{"id":4510,"date":"2010-02-09T09:27:38","date_gmt":"2010-02-09T08:27:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4510"},"modified":"2010-02-09T09:27:39","modified_gmt":"2010-02-09T08:27:39","slug":"hinweise-des-tages-1076","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4510","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Umsatzeinbruch; FDP spielt Vabanque; CDU entlastet in kleinen Schritten; wer den Sumpf trocken legen will, darf nicht die FDP fragen; Herrschaft der Finanzlobby; Wirtschaftsjournalisten schleichen sich aus der Verantwortung; M&auml;rkte sind oft irrational; Exporte verdreifacht; Hartz-Debatte; Allensbach: Soziale Gerechtigkeit nimmt ab; Zeitarbeit nimmt zu; Privatvorsorge und Wirtschaftsentwicklung; lukrative PPP-Gesch&auml;fte; immer dollar; Bologna; Bananenb&uuml;rokratie; Mafia und Politik; Spaziergang zu Atomwaffen.(KR\/WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Umsatzeinbruch im verarbeitenden Gewerbe<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">FDP spielt Vabanque<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Unions-Fraktion will Dividenden und Dienstwagen entlasten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Einfach zu sp&auml;t gewarnt <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Wer den Sumpf trocken legen will, darf nicht die FDP fragen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Auf Finanzinvestoren rollt neuer Milliarden&auml;rger zu<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Herrschaft der Finanzlobby<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Reuters-Chef: &ldquo;Kein Journalist kannte die Risiken&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Norbert-Walter-Nachfolger: &ldquo;M&auml;rkte sind oft irrational&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Exporte haben sich verdreifacht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Hartz IV-Debatte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Der verachtete Sozialstaat<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Gustav Horn: Die neoliberale Agenda ist zu Ende &ndash; wissen das alle?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Allensbach-Umfrage: Soziale Gerechtigkeit nimmt ab<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Bedeutung der Zeitarbeit nimmt zu<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">IMK: Einstieg in kapitalgedeckte Alterssicherung hat Wirtschaftsentwicklung merklich ged&auml;mpft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Lukrative PPP-Gesch&auml;fte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Front der Swift-Gegner br&ouml;ckelt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Immer dollar<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">&bdquo;Bologna&ldquo; &ndash; und weiter?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h21\">Nochmals: Anne Will<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h22\">Angie preisgekr&ouml;nt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h23\">Hans Magnus Enzensberger: Wehrt euch gegen die Bananenb&uuml;rokratie! <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h24\">Verstrickungen zwischen Mafia und Politik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h25\">Junge Belgier spazieren in Atomwaffenlager<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe im Dezember 2009: Preisbereinigt &minus; 6,0% zum Vorjahresmonat<\/strong><br>\nIm Vergleich zum Vormonat verringerte sich der preisbereinigte Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe im Dezember 2009 saison- und arbeitst&auml;glich bereinigt insgesamt um 2,0% (nach revidiert + 0,3% im November 2009). Das Gesch&auml;ft mit inl&auml;ndischen Abnehmern nahm zum Vormonat um 3,3% ab; der Auslandsumsatz verzeichnete ein Minus von 0,2%. Dabei erh&ouml;hte sich der Absatz in die Eurozone um 0,5%, der Umsatz mit dem restlichen Ausland verzeichnete dagegen einen R&uuml;ckgang um 0,7%. Im gesamten Jahr 2009 lag das (arbeitst&auml;glich bereinigte) Umsatzvolumen im Verarbeitenden Gewerbe um 17,0% unter dem Niveau des entsprechenden Vorjahreszeitraums; dabei verringerten sich das Inlandsgesch&auml;ft um 13,9% und der Auslandsumsatz um insgesamt 20,5%.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Presse\/pm\/2010\/02\/PD10__043__421,templateId=renderPrint.psml\">Statistisches Bundesamt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Schlimm genug, dass die deutsche Industrie im Jahr 2009 mit dem sch&auml;rfsten Umsatzeinbruch seit Gr&uuml;ndung der Bundesrepublik konfrontiert wurde. Leider sieht es auch f&uuml;r die Mitte des Jahres bejubelte Aufschwungsperspektive d&uuml;ster aus. Gegen&uuml;ber dem Vormonat setzten die Industriebetriebe zwei Prozent weniger um, aber auch Auftr&auml;ge und Produktion gingen zum Jahresende ins <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Content\/Statistiken\/IndustrieVerarbGewerbe\/Konjunkturdaten\/Auftragseingang,property=file.pdf\">Minus [PDF &ndash; 49.3 KB]<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>FDP spielt Vabanque<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Der liberale Lebertran<\/strong><br>\nSteuern runter, verordnet die FDP, und das Volk rennt weg. Die Konsequenz der Partei ist eigenwillig. Nicht die Rezeptur ihres Wundermittels wird &uuml;berdacht. Sie verst&auml;rkt die Dosis.<br>\nEin bisschen erinnert die FDP in diesen Tagen an den Hersteller von Lebertran. Seit dem 27. September vergeht kein Tag, an dem sie nicht f&uuml;r eine Steuerstrukturreform trommelt. Keinem Zoff gehen die Liberalen aus dem Weg, wenn es gilt, die wundersame Wirkung ihres Lebertrans zu verteidigen: Niedrigere Steuern schmerzen zwar den Staat, sichern aber sein Wachstum. Wer daran zweifelt oder nach einer Gegenfinanzierung fragt, wird von Parteichef Guido Westerwelle als Opfer der &ldquo;Umverteilungsgehirnw&auml;sche der vergangenen elf Jahre&rdquo; angegangen&hellip;Bei ihrem Krisentreffen am Sonntagabend haben die Spitzenleute der Partei daraus nun eine interessante Schlussfolgerung gezogen: Nicht die Rezeptur des Lebertrans wird &uuml;berdacht. Vielmehr wird seine Dosis verst&auml;rkt. Man habe den Ver&auml;nderungswillen in der Bev&ouml;lkerung untersch&auml;tzt, sagt Generalsekret&auml;r Christian Lindner.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2287549&amp;em_loc=1775&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/politik\/meinung\/&amp;em_ivw=fr_meinung%20\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die FDP spielt Vabanque, sie setzt alles auf ein Spiel, und das hei&szlig;t Steuersenkungen. Sie setzt ihre ganze Hoffnung auf diejenigen in der Gesellschaft, denen der eigene Geldbeutel wichtiger ist als das Gemeinwesen. Sie setzt darauf, dass diese Gruppe von Menschen gro&szlig; genug ist, damit sie der FDP auch in NRW wieder ins Parlament verhilft. Die FDP ist eine Partei, die ihre Politik ausschlie&szlig;lich auf eine spezifische Klientel ausrichtet, der es nur um die Verteidigung oder Durchsetzung ihrer Eigeninteressen geht. NRW wird also die Nagelprobe sein, wie gro&szlig; die Gruppe derjenigen ist, die unter Missachtung aller Realit&auml;ten ausschlie&szlig;lich ihrem Egoismus folgt. Man muss bef&uuml;rchten, dass diese Gruppe gro&szlig; genug ist. <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><strong>Attac: FDP-Pl&auml;ne f&uuml;r weitere Steuersenkungen grob fahrl&auml;ssig<\/strong><br>\nDas globalisierungskritische Netzwerk Attac hat das Dr&auml;ngen der FDP auf weitere Steuersenkungen scharf kritisiert und stattdessen eine Erh&ouml;hung der Steuereinnahmen vor allem zu Gunsten der Kommunen gefordert. &ldquo;Wer die Wirtschaftskrise bek&auml;mpfen will, muss daf&uuml;r sorgen, dass die St&auml;dte und Gemeinden wieder in ihre Infrastruktur investieren k&ouml;nnen. Die &ouml;ffentlichen H&auml;nde ben&ouml;tigen zum Wohle der B&uuml;rger nicht weniger, sondern mehr Steuereinnahmen&rdquo;, sagte Detlev von Larcher vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis.<br>\nDer Bankenrettungsschirm und die Konjunkturma&szlig;nahmen der Bundesregierung haben die Schulden der &ouml;ffentlichen Hand auf Rekordh&ouml;he gesteigert. Wegen der Wirtschaftskrise erwarten Deutschlands St&auml;dte und Gemeinden in diesem Jahr ein Rekorddefizit von zw&ouml;lf Milliarden Euro. Detlev von Larcher: &ldquo;In dieser Situation Steuern &ndash; etwa f&uuml;r das Hotelgewerbe &ndash; zu senken und dazu als Panikreaktion auf sinkende Umfragewerte noch weitere Steuersenkungen zu versprechen, ist grob fahrl&auml;ssig.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.attac.de\/aktuell\/presse\/detailansicht\/datum\/2010\/02\/08\/fdp-plaene-fuer-weitere-steuersenkungen-grob-fahrlaessig\/?cHash=9459bcd164\">attac<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Unions-Fraktion will Dividenden und Dienstwagen entlasten<\/strong><br>\nIn der Unionsfraktion werden weitere Steuererleichterungen f&uuml;r Unternehmen erwogen.<br>\nIm Fokus der Bundestagsabgeordneten stehen unter anderem die Besteuerung von Dividendenertr&auml;gen und privat genutzten Dienstwagen. Zudem w&uuml;rden Steuervereinfachungen zum Beispiel f&uuml;r Rentner gepr&uuml;ft, sagte der finanzpolitische Sprecher der CDU\/CSU-Fraktion, Leo Dautzenberg, am Montag nach einer zweit&auml;gigen Klausurtagung der Steuerpolitiker.<br>\nVor allem die doppelte Besteuerung von Dividenden privater Anteilseigner ist den CDU\/CSU-Abgeordneten ein Dorn im Auge: Der Fiskus greift beim Unternehmensgewinn mit knapp 30 Prozent zu. Beim Aktion&auml;r werden dann in der Regel aber noch einmal 25 Prozent Abgeltungssteuer auf den ausgesch&uuml;tteten Gewinn f&auml;llig. Die Steuerlast summiert sich damit auf knapp 50 Prozent. Wer sein Geld zur Bank tr&auml;gt und etwa eine festverzinsliche Anleihe kauft, wird nur einmal mit 25 Prozent Abgeltungssteuer belastet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/de.reuters.com\/article\/topNews\/idDEBEE6170DT20100208\">Reuters<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> In kleinen Schritten immer weitere Steuerentlastungen f&uuml;r die Kapitalbesitzer und Selbstst&auml;ndigen &ndash; und immer getarnt mit einem sozialen M&auml;ntelchen; hier die Steuervereinfachung bei der nachgelagerten Besteuerung der Renten (wobei allerdings auch nur h&ouml;here Rentenbezieher steuerpflichtig sind). <\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Einfach zu sp&auml;t gewarnt <\/strong><br>\nEine fr&uuml;here Tochtergesellschaft der F&uuml;rstenbank LGT muss einem deutschen Steuerhinterzieher 7,3 Millionen Euro Entsch&auml;digung zahlen. Droht eine neue Klagelawine?<br>\nDer 68-J&auml;hrige begr&uuml;ndete seine Klage vor dem f&uuml;rstlichen Gericht damit, dass er viel Geld h&auml;tte sparen k&ouml;nnen, wenn ihn die LGT Treuhand umgehend &uuml;ber den Datenklau informiert h&auml;tte. Dann h&auml;tte er sich selbst anzeigen oder aber eine 2004 vom deutschen Staat ausgerufene Amnestie n&uuml;tzen k&ouml;nnen. Das Vaduzer Landgericht sah das &auml;hnlich und berechnete die Differenz zwischen dem Steuersatz, der bei der Amnestie f&auml;llig gewesen w&auml;re, und dem, was Elmar S. am Ende zahlen musste. Heraus kamen jene 7,3 Millionen Euro, die ihm folgerichtig als Schadenersatz zust&auml;nden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/finanzen\/262\/502495\/text\/\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Ein merkw&uuml;rdiges Urteil: Es ist so, als wenn der Anstifter und Helfer eines Betr&uuml;gers daf&uuml;r gerade stehen muss, dass er den T&auml;ter nicht rechtzeitig davor gewarnt hat, dass ihm die Polizei und der Staatsanwalt auf die Schliche gekommen sind. Anstiftung und Beihilfe sind im &Uuml;brigen auch eine Straftat, warum klagt also das Liechtensteiner Gericht nicht die LGT Treuhand an? Oder warum klagt das deutsche Gericht, das den T&auml;ter verurteilt hat, nicht auch den Anstifter und Helfer an? Siehe dazu: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/finanzen\/353\/502585\/text\/print.html\">Geld stinkt doch<\/a><\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Wer den Sumpf trocken legen will, darf nicht die FDP fragen<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Dunkelziffer der Steuers&uuml;nder 90 Prozent<\/strong><br>\n&bdquo;Es geht bei den aktuellen F&auml;llen gerade einmal um zehn Prozent der Gelder, die in der Schweiz versteckt sind&ldquo;, sagte Dieter Ondracek, Bundesvorsitzender der Deutschen Steuergewerkschaft, dem Tagesspiegel. Nach Informationen Ondraceks liegt das Geld der deutschen Steuerhinterzieher vor allem in der Schweiz, &Ouml;sterreich und Luxemburg. Informanten haben den Steuerfahndern in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-W&uuml;rttemberg Daten von m&ouml;glichen deutschen Steuerhinterziehern angeboten, die Konten in der Schweiz oder in Luxemburg haben. In Bayern und Baden-W&uuml;rttemberg ist noch nicht entschieden, ob das Land diese Daten kaufen wird. W&auml;hrend Bundesfinanzminister Wolfgang Sch&auml;uble (CDU) solche Deals grunds&auml;tzlich bef&uuml;rwortet, steht die FDP dem kritisch gegen&uuml;ber. Die Liberalen wollen nicht, dass der Staat Geld f&uuml;r illegal beschaffte Daten ausgibt. Zudem bef&uuml;rchtet die FDP, dass die Beispiele Schule machen k&ouml;nnten und immer mehr Mitarbeiter ausl&auml;ndischer Banken heimlich die Daten deutscher Kunden kopieren k&ouml;nnten. Diese Gefahr sieht auch Wolfgang Wawro, Pr&auml;sident des Steuerberaterverbandes Berlin- Brandenburg.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/Steuerdaten-CD-Steuerhinterziehung;art271,3025091?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Es mag ja Zufall sein, dass in allen Talkshows und anscheinend auch in Bayern und Baden-W&uuml;rttemberg die FDP auf Seiten des Pr&auml;sidenten des Steuerberaterverbandes steht. In fr&uuml;heren Zeiten h&auml;tte man der FDP wahrscheinlich rechtsstaatliche Bedenken abgenommen. Aber selbst ein Wirtschaftsblatt wie die <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/\">FTD<\/a>:das-letzte-ein zweifelt ironisch an den Motiven der FDP: &ldquo;Man kann ja heutzutage kaum noch auf alte Gewissheiten setzen. Toyota baut auf einmal Pannenautos. Ein CDU-Bundesminister fordert das Ende der Atomkraft. Und die FDP will, so jedenfalls Baden-W&uuml;rttembergs Justizminister Ulrich Goll, nichts mit Ganoven zu tun haben.&rdquo;<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzung WL:<\/strong> In Abwandlung des Sprichworts: Wer den Sumpf trocken legen will, darf nicht die FDP fragen. Siehe dazu <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/bayern\/339\/502571\/text\/\">FDP erw&auml;gt Veto gegen Aufkl&auml;rung<\/a><\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><strong>Steueroase Hessen: Augen zu<\/strong><br>\nDie Deutsche Steuer-Gewerkschaft fordert einen einheitlichen Umgang mit sogenannten Steuers&uuml;nder-CDs in den verschiedenen Bundesl&auml;ndern. Alles andere &ldquo;w&auml;re ein verheerendes Signal, dann h&auml;tten wir Steueroasen im eigenen Land&rdquo;, warnte der Vorsitzende Dieter Ondracek am Montag. &ldquo;Der Staat darf nicht nur, er muss die Daten ankaufen, es geht hier um Tausende von Straft&auml;tern&rdquo;, sagte Ondracek. Wenn Finanzbeh&ouml;rden die Daten nicht nutzen wollten, setzten sie sich dem Verdacht aus, Straft&auml;ter sch&uuml;tzen zu wollen. Hier k&ouml;nne auch der Verdacht der Strafvereitelung im Amt entstehen. Der bekannte Steuerfahnder und Verdi-Experte Reinhard Kilmer kritisierte die fehlende Steuergerechtigkeit in Deutschland. Das Problem sei der Unterbietungswettbewerb der Bundesl&auml;nder: &ldquo;16 L&auml;nder buhlen um die Ansiedlung von Betrieben, locken mit Subventionen und dr&uuml;cken beim Steuervollzug gern mal ein Auge zu&rdquo;, sagte Kilmer der FR. Das Bundesland Hessen habe dabei eine besonders fragw&uuml;rdige Rolle: &ldquo;Hessen geh&ouml;rt zu den Bundesl&auml;ndern, die sich den Luxus leisten, bei der Aussch&ouml;pfung eigener Steuerquellen besonders zur&uuml;ckhaltend zu sein&rdquo;, so Kilmer. Es sei bekannt, dass die Finanzverwaltung in Hessen &ldquo;den selbst errechneten Personalbedarf im Bereich der Betriebspr&uuml;fung und Steuerfahndung nicht zur Verf&uuml;gung stellt&rdquo;. Auch im Bundesdurchschnitt falle Hessen &ldquo;nicht durch einen besonders aktiven Pr&uuml;fungsdienst auf&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2287725&amp;em_loc=1231&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_polstart\">FR<\/a>\n<p><em>Dazu passt: <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><strong>&bdquo;Ist Hessen eine Steueroase?&ldquo;<\/strong><br>\nAm 1. Februar 2010 fand im DGB-Haus in Frankfurt eine Veranstaltung unter dem Titel &bdquo;Ist Hessen eine Steueroase?&ldquo; statt.<br>\nAuf den ersten Blick irritiert dieser ungewohnte Kontext: Wenn man das Wort &rsaquo;Steueroase&lsaquo; h&ouml;rt, denkt man &ndash; gut gef&uuml;hrt &ndash; zuerst an die Schweiz, an Liechtenstein oder die Seychellen-Inseln. Nur nicht an Deutschland.<br>\nAktuelle Brisanz bekam dieses Thema durch die republikweit gestellte Frage, ob man im Kampf gegen die &rsaquo;Steueroase&lsaquo; Schweiz auch mit &rsaquo;Daten-Dieben&lsaquo; gemeinsame Sachen machen darf. Abgesehen davon, dass man sich eine &auml;hnliche Empfindsamkeit w&uuml;nschen w&uuml;rde, wenn V-M&auml;nner der Polizei oder des Verfassungsschutzes zu Straftaten anstiften und Straftaten begehen, um sich Beweismittel zu beschaffen, Grundrechte (wie der Schutz der Privatsph&auml;re, des Brief- und Telefongeheimnisses) im Namen der Staatssicherheit au&szlig;er Kraft gesetzt werden, ist diese Diskussion an Scheinheiligkeit nicht zu &uuml;berbieten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/wolfwetzel.wordpress.com\/\">Wolf Wetzel, Eyes Wide Shut<\/a><\/li>\n<\/ol><\/li>\n<\/ol><li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Auf Finanzinvestoren rollt neuer Milliarden&auml;rger zu<\/strong><br>\nDie Milliardenschulden der von Finanzinvestoren &uuml;bernommenen Unternehmen k&ouml;nnten sich als Zeitbomben erweisen.<br>\nMehrere Beteiligungsfirmen warnten am Montag vor einer Refinanzierungswelle in den n&auml;chsten Jahren, die Firmen in Private-Equity-Hand in ernste Zahlungsn&ouml;te bringen k&ouml;nnte.<br>\nThomas P&uuml;tter, Chairman des gr&ouml;&szlig;ten deutschen Finanzinvestors Allianz Capital Partners, &hellip; zitierte Bankensch&auml;tzungen, wonach bis 2014 rund 700 Milliarden Dollar an &Uuml;bernahmefinanzierungen f&auml;llig werden. Er sprach von der gr&ouml;&szlig;ten Herausforderung f&uuml;r die ohnehin krisengesch&uuml;ttelte Branche &ndash; denn &uuml;ppige M&ouml;glichkeiten zum Verkauf von Unternehmen gibt es vorerst nicht. Fehlt ihnen damit das n&ouml;tige Geld, m&uuml;ssen sie die Kontrolle &uuml;ber die hoch verschuldeten Firmen an die Gl&auml;ubiger abgeben. Den Banken drohen bei Ausfall der Kredite neue Abschreibungen. Und bei den betroffenen Unternehmen stehen Tausende Arbeitspl&auml;tze auf dem Spiel.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/de.reuters.com\/article\/companiesNews\/idDEBEE6170D320100208\">reuters<\/a><\/li><li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Crash-Prophet: Politik wird von Finanzlobby beherrscht<\/strong><br>\nDer Buchautor, Analyst und ehemalige Banker Robert Leuschel wird von den Medien als eine Art &bdquo;Crash-Prophet&ldquo; gehandelt, weil er u.a. den B&ouml;rsenabsturz 1987 voraussagte. Die Financial Times Deutschland (FTD) brachte am 3. Februar 2010 ein langes Interview mit ihm.<br>\nSeine darin ge&auml;u&szlig;erten Prognosen f&uuml;r die nahe Zukunft der Finanzm&auml;rkte und die Stabilit&auml;t der europ&auml;ischen Staaten sind weitaus d&uuml;sterer, als alles was bundesdeutsche Politiker momentan erwarten. Aber darum soll es LobbyControl nicht gehen. Interessant f&uuml;r uns ist eine kleine Passage, in der sich Leuschel &uuml;ber den Einfluss der Finanzlobby auf die us-amerikanische Notenbank und die Europ&auml;ische Zentralbank (EZB) ausl&auml;sst:<br>\nFTD: &ldquo;Sie machen den amerikanischen Notenbankchef Ben Bernanke und seinen Vorg&auml;nger Alan Greenspan f&uuml;r einen Gutteil der Krise verantwortlich. Was w&uuml;rden Sie tun, wenn Sie ein Jahr lang an deren Stelle w&auml;ren?&rdquo;<br>\nLeuschel: &ldquo;Ein Tag w&auml;re genug. Ich w&uuml;rde sagen: Leute, den Crash k&ouml;nnen wir nicht mehr verhindern, ich trete zur&uuml;ck. Es ist das Notwendige nicht durchsetzbar, weil die Politik von der Finanzlobby beherrscht wird. Das gilt im Gro&szlig;en und Ganzen auch f&uuml;r die Europ&auml;ische Zentralbank.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.lobbycontrol.de\/blog\/index.php\/2010\/02\/crash-prophet_leuschel_finanzlobby\/\">LobbyControl<\/a><\/li><li><a name=\"h08\"><\/a><strong>&ldquo;Kein Journalist kannte die Risiken&rdquo;<\/strong><br>\nThomas Glocer, Chef des Wirtschaftsnachrichtendienstes Thomson Reuters, &uuml;ber die Rolle der Presse in der Finanzkrise.<br>\nZEIT: Doch wer, wenn nicht die Journalisten und Analysten von Thomson Reuters, h&auml;tte die komplizierten Finanzprodukte und Derivate verstehen k&ouml;nnen? Sie sind die Spezialisten!<br>\nGlocer: Ich will niemanden aus der Verantwortung entlassen. Aber ich wehre mich dagegen, der freien Presse die Rolle eines Quasiregulierers zuzuschieben. Die Zentralbanken und Aufsichtsbeh&ouml;rden hatten die Daten und sind trotzdem nicht eingeschritten. Ich kenne keinen Journalisten, der Einblick in die Risiken h&auml;tte haben k&ouml;nnen, die etwa in den Londoner B&uuml;chern der AIG-Versicherung schlummerten. Eine ganze Truppe an investigativen Reportern h&auml;tte Zugang zu diesen Informationen in Echtzeit haben m&uuml;ssen, um so etwas fr&uuml;hzeitig aufzudecken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2010\/06\/F-Interview-Glocer?page=1\">Die Zeit Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> So stiehlt man sich aus der Verantwortung. Wer, wenn nicht gerade auch die Wirtschaftspresse, hat denn die Deregulierung und die Effizienz der Finanzm&auml;rkte zur &ouml;ffentlichen Meinung gemacht? Dieses Armutszeugnis sollten Sie sich merken, wenn Sie die Wirtschaftsteile der Zeitungen lesen.<\/em><\/p><\/li><li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Norbert-Walter-Nachfolger: &ldquo;M&auml;rkte sind oft irrational&rdquo;<\/strong><br>\nDer neue Chef&ouml;konom der Deutschen Bank sieht seine eigene Zunft<br>\nkritisch: Thomas Mayer im FTD-Interview &uuml;ber Volkswirte in der Krise und gute Prognostiker.<br>\n<strong>FTD:<\/strong> Stecken die &Ouml;konomen nicht in einer tieferen Legitimationskrise?<br>\n<strong>Mayer:<\/strong> Ja. Die Verantwortung von &Ouml;konomen f&uuml;r die Krise wird sogar erstaunlich wenig diskutiert. F&uuml;r viele Menschen ist klar, dass die Banken einiges falsch gemacht haben. Aber die intellektuelle Basis, auf der sich die Regulierung der Finanzm&auml;rkte entwickelt hat, kam von &Ouml;konomen. Das gilt auch f&uuml;r die Geldpolitik und das Risikomanagement der Banken. Nur die Banken zu schelten ist so, als ob Sie einen Jumbojet bauen, in dem Teile falsch konstruiert sind, und anschlie&szlig;end dem Piloten vorwerfen, dass er das Flugzeug gegen die Wand geflogen hat.<br>\n<strong>FTD:<\/strong> In den USA &uuml;ben &Ouml;konomen sehr offen Selbstkritik. Sind deutsche Wissenschaftler da sturer?<br>\n<strong>Mayer:<\/strong> Mag sein. Es gibt aber auch in den USA etablierte &Ouml;konomen, die ihre Doktrin noch immer mit Z&auml;hnen und Klauen verteidigen. Dabei m&uuml;ssten bestimmte Paradigmen dringend korrigiert werden, wie etwa die Annahme effizienter M&auml;rkte und rationaler Erwartungen. Da gibt es viele R&uuml;ckzugsgefechte. Im angels&auml;chsischen Raum versuchen viele Forscher jetzt allerdings zu ergr&uuml;nden, wie stark das Wirtschaften von Emotionen und Gef&uuml;hlen geleitet wird. Diese Forschungen haben sich nach dem Platzen der Internetblase bereits auf der Mikroebene etabliert. Im Sog der Finanzkrise entstehen jetzt auch Modelle, in denen der Einfluss psychologischer Faktoren auf die gesamte Wirtschaft analysiert wird.<br>\n<strong>FTD:<\/strong> War die Annahme rationalen Verhandelns denn v&ouml;llig falsch?<br>\n<strong>Mayer:<\/strong> Der Fehler war nicht die Annahme, dass Wirtschaftssubjekte rational handeln, sondern dass sie immer rational handeln.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/konjunktur\/:norbert-walter-nachfolger-maerkte-sind-oft-irrational\/50071217.html?page=2\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Mal abwarten, wie weit Mayer mit dieser Position bei der Deutschen Bank kommt.<\/em><\/p><\/li><li><a name=\"h10\"><\/a><strong> Export, Import, Globalisierung: Deutscher Au&szlig;enhandel und Welthandel, 1990 bis 2008<\/strong><br>\nDie Gesamtentwicklung des deutschen Au&szlig;enhandels ist seit der Deutschen Vereinigung und dem Fall des &bdquo;Eisernen Vorhangs&ldquo; durch Zuw&auml;chse gekennzeichnet. Deutschland exportierte 1990 Waren f&uuml;r umgerechnet 348 Milliarden Euro in alle Welt. Dieser Wert hat sich bis 2008 fast verdreifacht: So betrugen die deutschen Ausfuhren 2008 nahezu 984 Milliarden Euro. Dies entspricht einem durchschnittlichen j&auml;hrlichen Wachstum von 5,9 %.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www-ec.destatis.de\/csp\/shop\/sfg\/bpm.html.cms.cBroker.cls?cmspath=struktur,Warenkorb.csp&amp;action=basketadd&amp;id=1025288\">Statistisches Bundesamt [PDF &ndash; 928 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Neben der Entwicklung des deutschen Au&szlig;enhandels bietet diese Publikation des Statistischen Bundesamtes ein Extrakapitel &ldquo;Welthandel in der Globalisierung&rdquo;.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzung WL:<\/strong> Interessant ist der steile Anstieg der Ausfuhren ab 2003, also parallel zum Beginn des Agenda-Kurses der Schr&ouml;der-Regierung. Das ist ein klares Indiz f&uuml;r die tats&auml;chliche Wirkung von Sozialabbau und massivem Lohndumping durch die Hartz-Gesetze. Wirtschaftspolitisch ging es in Deutschland vor allem um Exportf&ouml;rderung unter v&ouml;lliger Vernachl&auml;ssigung des Binnenmarktes.<\/em><\/p><\/li><li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Hartz IV-Debatte<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>IG Metall: F&uuml;r ein sozialstaatliches Leistungsrecht statt Hartz IV!<\/strong><br>\nAuch wenn viele Faktoren zur aktuellen Lage auf den Arbeitsmarkt beigetragen haben, ist nach f&uuml;nf Jahren deutlich: Hartz IV hat keinen nachhaltigen Beitrag zum Abbau der Arbeitslosigkeit geleistet, es hat die vorhanden Probleme versch&auml;rft und neue geschaffen.<br>\nHartz IV ist eine Zumutung f&uuml;r die Betroffenen und T&uuml;r&ouml;ffner f&uuml;r Lohndumping!<br>\nLeistungen m&uuml;ssen bedarfsgerecht gestaltet, Zumutungen m&uuml;ssen beendet werden. Notwendig ist ein Schutz vor Lohndumping. Ein Abrutschen in Hartz IV muss vermieden werden.<br>\nFazit: Wir brauchen einen arbeitsmarktpolitischen Neustart<br>\nHartz IV ist auf ganzer Linie gescheitert. Hartz IV hat nicht zu einem nachhaltigen Abbau der Arbeitslosigkeit, sondern zu einer Ausweitung und Verfestigung des Niedriglohnsektors beigetragen. Belegschaften wurden erpressbarer und das Leistungsniveau ist unzureichend. Notwendig ist eine Neuausrichtung der Arbeitsmarktpolitik. Sie muss dazu beitragen, unterwertige Besch&auml;ftigung zu vermeiden, das Arbeitskr&auml;ftepotenzial zu f&ouml;rdern, und im Fall von Erwerbslosigkeit dazu beizutragen, den Lebensstandard zu sichern und Armut zu vermeiden. Wesentlicher Bestandteil eines arbeitsmarktpolitischen Neustarts ist ein sozialstaatliches Leistungsrecht f&uuml;r Langzeitarbeitslose statt Hartz IV.<br>\nEs ist notwendig, sich aktiv in die Auseinandersetzung um Hartz IV und die gesamte Arbeitsmarktpolitik einmischen. Es gilt die Forderungen im Betrieb und in der &Ouml;ffentlichkeit zur Debatte zu stellen und gemeinsam mit dem DGB, Sozialverb&auml;nden und Initiativen auf einen Neustart in der Arbeitsmarktpolitik dr&auml;ngen.<br>\nQuelle 1: <a href=\"upload\/pdf\/100209_hartz_IV_kurzfassung.pdf\">IG Metall Vorstand FB Sozialpolitik Diskussionspapier Kurzfassung [PDF &ndash; 266 KB]<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"upload\/pdf\/100209_hartz_IV_langfassung.pdf\">IG Metall Vorstand FB Sozialpolitik Diskussionspapier Langfassung [PDF &ndash; 373 KB]<\/a><\/li>\n<li><strong>Eine Frage der Menschenw&uuml;rde: Was faul ist an Hartz IV<\/strong><br>\nSind 359 &euro; im Monat genug, um menschenw&uuml;rdig zu leben? Auch f&uuml;nf Jahre nach dem Start steht Hartz IV weiter in der Kritik. Das Dossier Politik zeigt, was faul ist an dieser Reform. Studiogast: Dr. Anne Lenze, Professorin f&uuml;r Gesellschaftswissenschaften, Hochschule Darmstadt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.br-online.de\/imperia\/md\/audio\/podcast\/import\/2010_02\/2010_02_03_15_42_41_podcastdossierpolitik03022010__a.mp3\">Bayern2-H&ouml;rfunk (Audio-Podcast, mp3, ca. 54 Minuten, ca. 50 MB)<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Martin Betzwieser:<\/strong> Eine erstaunlich kritische und informative Sendung. Immerhin stammte vom Bayrischen Rundfunk die M&uuml;nchner Runde mit dem Vorzeige-Schmarotzer (Ausz&uuml;ge k&ouml;nnen in dieser <a href=\"?p=4492#h06\">ZAPP-Sendung<\/a> gesehen werden. Studiogast Hans Olaf Henkel antwortete auf die Frage nach der Schuld, die Medien und hier speziell die Moderatorin bzw. Redaktion dieser Sendung seien f&uuml;r den Generalverdacht mitverantwortlich; er hat ausnahmsweise Recht). Klischees wie der saufende und rauchende Flachbildschirm-Stubenhocher werden als Klischees und Ausnahmen bezeichnet. <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><strong>Hr2\/Kultur &ndash; Der Tag: Die blockierte Reform &ndash; Hartz IV und kein Ende<\/strong><br>\nDer Missbrauch von Hartz IV ist gestiegen &ndash; um ganze 1,8 Prozent. Die Bild-Zeitung bringt&rsquo;s in Serie. Die Republik ist emp&ouml;rt! Ohne dazu zu sagen, dass es um weniger als 3000 F&auml;lle mehr geht, die sich St&uuml;tze erschlichen haben &ndash; sollen. Auf die fast 6,5 Millionen anst&auml;ndigen Hartz-IV-Empf&auml;nger schaut man weniger gern. Muss man aber jetzt &ndash; denn das Bundesverfassungsgericht hat gesagt, dass deren Betreuung neu organisiert werden muss. Dar&uuml;ber, wie das geschehen soll, wird jetzt gestritten. &ldquo;Menschenw&uuml;rdig&rdquo; w&auml;re ein passendes Kriterium. Aber das ist keine Kategorie von Verwaltungshandeln?<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.hr-online.de\/website\/radio\/hr2\/flashplayer\/hr2tag_player_content.jsp?rpgid=28420648937\">hr-online (Einleitungstext mit Abspielfunktion)<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/mp3.podcast.hr-online.de\/mp3\/podcast\/derTag\/derTag_20100204.mp3\">hr-online (Audio-Podcast, mp3, ca. 53 Minuten, ca. 50 MB)<\/a>\n<\/li>\n<p><em><strong>Anmerkung Martin Betzwieser:<\/strong> Nicht ganz optimal &ndash; bei der IAB-Studie h&auml;tte kritischer nachgefragt werden m&uuml;ssen &ndash; aber insgesamt sehr informativ. So erfahren wir, dass manche Aufnahmen von Deutschlands derzeitigem faulsten Arbeitslosen, der bei BILD und diversen Fernsehsendungen die Runde macht, bereits &uuml;ber zwei Jahre alt sind.<\/em><\/p>\n<li><strong>Arbeit lohnt sich oft nicht<\/strong><br>\nKnapp 1,4 Millionen Menschen sind trotz Berufst&auml;tigkeit auf Hartz IV angewiesen. Das sind noch einmal ein Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Stark zugenommen hat vor allem die Zahl der Arbeitslosengeld-II-Empf&auml;nger mit Minijobs &ndash; n&auml;mlich um sieben Prozent auf gut 774.000. Immer teurer wird diese Unterst&uuml;tzung von Berufst&auml;tigen f&uuml;r den Staat. Von Januar bis September subventionierte er die Jobs mit 8,1 Milliarden Euro, weil die L&ouml;hne allein nicht zur Existenzsicherung reichten. Genau diese schlecht bezahlten und unsicheren Arbeitspl&auml;tze wolle die Bundesregierung st&auml;rker f&ouml;rdern, kritisierte die Arbeitsmarktexpertin der Linkspartei, Sabine Zimmermann.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2287850&amp;em_loc=2091&amp;em_ref=\/top_news\/&amp;em_ivw=fr_poltop\">FR<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li><li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Der verachtete Sozialstaat <\/strong><br>\nIn deutschen Feuilletons wird pl&ouml;tzlich wieder gefragt, ob unser Sozialstaat denn &uuml;berhaupt zum Status freier B&uuml;rger passt und ob er wohl noch zu rechtfertigen sei. Man will ihm an die Wurzeln. Debattiert wird, als h&auml;tte er keine Geschichte. Von Thomas Meyer.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dkultur\/sendungen\/politischesfeuilleton\/1119768\/\">dradio kultur <\/a><\/li><li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Gustav Horn: Die neoliberale Agenda ist zu Ende &ndash; wissen das alle?<\/strong><br>\nWas ist Neoliberalismus? Es ist der wirtschaftspolitische Versuch, soziale Risiken zu individualisieren und es ist die Behauptung, dass dadurch die Risiken geringer, aber Wachstum und Besch&auml;ftigung h&ouml;her werden. Diese Behauptung ist durch die globale Finanzkrise schlagend widerlegt&hellip;<br>\nIn einer Marktwirtschaft gibt es unvermeidbare soziale Risiken, die sich durch Deregulierung eher steigern als vermindern. So kann niemand ernsthaft behaupten, dass diejenigen, die derzeit arbeitslos werden, selbst daran schuld sind. Sie sind die Opfer jener Fehler, die zur globalen Finanz- und Wirtschaftskrise gef&uuml;hrt haben. Jetzt zeigt sich, wie absurd oder besser wie zynisch jene auch regierungsamtlichen Kampagnen Mitte des Jahrzehnts waren, die Arbeitslosigkeit weitgehend als selbst verschuldet darzustellen versuchten. Auf dieser Sichtweise basieren jedoch die j&uuml;ngeren Arbeitsmarktreformen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/94074_102360.html\">IMK<\/a><\/li><li><a name=\"14\"><\/a><strong>Allensbach-Umfrage: Soziale Gerechtigkeit nimmt ab<\/strong><br>\nDie soziale Gerechtigkeit in Deutschland hat nach Ansicht von 71 Prozent der Bev&ouml;lkerung in den vergangenen vier Jahren weiter abgenommen. Dennoch vertrauen erstmals seit Jahren wieder mehr Menschen auf die soziale Marktwirtschaft, ergab eine am Montag ver&ouml;ffentlichte Allensbach-Umfrage im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. 38 Prozent der Befragten &auml;u&szlig;erten eine gute Meinung &uuml;ber die soziale Marktwirtschaft. Im Fr&uuml;hjahr 2008 waren es nur 31 Prozent.<br>\nAllerdings nimmt die Wertsch&auml;tzung f&uuml;r die soziale Marktwirtschaft mit dem &ldquo;gesellschaftlich-wirtschaftlichen Status&rdquo; der Befragten ab: 57 Prozent der Menschen mit hohem Status haben eine gute Meinung von der sozialen Marktwirtschaft, aber nur 25 Prozent derer mit niedrigem Status. 58 Prozent der Bev&ouml;lkerung halten die wirtschaftlichen Verh&auml;ltnisse f&uuml;r &ldquo;nicht gerecht&rdquo;. Nur 21 Prozent halten sie f&uuml;r gerecht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,676577,00.html\">Spiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Weil der Anteil der Befragten die eine &bdquo;gute Meinung &uuml;ber die soziale Marktwirtschaft&ldquo; &auml;u&szlig;erten, seit 2008 von 31 auf 38 Prozent zugenommen hat, titelt die Bertelsmann Stiftung, die die Studie in Auftrag gegeben hat, <a href=\"http:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/cps\/rde\/xchg\/bst\">&bdquo;Vertrauen in die soziale Marktwirtschaft w&auml;chst&ldquo;<\/a>. So kann man aus einem etwas weniger miserablen Urteil der Befragten noch eine positive Schlagzeile machen.<br>\nDer Durchschnittswert von 38 Prozent ergibt sich deshalb, weil 57 % der Befragten mit einem hohen gesellschaftlich-wirtschaftlichen Status eine gute Meinung &uuml;ber die hiesige &bdquo;soziale Marktwirtschaft&ldquo; haben. Bei den Befragten mit einem mittleren Status sind es nur 36 % und bei denjenigen mit einem niedrigen gesellschaftlich-wirtschaftlichen Status gar nur ein Viertel (25%), die eine gute Meinung haben. Immerhin sagt fast die H&auml;lfte (49%), dass unser Wirtschaftssystem nicht wirklich sozial sei, und nur 35% empfinden es als sozial.<br>\n58 Prozent der Bev&ouml;lkerung halten die wirtschaftlichen Verh&auml;ltnisse in Deutschland&ndash; &sbquo;was die Menschen besitzen und was sie verdienen&rsquo; &ndash; f&uuml;r &sbquo;nicht gerecht&rsquo;. Diejenigen, die die Einkommens- und Verm&ouml;gensverteilung im Gro&szlig;en und Ganzen f&uuml;r &sbquo;gerecht&rsquo; halten, bleiben eine Minderheit, auch wenn ihr Anteil seit 2007 wieder leicht auf jetzt 21 Prozent gestiegen ist. Die Umfrage zeigt auch, dass sich der finanzielle Spielraum der sozialen Schichten dramatisch auseinander bewegt. W&auml;hrend das frei verf&uuml;gbare Einkommen bei den Gruppen mit niedrigem und mittlerem sozial&ouml;konomischen Status seit 1992 stagniert, ist es bei der Gruppe mit einem hohen Status um 43% angestiegen. Kein Wunder, dass diese Gruppe der Befragten ihre eigene wirtschaftliche Lage als gut oder sehr gut beurteilen, w&auml;hrend dieses Urteil bei der mittleren Gruppe auf 38,1% und bei der Gruppe mit niedrigem Status auf 19,8% in den letzten Jahren deutlich geschwunden ist.<br>\nSelbst 45% der Angeh&ouml;rigen der oberen gesellschaftlich-wirtschaftlichen Statusgruppe halten die wirtschaftlichen Verh&auml;ltnisse in Deutschland f&uuml;r &bdquo;nicht gerecht&ldquo;, bei der mittleren Gruppe halten 58% und bei der niedrig eingestuften Gruppe 70% die Verh&auml;ltnisse f&uuml;r &bdquo;nicht gerecht&ldquo;.<br>\n71% sind der Meinung, dass die soziale Gerechtigkeit bei uns in den letzten drei, vier Jahren abgenommen hat. Und fast die H&auml;lfte der Befragten (48%) erwarten in den kommenden Jahren noch weniger soziale Gerechtigkeit. Interessanterweise geht davon auch fast die H&auml;lfte der Befragten mit hohem gesellschaftlich-wirtschaftlichen Status aus. Das angels&auml;chsische Wirtschaftsmodell scheint jedenfalls nur eine geringe Faszination auf die Deutschen auszu&uuml;ben: Zwei Drittel der Befragten halten die USA als das Land mit der geringsten sozialen Gerechtigkeit.<br>\nDass die &bdquo;soziale Marktwirtschaft&ldquo; bei uns ein wenn auch nur geringes positives Urteil (38%) erh&auml;lt, h&auml;ngt vor allem damit zusammen, dass die Menschen keine Alternative sehen.<br>\nSiehe dazu <a href=\"http:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/cps\/rde\/xbcr\/SID-C4F75B95-DC010A05\/bst\/xcms_bst_dms_30805_30824_2.pdf\">&bdquo;Einstellungen zur sozialen Marktwirtschaft in Deutschland am Jahresanfang 2010&ldquo; [PDF  &ndash; 408 KB]<\/a>.<br>\nWenn man nun noch bedenkt, dass das beauftragte Institut f&uuml;r Demoskopie Allensbach ein konservativ ausgerichtetes Meinungsforschungsinstitut ist und dort alle noch m&ouml;glichen Interpretationen eingesetzt werden, um das konservative Lager zu st&auml;rken, dann m&uuml;sste diese Umfrage sogar ein Alarmsignal f&uuml;r die schwarz-gelbe Regierung sein. <\/em>\n<\/p><\/li><li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Bedeutung der Zeitarbeit nimmt zu<\/strong><br>\nDie Zeitarbeit hat in den vergangenen Jahren weiter deutlich an Bedeutung gewonnen. Das zeigt der Elfte Bericht der Bundesregierung &uuml;ber Erfahrungen bei der Anwendung des Arbeitnehmer&uuml;berlassungsgesetzes, der nun als Unterrichtung (17\/464) vorliegt. Die Zahl der Verleihbetriebe ist laut Bericht von 2004 bis 2008 um 143 Prozent gestiegen, die Zahl der Zeitarbeitnehmer hat sich ausgehend von 385 000 im Jahresdurchschnitt 2004 bis auf 760 000 im Jahresdurchschnitt 2008 erh&ouml;ht und damit nahezu verdoppelt. Insbesondere mittlere und gro&szlig;e Betriebe nutzten Zeitarbeit deutlich h&auml;ufiger und intensiver als noch vier Jahren zuvor, hei&szlig;t es weiter.<br>\nZwar lag der Anteil der im Wirtschaftszweig Arbeitnehmer&uuml;berlassung Besch&auml;ftigten an der Gesamtbesch&auml;ftigtenzahl laut Bericht im Zeitraum 2005 bis 2008 bei maximal 2,6 Prozent. Trotzdem sei die Arbeitnehmer&uuml;berlassung von erheblicher Bedeutung f&uuml;r die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt gewesen, schreibt die Regierung: Mehr als jedes neunte sozialversicherungspflichtige Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis, das im Berichtszeitraum begr&uuml;ndet wurde, war ein Zeitarbeitsverh&auml;ltnis. An dem in diesem Zeitraum erfolgten Aufbau sozialversicherungspflichtiger Besch&auml;ftigung in Deutschland hatte die Arbeitnehmer&uuml;berlassung laut Regierungsangaben einen Anteil von mehr als 20 Prozent.<br>\nDie Entwicklung der Besch&auml;ftigungszahlen in der Zeitarbeit spiegele die hohe Flexibilit&auml;t dieser Besch&auml;ftigungsform wider, hei&szlig;t es weiter. W&auml;hrend in wirtschaftlich guten Zeiten &uuml;berdurchschnittlich viele Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse aufgebaut worden seien, komme es in wirtschaftlich schlechten Zeiten schnell zu einem Besch&auml;ftigungseinbruch in der Branche. Saisonbereinigt ist die Zahl der Zeitarbeitnehmerinnen und Zeitarbeitnehmer laut Bericht bereits im April 2008 gesunken, so dass davon ausgegangen werden k&ouml;nne, dass die Entwicklung in der Zeitarbeit ein geeigneter Fr&uuml;hindikator f&uuml;r die konjunkturelle Entwicklung der Gesamtwirtschaft ist.<br>\nDie Ergebnisse des Forschungsvorhabens, das das Institut f&uuml;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit f&uuml;r das Bundesministerium f&uuml;r Arbeit und Soziales durchgef&uuml;hrt hat, zeichneten ein differenziertes Bild der Zeitarbeit, hei&szlig;t es weiter. &rdquo;Die Erwartung des Gesetzgebers, die mit der Reform des Arbeitnehmer&uuml;berlassungsgesetzes im Rahmen des Ersten Gesetzes f&uuml;r moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt vom 23. Dezember 2002 verbunden war, zus&auml;tzliche Besch&auml;ftigungschancen in der Zeitarbeit f&uuml;r arbeitslose Frauen und M&auml;nner zu erschlie&szlig;en, hat sich erf&uuml;llt&ldquo;, schreibt die Regierung. Insbesondere f&uuml;r Langzeitarbeitslose sei die Zeitarbeit eine unverzichtbare Chance auf einen Zugang zu sozialversicherungspflichtiger Besch&auml;ftigung. &rdquo;Der &uuml;berwiegende Teil der ehemaligen Zeitarbeitnehmerinnen und Zeitarbeitnehmer befindet sich auch mittelfristig weiterhin in Besch&auml;ftigung und nicht in Arbeitslosigkeit&ldquo;, hei&szlig;t es im Bericht.<br>\nZeitarbeit biete im Gegensatz zu anderen Besch&auml;ftigungsformen in der Regel voll sozialversicherungspflichtige Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse, betont die Regierung Das bedeute, dass Zeitarbeitnehmer sozial genauso absichert seien wie alle anderen sozialversicherungspflichtig Besch&auml;ftigten. Dar&uuml;ber hinaus gelten nach Angaben der Regierung f&uuml;r Zeitarbeitnehmer grunds&auml;tzlich die gleichen Arbeitnehmerschutzrechte wie f&uuml;r alle anderen Arbeitnehmer, so zum Beispiel das K&uuml;ndigungsschutzgesetz und das Teilzeit- und Befristungsgesetz.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/dip21.bundestag.de\/dip21\/btd\/17\/004\/1700464.pdf\">Deutscher Bundestag, siehe dort das Fazit [PDF &ndash; 1.1 MB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Ursula von der Leiharbeit wollte sich ja, nachdem der Missbrauch der Leiharbeit bei der Drogeriemarktkette Schlecker &ouml;ffentlich geworden ist, diese Missst&auml;nde &bdquo;genauer ansehen&ldquo;. Zur Erinnerung: Schlecker hat Teile der Stammbelegschaft durch Leiharbeiter ersetzt, die nur die H&auml;lfte des &uuml;blichen Gehalts bekommen. In dem Bericht der Bundesregierung ist vom genaueren Hinsehen nichts zu merken, er liest sich wie eine Erfolgsmeldung. Nichts, aber auch gar nichts, wird unternommen, um die Leiharbeit einzud&auml;mmen oder ihren Missbrauch zu verhindern. Zur Kritik an der Leiharbeit lesen Sie bitte noch einmal <a href=\"?p=4453\">Leiharbeit: kompakt <\/a>.<\/em><\/p><\/li><li><a name=\"h16\"><\/a><strong>IMK: Einstieg in kapitalgedeckte Alterssicherung hat Wirtschaftsentwicklung merklich ged&auml;mpft<\/strong><br>\nDie kapitalgedeckte Altersvorsorge in Form der Riester-Rente soll zuk&uuml;nftigen Rentnern eine ausk&ouml;mmliche Rente erm&ouml;glichen, obwohl das Niveau der gesetzlichen Rente durch verschiedene Reformen deutlich sinken wird. Gesamtwirtschaftlich gesehen w&auml;re es jedoch effizienter gewesen, die St&auml;rken der gesetzlichen Rente zu erhalten und das Umlagesystem &uuml;ber weitere Steuertransfers zu unterst&uuml;tzen. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Untersuchung des Instituts f&uuml;r Makro&ouml;konomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/37883_99860.html\">IMK<\/a><\/li><li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Lukrative PPP-Gesch&auml;fte: Noch-Landrat will kein CDU-Chef mehr sein<\/strong><br>\nDer scheidende Offenbacher Landrat Peter Walter will den Vorsitz des CDU-Kreisverbandes nach nur acht Monaten an Frank Lortz &uuml;bergeben.<br>\nNach seinem Ausscheiden aus dem Amt des Landrats am 1. M&auml;rz dieses Jahres werde er deutschland- und europaweit vor allem in Sachen PPP unterwegs sein. Der 57-J&auml;hrige hatte im Kreis Offenbach mit der Sanierung von fast 100 Schulen das deutschlandweit gr&ouml;&szlig;te Projekt einer &ouml;ffentlich-privaten Partnerschaft initiiert und ist Vorsitzender des Vereins &bdquo;Public Private Partnership in Hessen&ldquo;.<br>\nQuelle: Offenbach Post\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Dass ein Landrat in das viel eintr&auml;glichere PPP-Gesch&auml;ft wechseln will, ist bestenfalls typisch. Noch typischer f&uuml;r dieses Gesch&auml;ft ist allerdings die Mitteilung unseres Lesers G.A.: Beim Kreis Offenbach wurde seit Oktober 2004 das gr&ouml;&szlig;te kommunale PPP-Projekt in Deutschland aufgelegt. Im Rahmen eines sog. Nutzungs&uuml;berlassungsmodells wurde mit den Firmen SKE und HOCHTIEF vertraglich vereinbart, dass diese die 88 Schulen des Kreises im Laufe von 5 Jahren sanieren und f&uuml;r einen Zeitraum von insgesamt 15 Jahren unterhalten und bewirtschaften.<br>\nIm Gegenzug zahlt der Kreis Offenbach, der formal Eigent&uuml;mer der Schulen bleibt, ein Nutzungsentgelt an die beiden Projektgesellschaften der Firmen SKE und HOCHTIEF.<br>\nVertraglich ist f&uuml;r beide Lose zusammen urspr&uuml;nglich ein Entgelt von 780 Mill. &euro; f&uuml;r den gesamten Vertragszeitraum von 15 Jahren vereinbart worden.<br>\nDas bedeutete theoretisch pro Jahr Vertragsentgelte von 52 Mill. &euro;.<br>\nPraktisch wurden aber bereits im Haushaltsjahr 2005 mehr als 56 Mio. &euro; f&auml;llig, weil die vertraglich vereinbarten Anpassungsklauseln des Energiepreisindex zu einer entsprechenden Kostenerh&ouml;hung f&uuml;hrten. Im Jahr 2006 waren es bereits &uuml;ber 57 Mio. &euro; &ndash; auf diesem Stand hochgerechnet ergeben sich bereits 860 Mio. &euro; auf die Vertragslaufzeit. Im Jahr 2007 mussten mit der Erh&ouml;hung der Mehrwertsteuer bereits knapp 60 Mio. &euro; in den Haushalt eingestellt werden. Auch in den Folgejahren stiegen die Vertragsentgelte auf mittlerweile ca. 70 Mill. &euro; im Jahr 2009.<br>\nWeitere Erh&ouml;hungen des vertraglich vom Kreis Offenbach zu zahlenden Entgelts k&ouml;nnen und werden eintreten, wenn z.B. durch Schulneu- oder Umbaubauma&szlig;nahmen zus&auml;tzliche Fl&auml;chen von den Projektgesellschaften zu bewirtschaften sind oder wenn Schulen, f&uuml;r die vertraglich nur ein zeitlich befristeter Funktionserhalt vorgesehen ist, doch weiter genutzt werden sollen. Dar&uuml;ber hinaus erbaute der Kreis im Wege weiterer PPP-Projekte in den letzten 5 Jahren mehrere Schulen v&ouml;llig neu, wof&uuml;r zus&auml;tzlich mehr als 100 Mill. &euro; ausgegeben wurden (dies ist in die Berechnungen unseres Schaubildes nicht mit eingeflossen). Laut Schulentwicklungsplan ist im Laufe der n&auml;chsten Jahre die Schlie&szlig;ung von 5 Schulen vorgesehen.<br>\nDas M&auml;rchen von der Kostensenkung durch PPP wird aber flei&szlig;ig weiter erz&auml;hlt. So lesen wir in der Frankfurter Rundschau vom 26.1.2010 anl&auml;sslich der Bilanz 5 Jahre PPP beim Kreis Offenbach: &ldquo;PPP sei u.a. deshalb ein Erfolgsmodell, weil die beiden privaten Partner&hellip;die 2005 f&uuml;r 15 Jahre vertraglich vereinbarte Erneuerung und Bewirtschaftung der Geb&auml;ude viel g&uuml;nstiger erledigen k&ouml;nnten als der Kreis. Nach der herk&ouml;mmlichen Methode h&auml;tte der Kreis unter eigener Regie bis 2020 rund 960 Mill. &euro; investieren m&uuml;ssen. An die beiden Partner w&uuml;rden in der Summe aber nur 780 Mill. &euro; &uuml;berwiesen, was einer Ersparnis von knapp 19 % entspreche, rechnete der Landrat vor.&rdquo;<br>\nWie unser Schaubild zeigt, ist demgegen&uuml;ber mit einer tats&auml;chlichen Mehrbelastung von mindestens 235 Mill. &euro; (+33%) zu rechnen.&ldquo;<br>\nSiehe die <a href=\"upload\/pdf\/100209_beispielsberechnung_kreis_offenbach.pdf\">Beispielsrechnung im Schaubild [PDF &ndash; 53 KB] <\/a><\/em><\/p><\/li><li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Front der Swift-Gegner br&ouml;ckelt<\/strong><br>\nIm Streit um das Bankdatenabkommen Swift bahnt sich in letzter Minute ein Kompromiss an. Bei der Abstimmung am Donnerstag im Europaparlament wollen die deutschen Christdemokraten nun doch den Entwurf der EU und der USA durchwinken, sofern ihnen die Regierungen ein wenig entgegenkommen. &ldquo;Wir wollen nicht in der Neinsager-Ecke stehen. Wenn jetzt Bewegung in die Sache kommt, kann die Zustimmung erfolgen&rdquo;, sagte der stellvertretende Fraktionschef der Konservativen im Europ&auml;ischen Parlament, Manfred Weber. Damit deutet sich eine entscheidende Kehrtwende im Parlament an. Bislang haben sich die CDU- und CSU-Abgeordneten einm&uuml;tig gegen Swift ausgesprochen. Noch vor wenigen Tagen k&uuml;ndigte ihr Gruppenchef Werner Langen (CDU) an, man werde die Vereinbarung ablehnen. Seither aber &uuml;ben einige nationale Regierungen sowie US-Diplomaten massiven Druck auf widerspenstige Abgeordnete aus. Zuletzt rief sogar US-Au&szlig;enministerin Hillary Clinton beim konservativen Parlamentspr&auml;sidenten Jerzy Buzek an. Nun zeigen die Interventionen Wirkung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/europa\/:eu-konservative-auf-kompromisskurs-front-der-swift-gegner-broeckelt\/50071575.html?mode=print\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> &ldquo;Wir wollen nicht in der Neinsager-Ecke stehen.&rdquo; Das sind Motive, die vielleicht in einen autorit&auml;ren Staat verst&auml;ndlich sind, in dem eine Opposition mit Repressalien zu rechnen hat. Ein selten bl&ouml;des Argument, das nicht einmal stimmt. W&uuml;rden deutsche Christdemokraten mit Nein stimmen, w&uuml;rden sie zur Mehrheit des Parlaments z&auml;hlen. Besagter Manfred Weber hat noch vor einigen Tagen verk&uuml;ndet: &ldquo;Mich macht es nachdenklich und traurig, dass viele Abgeordnete einfach umschwenken, nur weil die Amerikaner das wollen&rdquo;. Umfallen ist ein viel zu mildes Wort. Mal schauen, womit ihm Angela Merkel das Ja schmackhaft gemacht hat. Aus den Augen verlieren sollte man in dieser Frage auch nicht, dass die FDP es jederzeit in der Hand gehabt h&auml;tte, in der Bundesregierung das Ja zu Swift zu verhindern. Im Kampf gegen Steuerhinterziehung f&uuml;r den Rechtsstaat einzutreten f&auml;llt der FDP recht leicht, aber das Eintreten f&uuml;r Datenschutz und Freiheitsrechte war wohl nur Oppositionsgeschw&auml;tz.<br>\nAllein der Erpressungsversuch der USA, notfalls bilaterale Vereinbarungen mit den 27 Mitgliedsstaaten zu schlie&szlig;en, h&auml;tte das Europaparlament zu einem geschlossenen Nein veranlassen m&uuml;ssen. Auch die Christdemokraten aus Italien, Spanien und Frankreich, die fast geschlossen Swift passieren lassen wollen, h&auml;tten die Souver&auml;nit&auml;t des Parlaments &uuml;ber dieses Abkommen setzen m&uuml;ssen. Seit Jahren erhalten US-Ermittler in konkreten Verdachtsf&auml;llen auf Terrorfinanzierung Rechtshilfe. Jetzt, wo das Europaparlament zum ersten Mal seinen Zugewinn an Souver&auml;nit&auml;t umsetzen kann, gilt wieder die Staatsr&auml;son der Nationalstaaten. Recht d&uuml;mmlicher Nationalstaaten, denn der Zugewinn an Sicherheit ist gleich Null. Man muss sich klar machen, auf welcher Ebene der Erkenntnis die Kommission f&uuml;r Swift argumentiert.<br>\nDurch das so genannte Terrorist Finance Tracking Program h&auml;tten die USA im Sommer 2007 Finanzaktivit&auml;ten der Islamischen Dschihad-Union (IJU) in der Bundesrepublik entdeckt und damit Ermittlungen gegen IJU-Mitglieder (Sauerlandgruppe) ausgel&ouml;st, was schlie&szlig;lich zu ihrer Verhaftung f&uuml;hrte. Der Sprecher der Bundesanwaltschaft f&uuml;hrt dagegen aus, dass bei den Ermittlungen der Bundesanwaltschaft und des BKA Daten aus diesem Programm &ldquo;nach vorl&auml;ufiger Bewertung des umfangreichen Aktenmaterials keine erkennbare Rolle gespielt&rdquo; h&auml;tten. Das BKA hat dann allgemein ausgef&uuml;hrt: &ldquo;Die aus fachlicher Sicht zu erwartenden Erkenntnisse aus einem systematischen und umfangreichen Abgleich der Swift-Daten rechtfertigen &ndash; zumindest f&uuml;r den Bereich der Finanzierung des Terrorismus &ndash; aus hiesiger Sicht nicht den mit der Datenrecherche verbundenen erheblichen materiellen und personellen Aufwand.&rdquo;<br>\nInzwischen k&ouml;nnen einem all diese Argumente fast egal sein. Das Einknicken der europ&auml;ischen Parlamentarier, die sich vor noch gar nicht so langer Zeit quer durch alle Parteien gegen das Swiftabkommen ausgesprochen haben, w&auml;re ein Akt der Selbstdem&uuml;tigung und ein Schlag gegen all diejenigen, die noch an Europa glauben. <\/em><\/p><\/li><li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Immer dollar<\/strong><br>\nDie Anleger fl&uuml;chten aus dem Euro in den Dollar, weil Griechenland &uuml;berschuldet ist, &uuml;ber seine Verh&auml;ltnisse lebt, seine Wettbewerbsf&auml;higkeit eingeb&uuml;&szlig;t hat und seine Statistiken f&auml;lscht. Doch k&ouml;nnte man dasselbe nicht auch als exakte Beschreibung der USA anf&uuml;hren? Mit dem Unterschied, dass in Amerika anders als in Griechenland auch der Privatsektor &uuml;bel in der Kreide steht. Dass nicht nur Washington das Wasser bis zum Hals steht, sondern auch einigen Bundesstaaten wie Kalifornien, sei nur als Randnotiz erw&auml;hnt. Wenn ein Land sich nicht mehr anders zu helfen wei&szlig;, als seine Zentralbank staatliche und private &ldquo;Wert&rdquo;papiere von fast 2000 Mrd. $ aufkaufen zu lassen, dann ist im Grunde alles &uuml;ber seine Finanzlage gesagt. Aber es ist noch schlimmer, als man denkt: Trotz eines Etatdefizits von einem guten Zehntel des BIPs liegt die reale inl&auml;ndische Endnachfrage in Amerika um 11,4 Prozent unter ihrem exponentiellen Trend seit Beginn der viertelj&auml;hrlichen BIP-Erfassung 1947. Und trotz der schwachen Nachfrage bel&auml;uft sich die gesamtwirtschaftliche Nettoersparnis auf minus 2,5 Prozent des Bruttonationaleinkommens (Durchschnitt: 7,2 Prozent). Aus eigener Kraft k&ouml;nnte Amerika mithin nicht mal mehr seinen Kapitalstock erhalten. Dabei h&auml;tte es allen Grund, in seine Wettbewerbsf&auml;higkeit zu investieren, wobei der Faktor Arbeit wohl noch wichtiger w&auml;re als der Faktor Kapital. Denn wenn ein Land in dieser Lage immer noch ein Au&szlig;enhandelsdefizit von drei Prozent des BIPs aufweist, stockt einem der Atem.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/finanzen\/maerkte\/marktberichte\/:das-kapital-immer-dollar\/50071560.html?mode=print\">FTD<\/a><\/li><li><a name=\"h20\"><\/a><strong>&bdquo;Bologna&ldquo; &ndash; und weiter?<\/strong><br>\nEs stellt sich &hellip; heute die Frage, ob &bdquo;Bolo&shy;gna&ldquo; &bdquo;an sich&ldquo; ein Teil des Pro&shy;blems ist, oder ob die gesell&shy;schaft&shy;li&shy;chen Kr&auml;f&shy;te&shy;ver&shy;h&auml;lt&shy;nisse, die eine bestimmte Ten&shy;denz des Bologna-&#8203;&#8203;Prozesses in den Vor&shy;der&shy;grund r&uuml;cken las&shy;sen, das Pro&shy;blem&nbsp;sind.<br>\nNicht nur im euro&shy;p&auml;i&shy;schen, son&shy;dern auch im natio&shy;na&shy;len Kon&shy;text wurde der Bologna-&#8203;&#8203;Prozess oft neo&shy;li&shy;be&shy;ral inter&shy;pre&shy;tiert: Markt&shy;kon&shy;forme Dis&shy;zi&shy;pli&shy;nie&shy;rung der Stu&shy;die&shy;ren&shy;den in einem stark ver&shy;schul&shy;ten &bdquo;Aus&shy;bil&shy;dungs&shy;be&shy;trieb&ldquo;, Bil&shy;dung als Inves&shy;ti&shy;tion in die &bdquo;Ich-&#8203;&#8203;AG&ldquo;, Employa&shy;bi&shy;lity als Ziel und das Ein&shy;zie&shy;hen einer wei&shy;te&shy;ren selek&shy;ti&shy;ven Hier&shy;ar&shy;chie&shy;ebene beim &Uuml;ber&shy;gang vom Bache&shy;lor zum Mas&shy;ter. Zudem ver&shy;bin&shy;den natio&shy;nale Akteure mit Euro&shy;p&auml;i&shy;sie&shy;rung vor allem die M&ouml;g&shy;lich&shy;keit des Spiels &uuml;ber Bande: Unpo&shy;pu&shy;l&auml;re &Auml;nde&shy;run&shy;gen und eige&shy;nes Ver&shy;sa&shy;gen bei Stu&shy;di&shy;en&shy;re&shy;for&shy;men und der Finan&shy;zie&shy;rung der Hoch&shy;schu&shy;len k&ouml;n&shy;nen auf &bdquo;Europa&ldquo; gebucht und so der eige&shy;nen Ver&shy;ant&shy;wor&shy;tung ent&shy;le&shy;digt werden.<br>\nDie Stu&shy;die&shy;ren&shy;den&shy;pro&shy;teste haben den Fokus jedoch auf die Poten&shy;tiale des Pro&shy;zes&shy;ses gelegt, da sie in ein erheb&shy;li&shy;ches inhalt&shy;li&shy;ches Vakuum gesto&shy;&szlig;en sind. Im M&auml;rz soll die Voll&shy;en&shy;dung des euro&shy;p&auml;i&shy;schen Hoch&shy;schul&shy;raums gefei&shy;ert wer&shy;den, bis&shy;wei&shy;len steht in den offi&shy;zi&shy;el&shy;len Vor&shy;be&shy;rei&shy;tun&shy;gen eines &bdquo;Follow-&#8203;&#8203;up f&uuml;r die n&auml;chste Dekade&ldquo; Selbst&shy;be&shy;weih&shy;r&auml;u&shy;che&shy;rung im Vor&shy;der&shy;grund. Viele Akteure sind irri&shy;tiert bis rat&shy;los, was die Chan&shy;cen geziel&shy;ter Inter&shy;ven&shy;tio&shy;nen erh&ouml;ht. In vie&shy;len F&auml;l&shy;len k&ouml;n&shy;nen der&shy;zeit eher Fra&shy;gen for&shy;mu&shy;liert als Ant&shy;wor&shy;ten gege&shy;ben wer&shy;den. Die Debatte &uuml;ber eine neue Archi&shy;tek&shy;tur des euro&shy;p&auml;i&shy;schen Hoch&shy;schul&shy;raums k&ouml;nnte jedoch umso mehr dazu bei&shy;tra&shy;gen, neue Hand&shy;lungs&shy;spiel&shy;r&auml;ume f&uuml;r kri&shy;ti&shy;sches Stu&shy;die&shy;ren, Leh&shy;ren und For&shy;schen zu erschlie&szlig;en.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.beigewum.at\/2010\/02\/%E2%80%9Ebologna%E2%80%9C-%E2%80%93-und-weiter\/\">BEIGEWUM Beirat f&uuml;r gesellschafts-, wirtschafts- und umweltpolitische Alternativen<\/a><\/li><li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Nochmals zu <a href=\"?p=4507%20\">Interessant, wie konsequent die herrschenden Kreise auch die absurdesten Behauptungen streuen &ndash; gestern bei Anne Will<\/a><\/strong><br>\nUnser Leser W.S. schreibt uns dazu:<br>\n<em>Dass Herr Henkel seinen &uuml;blichen neoliberalen Sermon abgibt, war zu erwarten. Dass die Gegenspieler Geissler und Wagenknecht von Frau Will st&auml;ndig unterbrochen wurden und letztendlich Herr Henkel gewisserma&szlig;en als Schiedsrichter zwischen den Fl&uuml;geln erkl&auml;rt wurde, ist ein Witz, aber auch nichts Neues. Wirklich &auml;rgerlich war dieser seltsame Herr Sprenger. Nicht nur, dass er einen haneb&uuml;chenen Unsinn erz&auml;hlte, sondern auch Tatsachen direkt verf&auml;lschte.<br>\nEr w&auml;rmt hier die geschichtsklitternde Legende wieder auf, dass das Schweizer Bankgeheimnis entstanden sei, um Juden und durch Nazis Verfolgte zu sch&uuml;tzen. Wie es wirklich war, kann in dem Blog &ldquo;Spiegelfechter&rdquo; von Jens Berger nachgelesen werden.<br>\nEr behauptet, in der Schweiz w&uuml;rde eine optimale Steuerehrlichkeit herrschen, weil die Schweizer ihrem System vertrauen und in Deutschland w&auml;re das nicht so, deshalb w&uuml;rden reiche Deutsche ihr Geld in die Schweiz bringen und, gewisserma&szlig;en in Notwehr, Steuern hinterziehen. Ganz davon abgesehen, dass dies ein merkw&uuml;rdiges Demokratieverst&auml;ndnis ist: Vor kurzem wurden in Frankreich den Beh&ouml;rden Unterlagen &uuml;ber franz&ouml;sische Steuerhinterzieher mit Konten in der Schweiz zugespielt. Selbstverst&auml;ndlich haben die franz&ouml;sischen Beh&ouml;rden diese Daten entgegengenommen und werden sie auswerten, ohne dass irgendeine heuchlerische Meute gegen diese kriminelle Vorgehensweise des Staates aufgeheult h&auml;tte. Einen besonderen Pfiff erh&auml;lt diese Geschichte noch dadurch, dass auf den entsprechenden Datentr&auml;gern auch schweizerische Konteninhaber erfasst waren, die m&ouml;glicherweise des Steuerbetruges schuldig sind. Die franz&ouml;sischen Beh&ouml;rden haben diese Daten den Schweizer Beh&ouml;rden zur Verf&uuml;gung gestellt, und diese haben alles mit Kusshand entgegengenommen (ohne Bezahlung!). Also scheinen die Schweizer mitnichten so steuerehrlich zu sein, wie Herr Sprenger behauptet.<br>\nEine weitere sehr interessante Sache ist die Auseinandersetzung zwischen der Schweiz und den USA um amerikanische Steuerhinterzieher mit Schweizer Konten. Irgendwann nach der Sendung von Anne Will lief dazu auf RTL ein Bericht in der Sendung &ldquo;Spiegel TV&rdquo;. Dazu wurde gezeigt, dass allein bei UBS (um die ging es in dem Streit zun&auml;chst) 19000 Konten mit mutma&szlig;lichen amerikanischen Steuerhinterziehern, bestanden. Davon wollten die Schweizer den Amerikanern gerade mal 12 (in Worten: zw&ouml;lf) Unterlagen &uuml;bergeben. Wie gesagt, das war nur eine Bank von vielen. Die Amerikaner legten den Schweizern Daumenschrauben an (wie genau, weiss offiziell niemand so genau). Die Schweizer mussten sich ziemlich kleinlaut verpflichten, alle Daten amerikanischer Staatsb&uuml;rger mit Konten in der Schweiz herauszugeben.<br>\nWenn also auch reiche Amerikaner (und rechte Halsabschneider aus aller Welt und Gangster etc.) ihr Geld in die Schweiz schaffen, kann es wohl auch im viel gepriesenen Amerika im Gegensatz zu Herrn Sprengers Aussage mit der Steuermoral und dem Vertrauen nicht sehr weit her sein.<br>\nDie ganze Suada dieses Herrn ist so ein Unsinn, dass es weh tut. Aber was besonders &auml;rgerlich ist: Frau Will l&auml;dt so jemanden zu ihrer Sendung ein und l&auml;sst zu, dass ein solcher Unsinn unwidersprochen ge&auml;u&szlig;ert wird. Entweder sie weiss diese Fakten nicht, dann hat sie sich schlecht vorbereitet, oder aber sie kennt diese Fakten, dann beteiligt sie sich massiv an der g&auml;ngigen neoliberalen Manipulation.<\/em><\/li><li><a name=\"h22\"><\/a><strong>Walter van Rossum: &bdquo;Medienpreis&ldquo;: Angie preisgekr&ouml;nt<\/strong><br>\nDie F&uuml;rsten des Qualit&auml;tsjournalismus haben getagt und eine neue Seligsprechung ausgehandelt: Angela Merkel erh&auml;lt morgen den Deutschen<br>\nMedienpreis.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.wdr5.de\/fileadmin\/user_upload\/Sendungen\/Politikum\/2010\/02\/Manuskripte\/van%20Rossum.pdf\">wdr5 Politikum [PDF &ndash; 68.2 KB]<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.wdr5.de\/nachhoeren\/politikum.html\">wdr5 Politikum vom 8.2.2010 zur Audio-Datei<\/a>\n<p><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Siehe dazu auch <a href=\"?p=4474\">Angela Merkel wird mit dem &bdquo;Deutschen Medienpreis&ldquo; ausgezeichnet<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/01-26\/058.php\">Auf jeden Fall die falsche Wahl.<\/a><\/p><\/li><li><a name=\"h23\"><\/a><strong>Hans Magnus Enzensberger: Wehrt euch gegen die Bananenb&uuml;rokratie! <\/strong><br>\nEuropa-Polemik zum Sonning-Preis<br>\nDie Kommission hat praktisch ein Monopol f&uuml;r die Gesetzesinitiative. Sie verhandelt und entwirft ihre Richtlinien hinter geschlossenen T&uuml;ren. Die Kontrolle durch das Europa-Parlament ist schwach. Es kann nur &uuml;ber etwa vierzig Prozent des Budgets entscheiden. Die klassische Regel &bdquo;No taxation without representation&ldquo; hat hier keine G&uuml;ltigkeit. Die &uuml;ber f&uuml;nfzehntausend Lobbyisten, die in Br&uuml;ssel t&auml;tig sind, haben mehr Einfluss auf die Entscheidungen der Kommission als alle Abgeordneten.<br>\nF&uuml;r eine schlagkr&auml;ftige Exekutive ist das ein paradiesischer Zustand. Die beteiligten Regierungen nutzen ihn zu einem Schwarze-Peter-Spiel, indem sie zu Hause behaupten, gegen die Br&uuml;sseler Entscheidungen h&auml;tten sie sich leider nicht durchsetzen k&ouml;nnen, w&auml;hrend die Kommission sich darauf berufen kann, dass sie nur den Absichten der Mitgliedstaaten folgt. Auf diese Weise muss am Ende niemand mehr f&uuml;r die Ergebnisse des Kuhhandels haften.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub1DA1FB848C1E44858CB87A0FE6AD1B68\/Doc~ECC789B864DC04CDAAD5D4010430CC316~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Enzensberger ist noch einmal zu alter Form aufgelaufen.<\/em><\/p><\/li><li><a name=\"h24\"><\/a><strong>Verstrickungen zwischen Mafia und Politik<\/strong><br>\nDie 1993 vom damaligen Medienunternehmer und nunmehrigen italienischen Regierungschef Silvio Berlusconis gegr&uuml;ndete Mitte-Rechts-Partei Forza Italia ist laut den Aussagen eines Zeugen in einem Mafia-Prozess in Palermo mit der Zustimmung der Cosa Nostra auf Sizilien entstanden. Dies berichtete Massimo Ciancimino, Sohn des verstorbenen B&uuml;rgermeisters von Palermo, Vito Ciancimino, dessen Aussagen vor Gericht ein schiefes Licht auf Politik in Italien wirft.<br>\nErpresst von der Cosa Nostra, habe der italienische Staat jahrelang &uuml;ber einen &ldquo;Waffenstillstand&rdquo; mit der Mafia verhandelt. Das Ergebnis dieser Verhandlungen sei die neue Berlusconi-Partei gewesen, die sich angeblich verpflichtet habe, die langj&auml;hrige Nummer Eins der Mafia, Bernardo Provenzano, nicht zu verhaften und die Haftbedingungen f&uuml;r Mafiosi zu lockern, berichtete Ciancimino.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/1263706976032\/Enthuellungen-in-Palermo-Verstrickungen-zwischen-Mafia-und-Politik\">der standard.at<\/a><\/li><li><a name=\"h25\"><\/a><strong>Junge Belgier spazieren in Atomwaffenlager<\/strong><br>\nAm Samstag, den 6. Februar ist eine Gruppe junger L&ouml;wener durch die Milit&auml;rbasis &bdquo;Kleine Brogel&ldquo; gewandert, in der Atomwaffen lagern. So leicht kommt man in Europa an die Bombe.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.vredesactiediy.be\/?p=679&amp;lang=fr\">bombspotting<\/a><\/li>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Umsatzeinbruch; FDP spielt Vabanque; CDU entlastet in kleinen Schritten; wer den Sumpf trocken legen will, darf nicht die FDP fragen; Herrschaft der Finanzlobby; Wirtschaftsjournalisten schleichen sich aus der Verantwortung; M&auml;rkte sind oft irrational; Exporte verdreifacht; Hartz-Debatte; Allensbach: Soziale Gerechtigkeit nimmt ab; Zeitarbeit nimmt zu; Privatvorsorge und Wirtschaftsentwicklung; lukrative PPP-Gesch&auml;fte;<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4510\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-4510","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4510","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4510"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4510\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4510"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4510"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4510"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}