{"id":4568,"date":"2010-02-23T17:01:25","date_gmt":"2010-02-23T16:01:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4568"},"modified":"2016-04-18T18:59:34","modified_gmt":"2016-04-18T16:59:34","slug":"ergaenzung-zum-kampagnejournalismus-von-zeit-und-bild-auch-die-oeffentlich-rechtlichen-sender-beteiligen-sich-und-redaktionen-sind-gespalten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4568","title":{"rendered":"Erg\u00e4nzung zum Kampagnejournalismus von \u201eZeit\u201c und \u201eBild\u201c &#8211; auch die \u00f6ffentlich-rechtlichen Sender beteiligen sich und Redaktionen sind gespalten"},"content":{"rendered":"<p>Der <a href=\"?p=4551\">Bericht &uuml;ber die gleichgerichteten Manipulationen von &bdquo;Die Zeit&ldquo; und &bdquo;Bild&ldquo;<\/a> hat einige erg&auml;nzende Hinweise ausgel&ouml;st und veranlasst zu einigen weiteren Anmerkungen zum Kampagnenjournalismus und der damit verbundenen Spaltung der Redaktionen. Denn, darauf war schon hingewiesen worden, diese Machenschaften werden mit Sicherheit nicht von allen Redakteuren gest&uuml;tzt. Albrecht M&uuml;ller.<br>\n<!--more--><\/p><p>Zun&auml;chst noch die Anmerkung, dass der <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2010\/08\/01-Hartz-IV\">Kommentar des Chefredakteurs der Zeit eine F&uuml;lle von Kommentaren ausgel&ouml;st<\/a> hat. Eigentlich m&uuml;sste allein dieses vernichtende Echo der &bdquo;Zeit&ldquo; und dem Holtzbrinck Verlag ausreichend peinlich sein, um sich von diesem Chefredakteur zu trennen. Aber das wird nicht geschehen, weil sowohl die Unkenntnis von Fakten als auch die Tendenz- und Kampagnebereitschaft vom Typ di Lorenzo zur Grundausstattung solcher Medien geh&ouml;rt. <\/p><p><strong>ZDF, Die Welt, Deutschland Funk und viele andere sind auch im Manipulationsgesch&auml;ft &ndash; und immer mit den gleichen Vorzeige-HartzIV-Beziehern:<\/strong><\/p><p>&#8232;Zum ZDF schreibt ein Freund der NachDenkSeiten:<\/p><blockquote><p>&#8232;Noch eine kleine Anmerkung zu ihrem heutigen (22.2.) Beitrag zur Hartz IV Debatte: Nicht nur die Printmedien auch die &ouml;ffentlich-rechtlichen Sender beteiligen sich an der entsprechenden Meinungsmache. So liefen im heute-journal vom vergangenen Freitag zwei Beitr&auml;ge zum Thema. Der erste &uuml;ber einen guten und einen b&ouml;sen Hartz IV Bezieher. Der b&ouml;se Hartz IV-Bezieher war ein gewisser Hartmut Schl&uuml;ter, der bereits in anderen diversen Hetzsendungen als konsequenter Ma&szlig;nahmenverweigerer seinen Auftritt hatte. &#8232;&#8232;Zweiter Beitrag ein gutverdienender fiktiver lediger Steuerzahler (Steuerklasse I) als Beispiel wie unversch&auml;mt der Staat den B&uuml;rgern in die Tasche greift. Dabei wurden diverse andere Steuern wie etwa die Mehrwertsteuer, Tabaksteuer, Mineral&ouml;lsteuer, Abwassergeb&uuml;hren und &auml;hnliches als quasi fixe Abz&uuml;ge vom Bruttolohn dargestellt. Von einem Vertreter des Bundes der Steuerzahler, den NDS-Lesern als Mittelstandslobbyorganisation wohl bekannt, im Beitrag als staatliche Zwangsabgaben bezeichnet. Wobei die in der Tat sehr hohe Belastung der mittleren Einkommen wohl in direkte Relation zu Hartz IV bzw. dem Sozialstaat gesetzt werden sollte. &#8232;&#8232;Das Thema wurde am Sonntag in der Reportage <a href=\"http:\/\/reporter.zdf.de\/ZDFde\/inhalt\/24\/0,1872,8036568,00.html\">&ldquo;Hart, h&auml;rter, Hartz&nbsp; &ndash; F&uuml;nf Jahre Leben mit der Reform&rdquo;<\/a> noch einmal aufgekocht. Wieder mit von der Partie unser Hartmut Schl&uuml;ter. Dabei handelt es sich um Material, das in einer Propagandasendung des ZDF im vergangenen Jahr (<a href=\"http:\/\/www.zdf.de\/ZDFde\/inhalt\/27\/0,1872,7602939_idDispatch:8829479,00.html\">Das Leben ist Hartz &ndash; Eine Reformbilanz<\/a>) teilweise schon einmal zu sehen war.  &#8232;&#8232;Man ist wirklich erstaunt, dass die Journaille immer noch glaubt, das Publikum w&uuml;rde ihnen nicht langsam auf die Schliche kommen, wenn immer die selben Figuren, wie Hartmut Schl&uuml;ter oder etwa Arno D&uuml;bel in der Bild-Zeitung und diversen Talkshows, als Popanz vorgef&uuml;hrt werden.<\/p><\/blockquote><p><strong>Der Deutschlandfunk bef&ouml;rdert die Kampagne zur angeblich anstehenden Inflation mit einer Besprechung des Buches des stellvertretenden Chefredakteurs des Managermagazins Henrik M&uuml;ller:<\/strong><\/p><p><a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/andruck\/1126348\/\">In dieser Buchbesprechung<\/a> wird nahezu kritiklos der Angst vor der Inflation das Wort geredet. Das ist auch Teil einer gerade laufenden Kampagne. Sie dient verschiedenen Zwecken: Bei manchen der Autoren banal dem Zweck, potentielle Anleger zum Kauf von Gold oder anderen so genannten Sachwerten zu veranlassen, bei manchen Autoren dem Zweck, weiteren Konjunkturprogrammen einen Riegel vorzuschieben und den neoliberalen Zentralbankern den R&uuml;cken zu st&auml;rken. <\/p><p><em>Siehe dazu: <a href=\"?p=4563\">Nachtrag zur ideologiebeladenen Wirtschaftspolitik: Marsch in die Deflation<\/a> <\/em><\/p><p><strong>Vermutlich tief gespaltene Redaktionen<\/strong><\/p><p>Wir erleben seit Jahren einen Zuwachs an Public Relations und einen wachsenden Einfluss dieser professionellen Meinungsmache auf die Arbeit von Redaktionen. Dabei ist Public Relations-Arbeit oft getarnt. Die Interessen werden hinter Instituten und ThinkTanks versteckt, wie Wolfgang Lieb gerade <a href=\"?p=4558\">gestern<\/a> belegt hat:  <\/p><p>Der Noch-Chefredakteur des ZDF Brender hat gerade in einem Spiegel Interview beklagt, dass es in seinem Sender Zutr&auml;ger der Parteien gibt, die teilweise wie Spitzel agieren. (Siehe <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/tv\/0,1518,druck-679521,00.html\">hier auf Spiegel Online<\/a> und eine Art <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/N5N38I\/3234291\/Das-wars-dann.html\">Kommentar in der S&uuml;ddeutschen<\/a> ). Das ist sicher ein richtiger Hinweis. Aber das ist weniger als die halbe Wahrheit. Zum Beispiel h&auml;tte Nicolaus Brender dies als Chefredakteur schon abstellen k&ouml;nnen. Er hat aber zum Beispiel die aggressive Kampagne des ihm unterstellten Hauptstadtstudioleiters Peter Frey gegen Oskar Lafontaine, &uuml;ber die wir im vergangenen Sommer ausf&uuml;hrlich unterrichtet hatten, ohne Kommentar hingenommen.<br>\nNoch gravierender als der Einfluss der Parteien ist der Einfluss der gro&szlig;en Interessen, der Wirtschaft insgesamt und einzelner Wirtschaftszweige. Was hat der Chefredakteur des ZDF nicht alles an PR-gesteuerten Sendungen pro Privatvorsorge zugelassen? Und waves nicht alles in Sachen Westerwelle &ndash; siehe oben?<\/p><p>Der Einfluss der Oberschicht, der Wirtschaft, der neoliberalen Ideologie und gro&szlig;er Interessen insgesamt auf die Medien, direkt oder &uuml;ber Public Relations-Agenturen, ist mindestens so schrecklich wie der Einfluss der Parteien. Einziger Unterschied: der Einfluss der Parteien ist sichtbar und ablesbar an den Freundeskreisen der Parteien in den Fernsehr&auml;ten.<\/p><p>Redakteure, die sich dem Einfluss von PR Agenturen und gro&szlig;en Interessen entziehen, haben es vermutlich sehr schwer. Die Journalisten, die sich in Kampagnen einbauen lassen, haben den Vorteil, dass ihnen von au&szlig;en zugearbeitet wird, mit vorformulierten Beitr&auml;gen oder mit Fakten. Sie k&ouml;nnen also sehr viel schneller arbeiten und scheinbar produktiver als jene Journalisten, die korrekt arbeiten und nicht in Interessen eingebunden sind. Ein Journalist, der mit dem Institut der deutschen Wirtschaft und seinen Direktor Michael H&uuml;ther verbunden ist oder mit dem DIW des Professor Zimmermann oder dem ZEW des Professor Franz oder dem IFO-Institut des Professor Sinn, hat es um vieles leichter, an Material heranzukommen als der anst&auml;ndige unabh&auml;ngige Journalist. Die F&auml;lle sind ja aus der Praxis bekannt: als Gabor Steingart Chef des Spiegelb&uuml;ros in Berlin war, hatte er direkten und st&auml;ndigen Zugang zur Forschungsabteilung der Deutschen Bank, &uuml;ber Norbert Walter von DB Research. Er hat davon f&uuml;r seine redaktionelle Arbeit und f&uuml;r das Schreiben seiner B&uuml;cher profitiert und sich dort sogar bei den Kollegen von der Deutschen Bank bedankt.<\/p><p>Es w&auml;re ganz gut, wenn sich jene Kolleginnen und Kollegen aus den Redaktionen, die nicht in Kampagnen einbezogen sind, zu Wort melden w&uuml;rden. Die Intervention von Brender alleine reicht nicht. Sie verst&auml;rkt nur die Fixierung auf den Parteien-Einfluss und baut damit einen Paravent auf, hinter dem sich die viel gr&ouml;&szlig;eren und wirksameren anderen Interessen verstecken k&ouml;nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der <a href=\"?p=4551\">Bericht &uuml;ber die gleichgerichteten Manipulationen von &bdquo;Die Zeit&ldquo; und &bdquo;Bild&ldquo;<\/a> hat einige erg&auml;nzende Hinweise ausgel&ouml;st und veranlasst zu einigen weiteren Anmerkungen zum Kampagnenjournalismus und der damit verbundenen Spaltung der Redaktionen. Denn, darauf war schon hingewiesen worden, diese Machenschaften werden mit Sicherheit nicht von allen Redakteuren gest&uuml;tzt. Albrecht M&uuml;ller.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[110,1,41,11],"tags":[362,934,1002,1544,273,1540,457],"class_list":["post-4568","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-agenda-2010","category-das-kritische-tagebuch","category-medienanalyse","category-strategien-der-meinungsmache","tag-brender-nikolaus","tag-bund-der-steuerzahler","tag-di-lorenzo-giovanni","tag-kampagnenjournalismus","tag-privatvorsorge","tag-zdf","tag-zeit"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4568","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4568"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4568\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":22706,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4568\/revisions\/22706"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4568"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4568"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4568"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}