{"id":45690,"date":"2018-08-27T08:28:21","date_gmt":"2018-08-27T06:28:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45690"},"modified":"2024-09-24T08:33:12","modified_gmt":"2024-09-24T06:33:12","slug":"mode-food-und-umweltkiller-avocado-auf-der-anklagebank-die-weltweite-debatte-ueber-chiles-export-plantagen-die-den-armen-das-wasser-abgraben-und-verwuestung-erzeugen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45690","title":{"rendered":"Mode-Food und Umweltkiller Avocado auf der Anklagebank \u2013 Die weltweite Debatte \u00fcber Chiles Export-Plantagen, die den Armen das Wasser abgraben und Verw\u00fcstung erzeugen"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180827-Modefood-01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Haben Sie schon einmal eine entkernte Avocado mit Schrimps und Sauce Ros&eacute;e probiert? Wenn nicht, kann ich Ihnen den Leckerbissen nur dringend empfehlen. Doch versuchen Sie w&auml;hrend Ihres Einkaufs erst einmal das Ursprungsland der Superfrucht zu erfahren, damit sie Ihnen mit dieser Vorgeschichte nicht unverhofft im Hals stecken bleibt. Von <strong>Frederico F&uuml;llgraf<\/strong>.<\/p><div class=\"clearRight\"><\/div><p><!--more--><br>\nIn Mexiko werden f&uuml;r die Anlage von Avocado-Plantagen ganze W&auml;lder erbarmungslos und illegal abgeholzt, im ohnehin regenarmen Zentral- und Nordchile werden seltene Wasserquellen abgegraben und ganze Fl&uuml;sse ausgetrocknet, wodurch tausende Kleinbauern d&uuml;rsten und ihre Subsistenzwirtschaften durch chronischen Wassermangel vernichtet wird.<\/p><p>Zweifellos &ndash; Avocados besitzen vielf&auml;ltige Nahrungs- und Gesundheitsvorz&uuml;ge. Die urspr&uuml;nglich aus dem Raum Mexiko und dem n&ouml;rdlichen Mittelamerika stammende, gr&uuml;ne Frucht ist wohlschmeckend und reich an unges&auml;ttigten Fetts&auml;uren, Vitaminen und Mineralstoffen. Sie ist deshalb ein Trendf&uuml;hrer in der veganen Gastronomie und erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Zwischen 2010 und 2016 stiegen allein die deutschen Einfuhren von 28.000 Tonnen auf 58.500 Tonnen auf mehr als das Doppelte.<\/p><p>Im mitteleurop&auml;ischen Einzelhandel geh&ouml;rt auch die bis zu 350 Gramm wiegende &bdquo;Hass&ldquo;-Sorte, mit brauner Schale, zu den h&auml;ufig angebotenen Avocado-Importen. Doch bitte keine voreiligen Schlussfolgerungen! Gleichwohl die Avocado in der Wasser-Debatte als Fluch bezeichnet wird und den bew&auml;hrten lateinischen Spruch &ndash; nomen est omen &ndash;  verdienen k&ouml;nnte, ist der ekelumrankte Name kein Schicksalsschlag, sondern dem kalifornischen Postmann&nbsp;Rudolph Hass&nbsp;zu verdanken, der in seinem eigenen Garten auf die einzigartige und wildw&uuml;chsige Kreuzung stie&szlig;, die seit den 1930-er Jahren so nach ihm benannt und in Israel, Kalifornien, Mexiko, Chile und Spanien angebaut wird.<\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180827-Modefood-03.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><p>Ja, es gibt einen bemerkenswerten Weltmarkt f&uuml;r Avocados. Mit einem 5,6-prozentigen Anstieg im Jahr wuchs sich die Avocado-Produktion zwischen 2007 und 2016 weltweit auf circa 5,8 Millionen Tonnen und einen Umsatz von 13,8 Milliarden Dollar aus. Mit einem 50-prozentigen Anteil an Aufzucht und Export ist Mexiko Weltmarktf&uuml;hrer des Avocado-Anbaus. Allein 2016 exportierten mexikanische Plantagenbesitzer 927.000 Tonnen, von denen 75 Prozent in die USA geliefert wurden. Nach Mexiko rangierten in den vergangenen Jahren Peru (194.000 Tonnen) und Chile (147.000 Tonnen) mit je 18 Prozent Weltmarktbeteiligung auf Platz zwei und drei unter den gr&ouml;&szlig;ten globalen Avocado-Anbietern.<\/p><p>Gleichwohl gibt es auf dem europ&auml;ischen Im- und Exportmarkt eine ebenso denkw&uuml;rdige Anomalie wie der f&uuml;hrende Rang Deutschlands als weltgr&ouml;&szlig;ter Exporteur von ger&ouml;stetem Kaffee: Mit ca. einer halben Milliarde Euro sind die Niederlande zwar der zweitgr&ouml;&szlig;te Avocado-Importeur, doch nahezu 80 Prozent der Importe werden haupts&auml;chlich an Endverbraucher in Europa weiterexportiert (NL second-largest avocado importer, but 80% is re-exported &ndash; DutchNews, 08. Mai 2017).<\/p><p><strong>Absurde &Ouml;kobilanz und Kriminalisierung sozialer Bewegungen<\/strong><\/p><p>Wie in den Niederlanden &ndash; wo der Konsum zwischen 2008 und 2016 von 10,0 Millionen Kilogramm auf 49,0 Millionen Kilogramm auf das F&uuml;nffache in die H&ouml;he schoss &ndash; wuchs sich auch im &uuml;brigen Zentraleuropa der Avocado-Appetit zum Mode-Food aus. Doch hier die hirnrissige und destruktive &Ouml;kobilanz vom Anbau der Trendfrucht: Die Aufzucht einer einzigen Avocado erfordert 320 Liter, 1 Kilogramm Avocados 1.000 Liter Wasser.<\/p><p>Der Wasserverbrauch und die damit ausgel&ouml;ste Austrocknung der Wasserquellen tausender Kleinbauern l&ouml;ste in Chile einen Skandal aus, aber nur auf Umwegen &ndash; n&auml;mlich erst nach der Ver&ouml;ffentlichung der aufsehenerregenden Reportage &bdquo;<a href=\"https:\/\/old.danwatch.dk\/undersogelse\/avocadoerne-og-det-store-vandtyveri\/\">Avocadoerne og det store vandtyveri<\/a>&ldquo; (&bdquo;Avocados und der gro&szlig;e Wasserdiebstahl&ldquo;) der preisgekr&ouml;nten, unabh&auml;ngigen d&auml;nischen Agentur f&uuml;r investigativen Journalismus <a href=\"https:\/\/danwatch.dk\/\">Danwatch<\/a>.<\/p><p>Was die D&auml;nen erstmals &uuml;ber die Grenzen Chiles hinaus bekanntmachten, war ein tats&auml;chlicher Wasser-Raub: Um den enormen Wasserverbrauch der Avocado-Plantagen sicherzustellen und bar jeglicher Wasser-Sonderrechte, legten die Besitzer Stauseen, Kanalanlagen zur Absch&ouml;pfung von Grundwasser und Brunnen an, womit sie Gew&auml;sser aus den Flusst&auml;lern auf ihre Plantagen umleiteten. Die Folge: Austrocknung der Fl&uuml;sse und Familienbrunnen, mit dramatischer Ausbreitung von Wassermangel.<\/p><p>Als Reaktion auf den Bericht erkl&auml;rten zun&auml;chst die d&auml;nischen Supermarktketten Dansk Supermarket, Lidl und die deutsche Aldi, k&uuml;nftig die Einfuhr von Chile-Avocados der Gro&szlig;plantagen Los Graneros (Osvaldo Juneyma) und Agr&iacute;cola Pilil&eacute;n (Familie Cerda Lecaros) zu vermeiden. Die deutsche ARD befeuerte die Debatte mit der bildreichen Reportage &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.dw.com\/en\/avocado-superfood-and-environmental-killer\/av-43599473\">Avocado: superfood and environmental killer<\/a>&ldquo;, die vor wenigen Wochen von der Deutschen Welle weltweit ausgestrahlt wurde.<\/p><p>Als Gegenreaktion traf deshalb Anfang Juli eine Delegation von Produzenten und Vertretern des chilenischen Agrobusiness in Berlin ein, um den europ&auml;ischen Verbrauchern zu versichern, dass es &bdquo;fair&ldquo; handelt. &bdquo;Wir sind besorgt &hellip; Gro&szlig;e deutsche, englische und d&auml;nische Handelsketten haben uns wegen der Berichte internationaler Medien, wie dem britischen The Guardian, dem d&auml;nischen Forschungsportal Danwatch, der ARD und der Deutschen Welle aufgesucht&rdquo;, klagte Ronald Bown, Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der chilenischen Obstexporteure. &bdquo;Es ist eine sehr unfaire Situation&rdquo;, beschwerte sich Alfonso R&iacute;os, Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer von Agropetorca: &bdquo;Europa ist unser gr&ouml;&szlig;ter Markt, rund 95.000 Tonnen Avocados werden pro Jahr exportiert, 60 Prozent davon nach Deutschland&rdquo; (Sigue la trama de la palta: las explicaciones que dieron los productores chilenos en Europa &ndash; El Mostrador, 06. Juli 2018).<\/p><p>Die Bekanntmachung der Missst&auml;nde im chilenischen Avocado-Gro&szlig;anbau ist einem Mann und seiner B&uuml;rgerinitiative zu verdanken, der den internationalen Stein ins Rollen brachte. Sein Name: Rodrigo Mundaca &ndash; ein Diplom-Landwirtschaftsingenieur und politischer Aktivist der Umwelt-Organisation Modatima, der sich auf seinem Twitter-Account <a href=\"https:\/\/twitter.com\/rmunda\">rodrigo mundaca (@rmunda)<\/a> mit wohltemperiertem Humor als &bdquo;stets rebellisch und unnachgiebig&rdquo; vorstellt und im Folgenden mir ein Interview &uuml;ber den chilenischen Avocado-Anbau und dessen &ouml;kologischen und sozialen Auswirkungen gab.<\/p><p>Vor drei Jahren riefen Mundaca und seine Organisation &bdquo;El Movimiento Social por la Recuperaci&oacute;n del Agua y la Vida&ldquo; (Soziale Bewegung f&uuml;r die Zur&uuml;ckgewinnung des Wassers und des Lebens) aus. Die Emp&ouml;rung unter den Chilenen hatte ihren H&ouml;hepunkt erreicht. Vom Gro&szlig;bergbau und vom Agrobusiness ausgepumpte Stauseen waren leergelaufen, Fl&uuml;sse bis aufs Flussbett ausgetrocknet, Kleinbauern von Landverkauf, Versteigerung und Bankrott bedroht. Hinter vorgehaltener Hand wurde erz&auml;hlt, einzelne Dorfbewohner k&ouml;nnten sich keine Toilettensp&uuml;lung mehr leisten und benutzten Plastikt&uuml;ten f&uuml;r ihre Notverrichtungen.<\/p><p>Das politische Umfeld der Plantagenbesitzer reagierte darauf mit Verfolgungen, Gerichtsurteilen wegen Verleumdung und Morddrohungen, die Amnesty International mit dem Aufruf <a href=\"https:\/\/www.amnesty.org\/en\/latest\/news\/2018\/06\/chile-authorities-must-protect-rodrigo-mundaca-and-other-environmental-defenders\/\">Chile: Authorities must protect Rodrigo Mundaca &hellip;<\/a> auf den Plan riefen. Dazu &auml;u&szlig;erte sich Rodrigo Mundaca wie folgt:<\/p><p><strong>K&ouml;nnen Sie den Vorwurf des Wasserdiebstahls erkl&auml;ren, der seit Monaten von Ihnen gegen die chilenischen Avocado-Exporteure vorgebracht wird?<\/strong><\/p><p>Der Wasserdiebstahl kommt in einem sehr konkreten Zusammenhang vor. Nach der Provinz Quillota ist die Provinz Petorca der zweitgr&ouml;&szlig;te Standort von Avocado-Plantagen in Chile, insbesondere der Hass-Sorte. Avocados sind eine Fruchtart, deren Anbau gro&szlig;e Mengen an Wasser erfordert, doch expandiert der Anbau inmitten einer bedrohlichen Wasserversorgungskrise in Chile.<\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180827-Modefood-02.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><p>Was passiert? Schlaue Politiker und Unternehmer aus dem Avocado-Anbau- und Exportgesch&auml;ft haben verschiedene, unzul&auml;ssige Praktiken der Wassergewinnung entwickelt. Dazu geh&ouml;rt der Bau von Stauseen, Kanalanlagen zur Absch&ouml;pfung von Grundwasser und Brunnen in Flusst&auml;lern, womit sie Gew&auml;sser auf ihre Plantagen umleiten, ohne jedoch im Besitz von Wasser-Sonderrechten zu sein. Jedoch passiert diese private und straflose Aneignung ganzer Flusst&auml;ler nur deshalb, weil die &ouml;ffentliche Hand tatenlos zusieht.<\/p><p><strong>Was ist die vorherrschende Tradition in der Provinz Petorca: Kleinbauern, Subsistenzwirtschaft?<\/strong><\/p><p>Die Provinz Petorca besteht aus f&uuml;nf Gemeinden, zwei davon &ndash; Zapallar und Papudo &ndash; an der K&uuml;ste und drei &ndash; Ligua, Cabildo und Petorca &ndash; im Hinterland. Die drei Letztgenannten zeichnen sich durch eine bew&auml;hrte landwirtschaftliche Tradition aus, vor allem mit der Anlage von Fruchtg&auml;rten, jedoch auch in der Garngewinnung und Weberei.<\/p><p>Heute sind das in der Regel kleinb&auml;uerliche Subsistenzwirtschaften, die ihre Produktion auf dem heimischen Markt absetzen und als Nutzer technischer Dienstleistungen der Agrarbeh&ouml;rde Indap stark in die Abh&auml;ngigkeit vom Staat und dessen Beeinflussung abrutschen. Doch 91 Prozent der kleinen Landwirte, mit weniger als 50 Hektar Land, besitzen gerade mal 3,0 Prozent der Anbaufl&auml;che. Demgegen&uuml;ber kontrollieren maximal 5,0 Prozent der Plantagenbetreiber, die mindestens 200 Hektar Land besitzen, immerhin 94 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfl&auml;che.<\/p><p><strong>Wer sind die Avocado-Unternehmer in Petorca? Werden die auch &ouml;ffentlich gef&ouml;rdert wie z.B. die ebenfalls export-orientierte chilenische Forstindustrie?<\/strong><\/p><p>Der chilenische Avocado-Anbau im industriellen Ma&szlig;stab begann in den 1990-er Jahren und ist Bestandteil der sogenannten und landesweit ger&uuml;hmten &ldquo;chilenischen Frucht-Erfolgsindustrie&rdquo;, womit Chile, nach Mexiko und den USA, zum weltweit drittgr&ouml;&szlig;ten Avocado-Exportland aufstieg. Die Politiker und Gesch&auml;ftsleute, die im Nachhinein in unserem Gebiet auftauchten, sind notorisch bekannt und intensiv mit den Zentren der Macht verzahnt. Das sieht man daran, dass ich von 2012 bis 2014 zwei Jahre lang Prozesse vor Gericht ausstehen, eine Geldstrafe und monatliche Meldung bei der Gendarmerie als Preis meiner Anprangerung ihrer Umtriebe zahlen musste.<\/p><p>Selbstverst&auml;ndlich verf&uuml;gen sie &uuml;ber Privilegien, insbesondere durch das von der Nationalen Bew&auml;sserungs-Kommission verwaltete Bew&auml;sserungsgesetz Nr. 18450, das 75 Prozent ihrer technischen Investitionen in Bew&auml;sserungssysteme sowie gro&szlig;e Wasserkollektoren mit &ouml;ffentlichen Mitteln subventioniert. In ihrer Eigenschaft als mittelgro&szlig;e und landwirtschaftliche Gro&szlig;produzenten sind sie au&szlig;erdem Nutznie&szlig;er jeder nur denkbaren Unterst&uuml;tzung durch die staatliche Beh&ouml;rde zur Produktionsf&ouml;rderung (CORFO), die sie mit Krediten, technischer Hilfe und sogenannten Techno-Touren zur Betriebsinnovation bedient. Dazu kommt noch die ProChile-Agentur, die f&uuml;r sie weltweite Marktforschungs-Touren teils mit &ouml;ffentlichen Mitteln organisiert &ndash; usw.usw.<\/p><p><strong>Amnesty International rief eine internationale Kampagne zu Ihrem pers&ouml;nlichen Schutz aus &ndash; welche Art von Drohungen haben Sie erlitten, wer sind die mutma&szlig;lichen T&auml;ter?<\/strong><\/p><p>Im Jahr 2012 beschuldigte ich Edmundo P&eacute;rez Yoma, den ehemaligen Innenminister der ersten Amtszeit Pr&auml;sidentin Michelle Bachelets, als Verantwortlichen f&uuml;r die Wasser-Usurpation. Was f&uuml;r mich zwei Jahre ununterbrochener Prozesse bei vier verschiedenen Gerichten zur Folge hatte. Man warf mir vor, Edmundo P&eacute;rez verleumdet zu haben, obwohl es stimmte, dass er wegen illegaler Wasserumtriebe sanktioniert worden war. Ende 2014 wurde ich zu 61 Tagen Haft verurteilt, die zum Ersatz in Geldstrafe und einer ein Jahr andauernden, monatlichen Vorstellung bei der Gendarmerie umgewandelt wurden. Der Zahlung der Geldstrafe konnte ich nur mit einer Spendenaktion nachkommen.<\/p><p>Als Konsequenz arbeite ich seit 2014 nicht mehr in meiner Region. Ehemalige Regierungsbeamte bestanden w&auml;hrend ihrer gesamten Amtszeit auf einem Berufsverbot gegen mich, weigerten sich, an Diskussionsforen teilzunehmen, an denen ich gegenw&auml;rtig war, bis ich schlie&szlig;lich 2015 auf offener Stra&szlig;e t&auml;tlich angegriffen wurde. Nachdem Danwatch 2017 unter Berufung auf meine Informationen berichtete, dass die gro&szlig;en Supermarktketten Europas keine Avocados aus der Provinz Petorca mehr kaufen w&uuml;rden, die mit usurpiertem Wasser hergestellt waren, wurde mir der Tod angedroht, sodass ich seit Juni 2018 unter Polizeischutz stehe.<\/p><p><strong>Was schl&auml;gt Modatima vor: den Anbau von Avocado zu beenden oder mit Herkunftsnachweis fortzusetzen?<\/strong><\/p><p>Wir haben wiederholt darauf hingewiesen, dass wir nicht gegen den Avocado-Anbau sind, sondern generell gegen ein Modell der Nahrungsmittelproduktion k&auml;mpfen, das nicht im Einklang mit der Pflege und Erhaltung der nat&uuml;rlichen Gemeing&uuml;ter steht. Wir kritisieren Monokulturen mit ihrer intensiven und irrationalen Boden- und Wassernutzung, ferner wegen der Verwendung gro&szlig;er Mengen chemischer Beistoffe. Das ist ein Modell, das eine ernsthafte und unwiderrufliche Umweltkrise herausfordert. Das ist die inhaltliche Debatte, die wir f&uuml;hren.<\/p><p>Das &uuml;bergreifende Szenario zeichnet sich au&szlig;erdem durch eine mangelnde Bodenordnung, also mit der Frage nach der Belastbarkeit von B&ouml;den durch landwirtschaftliche Nutzung, aus. Ganz zu schweigen von der Unt&auml;tigkeit der zust&auml;ndigen &Uuml;berwachungsbeh&ouml;rde in der Wasserwirtschaft, die die Gew&auml;sser-Privatisierung und Kommodifizierung f&uuml;r lange 37 Jahre vorantreibt. <\/p><p>Die Avocado-Zertifizierung kann zwar ein Regulierungswerkzeug sein. In der Provinz Petorca bestehen bereits von Rainforest zertifizierte Unternehmen, die f&uuml;r den Wasser-Diebstahl bestraft wurden. Das hei&szlig;t, die Zertifizierung ist weder eine Garantie f&uuml;r Nachhaltigkeit, noch dass die Nahrungsmittelproduktion in ihrer ethischen Dimension respektiert wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180827-Modefood-01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"\/><\/div>\n<p>Haben Sie schon einmal eine entkernte Avocado mit Schrimps und Sauce Ros&eacute;e probiert? Wenn nicht, kann ich Ihnen den Leckerbissen nur dringend empfehlen. Doch versuchen Sie w&auml;hrend Ihres Einkaufs erst einmal das Ursprungsland der Superfrucht zu erfahren, damit sie Ihnen mit dieser Vorgeschichte nicht<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45690\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[20,178,176],"tags":[669,380,1570,849,1378,394,335],"class_list":["post-45690","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-landerberichte","category-ressourcen","category-umweltpolitik","tag-chile","tag-export","tag-mexiko","tag-nahrungsmittel","tag-niederlande","tag-subventionen","tag-wasserversorgung"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/45690","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=45690"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/45690\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":121828,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/45690\/revisions\/121828"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=45690"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=45690"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=45690"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}