{"id":45221,"date":"2018-07-31T08:14:13","date_gmt":"2018-07-31T06:14:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45221"},"modified":"2018-07-31T08:14:13","modified_gmt":"2018-07-31T06:14:13","slug":"hinweise-des-tages-3172","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45221","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45221#h01\">Wagenknecht startet Mitte-links-Sammlungsbewegung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45221#h02\">Negativzinsen f&uuml;r Sozialkassen &ndash; Zinspolitik nagt an der Rentenreserve<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45221#h03\">Die Harley-Davidson wird elektrisch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45221#h04\">Wie die westliche Agrarpolitik in Afrika die Fl&uuml;chtlingskrise versch&auml;rft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45221#h05\">Amazon soll f&uuml;r Steuerbetrug haften<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45221#h06\">Wer Handel treibt, schie&szlig;t nicht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45221#h07\">Wie lange wir k&uuml;nftig arbeiten m&uuml;ssen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45221#h08\">Ausrangiert: Material Mensch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45221#h09\">Deutsche R&uuml;stungsexporte: Ersatzteile f&uuml;r saudischen Krieg im Jemen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45221#h10\">Warum Investoren-Schiedsgerichte ein &uuml;bler Aprilscherz sind &ndash; auch f&uuml;r Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45221#h11\">Niemand will mehr beim gleichen Arbeitgeber alt werden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45221#h12\">Abzug der Soros-Stiftung aus Ungarn &ndash; Die Entscheidung beruht auf einer Risikoanalyse&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45221#h13\">Mehr als 25.000 Personen auf rechten Feindeslisten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45221#h14\">Argentinien: Die Lage der Armen versch&auml;rft sich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45221#h15\">Wir sind bereit, die Grenze zu blockieren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45221#h16\">Wie aus mir eine Ostdeutsche wurde<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45221#h17\">Blo&szlig; das glatte Gegenteil ist auch keine L&ouml;sung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45221#h18\">Schon Adenauer wollte Atomwaffen f&uuml;r die Bundeswehr<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten,  dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Wagenknecht startet Mitte-links-Sammlungsbewegung<\/strong><br>\nDie Fraktionsvorsitzende der Linken, Sahra Wagenknecht, hat den Start ihrer seit Wochen erwarteten Sammlungsbewegung bekanntgegeben. Die Allianz von linken und Mitte-links-Kr&auml;ften soll am 4. September starten, gab die Politikerin gestern in ihrem w&ouml;chentlichen Newsletter bekannt. &ldquo;Bereits vor diesem Termin werden wir mit unserer Website online gehen, auf der du dich dann f&uuml;r regelm&auml;&szlig;ige Informationen registrieren kannst und Informationen zum Mitmachen erh&auml;ltst&rdquo;, hei&szlig;t es in der Mail.<br>\nDie Linken-Politikerin rief ihre Anh&auml;nger zugleich auf, das Projekt &ldquo;bei Freunden und Bekannten&rdquo; bekannt zu machen, offenbar in Anlehnung an die Basisbewegung des britischen Labour-Vorsitzenden Jeremy Corbyn.<br>\nW&auml;hrend Wagenknecht wegen ihres Vorhabens intern stark unter Beschuss des Reformerfl&uuml;gels steht, bekam sie in den vergangene Wochen durchaus auch Unterst&uuml;tzung.<br>\nIn einem Gastbeitrag f&uuml;r den Berliner &ldquo;Tagesspiegel&rdquo; sprach sich nun auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Marco B&uuml;low f&uuml;r eine neue Zusammenarbeit der linken und Mitte-links-Kr&auml;fte aus. Die meisten rot-rot-gr&uuml;nen Gespr&auml;chskreise existierten nicht und h&auml;tten bei keiner der drei Parteispitzen jemals ernsthafte Resonanz gefunden. Zu stark seien die gegenseitigen Bei&szlig;reflexe gewesen, die trotz der rechten Bedrohung und trotz der eigenen Verluste bei Wahlen weiter dominierten. &hellip;<br>\nWagenknecht hatte sich zuletzt verst&auml;rkt mit Kritik an der Bundesregierung hervorgetan. So forderte sie nach dem Koalitionsausschuss von der Regierung, sich st&auml;rker mit grundlegenden Problemen der Menschen im Land zu besch&auml;ftigen. &ldquo;Was sich die Menschen in diesem Land wirklich w&uuml;nschen, ist ein Ende des inszenierten Parteientheaters, wie wir es gerade bei der Koalition erleben&rdquo;, so Wagenknecht im Interview mit dem Nachrichtensender phoenix. &ldquo;Sie w&uuml;nschen sich eine Politik, die sich an ihren Interessen orientiert.&rdquo; Der Asylstreit besch&auml;ftige die Bev&ouml;lkerung nicht so stark wie die Union. Viel mehr f&uuml;rchteten sich die Deutschen vor &ldquo;steigenden Mieten, dem wachsenden Niedriglohnsektor und Altersarmut&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Wagenknecht-startet-Mitte-links-Sammlungsbewegung-4122698.html\">Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Nochmals zur Klarstellung die von Marco B&uuml;low (SPD) angesprochene Plattform hat erst einmal mit der Sammlungsbewegung Sahra Wagenknechts nichts zu tun.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Liebe Kollegen von Telepolis &ndash; Streicht doch bitte verwirrende PR-Begriffe wie &bdquo;Reformerfl&uuml;gel&ldquo; aus Eurem Repertoire.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Negativzinsen f&uuml;r Sozialkassen &ndash; Zinspolitik nagt an der Rentenreserve<\/strong><br>\nDie Nullzinspolitik der Europ&auml;ischen Zentralbank belastet laut einem Medienbericht zunehmend die Sozialversicherungen. Kassierten diese fr&uuml;her noch Zinsen, m&uuml;ssen sie jetzt f&uuml;r das angelegte Geld h&auml;ufig draufzahlen. Das hat nat&uuml;rlich Auswirkungen, andere Probleme sind aber f&uuml;r die Rentenkasse gravierender.<br>\nNun also auch die Rentenversicherung. 49 Millionen Euro Miese stehen dort in der Bilanz, wo eigentlich ein h&uuml;bscher positiver Betrag stehen sollte: N&auml;mlich bei den Zinsertr&auml;gen, also den Zinseinnahmen durch angelegte Rentengelder. [&hellip;]<br>\nDie Rentenversicherung kommt durch diesen Verlust bei den Zinsertr&auml;gen deswegen aber nicht in eine Schieflage, denn dieser vergleichsweise kleine Verlust von knapp 50 Millionen Euro ist angesichts von R&uuml;cklagen von &uuml;ber 34 Milliarden Euro noch verkraftbar, meint Max Herbst: &ldquo;Das klingt doof, wenn man sagt, 50 Millionen sind Peanuts. Deswegen: Es tut weh, es fehlt Geld, aber der kleine Mann sp&uuml;rt das jetzt nicht, da wird jetzt nicht eine Beitragserh&ouml;hung stattfinden, das auf keinen Fall. Aber trotzdem fehlen 50 Millionen, die in dem Moment an die EZB gehen&rdquo;. [&hellip;]<br>\nDie Rente ist sicher, hat der ehemalige Bundesarbeitsminister Norbert Bl&uuml;m einmal gesagt. Das ist sie &ndash; trotz dieser Probleme und Herausforderungen immer noch. Und zwar deswegen, weil die Zinsen am Kapitalmarkt bei der durch Umlagen finanzierten Rentenversicherung nur eine Nebenrolle spielen, meint Bl&uuml;m heute: &ldquo;Das zeigt, dass eine Alterssicherung, die auf Kapital fu&szlig;t, eine unsichere Sache ist. Stellen Sie sich vor, unsere gute alte Rentenversicherung w&auml;re auf den Leim gegangen, sie soll vom Umlagen-System auf Kapitaldeckung umgestellt werden. Dann w&uuml;rde das, was jetzt im Kleinen passiert zum Zusammenbruch der Rentenversicherung f&uuml;hren. Also der alte Bl&uuml;m, der gegen diese Kapitalisierung der Rentenversicherung gearbeitet hat, war nicht so dumm, wie die Bild-Zeitung geglaubt hat.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/negativzinsen-fuer-sozialkassen-zinspolitik-nagt-an-der.766.de.html?dram:article_id=424199\">Deutschlandfunk<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Bei all der Aufregung darf man nicht vergessen, dass nicht die gesetzlichen Umlagesysteme, sondern vor allem die privaten, kapitalgedeckten Systeme ganz besonders unter der anhaltenden Niedrigzinspolitik leiden. Vielleicht sollte  man ohnehin einmal dar&uuml;ber nachdenken, die gesetzlichen Rahmenbedingungen f&uuml;r die Verwaltung der R&uuml;cklagen zu &auml;ndern. Warum darf die Rentenversicherung beispielsweise dem Bund kein Geld leihen? Solange die Fristenkongruenz gew&auml;hrleistet ist, sollte dies doch eigentlich kein Problem sein.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Die Harley-Davidson wird elektrisch<\/strong><br>\nDie Harley-Davidson ist ein Symbol Amerikas. Nach den Attacken von Trump &auml;ndert das Unternehmen nun seine Strategie: Moderner und leichter will man werden. [&hellip;]<br>\nVorgesehen ist, die Produktpalette in den n&auml;chsten Jahren erheblich zu erweitern, neue M&auml;rkte und neue Marktsegmente zu erschlie&szlig;en. Das Angebot soll k&uuml;nftig &uuml;ber Cruiser und Tourenmaschinen im klassisch amerikanischen Stil hinausgehen. Die Amerikaner wollen in Segmenten antreten, um die sie bisher einen Bogen gemacht haben, sich unter anderem mit Reiseenduros und sportlich gezeichneten Motorr&auml;dern der Konkurrenz aus Europa und Japan stellen.<br>\n&Uuml;berdies verfolgen sie das Ziel, &bdquo;die F&uuml;hrungsrolle bei der Elektrifizierung des Zweiradmarkts zu &uuml;bernehmen&ldquo;, wie es in einer Mitteilung hei&szlig;t. Schon 2019 wird demnach die erste Elektro-Harley verf&uuml;gbar sein. Der sollen bis 2022 verschiedene leichte, preiswerte Elektrofahrzeuge folgen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/harley-davidsons-motorraeder-werden-elektrisch-und-leichter-15715243.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Ein kleines Beispiel f&uuml;r die allt&auml;gliche Manipulation. &bdquo;Nach den Attacken von Trump&ldquo; &auml;ndert das Unternehmen also seine Strategie und hat anscheinend in wenigen Tagen ein Elektromotorrad zur Marktreife gebracht? Unsinn. Laut <a href=\"https:\/\/www.motorradonline.de\/test\/elektro-harley-davidson-project-livewire-2019.676078.html\">Fachpresse<\/a>  wurde dieser Strategiewechsel schon 2014 &ndash; also zu Obamas Zeiten &ndash; gestartet. Man sollte auch nicht vergessen, dass nicht Trump, sondern die einzig und allein politische motivierten Strafz&ouml;lle der EU dem Unternehmen <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=42837\">zu schaffen machen<\/a> .<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Wie die westliche Agrarpolitik in Afrika die Fl&uuml;chtlingskrise versch&auml;rft<\/strong><br>\nMit der New Alliance for Food Security and Nutrition&rdquo; wollten 2012 die G8-L&auml;nder in Afrika bis zum Jahr 2022 50 Millionen Menschen aus der Armut holen. Profitiert haben aber nur Gro&szlig;konzerne, die sich mithilfe &ouml;ffentlicher Gelder wie Kolonialherren verhalten.<br>\nMeistens kommt nichts Gutes dabei raus, wenn Regierungen mit ihren &ouml;ffentlichen Geldern Unternehmen beauftragen, eine nachhaltige Politik zu betreiben. Ausschlaggebend war die Rohstoffkrise im Zuge der Finanzkrise im Jahr 2008, die die Preise f&uuml;r gewisse Rohstoffe wie Reis, Mais oder Weizen explodieren lie&szlig;. Und damit einhergehend auch die Sorge, wie Millionen von Afrikanern Zugang zu diesen Rohstoffen erhalten sollten, wenn sie sich diese zu derart hohen Preisen nicht mehr leisten konnten.<br>\nDer Plan war so simpel wie alt: Investitionen in die afrikanische Landwirtschaft und somit Sicherstellung der Ressourcen durch Eigenproduktion.<br>\nFl&uuml;chtlinge werden an Bord eines Bootes der libyschen K&uuml;stenwache nach Tripolis gebracht.<br>\nUm dem Ganzen auch noch einen offiziellen Titel zu geben, wurde eine Art Konsortium unter dem Namen &ldquo;New Alliance for Food Security and Nutrition&rdquo; (NAFSN) gegr&uuml;ndet. Dahinter steckten die Regierungen der G7-Staaten, die Europ&auml;ische Union und multinationale Konzerne wie etwa Monsanto, Cargill, Unilever oder Syngenta. Mit Steuergeldern und privaten Investitionen der Unternehmen sollen die afrikanischen Kleinbauern den Gro&szlig;unternehmen Platz machen. Von L&auml;ndern wie Mosambik wurde verlangt, &ldquo;systematisch die Verteilung von kostenlosem und nicht verbessertem Saatgut an die Bauern zu verbieten, mit Ausnahme von Notf&auml;llen&rdquo;.<br>\nSo soll nat&uuml;rlich sichergestellt werden, dass die teilnehmenden afrikanischen Staaten nur noch modernes und oft genmodifiziertes Saatgut der Gro&szlig;konzerne kaufen.<br>\nVon &Auml;thiopien wurde beispielsweise im Rahmen dieses NAFSN-Projektes verlangt, &ldquo;das Landgesetz, wenn n&ouml;tig, zu verfeinern, um langfristige Pachtvertr&auml;ge zu beg&uuml;nstigen&rdquo;. In der Elfenbeink&uuml;ste beantragten die Konzerne 500.000 Hektar unter denselben Bedingungen, was zu Protesten in dem westafrikanischen Land f&uuml;hrte.<br>\nIn Tansania wurden f&uuml;r eine von Gro&szlig;britannien finanzierte Reisplantage 230 Bauern von ihrem Land vertrieben, w&auml;hrend sich andere verschulden mussten, um die vertraglich vereinbarten Produktionsmittel des britischen Unternehmens Agrica zur F&ouml;rderung der Reisproduktion kaufen zu k&ouml;nnen. In Nigeria ergibt sich ein &auml;hnliches Bild, wobei es allerdings das US-Unternehmen Dominion Farms ist, das auf 30.000 Hektar eine Reisfarm im Osten des Landes aufgebaut hat. Viele Bauern beschweren sich, dass das Unternehmen und die Regierung sie nur unzul&auml;nglich informiert h&auml;tten und sie aus von dem Gebiet verjagt worden seien, wo sie seit Jahrhunderten &uuml;ber Weiderechte und Zugang zu Wassersystemen verf&uuml;gten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/deutsch.rt.com\/gesellschaft\/73721-falsche-westliche-agrarpolitik-in-afrika-verschaerft-fluechtlingskrise\/\">RT Deutsch<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Amazon soll f&uuml;r Steuerbetrug haften<\/strong>\n<ul>\n<li>H&auml;ndler aus China oder Hongkong verkaufen Waren &uuml;ber Amazon, ohne die f&auml;llige Umsatzsteuer abzuf&uuml;hren. Das soll es k&uuml;nftig nicht mehr geben.<\/li>\n<li>Amazon muss in Zukunft die Steuer zahlen, wenn die anderen H&auml;ndler es nicht machen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Bundesregierung will jetzt z&uuml;gig gegen Steuerbetrug im Internet vorgehen. Bereits von Januar 2019 an sollen alle Betreiber elektronischer Marktpl&auml;tze wie Ebay oder Amazon verpflichtet werden, bestimmte Daten der H&auml;ndler zu erfassen, die auf ihren Plattformen Gesch&auml;fte machen. Damit sollen die Finanz&auml;mter pr&uuml;fen k&ouml;nnen, ob die H&auml;ndler ordnungsgem&auml;&szlig; Steuern zahlen. Au&szlig;erdem sollen Betreiber von Plattformen f&uuml;r den Schaden haften, der entsteht, wenn ihre H&auml;ndler keine Umsatzsteuer abf&uuml;hren. Einen entsprechenden Gesetzesentwurf will das Bundeskabinett an diesem Mittwoch verabschieden. Er liegt der S&uuml;ddeutschen Zeitung vor.<br>\nKonservativen Sch&auml;tzungen der Bundesregierung zufolge entgeht dem deutschen Fiskus j&auml;hrlich ein hoher dreistelliger Millionenbetrag, weil insbesondere H&auml;ndler aus Staaten au&szlig;erhalb der Europ&auml;ischen Union bei Internetgesch&auml;ften zu wenig oder keine Umsatzsteuer abf&uuml;hren. Sch&auml;tzungen der Branche gehen davon aus, dass weit mehr als eine Milliarde Euro an Steuereinnahmen verloren gehen. Im Bundesfinanzministerium hie&szlig; es am Montag, das neue Gesetz solle mehr Steuergerechtigkeit schaffen, Einnahmen sichern und verhindern, dass Anbieter aus Drittl&auml;ndern den Wettbewerb verzerren.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/umsatzsteuer-bei-internethaendlern-amazon-soll-fuer-steuerbetrug-haften-1.4075726\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Eine sinnvolle Novelle. Vielleicht schafft es die Politik ja auch irgendwann eimal, Amazon dazu zu bringen, selbst regul&auml;r Steuern zu zahlen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Wer Handel treibt, schie&szlig;t nicht<\/strong><br>\nBeim k&uuml;rzlichen NATO-Gipfel in Br&uuml;ssel waren es die deutschen Importe an Energietr&auml;gern aus Russland, mit denen Trump Ma&szlig; f&uuml;r eine erneute Breitseite nahm: Berlin lasse sich von Washington vor Russland besch&uuml;tzen, zahle dorthin aber Milliarden und Milliarden f&uuml;r Gas und &Ouml;l. Dadurch sei Deutschland Russlands Gefangener und werde vollst&auml;ndig von Moskau kontrolliert! Der geplante Bau einer weiteren Pipeline (Nord Stream 2) schlage dem Fass gewisserma&szlig;en den Boden aus.<br>\nManche Politiker und Medien hierzulande verfielen in Schnappatmung und keuchten etwas von nie dagewesenen Ungeheuerlichkeiten.<br>\nEin Blick zur&uuml;ck k&ouml;nnte da f&uuml;r etwas mehr Gelassenheit sorgen, denn schon seit Ende der 1950er Jahre waren &ndash; seinerzeit mit der Sowjetunion &ndash; bundesdeutsche Energiegesch&auml;fte Streitobjekt zwischen Washington und Bonn, tiefgreifende Zerw&uuml;rfnisse eingeschlossen. &bdquo;Dabei ging es immer schon&ldquo;, wie Holger Schmale in der Berliner Zeitung j&uuml;ngst treffend bemerkte, &bdquo;um eine Melange aus politischen und wirtschaftlichen Interessen auf allen Seiten.&ldquo;<br>\nAm Anfang ging es um R&ouml;hrenlieferungen westdeutscher Unternehmen wie Mannesmann und Hoesch f&uuml;r &Ouml;l- und Gaspipelines in der UdSSR. Auf dem H&ouml;hepunkt des Kalten Krieges, nach der Kuba-Krise, setzten die USA ein NATO-Embargo durch, das solche Gesch&auml;fte nahezu vollst&auml;ndig unterband, so dass auch deutsche Firmen bereits unterzeichnete Vertr&auml;ge brechen mussten. Diese Periode dauerte bis 1968; von nennenswerten Wirkungen dieser Politik in der Sowjetunion ist nichts bekannt.<br>\nIn der nach dem Bonner Regierungswechsel von 1969 beginnenden &Auml;ra der neuen Ostpolitik von Willy Brandt und Egon Bahr &auml;nderte sich dies &ndash; neben der wirtschaftlichen Dimension entsprechender Gesch&auml;fte r&uuml;ckte nun auch deren politisches Potenzial in den Fokus. Brandt war bereit, eine gewisse Abh&auml;ngigkeit von sowjetischen Energielieferungen in Kauf zu nehmen, um seinen kooperativen Ansatz in den Beziehungen zu Moskau und anderen &ouml;stlichen Nachbarn zu flankieren. Das erste gro&szlig;dimensionierte Erdgas-R&ouml;hren-Gesch&auml;ft wurde 1970 abgeschlossen: Es vereinbarte die Lieferung von drei Milliarden Kubikmetern Erdgas j&auml;hrlich &uuml;ber 20 Jahre. Im Gegenzug erhielten Mannesmann und Thyssen den Auftrag, daf&uuml;r eine 2000 Kilometer lange Pipeline zu bauen. Das erste russische Gas erreichte die Bundesrepublik 1973.<br>\nDie wechselnden US-Administrationen hatten diese Entwicklungen von Anfang an mit Misstrauen verfolgt. W&auml;hrend der Pr&auml;sidentschaft Jimmy Carters (1977 bis 1981) schlie&szlig;lich trug der amerikanisch-westdeutsche Dissenz in dieser Frage dazu bei, dass die Beziehungen zwischen Washington und Bonn an den Rand eines Bruchs gerieten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/das-blaettchen.de\/2018\/07\/wer-handel-treibt-schiesst-nicht-45019.html\">Das Bl&auml;ttchen<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Wie lange wir k&uuml;nftig arbeiten m&uuml;ssen<\/strong><br>\nDie Zeit, in der Rentner Altersgeld beziehen, hat sich seit den 1960er-Jahren verdoppelt &ndash; auf 20 Jahre. Und die Lebenserwartung steigt. Damit Renten bezahlbar bleiben, muss nach Ansicht vieler Fachleute die Lebensarbeitszeit weiter nach oben gesetzt werden. Kritiker warnen vor einfachen L&ouml;sungen.<br>\nDas aktuelle Pr&auml;ventionsgesetz st&auml;rkt den Anspruch von Versicherten, dass unter anderem die Rentenversicherung sie dabei unterst&uuml;tzt, gesund zu bleiben &ndash; vor allem dann, wenn sie besonders belastende Arbeit leisten m&uuml;ssen. Die Rentenkassen wollen damit auch ihre Ausgaben stabilisieren. Denn die Zahl der Rentner wird in den kommenden Jahren immer weiter wachsen, w&auml;hrend die Zahl der Beitragszahler sinkt. Die Bundesregierung arbeitet in ihren Berechnungen mit der Rechengr&ouml;&szlig;e der sogenannten &ldquo;&Auml;quivalenz-Beitragszahler&rdquo; &ndash; ihre Zahl wird bis zum Jahr 2030 um rund drei Millionen schrumpfen &ndash; auf dann knapp 27,5 Millionen. Auf der anderen Seite steigt die Rechengr&ouml;&szlig;e der sogenannten &ldquo;&Auml;quivalenz-Rentner&rdquo; um fast drei Millionen, auf dann rund 18,2 Millionen.<br>\n&ldquo;Das &uuml;bergeordnete Ziel aus Sicht der Rentenversicherung ist ganz klar, dass man m&ouml;glichst das vermeidet, dass jemand fr&uuml;hzeitig in Rente geht.&rdquo; Wobei es heute schon ein fr&uuml;hzeitiger Rentenbeginn ist, sich mit dem 65. Lebensjahr aus dem Arbeitsleben zu verabschieden. Im Jahr 2007 haben Union und SPD beschlossen, das Renteneintrittsalter auf 67 Jahre anzuheben. Momentan m&uuml;ssen Arbeitnehmer in den meisten F&auml;llen sieben Monate &uuml;ber ihren 65. Geburtstag hinaus im Beruf bleiben, bevor sie ohne Abschl&auml;ge in Rente gehen k&ouml;nnen.<br>\nAls die schrittweise Anhebung im Jahr 2011 begann, gab es viele Stimmen, die meinten, damit k&ouml;nne nicht Schluss sein &ndash; etwa von Jochen Pimpertz vom Institut der Deutschen Wirtschaft. &ldquo;Wenn die Lebenserwartung immer weiter steigt, dann muss auch die Regelaltersgrenze weiter angehoben werden, um das System zu stabilisieren. Rente mit 67 ist also nur ein vorl&auml;ufiger Fixpunkt, auf lange Sicht hin k&ouml;nnen wir uns durchaus vorstellen, dass die Regelaltersgrenze weiter steigt.&rdquo;<br>\nRente nicht mit 67, sondern mit 68, 69 oder noch sp&auml;ter &ndash; Nicht nur Wissenschaftler des Instituts der Deutschen Wirtschaft, das von den Arbeitgeberverb&auml;nden finanziert wird, haben diese Forderung in den vergangenen Jahren regelm&auml;&szlig;ig wiederholt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/in-rente-mit-72-wie-lange-wir-kuenftig-arbeiten-muessen.724.de.html?dram:article_id=424186\">Deutschlandfunk<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Wer wei&szlig; wie es aktuell trotz &ldquo;Fachkr&auml;ftemangel&rdquo; wirklich auf dem Arbeitsmarkt aussieht, auf dem man mit 50+ als Fachkraft (Ingenieur) schon fast keine Chance mehr hat, den packt vor dem Hintergrund dieser neoliberalen Propaganda nur die Wut.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Ausrangiert: Material Mensch<\/strong><br>\nVor meiner ungeplanten Blogpause Anfang Juni habe ich mich aussortiert gef&uuml;hlt. Ausrangiert, als alleinerziehende Mutter, aus dem Arbeitsmarkt. Ich habe dieses &bdquo;Aussortiert-Ph&auml;nomen&ldquo; auch bei meinen Teilnehmern in der Erwachsenenbildung erlebt, das da hei&szlig;t: Es muss nicht viel passieren, dass man am Arbeitsmarkt ausrangiert wird.<br>\nMeine Aussortierungs-Kriterien lauten wahrscheinlich so (genau wissen tue ich es aber nicht):\n<ul>\n<li>Alleinerziehend mit 2 Kindern: Oh, die Kinder werden oft krank und dann fehlt sie, au&szlig;erdem ist sie nicht flexibel &ndash; geht nicht!<\/li>\n<li>Alter, weil ich nicht mehr ganz jung bin: Oh, die ist teuer und fehlt dann auch noch oft, wegen den zwei Kindern, noch teurer &ndash; geht gar nicht!<\/li>\n<li>Quereinsteiger: Oh, die hat die letzten 10 Jahre in der Erwachsenenbildung gearbeitet mit Langzeitarbeitslosen und Fl&uuml;chtlingen &ndash; geht nur, wenn es gar nicht anders geht! Also auch nie.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Aussortierungs-Kriterien von meinen ehemaligen Teilnehmern lauteten wahrscheinlich &auml;hnlich, n&auml;mlich so: <\/p>\n<ul>\n<li>Gesundheitliche Probleme: Oh, der \/ die war lange krank oder hat eine chronische Erkrankung, na, ob das noch was wird &ndash; lieber gar nicht erst ausprobieren!<\/li>\n<li>Familienpause: Oh, der \/ die hat Familienpause gemacht und nicht gearbeitet &ndash; das muss doch heutzutage wirklich nicht mehr sein &ndash; geht gar nicht!<\/li>\n<li>Alter, der \/ die ist zu alt: Oh, der ist aber schon alt, da lohnt sich ja das Einarbeiten nicht und wenn dann noch Krankheit hinzukommt &ndash; geht &uuml;berhaupt gar nicht!<\/li>\n<\/ul>\n<p>Arbeitgeber m&uuml;ssen im Bewerbungsprozess eine Auswahl treffen und legen hierf&uuml;r gewisse Kriterien fest. Ob dabei das wichtigste Kriterium alleine die Ausbildung und \/ oder die Berufserfahrung sein darf? Ich finde, es m&uuml;ssen auch soziale Aspekte einflie&szlig;en in die Mitarbeiterauswahl, denn wir haben alle eine Verantwortung f&uuml;r diese Gesellschaft. Wenn sich beispielsweise Eltern bewerben oder pflegende Angeh&ouml;rige sind sie f&uuml;r mehrere Menschenleben verantwortlich und daher weniger flexibel, was den Ort und die Arbeitszeit betrifft. Sie k&ouml;nnen nicht st&auml;ndig die Stadt wechseln wegen der Erwerbsarbeit (z. B. bei Befristungen), denn da h&auml;ngt so viel dran (Schule, Kindergarten, Pflegedienst, soziales Umfeld), dass man dies unm&ouml;glich alle paar Jahre &uuml;ber den Haufen schmei&szlig;en kann f&uuml;r einen neuen, vielleicht wieder befristeten, Job. Das kostet alle Beteiligten einfach zu viel Kraft. Sind Bewerber\/innen mit (vermeintlichen) Einschr&auml;nkungen  nicht genau deshalb besonders Unterst&uuml;tzungsw&uuml;rdig und daher in die engere Wahl zu ziehen bei der Mitarbeiterauswahl, weil eben nicht nur die Qualifikation und die Flexibilit&auml;t z&auml;hlen d&uuml;rfen und weil wir alle Teil dieser Gesellschaft sind?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/mamastreikt.wordpress.com\/2018\/07\/25\/ausrangiert-material-mensch\/\">Mama streikt<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Deutsche R&uuml;stungsexporte: Ersatzteile f&uuml;r saudischen Krieg im Jemen<\/strong><br>\nKeine R&uuml;stungsexporte an L&auml;nder, die sich am Krieg im Jemen beteiligen &ndash; das hat die Bundesregierung vereinbart. Doch eine Anfrage zeigt: Saudi-Arabien bekam bis Ende M&auml;rz weiter Ersatzteile f&uuml;r Kampfjets.<br>\n&ldquo;Wir werden ab sofort keine Ausfuhren an L&auml;nder genehmigen, solange diese unmittelbar am Jemen-Krieg beteiligt sind&rdquo;: Das ist viel mehr als ein Satz, es ist ein politisches Statement, das sich da auf Seite 149 des Koalitionsvertrages findet. Und es gibt gute Gr&uuml;nde f&uuml;r diese Festlegung.<br>\nDas Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF etwa urteilte j&uuml;ngst, der Konflikt habe den Jemen &ldquo;in den Abgrund gest&uuml;rzt&rdquo;. Seit 2015 sind laut UNICEF Hunderte Schulen durch Luftangriffe oder Beschuss besch&auml;digt und mindestens 2200 Kinder get&ouml;tet worden. &ldquo;Es gibt keine Rechtfertigung f&uuml;r dieses Gemetzel&rdquo;, betont Henriette Fore von UNICEF.<br>\n&ldquo;Wir werden ab sofort keine Ausfuhren an L&auml;nder genehmigen, solange diese unmittelbar am Jemen-Krieg beteiligt sind&rdquo;: Das ist viel mehr als ein Satz, es ist ein politisches Statement, das sich da auf Seite 149 des Koalitionsvertrages findet. Und es gibt gute Gr&uuml;nde f&uuml;r diese Festlegung.<br>\nDas Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF etwa urteilte j&uuml;ngst, der Konflikt habe den Jemen &ldquo;in den Abgrund gest&uuml;rzt&rdquo;. Seit 2015 sind laut UNICEF Hunderte Schulen durch Luftangriffe oder Beschuss besch&auml;digt und mindestens 2200 Kinder get&ouml;tet worden. &ldquo;Es gibt keine Rechtfertigung f&uuml;r dieses Gemetzel&rdquo;, betont Henriette Fore von UNICEF.<br>\nUnd doch l&auml;uft der blutige Krieg weiter, auch mit Beteiligung Saudi-Arabiens. Das Land f&uuml;hrt eine multinationale Interventions-Streitmacht, die seit 2015 gegen die vom Iran unterst&uuml;tzten Huthi-Rebellen k&auml;mpft. Dabei setzen die Saudis auch Kampfjets vom Typ Eurofighter und Tornado ein.<br>\nMaschinen, an deren Entwicklung und Produktion auch Deutschland beteiligt ist. Union und SPD verpflichten sich im Koalitionsvertrag auf eine &ldquo;restriktive Exportpolitik&rdquo;, die sie auch &ldquo;mit unseren Partnern im Bereich der europ&auml;ischen Gemeinschaftsprojekte verabreden&rdquo; wollen.<br>\nGedacht war dieser Satz als Weiterentwicklung der strengen R&uuml;stungsexportrichtlinien, die von Rot-Gr&uuml;n eingef&uuml;hrt wurden und den Verkauf von Waffen in Krisenregionen deutlich einschr&auml;nken sollen. Streng genommen gilt die Jemen-Klausel des Koalitionsvertrags allerdings erst seit Unterzeichnung am 14. M&auml;rz 2018. Bis dahin und noch im ersten Quartal 2018 wurden aber auch die Exportrichtlinien augenscheinlich nicht so streng ausgelegt und noch ist unklar, ob sie inzwischen konsequenter befolgt werden.<br>\nDoch die Realit&auml;t sieht ein wenig anders aus. Auf Anfrage der Linkspartei-Abgeordneten Sevim Dagdelen teilt das f&uuml;r R&uuml;stungsexporte zust&auml;ndige Bundeswirtschaftsministerium jedenfalls mit, dass zwischen dem zweiten Quartal 2017 und dem ersten Quartal 2018 f&uuml;r insgesamt fast zwei Millionen Euro Ersatzteile f&uuml;r die Kampfjets Eurofighter und Tornado an Saudi-Arabien geliefert worden sind. So nachzulesen in einem Schreiben des parlamentarischen Staatssekret&auml;rs Ulrich Nu&szlig;baum, das dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/saudi-arabien-ruestung-aus-deutschland-101.html\">Tagesschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Dennoch wird Merkel weiter als Kanzlerin der Herzen verehrt, obwohl Kriege keine unerhebliche Fluchtursache sein d&uuml;rften.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Warum Investoren-Schiedsgerichte ein &uuml;bler Aprilscherz sind &ndash; auch f&uuml;r Deutschland<\/strong><br>\nVor kurzem schrieb ich dar&uuml;ber, wie der internationale Schiedsrichter George Kahale aus dem N&auml;hk&auml;stchen plauderte. Es ging u.a. darum, welche Art von windigen bis gef&auml;lschten Belegen die Investorenanw&auml;lte den Schiedsgerichten vorlegen (d&uuml;rfen). Ein Beispiel, das er erw&auml;hnte, lie&szlig; ich aus, um es erst nachzurecherchieren. Es ist kaum zu glauben, aber wahr. Eine Tragikkom&ouml;die mit besorgniserregender Verbindung zu einer Milliardenklage gegen Deutschland.<br>\nEin ausl&auml;ndischer Investor klagte vor einigen Jahren gegen Venezuela vor einem Schiedsgericht auf Schadensersatz. Bei den &uuml;blichen Dreiertribunalen wird ein Schiedsrichter vom Kl&auml;ger, einer vom Beklagten und einer gemeinsam bestimmt. Der Kl&auml;ger beantragte den von Venezuela bestimmten Schiedsrichter wegen fehlender Unabh&auml;ngigkeit abzulehnen. Hauptargument: Dieser Schiedsrichter (m\/w) habe in der Vergangenheit schon zu viele Mandate von Venezuela und verbundenen Staaten &ndash; in diesem Fall Bolivien &ndash;  gehabt.<br>\nUnd jetzt wird&rsquo;s richtig witzig und traurig. Der Kl&auml;geranwalt (m\/w) berief sich auf einen Bericht, wonach Venezuela und Bolivien, beschlossen h&auml;tten, sich zu einem Staat zusammenzuschlie&szlig;en. Deshalb seien die fr&uuml;heren Mandate des angegriffenen Schiedsrichters von Bolivien und Venezuela zusammenzuz&auml;hlen. Weder die Tatsache, dass die beiden L&auml;nder ziemlich weit entfernt voneinander liegen, noch dass der entsprechende Medienbericht vom  Vorabend des 1. April stammte, veranlasste den Kl&auml;geranwalt, genauer zu lesen. In dem lesenswerten Aprilscherz stand unter anderem, dass ein Sprecher der FIFA gro&szlig;e M&ouml;glichkeiten f&uuml;r das vereinte Fu&szlig;ballteam sehe. Er gehe davon aus, dass das neue Land Bolizuela einen geteilten Kader bilden werde. Die eine Mannschaftsh&auml;lfte werde bei Turnieren im Flachland spielen, wo Venezuela stark sei. Der andere Kader k&ouml;nne bei Hochland-Turnieren spielen, wo Bolivien unschlagbar sei.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/norberthaering.de\/de\/27-german\/news\/1000-investorentribunale-aprilscherz\">Norbert H&auml;ring<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Niemand will mehr beim gleichen Arbeitgeber alt werden<\/strong><br>\nAlain Dehaze f&uuml;hrt den Zeitarbeitskonzern Adecco. Er sieht bei jungen Besch&auml;ftigten einen Trend zur Selbstst&auml;ndigkeit &ndash; und der Suche nach Sinn im Job.<br>\nDie Digitalisierung ver&auml;ndert unsere Arbeitswelt radikal. Wir m&uuml;ssen uns &uuml;berlegen, wie wir damit umgehen. &Uuml;berlassen wir das den Einzelnen oder nehmen wir die Herausforderungen gemeinsam an? Ich w&uuml;rde mir eine gesellschaftliche Antwort w&uuml;nschen. Zum Beispiel ein Weiterbildungskonto, mit dem sich Geld f&uuml;r das lebenslange Lernen zur&uuml;cklegen l&auml;sst.<br>\nAuch deshalb haben Sie einen &bdquo;neuen Sozialvertrag f&uuml;r das 21. Jahrhundert&ldquo; gefordert. Wieso macht sich ein Personalvermittler wie die Adecco Gruppe f&uuml;r soziale Rechte stark?<br>\nErstens, weil wir weit mehr als ein Personalvermittler sind. Wir decken die ganze Bandbreite von HR-L&ouml;sungen ab. Und da sehen wir, welche Grenzen das jetzige System aufweist. Zweitens, weil wir als Arbeitgeber eine gesellschaftliche Verantwortung haben. Und da k&ouml;nnen und wollen wir nicht wegschauen.<br>\nWo liegt das Problem?<br>\nDas Arbeitsleben hat sich insgesamt ge&auml;ndert, aber die sozialen Systeme halten dabei nicht Schritt. Neue Arbeitsformen wie projektorientiertes Arbeiten, Teilzeitarbeit und Selbstst&auml;ndigkeit gewinnen weltweit an Bedeutung. In den USA arbeitet bereits heute jeder zweite Studienabsolvent als Freelancer. Auch in Europa verlangt die junge Generation mehr Freiheiten. Unsere Aufgabe ist, unseren Kunden aus der Wirtschaft Flexibilit&auml;t anzubieten und gleichzeitig unseren Besch&auml;ftigten Sicherheit und eine berufliche Perspektive geben zu k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/beruf-und-buero\/the_shift\/adecco-chef-alain-dehaze-niemand-will-mehr-beim-gleichen-arbeitgeber-alt-werden\/22860724.html?ticket=ST-1683336-YoSMdPbTKTrm6wh3JFu5-ap1\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers H.B.:<\/strong> Ich kenne dieses Unternehmen und deren Gesch&auml;ftsgebaren, ich habe fast vier Jahre f&uuml;r dieses Unternehmen gearbeitet. Man verkauft sich ganz toll in der &Ouml;ffentlichkeit, es funktioniert solange man nicht hinter die Fassade schaut.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> In der Tat, das Interview trieft vor Heuchelei. Adecco und all die anderen &ldquo;Anbieter von HR-L&ouml;sungen&rdquo; sind moderne Sklavenh&auml;ndler, nichts anderes. Ihren Profit generieren dies Unternehmen damit, dass dort die Bezahlung signifikant unter den tariflichen Richtwerten festangestellter Mitarbeiter liegt und die entleihende Firma sich nicht darum scheren muss die Arbeitskraft nach Belieben wieder loszuwerden.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Abzug der Soros-Stiftung aus Ungarn &ndash; Die Entscheidung beruht auf einer Risikoanalyse&rdquo;<\/strong><br>\nUngarn &uuml;bte massiven Druck auf die Stiftung des US-Milliard&auml;rs George Soros aus. Nun zieht die Stiftung nach Berlin um. Hier schildern zwei Mitarbeiter, was sie in dem osteurop&auml;ischen Land erleben mussten.<br>\nFormal ist es nur ein Umzug. Praktisch aber ein Ereignis von gro&szlig;er Symbolik und ein Einschnitt in der postkommunistischen Geschichte Mittel- und S&uuml;dosteuropas: Die Open Society Foundation (OSF) des US-B&ouml;rsenmilliard&auml;rs George Soros wird ihr europ&auml;isches Hauptquartier in Budapest zum 31. August schlie&szlig;en und nach Berlin umziehen. Der Grund: Das &ldquo;repressive politische und gesetzliche Klima in Ungarn&rdquo;, wie die Leitung der Stiftung in New York am 15. Mai mitteilte.<br>\nDamit geht eine &Auml;ra von mehr als drei Jahrzehnten zu Ende, wo sie einst begonnen hatte &ndash; in Budapest: George Soros hatte 1984 angefangen, in der ungarischen Hauptstadt antikommunistische Oppositionelle mit Fotokopierern zu unterst&uuml;tzen. Mit seinem Engagement wurde er zur Hassfigur f&uuml;r viele antiliberale Kr&auml;fte &ndash; in Ungarn, aber auch andernorts. US-Spindoctor Stephen Bannon bezeichnete Soros unl&auml;ngst als &ldquo;Teufel&rdquo;.<br>\nSPIEGEL ONLINE: Herr Niz&aacute;k, die Open Society Stiftung von George Soros schlie&szlig;t ihr Hauptquartier in Budapest zum 31. August und zieht nach Berlin. Geht damit ein historisches Kapitel zu Ende?<br>\nNiz&aacute;k: In der Tat. Die Open Society Stiftung wurde hier in Ungarn in der Zeit des Systemwechsels 1989\/90 gegr&uuml;ndet. Aber George Soros hat die einstige antikommunistische Opposition schon seit 1984 unterst&uuml;tzt. Dieses Kapitel endet jetzt. Aber, ganz wichtig: Die finanzielle Unterst&uuml;tzung f&uuml;r Projekte in Ungarn, in Mittel- und S&uuml;dosteuropa, in der ganzen Region wird weder eingestellt noch verringert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/m.spiegel.de\/politik\/ausland\/ungarn-stiftung-von-george-soros-zieht-sich-aus-budapest-zurueck-a-1216653.html\">SPON<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Bekannt ist, dass Soros &uuml;ber seine diversen Stiftungen, dessen Dachverband Open Society Foundations hei&szlig;t, die Verbreitung der neoliberalen Ideologie und die Regime Change Aktivit&auml;ten der US-Regierung explizit unterst&uuml;tzt oder unterst&uuml;tzt hat, wie etwa in der Ukraine. Die entsprechende Semantik dazu ist die, der &ldquo;offenen Gesellschaft&rdquo; und der &ldquo;offenen Grenzen&rdquo;. Offene Gesellschaft im neoliberalen Sinne, dass jeder seines individuellen Gl&uuml;ckes Schmied ist und offene Grenzen f&uuml;r Kapital, Waren und Arbeitskr&auml;fte.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Mehr als 25.000 Personen auf rechten Feindeslisten<\/strong><br>\nVon 25.000 auf Feindeslisten Rechtsextremer aufgetauchter Personen wurden 2017 von Bundesbeh&ouml;rden lediglich 3 informiert. Der Rest sei L&auml;ndersache, hei&szlig;t es in Berlin. Auf eine gemeinsame Datei verzichten Bund und L&auml;nder.<br>\nDie deutschen Sicherheitsbeh&ouml;rden haben seit 2011 bei Razzien und Festnahmen in der rechtsextremen Szene Listen gefunden, auf denen mehr als 25.000 Personen mit Namen, Telefonnummern und Adresse als &bdquo;Feinde&ldquo; markiert worden sind. Die entsprechenden Schriftst&uuml;cke oder Datens&auml;tze seien vor allem bei den Ermittlungen gegen den rechtsterroristischen Nationalsozialistischen Untergrund (NSU), gegen die Rechtsextremisten Franco A., Maximillian T. und Mathias F. im vergangenen Jahr sowie &ndash; ebenfalls 2017 &ndash; gegen Mitglieder der rechten Prepper-Gruppierung &bdquo;Nordkreuz&ldquo; beschlagnahmt worden. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linke-Bundestagsfraktion hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. &hellip;..<br>\nAus der Antwort der Bundesregierung geht hervor, dass es keine gemeinsame Datei von Bund und L&auml;ndern &uuml;ber bedrohte Personen auf diesen &bdquo;Feindeslisten&ldquo; gebe. &bdquo;Eine Zentraldatei oder Verbunddatei mit Personen im Sinne der Fragestellung wird nicht gef&uuml;hrt&ldquo;, hei&szlig;t es. &bdquo;Entsprechende Daten werden in Ermittlungsdateien oder Amtsdateien beziehungsweise Fallakten von den zust&auml;ndigen Beh&ouml;rden erfasst. Es werden jedoch zweckgebunden nur Personendaten gespeichert, die im Rahmen der jeweiligen Aufgabenwahrnehmung festgestellt wurden. Eine &uuml;bergreifende beziehungsweise generelle Speicherung erfolgt nicht.&ldquo;<br>\nDie Rechtsextremismus Expertin der Linke-Fraktion, Martina Renner, wirft der Bundesregierung vor, die rechtsterroristische Gefahr zu ignorierten. &bdquo;Anders ist es nicht zu erkl&auml;ren, dass das Bundeskriminalamt von mehreren zehntausend Betroffenen nicht mal eine Hand voll informiert und sich sonst ausschweigt&ldquo; so Renner gegen&uuml;ber dem RND.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.lvz.de\/Nachrichten\/Politik\/Mehr-als-25.000-Personen-auf-rechten-Feindeslisten\">Leipziger Volkszeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Argentinien: Die Lage der Armen versch&auml;rft sich<\/strong><br>\nArgentiniens Wirtschaft schw&auml;chelt und die Regierung setzt wegen des IWF-Kredits den Rotstift an. Die Zahl der Jobs ist r&uuml;ckl&auml;ufig und Lebensmittel angesichts der Pesos-Abwertung teuer. Besonders hart trifft es die Mittel- und Unterschicht: Das Geld reicht nicht, um das N&ouml;tigste zu kaufen.<br>\nDie Armut in Argentinien ist nicht zu &uuml;bersehen. Im winterkalten Buenos Aires bietet die gro&szlig;e Zahl von Obdachlosen einen bedr&uuml;ckenden Anblick. Suppenk&uuml;chen berichten &uuml;ber einen gestiegenen Zulauf.<br>\nMehr als dreieinhalb Millionen Kinder und Jugendliche erhalten Sozialhilfen, die die linksperonistische Pr&auml;sidentin Cristina Kirchner 2009 einf&uuml;hrte und ihr liberaler Nachfolger Mauricio Macri fortf&uuml;hrt. Doch diese k&ouml;nnten die strukturelle Armut von einem knappen Drittel der Bev&ouml;lkerung nur lindern, meint Soziologe Donza:<br>\n&ldquo;Plus minus drei&szlig;ig Prozent unserer Bev&ouml;lkerung hat zu geringe Eink&uuml;nfte, um in W&uuml;rde leben zu k&ouml;nnen. Die Hilfen f&uuml;r Familien mit Kindern reichen gerade mal daf&uuml;r aus, ihre Ern&auml;hrung sicherzustellen. Aber sie holen die Leute nicht aus der Armut. Daf&uuml;r m&uuml;sste sich der Arbeitsmarkt nachhaltig verbessern.&rdquo;<br>\nZahl der Jobs ist r&uuml;ckl&auml;ufig<br>\nDoch das zeichnet sich nicht ab. Zwar hatte es 2017 einen sp&uuml;rbaren Aufschwung gegeben, doch seit einigen Monaten ist die Zahl der Jobs wieder r&uuml;ckl&auml;ufig. Das liegt an der geschrumpften wirtschaftlichen Aktivit&auml;t. Gerade kleine und mittlere Firmen und Gesch&auml;fte, die Arbeitspl&auml;tze schaffen k&ouml;nnten, haben mit schwierigen Rahmenbedingungen zu k&auml;mpfen: Konsumflaute, kaum Zugang zu Krediten und gestiegene Energiepreise. Ver&oacute;nica Lico, Inhaberin eines Ladens f&uuml;r Reinigungsprodukte in einem Mittelklasseviertel von Buenos Aires erz&auml;hlt:<br>\n&ldquo;Die Leute haben weniger Kaufkraft. Und weil f&uuml;r mich wegen der Peso-Abwertung die Produkte teurer geworden sind, musste ich die Ladenpreise anheben. Aus all diesen Gr&uuml;nden verkaufe ich weniger. Hinzu kommt, dass meine Strom- und Wasserrechnungen drei bis f&uuml;nf Mal so hoch sind wie vor zwei Jahren.&rdquo;<br>\nLico erzielt seit einigen Monaten keinerlei Gewinn und &uuml;berlegt, ihren Laden zu schlie&szlig;en.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/argentinien-in-der-krise-die-lage-der-armen-verschaerft-sich.799.de.html?dram:article_id=424072\">Deutschlandfunk<\/a>\n<p><strong>dazu auch: Die Regierung missachtet die Vergangenheit<\/strong><br>\nIn Argentinien findet seit dem Wahlsieg von Pr&auml;sident Mauricio Macri ein radikaler politischer und kultureller Kurswechsel statt. Die Regierung desavouriere die Geschichte, sagte der Lyriker Sergio Raimondi im Dlf. Im Gespr&auml;ch analysiert er die einschneidenden Ver&auml;nderungen in einem der bedeutendsten L&auml;nder Lateinamerikas.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/argentinien-unter-mauricio-macri-die-regierung-missachtet.1184.de.html?dram:article_id=397958\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Wir sind bereit, die Grenze zu blockieren<\/strong><br>\nDer Taxi-Streik gegen Uber und Cabify hat sich aus Barcelona auf den ganzen spanischen Staat ausgeweitet und die Fahrer drohen, &ldquo;die Wirtschaft des Landes lahmzulegen&rdquo;<br>\nEs k&ouml;nnte in Spanien in diesem Urlaubssommer zu einem massiven Verkehrschaos kommen, das weit &uuml;ber das hinausgehen k&ouml;nnte, das seit Tagen in Barcelona zu beobachten ist. L&auml;ngst finden in vielen St&auml;dten des Landes mit Koffern beladene Touristen keine Taxis.<br>\nZentrale Stra&szlig;en des Zentrums in Barcelona sind schon seit Freitag blockiert, da sich zun&auml;chst die katalanischen Taxifahrer zu einem &ldquo;spontanen und unbefristeten Streik&ldquo; entschieden haben und im Zentrum campieren. Der Streik hatte sich &uuml;bers Wochenende &uuml;bers gesamte Land ausgeweitet. [&hellip;]<br>\n&ldquo;Jetzt oder nie&rdquo; hei&szlig;t die Devise. Der Montag war sehr bedeutsam f&uuml;r die Fahrer, denn ihre Vertreter waren nach Madrid geladen, um im Ministerium f&uuml;r Infrastruktur &uuml;ber ihre Forderungen zu verhandeln. &ldquo;Wenn es am Montag keine &Uuml;bereinkunft und keine Verpflichtung gibt, die Taxilizenzen im Gro&szlig;raum Barcelona zu sch&uuml;tzen, sind wir mit einer gro&szlig;en Gruppe darauf vorbereitet, die Grenze zu schlie&szlig;en&rdquo;, erkl&auml;ren Vertreter der Streikenden in Barcelona mit Blick auf die nahe franz&ouml;sische Grenze.<br>\n&ldquo;Wir werden die Wirtschaft des Landes lahmlegen&rdquo;, droht Alberto &Aacute;lvarez sogar.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/news\/Wir-sind-bereit-die-Grenze-zu-blockieren-4123307.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Wie aus mir eine Ostdeutsche wurde<\/strong><br>\nUnsere Autorin ging 1969 aus der Tschechoslowakei in die BRD. Doch heute f&uuml;hlt sie sich &bdquo;Ossis&ldquo; verbundener als &bdquo;Wessis&ldquo;. &hellip;.<br>\nAus der deutschen Vereinigung wurde der Anschluss Ostdeutschlands an den westlichen Teil der Republik, eine Art Kolonialisierung. Nach Willy Brandt sollte zusammenwachsen, was zusammengeh&ouml;rt, allein fehlte dazu die grundlegende Bedingung: die Gleichheit beider Partner. Weil der Zusammenbruch des Ostblocks als der Sieg des Kapitalismus &uuml;ber den Sozialismus definiert wurde, wurden die Ostdeutschen, wie auch die Tschechen und alle anderen aus den staatsozialistischen L&auml;ndern, zu den Besiegten. Dass auch der Westen etwas vom Osten h&auml;tte lernen k&ouml;nnen, war unvorstellbar und in der Republik Helmut Kohls auch politisch nicht gewollt.<br>\nDer Westen hat zweifellos nicht wenig in den Aufbau des Ostens investiert, nur es war ein Umbau mit Hammer, ohne Verst&auml;ndnis, ohne Wille zu verstehen. Und dazu kamen die Interessen des Kapitals, das die DDR als Beute nahm. &Uuml;ber alles entschieden die Menschen aus dem Westen, viel zu oft nicht die besten. Das Bild der DDR wurde auf die Staatssicherheit reduziert, als h&auml;tte hinter der hohen Mauer des totalit&auml;ren Regimes nicht auch hier der h&ouml;lderlinsche Garten der Lebenswelt mit Pflanzen und Blumen existiert.<br>\nDie Unkenntnis und politische Interessen haben sich erg&auml;nzt; die Menschen verloren den Boden unter den F&uuml;&szlig;en, ihr Leben wurde entwertet, als w&auml;re das Leben im Sozialismus weniger wert als im Kapitalismus. Und die ganze Nachkriegsgeschichte Deutschlands schrumpfte zusammen auf die Geschichte seiner westlichen H&auml;lfte: Das Bild Adenauers im Arbeitszimmer der Kanzlerin aus dem Osten. Es ist nicht so lange her, dass der deutsche Historiker Hans-Ulrich Wehler die Existenz der DDR zur Fu&szlig;note in der Geschichte erkl&auml;rte. &Uuml;brigens, f&uuml;r die Art wie die Vereinigung Deutschlands verlief, sch&auml;men sich auch viele Wessis.<br>\nMir selbst kamen aber die Ostdeutschen gerade in dem Augenblick, als ihre Welt zusammenbrach, n&auml;her, weil ich mit ihnen die Erfahrung des Lebens im Sozialismus mit allen seinen dunklen und hellen Seiten teilte. Ich hatte mit ihnen eine gemeinsame Vergangenheit, und das schuf Vertrauen zwischen uns. Nur f&uuml;r eines musste ich mich am Anfang insgeheim sch&auml;men: Sie hatten uns Tschechen lieber als wir sie. Inzwischen habe ich es nachgeholt. Ich f&uuml;hle mich einfach wohler in den sogenannten neuen Bundesl&auml;ndern als im Westen der Bundesrepublik. Das Leben hier kommt mir spontaner, schlichter vor. Die Menschen haben kein Bed&uuml;rfnis, st&auml;ndig zu zeigen, was sie sind, sie sind sich gleicher. Ob es immer noch eine ostdeutsche Identit&auml;t gibt?<br>\nUnd nicht zuletzt, wir aus dem &bdquo;Osten&ldquo; sind um eine Erfahrung reicher, die Menschen im Westen nicht haben: Wie schnell eine scheinbar unbesiegbare Macht in ein paar Tagen wie ein Papiertiger zusammenfallen kann und welche Rolle dabei gewaltlose b&uuml;rgerliche Bewegungen spielen k&ouml;nnen. Wer das einmal erlebte, wird nicht mehr an die Un&uuml;berwindlichkeit irgendeines Machtsystems glauben. Und das ist unsere Chance bei der Suche nach einer Alternative zu dem neoliberalem Kapitalismus, in dem wir heute leben.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.sz-online.de\/nachrichten\/wie-aus-mir-eine-ostdeutsche-wurde-3984572.html\">S&auml;chsische Zeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Blo&szlig; das glatte Gegenteil ist auch keine L&ouml;sung<\/strong><br>\nSelbstverst&auml;ndlich muss man sich dringend von seinen politischen Kontrahenten abheben. Das gebietet die Demokratie &ndash; ohne Pluralismus stuft sie sich zur wahlbefreiten Alternativlosigkeit herab. Die Frage ist aber: Reicht es aus, wenn man das glatte Gegenteil von dem will, was der politische Kontrahent fordert? Nein! Damit macht man sich unglaubw&uuml;rdig.<br>\nNat&uuml;rlich w&uuml;nsche ich mir links einen anderen Umgang mit der Fl&uuml;chtlingsdebatte als das, was von rechts oder, um es mal mit einem Namen auszustatten, von Seehofer kommt. Ein aufgekl&auml;rteres Bild der Lage n&auml;mlich, das eben nicht gespickt ist mit Vorurteilen und Schaum vorm Mund. Allerdings ich halte es f&uuml;r einen fatalen Irrweg, dass man offenbar links zu glauben pflegt, man m&uuml;sse die Debatte rabiat auf Abgrenzung in dieser Frage trimmen &ndash; n&auml;mlich in dem Sinne, dass man zum Beispiel Seehofer zum M&ouml;rder ausruft, weil unter seine &Auml;gide ein afghanischer Straft&auml;ter ausgeschafft wurde, der sich dann, als er zur&uuml;ck in Afghanistan war, aus dem Leben nahm. Das ist eine menschliche Trag&ouml;die &ndash; aber Mord, gar die Wiedereinf&uuml;hrung der Todesstrafe auf Umwegen, wie das meine Filterblase als bitterb&ouml;sen Vorwurf an den Heimatminister auswarf: Mit dem haben wir es hier beim besten Willen nicht zu tun.<br>\nDoch nach diesem Muster tickt leider die Debatte mittlerweile. Der Drang der Abgrenzung zum politischen Kontrahenten ist gigantisch &ndash; man kann das teilweise freilich nachvollziehen: Denn der Muff der rechten Spie&szlig;igkeit kollidiert mit dem eigenen Menschenbild. Wer da nicht das glatte Gegenteil von dem fordert, was die rechte Deutungshoheit forciert, der setzt sein Alleinstellungsmerkmal aufs Spiel. In diesem Kontext wird es dann schwierig eine gewisse N&uuml;chternheit walten zu lassen, zum Beispiel &uuml;ber Ausschaffung nach humanit&auml;ren Gesichtspunkten zu diskutieren &ndash; weil es etwas wie Abschiebung eben gar nicht geben kann. Denn f&uuml;r Abschiebungen sind ja auch die Rechten im Lande &ndash; also muss man sie grunds&auml;tzlich ablehnen und verteufeln. Auf der Strecke bleibt ein linker Akzent innerhalb des Diskurses, man positioniert sich so weit au&szlig;erhalb von medias res, dass man als alternativer Weg in diesem Problemkomplex gar nicht mehr wahrgenommen wird.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.neulandrebellen.de\/2018\/07\/bloss-das-glatte-gegenteil-ist-auch-keine-loesung\/#\">Roberto de Lapuente auf neulandrebellen<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Schon Adenauer wollte Atomwaffen f&uuml;r die Bundeswehr<\/strong><br>\n&bdquo;Soll die Bundeswehr mit Atomwaffen ausger&uuml;stet werden?&ldquo;, wurde der Kanzler Adenauer 1957 gefragt. Die Deutschen reagierten mit Entsetzen. Deutschlands Verpflichtung, keine Atomwaffen herzustellen, legte sein Kabinett eigenwillig aus.<br>\nSchon Adenauer wollte Atomwaffen f&uuml;r die Bundeswehr<br>\n&bdquo;Soll die Bundeswehr mit Atomwaffen ausger&uuml;stet werden?&ldquo;, wurde der Kanzler Adenauer 1957 gefragt. Die Deutschen reagierten mit Entsetzen. Deutschlands Verpflichtung, keine Atomwaffen herzustellen, legte sein Kabinett eigenwillig aus.<br>\nDie Frage war dem Bundeskanzler offensichtlich willkommen: &bdquo;Soll Ihrer Meinung nach die Bundeswehr mit atomaren Waffen ausgestattet werden?&ldquo;, fragte bei einer offiziellen Pressekonferenz in Bonn am 5. April 1957 ein Journalist. Konrad Adenauer antwortete: &bdquo;Unterscheiden Sie doch die taktischen und die gro&szlig;en atomaren Waffen. Die taktischen Waffen sind nichts weiter als die Weiterentwicklung der Artillerie. Nat&uuml;rlich k&ouml;nnen wir darauf nicht verzichten.&ldquo;<br>\nDie deutsche &Ouml;ffentlichkeit, zumindest gro&szlig;e Teile davon, reagierten mit purem Entsetzen. Hatte der Regierungschef der noch nicht einmal acht Jahre alten Bundesrepublik tats&auml;chlich die Ausstattung der erst im Aufbau befindlichen und heftig umstrittenen Bundeswehr mit Massenvernichtungswaffen im Sinne?<br>\nUmgehend formierte sich Widerstand: 18 deutsche Atomforscher und Kernphysiker, darunter die Nobelpreistr&auml;ger Max von Laue, Otto Hahn, Werner Heisenberg und Max Born, sandten ein Protesttelegramm ans Kanzleramt. Sie w&uuml;rden jede Mitarbeit an einem deutschen Atomwaffenprogramm verweigern.<br>\nDas war unfreiwillig komisch. Denn mindestens sechs der Unterzeichner, vor allem Werner Heisenberg und Carl-Friedrich von Weizs&auml;cker, hatten ein gutes Dutzend Jahre zuvor freiwillig und mit vollem Engagement im &bdquo;Uranverein&ldquo; mitgearbeitet, dem Atomprojekt des deutschen Heereswaffenamtes im Zweiten Weltkrieg. Was sie f&uuml;r Hitler insgeheim zu tun bereit gewesen waren, verweigerten sie also nun &ouml;ffentlichkeitswirksam gegen&uuml;ber der demokratischen Bundesregierung.<br>\nKein Wunder, dass Adenauer diesen Protest wenig ernst nahm. Erst im R&uuml;ckblick ist aus der einigerma&szlig;en peinlichen Erkl&auml;rung der &bdquo;G&ouml;ttinger 18&ldquo; vermeintlich ein Dokument b&uuml;rgerschaftlicher Verantwortung von Wissenschaftlern geworden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/geschichte\/article180216424\/Schon-Konrad-Adenauer-wollte-Atomwaffen-fuer-die-Bundeswehr.html\">Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Die Kampagne <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45202#h18\">wird am Laufen gehalten<\/a>.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. 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(JK\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-45221","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/45221","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=45221"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/45221\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":45224,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/45221\/revisions\/45224"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=45221"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=45221"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=45221"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}