{"id":45516,"date":"2018-08-19T09:00:50","date_gmt":"2018-08-19T07:00:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45516"},"modified":"2018-08-17T10:25:33","modified_gmt":"2018-08-17T08:25:33","slug":"hinweise-der-woche-75","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45516","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lohnenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CW)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45516#h01\">Interview mit Sahra Wagenknecht &bdquo;&Uuml;ber 50.000 Menschen sind keine Alibi-Veranstaltung&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45516#h02\">Rot-Rot-Gr&uuml;n ist nicht gleich Rot-Rot-Gr&uuml;n<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45516#h03\">Rekordausgaben f&uuml;r das US-Milit&auml;r<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45516#h04\">&laquo;Die armen L&auml;nder werden nicht aufholen k&ouml;nnen, wenn ihre kl&uuml;gsten und besten Leute das Land verlassen&raquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45516#h05\">Sie leben in einer v&ouml;llig anderen Welt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45516#h06\">Erntehelfer: Sie wollen hier nicht mehr arbeiten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45516#h07\">Ausbeutung bei Ryanair: Verwerflich bestimmt &ndash; aber so sch&ouml;n billig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45516#h08\">Wo beim Kindergeld tats&auml;chlich Handlungsbedarf besteht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45516#h09\">Kurzexpertise der Parit&auml;tischen Forschungsstelle zur &ldquo;Zwangsverrentung&rdquo; im Rechtskreis des SGB II<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45516#h10\">Herkunft ist kein Ersatz f&uuml;r Zukunft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45516#h11\">Nationalismus wird uns immer ins Elend f&uuml;hren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45516#h12\">Barbara Kaufmann: Es ist Zeit f&uuml;r einen Aufstand<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnendsten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Interview mit Sahra Wagenknecht &bdquo;&Uuml;ber 50.000 Menschen sind keine Alibi-Veranstaltung&ldquo;<\/strong><br>\nFrau Wagenknecht, Sie haben mit anderen &bdquo;Aufstehen&ldquo; gegr&uuml;ndet. Warum?<br>\nWeil ich finde, dass man dem Rechtsruck in Deutschland nicht einfach zuschauen darf. Die jetzige Situation muss sich &auml;ndern. Wir haben in der Bev&ouml;lkerung andere Mehrheiten. Viele Menschen w&uuml;nschen sich eine sozialere Politik, bessere Renten, h&ouml;here L&ouml;hne, eine Verm&ouml;genssteuer f&uuml;r Superreiche. Und ich will, dass das politisch umgesetzt wird. Daf&uuml;r muss es einen neuen Aufbruch geben.<br>\nEs gibt mindestens drei Einw&auml;nde gegen Ihre Bewegung. Der erste lautet: Sie seien im Grunde nationalistisch und fl&uuml;chtlingsfeindlich. Als letzter Beleg daf&uuml;r gilt, dass Sie von der &bdquo;allgemeinen Moral einer grenzenlosen Willkommenskultur&ldquo; gesprochen haben, die ebenso abzulehnen sei wie die Ressentiments der AfD.<br>\nIch finde es schon abenteuerlich, wie einige reflexartig gegen die gerade in Gr&uuml;ndung befindliche Sammlungsbewegung zu Felde ziehen. Meine Position in der Fl&uuml;chtlingspolitik ist bekannt, und mir Fl&uuml;chtlingsfeindlichkeit oder Nationalismus zu unterstellen, ist boshaft. Ich habe immer das Asylrecht verteidigt, das in den letzten Jahren ausgeh&ouml;hlt wurde. Meine &Uuml;berzeugung ist, dass Verfolgte Schutz brauchen &ndash; aber dass man das Problem der Armut in der Welt nicht durch grenzenlose Zuwanderung l&ouml;sen kann. Wir m&uuml;ssen vielmehr alles daf&uuml;r tun, dass Deutschland und Europa nicht weiter Lebensperspektiven in den armen L&auml;ndern zerst&ouml;ren. Die Menschen brauchen in ihrer Heimat eine Perspektive. (&hellip;)<br>\nIst das auch die Position der Sammlungsbewegung?<br>\nDie Sammlungsbewegung wird sich ihre Programmatik selbst erarbeiten. Wir sind kein top-down-Projekt, sondern legen gro&szlig;en Wert darauf, dass unsere Mitstreiter die Positionen dieser Bewegung selbst diskutieren. Wir werden Debatten organisieren, bei denen sich viele Tausende einbringen k&ouml;nnen. Es gibt moderne digitale M&ouml;glichkeiten daf&uuml;r.<br>\nDas hei&szlig;t, es wird irgendwann auch ein Programm geben?<br>\nDie Bewegung wird am 4. September gegr&uuml;ndet. Dann werden die Namen aller prominenten Initiatoren bekannt gegeben, und es wird eine erste programmatische Orientierung in Form eines Gr&uuml;ndungsaufrufs ver&ouml;ffentlicht. Aber die Programmatik der Sammlungsbewegung wird nicht von den Initiatoren festgelegt. Die muss von den mittlerweile &uuml;ber 50.000 Mitstreitern der Sammlungsbewegung in den n&auml;chsten Monaten entwickelt werden. Das halte ich f&uuml;r sehr wichtig. In den meisten Parteien werden die Mitglieder mit den Positionen ihrer F&uuml;hrung konfrontiert, die sie oft gar nicht teilen. Sie wurden aber nie gefragt. Wir wollen einen demokratischen Prozess.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.ksta.de\/politik\/interview-mit-sahra-wagenknecht--ueber-50-000-menschen-sind-keine-alibi-veranstaltung--31090940\">K&ouml;lner Stadt-Anzeiger<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Rot-Rot-Gr&uuml;n ist nicht gleich Rot-Rot-Gr&uuml;n<\/strong><br>\nIn den Kommentaren zur Bewegung Aufstehen taucht immer wieder derselbe Irrtum auf: Der Begriff Rot-Rot-Gr&uuml;n wird f&uuml;r zwei v&ouml;llig unterschiedliche Politikkonzepte verwandt. Die einen, darunter viele Journalisten, verstehen darunter die Fortsetzung der Politik von SPD und Gr&uuml;nen in den letzten Jahren, also Kriegsbeteiligungen, Waffenlieferungen in Kriegsgebiete, Spardiktate f&uuml;r s&uuml;deurop&auml;ische L&auml;nder, Unterst&uuml;tzung der konfrontativen US-Politik gegen&uuml;ber Russland, Lohndr&uuml;ckerei, Sozialabbau und eine Umweltpolitik, die &ndash; siehe Dieselskandal &ndash; gro&szlig;e Milde gegen&uuml;ber Konzernen walten l&auml;sst. Wenn Journalisten zu dem Urteil kommen, Wagenknecht und Lafontaine bek&auml;mpfen Rot-Rot-Gr&uuml;n, dann meinen sie diese Politik und haben v&ouml;llig Recht, weil wir sie, gemeinsam mit vielen Initiatoren der Sammlungsbewegung, auch weiter bek&auml;mpfen werden. Eine deutliche Mehrheit der Bev&ouml;lkerung lehnt diese Politik ab.<br>\nWir verstehen unter Rot-Rot-Gr&uuml;n etwas ganz anderes: Eine Absage an jede Kriegsbeteiligung und an Waffenlieferungen in Spannungsgebiete, eine Europapolitik der guten Nachbarschaft, ein Ende des Export- und Besch&auml;ftigungsnationalismus, eine Wiederaufnahme der Ost- und Entspannungspolitik, eine Lohnentwicklung, die sich an der Entwicklung der Inflation und der Produktivit&auml;t orientiert, einen Wiederaufbau des Sozialstaates mit einer Rentenversicherung, die sich ein Beispiel an &Ouml;sterreich nimmt (dort bekommt der Durchschnittsrentner 800 Euro pro Monat mehr) und einer Arbeitslosenversicherung ohne Hartz IV, eine R&uuml;cknahme der sozialen K&uuml;rzungen der letzten Jahre und eine Umweltpolitik, die sich der Zerst&ouml;rung unseres Planeten widersetzt indem sie die gro&szlig;en Konzerne in die Schranken weist. Naomi Klein hat Recht: Einen gr&uuml;nen Kapitalismus gibt es nicht.<br>\nDer Begriff Rot-Rot-Gr&uuml;n dient in der politischen Diskussion der Verschleierung, weil er von den einander fundamental entgegengesetzten Politikentw&uuml;rfen ablenkt, um die es eigentlich geht.<br>\nAn unsere Kritiker: Habt doch den Mut und nennt das Kind beim Namen. Werbt f&uuml;r Kriegsbeteiligungen, Waffenlieferungen, Sozialabbau, Exportnationalismus, Umweltzerst&ouml;rung im Interesse der Konzerngewinne und so weiter, dann wissen die Leute, woran sie sind.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/oskarlafontaine\/photos\/a.198567656871376.47953.188971457830996\/1916097708451687\/?type=3&amp;theater\">Oskar Lafontaine fb<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Rekordausgaben f&uuml;r das US-Milit&auml;r<\/strong><br>\nDer neue US-Verteidigungshaushalt hat einen Umfang von 716 Milliarden Dollar. Pr&auml;sident Trump unterzeichnete das Gesetz zu dem Rekordetat &ndash; und verteidigte erneut seine Pl&auml;ne f&uuml;r eine Weltraumarmee.<br>\nUS-Pr&auml;sident Donald Trump hat einen neuen Verteidigungshaushalt in H&ouml;he von 716 Milliarden Dollar (627 Milliarden Euro) unterzeichnet. Er unterschrieb das Gesetz auf dem Armeest&uuml;tzpunkt Fort Drum im Bundesstaat New York.<br>\nTrump zufolge handelt es sich um die &ldquo;bedeutendste Investition&rdquo; in das US-Milit&auml;r in der modernen Geschichte. Allerdings berechnete das Zentrum f&uuml;r strategische und internationale Studien in Washington, dass die drei ersten Verteidigungsetats unter Trumps Vorg&auml;nger Barack Obama h&ouml;her ausfielen, wenn man sie um die Inflation bereinigt.<br>\nLieferverbot f&uuml;r die T&uuml;rkei<br>\nDas Ausgabengesetz f&uuml;r das Pentagon beinhaltet mehrere wichtige Regelungen, darunter ein Lieferverbot von F-35-Kampfflugzeugen an die T&uuml;rkei. Das Verbot f&uuml;r den NATO-Partner, mit dem sich die USA in einem Streit &uuml;ber die Inhaftierung des US-Pastors Andrew Brunson befinden, gilt, so lange sich die Regierung in Ankara nicht von russischer Technologie lossagt.<br>\n&ldquo;Weltraum ist zum Schlachtfeld geworden&rdquo;<br>\nBei der Unterzeichnung des Gesetzes verteidigte Trump auch seine Pl&auml;ne f&uuml;r eine Weltraumarmee. &ldquo;Wie der Himmel, die Erde und das Meer ist der Weltraum zum Schlachtfeld geworden&rdquo;, sagte er. Der Pr&auml;sident will eine Weltraumarmee zum eigenst&auml;ndigen sechsten Arm des US-Milit&auml;rs machen.<br>\nEigene Weltraumstreitkr&auml;fte w&uuml;rden den USA Dominanz &uuml;ber ihre Rivalen geben. Diese h&auml;tten bereits begonnen, &ldquo;den Weltraum zu bewaffnen&rdquo;, sagte Trump. &ldquo;Eine Pr&auml;senz der USA im Weltraum reicht nicht aus, wir m&uuml;ssen eine Dominanz der USA im Weltraum haben.&rdquo; Trump warnte in diesem Zusammenhang speziell vor China.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/trump-verteidigungshaushalt-103.html\">Tagesschau<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>&laquo;Die armen L&auml;nder werden nicht aufholen k&ouml;nnen, wenn ihre kl&uuml;gsten und besten Leute das Land verlassen&raquo;<\/strong><br>\nDer britische &Ouml;konom Paul Collier kritisiert im Gespr&auml;ch die verantwortungslose europ&auml;ische Migrationspolitik. Statt Fl&uuml;chtlinge und Migranten nach Europa zu locken, sollten mit westlichem Geld Arbeitsgelegenheiten f&uuml;r Fl&uuml;chtlinge in der N&auml;he ihrer Heimat geschaffen werden.<br>\nSie befassen sich seit Jahrzehnten mit Migrationspolitik. Wie ist das Thema zu einer so hei&szlig; diskutierten Streitfrage geworden &ndash; und wie kann es politisch weitergehen?<br>\nMomentan ist die Migrations- und Fl&uuml;chtlingspolitik ein heilloses Durcheinander. Es ist ein defektes System. Im Grunde verdient es nicht einmal die Bezeichnung &laquo;System&raquo;. Wie konnte es so weit kommen? Durch unglaublich unverantwortliche, kurzfristige politische Entscheidungen von zentralen Figuren in Europa &ndash; allen voran Angela Merkel, die das Fl&uuml;chtlingsproblem, als es 2011 begann, zun&auml;chst weitgehend ignorierte, um 2015 dann panisch aufzuwachen.<br>\nNun &ouml;ffnete sie sehr unverantwortlich und einseitig die T&uuml;ren &ndash; in dem Glauben, dass lediglich 10 000 Menschen kommen w&uuml;rden &ndash; und schlug diese T&uuml;ren sechs Monate sp&auml;ter genauso einseitig wieder zu, indem sie einen unglaublich teuren Deal mit Erdogan &ndash; einem wirklich netten Mann &ndash; aushandelte und versuchte, die anderen europ&auml;ischen L&auml;nder dazu zu zwingen, die Fl&uuml;chtlinge aufzunehmen, die sie einseitig hereingelassen hatte. Das ist wirklich eine erstaunliche Verantwortungslosigkeit, und so l&auml;uft nat&uuml;rlich auch die Europapolitik derzeit aus dem Ruder.<br>\nIhre Idee bestand also im Grund darin, Anreize f&uuml;r alle Seiten zu schaffen?<br>\nJa, nat&uuml;rlich. Es w&auml;re verr&uuml;ckt gewesen, mit erhobenem Zeigefinger zu fordern: &laquo;Sie sollten ihnen Arbeitspl&auml;tze geben.&raquo; Wir k&ouml;nnen die Globalisierung dazu nutzen, dort Arbeitspl&auml;tze zu schaffen, wo die Fl&uuml;chtlinge sind. Europa &ndash; und insbesondere Deutschland &ndash; war bestens ausger&uuml;stet, das zu tun. Mit all den bereits in der Region t&auml;tigen Unternehmen war Deutschland geradezu pr&auml;destiniert daf&uuml;r. Deutsche Unternehmen haben &uuml;ber die Jahre Hunderttausende von Arbeitspl&auml;tzen in der T&uuml;rkei geschaffen. Das hat keine Arbeitspl&auml;tze in Deutschland gekostet.<br>\nIch arbeite zu neunzig Prozent meiner Zeit mit afrikanischen Regierungen, deren Albtraum es ist, dass ihre jungen Menschen allm&auml;hlich dem Narrativ verfallen, dass ihre Hoffnung in der Auswanderung liege. Derzeit arbeite ich mit der Regierung von Ghana&hellip; Die Regierung leistet gute Arbeit. Aber sie kann auf keinen Fall in diesem Jahr wirtschaftliche M&ouml;glichkeiten schaffen, die besser sind, als einen Job in Europa zu finden &ndash; nie und nimmer. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass wir das Recht h&auml;tten, die kl&uuml;gsten und besten jungen Ghanaer und Ghanaerinnen nach Europa zu locken. Sie werden in Ghana gebraucht.<br>\nWie erkl&auml;ren Sie es sich, dass gerade die Fl&uuml;chtlingsfrage zu so einem polarisierenden Thema in Europa wurde?<br>\nWeil das Thema nicht durchgedacht wurde. Da waren politische Entscheidungstr&auml;ger am Werk, die ihrem Auftrag nicht nachgekommen sind, langfristig zu denken, was eine vern&uuml;nftige, auf lange Sicht gute Politik w&auml;re. Stattdessen scheinen sie von Woche zu Woche oder gar von Tag zu Tag auf die Ereignisse reagiert zu haben. Mit kurzfristigen Entscheidungen aufgrund kurzfristiger Ereignisse ger&auml;t man immer tiefer in ein Schlamassel. Wir sollten uns endlich fragen: &laquo;Wie sieht eine nachhaltige Politik aus?&raquo;&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/international\/die-armen-laender-werden-nicht-aufholen-koennen-wenn-ihre-kluegsten-und-besten-leute-das-land-verlassen-ld.1410537\">Neue Z&uuml;richer Zeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Sie leben in einer v&ouml;llig anderen Welt<\/strong><br>\nDie Eliten entfernen sich immer weiter von der normalen Bev&ouml;lkerung, sagt der Soziologe Michael Hartmann. Das ver&auml;ndere ihr Denken und n&uuml;tze Rechtspopulisten.<br>\nDIE ZEIT: Herr Hartmann, so schick wie Sie wohnt nicht jeder. Geh&ouml;ren Sie zur Elite?<br>\nMichael Hartmann: Nein. Ich bin wohlhabend. Ob jemand zur Elite geh&ouml;rt, h&auml;ngt aber von der Macht ab, die er besitzt. Als Wissenschaftler kann ich zwar mitunter auf die &ouml;ffentliche Meinung einwirken. Aber ich habe keine Macht, gesellschaftliche Entwicklungen ma&szlig;geblich zu beeinflussen.<br>\nZEIT: So klar, wie Sie es formulieren, scheint der Begriff nicht zu sein. Mancher, der heute von &ldquo;Elite&rdquo; spricht, meint &ldquo;die Intellektuellen&rdquo;, &ldquo;die Politiker&rdquo;, &ldquo;die Reichen&rdquo; &ndash; oder alle zusammen.<br>\nHartmann: Als Elite gelten in der &Ouml;ffentlichkeit oftmals schlicht &ldquo;die da oben&rdquo;. In der Wissenschaft ist der Begriff aber unumstritten. Wenn jemand Million&auml;r ist und sein Geld blo&szlig; auf dem Sparbuch liegen l&auml;sst, geh&ouml;rt er nicht zur Elite. Wenn er es nutzt, um Einfluss zu nehmen, dann schon. Nat&uuml;rlich kann man dar&uuml;ber streiten, wie m&auml;chtig man sein muss, um dazuzugeh&ouml;ren. In unserer letzten Elitestudie untersuchten wir nur die wichtigsten Machtpositionen: Konzernmanager, Ministerpr&auml;sidenten, Bundesrichter, einige Journalisten. Andere z&auml;hlen auch die Oberb&uuml;rgermeisterin von K&ouml;ln dazu. Aber egal wie man rechnet: In Deutschland umfasst die Elite im Kern etwa 1000, breiter gefasst maximal 4000 Leute.<br>\nZEIT: Sie erforschen diese Menschen seit Jahrzehnten. In Ihrem neuen Buch schreiben Sie nun, sie h&auml;tten sich zu weit vom Rest der Gesellschaft entfernt. Was meinen Sie damit?<br>\nHartmann: Die Eliten in Deutschland, aber auch in anderen L&auml;ndern, haben kaum noch eine Vorstellung vom Leben der breiten Bev&ouml;lkerung. Sie leben in einer v&ouml;llig anderen Welt: Viele wohnen in sozial homogenen Wohnvierteln. Sie haben einen anderen Alltag, andere Hobbys, andere M&ouml;glichkeiten.<br>\nZEIT: War das nicht schon immer so?<br>\nHartmann: Bei der Wirtschaftselite kann man das sagen. Zunehmend sieht man es aber auch in der wissenschaftlichen, der medialen und der politischen Elite. Die haben sich in den letzten zwei, drei Jahrzehnten weiter von der Masse entfernt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2018\/33\/michael-hartmann-eliten-soziologie-soziale-gerechtigkeit\/komplettansicht\">Zeit<\/a>\n<p><em>Michael Hartmann war im letzten Jahr auch zu Gast beim Pleisweiler Gespr&auml;ch. <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39443\">Hier<\/a> finden Sie die Videoaufzeichnung vom &auml;u&szlig;erst interessanten Vortrag zum Thema. <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Erntehelfer: Sie wollen hier nicht mehr arbeiten<\/strong><br>\nDeutsche Landwirte klagen &uuml;ber die Hitze. Doch Obst- und Gem&uuml;sebauern haben dieses Jahr ein ganz anderes Problem: Ihnen fehlen die Erntehelfer.<br>\n(&hellip;) Ein Indiz f&uuml;r Zwangsarbeit<br>\n&hellip;Nun standen auf seiner Abrechnung viel niedrigere Kilowerte, teils nur die H&auml;lfte von dem, was er auf dem Feld gestochen hatte. Im Vertrag mit den Arbeitern hatte der Betrieb notiert, die 50 Cent pro Kilo w&uuml;rden nur f&uuml;r &ldquo;vermarktungsf&auml;higen Spargel&rdquo; bezahlt. &ldquo;Das ist doch Betrug am helllichten Tage&rdquo;, schimpft Gajewski auf Polnisch.<br>\nDer Landwirt vom Spargelhof verteidigt sein Vorgehen&hellip; Daher entscheide er in diesem Jahr erst an der Sortiermaschine, wie viele Kilo abgerechnet werden. Die Berater der Fachstelle Migration und Gute Arbeit in Brandenburg, die Vertr&auml;ge der Arbeiter eingesehen haben, halten die Praxis f&uuml;r rechtswidrig. Das unternehmerische Risiko wird den Erntehelfern aufgeb&uuml;rdet.<br>\n(&hellip;) Als Mihai bei seinem Chef f&uuml;r die Vertragsausfertigung im B&uuml;ro sa&szlig;, behielt der direkt den Pass ein&hellip;<br>\nDie Ausweise einzubehalten ist gravierend. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) sieht darin ein Indiz f&uuml;r Zwangsarbeit. Denn ohne ihre Dokumente k&ouml;nnen die Arbeiter nicht weg. Sie sind gewisserma&szlig;en gefangen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/arbeit\/2018-07\/erntehelfer-saisonkraefte-mangel-landwirtschaft-agrarbereich\/komplettansicht\">Zeit<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Und so weiter und so weiter. Es folgen weitere Berichte &uuml;ber Lohnbetrug, unzul&auml;ssige Kosten f&uuml;r die Erntehelfer, und dann die endlosen Klagen der Landwirte, die den deutschen Mindestlohn von 8,84 Euro zahlen sollen und ihre Arbeiter selbst um diese Almosen prellen. Da wei&szlig; man gar nicht, wo man anfangen soll: da&szlig; der deutsche Mindestlohn schon nicht f&uuml;r die Existenzsicherung ausreicht? Da&szlig; Erntehelfer ein sehr harter Job ist, viele Stunden t&auml;glich, in Hitze und Wetter, und sowieso deutlich besser bezahlt werden sollte, mit mindestens 12 pro Stunde? Da&szlig; die Bezeichnung als &ldquo;Sklavenarbeit&rdquo; nur leicht zugespitzt ist und das Interesse der Erntehelfer aus nachvollziehbaren Gr&uuml;nden Jahr f&uuml;r Jahr abnimmt? Was f&uuml;r eine Unversch&auml;mtheit es ist, da&szlig; die Landwirte jetzt auf Sklavenarbeiter aus der Ukraine hoffen, weil dort &ldquo;die Armut noch gr&ouml;&szlig;er [ist] als in Rum&auml;nien oder Polen&rdquo;, und damit deutlich zeigen, worum es bei der Arbeitnehmerfreiz&uuml;gigkeit alleinig geht: billig und erpressbar? Aber am allerunglaublichsten ist nat&uuml;rlich, da&szlig; all diese unanst&auml;ndigen und untragbaren Verh&auml;ltnisse und die weitere Versch&auml;rfung der Arbeitskonkurrenz von der Vorsitzenden der Linkspartei begr&uuml;&szlig;t werden, die ausl&auml;ndische Erntehelfer mit Niedrigl&ouml;hnen f&uuml;r unersetzlich h&auml;lt, denn anderenfalls &ldquo;h&auml;tten wir ein richtiges Problem&rdquo; &hellip; <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Ausbeutung bei Ryanair: Verwerflich bestimmt &ndash; aber so sch&ouml;n billig<\/strong><br>\nNach dem aktuellen Streik wird Ryanair seine menschenverachtende Personalpolitik ver&auml;ndern m&uuml;ssen. Dass sie sich &uuml;berhaupt so lange halten konnte, ist ein Armutszeugnis f&uuml;r die Konsumgesellschaft. (&hellip;)<br>\n&ldquo;Ryanair verkauft keine H&auml;hnchenschenkel und Nackensteaks, doch bei der Billig-Airline geht es um dasselbe. Wer sich etwa f&uuml;r die Strecke von K&ouml;ln nach Berlin in eine der blau-gelben R&ouml;hren des irischen Unternehmens setzt und die 500 Kilometer f&uuml;r rund 15 Euro fliegt, muss sich dar&uuml;ber im Klaren sein, dass irgendjemand anderes den Preis f&uuml;r diesen Preis bezahlt. Einzig: Ryanair hat in aller Regel kein Problem damit, die Tickets an den Mann zu bringen. Wer kann bei solchen Schn&auml;ppchen schon widerstehen? (&hellip;)<br>\nWer etwa f&uuml;r O&rsquo;Leary fliegt, ist in der Regel nicht angestellt, sondern muss ein Unternehmen irischen Rechts gr&uuml;nden und sich dann als Freiberufler f&uuml;r Fl&uuml;ge &ldquo;bewerben&rdquo;. Einstiegsgehalt als Pilot: rund 39.000 Euro, Co-Piloten bekommen etwa 25.000 Euro &ndash; brutto. Die mehrere zehntausend Euro teure Pilotenausbildung muss der Nachwuchs davon meist abbezahlen. Flugbegleiter verdienen zwischen 700 und 1300 Euro netto. Auch sie m&uuml;ssen ihre knapp 3000 Euro teure Ausbildung selbst bezahlen. Sie sind zwar angestellt, allerdings meistens in Leiharbeitsvertr&auml;gen &ndash; befristet und ohne Grundgehalt. &Uuml;berstunden werden nicht bezahlt, eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gibt es nicht. Nicht wenige Ryanair-Flugbegleiter haben Nebenjobs, um &uuml;ber die Runden zu kommen.<br>\nAls er wieder einmal f&uuml;r seine menschenverachtende Personalpolitik in die Kritik geraten ist, sagte O&rsquo;Leary einmal, es zwinge ja niemand die Menschen, bei Ryanair zu arbeiten. Seine Piloten nennt er nach deren Angaben mal &ldquo;&uuml;berbewertete Taxifahrer&rdquo; oder &ldquo;Busfahrer&rdquo;. Als vergangenen Herbst Forderungen nach mehr Gehalt laut wurden, sagte er, seine Angestellten h&auml;tten ein &uuml;berzogenes Selbstwertgef&uuml;hl. In einem Interview mit der &ldquo;S&uuml;ddeutschen Zeitung&rdquo; sagte er einmal, die Umwelt interessiere ihn &ldquo;einen Dreck&rdquo;, was ihn interessiere, seien die &Ouml;lpreise. Das Beste, was man seiner Ansicht nach mit Umweltaktivisten machen k&ouml;nne, sei es, sie &ldquo;abzuknallen&rdquo;, ein weiteres Zitat von ihm. Und was sein eigenes Auskommen angeht, sagte er einmal: &ldquo;Ich verdiene etwa das 20-Fache dessen meiner Angestellten. Ich denke, diese L&uuml;cke sollte gr&ouml;&szlig;er sein.&rdquo;<br>\nUnd auch &uuml;ber seine deutschen Kunden sagte O&rsquo;Leary einmal etwas, das erkl&auml;ren k&ouml;nnte, warum die Airline einen Umsatzrekord nach dem n&auml;chsten einheimst &ndash; trotz aller Skandale. &ldquo;Die Deutschen w&uuml;rden mit nackten Eiern &uuml;ber Glasscherben robben, nur um g&uuml;nstige Preise zu bekommen.&rdquo; Freilich macht nicht nur die schlechte Bezahlung der eigenen Leute derartige Schn&auml;ppchen m&ouml;glich. Ryanair spart auch, indem kleine Flugh&auml;fen angesteuert werden oder weil die Maschinen fast immer ausgebucht sind. Aber Dumpingl&ouml;hne sind eben auch zentraler Bestandteil der Preisstrategie.<br>\nDass sich nun h&ouml;chstwahrscheinlich doch etwas &auml;ndern wird bei Ryanair, haben die Piloten selbst bewirkt. Nach dem Ausstand in vier europ&auml;ischen L&auml;ndern kann O&rsquo;Leary kaum etwas anderes &uuml;brigbleiben, als sich mit den Gewerkschaften zu einigen. Auch wenn er zuvor ank&uuml;ndigte, dass &ldquo;eher die H&ouml;lle zufrieren&rdquo; w&uuml;rde. Der aktuelle Streik hat Dimensionen, die neu sind f&uuml;r die Airline: Europaweit fallen 400 Fl&uuml;ge aus, 55.000 Passagiere sind betroffen. Schon im vergangenen Quartal knickte der Umsatz wegen Streiks um 20 Prozent ein. Werden die Ausst&auml;nde noch gr&ouml;&szlig;er, w&uuml;rde O&rsquo;Leary seine Anleger verprellen, die er all die Jahre auf dem R&uuml;cken seiner unterbezahlten Angestellten mit Traumrenditen verw&ouml;hnt hat.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Verwerflich-bestimmt-aber-so-schoen-billig-article20567062.html\">n-tv<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.Z.:<\/strong> Der n-tv Redakteur nimmt kein Blatt vor den Mund. Solch klare Worte w&uuml;nschte man sich in der BILD-Zeitung, dem angeblichen Sprachrohr des kleinen Mannes. Tats&auml;chlich wird man dort zu derartigen Skandalen wohl kaum kritische Beitr&auml;ge finden, schlie&szlig;lich liegt die Kernkompetenz des Springerblatts im Treten nach unten, so dass der berechtigte Unmut der Bev&ouml;lkerung m&ouml;glichst elitenfreundlich kanalisiert wird. Eine Verk&auml;uferin unseres Supermarktes &ndash; eine herzensgute Frau &ndash; bedauerte k&uuml;rzlich die vor einigen Jahren vollzogene &ouml;rtliche Schulschlie&szlig;ung f&uuml;r die Oberstufe, da ihr Enkel dadurch nun weiter fahren muss und merkte im Nachsatz an, dass jedoch f&uuml;r die Kinder von Ausl&auml;ndern Kindergeld da sei. Wo soll man da anfangen und aufh&ouml;ren zu argumentieren. Die BILD-Kampagnen wirken &ndash; leider! <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Wo beim Kindergeld tats&auml;chlich Handlungsbedarf besteht<\/strong><br>\nIn der vergangenen Woche wurde hitzig &uuml;ber zu Unrecht bezogenes Kindergeld von Menschen mit ausl&auml;ndischer Staatsb&uuml;rgerschaft debattiert. Statt ausl&auml;nderfeindliche Vorurteile zu n&auml;hren muss es endlich mehr soziale Gerechtigkeit f&uuml;r Familien mit Kindern geben, fordert der DGB-klartext. Dazu geh&ouml;rt auch die Abschaffung des Kinderfreibetrags. (&hellip;)<br>\nAllein der Verdacht, dass in einzelnen deutschen Gro&szlig;st&auml;dten Menschen ausl&auml;ndischer Staatsangeh&ouml;rigkeit zu Unrecht Kindergeld bezogen h&auml;tten, l&ouml;ste in der vergangenen Woche hysterische Medienberichte aus. Eine sachliche Berichterstattung war hingegen kaum wahrzunehmen. So fehlte fast durchg&auml;ngig die Aufkl&auml;rung dar&uuml;ber, dass bis auf wenige gerechtfertigte Ausnahmen, der Bezug von Kindergeld stets die unbeschr&auml;nkte Steuerpflicht in Deutschland zur Voraussetzung hat. Kein Wort dar&uuml;ber, dass ein in Deutschland lebender, aber nicht erwerbst&auml;tiger Elternteil, hier keinen Anspruch auf Kindergeld f&uuml;r sein in der Heimat beim anderen Elternteil lebendes Kind hat. (&hellip;)<br>\nNat&uuml;rlich ist klar, dass Kindergeldkassen, Kommunen und Justiz den aktuellen Betrugsvorw&uuml;rfen nachgehen und Gesetzesverst&ouml;&szlig;e im gegebenen Fall ahnden m&uuml;ssen. Daf&uuml;r braucht es keine neuen Gesetze, sondern handlungsf&auml;hige und mit ausreichend Personal ausgestattete Beh&ouml;rden. Stattdessen fordern nun einige Politiker und Journalisten Gesetzesversch&auml;rfungen, durch die viele Steuerpflichtige zu Unrecht abgestraft w&uuml;rden, wenn die Kinder im Ausland leben. Demnach sollen Zahlungen f&uuml;r im Ausland lebende Kinder k&uuml;nftig nur noch gestaffelt nach der H&ouml;he der dortigen Lebenshaltungskosten erfolgen. (&hellip;)<br>\nJedes Kind muss dem Staat gleich viel wert sein. Deshalb sollte der Kinderfreibetrag abgeschafft und das dadurch eingesparte Geld auf ein f&uuml;r alle gleichm&auml;&szlig;ig erh&ouml;htes Kindergeld umgelegt werden. Zusammen mit der von der Bundesregierung geplanten Anhebung des Kindergeldes um 10 Euro ab Mitte des kommenden Jahres lie&szlig;e sich so sogar eine Anhebung um mindestens 30 Euro pro Kind und Monat finanzieren. Statt ausl&auml;nderfeindliche Vorurteile zu n&auml;hren, muss sich die Politik endlich um mehr soziale Gerechtigkeit f&uuml;r Familien mit Kindern k&uuml;mmern!<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/themen\/++co++c32fee0e-a134-11e8-9dcd-52540088cada\">DGB<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Vielleicht sollte insbesondere die derzeitige SPD-Bundesvorsitzende, Frau Nahles mal beim DGB nachfragen bzw. Nachhilfe beantragen oder einfach die geltende hiesige Gesetzeslage studieren. Das Gerede von Frau Nahles &uuml;ber Missbrauch, dem ein Riegel vorgeschoben werden <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45436#h08\">solle<\/a>, deutet auf gravierende Unwissenheit hin: Sowohl bez&uuml;glich der Rechtslage als auch zum Thema &ldquo;Soziale Gerechtigkeit&rdquo;. Das Treffen der aktuellen SPD-Chefin mit Vertretern von St&auml;dten Ende September droht, eine reine Marketing-Veranstaltung zu werden &hellip; <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Kurzexpertise der Parit&auml;tischen Forschungsstelle zur &ldquo;Zwangsverrentung&rdquo; im Rechtskreis des SGB II<\/strong><br>\nOffizielle Angaben &uuml;ber die Zahl der Betroffenen liegen nicht vor, da die Statistik der Rentenversicherung keinen Aufschluss dar&uuml;ber gibt, ob Antr&auml;ge freiwillig oder unfreiwillig gestellt wurden. Auch die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit erhebt dazu keine Zahlen. Die Parit&auml;tische Forschungsstelle unternimmt es deshalb mit der vorliegenden Kurzexpertise erstmals, den Umfang der Zwangsverrentungen n&auml;herungsweise zu bestimmen. Sie st&uuml;tzt sich dabei auf eine Sonderauswertung der Statistik der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit, die diese f&uuml;r den Parit&auml;tischen vorgenommen hat. Dabei zeigt sich, dass Zwangsverrentungen weiterhin in erheblichem Umfang stattfinden, obwohl das Bundesministerium f&uuml;r Arbeit und Soziales im September 2016 meldete, Zwangsverrentungen &bdquo;abgeschafft&ldquo; zu haben.<br>\nZwar hat sich die Zahl der Abg&auml;nge von arbeitslosen Leistungsbeziehenden im Alter von 63 und 64 Jahren aus dem SGB II nach einer Reform der sog. Unbilligkeitsverordnung, die Ausnahmen von der Zwangsverrentung regelt, verringert. Auch 2017 waren jedoch noch 49.119 Abg&auml;nge der &uuml;ber 63-J&auml;hrigen und 22.473 Abg&auml;nge von &uuml;ber 64-J&auml;hrigen aus dem SGB II in die Nichterwerbst&auml;tigkeit oder ohne weiteren Aufschluss zu verzeichnen. Das sind mehr als doppelt so viele, wie etwa f&uuml;nf Jahre zuvor, im Jahr 2012. Schon jetzt summiert sich die Zahl der mit zum Teil hohen Abschl&auml;gen verrenteten SGB-II-Bezieher auf eine sechsstellige Zahl. Die vorliegenden Zahlen lassen zwar weiterhin keine genaue Bestimmung der Zahl der konkret &bdquo;Zwangsverrenteten&ldquo; zu, weil darin u.a. auch Leistungsbeziehende enthalten sind, die in eine Erwerbsminderungsrente wechseln. Da die Menschen aber nicht in eine Erwerbst&auml;tigkeit wechselten und im Regelfall auf zus&auml;tzliche Sozialleistungen angewiesen bleiben, die sie grunds&auml;tzlich vorrangig in Anspruch nehmen m&uuml;ssen, ist trotz der Reform der Unbilligkeitsverordnung 2017 nach wie vor von einer f&uuml;nfstelligen Anzahl von zwangsverrenteten Menschen pro Jahrgang auszugehen. F&uuml;r die Betroffenen folgen daraus zum Teil erhebliche und lebenslang wirkende Abschl&auml;ge auf den monatlichen Rentenanspruch, die sich schnell auf mehrere tausend Euro summieren. Arbeitsmarktpolitisch l&auml;uft die Zwangsverrentung dem von der Bundesregierung selbst gesteckten Ziel zuwider, auch &auml;lteren Menschen im Erwerbsleben zu halten. Sollte die Praxis der &bdquo;Zwangsverrentung&ldquo; nicht ge&auml;ndert werden, drohen vielen weiteren Betroffenen massive Einbu&szlig;en bei ihren erworbenen Rentenanspr&uuml;chen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.der-paritaetische.de\/presse\/kurzexpertise-der-paritaetischen-forschungsstelle-zur-zwangsverrentung-im-rechtskreis-des-sgb-ii\/\">Der Parit&auml;tische<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Das vollst&auml;ndige Papier umfasst 31 Seiten und kann <a href=\"http:\/\/infothek.paritaet.org\/pid\/fachinfos.nsf\/0\/611f8fc8d4f1b434c12582eb002d0f7a\/$FILE\/PaFo-2018-3-Zwangsverrentung.pdf\">hier nachgelesen werden<\/a>. <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Herkunft ist kein Ersatz f&uuml;r Zukunft<\/strong><br>\nW&auml;hrend westliche Staaten auf der Ebene der Politik derzeit die elementaren Bed&uuml;rfnisse der Bev&ouml;lkerungen br&uuml;sk ignorieren, zeigen sie auf der Ebene der Kultur ein immer feineres Zartgef&uuml;hl. Dort betreiben sie Sensibilisierung und implementieren entsprechende Institutionen.<br>\nAuf der Ebene der Politik unternimmt man nichts gegen die massiven Reallohnverluste, welche die untere H&auml;lfte der Bev&ouml;lkerung in den letzten Jahrzehnten hinnehmen musste. Man l&auml;sst Arbeitslose mit Ma&szlig;nahmen wie Hartz IV&hellip; Bis in die oberen Mittelschichten hinein hat sich das Gef&uuml;hl verbreitet, dass die Kinder es einmal nicht mehr besser haben werden. Dieser &ouml;konomischen Erosion entspricht auch eine der demokratischen Mitbestimmung&hellip;<br>\nAuch in Fragen der Au&szlig;enpolitik der EU haben gro&szlig;e Teile der Bev&ouml;lkerungen das Gef&uuml;hl, niemals auf irgendeiner politischen Ebene eine demokratische Willensbildung erlebt zu haben.<br>\nAuf der Ebene der Kultur dagegen zeigt man geradezu erstaunliches Verst&auml;ndnis f&uuml;r noch so kleine Sorgen oder Empfindlichkeiten &ndash; vor allem f&uuml;r solche, die mit Fragen der sogenannten ethnischen, kulturellen, religi&ouml;sen oder sexuellen etc. &ldquo;Identit&auml;t&rdquo; verbunden sind&hellip;.<br>\nDie postmodernen Identit&auml;tspolitiken aber stellen keine mildernde Kompensation, sondern vielmehr einen aktiven Beitrag zur neoliberalen Produktion wachsender Ungleichheit dar. Das ist die These, die im Begriff des &ldquo;progressiven Neoliberalismus&rdquo; steckt, den die Philosophin Nancy Fraser entwickelt hat. Die Postmoderne ist das Kulturprogramm des Neoliberalismus.<br>\nDiese These l&auml;sst sich mit mindestens zwei Argumenten untermauern. Erstens erf&uuml;llt eine Verst&auml;rkung der Sorge der Individuen um ihre Identit&auml;t zu einer massiven Entsolidarisierung und Ablenkung von den entscheidenden Fragen&hellip;Dabei werden sie zunehmend unf&auml;hig, zu erkennen, dass es wichtigere Interessen gibt als die der Identit&auml;t und dass es f&uuml;r die Verfolgung dieser Interessen notwendig w&auml;re, sich mit anderen Identit&auml;ten zusammenzuschlie&szlig;en&hellip;.<br>\nGenau in dem Ma&szlig;, in dem der Neoliberalismus den Menschen die Aussicht auf eine bessere Zukunft genommen hat, kam ihm die Propaganda der Identit&auml;tspolitik zu Hilfe und lie&szlig; sie nun, statt nach vorne, nach hinten blicken: wer keine Zukunft mehr hat, der braucht eben mehr Herkunft. Und wer nicht mehr hoffen kann, irgendetwas Interessantes zu werden, der mu&szlig; eben darauf pochen, irgendetwas Kostbares, Verletzbares zu sein.<br>\nZweitens hat der Neoliberalismus zur Zerrei&szlig;ung der gesellschaftlichen Mitte in den reichen westlichen Staaten gef&uuml;hrt&hellip;.<br>\nEin entscheidender Grund f&uuml;r diese Entwicklungen d&uuml;rfte darin liegen, dass seit den 80er Jahren die Mitte-Links-Parteien in Europa und &Uuml;bersee sich in ihrer &ouml;konomischen Politik nicht mehr von ihren konservativen und neoliberalen Gegnern unterschieden. Die einzig verbleibenden Unterschiede mussten nun auf dem Feld der Kultur markiert werden. Diese Kulturalisierung linker Politik f&uuml;hrte dazu, dass Probleme der &ouml;konomischen Basis nun nur noch auf der Ebene des ideologischen &Uuml;berbaus behandelt wurden &ndash; so, als ob man dort wirksam etwas gegen sie unternehmen k&ouml;nnte&hellip;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.ipg-journal.de\/rubriken\/soziale-demokratie\/artikel\/herkunft-ist-kein-ersatz-fuer-zukunft-2914\/\">IPG<\/a>\n<\/li><li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Nationalismus wird uns immer ins Elend f&uuml;hren<\/strong><br>\nEin Gespr&auml;ch mit Konstantin Wecker &uuml;ber Kunst, Politik und linken Populismus oder Nationalismus<br>\nVereinfacht gesagt f&uuml;hren die &ldquo;&auml;u&szlig;eren&rdquo; Vorgaben durch die Politik oft ins Elend ideologischer Einschn&uuml;rungen. Dementgegen sollte man es ruhig einmal &ldquo;innerlich&rdquo; versuchen mit etwas, das Wecker eine spirituelle Revolution nennt. Letztlich k&ouml;nne einzig die Poesie das Individuum st&auml;rken und dazu verhelfen, Haltung zu bewahren.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Nationalismus-wird-uns-immer-ins-Elend-fuehren-4136969.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li><li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Barbara Kaufmann: Es ist Zeit f&uuml;r einen Aufstand<\/strong><br>\nEs ist nicht viel, sagt der Agenturchef. Aber was du leistest, ist ohnehin unbezahlbar. [&hellip;]<br>\nEs ist jetzt schon zu sp&auml;t daf&uuml;r, sagt die Mitarbeiterin der Sozialversicherung. Aber ab der n&auml;chsten Rechnung k&ouml;nnen Sie gerne die Ratenzahlung bei den Beitr&auml;gen in Anspruch nehmen. Es ist unm&ouml;glich, sagt die Bankbeamtin. F&uuml;r einen Kredit haben sie beide zu wenige Sicherheiten.<br>\nEs ist nicht b&ouml;s gemeint, sagt der Schulfreund. Aber wir stellen Leute in deinem Alter ungern neu an, sie sind einfach zu teuer. Es ist ein M&auml;dchen, sagt die Hebamme. Sie hat die Strapazen gut &uuml;berstanden. Dann legt sie das Kind zur Mutter und deckt beide zu.<br>\nEs ist nat&uuml;rlich nicht viel, sagt der Agenturchef. Aber das, was du leistest, ist ohnehin unbezahlbar. Es ist nichts Pers&ouml;nliches, sagt der Projektleiter. Aber F&uuml;hrungspositionen sind eine h&auml;rtere Sportart und daf&uuml;r bist du nicht trainiert. Es ist eine Frage des Willens, sagt der Vorstand. Wenn Frauen wollen, k&ouml;nnen sie alles schaffen.<br>\nEs ist wirklich das letzte Mal, sagt die Kinderg&auml;rtnerin. Die anderen M&uuml;tter halten sich alle an die Zeiten und wir m&uuml;ssen auch irgendwann nach Hause gehen. Es ist schwierig, sagt die Krankenschwester. Wenn Sie Ihre Mutter weiterhin zu Hause pflegen wollen, m&uuml;ssen Sie sich eine Hilfe leisten.<br>\nEs ist nichts gegen dich, sagt der Auftraggeber. Aber solche Honorare kann ich nicht mehr zahlen, deshalb muss ich jemand nehmen, der es mir um die H&auml;lfte macht. Es ist kein Problem, sagt die Praktikantin. Ich bleibe gerne l&auml;nger, ich liebe diesen Job. Es ist Zeit f&uuml;r einen Aufstand, sagt meine Mutter. Wie lange wollt ihr euch das noch gefallen lassen?<br>\nEs ist das letzte Lachen vor dem Umfallen, sagt die Frau in der Stra&szlig;enbahn m&uuml;de. Dann lacht sie.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/kurier.at\/kolumnen\/barbara-kaufmann-es-ist-zeit-fuer-einen-aufstand\/400091318\">kurier.at<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Gro&szlig;artig, treffend. Der richtige Kommentar zu der allumfassenden Propaganda, es gehe uns allen doch ach so gut.<\/em>\n<\/p><\/li><\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lohnenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45516\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-45516","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/45516","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=45516"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/45516\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":45518,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/45516\/revisions\/45518"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=45516"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=45516"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=45516"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}