{"id":45431,"date":"2018-08-10T17:04:05","date_gmt":"2018-08-10T15:04:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45431"},"modified":"2018-08-10T17:04:05","modified_gmt":"2018-08-10T15:04:05","slug":"hinweise-des-tages-ii-357","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45431","title":{"rendered":"Hinweise des Tages II"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45431#h01\">Wie sich die &sbquo;Welt&lsquo; ihre &sbquo;Nachrichten selbst produziert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45431#h02\">Das Deutschland-Bashing f&uuml;hrt nur in die Irre<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45431#h03\">Pilotenstreik bei Ryanair: &ldquo;Immer billiger, billiger, billiger&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45431#h04\">Sozial ist, was Arbeit schafft?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45431#h05\"> &bdquo;Die Menschen streiten &uuml;ber die falschen Dinge!&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45431#h06\">Saudi-Emirate-Koalition t&ouml;tet 29 Kinder durch Luftangriff auf Schulbus im Jemen: Kriegsverbrechen mit Hilfe des Westens<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45431#h07\">Drohnen-Anschlag auf Maduro: Hinweise auf Verantwortung von Kolumbien und USA<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45431#h08\">Kampf gegen Steuerhinterziehung und Geldw&auml;sche: Offenlegung von Auslandskonten ist wichtiger Schritt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45431#h09\">Anbieter wollen mehr ausl&auml;ndische Fachkr&auml;fte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45431#h10\">Wird der Volksverhetzungsparagraph zum Papiertiger?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45431#h11\">Lula hoch drei<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45431#h12\">The Crisis in Corbyn&rsquo;s Labour Party is Over Israel, Not Anti-Semitism<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45431#h13\">Wir brauchen eine linke &Ouml;kumene: Pl&auml;doyer f&uuml;r eine Sammlungsbewegung links der Mitte<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten,  dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Wie sich die &sbquo;Welt&lsquo; ihre &sbquo;Nachrichten selbst produziert<\/strong><br>\nDie Welt Online &ndash; seit Wochen auf dem Trip der Hetze gegen Ausl&auml;nder &ndash; hat gestern eine neue Kampagne losgetreten: Diesmal geht es gegen 1,5% aller 15,3 Millionen Kindergeldempf&auml;nger. N&auml;mlich solche Kinder, die im Ausland leben und f&uuml;r die Kindergeld gezahlt wird, weil ihre Eltern in Deutschland arbeiten. Aus den an die zehn Artikeln allein gestern in der Welt Online zu diesem Thema entsteht der Eindruck vom fl&auml;chendeckenden Betrug. Allerdings hat die Zunahme nach Auskunft einer Sprecherin der Bundesanstalt f&uuml;r Arbeit meist weniger mit Betrug zu tun, sondern vielmehr mit der Tatsache, dass &bdquo;im Sinne der Freiz&uuml;gigkeit in der EU immer mehr Menschen in Deutschland arbeiten&ldquo;.<br>\nEingebettet in einen meinungs&rsquo;starken&lsquo; Artikel lancierte die Welt Online dann gestern noch eine Leserbefragung: Die prompt zum gew&uuml;nschten Ergebnis f&uuml;hrte: 83% &bdquo;der Deutschen&ldquo; (sic!!) wird 24 Stunden sp&auml;ter behauptet, seien gegen Kindergeld-Zahlungen ins EU-Ausland. &bdquo;Journalismus&ldquo; solcher Art kann so einfach sein [&hellip;]<br>\nDie S&uuml;ddeutsche Zeitung hat am gestrigen Abend noch reagiert und Fakten vorgelegt [7]: Nach Angaben des Bundesfinanzministerium wurde im Juni 2018 f&uuml;r 268.336 Kinder, die au&szlig;erhalb von Deutschland leben, Kindergeld bezahlt, darunter sind auch 32.000 Kinder von deutschen Eltern im Ausland. Die Gesamtzahl hat gegen&uuml;ber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um 7% zugenommen bzw. um rund 17.555 Kinder\/Empf&auml;nger. Insgesamt wurde im Juni 2018 f&uuml;r 15,3 Millionen Kindergeld bezahlt, der Anteil der Empf&auml;nger im Ausland, um den hier so erbittert gestritten wird, liegt also bei marginalen 1,75%.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/cives.de\/wie-sich-die-welt-ihre-nachrichten-selbst-produziert-8126\">Cives<\/a>\n<p><strong>dazu: EU-Kommission lehnt Neuregelung von Kindergeld ab<\/strong><br>\nAngesichts gestiegener &Uuml;berweisungen von Kindergeld ins Ausland wollen deutsche Politiker die Zahlungen an die Lebenshaltungskosten koppeln. Doch in Br&uuml;ssel winkt man ab.<br>\nDie EU-Kommission hat sich gegen Neuregelung von Kindergeldzahlungen ins europ&auml;ische Ausland ausgesprochen. Eine Anpassung dieser Zahlungen an die Lebenshaltungskosten am Wohnort des Kindes sei wegen des Diskriminierungsverbots nirgendwo im EU-Recht vorgesehen, sagte eine Sprecherin. Stattdessen sollten die Instrumente zum Kampf gegen einen Missbrauch gest&auml;rkt werden.<br>\nDie Gro&szlig;e Koalition hatte bereits in der vergangenen Legislaturperiode eine sogenannte Indexierung der Lebenshaltungskosten geplant. Wegen europarechtlicher Bedenken verzichtete die Regierung allerdings bislang darauf, einen entsprechenden Gesetzentwurf im Bundestag einzubringen.<br>\nNun planen Union und SPD einen neuen Anlauf, um auf europ&auml;ischer Ebene eine Einigung zu erzielen. Eine Gelegenheit daf&uuml;r k&ouml;nnten die Verhandlungen &uuml;ber den mehrj&auml;hrigen Finanzrahmen der EU bieten. Bundesfinanzminister Olaf Scholz habe &ldquo;das Thema immer wieder in Br&uuml;ssel angesprochen und wird das auch weiterhin tun&rdquo;, sagte ein ranghoher Mitarbeiter dem SPIEGEL.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/kindergeld-eu-kommission-lehnt-indexierung-ab-a-1222494.html\">Spiegel Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers H.K.:<\/strong> Auf die Idee, das Arbeitsrecht positiv zu reformieren (siehe Italien) und Geringbesch&auml;ftigung und Scheinselbst&auml;ndigkeit abzuschaffen kommt die SPD nicht. Zeit f&uuml;r mehr Gerechtigkeit?!<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu auch: Sinti und Roma kritisieren Duisburger Oberb&uuml;rgermeister scharf<\/strong><br>\nDer Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, hat die &Auml;u&szlig;erungen des Duisburger Oberb&uuml;rgermeisters S&ouml;ren Link (SPD) &uuml;ber vermeintlichen Missbrauch der Sozialsysteme scharf kritisiert. Selbstverst&auml;ndlich m&uuml;sste ein Missbrauch von Leistungen unterbunden werden. Angeh&ouml;rige einer Minderheit zur alleinigen Ursache dieses Problems zu machen, stehe aber &ldquo;in der Tradition der Herstellung von S&uuml;ndenb&ouml;cken und birgt, gerade jetzt, die Gefahr von Gewalt gegen Sinti und Roma in Deutschland&rdquo;, sagte Rose.<br>\nLinks Aussagen waren eine Reaktion auf aktuelle Zahlen zum Kindergeld. Das Bundesfinanzministerium hatte mitgeteilt, dass die Regierung immer h&auml;ufiger Kindergeld f&uuml;r Menschen zahle, die im Ausland lebten. &ldquo;Im Juni 2018 wurde f&uuml;r 268.336 Kinder, die au&szlig;erhalb von Deutschland in der Europ&auml;ischen Union oder im Europ&auml;ischen Wirtschaftsraum leben, Kindergeld gezahlt&rdquo;, sagte ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. Ende 2017 lag die Zahl demnach bei 243.234 Empf&auml;ngern, 2016 bei 232.189. Vor allem die Zahl der Empf&auml;nger aus Osteuropa habe zugenommen.<br>\nLink hatte anschlie&szlig;end vor einer gezielten Migration in das Sozialsystem gewarnt. &ldquo;Die Bundesregierung verschl&auml;ft dieses Problem, sie muss endlich etwas dagegen tun, dass es Armutsfl&uuml;chtlinge in Europa gibt.&rdquo; (&hellip;)<br>\nGenau diese Verbindung von &ldquo;Rattenproblem&rdquo; und Vorw&uuml;rfen gegen die gesamte Minderheit mache Sinti und Roma zur Zielscheibe potentieller Gewalt, sagte Rose. &ldquo;Dies ist eine Einladung an rechtsextremistische Gewalt.&rdquo; Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma werde im Gespr&auml;ch mit Parlament und Bundesregierung &uuml;ber die Einrichtung einer &ldquo;Unabh&auml;ngigen Expertenkommission Antiziganismus&rdquo; die &Auml;u&szlig;erungen des Duisburger SPD-B&uuml;rgermeisters zum Anlass nehmen, &ldquo;konkrete Aufkl&auml;rung zu leisten und entsprechende Handlungsempfehlungen zu geben&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/kindergeld-sinti-und-roma-kritisieren-duisburger-oberbuergermeister-scharf-a-1222392.html\">Spiegel Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Warum hat SPD-Mitglied Link pauschal gegen Sinti und Roma geredet? War er sich der Wirkung seiner Worte nicht bewusst oder ist das v&ouml;lkische Gedankengut schon so weit in der &ldquo;Mitte&rdquo; der Gesellschaft angekommen? Welche Beweise hat der Duisburger Oberb&uuml;rgermeister &ndash; oder ermittelnde Beh&ouml;rden &ndash; f&uuml;r diese &Auml;u&szlig;erungen?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Das Deutschland-Bashing f&uuml;hrt nur in die Irre<\/strong><br>\nDer IWF mahnt Deutschland, seinen Export&uuml;berschuss zu senken. Fakt ist aber, dass Deutschland niemanden ausnutzt. Im Gegenteil. Seine Bev&ouml;lkerung lebt seit Jahren unter dem Niveau, das aufgrund der Wirtschaftsleistung eigentlich erreichbar w&auml;re.<br>\nDie Fakten sprechen f&uuml;r sich. Deutschland ist Weltrekordhalter. Der Leistungsbilanz&uuml;berschuss ist mit beachtlichem Vorsprung gr&ouml;&szlig;er als in jeder anderen Volkswirtschaft. Nach den aktuellen, Ende Juni vom Internationalen W&auml;hrungsfonds (IWF) ver&ouml;ffentlichten, Statistiken betr&auml;gt er j&auml;hrlich rund 300 Milliarden US-Dollar. [&hellip;]<br>\nFakt, nicht Fake, ist somit, dass Deutschland und seine Bev&ouml;lkerung sich seit Jahren weniger leisten als m&ouml;glich und unter dem Niveau leben, das aufgrund der aktuellen Wirtschaftsleistung eigentlich erreichbar w&auml;re. Acht Prozent des BIP werden in Form steigender Auslandforderungen gespart, und nicht heutzutage und hierzulande f&uuml;r Konsum und Investitionen ausgegeben. [&hellip;]<br>\nWenn eine Zur&uuml;ckhaltung beim Geldausgeben &ndash; also beim Konsum und den Investitionen &ndash; die Ursache der Leistungsbilanz&uuml;bersch&uuml;sse ist, dann ist die L&ouml;sung offensichtlich: Deutschland, leiste dir k&uuml;nftig mehr, als du es zurzeit tust. Spare weniger und konsumiere oder investiere stattdessen! Gib mehr Geld aus, erh&ouml;he L&ouml;hne und Staatsausgaben, lege fl&auml;chendeckend Glasfaserkabel, verbessere die digitalen (Verkehrs-)Netzwerke und modernisiere die staatliche Infrastruktur! Mit mehr Investitionen sicherst du dir auch in Zukunft gute Rahmenbedingungen f&uuml;r wirtschaftliche Leistungsf&auml;higkeit und Erfolg deiner Kindeskinder! [&hellip;]<br>\nErstens ist es n&auml;mlich schlicht falsch, dass &bdquo;Deutschland&ldquo; als eigenst&auml;ndiger Akteur &ndash; einer &bdquo;Deutschland AG&ldquo; gleich &ndash; Waren ans Ausland liefert und aus dem Ausland bezieht. Wer Deutschland wegen seines Leistungsbilanz&uuml;berschusses kritisiert, unterstellt entweder, dass Deutschland dem Modell einer zentral verwalteten Planwirtschaft &agrave; la DDR folge und die Bundesregierung die H&ouml;he von Exporten, Importen, Ersparnissen oder Investitionen diktatorisch festlegen und auch direkt in die Lohnbildung eingreifen k&ouml;nne &ndash; als g&auml;be es keine Tarifautonomie.<br>\nOder er hat nicht verstanden, dass es in einer Marktwirtschaft das Konstrukt &bdquo;Deutschland&ldquo; als selbsthandelnde Einheit schlicht nicht gibt. &bdquo;Volkswirtschaften&ldquo; sind keine &bdquo;Unternehmen&ldquo;. Es sind immer nur einzelne Firmen oder Menschen und nicht &bdquo;L&auml;nder&ldquo; die produzieren und handeln, kaufen oder verkaufen, investieren oder sparen, wettbewerbsf&auml;hig sind, Erfolg oder Misserfolg haben.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article180886952\/Exportueberschuesse-Das-Deutschland-Bashing-fuehrt-nur-in-die-Irre.html\">Thomas Straubhaar auf Welt Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Faszinierend ist der ganz neue Zungenschlag in der Debatte: genau, die Deutschen leben seit Jahren weit unter ihren Verh&auml;ltnissen. Sch&ouml;n, diese klare Einsicht von einem harten Neoliberalen zu h&ouml;ren. Ansonsten verbreitet Thomas Straubhaar haarstr&auml;ubenden Unsinn zum Thema. Bei den Neoliberalen kommt ja zur unterw&uuml;rfigen Bedienung von Unternehmerinteressen noch die absolute intellektuelle Unredlichkeit hinzu. Zum einen leugnet Straubhaar hier praktisch schon die Existenz eines Au&szlig;enhandelssaldos auf staatlicher Ebene, weil es ja nur um die individuellen Kauf- und Sparentscheidungen von Einzelnen ginge &ndash; die sich aber, was der Professor nicht mehr wissen will, zu einer Bilanz und einem Saldo addieren. Und im selben Atemzug behauptet Straubhaar, Deutschland w&auml;re keine &ldquo;selbsthandelnde Einheit&rdquo;, eine Volkswirtschaft kein Unternehmen &ndash; also genau das Gegenteil von dem, was er im Zuge der sogenannten Reformdiskussion die letzten 25 Jahren wieder und wieder mit Begriffen wie Standortdebatte und Standortwettbewerb (&ldquo;der Standort Deutschland ist zu teuer&rdquo;) gepredigt hat. Nebenbei wird in diesem Artikel zum x-ten Mal das Hohelied auf die Tarifautonomie gesungen: genau die Tarifautonomie und angebliche Gewerkschaftsmacht, die Straubhaar in den 1990ern und 2000er Jahren abschaffen und durch ein System von &ldquo;betrieblichen B&uuml;ndnissen f&uuml;r Arbeit&rdquo; (gegen Arbeitnehmerinteressen) ersetzen wollte.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Pilotenstreik bei Ryanair: &ldquo;Immer billiger, billiger, billiger&rdquo;<\/strong><br>\nMitten in der Ferienzeit haben die Piloten beim Billigflieger Ryanair um drei Uhr ihre Arbeit niedergelegt. In Deutschland wurden 250 Fl&uuml;ge gestrichen, 42.000 Passagiere sind hierzulande betroffen.<br>\nIn den vergangenen zwei Jahren erst sei es passiert, sagt der Ryanair-Pilot: Da sei in ihm etwas kaputt gegangen. Er will anonym bleiben, hat Angst. Denn Ryanair schreibt in alle Arbeitsvertr&auml;ge, dass die Mitarbeiter keinesfalls mit der Presse reden d&uuml;rfen. &ldquo;Ich bin jahrelang mit Spa&szlig; zur Arbeit gegangen, bin auch gern f&uuml;r Ryanair geflogen&rdquo;, sagt der Mann. &ldquo;Aber jetzt? Diese Unsicherheit, das zerm&uuml;rbt einen schon.&rdquo; Deswegen will er heute streiken, so wie auch viele seiner Kollegen.<br>\nRyanair musste deswegen europaweit 400 von geplanten 2400 Fl&uuml;gen absagen. Um drei Uhr begann der Streik, 24 Stunden soll er dauern. Nat&uuml;rlich verstehe er Kunden, die nun w&uuml;tend seien, weil sie irgendwo festhingen, sagt der Pilot. Nennen wir ihn Rainer Kr&uuml;ger. Er wirbt um Verst&auml;ndnis f&uuml;r den Kampf der Piloten: &ldquo;Unser Chef Michael O&rsquo;Leary hat mal gesagt, wir seien nur Taxifahrer der L&uuml;fte.&rdquo; Kr&uuml;ger holt tief Luft: &ldquo;Er will alles immer nur billiger, billiger, billiger. Es ist ja nicht nur das Personal, das hier schlecht behandelt wird, sondern auch die Passagiere. Ihm fehlt jede Achtung.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/ryanair-streik-127.html\">Tagesschau<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Sozial ist, was Arbeit schafft?<\/strong><br>\nEs gibt kaum einen Tag, an dem sich die etablierte Politik nicht f&uuml;r vermeintlich gute Arbeitsmarktstatistiken feiern l&auml;sst. Die dort pr&auml;sentierten Zahlen scheinen dem alten neoliberalen Credo &bdquo;Sozial ist, was Arbeit schafft&ldquo; Recht zu geben. Dabei spielt die Qualit&auml;t der Arbeit keine Rolle. [&hellip;]<br>\n63 Prozent der Besch&auml;ftigten machten die Erfahrung, dass sie seit Jahren immer mehr in der gleichen Zeit leisten m&uuml;ssen. 27 Prozent der Lohnabh&auml;ngigen m&uuml;ssen sehr h&auml;ufig oder oft auch au&szlig;erhalb ihrer Arbeitszeit f&uuml;r betriebliche Belange erreichbar sein. 20 Prozent leisten 10 und mehr &Uuml;berstunden pro Woche und 49 Prozent sind innerhalb eines Jahres wiederholt auch dann zur Arbeit gegangen, wenn sie krank waren.<br>\nAu&szlig;erdem wurde ein gigantischer Niedriglohnsektor zum Markenkern des bundesdeutschen Kapitalismus. Fast jeder vierte Lohnabh&auml;ngige arbeitet inzwischen darin. Sieben Millionen Menschen m&uuml;ssen ihre Arbeitskraft f&uuml;r weniger als 9 Euro pro Stunde verkaufen. Die Bef&uuml;rworter dieser Politik behaupten gerne, Niedriglohn sei ein Einstieg ins Normalarbeitsverh&auml;ltnis. Schaut man sich die Erwerbsbiographien der Betroffen an, stellt man fest, dass diese These genauso wenig stimmt wie die zweite Behauptung der Neoliberalen, im Niedriglohnsektor arbeiteten mehrheitlich Menschen ohne Berufsausbildung. Tats&auml;chlich haben 80 Prozent der Betroffenen eine abgeschlossene Berufsausbildung oder einen Hochschulabschluss.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.unsere-zeit.de\/de\/5032\/wirtschaft_soziales\/9046\/Sozial-ist-was-Arbeit-schafft.htm\">unsere Zeit<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>&bdquo;Die Menschen streiten &uuml;ber die falschen Dinge!&ldquo;<\/strong><br>\nZun&auml;chst m&uuml;ssen wir meines Erachtens ganz deutlich zwischen Migration und Flucht unterscheiden. Fl&uuml;chtlinge sind eine Untergruppe der Menschen, die ihre Heimat verlassen. Diejenigen, die nicht aus freien St&uuml;cken auswandern, sondern vertrieben werden, sind also per Definition Vertriebene oder Fl&uuml;chtlinge. Sie wollen nicht auswandern und sind daher auch keine Migranten. Das ist der erste Punkt.<br>\nDie meisten Vertriebenen finden innerhalb ihres Heimatlandes einen Ort zum Leben und werden daher als Binnenvertriebene bezeichnet &ndash; weltweit etwa 65 Millionen. Rund ein Drittel der Vertriebenen verlassen ihr Heimatland &uuml;ber die n&auml;chstgelegene Grenze und werden so rechtlich gesprochen zu Fl&uuml;chtlingen. Die meisten von ihnen finden gleich hinter der Grenze ihre Heimatlandes Zuflucht, also in unmittelbarer Nachbarschaft zum Konfliktgebiet. Weltweit existieren zehn solcher regionalen Zufluchtsst&auml;tten, in denen die Mehrheit aller Fl&uuml;chtlinge lebt. Das ist das eigentliche Fl&uuml;chtlingsproblem: f&uuml;r die Fl&uuml;chtlinge in diesen regionalen Zufluchtsorten zu sorgen.<br>\nSie sind im Libanon, in der T&uuml;rkei und in Jordanien. Alex Betts und ich wurden in all das involviert, weil wir gemeinsam nach Jordanien eingeladen wurden. Dort waren fast eine Million Fl&uuml;chtlinge untergekommen, die nun vollkommen in der Luft hingen. In der T&uuml;rkei bekamen zwei Millionen Fl&uuml;chtlinge keine Hilfe, oder fast keine Hilfe. &bdquo;Euer Problem&ldquo;: Das war die absurd unverantwortliche Reaktion aus Europa und genau das war der Kern des Fl&uuml;chtlingsproblems: das Versagen, an Ort und Stelle auf die Krise zu reagieren. [&hellip;]<br>\nIch arbeite zu 90 Prozent meiner Zeit mit afrikanischen Regierungen, deren Albtraum es ist, dass ihre jungen Menschen allm&auml;hlich dem Narrativ verfallen, dass ihre Hoffnung in der Auswanderung liege. Derzeit arbeite ich mit der Regierung von Ghana &ndash; eine sehr gute Regierung; der Pr&auml;sident, Vizepr&auml;sident und Finanzminister sind sehr gute Politiker, besser als die obersten drei der meisten europ&auml;ischen L&auml;nder. Ghanas BIP ist letztes Jahr um neun Prozent gestiegen. Die Regierung leistet gute Arbeit. Aber sie kann auf keinen Fall in diesem Jahr wirtschaftliche M&ouml;glichkeiten schaffen, die besser sind, als einen Job in Europa zu finden &ndash; nie und nimmer. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass wir das Recht h&auml;tten, die kl&uuml;gsten und besten jungen Ghanaer und Ghanaerinnen nach Europa zu locken. Sie werden in Ghana gebraucht.<br>\nManche hegen den Irrglauben, eine gro&szlig;artige, moralisch edle Tat zu vollbringen, wenn sie begabte junge Menschen mit den Worten &bdquo;Willkommen in Europa&ldquo; von ihren wahren Verpflichtungen und M&ouml;glichkeiten in Afrika weglocken, damit sie dann frustriert auf den Stra&szlig;en Roms leben, was viel eher der Realit&auml;t entspricht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.ipg-journal.de\/rubriken\/europaeische-integration\/artikel\/die-menschen-streiten-ueber-die-falschen-dinge-2898\/\">IPG Journal<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Saudi-Emirate-Koalition t&ouml;tet 29 Kinder durch Luftangriff auf Schulbus im Jemen: Kriegsverbrechen mit Hilfe des Westens<\/strong><br>\nEs gilt als Binsenweisheit des Jemen-Kriegs, dass der Krieg morgen beendet w&auml;re, w&uuml;rden die USA und ihre westlichen Partner heute ihre Unterst&uuml;tzung der Saudi-Emirate-Koalition einstellen &ndash; im wahrsten Sinne des Wortes. Neben Bereitstellung von Geheimdienstinformationen und Zielkoordinaten, logistischer Unterst&uuml;tzung, milit&auml;rischer Ausbildung sowie der Luftbetankungen der Koalitions-Jets durch die U.S. Air Force &ndash; ohne die der Luftkrieg &uuml;ber die riesigen W&uuml;sten der Arabischen Halbinsel hinweg schlicht unm&ouml;glich w&auml;ren &ndash; sind es in erster Linie die Waffenlieferungen der USA, die den Krieg am Laufen halten. Friedensnobelpreistr&auml;ger Obama verkaufte den Saudis R&uuml;stungsg&uuml;ter in H&ouml;he von 115 Milliarden Dollar, Donald Trump zog nach nur wenigen Wochen im Amt gleich und vereinbarte R&uuml;stungsdeals im Wert von 110 Milliarden Dollar.<br>\nIn den drei Jahren des Jemen-Kriegs (2015-2017) stammten zwei Drittel der Waffenlieferungen an die beiden K&ouml;pfe der Kriegskoalition aus den USA, 15 Prozent aus Gro&szlig;britannien und sechs Prozent aus Frankreich, sowie je 1-2 Prozent aus sieben weiteren L&auml;ndern (vom Autor berechnet nach SIPRI-Daten). Bis auf die T&uuml;rkei sind all diese L&auml;nder Teil der &bdquo;westlichen Wertegemeinschaft&ldquo;. Bis auf die Schweiz sind alle in der NATO.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/justicenow.de\/2018-08-10\/saudi-emirate-koalition-toetet-29-kinder-durch-luftangriff-auf-schulbus-im-jemen\/%20\">Justice Now<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Drohnen-Anschlag auf Maduro: Hinweise auf Verantwortung von Kolumbien und USA<\/strong><br>\nEin ehemaliger regionaler Polizeichef und Regierungsgegner hat eingestanden, bei der Aktion mit sprengstoffbeladenen Drohnen geholfen zu haben<br>\nNach einem Anschlag auf den venezolanischen Pr&auml;sidenten Nicol&aacute;s Maduro am vergangenen Samstag (Venezuela: Anschlag mit einer Drohne auf Maduro?) hat ein ehemaliger regionaler Polizeichef und Regierungsgegner eingestanden, der verantwortlichen Gruppe bei der Aktion mit sprengstoffbeladenen Drohnen geholfen zu haben. Gegen&uuml;ber der Nachrichtenagentur Reuters sagte Salvatore Lucchese, der wegen seiner f&uuml;hrenden Beteiligung an Antiregierungsprotesten bereits inhaftiert gewesen ist, er habe einer Gruppe Oppositioneller dabei geholfen, die Drohnenattacke mit milit&auml;rischem C-4-Sprengstoff auszuf&uuml;hren.<br>\nPr&auml;sident Maduro selbst gab indes weitere Details zu dem Zwischenfall bekannt und erhob neue Vorw&uuml;rfe gegen das benachbarte Kolumbien sowie die USA. Nach Auskunft der Generalstaatsanwaltschaft sollen in Zusammenhang mit dem Angriff inzwischen 19 Personen festgenommen worden sein.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Drohnen-Anschlag-auf-Maduro-Hinweise-auf-Verantwortung-von-Kolumbien-und-USA-4133295.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Kampf gegen Steuerhinterziehung und Geldw&auml;sche: Offenlegung von Auslandskonten ist wichtiger Schritt<\/strong><br>\nIn Deutschland lagern fast drei Billionen Euro von Ausl&auml;ndern, von denen ihre Heimatl&auml;nder nichts wissen. Umgekehrt lagern im Ausland Milliarden Euro von deutschen Staatsb&uuml;rgern, &uuml;ber die den deutschen Finanz&auml;mtern nichts bekannt ist. Im September steht nun zum zweiten Mal der sogenannte automatische Datenaustausch an, der nach jahrelangem Druck von Attac und anderen Organisationen sowie aufgrund eines Vorschlags der Organisation f&uuml;r Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) im vergangenen Herbst begonnen hat.<br>\n&ldquo;Der automatische Datenaustausch ist ein wichtiger Schritt voran beim Kampf gegen die Geldw&auml;sche und illegale Steuervermeidung. Nun ist es Aufgabe der Bundesl&auml;nder, die Daten zu pr&uuml;fen und z&uuml;gig die Konsequenzen zu ziehen. Wir fordern die Finanzminister der L&auml;nder auf, schnell gen&uuml;gend Kapazit&auml;ten bereit zu stellen&rdquo;, sagt Karl-Martin Hentschel von der bundesweiten Attac-Arbeitsgruppe Finanzm&auml;rkte und Steuern.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.attac.de\/startseite\/detailansicht\/news\/kampf-gegen-steuerhinterziehung-und-geldwaesche-offenlegung-von-auslandskonten-ist-wichtiger-schritt\/\">attac<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Anbieter wollen mehr ausl&auml;ndische Fachkr&auml;fte<\/strong><br>\nIn der Pflege fehlen derzeit 35.000 Fachkr&auml;fte und Helfer. Deshalb schlagen private Anbieter vor, bis zu 15.000 Menschen aus dem Ausland anzuwerben. Gegen die Idee gibt es aber auch Bedenken.<br>\nAngesichts des Personalmangels in der Pflege fordert die private Pflegewirtschaft deutlich mehr ausl&auml;ndische Fachkr&auml;fte. In einem Pilotprojekt sollten vom Bund koordiniert in zwei Jahren bis zu 15.000 qualifizierte Mitarbeiter aus dem Ausland gewonnen werden, schl&auml;gt der Arbeitgeberverband Pflege (AGVP) vor. Wer innerhalb von sechs Monaten als Fachkraft anerkannt sei und einen Arbeitsvertrag habe, m&uuml;sse dann auch ein Bleiberecht erhalten.<br>\nDar&uuml;ber hinaus sollen innerhalb von zwei Jahren 15.000 Pflegehilfskr&auml;fte weiterqualifiziert werden. Nach 188 Stunden Qualifizierung und erfolgreicher Pr&uuml;fung sollen die Hilfskr&auml;fte pflegerische Leistungen &uuml;bernehmen und dadurch die Fachkr&auml;fte entlasten. So k&ouml;nnten die von der gro&szlig;en Koalition angestrebten 13.000 zus&auml;tzlichen Stellen in der Altenpflege aus Sicht des Verbandes &ldquo;zeitnah&rdquo; besetzt werden, glaubt der AGVP.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/fachkraeftemangel-pflege-101.html\">Tagesschau<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Wird der Volksverhetzungsparagraph zum Papiertiger?<\/strong><br>\nEine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts l&auml;sst Rechte jubeln und wirft viele Fragen auf<br>\nDas Urteil des Bundesverfassungsgerichts ist schon &uuml;ber einen Monat alt, aber erst Anfang August kam die Pressemitteilung dazu. Erstmals werden hier klare Kriterien genannt, die bei einer Verurteilungen wegen Verharmlosung des NS-V&ouml;lkermords erf&uuml;llt sein m&uuml;ssen.<br>\nGleich zu Anfang der Pressemitteilung Nr. 66\/2018 steht der Kernsatz der Entscheidung. Er lautet:\n<blockquote><p>\nEine Verurteilung nach &sect; 130 Abs. 3 StGB wegen Billigung, Leugnung oder Verharmlosung bestimmter unter der Herrschaft des Nationalsozialismus begangener Verbrechen kommt in allen Varianten &ndash; und damit auch in der Form des Verharmlosens &ndash; nur bei &Auml;u&szlig;erungen in Betracht, die geeignet sind, den &ouml;ffentlichen Frieden zu gef&auml;hrden.<br>\n<em>&ndash; Bundesverfassungsgericht<\/em>\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Das Gericht hatte &uuml;ber die Klage eines Mannes zu entscheiden, der auf seiner Internetseite und seinen You-Tube-Account rechte Propaganda gegen die Ausstellung &uuml;ber die Verbrechen der Wehrmacht ver&ouml;ffentlichte. Dort werden den Ausstellungsverantwortlichen F&auml;lschungen und Manipulationen sowie Volksverhetzung und den alliierten Siegerm&auml;chten &ldquo;L&uuml;genpropaganda&rdquo; vorgeworfen.<br>\nHistorische Wahrheiten w&uuml;rden verfolgt und bestraft, wird vorgebracht, Menschen seien freiwillig mit der SS in Lager gegangen. Holocaust-&Uuml;berlebenden wird vorgeworfen, mit Vortr&auml;gen &uuml;ber die Massenvernichtung Geld zu verdienen und es wird die These vertreten, dass Widerstandsk&auml;mpfer gegen den Nationalsozialismus und Zeugen in den Gerichtsprozessen zu dessen Aufarbeitung gelogen h&auml;tten.<br>\nEs ist also das &uuml;bliche Programm der extremen Rechten, das hier ver&ouml;ffentlicht wurde. Der Mann war wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Das Urteil wurde in der Folgeinstanz best&auml;tigt. Eine Revision blieb erfolglos. Doch mit der Verfassungsbeschwerde hatte der Mann jetzt Erfolg. Das Gericht sah durch die Bestrafung die Meinungsfreiheit verletzt und f&uuml;hrte aus:<\/p>\n<blockquote><p>\nDie m&ouml;gliche Konfrontation mit beunruhigenden Meinungen, auch wenn sie in ihrer gedanklichen Konsequenz gef&auml;hrlich und selbst wenn sie auf eine prinzipielle Umw&auml;lzung der geltenden Ordnung gerichtet sind, geh&ouml;rt zum freiheitlichen Staat. Der Schutz vor einer &ldquo;Vergiftung des geistigen Klimas&rdquo; ist ebenso wenig ein Eingriffsgrund wie der Schutz der Bev&ouml;lkerung vor einer Kr&auml;nkung ihres Rechtsbewusstseins durch totalit&auml;re Ideologien oder eine offenkundig falsche Interpretation der Geschichte. Eine Verharmlosung des Nationalsozialismus als Ideologie oder eine anst&ouml;&szlig;ige Geschichtsinterpretation dieser Zeit allein begr&uuml;nden eine Strafbarkeit nicht.<br>\n&ndash; Bundesverfassungsgericht\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Wird-der-Volksverhetzungsparagraph-zum-Papiertiger-4132245.html?seite=all\">Telepolis<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Die <a href=\"https:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/SharedDocs\/Pressemitteilungen\/DE\/2018\/bvg18-066.html\">Pressemitteilung des BVerfG<\/a> und der vollst&auml;ndige <a href=\"https:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/SharedDocs\/Entscheidungen\/DE\/2018\/06\/rk20180622_1bvr208315.html;jsessionid=EBD704AC7162CA2003BA2614B7048733.1_cid394\">Beschluss des BVerfG<\/a> k&ouml;nnen nachgelesen werden.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Lula hoch drei<\/strong><br>\nBasta! Brasiliens Gewerkschaften rufen zu Protesten auf. Kandidatenduo soll der Linken eine Machtoption erhalten<br>\nBrasilien stehen hei&szlig;e Tage bevor: Mit landesweiten Streiks und Demonstrationen wird am heutigen Freitag eine entscheidende Phase der politischen Auseinandersetzung im Vorfeld der im Oktober anstehenden Wahlen eingel&auml;utet. Aufgerufen haben die sieben gr&ouml;&szlig;ten Gewerkschaftsb&uuml;nde CUT, CTB, CSB, For&ccedil;a Sindical, Intersindical, Nova Central und UGT. Sie fordern die R&uuml;cknahme der neoliberalen Reform des Arbeitsrechts und des Gesetzes, welches das Outsourcing von Besch&auml;ftigten f&uuml;r die Bosse zu einer der leichtesten &Uuml;bungen macht. Weg soll auch die Verfassungsnovelle, mit der 2016 die &ouml;ffentlichen Ausgaben f&uuml;r zwanzig Jahre gedeckelt wurden. Den Protesten angeschlossen haben sich die B&uuml;ndnisse sozialer Bewegungen &raquo;Brasil Popular&laquo; und &raquo;Povo sem Medo&laquo;. Mit dem &raquo;Basta-Tag&laquo; soll der illegitimen Regierung von Pr&auml;sident Michel Temer eine deutliche Abfuhr erteilt werden, deren Politik zu Teuerung, wachsender Arbeitslosigkeit und mehr Armut gef&uuml;hrt hat.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/337600.protesttag-lula-hoch-drei.html\">junge Welt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>The Crisis in Corbyn&rsquo;s Labour Party is Over Israel, Not Anti-Semitism<\/strong><br>\nIf there is indeed an anti-semitism problem in the UK&rsquo;s Labour party, it is not in the places where the British corporate media have been directing our attention. What can be said with even more certainty is that there is rampant hatred expressed towards Jews in the same British media that is currently decrying the supposed anti-semitism of Labour leader Jeremy Corbyn.<br>\nHere is what I hope is a little wisdom, earnt the hard way as a reporter in Israel over nearly two decades. I offer it in case it helps to resolve the confusion felt by some still pondering the endless reports of Labour&rsquo;s supposed anti-semitism &ldquo;crisis&rdquo;.<br>\nIn the first year after my arrival in Israel in late 2001, during the most violent phase of Israel&rsquo;s suppression of the Palestinians&rsquo; second intifada, I desperately tried to make sense of the events raging around me. Like most new reporters, I searched for experts &ndash; at that time, mostly leftwing Israeli analysts and academics. But the more I listened, the less I understood. I felt like a ball in a pinball machine, bounced from one hair-trigger to the next.<br>\nMy problem was exacerbated by the fact that, unlike my colleagues, I had chosen to locate myself in Nazareth, the largest Palestinian city in Israel, rather than in a Jewish area or in the occupied territories. The conflict between Israelis and Palestinians seemed much more complex when viewed through the prism of Palestinian &ldquo;citizens&rdquo; living inside a self-declared Jewish state.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/braveneweurope.com\/jonathan-cook-the-crisis-in-corbyns-labour-party-is-over-israel-not-anti-semitism\">Brave New Europe<\/a>\n<p><em>Hinweis: Lesen Sie dazu auch &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45356\">Jeremy Corbyn wehrt sich gegen den Antisemitismus-Putsch<\/a>&ldquo;.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Wir brauchen eine linke &Ouml;kumene: Pl&auml;doyer f&uuml;r eine Sammlungsbewegung links der Mitte<\/strong><br>\nIn der Optik der AfD und rechtskonservativer Presseorgane wird das heutige Deutschland von linken &bdquo;Achtundsechzigern&ldquo; oder in deren Geist beherrscht. Diese Betrachtung findet ihren halbwahren Kern darin, dass sie die soziokulturelle Dimension in den Mittelpunkt r&uuml;ckt. Die stetige Aufl&ouml;sung autorit&auml;rer Verhaltensmustermuster seit den fr&uuml;hen 60er Jahren, der Abbau obrigkeitsstaatlicher &Uuml;berh&auml;nge, der Individualisierungsschub einschlie&szlig;lich einer permissiven Tendenz in den Umgangs- und Lebensformen, die Liberalisierung von Staat und Gesellschaft &ndash; das sind von der angetretenen Revolte beschleunigte Begleiterscheinungen des Konsumkapitalismus, wie er um 1960 in den hochentwickelten Industriel&auml;ndern des Westens eine gewisse Reife erreicht hatte. In der Perspektiven der Rechten bedeutete alles das die Durchsetzung &bdquo;linker&ldquo; Prinzipien &ndash; und dieses nicht allein in Deutschland.<br>\nDie damit angesprochenen liberalisierenden Resultate des sozialen Wandels sind, gelegentlich ins Groteske gesteigert, inzwischen von einflussreichen Fraktionen des Mitte-links- und linken Spektrums zu den Hauptgegenst&auml;nden der politischen Auseinandersetzung gemacht worden. Dagegen geriet die soziale Frage &ndash; neben der Durchsetzung und stetigen Erweiterung von Demokratie im 19. Jahrhundert der Ausgangspunkt und eigentliche Gegenstand eines linken Ansatzes &ndash; zunehmend an den Rand. Wie zum Beweis dieses Befundes feierten Bundestagsabgeordnete der SPD, der Gr&uuml;nen und der Partei Die Linke die im Vorjahr erfolgte, uneingeschr&auml;nkte M&ouml;glichkeit auch f&uuml;r Homosexuelle zu heiraten &ndash; wogegen nichts zu sagen ist &ndash; unter der merkw&uuml;rdigen Bezeichnung &bdquo;Ehe f&uuml;r alle&ldquo; als epochalen Fortschritt. Nur: Da zeichnete sich die Niederlage der rot-rot-gr&uuml;nen Gesamtlinken in der Bundestagswahl bereits ab. Man h&auml;tte die bis zum September 2017 noch bestehende linke Parlamentsmehrheit auch nutzen k&ouml;nnen, um z.B. die h&ouml;chst popul&auml;re solidarische Grundrente durchzusetzen. Es ist eine Sache, offenkundige Diskriminierungen wie 1976 den &bdquo;Schwulenparagraphen&ldquo; 175 zu beseitigen, eine andere, der erdr&uuml;ckenden Mehrheit der &bdquo;Normalos&ldquo; dieses als politische Gro&szlig;tat zu pr&auml;sentieren.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.ipg-journal.de\/rubriken\/soziale-demokratie\/artikel\/wir-brauchen-eine-linke-oekumene-2910\/\">IPG Journal<\/a>\n<p><strong>dazu: Pawlow einfach mal zuhause lassen<\/strong><\/p>\n<div class=\"external-2click\" data-provider=\"X (Twitter)\" data-provider-slug=\"twitter\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Tweets werden Daten an X (ehemals Twitter) &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von X (Twitter) zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><blockquote class=\"external-2click-target twitter-tweet\" data-lang=\"de\">\n<p lang=\"de\" dir=\"ltr\">Einigen aus dem Spektrum links von der Mitte t&auml;te es gut, wenn sie ihren Pawlow einfach mal zuhause lie&szlig;en. Kritische Auseinandersetzung ja, aber angesichts der vielen Stereotyp-Reaktionen w&uuml;rde ich mir als Rechtskonservativer die H&auml;nde reiben.<\/p>\n<p>&mdash; N. Walter-Borjans (@NowaboFM) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/NowaboFM\/status\/1027799406781845504?ref_src=twsrc%5Etfw\">10. August 2018<\/a><\/p><\/blockquote><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"twitter\">Inhalte von X (Twitter) nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div>\n<p>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-45431","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/45431","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=45431"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/45431\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":45433,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/45431\/revisions\/45433"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=45431"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=45431"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=45431"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}