<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Warnung auf t&uuml;rkisch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Chaos bei Studienplatzvergabe<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Creditpoints an der Uni: Zur richtigen Zeit am richtigen Ort<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz: Nicht in unserem Namen!<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Gesetzesentwurf: Neue Steuergeschenke f&uuml;r Firmen<\/strong><br>\nDie schwarz-gelbe Koalition kommt der Wirtschaft mit weiteren Entsch&auml;rfungen der Unternehmensbesteuerung entgegen: Die Belastung von Leasingraten und von Produktionsverlagerungen ins Ausland soll abgemildert werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:gesetzesentwurf-neue-steuergeschenke-fuer-firmen\/50066172.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Flassbeck fordert Verbot des Derivatehandels mit Rohstoffen: &laquo;Mit Angebot und Nachfrage hat das oft gar nichts mehr zu tun&raquo;<\/strong><br>\nDer Chef&ouml;konom der UN-Welthandels- und Entwicklungskonferenz (UNCTAD), Heiner Flassbeck, fordert den Ausschluss der Banken vom Derivatehandel mit Rohstoffen. &laquo;Die, denen es gar nicht darum geht, Rohstoffe im Preis abzusichern, w&uuml;rde ich schlicht rauswerfen&raquo;, sagte Flassbeck in einem im Wirtschaftsmagazin &laquo;Focus-Money&raquo; ver&ouml;ffentlichten Streitgespr&auml;ch mit dem Hauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrer des Bundesverbands deutscher Banken, Manfred Weber. &laquo;Wir k&ouml;nnen nachweisen, dass der Papierhandel (mit Derivaten) die Rohstoffpreise treibt&raquo;, betonte Flassbeck mit Verweis auf Studien seines Instituts in Genf. &laquo;Mit Angebot und Nachfrage hat das oft gar nichts mehr zu tun.&raquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.b2b-deutschland.de\/berlin\/wirtschaftsnews\/detail_ddpb2b_2650943590.php\">B2B Berlin<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>NDR Info enth&uuml;llt Milliardendeal<\/strong><br>\nDer Codename des Deals war &ldquo;Saint Pancras&rdquo;. Pankratius ist der Schutzheilige der Ritter &ndash; aber was die Skandalbanken Hypo Real Estate (HRE) und HSH Nordbank da ausbaldowert hatten, war offenbar alles andere als ritterlich. Das belegen vertrauliche Unterlagen, die NDR Info und der &ldquo;S&uuml;ddeutschen Zeitung&rdquo; vorliegen. Der Hamburger Rechtsanwalt Gerhard Strate hat wegen dieses Milliardendeals der beiden Geldinstitute gerade Strafanzeige wegen Bilanzf&auml;lschung gestellt. &ldquo;Beide hatten ein Problem. Sie hatten eigentlich zu viele Kredite verausgabt. Es war eigentlich zu wenig Eigenkapital da, sodass man nach au&szlig;en hin in der Bilanz das Volumen der ausgereichten Kredite reduzieren musste, um nicht eingreifende Ma&szlig;nahmen der BaFin zu provozieren&rdquo;, erkl&auml;rt Strate.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www1.ndr.de\/wirtschaft\/dossiers\/hshnordbank\/hshnordbank418.html\">NDR info<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Das Bonner Bankgeheimnis<\/strong><br>\nWas hat der Fall Schreiber mit der Leuna-Aff&auml;re zu tun? In beiden F&auml;llen f&uuml;hren Spuren zur DSL Bank. Doch das wird verschleiert. Die DSL Bank war halbstaatlich. Aufsicht hatte die Union. Doch Ermittler d&uuml;rfen nicht aussagen<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2010%2F02%2F05%2Fa0001&amp;cHash=d23d119bb3\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Bundesgesundheitsminister will Kopfpauschale durchsetzen: &bdquo;Alle Politiker sollen an ihren Taten gemessen werden&ldquo;<\/strong><br>\nBundesgesundheitsminister Philipp R&ouml;sler hat bekr&auml;ftigt, dass er seine politische Zukunft an den Erfolg eines Umbaus des Gesundheitssystems kn&uuml;pfen will. Er sei mit dem Ziel gestartet, ein effizientes Gesundheitssystem auf den Weg zu bringen.<br>\n&bdquo;Ich brauche die Zustimmung der gesamten Koalition und die gute Nachricht ist, ich wei&szlig;, dass ich mehr als 80 Millionen Menschen auf meiner Seite habe, f&uuml;nf Millionen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Arbeitnehmer im Gesundheitswesen, und ich glaube, das sind gute Argumente f&uuml;r alle Koalition&auml;re in diesem Land.&ldquo;<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/interview_dlf\/1117983\/\">Deutschlandradio (Text)<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/ondemand-mp3.dradio.de\/file\/dradio\/2010\/02\/03\/dlf_20100203_0717_f9f18786.mp3\">Deutschlandradio (Audio-Podcast)<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Bahn will Kunden st&auml;rker anzapfen<\/strong><br>\nDie Deutsche Bahn will im Regionalverkehr k&uuml;nftig deutlich st&auml;rker ihre Kunden als Erl&ouml;squelle anzapfen. Auf diesem Weg will die DB sinkende staatliche Zusch&uuml;sse kompensieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/handel-dienstleister\/:veraendertes-geschaeftsmodell-bahn-will-kunden-staerker-anzapfen\/50069606.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Stuttgarts Bahnhof: Dickes Fell<\/strong><br>\nDer Ziegenkopf, der im Spottlied von der &bdquo;Schw&auml;bsche Eisenbahne&ldquo; &uuml;brig bleibt, weil das sture Viech, das man am hintersten Wagen angeseilt hat, partout nicht mit dem Zug Schritt halten wollte, wurde bei der von 2016 auf jetzt vorverlegten Grundsteinlegung des Megaprojekts &bdquo;Stuttgart 21&ldquo; am vergangenen Dienstag nicht gesichtet. Wohl aber die Eile und Sturheit nicht nur schw&auml;bischer Bahner und Bauer: Vor vierhundert Festg&auml;sten, w&auml;hrend drau&szlig;en zweitausend Demonstranten gegen das Vorhaben protestierten, feierten Bundesbauminister Peter Ramsauer und DB-Chef R&uuml;diger Grube den Beginn der Umwandlung des Stuttgarter Hauptbahnhofs vom Kopf- zum unterirdischen Durchgangsbahnhof &ndash; und damit den anstehenden Abriss der Seitentrakte und der Haupttreppe des ber&uuml;hmten, zwischen 1914 und 1929 von Paul Bonatz erbauten Bahnhofs.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub5A6DAB001EA2420BAC082C25414D2760\/Doc~E124A936CE79B487FA45F68D04609C002~ATpl~Ecommon~Scontent~Afor~Eprint.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers M.R.:<\/strong> Das ist ein Unding sondergleichen Hier wird Geldverpulvert um einen funktionierenden Bahnhof zu zerst&ouml;ren &ndash; drau&szlig;en auf dem &ldquo;flachen Land&rdquo; verlottert alles, weil &ldquo;kein Geld&rdquo; da ist.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung MB:<\/strong> Und dazu gibt es das &uuml;bliche rethorische Gedudel. Wer den Fortschritt nicht wolle, sei r&uuml;ckst&auml;ndig. Die Pl&auml;ne seien richtig und im zweiten Anlauf m&uuml;sse die Kommunikationspolitik besser sein.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Gekaufte Politik<\/strong><br>\nUnternehmen spenden Geld an Parteien. Autokonzerne, Banken, Versicherungen, Unternehmerverb&auml;nde, Lobbyisten aus vielen Branchen &ndash; sie alle geben den politischen Parteien Geld. Die CDU kassiert am meisten, gefolgt von der FDP und der CSU. Das ist nichts Neues. Und auch wenn Politiker wie die ehemaligen FDP-Wirtschaftsminister Hans Friderichs und Otto Graf Lambsdorff wegen der &ldquo;Flick-Aff&auml;re&ldquo; 1987 rechtskr&auml;ftig aber &ndash; entsprechend ihren Positionen &ndash; gentlemanlike nicht wegen Bestechlichkeit, sondern nur wegen Steuerhinterziehung verurteilt wurden, hat sich da offenbar nicht viel ge&auml;ndert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nrhz.de\/flyer\/beitrag.php?id=14748\">Neue Rheinische Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Es hat sich gegen&uuml;ber den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts doch etwas ge&auml;ndert: Die Korruption in Wirtschaft und Politik hat zugenommen. Die kritische Aufarbeitung der Korruption durch die Medien (der sog. &ldquo;Vierten Gewalt&rdquo;) hat sich hingegen deutlich verschlechtert.<\/em><\/p>\n<p><em>Dazu auch: <\/em><\/p>\n<p><strong>Kies-Aff&auml;re &ndash; Opposition verlangt Aufkl&auml;rung<\/strong><br>\nDie Blockade zweier Wasserbauprojekte am Rhein durch das Land Baden-W&uuml;rttemberg schl&auml;gt hohe Wellen. Die oppositionelle SPD erhebt gegen die Landesregierung den Vorwurf der Korruption und dringt auf umfassende Aufkl&auml;rung. Das Regierungshandeln habe sich offenbar &ldquo;nach privaten Interessen&rdquo; von s&uuml;dbadischen Kiesfirmen gerichtet, die durch Spenden an die CDU &ldquo;auch noch besonders unterstrichen wurden&rdquo;, sagte Fraktionschef Claus Schmiedel.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/stz\/page\/2371532_0_9223_-kies-affaere-opposition-verlangt-aufklaerung.html?_print=1\">Stuttgarter Zeitung<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.swr.de\/nachrichten\/bw\/-\/id=1622\/nid=1622\/did=5929554\/839210\/index.html\">SWR<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Zur Daten-CD<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Heribert Prantl: Die erfolgreichste CD der Welt<\/strong><br>\nIhre blo&szlig;e Existenz ist eine Gefahr: Aus Angst vor einem silbernen Datentr&auml;ger werden sich nun viele Steuerhinterzieher selbst anzeigen. So spielt eine CD aus der Schweiz Millionen ein, noch bevor sie das erste Mal abgespielt wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/730\/500991\/text\/print.html\">SZ<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>Gestohlene Steuerdaten &ndash; Zugriff trotz Hehlerei<\/strong><br>\nDer moderne Steuerstaat verlangt seinen B&uuml;rgern viel ab, vielfach zu viel. Wenn die H&auml;lfte des Einkommens kassiert wird, wird die Bereitschaft, f&uuml;r das Ganze Verantwortung zu &uuml;bernehmen, &uuml;ber Geb&uuml;hr strapaziert. Dass es Zeiten in der Bundesrepublik gab, in denen die Steuerlast in der Spitze noch h&ouml;her war, &auml;ndert daran wenig. Es gibt Belastungsgrenzen, die ein Gemeinwesen nicht &uuml;berschreiten sollte. Der Anreiz, mit allen Mitteln seine Steuerlast zu dr&uuml;cken, nimmt mit wachsender Abgabenh&ouml;he zu. So mancher erliegt dann der Versuchung, auch illegale Wege zu gehen. Kontrollen und Sanktionen allein reichen offensichtlich nicht aus, um die Menschen davon abzuhalten. Hinzu muss ein ma&szlig;voller Zugriff des Fiskus kommen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44\/Doc~E22BD3BEE69C047BF88FD67DC8DFD79DF~ATpl~Ecommon~Sspezial~Afor~Eprint.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Steuerhinterziehung als &ldquo;Notwehr&rdquo;? Peinliche Ausflucht.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><strong>Heribert Prantl: Die Bank &ndash; T&auml;ter hinter dem T&auml;ter?<\/strong><br>\nDer Anleger hat das Geld, die Bank die Tatherrschaft. Ein Institut, das seinen Profit mit professioneller Steuerhinterziehung macht, ist mehr als nur Gehilfe eines gierigen Geldgebers. Die Gerichte werden sich mit den wahren Verantwortlichen besch&auml;ftigen m&uuml;ssen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/23\/502259\/text\/print.html\">SZ<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Hartz IV &ndash; Debatte<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Wissenschaftlicher Rechercheservice der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung: Hartz-IV-Regels&auml;tze f&uuml;r Kinder<\/strong><br>\nIn der kommenden Woche entscheidet das Bundesverfassungsgericht &uuml;ber die Frage, ob die aktuellen Hartz-IV-Leistungen f&uuml;r Kinder ausreichen, um ihr soziokulturelles Existenzminimum zu sichern. Eine Studie der Volkswirtin Dr. Irene Becker im Auftrag von Hans-B&ouml;ckler-Stiftung und Caritasverband kam schon 2007 zu dem Schluss, dass Familien mit Kindern in der Grundsicherung zu kurz kommen. Das liegt an diversen M&auml;ngeln bei der Bedarfsberechnung &ndash; nicht nur f&uuml;r Kinder, sondern auch f&uuml;r Erwachsene.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/impuls_2010_02_8_3.pdf\">B&ouml;ckler [PDF &ndash; 104 KB]<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>Bundessozialgericht: Rekord an Klagen zu Hartz IV<\/strong><br>\nF&uuml;nf Jahre nach ihrem Start sorgt die Hartz-IV-Reform f&uuml;r immer mehr Arbeit &ndash; allerdings nur an Deutschlands Sozialgerichten. Die Welle der Klagen zum Thema Grundsicherung f&uuml;r Arbeitssuchende ist seit 2005 von Jahr zu Jahr angeschwollen. Das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel nennt die aktuellen Zahlen: 2009 gingen genau 193 981 neue Verfahren bei den erstinstanzlichen Sozialgerichten ein. Ein Jahr zuvor waren es noch ein Zehntel weniger gewesen. &ldquo;Der Trend hat sich auf hohem Niveau weiter verst&auml;rkt&rdquo;, kommentierte BSG-Sprecher Thomas Voelzke.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2272305&amp;em_loc=2091&amp;em_ref=\/top_news\/&amp;em_ivw=fr_wirtop\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Vor zwei Wochen noch ritt Roland Koch seine Attacke gegen &ldquo;arbeitsunwillige&rdquo; Hartz-Bezieher, dann meldete die SZ: &bdquo;Der Missbrauch von Hartz IV steigt&ldquo;. Allerdings erfolgte der Anstieg auf niedrigstem Niveau, von 1,8 % auf 1,9 % der Gesamtzahl der Bezieher. Die SZ konnte sich nicht verkneifen ihren Bericht mit der Selbstverst&auml;ndlichkeit abzuschlie&szlig;en, dass die Dunkelziffer h&ouml;her liege. Leider fehlt diese Anmerkung zum Anstieg der Klagen auf 193 981, denn viele d&uuml;rften gar nicht den Weg zum Gericht finden. Wir warten darauf, dass Politiker eine Situation skandalisieren, in der die &Auml;rmsten unserer Gesellschaft die ihnen zustehenden Bez&uuml;ge auch noch einklagen m&uuml;ssen. In fast der H&auml;lfte der Klagen (48 Prozent) wurde den Kl&auml;gern Recht gegeben (17.01.2009). <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><strong>Koch macht auf sozial<\/strong><br>\nJeder gegen jeden im Streit um die Neuordnung der Hartz-IV-Verwaltung. Mit seiner Revolte gegen die von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen auf den Weg gebrachten &raquo;Reform&laquo; der Jobcenter hat Ministerpr&auml;sident Roland Koch (beide CDU) die Bundesregierung vor die n&auml;chste Zerrei&szlig;probe gestellt. Bis Donnerstag schlugen sich gleich mehrere Landesf&uuml;rsten auf die Seite des hessischen Regierungschefs, der auf dem Wege einer Grundgesetz&auml;nderung die Zusammenarbeit von Arbeitsagenturen und Kommunen f&uuml;r die Zukunft sichern will. Damit steht ein Gesetzesentwurf des Arbeitsministeriums, der eine Trennung der Zust&auml;ndigkeiten bei der Betreuung von ALG-II-Beziehern zum Inhalt hat, bereits eine Woche nach dessen Vorlage wieder auf der Kippe.<br>\nDer &raquo;Heuchelei&laquo; bezichtigte am Donnerstag der Sprecher des Erwerbslosen Forum Deutschland (Elo-Forum), Martin Behrsing, Hessens Regierungschef. Dem ginge es allein um den Erhalt und die Ausweitung der sogenannten Optionskommunen. Nach diesem Konzept haben bundesweit 69 St&auml;dte und Landkreise (davon 13 in Hessen) die alleinige Zust&auml;ndigkeit bei der Betreuung von Hartz-IV-Beziehern inne. Koch wolle das Konstrukt per Verfassungs&auml;nderung zementieren, klagte Behrsing, &raquo;zum Leidwesen der Betroffenen&laquo;. Denn dort herrschten &raquo;furchtbare Zust&auml;nde&laquo;. Das sieht man auch beim Deutschen Gewerkschaftsbund so: Die Fortf&uuml;hrung der Optionskommunen sei &raquo;der reine Hohn&laquo;, &auml;u&szlig;erte sich schon am Mittwoch DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach. Die Alleinzust&auml;ndigkeit der Kommunen habe &raquo;zu noch schlechteren Eingliederungserfolgen und mitnichten f&uuml;r eine effizientere Mittelverwendung&laquo; gesorgt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/02-05\/036.php?print=1\">junge Welt<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>Stern-Umfrage zu Hartz IV: Was der Staat zahlen soll &ndash; und was nicht<\/strong><br>\nKlassenreisen und Sport f&uuml;r Kinder z&auml;hlen f&uuml;r die meisten zum Existenzminimum, doch was nicht? In der stern-Umfrage gaben die Deutschen Auskunft: Auto, Kabelfernsehen, Handy sollen nicht durch staatliche Leistungen finanziert werden. Die H&ouml;he des Hartz-IV-Satzes ist den B&uuml;rgern zu niedrig.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/wirtschaft\/news\/maerkte\/stern-umfrage-zu-hartz-iv-was-der-staat-zahlen-soll-und-was-nicht-1540480-print.html\">Stern<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>EU-Parlament verschiebt Abstimmung<\/strong><br>\nGestern stimmte der Innen- und Justizausschuss zwar mit knapper Mehrheit gegen das Swift-Abkommen. Die Plenarabstimmung wurde aber um einen Tag auf den 11. Februar verschoben. Innenausschussmitglieder berichten, dass sie in den vergangenen Tagen Besuch von Mitarbeitern der US-Botschaft erhielten. Sollte das Abkommen vom Parlament abgelehnt werden, drohe eine Sicherheitsl&uuml;cke, so die Warnung. Au&szlig;erdem w&uuml;rden die USA dann eben ein bilaterales Abkommen mit Belgien anstreben, um so Zugriff auf die dort gespeicherten Daten aus dem EU-Zahlungsverkehr mit BIC und Iban-Code zu erhalten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=a2&amp;dig=2010%2F02%2F05%2Fa0127&amp;cHash=08e69426fb\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die USA brauchen sich also nur ein Land herauszupicken und in bilaterale Verhandlungen zu treten. Dass das &uuml;berhaupt m&ouml;glich ist, zeigt &uuml;berdeutlich, wie weit wir von einem politischen Europa entfernt sind, das diesen Namen verdient.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Umfragen<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Schwarz-Gelb sackt ab &ndash; auch in NRW <\/strong><br>\nRund 100 Tage nach &Uuml;bernahme der Regierung steht die schwarz-gelbe Koalition denkbar schlecht da. Auch im stern-RTL-Wahltrend f&auml;llt das B&uuml;ndnis zur&uuml;ck. Das gilt ebenso in Nordrhein-Westfalen, wo im Mai ein neuer Landtag gew&auml;hlt wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/politik\/deutschland\/stern-rtl-wahltrend-schwarz-gelb-sackt-ab-auch-in-nrw-1540472-print.html\">Stern<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>ARD-DeutschlandTREND Februar 2010<\/strong><br>\nFDP bei acht Prozent &ndash; Gr&uuml;ne mit Rekordwert &ndash; Bundesb&uuml;rger geben Regierung Durchschnittsnote 3,9 &ndash; Mehrheit bewertet Schwarz-Gelb schlechter als Vorg&auml;ngerregierung<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.presseportal.de\/pm\/6694\/1556215\/ard_das_erste\">Presseportal<\/a>\n<\/li>\n<p><em>Passend dazu:<\/em><\/p>\n<li><strong>FDP im freien Zerfall<\/strong><br>\nDer Katastrophenstart der Koalition besch&auml;digt vor allem die FDP. Sie k&ouml;nnte an ihren Versprechen scheitern und untergehen. Und in der Union kichern sie leise.<br>\nAm Wochenende machte ein Kurzinterview Pinkwarts mit dem Spiegel Schlagzeilen: Der Stellvertreter Guido Westerwelles forderte, den Mehrwertsteuerrbatt f&uuml;r Hotels zu kippen. In Berlin w&auml;ren sie fast von den Sitzen geflogen. Pinkwart hatte die Bremse ohne jede Vorwarnung gerissen. Das Gep&auml;ck flog, bildlich gesprochen, quer durchs Abteil. Die FDP hatte den Steuerrabatt verlangt, war zwischendurch sogar kurz schwankend, dann aber von der CSU weiter vorangetrieben worden. Die FDP musste sich eine Klientelpartei schimpfen lassen und sogar den Verdacht der K&auml;uflichkeit abwehren wegen einer Millionenspende des M&ouml;venpick-Besitzers August Baron von Finck. Und dann so was! Als Pinkwart am Montag im Thomas-Dehler-Haus ins Parteipr&auml;sidium kommt, prallt er auf eine Wand aus unterdr&uuml;ckter Wut. Einer wird ihm im Lauf der Sitzung unmissverst&auml;ndlich deutlich machen, dass sie ihn zum S&uuml;ndenbock erkl&auml;ren werden, wenn es am 9. Mai in Nordrhein-Westfalen schiefgeht. Die Wut wird nicht geringer dadurch, dass jeder der Anwesenden die Briefe kennt, die mittlerweile in alle FDP-Landesverb&auml;nde hageln: Von &ldquo;Schande&rdquo; reden die Briefeschreiber und davon, dass sie sich heute daf&uuml;r &ldquo;sch&auml;men m&uuml;ssen, meinem Nachbarn die Wahl der FDP empfohlen zu haben&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2010-02\/fdp-streit-koalition?page=all&amp;print=true\">Zeit<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Griechenland und der Euro<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Sprengt Griechenland den Euroraum?<\/strong><br>\nMuss Europa das hoch verschuldete Griechenland retten, weil sonst die Gemeinschaftsw&auml;hrung gef&auml;hrdet ist? Ein Papier der Finanzminister erh&auml;rtet den Verdacht. Der Druck auf Deutschland zu helfen w&auml;chst, doch Kanzlerin Merkel z&ouml;gert noch. Die M&auml;rkte dagegen reagieren: B&ouml;rsen und Euro st&uuml;rzen ab.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/debatte_wirtschafts_und_finanzkrise\/2245826_Papier-der-Finanzminister-Sprengt-Griechenland-den-Euroraum.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>Der Euro kann die Staatspleite verkraften<\/strong><br>\nSt&uuml;rzt das pleitebedrohte Griechenland die Euro-Staaten in die Krise? Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger warnt vor Horrorszenarien: Im Interview sagt er, warum unsere W&auml;hrung sogar den Finanzkollaps eines Staates &uuml;berstehen w&uuml;rde &ndash; und fordert ein neues globales Geldsystem.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,druck-675931,00.html\">Spiegel<\/a>\n<p><em>Passend dazu: <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><strong>Robert von Heusinger: Die Rechnung kann nicht aufgehen<\/strong><br>\nDie Griechen m&uuml;ssen jetzt drakonisch sparen. Binnen dreier Jahre soll das Haushaltsdefizit wieder unter drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) liegen. Das verlangen die EU und ihr Stabilit&auml;tspakt. Sie hat mit den Griechen mal durchgerechnet, wie man das schafft: Daf&uuml;r werden die L&ouml;hne im &ouml;ffentlichen Dienst gek&uuml;rzt, die Steuern erh&ouml;ht, d&uuml;rfen die Menschen erst mit 67 Jahren in Rente. Wie realistisch ist die Rechnung, selbst unter der Annahme, dass die Bev&ouml;lkerung alles brav hinnimmt?<br>\nDie Antwort ist simpel: Die Rechnung kann nicht aufgehen. Volkswirtschaftlich ist es unm&ouml;glich, das Staatsdefizit durch Radikalsparen in den Griff zu bekommen, solange die Wirtschaft nicht boomt, sondern schw&auml;chelt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/2268167_Kommentar-zu-Griechenland-Bruening.html\">FR<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>Heiner Flassbeck: Griechen haben Haushalts- und Leistungsdefizit &ndash; Euroanleihe k&ouml;nnte Erste-Hilfe-L&ouml;sung sein<\/strong><br>\nAls eine m&ouml;gliche L&ouml;sung f&uuml;r die massiven staatlichen Finanzprobleme Griechenlands sieht der Chef&ouml;konom der UN-Welthandels- und Entwicklungskonferenz, Heiner Flassbeck, die Ausgabe einer Euroanleihe aller Staaten der Gemeinschaft.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dkultur\/sendungen\/interview\/1115777\/\">Deutschlandradio Kultur (Text)<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/ondemand-mp3.dradio.de\/file\/dradio\/2010\/01\/30\/drk_20100130_0750_acc48ccd.mp3\">Deutschlandradio Kultur (Audio-Podcast)<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Die Gefahr lauert in Spanien und Italien<\/strong><br>\nMit Protesten und Warnstreiks haben die Staatsbediensteten in Griechenland auf die von Br&uuml;ssel verordnete Sparpolitik reagiert. Eigentlich befindet sich Athen mit seinem auf Pump finanzierten Staatshaushalt in guter Gesellschaft: Gegen 20 der 27 EU-Mitgliedstaaten l&auml;uft ein Defizitverfahren. Zudem steuert Griechenland nur 3 Prozent zur Wirtschaftsleistung der Eurozone bei &ndash; ein Bankrott Spaniens oder Italiens w&auml;re f&uuml;r den Euro bedrohlicher. Als Mustersch&uuml;ler hingegen gilt Irland. Bereits im vergangenen April wurden dort die Geh&auml;lter im &ouml;ffentlichen Dienst um 7,5 Prozent gek&uuml;rzt. Damit war Irland eines der ersten L&auml;nder der Eurozone, das nach der Rezession einen strengen Sparkurs einschlug. Im Dezember wurden zus&auml;tzliche K&uuml;rzungen bei den Beamtengeh&auml;ltern um bis zu 15 Prozent angek&uuml;ndigt. Au&szlig;erdem sollen die Sozialausgaben um 4 Prozent gesenkt werden &ndash; das bedeutet unter anderem Streichungen beim Kindergeld und bei der Arbeitslosenhilfe. Einen noch drastischeren Sparkurs f&auml;hrt Lettland, das allerdings noch nicht zur Eurozone geh&ouml;rt. Kredite des Internationalen W&auml;hrungsfonds und der EU verhinderten dort den Staatsbankrott &ndash; sie sind aber mit strengen Auflagen verbunden. Deshalb hat die Regierung in Riga im vergangenen Jahr die Staatsausgaben um 40 Prozent gesenkt &ndash; mit verheerenden sozialen Folgen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=a2&amp;dig=2010%2F02%2F05%2Fa0126&amp;cHash=308c4a0ca8\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Was hei&szlig;t das? &ldquo;Lettland, das allerdings noch nicht zur Eurozone geh&ouml;rt.&rdquo; Geht es hier nur noch um den Euro? W&auml;hrend in anderen L&auml;ndern &ldquo;nur&rdquo; Geh&auml;lter beim Staat gek&uuml;rzt werden, wurden in Lettland Schulen und Krankenh&auml;user geschlossen. Das Gesundheitssystem ist zusammengebrochen, in den verbliebenen Krankenh&auml;usern werden nur noch absolute Notf&auml;lle behandelt, ansonsten nur gegen Bares. Eine Gallen-OP kostet 600 Euro, die Durchschnittsrente betr&auml;gt 155 Euro, da mu&szlig; mancher seine Koliken ertragen lernen. Wer je eine gehabt hat, wei&szlig;, wie da ist. Aber noch schlimmer ist, dass die Fachkr&auml;fte, z. B &Auml;rzte und Krankenschwestern, das Land verlassen, eine solide Schulbildung in Frage gestellt ist. Wie soll das Land je wieder den Anschlu&szlig; an Europa finden? Die Menschen sind einem Trugbild von Europa aufgesessen, ohne zu ahnen, dass die ganze Osterweiterung letztlich nur eine erweiterte Freihandelszone ist, geschaffen vom expansionswilligen europ&auml;ischen Exportkapital. Abstrakte Marktmechanismen w&uuml;rden das mit dem Wohlstand schon regeln, hie&szlig; das Versprechen.&nbsp; Kein Mensch hat sich Gedanken gemacht, mit welchen Waren diese L&auml;nder in den Wettbewerb mit den hochentwickelten Volkswirtschaften des europ&auml;ischen&nbsp; Zentrums treten k&ouml;nnen. Schauen sie sich die Warenstruktur der lettischen und dann auch gleich der griechischen Exporte an. Da ist kaum Hochwertiges, das Devisen in das Land bringt. Die &lsquo;taz&rsquo; hat letztes Jahr eine lettische Lehrerin zitiert: &ldquo;Ich sehe hier keine Zukunft f&uuml;r meine Kinder. Ich glaube nicht mehr an dieses Land. Es produziert nichts, was der Rest der Welt haben will&rdquo;. Wo waren da unsere superschlaue Kommission oder die gro&szlig;en europ&auml;ischen Industrienationen, um diese L&auml;nder in ihrem Bem&uuml;hen zu unterst&uuml;tzen und zu beraten, den Anschlu&szlig; an den zentraleurop&auml;ischen Lebensstandard zu finden. Markt, Markt haben sie bis zur Bewu&szlig;tlosigkeit gestammelt, bis der Finanzmarkt &uuml;ber ihnen zusammenbrach.<br>\n<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>New York verklagt Bank of America<\/strong><br>\nDer fr&uuml;here Chef der US-Gro&szlig;bank Bank of America, Ken Lewis, ist wegen Betruges angeklagt worden. Die Vorw&uuml;rfe stehen im Zusammenhang mit dem umstrittenen Kauf des Investmenthauses Merrill Lynch durch die Bank of America, teilte der New Yorker Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo am Donnerstag mit. Neben Lewis richtet sich die Klage auch gegen Ex-Finanzvorstand Joseph Price. Das Verhalten der Bank nannte Cuomo &ldquo;ungeheuerlich und verwerflich&rdquo;. Der Anklage zufolge hatte die Gro&szlig;bank unter anderem ihren Aktion&auml;ren vors&auml;tzlich Informationen &uuml;ber massive Verluste von Merrill Lynch vorenthalten, um auf dem H&ouml;hepunkt der Finanzkrise im September 2008 die Zustimmung f&uuml;r die &Uuml;bernahme zu erhalten. Lewis soll zudem der Regierung vorgegaukelt haben, sein Geldhaus ben&ouml;tige Milliardenhilfen vom Staat, um den Deal abzuschlie&szlig;en. Die Gro&szlig;bank einigte sich unterdessen am Donnerstag mit der US-B&ouml;rsenaufsicht SEC im Zusammenhang mit Vorw&uuml;rfen in einer anderen Sache in einem Vergleich und zahlte 150 Millionen Dollar Strafe. Die B&ouml;rsenaufsicht hatte dem Geldinstitut auch angelastet, ihre Aktion&auml;re bei milliardenschweren Bonuszahlungen an Merill-Lynch-Banker hinters Licht gef&uuml;hrt zu haben. Die Bank versprach &uuml;berdies, ihre Hauspolitik bei der Offenlegung von Informationen zu verbessern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,druck-676055,00.html\">Spiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Wieviel Gesch&auml;fte d&uuml;rfte die Finanzwelt wider besseren Wissens ihren Kunden aufgeschwatzt haben?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Bakschisch-&Ouml;konomie<\/strong><br>\nDie Bev&ouml;lkerung Afghanistans sieht in der ausufernden Korruption das gr&ouml;&szlig;te Hindernis beim Wiederaufbau des verw&uuml;steten Landes. Zu diesem Ergebnis kam eine breit angelegte Umfrage des UN-B&uuml;ros f&uuml;r Drogen- und Verbrechensbek&auml;mpfung (UNODC), die am 19. Januar der &Ouml;ffentlichkeit pr&auml;sentiert wurde. Hierbei wurden 7600 Afghanen aus zw&ouml;lf St&auml;dten und mehr als 1200 D&ouml;rfern befragt. Insgesamt gaben 56 Prozent der Umfrageteilnehmer an, da&szlig; die allgegenw&auml;rtige Bestechlichkeit f&uuml;r sie das gr&ouml;&szlig;te Problem darstelle &ndash; noch vor der angespannten Sicherheitslage (54 Prozent) und der hohen Erwerbslosigkeit (52 Prozent). Inzwischen sei es nahezu &raquo;unm&ouml;glich&laquo;, in Kontakt mit afghanischen Staatsbediensteten ohne Schmiergelder Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen, erkl&auml;rte Antonio Maria Costa, der Vorsitzende des UNODC, anl&auml;&szlig;lich der Vorstellung des Berichts. Bestechungsgelder werden inzwischen f&uuml;r alles M&ouml;gliche verlangt, vom Passieren eines Checkpoints bis zur Gew&auml;hrleistung von Drogenhandel und Menschenschmuggel. In der Umfrage gab nahezu jeder zweite Afghane an, im vergangenen Jahr einen Vertreter der Staatsmacht bestochen zu haben. Zumeist sind es die Staatsbediensteten selber, die Schmiergelder direkt einfordern, wobei besonders der l&auml;ndliche Raum betroffen ist: 80 Prozent der l&auml;ndlichen Bev&ouml;lkerung gaben an, da&szlig; die Korruption in den letzten f&uuml;nf Jahren stark angestiegen sei, in den St&auml;dten waren 40 Prozent der Befragten dieser Ansicht. Am korruptesten sollen dem Umfrageergebnis zufolge lokale Polizisten und Beamte sein, gefolgt von Richtern, Staatsanw&auml;lten und auch Regierungsmitgliedern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/02-05\/019.php?print=!\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Warnung auf t&uuml;rkisch<\/strong><br>\nLandesweiter Solidarit&auml;tsstreik mit entlassenen Tabakarbeitern unter Beteiligung von Millionen Menschen. Erdogan droht mit staatlichen Repressionen. Da Arbeitern nach t&uuml;rkischen Gesetzen die Teilnahme an Solidarit&auml;tsstreiks verboten ist, sprachen die Gewerkschaften statt von einem Generalstreik von einer Generalaktion. Zehntausende Gewerkschafter demonstrierten in St&auml;dten wie Istanbul, Ankara, Izmir, Adana und Diyarbakir. W&auml;hrend in Izmir an der &Auml;g&auml;isk&uuml;ste das &ouml;ffentliche Leben durch den Streik zum Erliegen kam, Bergleute in der Schwarzmeerprovinz Zonguldak die Arbeit ruhen lie&szlig;en und im kurdischen Batman die &Ouml;lraffinerien stillstanden, blieb die Streikbeteiligung in Istanbul und Ankara gering. Die Bedeutung des in nur zwei Tagen vorbereiteten Streiks lag damit weniger in der Gesamtzahl der Streikenden als in seiner landes- und branchenweiten Ausdehnung. Selbst auf dem 5165 Meter hohen Berg Ararat hi&szlig;te eine 20k&ouml;pfige Bergsteigergruppe ein Solidarit&auml;tstransparent. &raquo;Wenn die Tekel-Arbeiter in der K&auml;lte stehen m&uuml;ssen, gehen auch wir in die K&auml;lte&laquo;, erkl&auml;rten die Sportler auf dem eisbedeckten Gipfel. Erdogan beschuldigte unterdessen die Tekel-Arbeiter, sich von &raquo;extremistischen Kr&auml;ften&laquo; zum Kampf gegen die Regierung mi&szlig;brauchen zu lassen<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/02-05\/045.php?print=1\">junge Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung OP:<\/strong> Anscheinend machen uns t&uuml;rkische Gewerkschaftler vor, wie man einen an sich verbotenen Generalstreik durchzieht, und das einem sicher schwierigeren Umfeld als dem deutschen. Schade, dass unsere Gewerkschaften etliche Privatisierungen verschlafen haben. Wer sich f&uuml;r den Streik interessiert, siehe auch <a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/internationales\/tr\/antipriv.html\">hier auf labournet.de<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Chaos bei Studienplatzvergabe<\/strong><br>\nDie Probleme bei der Studienplatzvergabe haben sich entgegen den Beteuerungen von Hochschulrektoren und Politik auch in diesem Wintersemester fortgesetzt. Das belegt eine bislang unter Verschluss gehaltene Erhebung der Kultusministerkonferenz. Demnach waren wegen organisatorischer M&auml;ngel vier Wochen nach Beginn des Vorlesungsbetriebes Anfang November immer noch &ldquo;mindestens 18.000 Studienpl&auml;tze&rdquo; in begehrten Numerus-clausus-F&auml;chern unbesetzt.<br>\nDem Bericht zufolge haben viele Universit&auml;ten ihre Studieng&auml;nge stark &uuml;berbucht, weil sie mit vielen Absagen rechnen m&uuml;ssen. An der Universit&auml;t Mainz beispielsweise soll es im Bachelor-Studiengang Biologie 108 Studienpl&auml;tze gegeben haben, f&uuml;r die sich 877 Bewerber interessierten. Die Uni erteilte 677 Zulassungen, woraufhin sich bis zum Studienbeginn aber nur 92 Studierende immatrikulierten.<br>\nAn der Universit&auml;t W&uuml;rzburg waren in einigen Studieng&auml;ngen bis zu acht Nachr&uuml;ckverfahren n&ouml;tig, um die Studienpl&auml;tze zu besetzen. Die Verfahren zogen sich bis Mitte November hin, also bis weit nach Semesterstart Anfang Oktober. Das System der Zulassung ist also weiterhin alles andere als effizient.<br>\nKlagen &uuml;ber das j&auml;hrliche Einschreibchaos an den Hochschulen gibt es jetzt seit mehr als f&uuml;nf Jahren. L&auml;nder und Bund hatten den Hochschulen 2003\/2004 durch verschiedene Gesetzes&auml;nderungen mehr Eigenverantwortung &uuml;berlassen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/jobkarriere\/834\/502073\/text\/\">SZ<\/a>\n<p><strong>Anmerkung WL:<\/strong>  Siehe dazu Vom Versagen der Politik und der Scheu vor Verantwortung<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Creditpoints an der Uni: Zur richtigen Zeit am richtigen Ort<\/strong><br>\nNachdem die Studenten vor kurzem noch dar&uuml;ber lachten, ob man sich die Credit Points des Europe Credit Transfer Systems (ECTS) nicht auch in Cash auszahlen lassen k&ouml;nnte, m&uuml;ssen sie schon wenige Jahre nach der Einf&uuml;hrung der Bologna-Reformen an den Universit&auml;ten einsehen: Die Hoffnung, es handele sich um einen von oben implementierten Patzer, der in zehn Jahren wieder korrigiert sein w&uuml;rde, war tr&uuml;gerisch. Die Professoren m&ouml;gen &uuml;ber die Autonomie des Universit&auml;tssystems gegen&uuml;ber dieser wirtschaftlichen Leistungsmesserei referieren &ndash; den Studenten, deren Studienzeit nun mal in dieses Kapitel der Universit&auml;tsgeschichte f&auml;llt, wird auch der kritische Diskurs &uuml;ber das ECTS in Leistungspunkten ausgezahlt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/jobkarriere\/232\/501487\/text\/print.html\">SZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Nicht in unserem Namen !<\/strong><br>\nAm 5. Februar 2010 will Oberb&uuml;rgermeister Christian Ude die Teilnehmer und Teilnehmerinnen der &bdquo;46. M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz&ldquo; zu einem festlichen Empfang im Alten Rathaussaal einladen. Dort m&ouml;chte der OB im Namen der Stadt M&uuml;nchen Regierungschefs, Milit&auml;rexperten und Minister, Politiker und Diplomaten der f&uuml;hrenden Nato-Staaten, Gener&auml;le der Nato und der Bundeswehr sowie Wirtschafts- und R&uuml;stungsmanager begr&uuml;&szlig;en und damit diese Milit&auml;rkonferenz im Namen aller M&uuml;nchner und M&uuml;nchnerinnen legitimieren.<br>\nDazu erkl&auml;ren wir: Das geschieht nicht in unserem Namen!<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/nicht-in-unserem-namen.info\/\">Nicht in unserem Namen<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Steuergeschenke f&uuml;r Firmen; Verbot des Derivathandels mit Rohstoffen; Milliardendeal zwischen HRE und Nordbank; Kopfpauschale; Bahn sahnt ab; Gekaufte Politik; Daten-CD; Hartz-Debatte; SWIFT-Abkommen; Umfragen; Griechenland und der Euro; New York verklagt Bank of America; Bakschisch in Afghanistan; Chaos bei der Studienplatzvergabe; Creditpoints. (MB\/WL)<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-4500","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4500","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4500"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4500\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4500"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4500"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4500"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}