{"id":45265,"date":"2018-08-02T08:32:03","date_gmt":"2018-08-02T06:32:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45265"},"modified":"2018-08-02T08:32:03","modified_gmt":"2018-08-02T06:32:03","slug":"hinweise-des-tages-3174","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45265","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45265#h01\">Griechenlandpolitik ist gescheitert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45265#h02\">Trump und der Iran: &ldquo;USA wollen den Iran wirtschaftlich in die Kapitulation zwingen&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45265#h03\">Lohnentwicklung: Erfreuliche Nachrichten von der Tariffront. Wenn man nicht im tarifpolitischen Niemandsland arbeiten muss<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45265#h04\">Minister Spahn l&ouml;st seine Versprechen nicht vollst&auml;ndig ein<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45265#h05\">Bundesregierung kontert BVA: Kein Reformbedarf beim Kassenwettbewerb<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45265#h06\">Kindertagesst&auml;tten: Warum in Deutschland 300.000 Kitapl&auml;tze fehlen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45265#h07\">B&uuml;rgerbeteiligungs-Beschneidungsgesetz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45265#h08\">Anw&auml;ltin von Sami A. verlangt Zwangsgeld<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45265#h09\">Die Piste<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45265#h10\">&ldquo;Bittere Orangen&rdquo;: Sklaverei in Europa<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45265#h11\">Gute P&auml;sse, schlechte P&auml;sse: Die Macht eines St&uuml;ck Papiers<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45265#h12\">Vor dem gro&szlig;en Knall<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45265#h13\">#metwo: Vorurteile sind typisch biodeutsch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45265#h14\">Zu guter Letzt: Jahrhundertraub von Kronjuwelen in Schweden: Von den T&auml;tern keine Spur<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten,  dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Griechenlandpolitik ist gescheitert<\/strong><br>\n&bdquo;Die Griechenlandpolitik von Merkel, Sch&auml;uble und Scholz ist gescheitert. Sie hat Deutschland 2,9 Mrd. Euro Zinsgewinne und dem griechischen Volk Not und Elend gebracht&ldquo;, kommentiert Gesine L&ouml;tzsch, stellvertretende Vorsitzende und haushaltspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, die heutige Haushaltsausschusssitzung. L&ouml;tzsch weiter:<br>\n&bdquo;Die Bundesregierung verz&ouml;gert die Auszahlung des letzten15-Milliarden-Euro-Kredits an Griechenland. Grund ist eine Entscheidung der griechischen Regierung, vorerst auf eine geplante Steuererh&ouml;hung auf f&uuml;nf Inseln zu verzichten. Diese Debatte lenkt davon ab, dass das sogenannte Hilfspaket gescheitert ist. Die Bundesregierung hat nicht zur L&ouml;sung der Griechenlandkrise beigetragen. Mit ihrer K&uuml;rzungspolitik hat sie die Krise in Griechenland weiter versch&auml;rft. Nur zwei Zahlen beschreiben die katastrophale Situation: Betrug der Anteil der Schulden am Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2007 noch 103 Prozent, waren es 2016 bereits 179 Prozent. Das Ziel des &sbquo;Hilfsprogramms&lsquo; war es, durch eine brutale K&uuml;rzungspolitik die Schuldenlast zu reduzieren. Das Gegenteil ist passiert. Der Sozialstaat wurde zerst&ouml;rt und die Schulden sind weiter gestiegen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.linksfraktion.de\/presse\/pressemitteilungen\/detail\/griechenlandpolitik-ist-gescheitert\/\">DIE LINKE. im Bundestag<\/a>\n<p><strong>dazu: Griechenland muss Reformkurs fortsetzen<\/strong><br>\nDie Unionsfraktion wird der j&auml;hrlichen Auszahlung der rechnerischen SMP-Gewinne der EZB und der Freigabe der verabredeten weiteren Schuldenerleichterungen im Haushaltsausschuss nur zustimmen, wenn Griechenland den Reformkurs beibeh&auml;lt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.cducsu.de\/presse\/pressemitteilungen\/griechenland-muss-reformkurs-fortsetzen\">CDU\/CSU Bundestagsfraktion<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Andr&eacute; Tautenhahn:<\/strong> Das Folterprogramm wird also fortgef&uuml;hrt, wie man auch dieser Formulierung von Eckhardt Rehberg entnehmen kann. Einige Mitglieder des Haushaltausschusses waren sogar emp&ouml;rt dar&uuml;ber, dass sie ihren Urlaub extra f&uuml;r so einen &bdquo;K&auml;se&ldquo; unterbrechen mussten. Andere mokierten sich dar&uuml;ber, dass Griechenland einen Vertrauensbruch begangen habe, als es eigenm&auml;chtig eine zugesagte Erh&ouml;hung der Mehrwertsteuer auf f&uuml;nf griechischen Inseln verschob. Dabei hat doch Kanzlerin Merkel daran einen Anteil, weil sie doch als Folge des unionsinternen Streits um die Asylpolitik, bilaterale Abkommen, unter anderem mit Griechenland, versprach und dazu auch Gespr&auml;che f&uuml;hrte, bei denen, wie man heute wei&szlig;, die n&ouml;tige Klarheit fehlte. Die reduzierten Mehrwertsteuers&auml;tze gelten auf den griechischen Inseln, auf denen insgesamt mehr als 10.000 Fl&uuml;chtlinge leben. Die Mehrwertsteuer hier zu erh&ouml;hen, hat da genau welchen Sinn? <\/em><\/p>\n<p><strong>dazu auch: Krank gespart: Griechenland nach acht Jahren Troika<\/strong><br>\nVon den Sparma&szlig;nahmen der vergangenen Jahre war vor allem das Gesundheitssystem betroffen: Personal wurde eingespart, Geh&auml;lter rabiat gek&uuml;rzt und die Ausgaben f&uuml;r medizinische Ger&auml;te zusammengestrichen. Die Folgen sind dramatisch: In den &ouml;ffentlichen Krankenh&auml;usern k&ouml;nnen selbst lebensnotwendige Operationen erst mit monatelanger Verz&ouml;gerung durchgef&uuml;hrt werden, &Auml;rzte und Krankenschwestern sind v&ouml;llig &uuml;berlastet und junge &Auml;rzte verlassen zu Tausenden das Land, um in Deutschland oder anderen europ&auml;ischen L&auml;ndern zu arbeiten. Wer nicht genug verdient, um sich in einer Privatklinik behandeln zu lassen, f&uuml;r den ist Kranksein ein existenzielles Risiko.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/politik\/frontal-21\/griechenland-krank-gespart-100.html\">frontal 21<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Trump und der Iran: &ldquo;USA wollen den Iran wirtschaftlich in die Kapitulation zwingen&rdquo;<\/strong><br>\nDie Linie der US-Regierung sei es bislang gewesen, den Druck auf den Iran zu erh&ouml;hen, um einen Regimewechsel herbeizuf&uuml;hren, sagte Nahostexperte Michael L&uuml;ders im Dlf. Ziel sei es, den Iran wirtschaftlich zur Kapitulation zu zwingen und die religi&ouml;sen und ethnischen Minderheiten gegen die Regierung aufzuwiegeln. [&hellip;]<br>\nHeuer: Aber eigentlich, Herr L&uuml;ders, folgt Donald Trump ja jetzt dem Strickmuster, das er schon im Fall Nordkorea angewandt hat, erst Drohungen, dann Gespr&auml;che ohne Vorbedingungen, und dann klopft man sich gegenseitig auf die Schulter.<br>\nL&uuml;ders: Das wird aber in diesem Fall nicht funktionieren, weil die Lage zu komplex ist, denn es steht zu viel auf dem Spiel, wie der Korrespondent ja auch v&ouml;llig zu Recht darauf hingewiesen hat, ist die Linie der Administration eine ganz andere. Man will den Iran unter Druck setzen, daran besteht gar kein Zweifel. Es ist aber wohl der Psychologie von Donald Trump geschuldet, dass er so widerspr&uuml;chlich sich verh&auml;lt. So hat er, ich glaube, es war im Oktober des vorigen Jahres, wenn ich mich recht erinnere, vor den Vereinten Nationen eine w&uuml;tende Suada gegen&uuml;ber dem Iran abgelassen und den Iran allerlei Missetaten in der Region beschuldigt, hat aber unmittelbar danach dann versucht, den iranischen Pr&auml;sidenten Rohani per Telefon noch zu erreichen, der bereits auf dem Weg zum Flughafen war in New York, um mit ihm ein Gespr&auml;ch zu f&uuml;hren. Dazu kam es dann aber nicht mehr. M&ouml;glicherweise folgt er der Linie, den Gegner in eine vermeintliche Schockstarre zu versetzen, ihm so viel Angst zu machen, dass er danach dann freiwillig gewisserma&szlig;en die Kapitulationsurkunde oder wie auch immer unterschreibt. Das funktioniert aber im Fall des Irans nicht. Es steht auch zu viel auf dem Spiel.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/trump-und-der-iran-usa-wollen-den-iran-wirtschaftlich-in.694.de.html?dram:article_id=424351\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Lohnentwicklung: Erfreuliche Nachrichten von der Tariffront. Wenn man nicht im tarifpolitischen Niemandsland arbeiten muss<\/strong><br>\nDas h&ouml;rt sich doch erst einmal gut an: Tarifl&ouml;hne steigen 2018 durchschnittlich um 3,1 Prozent, so hat das WSI-Tarifarchiv seine Zwischenbilanz f&uuml;r das laufende Jahr &uuml;berschrieben. &raquo;Unter Ber&uuml;cksichtigung der im 1. Halbjahr 2018 abgeschlossenen Tarifvertr&auml;ge und der in den Vorjahren f&uuml;r 2018 bereits vereinbarten Tariferh&ouml;hungen steigen die Tarifl&ouml;hne in diesem Jahr um durchschnittlich 3,1 Prozent. Die Tariferh&ouml;hungen fallen damit deutlich st&auml;rker aus als in den beiden Vorjahren, in denen sie um jeweils 2,4 Prozent zugenommen haben &hellip; Bei einem durchschnittlichen Anstieg der Verbraucherpreise von 1,7 Prozent im ersten Halbjahr 2018 ergibt sich demnach ein Reallohnzuwachs von 1,4 Prozent.&laquo; [&hellip;]<br>\nAus gesamtwirtschaftlicher Sicht bedeutsamer ist die zweite Einschr&auml;nkung &ndash; hier werden &bdquo;nur&ldquo; die Tarifverdienste betrachtet, was voraussetzt, dass die Arbeitnehmer nach tarifvertraglichen Regelungen verg&uuml;tet werden. Das aber ist nur f&uuml;r einen Teil der Lohnabh&auml;ngigen der Fall. F&uuml;r rund 43 Prozent der westdeutschen und 56 Prozent der ostdeutschen Arbeitnehmer gab es 2017 keinen Tarifvertrag. In Ost- wie in Westdeutschland ist die Tarifbindung seit Jahren r&uuml;ckl&auml;ufig. Auch wenn dieser Erosionsprozess schleichend verl&auml;uft, ist der Trend als solcher eindeutig und h&auml;lt nach wie vor an. [&hellip;]<br>\nNun k&ouml;nnte der eine oder andere auf die durchaus naheliegende Idee kommen, dass die L&ouml;hne gerade in Deutschland doch eigentlich noch st&auml;rker h&auml;tten steigen m&uuml;ssen angesichts der seit Jahren anhaltend guten Arbeitsmarktlage und dem &uuml;berall beklagten Mangel an Personal. Die nicht vorhandene Tarifbindung in vielen Unternehmen und ganzen Branchen tr&auml;gt sicherlich dazu bei, dass es &bdquo;lohnmoderierende&ldquo; Effekte gab und gibt. Und wie schwer es in solchen Bereichen ist, auf eine andere Spur zu wechseln, kann man derzeit in der Pflege-, vor allem in der Altenpflege studieren.<br>\nAber es ist nicht nur das. Auch die Deutsche Bundesbank hatte k&uuml;rzlich eine Studie publiziert, die sich mit diesen Fragen besch&auml;ftigt: Lohnwachstum in Deutschland: Einsch&auml;tzung und Einflussfaktoren der j&uuml;ngeren Entwicklung, so ist der Beitrag aus dem Monatsbericht April 2018 der Bundesbank &uuml;berschrieben. Dort findet man diese interessanten Hinweise:\n<blockquote><p>\n&raquo;Mit der raschen gesamtwirtschaftlichen Erholung in Deutschland nach dem Ende der j&uuml;ngsten Rezession setzte ein kr&auml;ftiges Besch&auml;ftigungswachstum ein. Zudem erreichte die Arbeitslosigkeit im vergangenen Jahr den niedrigsten Stand seit der deutschen Wiedervereinigung. W&auml;hrend es in der Anfangsphase der wirtschaftlichen Erholung zu Aufholeffekten bei den nominalen Lohnzuw&auml;chsen gekommen war, hielt der Anstieg der Stundenverdienste seit dem Jahr 2014 nicht Schritt mit der anhaltend hohen Arbeitskr&auml;ftenachfrage. Der Befund einer in den letzten Jahren vergleichsweise moderaten Lohnentwicklung fand auch internationale Beachtung.&laquo; Und dann das hier: &raquo;Die Ergebnisse deuten auch darauf hin, dass die in den vergangenen Jahren hohe arbeitsmarktorientierte Nettomigration vor allem aus anderen EU-L&auml;ndern half, die zunehmende Nachfrage nach Arbeitskr&auml;ften zu befriedigen. Damit ging eine tendenziell lohnd&auml;mpfende Wirkung einher. Insgesamt spricht auf Basis der aktuell zur Verf&uuml;gung stehenden Daten einiges daf&uuml;r, dass dieser Effekt zu einem Gutteil daher r&uuml;hrt, dass viele zugewanderte Arbeitskr&auml;fte ihre Besch&auml;ftigung in vergleichsweise niedrig entlohnten T&auml;tigkeitsbereichen beziehungsweise Branchen aufnahmen.&laquo;\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/aktuelle-sozialpolitik.de\/2018\/08\/01\/erfreuliche-nachrichten-von-der-tariffront\/\">Aktuelle Sozialpolitik<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Minister Spahn l&ouml;st seine Versprechen nicht vollst&auml;ndig ein<\/strong><br>\n&bdquo;Es ist ein Fortschritt, dass mit diesem Gesetzentwurf erstmals der Pflegenotstand ernsthaft angegangen wird. Es gibt aber auch gro&szlig;e Wermutstropfen: Das Minister-Versprechen, die Pflege aus den Fallpauschalen herauszul&ouml;sen, wird mit diesem Kabinettsbeschluss nicht vollst&auml;ndig eingel&ouml;st&ldquo;, so Harald Weinberg, gesundheitspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, zu dem heutigen Kabinettsbeschluss zum Pflegepersonalst&auml;rkungsgesetz. Weinberg weiter:<br>\n&bdquo;Es wird ein komplexer krankenhausindividueller Pflegeentgeltwert und ein bundesweiter Pflegeerl&ouml;skatalog eingef&uuml;hrt. Dass diese aufw&auml;ndige und b&uuml;rokratische Prozedur nur zu der im Entwurf vorgesehenen Abschlagszahlung dienen soll, die dann am Jahresende ohnehin ausgeglichen wird, kann niemand ernsthaft glauben. Die einzige Erkl&auml;rung daf&uuml;r ist, dass die Bundesregierung beabsichtigt, zuk&uuml;nftig wieder aus der versprochenen Selbstkostendeckung bei der Pflege auszusteigen und auf fallbezogene Pflegepauschalen (&bdquo;Nurses Related Groups&ldquo;) umzustellen.<br>\nDer Pflegelastkatalog bildet nicht den tats&auml;chlichen krankenhausindividuellen Pflegeaufwand ab. Tritt er wirklich in Kraft, dann sind Unterfinanzierungen in der Pflege und ein Wettbewerb, welches Krankenhaus mit m&ouml;glichst wenig Pflegekr&auml;ften auskommt, programmiert.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.linksfraktion.de\/presse\/pressemitteilungen\/detail\/minister-spahn-loest-seine-versprechen-nicht-vollstaendig-ein\/\">DIE LINKE. im Bundestag<\/a>\n<p><strong>dazu: Prof. Stefan Sell zum Pflegepersonalst&auml;rkungsgesetz am 01.08.18<\/strong><br>\nDas Kabinett beschlie&szlig;t den Gesetzesentwurf von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zum Pflegepersonalst&auml;rkungsgesetz. Die Bundesregierung will demnach sowohl in den Krankenh&auml;usern als auch in Alteneinrichtungen mehr Pflegestellen schaffen. Wie realit&auml;tsnah dieser Gesetzesentwurf ist, analysiert Sozialwissenschaftler Prof. Stefan Sell.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=J0gqg2PKdfU&amp;feature=share\">phoenix via YouTube<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Bundesregierung kontert BVA: Kein Reformbedarf beim Kassenwettbewerb<\/strong><br>\nDie Bundesregierung weist Forderungen des Bundesversicherungsamtes zur&uuml;ck, den Wettbewerb zwischen Kassen st&auml;rker zu regulieren. Deren Eigenwerbung kostete zuletzt fast 194 Millionen Euro pro Jahr.<br>\nBeim Wettbewerb der Krankenkassen verordnet sich die Bundesregierung eine Politik der &ldquo;ruhigen Hand&rdquo;. Gr&uuml;nde f&uuml;r weitgehende Reformen sieht sie nicht &ndash; und l&auml;sst damit Forderungen des Bundesversicherungsamtes ins Leere laufen.<br>\nIm April hatte die Bonner Beh&ouml;rde einen Bericht &uuml;ber die Folgen des Wettbewerbs vorgelegt, der mit dem Gesundheits-Strukturgesetz (GSG) im Jahr 1993 seinen Anfang genommen hatte. Bei der wettbewerblichen Ausrichtung stehe die &ldquo;Marktbehauptung&rdquo; der Kassen oft im Vordergrund und nicht das Bem&uuml;hen um eine bessere Versorgung, monierte das BVA. In der Antwort auf eine Anfrage der Linken im Bundestag bremst die Regierung Forderungen der Bundesoberbeh&ouml;rde aus, den Wettbewerb sch&auml;rfer zu regulieren.<br>\nAuf dem Kieker hat das Amt insbesondere Selektivvertr&auml;ge: Viele dieser Vertr&auml;ge verletzten gesetzliche Vorgaben, nur wenige seien innovativ. Die Forderung des BVA, Hausarztvertr&auml;ge umfassend zu evaluieren, weist die Regierung zur&uuml;ck &ndash; das sei &ldquo;kaum praktikabel und zeit- und kostenintensiv&rdquo;. Die Kassen unter BVA-Aufsicht hatten 2016 fast 5400 Selektivvertr&auml;ge (nach Paragraf 140a SGB V).<br>\nAuch bei der Entwicklung von Satzungsleistungen erkennt die Regierung keinen Reformbedarf. Vor sechs Jahren wurde im Versorgungsstrukturgesetz unter einem FDP-gef&uuml;hrten Bundesgesundheitsministerium der gesetzliche Rahmen f&uuml;r Satzungsleistungen liberalisiert. Ein Jahr sp&auml;ter, 2013, waren die Ausgaben der Kassen f&uuml;r diese Extra-Leistungen um 238 Prozent auf 203 Millionen Euro explodiert (siehe nachfolgende Grafik). Bei diesen Leistungen st&uuml;nden &ldquo;die Bindung und Akquise von Versicherten mit guten Risiken&rdquo; im Mittelpunkt, bem&auml;ngelt das BVA. Der Gesetzgeber solle diese Zusatzleistungen der Kassen auf evidenzbasierte Angebote beschr&auml;nken, riet die Beh&ouml;rde.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.aerztezeitung.de\/politik_gesellschaft\/krankenkassen\/article\/968921\/bundesregierung-kontert-bva-kein-reformbedarf-kassenwettbewerb.html\">&Auml;rztezeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Kindertagesst&auml;tten: Warum in Deutschland 300.000 Kitapl&auml;tze fehlen<\/strong><br>\nRechtsanspruch auf einen Kitaplatz f&uuml;r unter Dreij&auml;hrige &ndash; der existiert seit f&uuml;nf Jahren. Allerdings fehlen bundesweit 300.000 Kitapl&auml;tze. Die Nachfrage steigt, eine Besserung ist nicht in Sicht, denn es mangelt an Personal. Trotzdem verzichten immer mehr Kommunen und L&auml;nder auf Kita-Geb&uuml;hren. [&hellip;]<br>\nKita-Personal wird h&auml;nderingend gesucht. Laut einer Erhebung des Instituts f&uuml;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung waren im vierten Quartal des Jahres 2017 bundesweit &uuml;ber 14.000 Stellen im Bereich der Kindertagesbetreuung nicht besetzt. Der Beruf gilt als unattraktiv. 2.600 Euro brutto im Monat verdienen Erzieherinnen und Erzieher als Einstiegsgehalt. F&uuml;r die Ausbildung muss bei den meisten freien und privaten Schultr&auml;gern sogar bezahlt werden, kostenfrei sind nur die staatlichen Erzieherschulen. Damit sich f&uuml;nf Jahre nach Einf&uuml;hrung des Rechtsanspruchs auf einen Kitaplatz auch f&uuml;r unter Dreij&auml;hrige die Situation nun endlich verbessert, soll das Gute-Kita-Gesetz von einer Fachkr&auml;fte-Offensive begleitet werden, verspricht Familienministerin Franziska Giffey. [&hellip;]<br>\nDer Bund stellt mit dem Gute-Kita Gesetz allerdings &ldquo;nur&rdquo; 3,5 Milliarden Euro zur Verf&uuml;gung. Hinzu kommt etwas &uuml;ber ein Milliarde Euro aus einem Investitionsprogramm f&uuml;r den Ausbau von Betreuungspl&auml;tzen. Die Zeit dr&auml;ngt, denn schon jetzt werden bundesweit weitere 300.000 Kitapl&auml;tze ben&ouml;tigt, f&uuml;r die &ndash; das wei&szlig; man schon heute &ndash; das Erzieherpersonal fehlt.<br>\nDer Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz f&uuml;r unter Dreij&auml;hrige existiert seit f&uuml;nf Jahren. Zuverl&auml;ssig umgesetzt werden allerdings kann dieses Recht bis heute nicht. Auch f&uuml;nf Jahre nach dessen Einf&uuml;hrung gilt stattdessen vielfach das Recht des St&auml;rkeren.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/kindertagesstaetten-warum-in-deutschland-300-000.724.de.html?dram:article_id=424386%20\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>B&uuml;rgerbeteiligungs-Beschneidungsgesetz<\/strong><br>\nDie B&uuml;rgerInnen m&uuml;ssen auf jeden Fall geh&ouml;rt werden, wenn Gro&szlig;es gebaut wird. So verlautbart es aus der Politik, die dazu jetzt ein Gesetz bastelt. Es hei&szlig;t &ldquo;Planungsbeschleunigungsgesetz&rdquo;, ist von CSU-Minister Scheuer und schr&auml;nkt die B&uuml;rgerbeteiligung ein.<br>\nErinnert sich noch jemand? Als der Streit um Stuttgart 21 am hei&szlig;esten kochte, war allerorten zu h&ouml;ren und zu lesen, dass nie wieder ein Gro&szlig;projekt ohne fr&uuml;hzeitige umfassende B&uuml;rgerbeteiligung durchgezogen werden k&ouml;nne. Dass im baden-w&uuml;rttembergischen Staatsministerium die Stelle einer Staatsr&auml;tin f&uuml;r Zivilgesellschaft und B&uuml;rgerbeteiligung geschaffen und mit Gisela Erler besetzt wurde, war eine Reaktion darauf, ungeachtet dessen, wie man deren bisherige Arbeit bewerten mag.<br>\nBeim neuen, Achtung Wortunget&uuml;m, Planungsbeschleunigungsgesetz, hat man nun nicht den Eindruck, als sei eine mangelnde B&uuml;rgerbeteiligung als Problem bei der Umsetzung von Gro&szlig;projekten wie Stuttgart 21 oder BER (Berliner Flughafen) erkannt. Im Gegenteil, schaut man sich den Gesetzentwurf und die Verlautbarungen aus dem von Andreas Scheuer (CSU) gef&uuml;hrten Bundesverkehrsministerium an, sieht es eher so aus, als werden die Planungsprozesse an sich f&uuml;r zu langwierig erachtet. [&hellip;]<br>\nZentrale Aspekte des am 18. Juli vom Bundeskabinett verabschiedeten Gesetzentwurfs sind, dass erste Bauma&szlig;nahmen in Zukunft schon vor Planfeststellungsbeschluss erlaubt sein sollen, dass bei Einspr&uuml;chen das Bundesverwaltungsgericht die nur mehr einzige Gerichtsinstanz sein soll, und dass Vorhabentr&auml;ger k&uuml;nftig auch private Projektmanager beauftragen d&uuml;rfen.<br>\nDie B&uuml;rger kriegen mehr Unterlagen im Netz, sonst nicht viel. Aber wie sieht es nun mit der B&uuml;rgerbeteiligung aus? Scheuer sagte im M&auml;rz, man m&uuml;sse effizienter werden und Planungszeiten verk&uuml;rzen, &ldquo;ohne den Dialog mit dem B&uuml;rger zu reduzieren.&rdquo; Nota bene: Ziel ist nicht etwa eine Erweiterung, sondern die Aufrechterhaltung des Status Quo. Aber ob selbst das mit dem neuen Gesetz garantiert ist, daran gibt es erhebliche Zweifel.<br>\nDas Bundesverkehrsministerium verspricht &ldquo;mehr Transparenz und Digitalisierung bei der B&uuml;rgerbeteiligung&rdquo;. Die Vorhabentr&auml;ger seien verpflichtet, erg&auml;nzend zu bestehenden Bekanntmachungsregeln alle Planungsunterlagen im Internet zu ver&ouml;ffentlichen. Dies bleibt aber auch der einzige Teil des Gesetzes, der sich konkret mit B&uuml;rgerbeteiligung befasst.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/politik\/383\/buergerbeteiligungs-beschneidungsgesetz-5253.html\">Kontext: Wochenzeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Anw&auml;ltin von Sami A. verlangt Zwangsgeld<\/strong><br>\nDie Anw&auml;ltin des wohl rechtswidrig nach Tunesien abgeschobenen &raquo;Gef&auml;hrders&laquo; Sami A. (jW berichtete) hat von der Stadt Bochum das angedrohte Zwangsgeld von 10.000 Euro eingefordert. &raquo;Das Fax ist in der Nacht raus, das Geld muss gezahlt werden&laquo;, sagte die Anw&auml;ltin Seda Basay-Yildiz am Mittwoch in Frankfurt der Deutschen Presseagentur. Zuvor war das mit der Androhung des Zwangsgeldes versehene Ultimatum des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen ausgelaufen. Demnach musste die Stadt Bochum Sami A. am Dienstag bis Mitternacht zur&uuml;ckholen &ndash; was nicht passierte. A. k&ouml;nne nach Angaben tunesischer Beh&ouml;rden zur Zeit allerdings auch nicht in die Bundesrepublik ausreisen. Sein abgelaufener Pass sei im Besitz der Beh&ouml;rden, und gegen ihn werde weiter ermittelt, hatten diese am Dienstag mitgeteilt. Am Dienstag abend hatte das Oberverwaltungsgericht (OVG) von Nordrhein-Westfalen einen Antrag der Stadt Bochum gegen das Ultimatum abgewiesen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/337104.anw%C3%A4ltin-von-sami-a-verlangt-zwangsgeld.html\">junge Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Leben wir noch in einem Rechtsstaat, der funktioniert? NRW-Innenminister Stamp lie&szlig; Herrn A. ausweisen und der Bundesinnenminister sagte anschlie&szlig;end: &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.welt.de\/regionales\/nrw\/article179576284\/Abschiebung-von-Sami-A-NRW-Fluechtlingsminister-Stamp-unter-Druck.html\">Die Entscheidung ist nach unserer Auffassung rechtm&auml;&szlig;ig<\/a>&ldquo;. Offenbar werden (nicht nur in diesem Fall?) Fakten geschaffen, die nicht im Einklang mit deutschen Gesetzen stehen, oder? Insbesondere Herr Seehofer sollte sich ernsthaft fragen, ob er mit seinen Aufgaben &uuml;berfordert ist. Er ist schlie&szlig;lich auch Bauminister und in dieser Funktion kaum wahrnehmbar. Sein R&uuml;cktritt w&auml;re wohl f&uuml;r alle Beteiligten das Beste und angesichts seines Alters auch verkraftbar &hellip;<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Die Piste<\/strong><br>\nWeil Italien viele Fl&uuml;chtlinge sich selbst &uuml;berl&auml;sst, leben sie in wilden Barackenlagern. Das gr&ouml;&szlig;te w&auml;chst auf dem ehemaligen Flugplatz von Borgo Mezzanone &ndash; eine Kleinstadt mit L&auml;den, Moscheen, Bordellen und einer Mafia.<br>\nDie Stadt ohne Namen ist gut versteckt. Kein Wegweiser f&uuml;hrt hin. Am Ausgang von Borgo Mezzanone, einem Dorf, das Mussolini einst in die Felder Apuliens pflanzen lie&szlig;, verabschieden einen stattdessen Hakenkreuzschmierereien. Nach vier Kilometern geht es rechts auf eine schmale Teerstra&szlig;e, die sich schon bald aufl&ouml;st, so als wolle auch sie einen nicht weiterbringen. Bei Regen ist sie Matsch, bei Sonnenschein Staub. Und dann liegt sie pl&ouml;tzlich vor einem, schnurgerade in Richtung Horizont: die Piste.<br>\nIm Zweiten Weltkrieg starteten hier Flugzeuge. Heute ist sie die Hauptstra&szlig;e einer Stadt, die es offiziell nicht gibt. Sie hat 4000, 5000 Einwohner, vielleicht mehr. Keiner hat sie gez&auml;hlt. Es sind Menschen, die der italienische Staat sich selbst &uuml;berlassen hat. Sie kommen aus Senegal, Gambia, Mali, Guinea, Guinea-Bissau, Elfenbeink&uuml;ste, Ghana und Nigeria. Auch ein paar Somalier und Eritreer leben hier, Sudanesen und Marokkaner. Es gibt afghanische und pakistanische H&auml;ndler und eine Prostituierte aus Rum&auml;nien.<br>\nManche von ihnen leben in den alten Milit&auml;rbaracken, in Bunkern, manche in Containern, manche in selbstgebauten Ziegelh&auml;uschen. Die meisten aber in Verschl&auml;gen aus Sperrholz und Plastikfolien. Es gibt zwei Moscheen, in einer wird Franz&ouml;sisch gesprochen, in der anderen Englisch. Es gibt die Church of Pentecost und die Garden of Jesus Christ Church. Es gibt die nigerianische Mafia, Bordelle, Friseure, ein Reiseb&uuml;ro, einen Copyshop, Mechaniker und Autoh&auml;ndler, Lebensmittel- und Tante-Emma-L&auml;den. Restaurants, einen senegalesischen B&auml;cker und den Grill von Roman, einem ghanaischen Rasta, der jeden Tag ein Schaf schlachtet und an besonderen Tagen auch mal zwei. Vor seiner H&uuml;tte und entlang der Piste hat jemand Betonkl&ouml;tze verteilt und ausrangierte K&uuml;hlschr&auml;nke, so dass die Autos nicht mehr ganz so schnell rasen k&ouml;nnen. Es hat schon genug Unf&auml;lle gegeben.<br>\nAuf der Piste gibt es keine &Auml;rzte. Ab und zu schauen ein paar Freiwillige vorbei. Ansonsten kommt nicht einmal der Krankenwagen. Es gibt keine Feuerwehr, keine Polizei, keine M&uuml;llabfuhr, kein flie&szlig;endes Wasser und keine Kanalisation.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/wie-fluechtlinge-in-italiens-groesstem-slum-leben-15710906.html\">FAZ<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>&ldquo;Bittere Orangen&rdquo;: Sklaverei in Europa<\/strong><br>\nHungerl&ouml;hne und katastrophale Lebensbedingungen: In der s&uuml;ditalienischen Zitrusfr&uuml;chteproduktion arbeiteten &uuml;berwiegend afrikanische Migranten unter ersch&uuml;tternden Verh&auml;ltnissen, sagte der Ethnologe Gilles Reckingers im Dlf. In seinem neuen Buch beschreibt er seine jahrelangen Beobachtungen vor Ort. [&hellip;]<br>\n&ldquo;Bittere Orangen, eine neues Gesicht der Sklaverei&rdquo; hei&szlig;t Gilles Reckingers neues Buch. Herr Reckinger, warum sind afrikanische Erntearbeiter Sklaven?<br>\nGilles Reckinger: Es ist so, dass im &auml;u&szlig;ersten S&uuml;den Kalabriens, in der Ebene von Gioia Tauro um die Stadt Rosarno herum, sich das Herz der kalabrischen oder s&uuml;ditalienischen Orangenproduktion oder Zitrusfr&uuml;chteproduktion konzentriert. Es gibt einen zweiten, bedeutenderen Produktionsort, das ist Sizilien, aber auf dem Festland ist diese Region sozusagen die bedeutendste. Es ist eben so, dass die Menschen, die diese Orangen pfl&uuml;cken, in sehr gro&szlig;er Zahl eben Menschen sind aus afrikanischen L&auml;ndern jenseits der Sahara, also subsaharischen Gebieten. Es gibt auch Menschen aus Osteuropa, die dort arbeiten, das ist eine andere Migration, und die sind auch anders mit Rechten ausgestattet &ndash; deswegen m&ouml;chte ich das jetzt hier nicht so in den Blick nehmen -, aber eben die Menschen, die aus Afrika kommen, die sind &uuml;berwiegend eben &uuml;ber das Meer gekommen, also diese viel beschworene zentrale Mittelmeerroute &uuml;ber die Insel Lampedusa nach Italien hinein. Und wir wissen ja, dass die europ&auml;ische Solidarit&auml;t in Bezug auf den Umgang mit diesen Menschen, die &uuml;ber das Meer kommen, nicht sehr gut funktioniert und dass ganz viele Menschen in Italien festsitzen.<br>\nDas bedeutet, dass die Menschen zu extrem ausgebeuteten Bedingungen arbeiten m&uuml;ssen. Die Menschen verdienen f&uuml;r einen Arbeitstag zwischen zehn und zw&ouml;lf Stunden 25 Euro, sie m&uuml;ssen aber dann noch den Transportteil quasi, dass der Bauer sie in einem &uuml;berf&uuml;llten Minibus zu der Plantage bringt, die vielleicht ein, zwei Kilometer entfernt ist von dem Arbeitsstrich, wo er die Arbeiter abholt, noch mal f&uuml;nf Euro zahlen. Das hei&szlig;t, es bleiben maximal 20 Euro f&uuml;r einen Arbeitstag zur&uuml;ck. Es ist eine Tagel&ouml;hnerarbeit und eine saisonale Arbeit. Dadurch, dass die Konkurrenz inzwischen gro&szlig; ist, weil sehr viele Menschen in Italien festgesetzt sind, finden die Leute nur an f&uuml;nf bis zehn Tagen w&auml;hrend drei Monaten im Jahr Arbeit, das hei&szlig;t, es sind nur wenige hundert Euro, die in diesem Zeitraum verdient werden k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/gilles-reckinger-bittere-orangen-sklaverei-in-europa.700.de.html?dram:article_id=424382\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Gute P&auml;sse, schlechte P&auml;sse: Die Macht eines St&uuml;ck Papiers<\/strong><br>\nReisep&auml;sse &ouml;ffnen Grenzen &ndash; oder eben auch nicht. Je nachdem, welches Land sie ausgestellt hat. Der austro-afghanische Publizist Emran Feroz kennt beide Seiten aus eigener Erfahrung. Er berichtet, wie sich Racial Profiling anf&uuml;hlt.<br>\nIm Laufe meines bisherigen Lebens kam ich in den Besitz von zwei verschiedenen P&auml;ssen. Als ich auf die Welt kam, wurde mir automatisch die afghanische Staatsb&uuml;rgerschaft zuteil. Da meine Eltern zum damaligen Zeitpunkt noch keinen &ouml;sterreichischen Pass &ndash; meine Geburtsstadt ist Innsbruck &ndash; hatten, wurde ich per se nur zum Afghanen erkl&auml;rt. Mein Name wurde einfach in den afghanischen Reisepass meines Vaters hinzugef&uuml;gt.<br>\nDamit hatte ich einen der nutzlosesten P&auml;sse der Welt. Besitzer des afghanischen Passes haben n&auml;mlich vor allem eines: Probleme. Man kann kaum in ein Land einreisen, ohne auf umst&auml;ndliche Art und Weise ein Visum zu beantragen. Hinzu kommen zahlreiche b&uuml;rokratische Probleme und ein Misstrauen, das mit dem afghanischen Staatsapparat zu tun hat. Allein in den letzten drei&szlig;ig Jahren gab es in Kabul vier verschiedene Regierungen &ndash; von Kommunisten &uuml;ber die Mudschaheddin und Taliban bis hin zur jetzigen Regierung. Jede von ihnen hatte eigene Regeln, f&uuml;hrte neue P&auml;sse ein und erkl&auml;rte die der vorherigen Machthaber f&uuml;r unrechtm&auml;&szlig;ig.<br>\nWas gar keine Rolle spielt ist Lebenswirklichkeit vieler Afghanen, die in viele L&auml;nder ausgewandert sind. Dort gilt n&auml;mlich weiterhin: Wer kein Staatsb&uuml;rger ist, ist kein vollwertiger, gleichberechtigter B&uuml;rger.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/gute-paesse-schlechte-paesse-die-macht-eines-stueck-papiers.1005.de.html?dram:article_id=424317\">Emran Feroz auf Deutschlandfunk Kultur<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Vor dem gro&szlig;en Knall<\/strong><br>\nStudie: Ungleichverteilung der Einkommen in den USA &uuml;bertrifft das Niveau von vor der Weltwirtschaftskrise von 1929<br>\nAnfang dieser Woche wurde bekannt, dass US-Finanzminister Steven Mnuchin die Besteuerung von Kapitalertr&auml;gen durch die Umformulierung einer Vorschrift einschr&auml;nken will (jW berichtete). Wer ein Grundst&uuml;ck oder ein Aktienpaket mit Gewinn verkauft, soll in Zukunft die Inflation bei der Ansetzung des urspr&uuml;nglichen Kaufpreises einrechnen d&uuml;rfen. Dadurch w&uuml;rde dieser nominell steigen und damit die zu versteuernde Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis k&uuml;nstlich reduziert &ndash; obwohl der tats&auml;chliche Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn nat&uuml;rlich h&ouml;her ist. Etwas mehr als 100 Milliarden Dollar w&uuml;rden dem defizit&auml;ren Staatshaushalt damit in den n&auml;chsten zehn Jahren verlorengehen.<br>\nWo landet dieses Geld? Im vorliegenden Fall, das zeigt eine Untersuchung der University of Pennsylvania, zu 86 Prozent beim oberen Prozent der Einkommenspyramide. Das Argument, mit dem die Trump-Administration dem Publikum 2017 das 1,5 Billionen Dollar-Steuergeschenk an Verm&ouml;gende und Unternehmer verkauft hatte &ndash; davon profitiere auch die &raquo;Mittelschicht&laquo; &ndash; funktioniert hier also eindeutig nicht. Dieser plumpe Eifer bei der Pl&uuml;nderung der Staatskasse zugunsten der Superreichen bringt sogar alte Schlachtr&ouml;sser neoliberaler Umverteilungspolitik auf die Palme: Lawrence Summers, einer der Architekten der Finanzmarktderegulierung in der Clinton-&Auml;ra, teilte am Dienstag &uuml;ber den Kurznachrichtendienst Twitter mit, dass es sich hier um eine &raquo;zutiefst r&uuml;ckschrittliche&laquo; Ma&szlig;nahme handele.<br>\nDass Gestalten wie Summers jetzt &ouml;ffentlich auf die Bremse treten, hat mit der sp&uuml;rbar gewandelten gesellschaftlichen Stimmung in den USA zu tun. Die Ansicht, dass das System zugunsten der Reichen arbeite, ja &raquo;manipuliert&laquo; sei (&raquo;rigged system&laquo;), teilen inzwischen Millionen Menschen. 2016 hat die als Verk&ouml;rperung des Establishments geltende Hillary Clinton diese Stimmung v&ouml;llig untersch&auml;tzt, w&auml;hrend ihr sch&auml;rfster Rivale bei den Vorwahlen der Demokraten, Bernard &raquo;Bernie&laquo; Sanders, seine Kampagne auf diesen Punkt ausrichtete.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/337136.vor-dem-gro%C3%9Fen-knall.html\">junge Welt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>#metwo: Vorurteile sind typisch biodeutsch<\/strong><br>\nSeit Jahrzehnten pflegt man in Deutschland einen arg destruktiven Umgang mit der Zuwanderung. Man m&ouml;chte partout kein Zuwanderungsland sein, obgleich man es seit Beginn der Sechzigerjahre bereits ist. Mein Vater wanderte ein, weil man hier keinen mehr fand, der arbeiten konnte &ndash; man brauchte zwar des Zuwanderers Arbeitskraft, tat aber zugleich arrogant so, als habe das keine Auswirkungen auf das Selbstverst&auml;ndnis des Landes. Bis heute weigert man sich, ein eindeutiges Zuwanderungsverfahren zu installieren &ndash; als habe man es nicht n&ouml;tig, so ein Nischenthema zu besetzen.<br>\nAufgrund dieser speziell deutschen Anti-Haltung zur Zuwanderung, hat man es Mesut &Ouml;zil tats&auml;chlich sehr einfach gemacht. Er konnte in seiner Erkl&auml;rung galant &uuml;berspielen, dass er sich ja tats&auml;chlich dem t&uuml;rkischen Pr&auml;sidenten anbiederte und eilfertig zum Thema Rassismus wechseln und betonen, dass er sich latent immer als Fremdk&ouml;rper in Deutschland f&uuml;hlte. Obgleich er quasi mit diesem taktischen Kniff eine inhaltliche Erkl&auml;rung zur Sache umging, kann man ihm ja nicht mal einen Vorwurf machen, denn es stimmt ja schon, was er da so anklingen lie&szlig;. Als jemand, der nicht M&uuml;ller oder Huber hei&szlig;t, bleibst du immer im Kern ein Ausl&auml;nder f&uuml;r jene Menschen im Lande, denen man &uuml;ber Jahre eintrichterte, dass Zuwanderung ja gar nicht n&ouml;tig und schon gar nicht Deutsch sei.<br>\nMan kann sicher auf Bew&auml;hrung dazugeh&ouml;ren. F&uuml;r einen Augenblick. Aber im n&auml;chsten Moment reduziert man einen auf eine Herkunft, die in dem Moment gar keine Rolle spielt. Bei Frau Maier k&auml;me ich jedenfalls nie auf die Idee, in ihren Namen Herkunft hineinzuinterpretieren. So geht es nur &Ouml;zils, De Lapuentes und anderen Deutschen, an denen man das Autochthone nicht ablesen kann.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1095910.rassismus-in-deutschland-metwo-vorurteile-sind-typisch-biodeutsch.html\">Heppenheimer Hiob<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Jahrhundertraub von Kronjuwelen in Schweden: Von den T&auml;tern keine Spur<\/strong><br>\nSchweden in Aufruhr. Die Polizei sucht zu Land, zu Wasser und in der Luft nach den fl&uuml;chtigen T&auml;tern, denen es gelang, die Kronjuwelen aus dem 17. Jahrhundert zu rauben. Der Raub fand bei Tageslicht am Dienstag statt. Die T&auml;ter fl&uuml;chteten mit einem Motorboot.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/deutsch.rt.com\/europa\/73812-jahrhundertraub-von-kronjuwelen-in-schweden\/\">RT deutsch<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WM:<\/strong> Die Diebe sind auf hoher See in ein russisches U-Boot umgestiegen. Das U-Boot wurde von Putin selber gefahren. 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