{"id":45418,"date":"2018-08-12T09:00:11","date_gmt":"2018-08-12T07:00:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45418"},"modified":"2018-08-15T09:06:21","modified_gmt":"2018-08-15T07:06:21","slug":"hinweise-der-woche-74","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45418","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lohnenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45418#h01\">#Aufstehen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45418#h02\">Minister der Diebe<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45418#h03\">Bl&uuml;m kritisiert sozialpolitische Geisterfahrer bei der Rente<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45418#h04\">Altersrente bei Neurentnern im Schnitt unter 880 Euro<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45418#h05\">Abgeordnete aus Berlin und Br&uuml;ssel fordern L&ouml;sung f&uuml;r Julian Assange<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45418#h06\">Mautbetreiber Toll Collect: Systematisch zu viel abgerechnet<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45418#h07\">Eine Z&auml;sur<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45418#h08\">Lehrermangel: &ldquo;Die Unterrichtsversorgung ist auf Kante gen&auml;ht&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45418#h09\">Die Boulevard-Trag&ouml;die des Jan Ullrich: &ldquo;Es ist die Sucht nach Klicks, die uns in Teufels K&uuml;che f&uuml;hrt&rdquo;<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnenswertesten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten,  dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>#Aufstehen<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Aufstehen f&uuml;r ein gerechtes Land<\/strong><br>\nDie Sammlungsbewegung der Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht hei&szlig;t &bdquo;Aufstehen&ldquo;. Nur, warum braucht Deutschland solch eine Bewegung? Sahra Wagenknecht und der Theatermacher Bernd Stegemann haben in einem exklusiven Gastbeitrag f&uuml;r die NWZ aufgeschrieben, warum aus ihrer Sicht jetzt der richtige Zeitpunkt f&uuml;r solch ein politisches Projekt ist.Nach neuesten Umfragen kommen die drei Parteien, die traditionell dem linken Lager zugerechnet werden, zusammen auf 40 Prozent der Stimmen. Eine parlamentarische Mehrheit links von CDU\/CSU ist also weit entfernt. Was k&ouml;nnten m&ouml;gliche Gr&uuml;nde f&uuml;r diesen Verlust einer Mehrheit sein, die es zumindest rechnerisch bis zur letzten Bundestagswahl noch gab?<br>\nEine Partei ist neu hinzugekommen und bestimmt seit 2015 die emotionale Stimmung im Land. Alle anderen Parteien drohen seitdem von der AfD in Geiselhaft genommen zu werden, da sie sich von ihr Fragen aufdr&auml;ngen lassen, die sich so niemand stellen m&uuml;sste.<br>\nDie politisch sinnvolle Grenze verl&auml;uft nicht zwischen den Ressentiments der AfD und der allgemeinen Moral einer grenzenlosen Willkommenskultur. Eine realistische linke Politik lehnt beide Maximalforderungen gleicherma&szlig;en ab. Sie unterst&uuml;tzt die vielen freiwilligen Helfer in der Zivilgesellschaft, die sich um die Integration der Fl&uuml;chtlinge k&uuml;mmern. Und zugleich l&auml;sst sie sich nicht von kriminellen Schlepperbanden vorschreiben, welche Menschen auf illegalen Wegen nach Europa gelangen.<br>\nWir meinen, dass die Fixierung auf das Thema Fl&uuml;chtlinge der falsche Ausdruck einer Wut ist, die sich in ganz anderen Bereichen des Lebens angesammelt hat. Wer nur befristete Arbeitsvertr&auml;ge hat, wessen Rente zu klein ist und wessen Kinder keine anst&auml;ndige Schuldbildung mehr bekommen k&ouml;nnen, weil die &ouml;ffentlichen Schulen vergammeln und Lehrerstellen unterbesetzt sind, der hat jeden Grund, auf &bdquo;die da oben&ldquo; sauer zu sein. Und wer gleichzeitig eine Erfolgsmeldung nach der anderen h&ouml;rt, wie reich dieses Land doch sei und wie gut es uns allen angeblich gehe, der bekommt immer &ouml;fter das Gef&uuml;hl, das hier nicht mehr &uuml;ber sein Leben gesprochen wird. Wir wollen diesen Stimmen wieder Geh&ouml;r verschaffen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.nwzonline.de\/meinung\/berlin-nwz-gastbeitrag-von-sahra-wagenknecht-und-bernd-stegemann-aufstehen-fuer-ein-gerechtes-land_a_50,2,719263146.html\">Sahra Wagenknecht und Bernd Stegemann in der NWZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Sahras realistischer Traum<\/strong><br>\nDie von Sahra Wagenknecht gegr&uuml;ndete Bewegung &bdquo;Aufstehen&ldquo; hat Erfolgschancen. Linke Themen sind den Menschen wichtig. Von einer postmodernen Linken, die lieber Fl&uuml;chtlinge als die Sozialsysteme verteidigt, f&uuml;hlen sie sich aber im Stich gelassen<br>\n(&hellip;) Sozialdemokratisch statt linksradikal<br>\nZwar gibt es noch kein ausgearbeitetes Programm und auch die angepeilte Organisationsstruktur bleibt bislang im Dunkeln. Die Website zeigt allerdings, wo es langgehen soll: Keine langatmigen Ausf&uuml;hrungen und Positionspapiere, sondern kurze knackige Videos mit &bdquo;einfachen B&uuml;rgern&ldquo; aus allen Teilen der Gesellschaft, die sich von der herrschenden Politik verraten und verkauft f&uuml;hlen: Rentner, Studenten, eine Putzfrau, ein Pastor, K&uuml;nstler, ein ehrenamtlicher B&uuml;rgermeister, kleine Unternehmer und so weiter. Die Priorit&auml;ten der Bewegung werden dabei sehr deutlich: Steuergerechtigkeit, Rente, Pflege, Armutsbek&auml;mpfung, sozialer Wohnungsbau, Defizite bei Bildung und Kinderbetreuung, Politikverdrossenheit aber auch &Ouml;kologie, Klimaschutz und ein Bekenntnis zum Asylrecht und zum Antirassismus.<br>\nExplizit sozialistisch oder gar linksradikal ist das nun wirklich nicht. Die sich abzeichnende Programmatik der Bewegung hat eher einen ur-sozialdemokratischen Kern, wie er zuletzt in der von Willy Brandt (SPD) gef&uuml;hrten &bdquo;sozial-liberalen Reform&auml;ra&ldquo; Anfang der siebziger Jahre zum Tragen kam&hellip;.<br>\nLinke Themen sind den Deutschen wichtig<br>\nDas Potenzial f&uuml;r eine neue linke Sammlungsbewegung ist offensichtlich. Pflegenotstand, Altersarmut und wachsende Wohnungsnot stehen neben Kriminalit&auml;tsbek&auml;mpfung und Migration ganz oben auf der Priorit&auml;tenliste der meisten Deutschen, wie zuletzt aus einer Umfrage des ARD-Deutschlandtrends hervorging. Die Arbeit der jetzigen Regierung in diesen Politikbereichen wird von teilweise deutlichen Mehrheiten als unzureichend eingestuft&hellip;.<br>\nEine Bewegung, keine Partei<br>\nNach eigenem Bekunden setzen Wagenknecht und ihr Ehemann Oskar Lafontaine derzeit nicht  auf die Gr&uuml;ndung einer neuen Partei, sondern auf einen breiten gesellschaftlichen Diskurs &uuml;ber linke, soziale Politik, der auch in die bestehenden Parteien SPD, Linke und Gr&uuml;ne hineinwirken soll, um eine &Auml;nderung der Politik zu bewirken. Daf&uuml;r soll sich die Sammlungsbewegung auch auf lokaler und regionaler Ebene Strukturen schaffen&hellip;. Doch zun&auml;chst hei&szlig;t es abwarten. Am 4. September kommt der &bdquo;gro&szlig;e Aufschlag&ldquo; und anschlie&szlig;end muss die neue Bewegung zeigen, ob sie mehr als ein mediales Strohfeuer ist.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/innenpolitik\/aufstehen-linke-bewegung-sahra-wagenknecht-spd\">Cicero<\/a><\/li>\n<li><strong>Die deutsche Linke ist zersplittert und schwach. Eine neue Bewegung, die sie in die Offensive bringt, ist notwendig und sinnvoll.<\/strong><br>\nEin Gespenst flattert durch den deutschen Bl&auml;tterwald: die neue linke Sammlungsbewegung. W&auml;hrend das Phantom noch gar keine reale Gestalt angenommen hat, wird in den Parteizentralen von Parteifunktion&auml;ren, die diese Idee am meisten zu f&uuml;rchten scheinen, bereits zur Jagd geblasen: Es sei ein Spaltungsman&ouml;ver, eine Zwei-Personen-Inszenierung, schon im Ansatz gescheitert, eine finstere Machenschaft, ein Verrat, eine Totgeburt.<br>\nWir sind da grunds&auml;tzlich anderer Meinung. Die Idee ist gut. Der Zeitpunkt ist richtig gew&auml;hlt. Das Bed&uuml;rfnis nach tiefgreifender Ver&auml;nderung ist riesig. Und es gibt viele gute Gr&uuml;nde, intensiv dar&uuml;ber nachzudenken, wie das Unternehmen aussehen m&uuml;sste, um ein Erfolg zu werden und die &uuml;blichen Fehler bei der Gr&uuml;ndungsphase solcher politischen Bewegungen zu vermeiden.<br>\nDer Hauptgrund, warum es eine solche Sammlungsbewegung geben muss, ist die Krise des gesamten Parteiensystems am Ende einer &Auml;ra, die 1989\/90 begann und sich jetzt ihrem Ende zuneigt. Es war faktisch eine Epoche ohne wirkungsm&auml;chtige Gegenkonzepte gegen die ungebremste, ungerechte und aggressive Neuordnung der Welt unter der &Auml;gide der neoliberalen und neokonservativen Oligarchen in West und Ost. Diese haben im Schwung ihres Aufstiegs durch die Methode der globalen Deregulierung und Privatisierung enorme innenpolitische Destabilisierungen und au&szlig;enpolitisches Chaos, Kriege und Massenmigration produziert. Was dabei als Naturgesetz der Globalisierung dargestellt wurde, war reine Macht- und Interessenpolitik. Die Gewinner dieses Prozesses stehen heute ebenso fest wie die Millionen Verlierer, die kein beliebiges Gl&uuml;cks- und Freiheitsversprechen mehr t&auml;uschen kann.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/linke-sammlungsbewegung-raus-aus-der-wagenburg-gastkommentar-a-1221568.html\">SPIEGEL Online<\/a><\/li>\n<li><strong>Es geht darum, den Sozialstaat zu verteidigen<\/strong><br>\nViele Menschen f&uuml;hlten sich mit ihren Sorgen von den Parteien nicht mehr vertreten, sagte Fabio de Masi, Linke, im Dlf. Tausende w&uuml;rden sich f&uuml;r Politik begeistern, wenn man ihnen ein &uuml;berzeugendes Angebot mache. In drei Tagen habe es mehr Mitgliederantr&auml;ge f&uuml;r die Sammlungsbewegung gegeben als die AfD Mitglieder habe.<br>\nDirk-Oliver Heckmann: Sahra Wagenknecht hat geschrieben, seit der Bundestagswahl klaffe zwischen Politikern und deren W&auml;hlerschaft eine solche Vertrauensl&uuml;cke, dass Wahlen zur Farce und demokratische Rechte substanzlos w&uuml;rden. Weshalb, Herr de Masi, beteiligt sich die Linke daran, Demokratie und Rechtsstaat in Deutschland schlecht zu reden. Ist das nicht purer Populismus?<br>\nFabio de Masi: Nein. Es ist so, dass eine gro&szlig;e Mehrheit der Bev&ouml;lkerung sich f&uuml;r bezahlbare Mieten, f&uuml;r gute Pflege, gegen Armutsrenten, f&uuml;r eine Steuergerechtigkeit und auch gegen Auslandseins&auml;tze der Bundeswehr ausspricht, dass diese Mehrheiten aber keine Mehrheiten im Parlament haben. Und das kann die Linke eben allein nicht ver&auml;ndern.<br>\nHeckmann: Wenn die W&auml;hler halt anders w&auml;hlen und eben nicht der Linken beispielsweise ihre Stimmen geben, ist das nicht Demokratie?<br>\nde Masi: Das Problem ist ja, dass viele Menschen sich von der Demokratie auch daher abwenden, weil sie keine Erwartungen an die Parteien mehr haben. Das hei&szlig;t, sie gehen erst gar nicht mehr zur Wahl, oder sie werden eben von den Demagogen der AfD angesprochen. Und das erkennen wir daran, dass ja zum Beispiel kurzzeitig beim Antritt von Martin Schulz ein Umfragehoch da war und all diese W&auml;hlerinnen und W&auml;hler sind wieder verschwunden. Die sind auch nicht zur Linken gekommen. Das hei&szlig;t, da wurden offenbar Erwartungen geweckt, die dann aber wieder entt&auml;uscht wurden, als die W&auml;hlerinnen und W&auml;hler erkannt haben, dass dort kein Wechsel bevorsteht.<br>\nHeckmann: So ist es in der Demokratie, dass W&auml;hlerinnen und W&auml;hler sich &uuml;berlegen, mal die eine Partei, mal die andere zu w&auml;hlen. Sie stellen das Ergebnis demokratischer Wahlen infrage.<br>\nde Masi: Nein, ich stelle nicht das Ergebnis demokratischer Wahlen infrage, sondern wir haben ja erlebt, zum Beispiel in den USA mit der Bewegung um Bernie Sanders, wir haben erlebt mit den Entwicklungen in der Labour Party in Gro&szlig;britannien und Jeremy Corbyn, dass sich wieder Tausende f&uuml;r Politik begeistern, wenn man ihnen ein &uuml;berzeugendes Angebot macht. Insofern leisten wir einen gro&szlig;en Beitrag zur Demokratie. Und entscheidend ist nicht, was Frau Baerbock sagt, entscheidend ist &uuml;brigens auch nicht, was Herr Stegner sagt, zu &lsquo;Aufstehen&rsquo; Herr Stegner. Der hat auch die Auswechslung von Toni Kroos gegen Schweden gefordert, kurz danach machte der ein Tor. Das ist dann eher ein gutes Omen. Entscheidend ist, was die Taxifahrer, Krankenschwestern oder Leiharbeiter sagen, die uns t&auml;glich auf diese Bewegung ansprechen. Wir haben in drei Tagen mehr Beitritte zu dieser Bewegung verzeichnet als die AfD an Mitgliedern hat. Das ist ein gutes Zeichen f&uuml;r die Demokratie.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/linke-sammlungsbewegung-aufstehen-es-geht-darum-den.694.de.html?dram:article_id=424757\">Deutschlandfunk<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Man beachte die unversch&auml;mte und unterstellende Fragestellung, sowie die permanenten Angriffe auf Sahra Wagenknecht, die das ganze Interview durchziehen.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Minister der Diebe<\/strong><br>\nMit krimineller Energie betr&uuml;gen Konzerne bei den Steuern. Olaf Scholz weigert sich, ihnen das Handwerk zu legen.<br>\nDies ist ein Lehrst&uuml;ck dar&uuml;ber, wie eine Reform immer wieder angek&uuml;ndigt, aber letztlich hintertrieben wird. Im Koalitionsvertrag vom 7. Februar 2018 hatten Union und SPD festgelegt: &bdquo;Wir unterst&uuml;tzen eine gerechte Besteuerung gro&szlig;er Konzerne (&hellip;) Steuerdumping muss unterbunden werden.&ldquo; Im Koalitionsvertrag von 2013 findet sich eine &auml;hnliche Passage. Konsequenzen? Keine. Dabei hatte es so hoffnungsvoll angefangen.<br>\nNach der Finanzkrise waren die Regierungen der 20 wichtigsten Industrienationen davon &uuml;berzeugt, dass die Einnahmenseite der Staaten dringend reformiert werden m&uuml;sse. Vor allem die multinationalen Konzerne, die sich durch Gewinnverlagerungen in Steueroasen und dubiose Verrechnungsmethoden zwischen ihren Tochtergesellschaften seit Jahrzehnten um eine &bdquo;gerechte&ldquo; Besteuerung ihrer Gewinne herumdr&uuml;cken konnten, sollten endlich zur Kasse gebeten werden. Die Organisation f&uuml;r wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wurde mit der Ausarbeitung eines Aktionsplans beauftragt. &bdquo;Gewinne&ldquo;, so die G20, sollten k&uuml;nftig &bdquo;dort versteuert werden, wo die Wirtschaftst&auml;tigkeiten, aus denen sie hervorgehen, stattfinden und wo die Wertsch&ouml;pfung entsteht.&ldquo;<br>\n(&hellip;) Blockade-Rat<br>\nAuch die Bef&uuml;rworter mobilisierten. 300 Top-&Ouml;konomen, darunter Thomas Piketty, Jeffrey Sachs und Nobelpreistr&auml;ger Angus Deaton, appellierten in einem offenen Brief an die Staatschefs, endlich ein &bdquo;&ouml;ffentliches Country by Country Reporting&ldquo; einzuf&uuml;hren. Der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske schrieb an Finanzminister Sch&auml;uble, ein &ouml;ffentliches Reporting geh&ouml;re &bdquo;zu den Kernma&szlig;nahmen, um das Vertrauen der B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger in die Europ&auml;ische Union wieder zu verbessern.&ldquo; Am Ende folgte das EU-Parlament dem Vorschlag der Kommission und stimmte am 4. Juli 2017 mit noch gr&ouml;&szlig;erer Mehrheit als 2015 f&uuml;r die Steuertransparenz der Multis.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/wolfgangmichal\/minister-der-diebe\">Der Freitag<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Bl&uuml;m kritisiert sozialpolitische Geisterfahrer bei der Rente<\/strong><br>\nDer fr&uuml;here langj&auml;hrige Arbeits- und Sozialminister Norbert Bl&uuml;m (83, CDU) h&auml;lt von der nach dem fr&uuml;heren sozialdemokratischen Arbeits- und Sozialminister Walter Riester benannte Riester-Rente &uuml;berhaupt nichts. Sie sei ein elementarer Angriff auf die gesetzliche Rentenversicherung, sagte Bl&uuml;m in einem Interview mit der Bild. (&hellip;)<br>\nBl&uuml;m sagte der Zeitung, durch die Riester-Rente sei das allgemeine Rentenniveau abgesenkt worden. Eine Riester-Rente, die zudem noch staatlich gef&ouml;rdert werde, w&uuml;rden aber nicht alle Versicherten beziehen. Da w&uuml;rden die finanziell Schwachen auch noch die Renten der Starken mitfinanzieren. &bdquo;Das ist was f&uuml;r sozialpolitische Geisterfahrer.&ldquo;<br>\nDas deutsche Rentensystem sei zwar immer noch das sicherste der Welt. Es fehlten der Rentenkasse allerdings die vier Prozent der Beitr&auml;ge, die f&uuml;r die Riester-Rente in die Kassen der Privatversicherer abgezweigt worden seien.<br>\nBl&uuml;m kritisierte zudem, dass der Staat Aufgaben, die er zu &uuml;bernehmen habe, auf die gesetzliche Rentenversicherung abw&auml;lzt. &bdquo;Die Rente ist kein Reparaturbetrieb f&uuml;r die Gesellschaft.&ldquo; So k&ouml;nne sie etwa keine Fehler ausb&uuml;geln, die in der Lohnpolitik gemacht w&uuml;rden. Aus Mini-L&ouml;hnen w&uuml;rden keine Maxi-Renten entstehen.<br>\nUnd die Rentenpolitik k&ouml;nne auch die M&auml;ngel der Familienpolitik nicht ausgleichen. Die h&ouml;here Anrechnung von Erziehungszeiten in der Rente sei zwar sinnvoll und richtig, aber sie m&uuml;sste aus Steuern finanziert werden. Familienleistungen m&uuml;ssten aus Steuergeld gespeist werden, &bdquo;das ist ein Gebot der Gerechtigkeit&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.versicherungsjournal.de\/markt-und-politik\/bluem-kritisiert-sozialpolitische-geisterfahrer-bei-der-rente-133108.php\">VersicherungsJournal.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Der Sinn f&uuml;r eine Abschaffung der gesetzlichen Altersgrenze ist nicht ganz nachvollziehbar. Ist diese Grenze denn faktisch nicht identisch mit dem Stichtag f&uuml;r Rentenabschl&auml;ge? W&uuml;rden von einer Abschaffung der Altersgrenze nicht die Arbeitgeberseite profitieren?<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: Nahles streitet mit Experten im ZDF: Warum die Grundrente in Deutschland unm&ouml;glich ist<\/strong><br>\nSozialwissenschaftler Stefan Sell hat in der Sendung zum Thema &ldquo;Abenteuer Alter&rdquo; die Reformpl&auml;ne der gro&szlig;en Koalition als eine &bdquo;Mischform aus bed&uuml;rftigkeitsabh&auml;ngiger Sozialhilfe und ein bisschen Aufstocken&ldquo; kritisiert. Um das Problem der Altersarmut zu beheben schl&auml;gt er eine Grundrente nach dem niederl&auml;ndischen Prinzip vor.<br>\nSPD-Chefin Andrea Nahles, die ebenfalls bei Hayali zu Gast ist, h&auml;lt davon nichts. Sie sagt: &bdquo;Wir k&ouml;nnen hier nicht von einem Rentensystem mit einer 125 Jahre alten Tradition in ein anderes reinspringen.&ldquo; Weiter erkl&auml;rt Nahles: &bdquo;Das k&ouml;nnen Sie nicht einfach &uuml;bertragen. Sie m&uuml;ssen erstmal gucken, wie zum Beispiel der Alterquotient ist. Wieviele J&uuml;ngere stehen &Auml;lteren gegen&uuml;ber? K&ouml;nnen wir uns das leisten? Ist das in unser System Integrierbar?&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/finanzen\/news\/vorbild-niederlande-nahles-streitet-mit-experten-im-zdf-warum-die-grundrente-in-deutschland-unmoeglich-ist_id_9388597.html\">Focus Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Andr&eacute; Tautenhahn:<\/strong> Mal abgesehen von dem Vorschlag einer Grundrente nach niederl&auml;ndischem Prinzip ist doch die Reaktion der SPD-Chefin einmal mehr bemerkenswert. Man k&ouml;nne ja nicht einfach in ein anderes Rentensystem hineinspringen, meint sie. Dabei hat das die SPD doch gemacht, als sie beschloss, die gesetzliche Rente zu k&uuml;rzen und die private Altersvorsorge mit &ouml;ffentlichen Mitteln zu f&ouml;rdern. K&ouml;nnen wir uns das leisten, fragt dann ausgerechnet Nahles, obwohl ihre Partei in der Regierung auch weiterhin viel Geld f&uuml;r die private Altersvorsorge verschleudern m&ouml;chte. Im Koalitionsvertrag ist von einem attraktiven standardisierten Riester-Produkt die Rede. Wenn man dann auch noch die Zahlen vergleicht und wei&szlig;, dass &ouml;sterreichische Rentner mit der gesetzlichen Altersvorsorge im Schnitt 800 Euro mehr bekommen als deutsche Rentner, fragt man sich, was die SPD im Wahlkampf mit dem Spruch gemeint haben k&ouml;nnte: &bdquo;Damit die Rente nicht klein ist, wenn die Kinder gro&szlig; sind.&ldquo; Um mehr Gerechtigkeit kann es da nicht gegangen sein.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Altersrente bei Neurentnern im Schnitt unter 880 Euro<\/strong><br>\nLetztes Jahr haben in Deutschland insgesamt knapp 760.000 Personen erstmalig eine gesetzliche Altersrente erhalten. Im Durchschnitt betrug deren Rentenh&ouml;he nicht einmal 880 Euro pro Monat. Viele, insbesondere Frauen, aber auch Bezieher einer Regelaltersrente, erhielten im Schnitt sogar weitaus weniger.<br>\nLaut der aktuellen Statistik der Deutschen Rentenversicherung (DRV) erhielten letztes Jahr 758.819 Personen hierzulande erstmalig eine gesetzliche Altersrente. Die durchschnittliche Rentenh&ouml;he betrug f&uuml;r diese Neurentner rund 873 Euro pro Monat. (&hellip;)<br>\nAllerdings gibt es gewaltige Rentenunterschiede zwischen den Geschlechtern sowie den alten und neuen Bundesl&auml;ndern. W&auml;hrend die m&auml;nnlichen Neurentner eine monatliche Rentenh&ouml;he von 1.048 Euro hatten, lag diese bei den weiblichen nur bei knapp 716 Euro.<br>\nZudem erhielten die Neurentner in den alten Bundesl&auml;ndern im Durchschnitt 847 Euro (M&auml;nner 1.052 Euro, Frauen 665 Euro). In den neuen Bundesl&auml;ndern dagegen gab es 981 Euro (M&auml;nner 1.034, Frauen 932 Euro) als durchschnittliche Altersrente.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.versicherungsjournal.de\/versicherungen-und-finanzen\/altersrente-bei-neurentnern-im-schnitt-unter-880-euro-133020.php\">VersicherungsJournal.de<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Abgeordnete aus Berlin und Br&uuml;ssel fordern L&ouml;sung f&uuml;r Julian Assange<\/strong><br>\nAufruf wendet sich an Regierungen von Gro&szlig;britannien und Ecuador. WikiLeaks-Gr&uuml;nder ist seit sechs Jahren im Botschaftsasyl<br>\nLinke Abgeordnete aus dem Bundestag und dem Europaparlament haben sich f&uuml;r eine rasche L&ouml;sung des Asyl-Dramas um den Gr&uuml;nder der Enth&uuml;llungsplattform WikiLeaks, Julian Assange, ausgesprochen.<br>\nAus Anlass des j&uuml;ngsten Besuchs des ecuadorianischen Pr&auml;sidenten Len&iacute;n Moreno in Gro&szlig;britannien und &Auml;u&szlig;erungen aus Quito zu dem Fall &ldquo;dr&auml;ngen wir alle Seiten, vor allem aber die britische Regierung, eine rasche L&ouml;sung zu erm&ouml;glichen&rdquo;, hei&szlig;t es in dem Dokument, das online verbreitet wurde. Zugleich kritisierten die Unterzeichner die &ldquo;De-facto-Gefangenschaft in den engen R&auml;umen der ecuadorianischen Botschaft in London&rdquo; als eine &ldquo;emp&ouml;rende Verletzung der Menschenrechte mitten in Europa&rdquo;.<br>\nDie Abgeordneten der Linkspartei erachten ein Gutachten des Interamerikanischen Gerichtshofes f&uuml;r Menschenrechte f&uuml;r wichtig, das den ecuadorianischen Staat verpflichtet, sich f&uuml;r das Wohlbefinden von Personen einzusetzen, die in diplomatischen Vertretungen Schutz gesucht haben. Man hoffe, &ldquo;dass die ecuadorianische Regierung auf Basis der richterlichen Einsch&auml;tzung ihrer humanit&auml;ren und rechtlichen Verpflichtung weiterhin nachkommt, Julian Assange als politisch Verfolgtem uneingeschr&auml;nkt Schutz zu gew&auml;hren, und ihn weder an Gro&szlig;britannien, die USA oder alliierte Regierungen ausliefert&rdquo;, schreiben die Unterzeichner.<br>\nDie Kappung der Internet- und sonstigen Medienverbindungen von Julian Assange in den R&auml;umen der Botschaft von Ecuador in London sehen sie als Versch&auml;rfung der ohnehin harten Bedingungen. &ldquo;Wir halten die Beteuerungen von US-Justizminister Jeff Sessions f&uuml;r alarmierend, der die Festnahme Julian Assanges zu seinen &lsquo;Priorit&auml;ten&rsquo; erkl&auml;rt hat&rdquo;, f&uuml;gen sie an.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Abgeordnete-aus-Berlin-und-Bruessel-fordern-Loesung-fuer-Julian-Assange-4130416.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Mautbetreiber Toll Collect: Systematisch zu viel abgerechnet<\/strong><br>\nLkw-Maut-Betreiber Toll Collect hat Hunderte Millionen Euro zu viel beim Bund abgerechnet. Darunter sollen auch Posten wie ein Luxushotel-Ausflug und eine Oldtimer-Rallye sein.<br>\nVertraulichen Dokumenten zufolge, die dem ARD-Magazin Panorama, der &ldquo;Zeit&rdquo; und &ldquo;zeit.online&rdquo; vorliegen, hat Toll Collect dem Bund das Sponsoring der Oldtimer-Rallye &ldquo;Hamburg-Berlin-Klassik&rdquo;, einen Ausflug der Toll-Collect-Chefs ins Brandenburger Luxushotel &ldquo;Zur Bleiche&rdquo; sowie die Unterst&uuml;tzung des Berliner Kinderheims Elisabethstift in Rechnung gestellt. In allen drei F&auml;llen rechnete der Mautbetreiber die Ausgaben als &ldquo;Marketingkosten&rdquo; f&uuml;r die Maut ab, was der vertraglichen Regelung mit dem Bund widerspricht.<br>\nDabei handelt es sich nicht um Einzelf&auml;lle: Laut einem Gutachten der Pr&uuml;fungsgesellschaft Mazars hat Toll Collect in nur drei stichprobenhaft untersuchten Jahren mindestens 298 Millionen Euro zu viel abgerechnet. Ein fr&uuml;herer Mitarbeiter von Toll Collect, der bis 2012 f&uuml;r die Verg&uuml;tung durch den Bund zust&auml;ndig war und sich nun erstmals &ouml;ffentlich &auml;u&szlig;ert, nennt das Abrechnungssystem eine &ldquo;Einladung zum Betrug&rdquo;. Er hatte 2016 anonym Anzeige erstattet. Dabei ging es um Abrechnungen bei der Maut auf Bundesstra&szlig;en.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/toll-collect-109.html\">Tagesschau<\/a>\n<p><strong>dazu: Kartell gegen die Steuerzahlenden &ndash; Regierungsversagen bei der LKW-Maut<\/strong><br>\nDie neuesten Enth&uuml;llungen zum Skandal um Toll Collect zeigen, dass die Bundesregierung milliardenschwere Auftr&auml;ge an private Konzerne vergibt und sich dann leichtfertig abzocken l&auml;sst. Die Betreiber Daimler, Telekom und die franz&ouml;sische Cofiroute sollten als Konsortium ab 2003 die LKW-Maut f&uuml;r den Bund erheben. Es kam zu technischen Problemen, die Einf&uuml;hrung verz&ouml;gerte sich und es kam zum Rechtsstreit. Jetzt wurde bekannt, dass es weitere Betrugsvorw&uuml;rfe gibt und das Verkehrsministerium kein Interesse an weiterer Aufkl&auml;rung hat.<br>\nWie kann eine Regierung zulassen, dass nur Toll Collect die genaue Kostenstruktur f&uuml;r die Maut-Erhebung kennt und der Bund jede Rechnung glauben muss? Das ist eine Einladung zum Betrug, die nur durch einen tapferen Whistleblower aus dem Konzern &ouml;ffentlich geworden ist. Die Renditeerwartungen der Daimler- und Telekom-Aktion&auml;re stehen f&uuml;r die Toll-Collect-Manager &uuml;ber dem Prinzip, zu m&ouml;glichst niedrigen Kosten eine &ouml;ffentliche Dienstleistung bereitzustellen.<br>\nJetzt kommt der Vorwurf der Einflussnahme auf Ermittlungsbeh&ouml;rden durch das Verkehrsministerium hinzu. Angeblich hatte das Ministerium dem leitenden Staatsanwalt mitgeteilt, dass es sich nicht gesch&auml;digt f&uuml;hle und kein Interesse an einem Betrugsverfahren zu Lasten von Toll Collect habe. Es ist eine Missachtung des Parlaments, dass die milliardenschweren Vertr&auml;ge mit den Maut-Betreibern nicht mal dem Haushaltsausschuss zug&auml;nglich gemacht werden und auch der Rechnungshof hier nicht pr&uuml;fen kann.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.linksfraktion.de\/themen\/nachrichten\/detail\/kartell-gegen-die-steuerzahlenden-regierungsversagen-bei-der-lkw-maut\/\">DIE LINKE. im Bundestag<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Eine Z&auml;sur<\/strong><br>\nRussland ist von der NATO eingekreist. Wer milit&auml;rische St&uuml;tzpunkte in Alaska, S&uuml;dkorea, Afghanistan, in Georgien, der Ukraine, den baltischen Staaten und zudem auf allen angrenzenden Meeren Flotten hat, ben&ouml;tigt nicht mal mehr Interkontinentalraketen, um jeden Punkt des gr&ouml;&szlig;ten Landes der Welt verheerend treffen zu k&ouml;nnen.<br>\nSo aber wie Russland reagiert &ndash; das wird der deutschen Linkspartei zu viel. Also interpretiert deren Kovorsitzender Bernd Riexinger am vergangenen Sonntag im ZDF-Sommerinterview, es sei eine &raquo;Z&auml;sur&laquo;, dass auf dem Parteitag im Juni ein &raquo;sehr russlandfreundlicher Antrag nicht durchkam&laquo;. Wenn Russland eine &raquo;falsche Politik&laquo; mache und &raquo;irgendjemanden bombardiert&laquo;, dann werde Die Linke das auch kritisieren.<br>\nNun bombardiert die russische Luftwaffe nicht irgendjemanden, sondern vom Westen und den arabischen Feudaldiktaturen unterst&uuml;tzte Banden in Syrien&hellip;Einige in der Linkspartei halten allerdings Kopfabschneider und &raquo;Rebellen&laquo; f&uuml;r Revolution&auml;re, an der Spitze die Linke-Kovorsitzende Katja Kipping. Sie hatte schon im Dezember 2012 eine westliche Propagandal&uuml;ge zum Syrien-Krieg aufgegriffen und zusammen mit Andrea Nahles, Claudia Roth und anderen die Initiative &raquo;Adopt a Revolution&laquo; unterst&uuml;tzt. Das schlug bei ihr irgendwann um in &raquo;Russland ist genauso schuld&laquo;. So beklagte sie im Dezember 2016 im European das angebliche Versagen der UNO in Aleppo und machte Moskau daf&uuml;r verantwortlich: Das stehe &raquo;in der Pflicht&laquo;. Im Januar 2018 erregte sie sich per Twitter beim Einmarsch der T&uuml;rkei nach Syrien: &raquo;Es ist eine Schande, wie Russland und der Westen die Kurden verraten.&laquo; Am 12. April erkl&auml;rte sie im Taz-Interview: &raquo;Die verschiedenen Gro&szlig;m&auml;chte haben diesen Konflikt flei&szlig;ig befeuert.&laquo; Das hat den gleichen Gehalt wie die Aussage, Nazideutschland und Sowjetunion h&auml;tten vor 80 Jahren den Spanien-Krieg flei&szlig;ig befeuert.<br>\nInsofern hat Bernd Riexinger recht: Die Zur&uuml;ckweisung des Antrags von Cuba S&iacute;, Wolfgang Gehrcke, Harri Gr&uuml;nberg, der Kommunistischen Plattform und des Marxistischen Forums &raquo;Frieden in Europa &ndash; Schluss mit der Gewalt in Syrien und im Nahen Osten &ndash; Abr&uuml;stung in der Welt&laquo; auf dem Leipziger Parteitag stellt nach und neben der Linke-Zustimmung zur Israel-Resolution der Gr&uuml;nen im Bundestag Ende April eine Z&auml;sur in der Geschichte der Linkspartei dar. Wer den v&ouml;lkerrechtswidrigen Krieg der NATO in Syrien, also Staatsterrorismus, mit dem legitimen milit&auml;rischen Handeln Russlands und der syrischen Armee auf eine Stufe stellt, will von Recht offenbar nichts wissen&hellip;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/337308.eine-z%C3%A4sur.html\">junge Welt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Lehrermangel: &ldquo;Die Unterrichtsversorgung ist auf Kante gen&auml;ht&rdquo;<\/strong><br>\nVor dramatischen Unterrichtsausf&auml;llen warnen Experten zu Beginn des neuen Schuljahres. Doch ein Konzept, wie die Bundesl&auml;nder gemeinsam gegensteuern k&ouml;nnten, fehlt bisher. [&hellip;]<br>\nWie viele Lehrer in Deutschland genau fehlen, wei&szlig; niemand. Belastbare Zahlen zum Schuljahresbeginn werde es erst im Herbst geben, hei&szlig;t es bei der Kultusministerkonferenz (KMK) auf Anfrage. Klar sei nur, dass der Bedarf an Lehrkr&auml;ften in den kommenden Jahren enorm sei. Nach der offiziellen KMK-Prognose wird die Zahl der Sch&uuml;ler bis 2030 bundesweit um 278.000 auf 11,2 Millionen steigen &ndash; &uuml;ber zwei Prozent mehr als 2016. Verantwortlich daf&uuml;r sind gestiegene Geburtenzahlen und viele Zuwanderer, auch aus anderen EU-L&auml;ndern. [&hellip;]<br>\nDie Bundesl&auml;nder versuchen mittlerweile, auf ganz unterschiedlichen Wegen dem Lehrermangel entgegenzutreten:<br>\nBayern will mit einem Ausbau des Studienangebots auf die steigenden Sch&uuml;lerzahlen reagieren: Ab Oktober soll es dort unter anderem 700 neue Studienpl&auml;tze f&uuml;rs Grundschullehramt geben.<br>\nMehrere Bundesl&auml;nder, darunter Nordrhein-Westfalen, versuchen, durch Imagekampagnen mehr Interessenten f&uuml;r ein Lehramtsstudium zu gewinnen. Geworben wird auch um Quereinsteiger ins Lehrerzimmer &ndash; was Experten wegen der fehlenden p&auml;dagogischen Qualifikation kritisch sehen.<br>\nSachsen will mit einer Geldpr&auml;mie versuchen, den Lehrermangel auf dem Land einzud&auml;mmen: Referendare sollen von Januar 2019 an bis zu 1000 Euro Zulage bekommen, wenn sie das Referendariat im l&auml;ndlichen Raum absolvieren.<br>\nIn Brandenburg k&ouml;nnen demn&auml;chst Lehrer nach der Pensionierung weiter arbeiten, bei einem besonderen dienstlichen Interesse &ndash; auch andere Bundesl&auml;nder beschreiten diesen Weg.<br>\nIn Th&uuml;ringen hat das Bildungsministerium bei rund tausend noch in der DDR ausgebildeten Erzieherinnen, sogenannten Hortnerinnen, angefragt, ob sie bis zu sechs Stunden pro Woche an Grundschulen unterrichten wollen &ndash; zugesagt haben nach Medienberichten bisher nur rund 150.<br>\nIn Berlin hat der Lehrermangel besonders dramatische Z&uuml;ge angenommen: Im Juni fehlten laut Bildungssenatorin Sandra Scheeres in der Hauptstadt noch 1250 Lehrer &ndash; so viele wie noch nie. &ldquo;Unterrichten statt Kellnern&rdquo; hei&szlig;t ein Projekt, mit dem die L&uuml;cken gestopft werden sollen: Masterstudenten in Lehramtsf&auml;chern werden Halbjahres- oder Jahresvertr&auml;ge als Aushilfslehrer an Schulen angeboten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/lebenundlernen\/schule\/lehrermangel-zum-schuljahresbeginn-droht-unterrichtsausfall-a-1222362.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Sicher, alles war nicht vorhersehbar: die steigenden Geburtenzahlen, die starke Einwanderung. Aber die Unterrichtsversorgung war vor ein paar Jahren eben auch schon &ldquo;auf Kante gen&auml;ht&rdquo;, und diese Naht ist jetzt ganz gerissen. Dass die Politiker mit ihrem gnadenlosen sogenannten Sparkurs diese Verwahrlosung bef&ouml;rdert haben, ist leicht erkl&auml;rbar: das &ldquo;gesparte&rdquo; Geld wurde f&uuml;r Steuergeschenke an die gro&szlig;en Kapitalgesellschaften gebraucht. Ach ja: es fehlen auch ErzieherInnen, PflegerInnen, &Auml;rzte\/&Auml;rztinnen, Verwaltungsangestellte, Breitband-Internet auf dem Land, ordentlich bezahlte Arbeit in Ostdeutschland&hellip; im reichsten Deutschland aller Zeiten. Warum?<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: Lehrermangel zum Schulstart in Sachsen<\/strong><br>\nNoch k&ouml;nnen Sachsens Sch&uuml;ler den Sommer genie&szlig;en. Doch die Ferien neigen sich dem Ende zu. Am Montag geht die Schule wieder los. Und ganz reibungslos wird dieser Schuljahresstart nicht verlaufen, darauf hat am Donnerstag der Kultusminister Eltern und Lehrer eingestimmt. Denn der Lehrermangel wird noch deutlicher als jemals zuvor sp&uuml;rbar werden, etliche Schulen werden zumindest teilweise die Stundentafeln k&uuml;rzen m&uuml;ssen, weil nicht alle offenen Stellen besetzt werden konnten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/sachsen\/lehrermangel-schulstart-sachsen-bildung-100.html\">mdr<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers D.G.:<\/strong> Sachsen k&auml;mpft gegen den Lehrermangel, allerdings auch mit kuriosen Mitteln. F&uuml;r das n&auml;chste Schuljahr 2019\/2020 hat man sich bereits auf &Auml;nderungen bei der Stundentafel verst&auml;ndigt. Begr&uuml;ndet wurde das auch mit der zu hohen Belastung der Sch&uuml;ler. Daher werden die Stunden gek&uuml;rzt, in der 4. Klasse entf&auml;llt unter anderem eine Stunde Deutsch, in der Mittelschule werden z.B. Englisch, Mathematik und Biologie gek&uuml;rzt. Es ist ja nicht etwa so das von allen Seiten seit Jahren gepredigt wird, wie wichtig die MINT-F&auml;cher sind, und wer ben&ouml;tigt schon Deutsch? Aber am Ende wird sich die s&auml;chsische Regierung auf die Schulter klopfen, denn weniger Stunden bedeutet auch weniger Lehrermangel und alle Probleme sind gel&ouml;st.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Die Boulevard-Trag&ouml;die des Jan Ullrich: &ldquo;Es ist die Sucht nach Klicks, die uns in Teufels K&uuml;che f&uuml;hrt&rdquo;<\/strong><br>\nDie Geschichte des einstigen Rad-Stars Jan Ullrich, der sich Zugang zum Anwesen von Til Schweiger verschafft hat, ist ein Boulevard-St&uuml;ck wie aus dem Bild(er)-Buch. Aber gibt es nicht auch eine Grenze, an der Medien eine Verantwortung f&uuml;r die Objekte ihrer Berichterstattung haben? Der Kommunikationsexperte und Autor Mike Klei&szlig; kennt Jan Ullrich pers&ouml;nlich und meint in einem Gastbeitrag f&uuml;r MEEDIA: Die Grenze des Ertr&auml;glichen ist &uuml;berschritten.<br>\nWer sich mit Verlagen auskennt, wer t&auml;glich mit ihnen zu tun hat wei&szlig;: Die Not ist gro&szlig;. Es muss Geld in die Kassen. Die Printauflagen sinken dramatisch, w&auml;hrend die neuen Konzepte der Monetarisierung der Digitalplattformen noch nicht greifen. Zumindest die L&ouml;cher nicht stopfen k&ouml;nnen, die durch den R&uuml;ckgang von Print entstanden sind. Jeder Klick z&auml;hlt, und die Trag&ouml;die um Jan Ullrich zeigt: Nicht nur der Boulevard hat sichtbar gro&szlig;e Sorgen. Auch die sogenannten Qualit&auml;tsmedien werden zu S&uuml;chtigen. Sie h&auml;ngen an der Nadel des klickwilligen Konsumenten.<br>\n(&hellip;) Klare Jacke: Wer bei wem klingelt, wer bei wem aufs Grundst&uuml;ck geht und warum, das muss uns alle nicht interessieren. Und wenn man Freunde an die Presse ausliefert, dann sollte man sich grunds&auml;tzlich Gedanken dar&uuml;ber machen, was Freundschaft &uuml;berhaupt bedeutet. Ohne philosophisch werden zu wollen: Ist es vielleicht so, dass uns Facebook lehrt was Freundschaft noch f&uuml;r eine Rolle spielt? Mit einem Klick ist man einen Freund los. Mit einem Klick hat man den n&auml;chsten Freund. Klicks sind das neue Gold der Verlage. Je mehr Klicks, desto mehr Reichweite. Und nur die z&auml;hlt. Es ist die Sucht nach Klicks, die uns in Teufels K&uuml;che f&uuml;hrt. Es ist die Sucht von Jan Ullrich, die ihn genau dort hingef&uuml;hrt hat. Mich schmerzt das, und zwar beides. Mir tut es weh zu sehen, dass gro&szlig;e Verlage sterben. Dass sie mehr und mehr &uuml;ber Leichen gehen, um sich zu retten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/meedia.de\/2018\/08\/07\/die-boulevard-tragoedie-des-jan-ullrich-es-ist-die-sucht-nach-klicks-die-uns-in-teufels-kueche-fuehrt\/?utm_campaign=NEWSLETTER_SONDER&amp;utm_source=newsletter&amp;utm_medium=email\">Meedia<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lohnenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. 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