{"id":45710,"date":"2018-08-28T08:17:01","date_gmt":"2018-08-28T06:17:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45710"},"modified":"2018-08-29T15:07:26","modified_gmt":"2018-08-29T13:07:26","slug":"hinweise-des-tages-3192","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45710","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45710#h01\">#Aufstehen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45710#h02\">Epochenthema Migration: Die Mosaiklinke in der Zerrei&szlig;probe?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45710#h03\">Desinformation rund um &bdquo;neue russische Hackerangriffe&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45710#h04\">Vor 80 Jahren war die Geburtsstunde des Neoliberalismus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45710#h05\">Wohnngsnot &ndash; Mehr Markt ist nicht die L&ouml;sung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45710#h06\">Deutscher Arbeitsmarkt : Zahl der atypisch Besch&auml;ftigten gestiegen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45710#h07\">Konflikt zwischen Basis und &Uuml;berbau<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45710#h08\">Brutalit&auml;t als Staatsr&auml;son<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45710#h09\">Wer sind nur diese Kosmopoliten?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45710#h10\">Eine Welle des Verfolgungswahns<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45710#h11\">Bundeswehr: Plakatkampagne<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45710#h12\">Gesch&auml;fte mit der Wasserknappheit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45710#h13\">Wer anders denkt, riskiert die Existenz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45710#h14\">Die neue Balkanroute<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45710#h15\">ARD-Sommerinterview: Merkel ist &uuml;bergeschnappt<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten,  dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>#Aufstehen<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>F&uuml;r eine linke Sammlungsbewegung<\/strong><br>\nDer Autor der Vorlage an den Parteivorstand der LINKEN, Harri Gr&uuml;nberg, wurde in einem Lager f&uuml;r Displaced Persons, f&uuml;r j&uuml;dische &Uuml;berlebende des Holocaust, in Feldafing\/Wolfratshausen geboren. Er leistete seinen Milit&auml;rdienst in Israel unter Ariel Sharon w&auml;hrend des Yom-Kippur-Krieges. Gr&uuml;nberg war Gr&uuml;ndungsmitglied der Gr&uuml;nen in Frankfurt Main und 1990 Gr&uuml;ndungsmitglied der Linken Liste PDS in Hessen. Heute ist er Mitglied des Parteivorstandes der LINKEN.<br>\nDas Gr&uuml;nberg-Papier erreichte die RATIONALGALERIE aus der Umgebung des Parteivorstandes der LINKEN.<br>\nDie neue Sammlungsbewegung, die schon mehr als 100.000 Unterst&uuml;tze*innen aufzuweisen hat, zeigt, dass es in Deutschland ein breites Bed&uuml;rfnis f&uuml;r eine linke Sammlungsbewegung gibt. Sonst w&auml;ren nicht so viele Menschen in kurzer Zeit dem Aufruf gefolgt. Dieses breite Spektrum reicht weit &uuml;ber die Partei Die Linke hinaus. Es ist positiv, dass sich so viele Menschen, die links sind, aber derzeit nicht oder nicht mehr von der Partei DIE LINKE vertreten f&uuml;hlen, in einer breiten Bewegung organisieren wollen, um dieses Land zu ver&auml;ndern und um die Hegemonie neoliberaler Politik zu beenden. Es ist gut, dass Aufstehen den Kampf um die breite Masse der Lohnabh&auml;ngigen, den Kampf gegen die AFD aufnehmen will. &hellip;<br>\nDie neue Sammlungsbewegung kann gesellschaftliche Ver&auml;nderungen durch au&szlig;erparlamentarischen Druck erm&ouml;glichen, wenn sich viele fortschrittliche und linke Kr&auml;fte als Teil dieser Sammlungsbewegung einbringen und Angebote f&uuml;r eine konkrete Politikgestaltung machen. Die Sammlungsbewegung &bdquo;Aufstehen&ldquo; kann daf&uuml;r eine Chance sein, fortschrittliche Diskurse und au&szlig;erparlamentarische Bewegungen von links zu organisieren und zu st&auml;rken.<br>\nZiel muss dabei bleiben, gemeinsam mit Gewerkschaften, Sozial- und Umweltverb&auml;nden, Mieter*inneninitiativen, Fl&uuml;chtlings- und Migrationsinitiativen, aber vor allem auch mit den vielen Betroffenen des neoliberalen Gesellschaftsumbaus au&szlig;erparlamentarischen Druck zu organisieren, um andere gesellschaftliche Mehrheiten zu erreichen. Seit vielen Jahren befindet sich die politische Linke in der Defensive. Neoliberale Kr&auml;fte haben den gro&szlig;fl&auml;chigen Umbau der Gesellschaft hin zu einer marktkonformen Demokratie eingeleitet. Die sozialen K&auml;mpfe gegen diesen neoliberalen Umbau haben einige Erfolge erzielt, konnten jedoch den Angriff auf den Sozialstaat nur bedingt abwehren. Auch der Linken ist es nicht gelungen, die Breite des linken Potentials in der Gesellschaft zu b&uuml;ndeln und in Aktionen zu f&uuml;hren. Unsere Kampagnen, so l&ouml;blich und wichtig sie auch sind, erreichen nicht die ben&ouml;tigte Breite.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.rationalgalerie.de\/kritik\/harri-gruenberg-fuer-eine-linke-sammlungsbewegung.html\">Harri Gr&uuml;nberg auf Rationalgalerie<\/a><\/li>\n<li><strong>Rudolf Dre&szlig;ler h&auml;lt &ldquo;Aufstehen&rdquo; f&uuml;r einzige Chance seiner SPD<\/strong><br>\nEr ist ein &uuml;berzeugter Anh&auml;nger der Sammlungsbewegung #Aufstehen: Rudolf Dre&szlig;ler, langj&auml;hriger Sozialpolitiker der SPD, sieht im Projekt des Linke-Duos Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine den einzigen Weg f&uuml;r einen Politikwechsel. Alessandro Peduto hat mit Dre&szlig;ler gesprochen.<br>\nFreie Presse: Herr Dre&szlig;ler, aus welchen Gr&uuml;nden unterst&uuml;tzen Sie die linke Sammlungsbewegung?<br>\nRudolf Dre&szlig;ler: Bereits nach der Bundestagswahl von 2005, als es jenseits von CDU, CSU und FDP noch Mehrheiten im Bundestag gab, habe ich die SPD aufgefordert, Gespr&auml;che &uuml;ber ein Linksb&uuml;ndnis zu f&uuml;hren. Sie hat es nicht getan und ist in die Gro&szlig;e Koalition gegangen, inzwischen zum dritten Mal. Das Ergebnis: Die Zustimmung der W&auml;hler f&uuml;r die SPD hat sich halbiert. Eine linke Sammlungsbewegung ist die einzige Chance der SPD auf eine Machtperspektive.<br>\nSahra Wagenknecht sagt, #Aufstehen sei keine Partei, sondern eine Bewegung. Eine Bewegung kann aber keine Regierung bilden.<br>\nDas ist zu kurz gedacht. Es hat immer wieder solche Bewegungen gegeben, etwa im Jahr 1968 die Sozialdemokratische W&auml;hlerinitiative mit der Unterst&uuml;tzung von G&uuml;nther Grass. Sie sollte einen linken Machtwechsel hin zu einer SPD-gef&uuml;hrten Regierung bef&ouml;rdern. Das hat am Ende geklappt, 1969 wurde Willy Brandt Bundeskanzler. So etwas ist auch jetzt mit einem B&uuml;ndnis aus SPD, Gr&uuml;nen und Linkspartei wieder m&ouml;glich.<br>\nWo sehen Sie die Ziele der Bewegung?<br>\nDie Politik der vergangenen Jahre, auch die der SPD, hat sich der &Ouml;konomisierung aller Lebensbereiche verschrieben. Jetzt geht es darum, dem entgegenzutreten. Wir m&uuml;ssen begreifen, dass die 12,5 Millionen armutsgef&auml;hrdeten Menschen in Deutschland das politische Topthema werden m&uuml;ssen. Viele Menschen haben geringe Renten, 1,5 Millionen Menschen sind von den Lebensmitteltafeln abh&auml;ngig. Das ist ein untragbarer Zustand. Die schleichende Zerst&ouml;rung des Sozialstaats, auch mit Beteiligung der SPD, ist ein Grund, warum ich bei der Sammlungsbewegung mitmache.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freiepresse.de\/nachrichten\/deutschland\/rudolf-dressler-haelt-aufstehen-fuer-einzige-chance-seiner-spd-artikel10294491\">Freie Presse<\/a><\/li>\n<li><strong>#Aufstehen und Frank Bsirske<\/strong><br>\nDie Sammlungsbewegung Aufstehen hat weiteren Zulauf. Mehr als 85.000 politisch Interessierte haben sich schon angemeldet. Aber die Gegner formieren sich.<br>\nEs war nur eine Frage der Zeit, bis sich auch Gewerkschafts-&ldquo;F&uuml;hrer&ldquo; gegen die Sammlungsbewegung wenden. Als erstes hat sich der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske aus der Deckung gewagt. Gegen&uuml;ber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland gibt er der Sammlungsbewegung keine Chance. &bdquo;Diejenigen (von SPD und Gr&uuml;nen), die sich angeschlossen haben, geh&ouml;ren doch eher der dritten Reihe an&ldquo;, gibt er zum Besten.<br>\nAuf jeden Fall stehen die Mitglieder von SPD und Gr&uuml;nen, die sich uns angeschlossen haben, im Gegensatz zu ihren Parteispitzen, nicht in der ersten Reihe der Sozialabbau- und Interventionskriegs-Bef&uuml;rworter. Auch sind sie keine Anh&auml;nger der &bdquo;gro&szlig;en Koalition&ldquo; wie Frank Bsirske und andere Gewerkschafts-Vorsitzende.<br>\nDie Unterst&uuml;tzer der Sammlungsbewegung sind im Gegensatz zu Frank Bsirske auch nicht f&uuml;r die Privatisierung der Rente und sehen daher anders als er im &bdquo;Betriebsrenten-St&auml;rkungsgesetz&ldquo; eine Schw&auml;chung der gesetzlichen Rente. Die Privatisierung der Rente ist eine der Ursachen f&uuml;r die drohende millionenfache Altersarmut, die ja auch die Gewerkschafts-&ldquo;F&uuml;hrer&ldquo; kritisieren.<br>\nDer Versuch des Kleinredens der Sammlungsbewegung Aufstehen wird auch durch die Meinungsforschung wiederlegt, die ihr eine gro&szlig;e Resonanz in der W&auml;hlerschaft bescheinigt &ndash; siehe dazu den Artikel von Tobias Riegel auf den NachDenkSeiten.<br>\nEines der Hauptanliegen der Sammlungsbewegung ist eine bessere Lohnentwicklung. Das m&uuml;sste doch im Sinne von Gewerkschafts-&ldquo;F&uuml;hrern&ldquo; sein, die bei ihren mageren Tarifabschl&uuml;ssen der letzten Jahre vergessen, neben den Prozentzahlen der Lohnzuw&auml;chse die Laufzeiten der Tarifvertr&auml;ge anzugeben und die Preissteigerungen gegenzurechnen. So w&uuml;rde n&auml;mlich sichtbar, dass es bei Tarifabschl&uuml;ssen im &Ouml;ffentlichen Dienst auch schon mal zu Reallohn-Einbu&szlig;en kommt.<br>\nWir geben die Hoffnung nicht auf, dass sich auch f&uuml;hrende Gewerkschafter einer Bewegung anschlie&szlig;en, die wirklich f&uuml;r h&ouml;here L&ouml;hne und Renten und bessere soziale Leistungen k&auml;mpft.<br>\nMitmachen bei Aufstehen: <a href=\"http:\/\/www.aufstehen.de\">aufstehen.de<\/a><br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/oskarlafontaine\/photos\/a.198567656871376\/1937318839662907\/?type=3\">Oskar Lafontaine via facebook<\/a><\/li>\n<li><strong>Vom gewitzten Parteif&uuml;hrer Riexinger &ndash; Ein Kommentar von Diether Dehm.<\/strong>\n<ol>\n<li>K&uuml;rzlich las ich meines Parteivorsitzenden neuerliche Schlauheit, er br&auml;uchte keine Sammlungsbewegung, denn er selbst sei ja bereits &bdquo;eingesammelt&ldquo;.<\/li>\n<li>Da fielen mir fr&uuml;here Gewitztheiten ein:<br>\nAls die Bankenkrise begonnen hatte, distanzierte sich Riexinger in konzernnahen Medien von linken Angriffen auf den Euro und auf die sozialstaatsfeindliche EU: die Daimler-Arbeitnehmerinnen w&uuml;rden solche Sch&auml;rfe nicht verstehen. Und: Nationalstaat sei Nationalismus.<br>\nUm 2013 der Linkspartei das Rot als Grundfarbe f&uuml;r Wahlkampfplakate auszureden, schlaumeierte er, der Penny-Konzern arbeite auch mit solchem Rot.<br>\nAls sich die AfD gegr&uuml;ndet hatte, rief er zur Gelassenheit auf. Er prognostizierte bei einer Hannoveraner Delegiertenberatung mittels &bdquo;allerneuster Zahlen&ldquo;, die Rechtspopulisten zerlegten sich gerade selbst und seien bereits im Sinkflug unter 3 %.<br>\nDerart clever gewappnet f&uuml;hrte er die Partei dann auch in die sogenannte Fl&uuml;chtlingskrise. K&auml;mpferisch umh&uuml;pfte er Mikrofone, um sich den &bdquo;Grenzenlosigkeiten&ldquo; der Verlagsh&auml;user Spiegel, Springer, taz und jungleWorld zu n&auml;hern.<br>\nAls BILD 2017 unterstellte, Riexinger habe in Madrid vor Funktion&auml;rInnen ein gewitztes Mobbing gegen Sahra Wagenknecht empfohlen, bem&uuml;hte er dagegen zwar gewerkschaftsgeschulte Zerredung- ohne aber auf presserechtliche Unterlassung zu klagen.<br>\nIm ZDF holte er sich j&uuml;ngst im Sommerinterview viel redaktionelle Akzeptanz f&uuml;r sein Pl&auml;doyer gegen Russland.<\/li>\n<li>Von Albert Einstein wird gesagt, dass er &bdquo;da und da&ldquo; ein schlechter Sch&uuml;ler war. Aber niemand stellt dar, wie schlecht denn &bdquo;da und da&ldquo; wom&ouml;glich auch sein Lehrer war.<\/li>\n<li>Wenn demn&auml;chst in Geschichtsb&uuml;chern von einer Lernschw&auml;che der Arbeiterklasse beim unaufhaltsamen Aufstieg der AfD geschrieben werden sollte, m&ouml;ge zumindest eine Fu&szlig;note auch den gewitzten Parteif&uuml;hrer Riexinger (2012-2020) erw&auml;hnen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/kenfm.de\/tagesdosis-spezial-25-8-2018-vom-gewitzten-parteifuehrer-riexinger\/\">KenFM<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Epochenthema Migration: Die Mosaiklinke in der Zerrei&szlig;probe?<\/strong><br>\nMan kann den Eindruck gewinnen, dass die Mosaiklinke hierzulande an der Migrationsfrage zu zerschellen droht. So unvers&ouml;hnlich erscheinen derzeit die Diskussionsfronten &ndash; einerseits menschenrechtlicher Universalismus versus andererseits sozialstaatliche Solidarit&auml;t. Aus meiner Sicht gibt es inhaltliche Defizite auf mehreren Seiten der Debattenlandschaft. Deshalb versuche ich in einem Beitrag f&uuml;r die &raquo;Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik&laquo;, Essentials einer progressiven Haltung zur Migrationsfrage vorzuschlagen. Um hier die Konsenssuche zu bef&ouml;rdern, ist allerdings eine entsprechende mosaiklinke Diskurskultur unabdingbar.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/hans-juergen-urban.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/urban_epochenthema_migration.pdf\">Hans-J&uuml;rgen Urban<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Desinformation rund um &bdquo;neue russische Hackerangriffe&ldquo;<\/strong><br>\nAlle kolportierten neuen Angriffe der letzten Wochen stellen sich im FM4-Faktencheck als &uuml;berzogen und gro&szlig;teils einfach falsch heraus. Die Meldungen kamen von Microsoft und anderen Firmen, die neue Sicherheits-Software verkaufen wollen.<br>\nDie aktuellen Meldungen &uuml;ber angebliche neue Angriffe &bdquo;russischer Hacker&ldquo; stellen sich nach &Uuml;berpr&uuml;fung der Fakten nun als weitgehend substanzlos heraus. Microsoft und andere IT-Firmen fahren n&auml;mlich vor den &bdquo;Midterm&ldquo;-Wahlen zum US-Kongress aggressive Market&#1110;ngkampagnen f&uuml;r ihre neuen Services zur Abwehr von Phishing-Attacken und zur Sicherung von Wahlen. Die Aufh&auml;nger all dieser Kampagnen sind eben neue &bdquo;Hackerangriffe aus Russland&ldquo;, die dann &uuml;ber die Nachrichtenticker gehen.<br>\nDer angebliche Phishing-Angriff auf die Demokratische Partei hat sich &uuml;bverhaupt als verdeckter Sicherheitstest herausgestellt. Das war die einzige der Meldungen, die im Nachhinein auch korrigiert wurde.<br>\nDer Blogeintrag des Microsoft- Pr&auml;sidenten wiederholt nur l&auml;ngst bekannte Fakten und enth&auml;lt kein einziges Indiz daf&uuml;r, dass die nun entdeckten sechs offensichtlichen Phishing-Domains tats&auml;chlich von der ber&uuml;chtigten Cybertruppe &bdquo;Fancy Bear&ldquo; stammen und in Zusammenhang mit den US-Kongresswahlen im November stehen.<br>\nMicrosoft hatte mit Warnungen &uuml;ber bevorstehende neue Angriffe auf die kommenden Halbzeitwahlen gleich mehrfach im Sommerloch umger&uuml;hrt und daf&uuml;r sogar seinen Pr&auml;sidenten Brad Smith vorgeschickt. Der j&uuml;ngste Anlass war die Entdeckung von gerade einmal sechs Internetdomain&#1109; zum Abfischen von Passw&ouml;rtern, die angeblich auf die Gruppe &bdquo;Fancy Bear&ldquo; verwiesen, also den russischen Auslandsgeheimdienst GRU. &bdquo;Die Abteilung gegen digitale Verbrechen Microsofts&ldquo; habe ein &bdquo;Gerichtsurteil erfolgreich vollstreckt, um die Kontrolle &uuml;ber sechs Internetdomains zu &uuml;bernehmen, die von einer Gruppe, die der russischen Regierung nahesteht, eingerichtet wurden&ldquo;, schrieb Smith in einer langatmigen Stellungnahme auf seinem offiziellen Firmenblog.<br>\nWann diese Internetadressen denn von &bdquo;Fancy Bear&ldquo; registriert und eingerichtet wurden, lie&szlig; der Pr&auml;sident der Firma unerw&auml;hnt. Ebenso wenig pr&auml;sentierte Smith Indizien daf&uuml;r, dass &uuml;ber diese sechs Internetadressen aktuell Angriffe vorbereitet w&uuml;rden. In den darauf folgenden Agenturmeldungen fehlen aber alle Verweise auf diese fehlenden Fakten und viele Medien weltweit brachten Tatarenmeldungen &uuml;ber angeblich bevorstehende &bdquo;russische Hackerangriffe&ldquo; auf die Kongresswahlen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/fm4.orf.at\/stories\/2932044\/\">ORF<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Vor 80 Jahren war die Geburtsstunde des Neoliberalismus<\/strong><br>\nRalf Ptak &uuml;ber das &raquo;Colloque Walter Lippmann&laquo;, das vor genau 80 Jahren in Paris stattfand und als eine Art Gr&uuml;ndungstreffen des Neoliberalismus gilt. Ptak ist Professor f&uuml;r &Ouml;konomische Bildung an der Universit&auml;t K&ouml;ln.<br>\nEnde August 1938 fand in Paris das &#9656;&raquo;Colloque Walter Lippmann&laquo; statt. Wer war dieser Mann, und warum hat man nach ihm ein Seminar benannt?<br>\nRalf Ptak: Walter Lippmann war ein 1889 geborener US-amerikanischer Publizist, der in der ersten H&auml;lfte des 20. Jahrhunderts betr&auml;chtlichen Einfluss auf die politische Meinungsbildung in den USA hatte. Sein Buch &raquo;Die &ouml;ffentliche Meinung&laquo;, das j&uuml;ngst von Walter &Ouml;tsch und Silja Graupe auf deutsch neu herausgegeben wurde, gilt als eines der ersten Standardwerke &uuml;ber Publik Relations. Insofern ist Lippmann zweifelsohne als Experte f&uuml;r &ouml;ffentliche Meinungsbeeinflussung zu bezeichnen, was ihn f&uuml;r den neuen Liberalismus der 1930er Jahre interessant machte.<br>\nLippmann besch&auml;ftigte sich vor allem in den 1930er Jahren viel mit wirtschaftlichen Fragen im Kontext gesellschaftlicher Entwicklung, wirkte als Netzwerker grundlegender Debatten, die ihn zun&auml;chst nicht als Anh&auml;nger eines radikalen Wirtschaftsliberalismus kennzeichneten. Er diskutiert mit John Maynard Keynes, versucht wirtschaftsliberale Gedanken mit der Idee politischer Steuerung zu verkn&uuml;pfen und sympathisiert zun&auml;chst mit der Politik des New Deal der Regierung von US-Pr&auml;sident Roosevelt. Dann bricht Lippmann mit dieser Politik und n&auml;hert sich der Idee eines neuen Liberalismus an, der den Markt f&uuml;r Wirtschaft und Gesellschaft zentral stellen will. In seinem 1937 erschienenen Buch &raquo;The Good Society&laquo; kritisiert er scharf den planwirtschaftlichen Kollektivismus (den er nun auch bei den Keynesianern aufkommen sieht) und zugleich den Laissez-Faire-Kapitalismus, der zu Monopolen und Vermachtung der Wirtschaft gef&uuml;hrt habe. &hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.blickpunkt-wiso.de\/post\/2245\">blickpunkt wiso<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Wohnngsnot &ndash; Mehr Markt ist nicht die L&ouml;sung<\/strong><br>\nDurch die Entfesselung der Marktkr&auml;fte will der Wissenschaftliche Beirat des Wirtschaftsministeriums die Wohnungsnot in den St&auml;dten lindern. Doch diese Empfehlung beruht auf einer fehlerhaften Analyse. Tats&auml;chlich k&ouml;nnte ein kluger &ouml;ffentlicher Wohnungsbau die Ungleichheit reduzieren und gleichzeitig das wirtschaftliche Wachstum steigern. Ein Kommentar von Tom Krebs.<br>\nIn den Ballungsr&auml;umen Deutschlands ist Wohnraum ein knappes Gut geworden, das sich viele Menschen nicht mehr leisten k&ouml;nnen. Es ist daher nicht &uuml;berraschend, dass sich die Bundesregierung intensiv mit dem Thema &bdquo;Bezahlbarer Wohnraum&ldquo; besch&auml;ftigt. Doch was kann die Politik tun, um die Wohnungsnot in den St&auml;dten zu lindern?<br>\nDer Wissenschaftliche Beirat des Wirtschaftsministeriums hat eine einfache Antwort: Mehr Vertrauen in die Kr&auml;fte des Marktes! Konkret schlagen die Mitglieder des Beirats in einem neuen Gutachten vor, den &ouml;ffentlichen Wohnungsbau und die Mietpreisbremse abzuschaffen und stattdessen das Wohngeld f&uuml;r bed&uuml;rftige Haushalte zu erh&ouml;hen.<br>\nDer Vorschlag des Wissenschaftlichen Beirat ist radikal und hat einen gewissen Charme. Doch die Empfehlung der &Ouml;konomen beruht auf einer fehlerhaften Analyse, die zwei theoretisch fundierte und empirisch belegte Eigenschaften des Wohnungsmarkts nicht ber&uuml;cksichtigt. Erstens kann in vielen St&auml;dten das Angebot an Bauland nur begrenzt ausgeweitet werden, so dass Mietzusch&uuml;sse haupts&auml;chlich die Mieten hochtreiben ohne die Anzahl der verf&uuml;gbaren Wohnungen zu steigern. Zweitens ist Wohnraum nicht nur ein Konsumgut, sondern auch ein Produktionsfaktor, der den Zugang zum Arbeitsmarkt und damit die Produktivit&auml;t der Erwerbspersonen beeinflusst. Dieser Zusammenhang zwischen Wohnort und Produktivit&auml;t hat zur Folge, dass rein marktwirtschaftliche L&ouml;sungen zu Fehlallokationen f&uuml;hren und sich negativ auf die gesamtwirtschaftliche Produktion auswirken.<br>\nDer Wissenschaftliche Beirat hat mit seiner Analyse des deutschen Wohnungsmarkts, die wichtige &ouml;konomische Zusammenh&auml;nge vernachl&auml;ssigt, ein Eigentor geschossen. Die Entfesselung der Marktkr&auml;fte ist ein Vorschlag, der insbesondere in den USA intensiv verfolgt wurde und dort zu teilweise desastr&ouml;sen Ergebnissen gef&uuml;hrt hat &ndash; und zu einem Umdenken: Die aktuelle Wohnungspolitik in vielen gr&ouml;&szlig;eren amerikanischen St&auml;dten beschr&auml;nkt sich nicht auf die Vergabe von Wohnungszusch&uuml;ssen f&uuml;r bed&uuml;rftige Haushalte, wie es der Wissenschaftliche Beirat vorschl&auml;gt, sondern setzt verst&auml;rkt auf die aktive F&ouml;rderung von sozial ausgewogenen Stadteilen mit gemischter Nutzung.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makronom.de\/wohnungsnot-bezahlbarer-wohnraum-in-deutschland-mehr-markt-ist-nicht-die-loesung-27575\">makronom<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Deutscher Arbeitsmarkt : Zahl der atypisch Besch&auml;ftigten gestiegen<\/strong><br>\nBefristet, geringf&uuml;gig oder in Zeitarbeit besch&auml;ftigt &ndash; die Zahl der sogenannten atypisch besch&auml;ftigten Arbeitnehmer ist von 2016 bis 2017 Jahr leicht gestiegen. Der Frauenanteil ist besonders hoch.<br>\nDie Zahl der Arbeitnehmer, die befristet, geringf&uuml;gig oder in Zeitarbeit besch&auml;ftigt sind, ist von 2016 bis 2017 leicht gestiegen. Insgesamt gingen 7,7 Millionen Menschen einer solchen T&auml;tigkeit nach. Ihr Anteil an den Erwerbst&auml;tigen insgesamt blieb aber mit 20,8 Prozent nahezu unver&auml;ndert, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Frauen sind mit 30,5 Prozent wesentlich &ouml;fter atypisch besch&auml;ftigt als M&auml;nner mit rund zw&ouml;lf Prozent.<br>\nDer Anteil der Besch&auml;ftigten mit einem befristeten Arbeitsvertrag betrug laut Statistik im vergangenen Jahr 6,9 Prozent der sogenannten Kernerwerbst&auml;tigen &ndash; das sind alle Erwerbst&auml;tigen von 15 bis 64 Jahren, die nicht in einer Ausbildung, Bildung oder im Freiwilligendienst stecken.<br>\nEine Teilzeitbesch&auml;ftigung mit bis zu 20 Wochenstunden hatten demnach knapp 13 Prozent der Erwerbst&auml;tigen. Geringf&uuml;gig besch&auml;ftigt waren knapp sechs Prozent, in Zeitarbeit 2,5 Prozent. Die einzelnen Erwerbsformen lassen sich nicht zu einer Gesamtzahl aufsummieren, da sich die Gruppen &uuml;berschneiden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/atypisch-beschaeftigte-101.html\">Tagesschau<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Konflikt zwischen Basis und &Uuml;berbau<\/strong><br>\nGute Nachrichten f&uuml;r die US-Gewerkschaften sind selten. Doch dies ist einmal ein Erfolg: In Missouri konnte k&uuml;rzlich ein neues gewerkschaftsfeindliches Gesetz per Referendum gekippt werden. W&auml;re das nicht gegl&uuml;ckt, h&auml;tte das Gesetz den Bundesstaat zu einem &bdquo;Right-to-Work-State&ldquo; gemacht. Worum ging es? Das US-Arbeitsrecht fordert f&uuml;r die gewerkschaftliche Vertretung im Betrieb eine kollektive Mehrheitsentscheidung der Belegschaft und bestimmt, dass kein Besch&auml;ftigter vom Tarifvertrag ausgeschlossen werden darf. Die Gewerkschaften verlangen zur Vermeidung von Trittbrettfahrern daher entweder die Mitgliedschaft oder eine Geb&uuml;hr f&uuml;r ihre Vertretungsleistung. Sie ist niedriger als der Mitgliedsbeitrag, weil der Supreme Court 1961 entschieden hat, dass Nichtmitglieder nicht f&uuml;r die politische Arbeit der Gewerkschaften zahlen m&uuml;ssen.<br>\nBereits in den sp&auml;ten 1940er Jahren hat die gewerkschaftsfeindliche Lobby mit Hilfe der Republikanischen Partei durchgesetzt, dass Einzelstaaten den Gewerkschaften im Privatsektor diese Regelung verbieten d&uuml;rfen. Das schw&auml;cht die Gewerkschaften sp&uuml;rbar in inzwischen 27 US-Einzelstaaten, die mehrheitlich im S&uuml;den des Landes liegen. Das ist nebenbei auch ein Grund, warum deutsche Autobauer ihre Werke dort errichtet haben.<br>\nKeine gute Nachricht gibt es f&uuml;r die Gewerkschaften des &ouml;ffentlichen Dienstes. In der sogenannten Janus-Entscheidung verhalf eine 5-4-Mehrheit des Supreme Court einer gro&szlig;angelegten gewerkschaftsfeindlichen Kampagne zum Sieg. Auch hier ging es um die Frage, ob die Gewerkschaften von Nichtmitgliedern eine Geb&uuml;hr verlangen d&uuml;rfen. Sie d&uuml;rfen es nicht mehr. Viele Besch&auml;ftigte werden nun wohl Geb&uuml;hren und auch Mitgliedsbeitr&auml;ge einsparen wollen, da die L&ouml;hne und Geh&auml;lter trotz einer angeblich gl&auml;nzenden Wirtschaftslage stagnieren.<br>\nDie Janus-Entscheidung bedeutet zudem nichts Gutes f&uuml;r die Demokratische Partei im laufenden Wahlkampf zu den Zwischenwahlen Anfang November. Die Gewerkschaften des &ouml;ffentlichen Dienstes helfen ihr n&auml;mlich sonst im gro&szlig;en Stil bei Kampagnen, seit sie zur letzten gro&szlig;en Bastion der Arbeiterbewegung in den Vereinigten Staaten geworden ist. Im &ouml;ffentlichen Dienst sind 34,4 Prozent der Besch&auml;ftigten organisiert, w&auml;hrend es in der Privatwirtschaft nur noch 6,5 Prozent sind, Tendenz fallend.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/gegenblende.dgb.de\/artikel\/++co++7d920016-a6ad-11e8-aae3-52540088cada\">Gegenblende<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Brutalit&auml;t als Staatsr&auml;son<\/strong><br>\nF&uuml;r die Migrationsforscherin Naika Foroutan, Professorin an der Berliner Humboldt-Universit&auml;t, entwickelt sich die deutsche Gesellschaft in eine pr&auml;faschistische Richtung: &ldquo;Wir sind vorbereitet f&uuml;r die moralische Verwahrlosung des Faschismus, der kommen k&ouml;nnte&rdquo; (Tagesspiegel, 22.7.18). In ihren &Auml;u&szlig;erungen wird das Entsetzen &uuml;ber eine &ouml;ffentliche Diskussion sp&uuml;rbar, die die Frage aufwirft, ob man Menschen retten darf, die im Mittelmeer auf der Flucht ertrinken. Wird in der brutalen Haltung und Handlung von Politikern nicht eine Entwertung des Lebens, eine Entmenschlichung erkennbar, wenn sie die Fl&uuml;chtlinge zu Invasoren und Feinden erkl&auml;ren und deren Sterben als Abschreckung einsetzen?<br>\nDie Unmenschlichkeit und Menschenverachtung, die unsere &ldquo;Wertegemeinschaft&rdquo; jahrelang in Form von Kriegen und Ausbeutung in den Nahen Osten und in zahlreiche L&auml;nder des S&uuml;dens exportiert hatte, sie sind jetzt mitten unter uns. Mauern und rasiermesserscharfe Stacheldrahtz&auml;une sollen die Festung Europa sch&uuml;tzen; Tausende von Familien werden in Lagern zusammengepfercht und jeder Form von Gewalt und Sklaverei preisgegeben. In den USA wurden Kinder auf staatliche Anordnung ihren geflohenen Eltern entrissen. Die EU untersagt und verhindert die Rettung schiffbr&uuml;chiger Fl&uuml;chtlinge und sorgt daf&uuml;r, dass den Tausenden von Verdurstenden in der W&uuml;ste keine Hilfe zuteilwird. Die Gleichg&uuml;ltigkeit den Todgeweihten gegen&uuml;ber wird zur Staatsr&auml;son, Mitleid und Hilfsbereitschaft werden zu kriminellen Akten erkl&auml;rt und bestraft. Es fehlen angemessene Worte, um diese enthemmte staatliche Verrohung und b&uuml;rokratische Unmenschlichkeit zu beschreiben und zu bewerten. Politiker dieser &ldquo;Wertegemeinschaft&rdquo; geben vor, mit ihrer Brutalit&auml;t Probleme zu bek&auml;mpfen &ndash; Probleme, die sie selbst st&auml;ndig erzeugen und reproduzieren.<br>\nDie agressive Menschenfeindlichkeit ist kein Monopol von Trump, Orb&aacute;n, Kurz oder Salvini. Sie exekutieren und spitzen zu, was im marktradikalen Verwertungsziel des Systems angelegt ist. Den Faschismus tr&auml;gt der neoliberale Kapitalismus in sich &ndash; das wusste sogar die CDU und schrieb es 1947 in ihr Ahlener Programm.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.schattenblick.de\/infopool\/medien\/altern\/ossi1017.html\">Ossietzky<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Wer sind nur diese Kosmopoliten?<\/strong><br>\nMobile Gewinner der Globalisierung hier, lokale Kommunitaristen dort: Die Debatte &uuml;ber die Krisen unserer Zeit l&auml;uft arg schr&auml;g.<br>\nSteve Bannon erkl&auml;rte dem Hollywood Reporter einmal seine Weltsicht. Das war 2016, als er noch als politisches Genie gehandelt wurde. Trumps Wahlsieg, so Bannon, basiere auf einer tiefen Spaltung in der US-amerikanischen Gesellschaft. Auf der einen Seite st&uuml;nden die Eliten: die gebildeten, wohlhabenden Anh&auml;nger des Freihandels und der kulturellen Freiz&uuml;gigkeit. Sie lebten in den &bdquo;metrosexuellen Blasen&ldquo;, den urbanen Zentren an der West- und Ostk&uuml;ste, und h&auml;tten kulturell mehr mit Shanghai oder London gemein als mit der Mehrheit der einfachen Amerikaner im &bdquo;fly-over country&ldquo;. Der von diesen Eliten propagierte &bdquo;Globalismus&ldquo; habe die &bdquo;amerikanische Arbeiterklasse zerst&ouml;rt und eine Mittelschicht in Asien geschaffen&ldquo;. Dagegen wolle Bannon &bdquo;Konservative und Populisten&ldquo; unter dem Banner eines &bdquo;&ouml;konomischen Nationalismus&ldquo; vereinigen.<br>\nBannon hat seinen Einfluss weitgehend verloren, doch seine Theorie lebt fort. Auf sie st&ouml;&szlig;t man immer wieder, wenn es darum geht, die rechtspopulistischen Revolten der Gegenwart zu erkl&auml;ren. Der britische Journalist David Goodhart zum Beispiel beschrieb in seinem Buch The Road to Somewhere den Brexit als Aufstand der lokal verwurzelten &bdquo;Somewheres&ldquo; gegen die Herrschaft der gebildeten, kosmopolitischen &bdquo;Anywheres&ldquo;. Eine in Deutschland einflussreiche Version dieses Arguments stammt von dem Politikwissenschaftler Wolfgang Merkel. Ihm zufolge spaltet sich das politische Feld zurzeit entlang einer &bdquo;neuen Konfliktlinie&ldquo; zwischen &bdquo;Kosmopoliten&ldquo; und &bdquo;Kommunitaristen&ldquo;. Im Zentrum stehe die Frage, &bdquo;wie stark die Grenzen des Nationalstaates ge&ouml;ffnet oder geschlossen&ldquo; werden sollen. Auf der einen Seite &bdquo;sammeln sich die Kosmopoliten als Grenz&ouml;ffner und Vertreter universaler Menschenrechte&ldquo;. Sie seien &bdquo;Globalisierungsgewinner, besser gebildet und ausgestattet mit mobilem Human-, Sozial- und Kulturkapital&ldquo;. Auf der anderen Seite stehen &bdquo;die Kommunitaristen&ldquo;, die &bdquo;ein hohes Interesse an nationalstaatlichen Grenzen&ldquo; haben. Sie seien &bdquo;Globalisierungsverlierer mit vergleichsweise niedriger Bildung, geringem Einkommen und lokal-station&auml;rem Human-, Sozial- wie Kulturkapital&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/wer-sind-nur-diese-kosmopoliten\">freitag<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Eine Welle des Verfolgungswahns<\/strong><br>\nF&uuml;r die einen ein schwarzer Tag im Kampf gegen sexuelle Diskriminierung, f&uuml;r die anderen der Triumph der Verfassung &uuml;ber Gesinnungsurteile: Wie erwartet hat das Bildungsministerium der Vereinigten Staaten am 22. September die bisher geltenden Bestimmungen f&uuml;r den Umgang mit sexuellem Fehlverhalten an Universit&auml;ten zur&uuml;ckgenommen und durch eine vorl&auml;ufige Regelung ersetzt. Wie Bildungsministerin Elisabeth DeVos mitteilte, arbeitet ihr Haus an einer neuen Richtlinie, in der die Belange der Beschuldigten besser ber&uuml;cksichtigt werden sollen &ndash; im Sinne des Verfassungsgrundsatzes des &bdquo;Due Process&ldquo;, des ordentlichen und fairen Verfahrens. &hellip;.<br>\nTitle-IX-Verfahren sind keine juristischen Verfahren, sondern nicht&ouml;ffentlich gefasste Verwaltungsakte. Der Schutz der mutma&szlig;lichen Opfer hat dabei bisher Vorrang vor den Rechten der Beschuldigten &ndash; auch wenn das so explizit in den 2011 ver&ouml;ffentlichten Ausf&uuml;hrungsbestimmungen gar nicht steht. Beschuldigte erhielten bisher keine schriftliche Formulierung der gegen sie vorgebrachten Anschuldigungen, sie d&uuml;rfen sich nur eingeschr&auml;nkt von einem Anwalt vertreten lassen, und es bestand f&uuml;r sie keine M&ouml;glichkeit, die Beschwerdef&uuml;hrenden als Zeuginnen zu befragen. Au&szlig;erdem sind alle Beteiligten zu Stillschweigen &uuml;ber das Verfahren verpflichtet. Deswegen gibt es auch keine offiziellen Angaben, wie viele Verfahren nach Title IX betrieben werden. Die F&auml;lle, die bekanntwerden, sind meist schon in der n&auml;chsten Eskalationsstufe: Das Office of Civil Rights des Bildungsministeriums hat sie an sich gezogen und ermittelt nun gegen die Universit&auml;t wegen &bdquo;Mishandling&ldquo;. Aktuell f&uuml;hrt die Beh&ouml;rde 360 solcher Untersuchungen, zum Teil mehrere gegen eine Universit&auml;t. &hellip;<br>\nDoch alle Diskussionen, die den komplexen und keineswegs eindeutigen, nicht nur sexuellen Machtverh&auml;ltnissen auf dem Campus gerecht zu werden versuchen, beklagt Kipnis, w&uuml;rden von den Title-IX-Aktivistinnen mit dem Vorwurf abgew&uuml;rgt, man betriebe &bdquo;Slut Shaming&ldquo; und sei damit Teil der &bdquo;Rape Culture&ldquo;. F&uuml;r Kipnis ist das, was an den Universit&auml;ten aus Title IX geworden ist, ein Pyrrhussieg f&uuml;r Feministinnen und B&uuml;rgerrechtler. Als die eigentlichen Profiteure entpuppen sich die Uni-Verwaltungen: Mit den besten Absichten und im Auftrag, den Kunden &ndash; den Studenten &ndash; die bestm&ouml;gliche, also konfliktfreie Lernumgebung zu bieten, schr&auml;nken sie die Freiheit der Lehre und der Rede immer weiter ein. Gro&szlig;e amerikanische Universit&auml;ten sind zu milliardenschweren Unternehmen geworden, sie haben gegen&uuml;ber Kunden und Spendern ihr Markenimage zu verteidigen. F&uuml;r kontrovers gef&uuml;hrte Debatten und offene Denkr&auml;ume ist da kaum noch Platz.<br>\nAus dem radikalen Impetus der Frauenbewegung, Frauen zu ermutigen, sich aus Opfern sozialer Konventionen zu selbst&auml;ndigen Akteurinnen zu machen, ist die Pseudo-Radikalit&auml;t der Campus-Feministinnen geworden, die Emanzipation in das Abarbeiten einer schlecht formulierten Verwaltungsvorschrift verwandeln. Dass nun ausgerechnet durch die Initiative einer Ministerin der Trump-Regierung die Chance er&ouml;ffnet wird, die Verbesserungsvorschl&auml;ge linksliberaler Title-IX-Kritikerinnen wie Laura Kipnis in das Anti-Diskriminierungs-Verfahren einzubringen, ist eine bizarre Wendung der Dinge.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/forschung-und-lehre\/sexismus-an-hochschulen-eine-welle-des-verfolgungswahns-15260612.html?printPagedArticle=true#pageIndex_0\">FAZ<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Bundeswehr: Plakatkampagne<\/strong><br>\nHeute startet eine neue Plakatkampagne der Bundeswehr, mit der Jugendliche und junge Erwachsene f&uuml;r Deutschlands Kriege begeistert werden sollen. Der Beruf &bdquo;Soldat*in&ldquo; soll ein Job wie jeder andere sein. Dass mit diesem &bdquo;Beruf&ldquo; immer Gewalt und die M&ouml;glichkeit zu t&ouml;ten oder get&ouml;tet zu werden einhergehen, wird ausgeblendet.<br>\nDie Bundeswehr schreibt &uuml;ber ihre Kampagne: &bdquo;In diesen Wochen beginnt f&uuml;r &uuml;ber 700.000 junge Menschen in Deutschland das letzte Schuljahr. Darum starten wir nun die zweite Phase unserer Berufekampagne, um die vielf&auml;ltigen M&ouml;glichkeiten in der Bundeswehr nach dem Schulabschluss zu zeigen. Nach den &bdquo;Spr&uuml;che&ldquo;-Plakaten im Fr&uuml;hjahr stellen wir jetzt konkrete T&auml;tigkeiten bei der Bundeswehr in den Mittelpunkt. Neben den klassischen milit&auml;rischen Motiven wie #K&auml;mpfen oder #Teamgeist stehen vor allem die fachlichen Bedarfe wie IT, Technik oder Medizin im Mittelpunkt unserer Werbung. Denn wir haben nicht nur milit&auml;rische Bedarfe, sondern wir brauchen vor allem qualifizierte Fachkr&auml;fte. Mit starken Bildern und pr&auml;gnanten Headlines, versehen mit einem Hashtag, begegnen wir der jungen Zielgruppe und verl&auml;ngern somit die klassische Au&szlig;enwerbung in den digitalen Bereich. [&hellip;] Aufmerksamkeitsstarke Motive in neuem Look werden nicht nur in Gro&szlig;st&auml;dten, sondern auch in vielen Kleinst&auml;dten und Gemeinden auf Gro&szlig;fl&auml;chenplakaten und City-Light-Postern zu sehen sein. Um die Betrachterinnen und Betrachter auf emotionaler Ebene zu erreichen, setzen wir auf starke Bilder mit pr&auml;gnanten Hashtags.&ldquo;<br>\nAuch diese Kampagne wird wie die vorhergehenden durch eine breite multimediale Offensive, u.a. auf Facebook und Instagram, flankiert. Insbesondere die Tatsache, dass im Kern Minderj&auml;hrige die Zielgruppe der Kampagne darstellen, ist unverantwortlich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.imi-online.de\/2018\/08\/27\/bundeswehr-plakatkampagne\/\">Informationsstelle Militarisierung e.V.<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Bitte lesen Sie dazu auch Minderj&auml;hrige Rekruten bei der Bundeswehr: &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45651#h09\">Vor zwei Jahren hab&rsquo; ich noch mit Playmobil gespielt<\/a>&rdquo; und <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45089\">Ausl&auml;nder rein! Das Bundesverteidigungsministerium will die Bundeswehr f&uuml;r Ausl&auml;nder &ouml;ffnen, weil ihr die Rekruten ausgehen. Ein Kommentar von Ingar Solty<\/a>.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Gesch&auml;fte mit der Wasserknappheit<\/strong><br>\nEigentlich hat die Erde gen&uuml;gend nasse Ressourcen: Mehr als zwei Drittel der Oberfl&auml;che ist von Wasser bedeckt. Das Problem: Das meiste davon ist Salzwasser, nur 0,3 Prozent der H2O-Vorkommen auf der Erde ist trinkbar. Und diese Menge ist auch noch ungleich verteilt in der Welt. W&auml;hrend Nordeuropa Wasser im &Uuml;berfluss hat, herrscht in Afrika, Lateinamerika und Asien vielerorts dramatische Wasserknappheit. Laut den UN haben weltweit rund 750 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Mit der wachsenden Weltbev&ouml;lkerung und den zunehmenden D&uuml;rreperioden wegen des Klimawandels d&uuml;rfte sich die Wassernot noch versch&auml;rfen.<br>\nKapstadt entgeht der Katastrophe<br>\nIn der s&uuml;dafrikanischen Metropole Kapstadt drohte in diesem Sommer gar die &ldquo;Stunde Null&rdquo;. Aufgrund einer Jahrhundert-D&uuml;rre ging der Millionenstadt fast das Wasser aus. Nur dank umfangreicher Wasserspar-Ma&szlig;nahmen und der umgebauten Wasserversorgung konnte das Schlimmste verhindert werden.<br>\nelbst im eigentlich wasserreichen Westeuropa hat der &ldquo;D&uuml;rresommer&rdquo; Spuren hinterlassen. In Deutschland trocknen Fl&uuml;sse aus, manche Landkreise haben der Bev&ouml;lkerung verboten, Wasser von dort zu entnehmen. In ein paar Kommunen wurde sogar der Notstand ausgerufen. Das Vogelsberg-St&auml;dtchen Ulrichstein muss Tanklaster einsetzen, um die Einwohner mit ausreichend Trinkwasser zu versorgen.<br>\nIn dem beschaulichen Kur&ouml;rtchen Vittel in den franz&ouml;sischen Vogesen ist die Lage besonders angespannt. Die B&uuml;rger liefern sich einen Kampf mit dem Mineralwasser-Konzern Nestl&eacute; Waters um ihr Wasser. K&uuml;nftig sollen die 5000 Einwohner von Vittel &uuml;ber eine Pipeline mit Trinkwasser aus 15 Kilometer Entfernung versorgt werden, weil der Grundwasserspiegel j&auml;hrlich um 30 Zentimeter sinkt. Nestl&eacute; Waters kann hingegen weiter rund 750 Millionen Liter Wasser j&auml;hrlich aus dem Boden von Vittel sch&ouml;pfen.<br>\nUmweltsch&uuml;tzer und Kommunalpolitiker sind emp&ouml;rt. &ldquo;Das ist als w&uuml;rde man Menschen am Atlantik vorschreiben, in einem Pool mit Wasser aus dem Mittelmeer zu baden&rdquo;, schimpfen sie. &ldquo;Die Ressource Wasser geh&ouml;rt allen&rdquo;, fordert Jean-Francois Fleck vom regionalen Umweltschutzverband Vosges Nature Environnement. Manche sprechen von einer heimlichen Privatisierung der lokalen Wasserversorgung.<br>\nDen gro&szlig;en Trinkwasser-Produzenten wie Nestl&eacute; Waters wird vorgeworfen, durch das Anzapfen der Quellen der Bev&ouml;lkerung das Wasser wegzunehmen. Der Schweizer Filmemacher Res Gehriger deckte in seinem Anti-Nestl&eacute;-Film &ldquo;Bottled Life&rdquo; auf, dass im pakistanischen Dorf Bhatti Dilwan nahe der Wasserproduktion von Nestl&eacute; der Grundwasserspiegel sank und eine ganze Reihe von Brunnen versiegten. Nestl&eacute; wies zun&auml;chst die Vorw&uuml;rfe zur&uuml;ck, investierte dann aber Geld in einen neuen Tiefbrunnen und eine Aufbereitungsanlage. Die Familien k&ouml;nnen sich kostenlos ihre Kanister f&uuml;llen.<br>\nUmweltsch&uuml;tzer monieren aber, dass Multis wie Nestl&eacute; ein zweites Versorgungssystem mit gesundem Wasser in Flaschen geschaffen h&auml;tten, das sich nur die Wohlhabenden leisten k&ouml;nnten und wegen ihrer Plastikverpackung zus&auml;tzlich die Umwelt belaste. Die lokalen Trinkwasserleitungen und Abwasserkan&auml;le &ndash; falls vorhanden &ndash; w&uuml;rden indes vernachl&auml;ssigt und seien marode.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/boerse\/wasserknappheit-nestle-101.html\">Tagesschau<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Wer anders denkt, riskiert die Existenz<\/strong><br>\nAuf den ersten Blick haben die beiden Nachrichten der vergangenen Woche nichts miteinander zu tun. Da sagte Saudi-Arabien den seit zwei Jahren weltweit gehypten B&ouml;rsengang seines Erd&ouml;lgiganten Aramco ab und verschob ihn auf unbestimmte Zeit. Und da forderte die Staatsanwaltschaft erstmals in der Geschichte des K&ouml;nigreiches, eine gewaltlose Aktivistin zum Tode zu verurteilen. Israa al-Ghomgham hatte 2015 zusammen mit vier Mitangeklagten in der schiitischen Ostprovinz an Demonstrationen teilgenommen, diese gefilmt und ins Netz gestellt.<br>\nAuf den zweiten Blick allerdings sind das PR-Desaster von Aramco und die Enthauptungsdrohung gegen eine 29-j&auml;hrige B&uuml;rgerrechtlerin zwei Indizien f&uuml;r dieselbe Krise. Die Vision 2030 wankt, der saudische Thronfolger Mohammed bin Salman ist dabei, mit seiner Megareform zu scheitern.<br>\nDenn mit dem Aramco-Desaster wird die zentrale Finanzquelle f&uuml;r den Umbau der &ouml;ls&uuml;chtigen Staatswirtschaft zur innovativen Privat&ouml;konomie &uuml;ber Nacht zur Fata Morgana. Gleichzeitig entlarvt das geforderte Todesurteil gegen die junge Schiitin die sozialen Lockerungen wie das Autofahren f&uuml;r Frauen, Kinobauten oder Konzertlizenzen als oberfl&auml;chliche Politur. 100 Tage zuvor lie&szlig; der Kronprinz bereits ausgerechnet jene Frauen festnehmen, die f&uuml;r diesen Sprung der Gesellschaft seit Jahren gek&auml;mpft haben. Diese Pionierinnen f&uuml;r mehr Frauenrechte werden jetzt &ouml;ffentlich verleumdet, wie Schwerverbrecherinnen behandelt und mit langen Haftstrafen bedroht.<br>\nDie junge Aktivistin aus Katif soll sogar hingerichtet werden. Ihr Verbrechen laut Anklage: Sie habe Slogans gegen die Regierung skandiert und andere Demonstranten moralisch unterst&uuml;tzt. Statt sich der unbestreitbaren sozialen Probleme im schiitischen Osten anzunehmen, trachtet die Justiz denen nach dem Leben, die das Versagen der Machthaber &ouml;ffentlich machen. Genauso verh&auml;lt es sich bei dem patriarchalischen Schariarecht, das Saudi-Arabiens Frauen entm&uuml;ndigt. Statt die m&auml;nnliche Allmacht aus den Fr&uuml;hzeiten der Arabischen Halbinsel zu beenden, werden f&uuml;hrende Kritikerinnen vor Terrorgerichtsh&ouml;fe gezerrt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2018-08\/saudi-arabien-mohammed-bin-salman-todesstrafe-reformen\">Zeit<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Die neue Balkanroute<\/strong><br>\nEntlang der neuen Migrationsroute durch S&uuml;dosteuropa werden Migrantinnen geschlagen, festgehalten und missachtet. Die EU schaut weg.<br>\nBosnien und Herzegowina, ein kleines Land auf dem Balkan, ist eines der &auml;rmsten L&auml;nder Europas. Seit Februar hat es mit einer beispiellosen Migrationswelle zu k&auml;mpfen. Die sogenannte &bdquo;Balkanroute&ldquo;, die Migrantinnen bisher nutzten, um aus der T&uuml;rkei und aus Griechenland nach Westeuropa zu gelangen, hat sich ver&auml;ndert. Fr&uuml;her f&uuml;hrte diese Route durch Bulgarien oder Mazedonien &uuml;ber Serbien und Ungarn, bevor es Richtung Deutschland oder &Ouml;sterreich ging &ndash; je nachdem, wo die Menschen zu landen hofften.<br>\nUnter Viktor Orb&aacute;ns nationalistischer Regierung geht Ungarn mit Polizeigewalt gegen Migrantinnen vor und schottet seine Grenzen mittels strenger &Uuml;berwachung ab. Daher hat die Route sich nach S&uuml;den verlagert. Sie geht jetzt durch Albanien und Montenegro bis nach Bosnien, wo sich mittlerweile tausende von Migrantinnen befinden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/adamag.de\/balkanroute-schengen-flucht-asyl-eu\">Ada<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>ARD-Sommerinterview: Merkel ist &uuml;bergeschnappt<\/strong><br>\nIm ARD-Sommerinterview wurde Angela Merkel gefragt, was einmal das Verm&auml;chtnis ihrer Kanzlerschaft sein solle. Also was kommende Generationen mit ihrem Namen verbinden sollen. Nachdem sie zuerst, wie zu erwarten, meinte, dar&uuml;ber sollten andere entscheiden, lie&szlig; sie sich doch eine Antwort entlocken, die sie auf Nachfrage sogar noch einmal best&auml;tigte: Sie wolle, dass ihre Kanzlerschaft mit EUROPA verbunden wird.<br>\nAuf diese Idee muss man erst einmal kommen. Dies zeigt aus meiner Sicht einen v&ouml;lligen Realit&auml;tsverlust.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.theeuropean.de\/rainer-zitelmann\/14570-ard-sommerinterview\">The European<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Dieser Hinweis stand hier urspr&uuml;nglich ohne eine weiter Kommentierung. Dies war ein &bdquo;Betriebsunfall&ldquo;, den wir zu entschuldigen bitten. Als &uuml;berf&auml;llige Anmerkung m&ouml;chte ich einen <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45732#h17\">kritischen Leserbrief empfehlen<\/a>, der uns zum Artikel erreicht hat.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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