{"id":45356,"date":"2018-08-07T09:16:27","date_gmt":"2018-08-07T07:16:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45356"},"modified":"2018-08-07T16:23:20","modified_gmt":"2018-08-07T14:23:20","slug":"jeremy-corbyn-wehrt-sich-gegen-den-antisemitismus-putsch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45356","title":{"rendered":"Jeremy Corbyn wehrt sich gegen den Antisemitismus-Putsch"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180807_c1.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Es ist gut m&ouml;glich, dass die r&uuml;cktrittsgeplagte konservative britische Regierung bereits im Herbst auseinanderbricht und es schon bald Neuwahlen im Vereinten K&ouml;nigreich gibt. Zynisch k&ouml;nnte man sagen: dies ist ein guter Zeitpunkt f&uuml;r die Heckensch&uuml;tzen des rechten Labour-Fl&uuml;gels, die mit ihren bisherigen <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34018\">Putschversuchen<\/a>  gegen den beliebten Parteivorsitzenden Jeremy Corbyn scheiterten. Doch der aktuelle Putschversuch ist selbst f&uuml;r britische Verh&auml;ltnisse besonders schmutzig &ndash; es geht um Antisemitismus, Israel-Kritik und Corbyns Weigerung, eine umstrittene Antisemitismus-Definition zu &uuml;bernehmen, die ihn selbst als Antisemiten abstempeln w&uuml;rde. S&auml;mtliche gro&szlig;en Medien sind wieder einmal auf der Seite der Putschisten. Doch Corbyn kann wieder einmal auf seine Unterst&uuml;tzer und die Sozialen Netzwerke setzen, in denen sich eine pr&auml;chtige Gegen&ouml;ffentlichkeit f&uuml;r ihn stark macht und ihm so den Freiraum gibt, sich gegen die Schmutzkampagne zur Wehr zu setzen. Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_9164\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-45356-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180807_Jeremy_Corbyn_wehrt_sich_gegen_den_Antisemitismus_Putsch_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180807_Jeremy_Corbyn_wehrt_sich_gegen_den_Antisemitismus_Putsch_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180807_Jeremy_Corbyn_wehrt_sich_gegen_den_Antisemitismus_Putsch_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180807_Jeremy_Corbyn_wehrt_sich_gegen_den_Antisemitismus_Putsch_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=45356-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180807_Jeremy_Corbyn_wehrt_sich_gegen_den_Antisemitismus_Putsch_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"180807_Jeremy_Corbyn_wehrt_sich_gegen_den_Antisemitismus_Putsch_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Dass Jeremy Corbyn sich gegen Antisemitismus-Vorw&uuml;rfe zur Wehr setzen muss, ist nicht neu. Schlie&szlig;lich sitzt er seit 1983 als Abgeordneter im britischen Unterhaus und hat sich als solcher auch mehrfach kritisch mit der Politik Israels auseinandergesetzt. In einem Umfeld, in dem Kritik an Israel oder dem Zionismus oft mit Antisemitismus gleichgesetzt wird, bleibt es da wohl nicht aus, auch einmal ins Visier derer zu geraten, die sich den Antisemitismus-Begriff gerne f&uuml;r ihre politischen Ziele zurechtbiegen. &Uuml;ber blo&szlig;e &bdquo;Kontaktschuld-Vorw&uuml;rfe&ldquo; gingen die bisherigen Attacken jedoch meist nicht hinaus und stellten daher f&uuml;r Corbyn auch keine gro&szlig;e Bedrohung dar. Dies k&ouml;nnte sich nur dann &auml;ndern, wenn Labour die Definitionshoheit des &bdquo;Antisemitismusbegriffs&ldquo; aus der Hand gibt und den Begriff selbst so vage definiert, dass legitime Kritik an der Politik Israels pl&ouml;tzlich als antisemitisch gilt; dann w&auml;re Corbyn per Definition n&auml;mlich pl&ouml;tzlich selbst Antisemit und als Parteivorsitzender nicht mehr haltbar. Genau diese Strategie wurde vom rechten Parteifl&uuml;gel gew&auml;hlt. <\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180807_c2.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><p>Weitestgehend unbemerkt von der &Ouml;ffentlichkeit haben sich im letzten Jahr 31 Staaten einer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.holocaustremembrance.com\/de\/node\/196?focus=antisemitismandholocaustdenial&amp;inApp=true\">Arbeitsdefinition<\/a>&ldquo; des &bdquo;Antisemitismus-Begriffs&ldquo; angeschlossen, die von der internationalen Organisation <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/International_Holocaust_Remembrance_Alliance\">IRHA<\/a> erarbeitet wurde &ndash; darunter auch <a href=\"https:\/\/www.juedische-allgemeine.de\/article\/view\/id\/29681\">Deutschland<\/a> und Gro&szlig;britannien. Das Problem mit der IRHA-Antisemitismusdefinition ist auch gar nicht die Arbeitsdefinition selbst, sondern die elf Beispiele, die die Autoren zur &bdquo;Veranschaulichung&ldquo; an die Definition angeh&auml;ngt haben. Dort ist dann von &bdquo;den Juden als Volk&ldquo; anstatt der j&uuml;dischen Religionsgemeinschaft die Rede und pl&ouml;tzlich geht es vor allem um Israel, das in der Arbeitsdefinition selbst gar nicht auftaucht. Kritik an israelischem Rassismus wird dabei als &bdquo;Aberkennung des Rechts des j&uuml;dischen Volkes auf Selbstbestimmung&ldquo; umgedeutet und &bdquo;Vergleiche&ldquo; israelischer Politik mit der Politik der Nationalsozialisten werden ebenfalls als Beispiel f&uuml;r Antisemitismus genannt. <\/p><p>Es ist daher kaum verwunderlich, dass die Beispiele zur &bdquo;Arbeitsdefinition&ldquo; nicht nur von <a href=\"https:\/\/www.electronicintifada.net\/blogs\/asa-winstanley\/calling-israel-racist-isnt-anti-semitic-rules-uk-labour\">linken j&uuml;dischen Verb&auml;nden<\/a>, sondern auch von Antisemitismusexperten und angesehenen Juristen scharf kritisiert wurden. Der ber&uuml;hmte Menschenrechtsanwalt Hugh Tomlinson <a href=\"https:\/\/jewishnews.timesofisrael.com\/hugh-tomlinson-ihra\/\">bezeichnete<\/a> die Arbeitsdefinition und die Beispiele bei einer Anh&ouml;rung vor dem Oberhaus als &bdquo;unklar&ldquo; und &bdquo;konfus&ldquo; und &auml;u&szlig;erte gr&ouml;&szlig;te Zweifel daran, dass diese Definition wirklich hilfreich sein kann. David Feldman, seines Zeichens Direktor des Pearls Institute for the Study of Antisemitism kritisierte die Ungenauigkeit der Arbeitsdefinition und die Ausweitung der Definition auf das Thema &bdquo;Israel&ldquo; in den Beispielen. Den Israel-Bezug kritisiert auch der Oxford-Professor und ehemalige Berufungsrichter Stephen Sedley. Mittlerweile warnt selbst einer der Autoren der &bdquo;Arbeitsdefinition&ldquo;, der US-Anwalt und Antisemitismus-Experte Kenneth S. Stern <a href=\"https:\/\/www.independent.co.uk\/voices\/antisemitisim-jews-israel-labour-party-bds-jewish-coalition-palestine-a8458601.html\">vor dem Ergebnis seiner Arbeit<\/a> &ndash; diese sei besonders an US-Universit&auml;ten missbraucht worden, um die Meinungsfreiheit einzuschr&auml;nken und insbesondere pro-pal&auml;stinensische Positionen zu unterdr&uuml;cken. <\/p><p>Diese selbst unter Experten mehr als umstrittene &bdquo;Arbeitsdefinition&ldquo; sollte nun also nach dem Willen der Corbyn-Gegner auch von der Labour Party offiziell &uuml;bernommen werden. Selbstverst&auml;ndlich ging es dem rechten Parteifl&uuml;gel dabei nicht um die Bek&auml;mpfung von Antisemitismus, sondern um die Bek&auml;mpfung des eigenen Vorsitzenden, der nach den kruden Beispielen dieser &bdquo;Arbeitsdefinition&ldquo; wohl selbst unter Antisemitismusverdacht geraten w&uuml;rde. So hatte Corbyn fr&uuml;her mal auf einer Demonstration zur Verurteilung der m&ouml;rderischen israelischen &bdquo;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Operation_Gegossenes_Blei\">Operation Gegossenes Blei<\/a>&ldquo;, also der Bombardierung des Gaza-Streifens 2008\/2009, in einem Nebensatz auch die Belagerungen von Leningrad und Stalingrad <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=-HvwPSNvMwo\">genannt<\/a>  &ndash; jedoch nur, um auf die Qualen der Belagerten hinzuweisen und nicht um die Belagernden gleichzusetzen. Dies k&ouml;nnte man getreu der Beispiele zur IHRA-Arbeitsdefinition dann mit boshaftem Vorsatz als &bdquo;antisemitisch&ldquo; brandmarken und ein Antisemit w&auml;re als Parteivorsitzender nicht mehr tragbar. Doch Corbyn erkannte nat&uuml;rlich die Falle und der Labour-Vorstand weigerte sich, die gesamte Definition anzunehmen. Man erkannte stattdessen die Arbeitsdefinition selbst und sieben der elf Beispiele an, lie&szlig; vier besonders strittige Beispiele aber bewusst au&szlig;en vor und wollte das Thema k&uuml;nftig zusammen mit einer parteiinternen Expertenkommission pr&uuml;fen.<\/p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"X (Twitter)\" data-provider-slug=\"twitter\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Tweets werden Daten an X (ehemals Twitter) &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von X (Twitter) zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><blockquote class=\"external-2click-target twitter-tweet\" data-lang=\"de\">\n<p lang=\"en\" dir=\"ltr\">BREAKING: Britain's leading Jewish newspapers, <a href=\"https:\/\/twitter.com\/JewishNewsUK?ref_src=twsrc%5Etfw\">@JewishNewsUK<\/a>, <a href=\"https:\/\/twitter.com\/JewishChron?ref_src=twsrc%5Etfw\">@JewishChron<\/a> and <a href=\"https:\/\/twitter.com\/JewishTelegraph?ref_src=twsrc%5Etfw\">@JewishTelegraph<\/a>, all carry the same front page on the community&rsquo;s anger and anxiety over <a href=\"https:\/\/twitter.com\/LabourUK?ref_src=twsrc%5Etfw\">@LabourUK<\/a> rejection of international anti-Semitism definition. <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/UnitedWeStand?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#UnitedWeStand<\/a> <a href=\"https:\/\/twitter.com\/BoardofDeputies?ref_src=twsrc%5Etfw\">@BoardofDeputies<\/a> <a href=\"https:\/\/twitter.com\/JLC_uk?ref_src=twsrc%5Etfw\">@JLC_uk<\/a> <a href=\"https:\/\/t.co\/G2ysww8641\">pic.twitter.com\/G2ysww8641<\/a><\/p>\n<p>&mdash; Jewish News (@JewishNewsUK) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/JewishNewsUK\/status\/1022180343292538880?ref_src=twsrc%5Etfw\">25. Juli 2018<\/a><\/p><\/blockquote><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"twitter\">Inhalte von X (Twitter) nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><p><\/p><p>Dies brachte Corbyns Gegner auf die Barrikaden. Zusammen mit den &ndash; wie gleichgeschaltet wirkenden &ndash; Medien brach bereits im Juli eine Schmutzkampagne los, die selbst in Gro&szlig;britannien ihresgleichen sucht. Angefangen hatte die j&uuml;ngere Version der Kampagne durch eine abgesprochene Anti-Corbyn-Protestaktion dreier j&uuml;discher Zeitungen, deren Journalisten die Sache &uuml;brigens <a href=\"https:\/\/www.thecanary.co\/exclusive\/2018\/08\/06\/exclusive-jewish-news-editor-slams-his-papers-front-page-attack-on-corbyn-its-repulsive-this-is-a-lifelong-anti-racist-were-trashing\/\">ganz anderes sehen<\/a>. Dies war jedoch nur die Initialz&uuml;ndung. Vom rechten Gossenblatt Sun bis hin zum linksliberalen Guardian pr&uuml;gelte man auf Corbyn ein und selbst deutsche Bl&auml;tter machen bei der Kampagne fr&ouml;hlich mit und scheuen sich dabei nicht, Fake News zu verbreiten &ndash; so behaupten beispielsweise <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/labour-chef-corbyn-gibt-echtes-problem-zu-15722842.html\">FAZ<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/kultur\/plus180590862\/Der-alte-Antisemitimus-der-Linken-und-ihre-neuen-Waehler.html\">WELT<\/a>, Labour weigere sich, die &bdquo;Arbeitsdefinition&ldquo; der IHRA zu &uuml;bernehmen. Doch das ist falsch, Labour hat die Definition sehr wohl &uuml;bernommen, erkennt nur vier der elf angeh&auml;ngten Beispiele nicht an. Und das ist nur ein Fake-News-Beispiel von unz&auml;hlig vielen, die man offenbar vor allem gerne in <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article180354306\/Ronald-Lauder-kritisiert-Labour-Partei-als-Heimat-fuer-Antisemiten.html\">&bdquo;Meinungsartikeln&ldquo;<\/a> konservativer j&uuml;discher Funktion&auml;re &bdquo;versteckt&ldquo;. Die Zielrichtung ist klar und die Trittbrettfahrer treffen in den Redaktionen offenbar auf offene Arme.<\/p><div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180807_c3.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Doch Corbyn blieb bislang standhaft und brachte damit seine Gegner erst recht auf die Palme. Margaret Hodges, eine mit unz&auml;hligen Orden und Adelstiteln versehene ehemalige Ministerin unter Gordon Brown, die schon einmal gegen Corbyn putschte, nannte ihn einen <a href=\"https:\/\/www.independent.co.uk\/news\/uk\/politics\/jeremy-corbyn-margaret-hodge-racist-labour-antisemite-antisemtisim-jewish-john-woodcock-a8452351.html\">&bdquo;sch**&szlig; Rassisten und Antisemiten&ldquo;<\/a>, der Parteivize Tom Watson, auch er unter Brown Minister und bekennender Putschist, dr&uuml;ckte im Guardian m&auml;chtig auf die Emotionen, <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/politics\/2018\/aug\/04\/tom-watson-labour-antisemitism-eternal-shame\">fabulierte<\/a> etwas von der &bdquo;ewigen Schande&ldquo;, die der Antisemitismus unter Corbyn der Partei zuf&uuml;gen w&uuml;rde und forderte ihn auf, sofort t&auml;tig zu werden. Das tat Corbyn &ndash; jedoch ganz und gar nicht im Sinne der Putschisten. In einem aufsehenerregenden <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/commentisfree\/2018\/aug\/03\/jeremy-corbyn-antisemitism-labour-party\">Gastartikel im Guardian<\/a> meldete sich Jeremy Corbyn am letzten Freitag selbst zu Wort und schaffte wortreich das Kunstst&uuml;ck, gleichzeitig ein glasklares Statement gegen den Antisemitismus abzugeben, ihn aber auch trennscharf von gerechtfertigter Kritik an der Politik Israels zu isolieren. <\/p><p>Damit d&uuml;rfte die Debatte noch lange nicht vorbei sein, doch abseits des medialen Mainstreams ist sie l&auml;ngst <a href=\"https:\/\/www.thecanary.co\/trending\/2018\/08\/03\/an-extraordinary-display-of-solidarity-for-jeremy-corbyn-suggests-the-smear-campaign-has-backfired\/\">umgeschlagen<\/a>. In den alternativen Medien und den Sozialen Netzwerken zieht sp&auml;testens seit diesem Wochenende ein Orkan auf, der sich auch gegen die Putschisten richtet. Neben dem Hashtag #wearecorbyn ist der Hashtag #TomWatsonResign, mit dem Corbyns Anh&auml;nger den putschenden Parteivize zum R&uuml;cktritt dr&auml;ngen wollen, binnen weniger Stunden zu einem der meistgenutzten Hashtags in Gro&szlig;britannien und sogar international geworden. Zehn- oder gar hunderttausende Solidarit&auml;tsbekundungen folgten auf den Sozialen Netzwerken und konnten binnen Stunden auch zahlreiche schwankende Labour-Funktion&auml;re wieder &bdquo;auf Linie bringen&ldquo;. Wie beim letzten Putschversuch haben sich die Sozialen Netzwerke einmal mehr als m&auml;chtige Antwort auf die Einheitsfront der Massenmedien erwiesen, deren Wirkm&auml;chtigkeit sich in Gro&szlig;britannien mittlerweile rasant aufl&ouml;st.<\/p><p>Vor der Kampagne war Labour in allen <a href=\"http:\/\/ukpollingreport.co.uk\/\">Umfragen<\/a> deutlich vor den konservativen Tories[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">*<\/a>]. Ob die Antisemitismus-Schmutzkampagne dies nachhaltig &auml;ndern kann, wird sich zeigen; hier sind jedoch zum Gl&uuml;ck Zweifel angebracht. Dennoch ist anzunehmen, dass die Schmutzkampagne f&uuml;r die Wahlen nicht folgenlos bleiben wird. Vor allem &auml;ltere Briten, die sich vor allem &uuml;ber die traditionellen Medien informieren, k&ouml;nnten durch das Sommerlochtheater gegen Labour und Corbyn in Stellung gebracht werden &ndash; aber die geh&ouml;ren ohnehin nicht zum eigentlichen Klientel Corbyns, der wie kaum ein anderer Politiker auf dieser Welt vor allem von der Generation U50 gew&auml;hlt wird. &Auml;rgerlich ist jedoch, dass die komplett unn&ouml;tige Antisemitismus-Debatte nun andere Themen verdr&auml;ngt &ndash; in den klassischen Medien wird nichts mehr vom katastrophalen Gesundheitssystem gebracht und selbst die &uuml;berschaubare Performance der Brexit-Verhandler ist erst mal kein Thema mehr &hellip; aber das wird sich bald wieder &auml;ndern, Antisemitismus-Debatten werden zwar meist mit aller H&auml;rte und vielen Emotionen gef&uuml;hrt, sind aber auch schnell wieder vorbei. <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;*<\/a>] Dabei ist nicht zu vergessen, dass die schottische SNP als Labour-Partner zahlreiche schottische Wahlkreise beisteuert und Labour sogar &ndash; je nach Modell &ndash;  mit 2% bis 5% weniger Stimmen die Regierungsmehrheit erreichen w&uuml;rde.<\/p>\n<\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/a624c40201f5401685bf55db0ec713fd\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180807_c1.jpg\" alt=\"\" title=\"\"\/><\/div>\n<p>Es ist gut m&ouml;glich, dass die r&uuml;cktrittsgeplagte konservative britische Regierung bereits im Herbst auseinanderbricht und es schon bald Neuwahlen im Vereinten K&ouml;nigreich gibt. Zynisch k&ouml;nnte man sagen: dies ist ein guter Zeitpunkt f&uuml;r die Heckensch&uuml;tzen des rechten Labour-Fl&uuml;gels, die mit ihren bisherigen <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34018\">Putschversuchen<\/a><\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45356\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[88,107,198,123,183,189],"tags":[1561,2005,469,1557,1544,1560,1865,359,1113],"class_list":["post-45356","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-antisemitismus","category-audio-podcast","category-einzelne-politiker-personen-der-zeitgeschichte","category-kampagnentarnworteneusprech","category-medienkritik","category-parteien-und-verbaende","tag-corbyn-jeremy","tag-fake-news","tag-grossbritannien","tag-israel","tag-kampagnenjournalismus","tag-labour-party","tag-meinungsfreiheit","tag-parteistroemungen","tag-soziale-medien"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/45356","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=45356"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/45356\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":45367,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/45356\/revisions\/45367"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=45356"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=45356"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=45356"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}