{"id":45173,"date":"2018-07-27T10:00:09","date_gmt":"2018-07-27T08:00:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45173"},"modified":"2018-08-03T10:09:43","modified_gmt":"2018-08-03T08:09:43","slug":"ist-die-frage-wie-wir-miteinander-umgehen-eine-politische-frage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45173","title":{"rendered":"Ist die Frage, wie wir miteinander umgehen, eine politische Frage?"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180516-am.jpg\" alt=\"Albrecht M&uuml;ller\" title=\"Albrecht M&uuml;ller\"><\/div><p>Vermutlich w&uuml;rden die meisten Politiker und auch viele jenseits des politischen Betriebs diese Frage verneinen. Wie wir uns verhalten, wie wir mit anderen umgehen, das ist unsere Privatangelegenheit und keine &ouml;ffentliche Angelegenheit. Soll sich Politik auch noch darum k&uuml;mmern, wie Menschen einander begegnen, ob sie friedlich miteinander umgehen oder gewaltt&auml;tig, ob die Gewalt w&auml;chst, ob sie solidarisch sind, ob sie kommunikativ sind, also offen und gerne miteinander reden und sich auch unterhalten, wenn sie sich vorher nicht lange gekannt haben usw.? <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_7247\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-45173-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180727_Die_Frage_wie_wir_miteinander_umgehen_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180727_Die_Frage_wie_wir_miteinander_umgehen_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180727_Die_Frage_wie_wir_miteinander_umgehen_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180727_Die_Frage_wie_wir_miteinander_umgehen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=45173-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180727_Die_Frage_wie_wir_miteinander_umgehen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"180727_Die_Frage_wie_wir_miteinander_umgehen_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Als sich die Planungsabteilung des Bundeskanzleramtes vor vielen Jahren, beginnend mit dem November 1977 um die Frage gek&uuml;mmert hat, wie viele Fernsehkan&auml;le wir eigentlich haben wollen und dann erg&auml;nzend mit der damit zusammenh&auml;ngenden Frage, ob das Fernsehen kommerzialisiert, also von privaten Interessenten produziert und angeboten werden soll, oder in &ouml;ffentlicher, genauer in &ouml;ffentlich-rechtlicher Regie wie bis dahin betrieben werden sollte, da kam immer wieder die Frage auf, ob verantwortliche Politiker oder andere Personen des &ouml;ffentlichen Lebens auch die Aufgabe und die Chance haben, auf das Verhalten der Menschen Einfluss zu nehmen.<\/p><p>Damals haben wir die Frage gestellt und  untersucht, in welchem Verh&auml;ltnis die personale Kommunikation zur elektronischen Kommunikation steht und stehen k&ouml;nnte. Der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt hat dann 1978 vorgeschlagen, die Familien sollten sich &ndash; selbstverst&auml;ndlich nicht vom Staat verordnet &ndash; einen fernsehfreien Tag g&ouml;nnen. Ein bisschen sp&auml;ter hat der von 1980-1982 amtierende Bundesverkehrsminister Volker Hauff eine allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung &ndash; zum Beispiel 100 km\/h auf Autobahnen &ndash; vorgeschlagen. Dahinter steckte nicht allein die Sorge um die Unf&auml;lle, die dem Rasen geschuldet waren, um die Umwelt und um den Benzinverbrauch. Ziel der damaligen &Uuml;berlegungen war auch, zu einem sanfteren Umgang auf unseren Stra&szlig;en zu ermuntern. K&ouml;nige der Stra&szlig;e sollten f&uuml;rderhin nicht die Besitzer von vielen PS unter der Haube sein.  Die Antithese und Antwort kam vom ADAC: &ldquo;Freie Fahrt f&uuml;r freie B&uuml;rger&rdquo;. Der dieser Parole geistig und tats&auml;chlich folgende Teil unseres Volkes hat sich durchgesetzt. Sie bestimmen Geist und Verhalten im Umgang miteinander, im Auto und im t&auml;glichen Leben. <\/p><p>Die ARD hat am 23. Juli 2018 in einer Dokumentation unter dem Titel &bdquo;Das verrohte Land &ndash; Wenn das Mitgef&uuml;hl schwindet&ldquo; gezeigt &ndash; <a href=\"http:\/\/www.daserste.de\/information\/reportage-dokumentation\/dokus\/videos\/das-verrohte-land-wenn-das-mitgefuehl-schwindet-video-102.html\">siehe hier<\/a>, &ndash; wo wir inzwischen gelandet sind. In der Anmoderation hei&szlig;t es:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;B&uuml;rgermeister werden mit Messern angegriffen, Feuerwehrleuten werden die Reifen zerstochen, weil ihr Einsatzwagen die Stra&szlig;e versperrt. Szenen von Aggressionen, die tagt&auml;glich in Deutschland passieren. Woher kommt die zunehmende Verrohung?&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>In der Dokumentation der ARD wurde geschildert, dass und wie sich die Lage verschlechtert habe. Pfleger und Krankenschwestern, Polizisten und ein Oberb&uuml;rgermeister, Feuerwehrleute und ein Wissenschaftler gehen der Frage nach, warum Menschen unfreundlich und aggressiv miteinander umgehen und warum die Gewalt zunimmt.<\/p><p>Mit dem Hinweis auf dieses sehenswerte Video will ich mir nicht jede Einzelheit dieser Dokumentation zu eigen machen. Darum geht es hier und jetzt nicht. Das Video zeigt jedoch, dass das Verhalten von Menschen und der Umgang von Menschen mit anderen keine Privatangelegenheit ist. Unser Wohlbefinden h&auml;ngt ganz wesentlich davon ab, wie wir miteinander umgehen. Und wenn Gewalt und Verrohung zunehmen, dann leiden wir.  <\/p><p>Die Qualit&auml;t unseres Lebens und auch unser Wohlstand h&auml;ngen nat&uuml;rlich davon ab, was wir verdienen, ob wir &uuml;berhaupt Arbeit haben und davon, ob wir sozial gesichert sind gegen Krankheit, Arbeitslosigkeit und die Risiken des Alters. Aber diese materielle und soziale Basis alleine macht das Wohlf&uuml;hlen und damit auch den Wohlstand vieler Menschen noch nicht aus. Dieses Wohlbefinden wird ganz wesentlich auch von einem f&ouml;rderlichen und freundlichen Umgang bestimmt.<\/p><p>Wie Menschen miteinander umgehen, das kann Politikern egal sein, oder sie k&ouml;nnen sich darum k&uuml;mmern und versuchen, das Verhalten der Menschen im Umgang zu beeinflussen, sie k&ouml;nnen zum guten und gewaltfreien Umgang ermuntern. <\/p><p>Wa<strong>rum ist die Stimme von Politikern und anderen Menschen mit Gewicht in der &ouml;ffentlichen Debatte von Bedeutung?<\/strong><\/p><p>Sie k&ouml;nnten mitbestimmen, wer das Sagen in der Gesellschaft hat, wer den Ton angibt. Zurzeit beherrschen die Rohen, der Protz von Gr&ouml;&szlig;e und PS-St&auml;rke das Geschehen und die Stimmung. Die neoliberale Parole &ldquo;Jeder ist seines Gl&uuml;ckes Schmied&rdquo; ist hoff&auml;hig, Solidarit&auml;t und R&uuml;cksichtnahme sind veraltete Tugenden. Dass das so gekommen ist, folgt aus der agitatorischen St&auml;rke der dahintersteckenden Interessen und dem Schweigen bis hin zum Ermuntern durch die begleitende Politik. Zwangsl&auml;ufig war das nicht. Und hoffnungslos ist die Lage auch nicht. Nahezu jedem Menschen ist neben der Suche nach dem eigenen Vorteil auch die Neigung zu solidarischem Verhalten eigen. Die egoistische und die altruistische Komponente existieren nebeneinander. Ob die altruistische Komponente zum Tragen kommt, h&auml;ngt auch davon ab, ob dazu ermuntert wird und was von den Mitmenschen zu erwarten ist. Wenn sich die anderen solidarisch verhalten, dann f&auml;llt es leichter, &auml;hnliche Regungen zu zeigen und danach zu leben.<\/p><p>Das Bed&uuml;rfnis nach einem friedlichen Umgang, nach Kommunikation und das Bed&uuml;rfnis nach Austausch und Zusammenleben mit anderen ist ein sehr dominantes menschliches Bed&uuml;rfnis. Heute leiden viele Menschen unter der Aggression im Umgang miteinander und unter dem Verlust ihrer Kommunikationsm&ouml;glichkeiten. <\/p><p>Hier k&ouml;nnte die Politik ansetzen. Wer den Menschen hilft, mit anderen zu kommunizieren, wer ihnen hilft, ohne Gefahr und mit Gewinn solidarisch zu sein, wird Sympathien ernten. Das w&auml;re die Basis f&uuml;r eine gro&szlig;e Kampagne f&uuml;r den friedlichen Umgang und gegen Verrohung, f&uuml;r Solidarit&auml;t und gegen Egoismus. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180516-am.jpg\" alt=\"Albrecht M&uuml;ller\" title=\"Albrecht M&uuml;ller\"\/><\/div>\n<p>Vermutlich w&uuml;rden die meisten Politiker und auch viele jenseits des politischen Betriebs diese Frage verneinen. Wie wir uns verhalten, wie wir mit anderen umgehen, das ist unsere Privatangelegenheit und keine &ouml;ffentliche Angelegenheit. Soll sich Politik auch noch darum k&uuml;mmern, wie Menschen einander<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45173\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[105,107,165,161],"tags":[2419,1504,1759],"class_list":["post-45173","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuelles","category-audio-podcast","category-innen-und-gesellschaftspolitik","category-wertedebatte","tag-altruismus","tag-egoismus","tag-entsolidarisierung"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/45173","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=45173"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/45173\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":45200,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/45173\/revisions\/45200"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=45173"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=45173"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=45173"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}