{"id":46016,"date":"2018-09-14T15:24:26","date_gmt":"2018-09-14T13:24:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46016"},"modified":"2022-04-19T11:28:18","modified_gmt":"2022-04-19T09:28:18","slug":"10-jahre-nach-lehman-ein-streifzug-durch-die-finanzwelt-mit-helge-peukert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46016","title":{"rendered":"10 Jahre nach Lehman \u2013 ein Streifzug durch die Finanzwelt mit Helge Peukert"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180914_peukert.jpg\" alt=\"Helge Peukert\" title=\"Helge Peukert\"><\/div><p>Am 15. September j&auml;hrt sich die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers bereits zum zehnten Mal. Es kam zur &bdquo;Kernschmelze&ldquo; im Finanzsystem, Rettungsschirme wurden aufgespannt, milliardenschwere Konjunkturprogramme beschlossen, Banken waren pl&ouml;tzlich &bdquo;too big to fail&ldquo; und wurden reihenweise f&uuml;r &bdquo;systemrelevant&ldquo; erkl&auml;rt. <strong>Thomas Trares<\/strong> sprach f&uuml;r die NachDenkSeiten mit dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Heterodoxe_%C3%96konomie\">heterodoxen<\/a> &Ouml;konomen <strong>Helge Peukert<\/strong>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46016#foot_1\" name=\"note_1\">*<\/a>] dar&uuml;ber, ob eine solche Krise auch heute noch m&ouml;glich w&auml;re und was die Politik eigentlich getan hat, um dies zu verhindern. Aus diesen Fragen wurde ein umfassender Streifzug durch die Finanzwelt, der vor allem f&uuml;r Leser, die am Thema interessiert sind, sehr spannend sein d&uuml;rfte. Aufgrund des doch etwas l&auml;ngeren Umfangs empfehlen wir Ihnen jedoch, ein wenig Zeit mitzubringen und das Interview vielleicht auch f&uuml;r das Wochenende zur&uuml;ckzulegen.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Herr Peukert, Sie haben in Ihrem, in aktualisierter Auflage 2013 erschienenen, Buch &bdquo;Die gro&szlig;e Finanzmarkt- und Staatsschuldenkrise&ldquo; die Lehman-Pleite und die Geschehnisse danach aufgearbeitet. Die Regierenden versprachen uns damals &bdquo;kein Markt, kein Produkt, kein Akteur sollen k&uuml;nftig unreguliert bleiben&ldquo;. Wie sieht heute Ihr Fazit aus? K&ouml;nnen Sie den Satz so unterschreiben? Kann man sagen &bdquo;Auftrag erf&uuml;llt&ldquo;?<\/strong><\/p><p>Ehrlich gesagt, habe ich dieser Selbstaufforderung zur Regulierung schon damals &uuml;berhaupt keinen Glauben geschenkt. Im Unterschied zur Aufarbeitung der Weltwirtschaftskrise, nach der das Politpersonal ausgewechselt wurde, ein Trennbankensystem eingef&uuml;hrt und zahlreiche sinnvolle Begrenzungen der Aktivit&auml;ten von Banken wie das Verbot des Eigenhandels durchgesetzt wurden, haben sich nach der gro&szlig;en Finanzkrise die B&ouml;cke als G&auml;rtner verkleidet, die sich &ndash; einschlie&szlig;lich der EZB &ndash; jetzt als <em>Agenda Setter<\/em> der Regulierung aufspielen. Die W&auml;hlerschar hat sie leider weitgehend gew&auml;hren lassen. Der oben zitierte Satz wurde ja von Leuten und Institutionen wie der G 20 oder der EU-Kommission herausposaunt, die zur Internationale der Globalisten aus Politestablishment, der Finanzgro&szlig;wirtschaft und ihrer EZB, multinationalen Unternehmen, Reichen und zu meinem besonderen &Auml;rger Inside-Job-Wirtschaftswissenschaftlern geh&ouml;ren. Die spezialdemokratisch-konservativen Politestablishments sind mittlerweile europaweit fast &uuml;berall abgeschossen oder zumindest stark abgestraft worden. Leider geht des Volkes Zorn meist in Richtungen, die ihre Interessen und ihren Wunsch auf Anerkennung noch deutlicher verletzen. Auftrag erf&uuml;llt? Dieser Auftrag sicherlich nicht. <\/p><p><strong>Internationale der Globalisten, Politestablishment, Finanzgro&szlig;wirtschaft, Inside-Job-Wirtschaftswissenschaftler, das klingt nicht gerade sehr schmeichelhaft.<\/strong><\/p><p>Das kann es auch leider nicht. Denn nur das eigentliche Ziel des Globalistenkartells, selbst m&ouml;glichst ungeschoren davonzukommen und aus der Krise das Bestm&ouml;gliche f&uuml;r sich zu machen, haben sie erf&uuml;llt. So sind die Megabanken heute (relativ) noch gr&ouml;&szlig;er, die Reichen auch dank der Geldpolitik der EZB, die zu einer Verm&ouml;genspreisinflation f&uuml;hrt, reicher und am Beispiel der Griechen hat man mal gezeigt, wo der Hammer h&auml;ngt: &bdquo;<em>never waste a good crisis!<\/em>&ldquo;. Und das dienstbare GroKo-Politestablishment in Europa ist entweder abgetreten worden oder es gibt brav bei: Finanzminister Scholz wirbt f&uuml;r eine &bdquo;Neubewertung&ldquo; des Finanzsektors und viele Akteure stellen per Selbstdiagnose eine erhebliche &bdquo;Reformm&uuml;digkeit&ldquo; fest.<\/p><p><strong>Apropos Scholz. Mit J&ouml;rg Kukies hat er ja ausgerechnet einen Investmentbanker von Goldman Sachs ins Finanzministerium geholt. Hat Scholz damit nicht gerade den &bdquo;Bock zum G&auml;rtner&ldquo; gemacht? Was verspricht er sich davon?<\/strong><\/p><p>Scholz&acute; Herz schl&auml;gt f&uuml;r die Deutsche Bank, die doch die deutschen <em>corporate interests<\/em> tatkr&auml;ftig unterst&uuml;tzen m&uuml;sse. Die staatliche Sympathie eines Zusammenschlusses von Deutscher Bank und Commerzbank zu einem neuen nationalen Champion wird nicht nur von ihm angedacht, nachdem sich die f&uuml;r den Steuerzahler teure und f&uuml;r die Aktion&auml;re der Allianz segensreiche Unterst&uuml;tzung der Commerzbank durch den Staat beim Ankauf der Dresdner Bank nach der Finanzkrise als grandiose Schnapsidee von Personen entpuppte, die in der CDU und SPD mittlerweile die Karrieretreppe hinauffielen.<\/p><p>Doch damit noch nicht genug gescholzt: Den de facto &uuml;berdimensionierten und weitgehend sinnlosen Derivatehandel und dessen mit Klumpenrisiken behaftetes Clearing m&uuml;sse man unbedingt von London nach Deutschland locken (Mieter in Frankfurt aufgehorcht), die Finanztransaktionssteuer geh&ouml;re nat&uuml;rlich elementar eingeschrumpft und die anscheinend zu harte Besteuerung der Boni-Empf&auml;nger im Finanzsektor m&uuml;sse &uuml;berdacht werden, da ansonsten schlechte Stimmung beim Umzug der Londoner <em>Master of the Universe<\/em> eintr&auml;te.<\/p><p>Und wenn man schon einmal dabei ist: Eine Digitalsteuer f&uuml;r die Steuerdr&uuml;cker wie Google und Apple ist nach Scholzscher Logik nat&uuml;rlich auch abzulehnen (siehe die diesbez&uuml;gliche <a href=\"https:\/\/www.dbresearch.de\/PROD\/RPS_DE-PROD\/PROD0000000000476426\/Wachsender_Handlungsdruck_bei_Unternehmenssteuern.pdf\">Steuersenkungssenkungsassistenz von Deutsche Bank Research vom 6.9.2018<\/a>). Gleiches gilt f&uuml;r das angedachte Country-to-Country-Reporting der Einnahmen und Ausgaben der Multis, das dazu dienen sollte, ihren Steuervermeidungstricks besser auf die Schliche zu kommen. <\/p><p>Und um dieses Programm durchzusetzen, hat Scholz, wie schon von Ihnen erw&auml;hnt, J&ouml;rg Kukies ins Finanzministerium geholt &ndash; einen Vorg&auml;nger Nahles&acute; in einem Landesverband als Juso-Vorsitzender, der als Studierender in den USA eingenordet wurde und in Chicago promovierte, seit 2007 bei Goldman Sachs t&auml;tig war und dort zum Co-Vorsitzenden in Deutschland aufstieg. Jetzt ist er dank Scholz Staatsekret&auml;r f&uuml;r Europa und Finanzm&auml;rkte. Da bedarf es dann kaum noch einer regulatorischen Kaperung durch die Finanzgro&szlig;wirtschaft. Zu Kukies Fehlprognosen empfehle ich &uuml;brigens den sehr <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/finanzmarkt\/der-goldman-sachs-banker-joerg-kukies-und-seine-prognosefaehigkeit-15511458.html\">erheiternden Artikel von Dennis Kremer in der FAZ vom 28.3.2018<\/a>. Und die AfD &uuml;berholt bald die SPD an W&auml;hlerstimmen &ndash; kein Wunder, aber schon richtig deprimierend. An dieser Stelle verkneife ich mir die Darstellung anderer nationaler Politb&uuml;hnen oder der der EU-Kommission. Nur eins: Die fr&uuml;here EU-Oberschlafm&uuml;tze Barroso ist wieder Pr&auml;sident! Seit 2016 bei Goldman Sachs, ohne Gesch&auml;ftsbereich, aber sicher mit vielen hilfreichen Beziehungen.<\/p><p><strong>In Ihrem Buch zur Krise haben Sie eine Reihe von Ma&szlig;nahmen zur Bankenregulierung diskutiert. Dies w&auml;ren ein Trennbankensystem, also die Abtrennung der Investmentbanken vom Kredit- und Einlagengesch&auml;ft, eine Gr&ouml;&szlig;enbegrenzung f&uuml;r Banken, sch&auml;rfere Eigenkapitalvorschriften, die Begrenzung des Derivatehandels, eine Finanzmarkttransaktionssteuer, das Verbot von Kreditausfallversicherungen und Leerverk&auml;ufen ebenso wie von Zweckgesellschaften und Verbriefungen und eine Reform der Ratingagenturen und least but not least die Einf&uuml;hrung eines Vollgeldsystems. Was davon sehen Sie bereits in Ihrem Sinne umgesetzt?<\/strong><\/p><p>Also kurz geantwortet: Umgesetzt wurde davon eigentlich gar nichts. Praktisch v&ouml;llige Fehlanzeige liegt &ndash; trotz eines v&ouml;llig wirkungslosen deutschen Minigesetzes &ndash; hinsichtlich eines Trennbankensystems, eines Vollgeldsystems, einer Gr&ouml;&szlig;enbegrenzung von Finanzinstitutionen und der Finanztransaktionssteuer vor, die maximal in Form einer harmlosen B&ouml;rsenumsatzsteuer kommt und die die Finanzbranche, richtig umgesetzt und zum Beispiel auch auf Optionen erhoben, wenigstens etwas an den Billionenkosten der Finanzkrise beteiligen w&uuml;rde.<br>\nInsbesondere h&auml;tte eine Finanztransaktionssteuer aber &ndash; selbst in der Variante des EU-Kommissionsvorschlags &ndash; den Derivatehandel merklich schrumpfen lassen, da sie auf den Gesamtwert und nicht auf die sehr viel niedrigere Einschusszahlung berechnet w&uuml;rde. Deshalb hat die Bankenlobby auch so beeindruckend unsachlich dagegen agitiert. Immense Kosten f&uuml;r die armen Riester-Rentner wurden an die Wand gemalt, usw.<\/p><p><strong>Und wie sieht es bei den Ratingagenturen aus? Hier h&ouml;rt man in punkto Regulierung ja schon lange nichts mehr?<\/strong><\/p><p>Die Ratingagenturen spielen eigentlich die gleiche zentrale Rolle wie fr&uuml;her, selbst f&uuml;r die Beurteilung der Bonit&auml;t von Wertpapieren, die die EZB im Zuge der Hauptrefinanzierungsgesch&auml;fte hereinnimmt. Nur ein gewisses Rotationsprinzip soll das Problem von Gef&auml;lligkeitsbeurteilungen mindern. Meiner Meinung nach sind Ratings von L&auml;ndern und Gro&szlig;banken sowieso fast unm&ouml;glich, da deren Portfolio meist sehr komplex und un&uuml;bersichtlich ist und sich an den un&uuml;bersichtlichen Finanzm&auml;rkten von heute auf morgen schnell was &auml;ndern kann, so dass gestern als sicher eingesch&auml;tzte Finanztitel heute schon Makulatur und ganz anders zu beurteilen sind. Radikale Unsicherheit ist eben der heutige Normalzustand.<\/p><p><strong>Aber zumindest bei den Eigenkapitalvorschriften ist ja schon einiges geschehen.<\/strong><\/p><p>Die neuen Eigenkapitalvorschriften nach Basel III sind nach wie vor &ndash; und obwohl sie schon Zusatzkosten f&uuml;r die Banken bedeuten &ndash; eine gewisse Mogelpackung, da sie sich auf die gewichtete Bilanz beziehen und z.B. &ndash; als europ&auml;ischer Insiderwitz &ndash; nach wie vor Staatsanleihen als todsicher gelten und f&uuml;r sie kein Eigenkapital hinterlegt werden muss; nicht zuletzt dank Draghis OMT-Versicherung bestehen z.B. zehn Prozent der Verm&ouml;genswerte italienischer Banken in italienischen Staatsanleihen. Wenn man neben viel Brimborium um Fachausdr&uuml;cke und diese und jene Eigenkapitalkategorie und Sonderzuschl&auml;ge wegl&auml;sst, mit der sich wenigstens interessierte Laien abschrecken lassen, betragen die <em>un<\/em>gewichteten Eigenkapitalvorschriften jetzt drei bis sieben Prozent &ndash; so viel hatte auch Lehman Brothers vor dem Absturz. &Auml;hnlich wie Martin Hellwig halte ich 30 Prozent f&uuml;r einen angemessenen Sto&szlig;d&auml;mpfer, ohne allerdings hohe Eigenkapitalpuffer zu &uuml;bersch&auml;tzen, da Eigenkapital ja nicht als Geld in einem Tresor liegt und nur darauf wartet, abgerufen zu werden, sondern in irgendeiner Form gebunden ist und diese Sach- oder Verm&ouml;genswerte eventuell nicht oder nur schwer verk&auml;uflich sind und Eigenkapital bilanziell nur einen Differenzbetrag zwischen der Aktiv- und der Passivseite der Bilanz darstellt.<\/p><p><strong>Und was ist mit Zweckgesellschaften, Verbriefungen, Kreditausfallversicherungen und Leerverk&auml;ufen? Das sind ja alles Vokabeln, die uns nach der Lehman-Pleite jeden Tag um die Ohren gehauen wurden. Heute h&ouml;rt man auch hiervon so gut wie gar nichts mehr. Was ist hier passiert?<\/strong><\/p><p>Das Problem bei der Diskussion all dieser Einzelma&szlig;nahmen besteht darin, dass man nicht zuletzt auf der EU-Ebene eine gigantische Regelungsmaschinerie mit unz&auml;hligen Verordnungen, Richtlinien, technischen Durchf&uuml;hrungsbestimmungen usw. und eine munter expandierende Kontrollb&uuml;rokratie ins Leben rief, deren expertokratische Details wohl niemand mehr in toto so ganz &uuml;berblickt oder sie hier in K&uuml;rze darstellen k&ouml;nnte. Die zu beobachtende Detailwut geht vor allem zu Lasten der kleineren Kreditinstitute, die die unz&auml;hligen Dokumentationspflichten viel schwerer als die gr&ouml;&szlig;eren Akteure verkraften k&ouml;nnen. Dies Vorgehen liegt daran, dass man vor tiefgreifenden Reformen zur&uuml;ckschreckte und die umgesetzten Ref&ouml;rmchen nicht zuletzt dank Finanzlobby, Vorabbeschl&uuml;ssen der halb&ouml;ffentlichen Schattenm&auml;chte (Baseler Ausschuss, Normierungsgremien usw.) und nationaler Egoismen zu vielen Ausnahmen, Sonderregeln usw. f&uuml;hrten.<\/p><p><strong>K&ouml;nnen Sie dies an einem Beispiel verdeutlichen?<\/strong><\/p><p>Nehmen wir die Leerverk&auml;ufe, d.h. vereinbarte Verk&auml;ufe von Wertpapieren von A an B zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft bei Erwartung von A, dass der vor Verkauf an B zu t&auml;tigende Ankauf der Wertpapiere unter dem vereinbarten Preis liegt. Man hat sich nicht, wie selbst Hans-Werner Sinn forderte, f&uuml;r ein klares und allgemein verst&auml;ndliches Verbot der Leerverk&auml;ufe ausgesprochen, sondern verbietet nur ungedeckte Leerverk&auml;ufe, d.h. derjenige, der den Leerverkauf vornimmt, muss entsprechende Wertpapiere zwischenzeitlich auch tats&auml;chlich erworben haben. Immerhin und sch&ouml;n und gut. Aber der spekulierende Leerverk&auml;ufer kann sich beispielsweise bei einem Indexfonds die Wertpapiere ausleihen und schon ist es ein gedeckter. Er muss diese dem Manager des Indexfonds, der sich &uuml;ber Zusatzeinnahmen freut, aber wieder zur&uuml;ckgeben und steht dann eventuell beim F&auml;lligkeitszeitpunkt doch mit leeren H&auml;nden da und die zur&uuml;ckzugebenden Wertpapiere k&ouml;nnen dann am Markt nicht vorr&auml;tig oder entgegen den Erwartungen (zu) teuer sein. Der Systemstabilit&auml;t ist durch eine solch halbherzige Regulierung zumindest nicht gedient. Auch f&uuml;r Kreditausfallversicherungen gilt: Es ist immer schlecht, wenn eventuell einflussreiche Akteure gut Geld verdienen, wenn es anderen m&ouml;glichst schlecht geht.<\/p><p><strong>Was m&uuml;sste aus Ihrer Sicht noch dringend an Regulierung geschehen?<\/strong><\/p><p>So einiges, ich z&auml;hle mal auf: Es findet trotz nur bescheidener (siehe z.B. die Richtlinie 2011\/61\/EU &uuml;ber die Verwaltung alternativer Investmentfonds) und indirekter Regulierungsschritte ein Abwandern von Personal und Aktivit&auml;ten in den Bereich der Schattenbanken (Geldmarktfonds, Hedgefonds, usw.) und generell ein Verdr&auml;ngungsprozess statt. Schattenbanken verf&uuml;gen zwar &uuml;ber kein Geldsch&ouml;pfungsprivileg, sie betreiben aber banken&auml;hnliche Gesch&auml;fte. Sie sind bis dato weitgehend unterreguliert und es m&uuml;sste zum Beispiel zwecks Kontrolle und Chancengleichheit f&uuml;r regul&auml;re Banken von ihnen eine Banklizenz gefordert werden. Vor allem dem Derivatedschungel m&uuml;sste durch einen Finanz-T&Uuml;V begegnet werden, der nur Produkte zul&auml;sst, die einen nachweislichen volkswirtschaftlichen Gesamtnutzen haben.<\/p><p>Zudem sollte man die Bl&uuml;tentr&auml;ume der Bankenunion einstellen: Es ist doch unm&ouml;glich, eine Megabank, die in Dutzenden von Jurisdiktionen aktiv ist, innerhalb eines Wochenendes und bei absehbarem Kompetenzstreit zwischen nationalen Beh&ouml;rden abzuwickeln oder zu sanieren, ohne dass der Steuerzahler einmal mehr blutet oder das gesamte Finanzsystem bedenklich ins Wackeln kommt. Wenn schon &bdquo;Marktwirtschaft&ldquo;, dann m&uuml;ssen verkleinerte (Trenn-)Banken auch mal wie der Gem&uuml;seh&auml;ndler pleitegehen k&ouml;nnen, wenn schon, dann harte Budgetrestriktionen f&uuml;r Alle.<\/p><p>Der einheitliche Abwicklungsfonds mit einer Zielabdeckung von einem Prozent der entsprechenden Einlagen &ndash; das sind 55 Milliarden Euro, zurzeit sind 18 Milliarden eingezahlt &ndash; w&uuml;rde bereits bei einem einzigen gr&ouml;&szlig;eren Finanzinstitut nicht ausreichen. Das immer noch nicht klar definierte, an den Verlusten zu beteiligende Bail-in-Kapital der Gl&auml;ubiger von acht Prozent der Bilanz ist unter dem Gesichtspunkt der Haftung nicht gerade viel, k&ouml;nnte aber trotzdem eine Kettenreaktion ausl&ouml;sen, die man doch gerade vermeiden will.<\/p><p>Man meint aber, wenn es mal wieder schiefgeht, gewappnet zu sein und man habe ja im Vorfeld die Suchscheinwerfer mittlerweile eingestellt. Ich halte es f&uuml;r realistischer, proaktiv Strukturreformen vorzunehmen, die eine Krise unwahrscheinlicher machen und wenn sie doch eintritt, die Kosten fairer verteilen zu k&ouml;nnen. Zur Crashvermeidung w&uuml;rde auch eine Funktionsentflechtung dienen: Heute &uuml;bernehmen viele Finanzinstitute zu viele Aufgaben gleichzeitig, etwa die Kreditvergabe, Anlageberatung, Fondsverwaltung, und das auch noch international. Kurz: Die Interdependenzen sind zu hoch. So k&ouml;nnen sich Krisenherde &uuml;ber das globale Finanznetzwerk schnell in alle Ecken ausdehnen. Funktionale und regionale Aufteilungen und Gr&ouml;&szlig;enbeschr&auml;nkungen wie beim Glass-Steagall Act seit den 1930er Jahren in den USA w&uuml;rden als Unterbrecher solcher Kaskaden wirken und die Resilienz des Gesamtsystems erh&ouml;hen. Das problematische Zusammenspiel von z.B. Kursverlusten, Wertpapierverk&auml;ufen, &Uuml;berschuldungsvermutungen, Verlustbeteiligungen mit eventuellen Kaskadenwirkungen usw., solche Dominosteineffekte w&uuml;rden einged&auml;mmt.<\/p><p>Ein Problem stellt auch das Ziel der schwarzen Null dar, denn in welch halbwegs sichere Anlagen sollen B&uuml;rger und Banken in Deutschland denn ihr Geld ohne allzu gro&szlig;es Risiko zuk&uuml;nftig anlegen?<\/p><p><strong>Das alles waren aber jetzt nur Ma&szlig;nahmen, die die Finanzm&auml;rkte unmittelbar betreffen. Wenn man das gr&ouml;&szlig;ere Bild zeichnen will, dann muss man ja wohl auch noch die extrem ungleich verteilten Verm&ouml;gen, die hohen Ungleichgewichte im Au&szlig;enhandel und &auml;hnliche Fehlentwicklungen ber&uuml;cksichtigen, die ja ebenfalls Quellen der Instabilit&auml;t darstellen.<\/strong><\/p><p>Richtig. Ein weiteres Ziel m&uuml;sste darin bestehen, das Finanzsystem und den Euro zu stabilisieren, indem man in den Mitgliedsl&auml;ndern eine produktivit&auml;tsorientierte Lohnpolitik betreibt, um das auf zwei Prozent lautende Inflationsziel einzuhalten, womit auch die deutschen Export&uuml;bersch&uuml;sse angesprochen sind. Sollte sich Deutschland auf die schwarze Null versteifen und bleibt es dabei, dass die privaten Haushalte und die Unternehmen Spar&uuml;bersch&uuml;sse generieren, dann muss es rein saldenmechanisch einen noch h&ouml;heren Au&szlig;enbeitrag geben, um diese &Uuml;bersch&uuml;sse auszugleichen. Das d&uuml;rfte nicht gerade zur Stabilisierung des Euro beitragen. Ich frage mich auch oft, wie es m&ouml;glich sein kann, ausreichend gut bezahlte und sozial&ouml;kologisch akzeptable Arbeitspl&auml;tze in Europa zu halten angesichts globaler Konkurrenzm&auml;rkte mit geringen arbeitsrechtlichen oder &ouml;kologischen Standards. Das spr&auml;che f&uuml;r EU-Grenzausgleichsabgaben (Z&ouml;lle).<\/p><p>Auch kann man &uuml;berlegen, warum die &ouml;ffentliche Hand sich eigentlich angesichts vermeidungsaktiver Wohlhabender so abh&auml;ngig von Steuereinnahmen macht: eine sinnvolle, internationale Verm&ouml;gens- oder Erbschaftssteuer &agrave; la Piketty d&uuml;rfte doch wohl noch lange auf sich warten lassen. So m&uuml;ssen die Staaten das Wirtschaftswachstum ankurbeln, um sich finanzieren zu k&ouml;nnen. Pointiert ausgedr&uuml;ckt: Erst muss der Verkauf dicker Autos unterst&uuml;tzt werden, damit danach der Staat &uuml;ber genug Steuereinnahmen verf&uuml;gt, um die &ouml;kologischen Folgen der Automanie durch gr&uuml;ne Investitionen m&ouml;glichst zu beheben. Oder man macht sich von auf dem internationalen Finanzmarkt aufgenommenen Krediten abh&auml;ngig, was sicher auch zum Teil das lammfromme Verhalten des Politestablishments gegen&uuml;ber den Finanzmarktakteuren erkl&auml;rt, denn die Hand, die einen f&uuml;ttert, bei&szlig;t man besser nicht.<\/p><p>Man k&ouml;nnte &uuml;berlegen, ob nicht zur R&uuml;ckgewinnung der Handlungspotenz der &ouml;ffentlichen Hand angesichts wohl nur schwer zur&uuml;ckspulbarer &bdquo;Binnenmarktfreiheiten&ldquo; ein gewisser Teil der Staatsausgaben durch eine nicht zur&uuml;ckzuzahlende Direkt&uuml;berweisung durch die Zentralbank erfolgen sollte. Das w&auml;re eine unmittelbare Finanzierung des Staates durch die Notenbank, bei der man nat&uuml;rlich aufpassen muss, denn wo es etwas umsonst gibt, rei&szlig;t schnell der Schlendrian ein. Man m&uuml;sste ausreichende Kontrollen einf&uuml;hren, die Missbrauch m&ouml;glichst verhindern. Zumindest ist die heutige Situation einer nicht demokratisch legitimierten EZB, die vermittels einer lockeren Geldpolitik und sehr unkonventioneller Ma&szlig;nahmen (OMT, QE usw.) zum zentralen Politakteur am Rande der Legalit&auml;t aufgestiegen ist, auch ein unhaltbarer Zustand. Wem das auf zu viel Staatseinfluss hinausliefe: Wie w&auml;re es, wenn &uuml;ber die Verwendung dieses geschenkten Geldes auf der kommunalen Ebene als B&uuml;rgerhaushalt abgestimmt w&uuml;rde, z.B. was zuerst: Altenzentrum oder Kindergarten? Der neoliberale Erzb&ouml;sewicht Milton Friedman hat &uuml;brigens in einem Artikel in den 1940er Jahren vorgeschlagen, demokratisch ein bestimmtes Budget beschlie&szlig;en zu lassen, falls die Steuereinnahmen dann h&ouml;her ausfallen, sollte man die &uuml;bersch&uuml;ssigen Steuereinnahmen in den Ofen werfen, falls sie niedriger ausfallen, sollte die Zentralbank den Fehlbetrag durch &Uuml;berweisung ohne R&uuml;ckzahlungsverpflichtung ausgleichen. Die Geldsch&ouml;pfung aus dem Nichts w&uuml;rde dann dem Gemeinwohl dienen.<\/p><p><strong>Insgesamt kann man wohl sagen, dass Sie dem Finanzsystem m&ouml;glichst viel Sand ins Getriebe streuen wollen. Die herrschende Politik will aber lieber das System am Laufen halten und hier und da nur ein paar Unwuchten beseitigen. Hinter dieser Vorgehensweise steckt ja die These effizienter Kapitalm&auml;rkte von Eugene Fama, der 2013 daf&uuml;r auch noch den Wirtschaftsnobelpreis erhielt &ndash; vermutlich f&uuml;r Sie auch so ein &bdquo;Bock-zum-G&auml;rtner-Fall&ldquo;. Sie hingegen lehnen ja die &bdquo;Effizienzmarkthypothese&ldquo; entschieden ab. K&ouml;nnen Sie mal Ihre Sicht auf die Finanzm&auml;rkte erl&auml;utern? Woran machen Sie zum Beispiel eine gelungene Regulierung fest?<\/strong><\/p><p>Am&uuml;sant ist zun&auml;chst, dass Eugene Fama (effiziente M&auml;rkte) und Robert Shiller (irrationaler &Uuml;berschwang) 2013 im gleichen Jahr den Alfred-Nobel-Ged&auml;chtnispreis f&uuml;r Wirtschaftswissenschaften erhielten, obwohl sie exakt entgegengesetzte Ans&auml;tze vertraten. W&auml;re es m&ouml;glich, dass in der Physik der Beweis und die Widerlegung des Hicks-Teilchens gleichzeitig mit dem Nobelpreis ausgezeichnet w&uuml;rden? <\/p><p>Der elementare Ausgangspunkt f&uuml;r die Regulation des Geld- und Finanzbereichs besteht f&uuml;r mich in der Erkenntnis, dass er, im Unterschied zu den meisten &bdquo;M&auml;rkten&ldquo; der Realwirtschaft, besondere Selbstverst&auml;rkermechanismen und Schneeballeffekte aufweist und an sich systembedingt instabil ist: Wenn die Preise f&uuml;r &Auml;pfel steigen, sinkt die Nachfrage und es steigt die Apfelproduktion; wenn z.B. die Preise f&uuml;r Aktien steigen, wollen viele zukaufen und die Preise steigen noch mehr und die Bonusritter kaufen Aktien zur&uuml;ck, um den Gewinn pro dann gesunkener Zahl der Aktien zu erh&ouml;hen.<\/p><p>Im Finanzbereich werden Erwartungen gehandelt, wobei niemand genau wei&szlig;, wie sich die Preise morgen verhalten werden. Jeder ist eigentlich faktisch eher orientierungslos, und es ist auch egal, ob man theoretisch der Effizienzmarkthypothese oder der des verhaltens&ouml;konomischen irrationalen &Uuml;berschwangs anh&auml;ngt, die diesbez&uuml;glich auf dasselbe hinauslaufen. Orientierungslosigkeit macht anf&auml;llig f&uuml;r Herdenverhalten, das auch eintritt, wenn anhand automatisierter Algorithmen mit Stopp-Loss-Orders entschieden wird, denn steht bei einer Institution bei einem bestimmten Preis das Signal &bdquo;kaufen&ldquo;, dann geht der Kurs nach oben und beim n&auml;chsten Algorithmus wird das Kaufsignal aktiviert. Ruckzuck kann es so zu einer rasanten Abw&auml;rtsspirale kommen und alle reiben sich die Augen wie beim US-Flashcrash im Mai 2010. So entstehen Wellen des Optimismus und Pessimismus, sich abwechselnde Bullen- und B&auml;renm&auml;rkte. Solche Verh&auml;ltnisse ziehen Spekulation magisch an: Liegt man richtig, wird man Million&auml;r, liegt man falsch, sucht man sich einen neuen Job. Als Investmentbanken wie Goldman Sachs bis in die 1980er Jahre Partnerschaften mit voller Haftung waren, wurde vorsichtiger agiert.<\/p><p>Das Finanzsystem ist kein Naturph&auml;nomen, das man nehmen muss, wie es seiner Natur entsprechend nun mal ist. Es ist genau so strukturiert, wie es die juridisch-institutionellen Regelungen vorsehen, wie &bdquo;man&ldquo; es eben w&uuml;nscht und zul&auml;sst. Letztlich haben sich die Finanzmarkt&ldquo;experten&ldquo; nicht wirklich von der Effizienzmarkthypothese verabschiedet und die Volkswirte h&auml;ngen mehrheitlich einer wirklichkeitsfremden <em>New Consensus Macroeconomics<\/em> an, die letztlich auf dasselbe hinausl&auml;uft, eventuell durch die &uuml;blichen Vorschl&auml;ge zu Marktversagen erg&auml;nzt, die der inneren Dynamik der Finanzm&auml;rkte, die einer Herde leicht irritierbarer Wildpferde &auml;hnelt, &uuml;berhaupt nicht gerecht werden. Auch das Finanzsystem zeichnet sich nach dieser Denkrichtung letztlich durch innere Gleichgewichtstendenzen aus, das zwar auch mal durch externe Schocks aus dem Gleichgewicht ger&auml;t, aber wie ein Schaukelstuhl eine absorbierende Struktur aufweist. Und wenn nicht, hat man ja noch die Zentralbank als Ausputzer, die mit unkonventionellen Ma&szlig;nahmen und praktischer Weise jenseits demokratisch-parlamentarischer Kontrolle wie nach der Finanzkrise im Interesse der Internationale der Globalisten auflaufen kann. Wir haben es hier mit einem neuen Regulationsregime zu tun, das nicht nur als neoliberal zu kennzeichnen ist, sondern die zus&auml;tzliche Komponente einer interventionistischen <em>techno-managerial governance<\/em> (Philip Mirowski), die die Zentralbanken und z.B. Einrichtungen wie den Europ&auml;ischen Stabilit&auml;tsmechanismus (ESM) einschlie&szlig;t.<\/p><p>Wenn n&ouml;tig, m&uuml;ssen dann auch mal Negativzinsen her, um ohne bereinigendes Gewitter den Schlamassel zu &uuml;bert&uuml;nchen. Wehrt sich der B&uuml;rger gegen solche Enteignungen durch das Umwechseln seiner Girokontenguthaben in Bargeld, haben Star&ouml;konomen wie Harvards Kenneth Rogoff, Gro&szlig;banken, Kreditkartenunternehmen und Google, Apple, Amazon und Konsorten einen nat&uuml;rlich nur gegen Kriminelle gerichteten Vorschlag: Dann schaffen wir doch das laut Gesetz einzige allgemeing&uuml;ltige Zahlungsmittel, das Bargeld, einfach ab. Siehe dazu auch Norbert H&auml;rings neues Buch <a href=\"https:\/\/www.campus.de\/buecher-campus-verlag\/wirtschaft-gesellschaft\/wirtschaft\/schoenes_neues_geld-15082.html\"><em>Sch&ouml;nes neues Geld<\/em><\/a>. Im Falle Griechenlands hat der EZB-Rat als Vorgeschmack einfach mal den Bargeld-Geldhahn mit der erfolgten und erw&uuml;nschten griechischen Unterwerfungsgeste zugedreht.<\/p><p>Meine These lautet: Die heutigen Finanzm&auml;rkte sind ohne radikale Strukturreformen wie Gr&ouml;&szlig;enbegrenzungen, einem Vollgeldsystem usw. &uuml;berdimensioniert und &uuml;berkomplex. Sie sind daher nicht kontrollierbar und verschlingen viel zu viele Ressourcen an (Human)Kapital. Die Devise m&uuml;sste lauten: Vereinfachen, entschleunigen, schrumpfen! Mit den unternommenen Ref&ouml;rmchen wird dieser Devise nicht gefolgt, im Gegenteil: Durch tausende Regulierungsdetails werden Geld- und Finanzm&auml;rkte eher noch komplizierter und un&uuml;bersichtlicher. Meine Vorschl&auml;ge laufen auf ein paar grundlegende Strukturreformen ohne b&uuml;rokratischen Megaaufwand und florierende Beratungsindustrie hinaus, die auch kleinere und alternative Banken wie Triodos, die Ethikbank, die GLS oder z.B. die christlichen Banken nicht benachteiligen.<\/p><p><strong>Und wie beurteilen Sie die Lage der beiden deutschen Gro&szlig;banken heute? Vor zehn Jahren war der damalige Vorstandschef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, noch das Negativsymbol des Kapitalismus. Vom heutigen Chef der Deutschen Bank, Christian Sewing, kennt man au&szlig;erhalb der Finanzszene noch nicht einmal den Namen. Und die Commerzbank fliegt nun sogar aus dem Dax. Sparkassen und Genossenschaftsbanken dagegen spielen wieder eine deutlich gr&ouml;&szlig;ere Rolle. Zeigt das nicht, dass die Gro&szlig;banken heute an Macht eingeb&uuml;&szlig;t haben?<\/strong><\/p><p>Angesichts der Nachsichtigkeit der deutschen und europ&auml;ischen Politik, die Banken nach der Krise nicht zu zwangsrekapitalisieren wie in den USA und die sich teilweise gott&auml;hnlich w&auml;hnenden CEOs im Gegenzug auch mal rauszuschmei&szlig;en, galt in Deutschland und Europa das Motto: m&ouml;glichst alle Finanzinstitute sollen &uuml;berleben und sie sind uns lieb und teuer, selbst wenn sie mehrere tausend Strafverfahren am Hals haben wie die Deutsche Bank. Ihr fiel nichts Besseres ein, als mit Anshu Jain ein Musterexemplar der Londoner Investmentbankerszene als de-facto-Chef zu installieren, der nach seinem kl&auml;glichen Abgang nun bei einem internationalen Finanzdienstleistungsunternehmen gut bezahlten Unterschlupf fand. Der dilettierende Aufsichtsratsvorsitzende der Bank, die leider &bdquo;deutsch&ldquo; im Namen f&uuml;hrt, ist immer noch Paul Achleitner, der zum Zeitpunkt der &Uuml;bernahme der Dresdner Bank durch die Allianz bei der Allianz Vorstandsmitglied f&uuml;r die Bereiche Finanzen und Beteiligungen war. F&uuml;r Nieten in Nadelstreifen gibt es tats&auml;chlich in Deutschland eine soziale Marktwirtschaft! Dies gilt ja auch f&uuml;r andere Wirtschaftszweige hierzulande, z.B. f&uuml;r den Automobilbereich.<\/p><p>In anderen EU-L&auml;ndern und den USA sind gro&szlig;e Banken, die sich zum Teil auch hierzulande tummeln und sich intelligenter anstellen, noch gr&ouml;&szlig;er geworden. Global gesehen ist die Zahl der international systemrelevanten Banken laut <em>Financial Stability Board<\/em> auf 30 angestiegen, die Liste der Gro&szlig;banken mit z.B. &uuml;ber 100 Milliarden Euro Bilanzsumme ist erheblich l&auml;nger. JP Morgan ist heute doppelt so gro&szlig; wie 2007. In Deutschland ist die Bilanzsumme der Kreditinstitute seit 2007 gestiegen, ihre Zahl aber deutlich um 20 Prozent auf 1.823 gesunken, auch durch Fusionen im Bereich der Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken. 2017 gab es 38 Institute mit einer Bilanzsumme von &uuml;ber zehn Milliarden Euro, 2007 nur 27.<\/p><p>Ein echter Gegentrend gegen die Too-big-to-fail-Problematik ist weder international noch in Deutschland trotz Selbstfiletierung hiesiger Gro&szlig;banken zu erkennen. Zwar stehen die Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken mit einer Eigenkapitalrendite von sieben bis acht Prozent nach Steuern im Vergleich zu Privatbanken mit gut vier Prozent ganz gut da, aber das Kerngesch&auml;ft einer Bank &ndash; Einlagen hereinnehmen und Kredite vergeben &ndash; ist doch angesichts der k&uuml;nstlichen Niedrigzinsen, die alle Akteure in riskantere Gefilde treibt, auch f&uuml;r sie problematisch. Was wird aus ihren Margen, wenn die Zinsen wieder steigen, da sie doch Hypothekenkredite zu Niedrigstzinsen vergaben? Und wie gut kommen sie mit den mehr oder minder nach Rasenm&auml;hermethode ausgeheckten europ&auml;ischen Regulierungen zurecht?<\/p><p>Gefahren kommen noch aus einer ganz anderen Ecke, n&auml;mlich aus dem Bereich der Blockchaintechnologie und der Kryptow&auml;hrungen. Zwar d&uuml;rfte Bitcoin nicht der gro&szlig;e Renner werden, aber es sind hier doch &uuml;ber tausend andere Fintechs, Startups und Bezahldienstleister unterwegs. Es wird sich zeigen, ob die angestammten Akteure diese aufkaufen, diese ihnen wesentliche Aktionsfelder abnehmen oder es zu einem Nebeneinander kommt. Beim klassischen Einlagengesch&auml;ft sehe ich in der Blockchain-Technologie eigentlich keinen gro&szlig;en Gewinn und die oft behaupteten Vorteile von Dezentralit&auml;t scheinen mir &uuml;bertrieben. Aber man wird sehen. Zumindest muss der Staat als Regulator sich hier beizeiten Gedanken &uuml;ber eine diesbez&uuml;gliche Regulierungsarchitektur machen, um Wildwuchs zu vermeiden und die Banken nicht zu benachteiligen. &Uuml;brigens: Bei Einf&uuml;hrung des Algo-Trading meinten viele Fachleute, jetzt sei endlich der irrationale Faktor Mensch &uuml;berwunden und alles in sichereren T&uuml;chern. Das war wohl ein technogl&auml;ubiger Irrtum. Mal sehen, ob die Zuversicht in unbestechliches Mining, Anonymit&auml;t dank <em>Public key<\/em>, nicht manipulierbare Blockeintr&auml;ge, keine <em>Back-doors<\/em> der Geheimdienste (Stichwort: NSA und SHA-256), Unm&ouml;glichkeit von R&uuml;ckw&auml;rtsrechnungen usw. &auml;hnlich ern&uuml;chternd endet. Sch&ouml;n w&auml;re nat&uuml;rlich, wenn in diesem Bereich nichtkommerziell orientierte, Linux-&auml;hnliche Initiativen aufbl&uuml;hten.<\/p><p><strong>Im Vorwort zur zweiten Auflage Ihres Buchs, also im April 2011, schrieben Sie: &bdquo;Wahrscheinlich bedarf es noch einer oder zwei Finanzkrisen in den kommenden Jahren, bevor die hier vertretene Position die Chance erh&auml;lt, ernsthaft erwogen zu werden.&ldquo; Gilt dieser Satz auch noch im September 2018?<\/strong><\/p><p>Leider mehr denn je! The Donald verw&auml;ssert die sowieso schon nicht gerade beherzten US-Finanzmarktregulierungen (u.a. den <em>Dodd-Frank Wall Street Reform and Consumer Protection Act<\/em>), die Briten k&uuml;ndigen Deregulierungen an, um aus dem Brexit das Beste zu machen, der deutsche Finanzminister ist, wie bereits angedeutet, voll auf Linie, entsprechende EUrokraten lassen vielstimmig erkennen, dass sie in dieselbe Richtung tendieren. Und die nationalen Politestablishments versuchen, f&uuml;r sich das Maximum herauszuholen, was eine soziale, demokratische und &ouml;kologische EU mit einem der Realwirtschaft dienenden Geld- und Finanzsektor und einer europaweit abgestimmten Finanzmarktarchitektur, die auf Augenh&ouml;he mit dem frei beweglichen Finanzkapital steht, derzeit unm&ouml;glich macht. Das er&ouml;ffnet der Finanzgro&szlig;wirtschaft weiterhin Regulierungsarbitrage, nicht zuletzt, weil zu allem &Uuml;berfluss Politiker Aufsehern, sofern sich diese nicht auch als Verteidiger ihrer nationalen Institute ins Zeug werfen, in den R&uuml;cken fallen.<\/p><p>Der Durchschnittsb&uuml;rger regt sich, was zugegebenerma&szlig;en einfacher ist, derweil lieber &uuml;ber den Versuch Schutzsuchender auf, deutsche bzw. europ&auml;ische Grenzen zu &uuml;berschreiten und er meinte wohl, in der Finanzkrise sei Ruhe die oberste B&uuml;rgerpflicht. Das st&auml;ndige &Uuml;berschreiten der u.a. von der Bundeskanzlerin selbst gezogenen roten Linien (Bankenrettungsschirme usw.) und die fast vollst&auml;ndige Verschonung der Finanzkrisenhauptverursacher f&uuml;hrte zum unterschwelligen Gef&uuml;hl einer Erosion des Rechtsstaates und der sonst gerne beschworenen Grundlagen der Marktwirtschaft (Haftungsprinzip), die zu einer Machtwirtschaft im Interesse der Internationale der Globalisten zu degenerieren droht.<\/p><p>Diese Konstellation war auch der urspr&uuml;ngliche Startschuss f&uuml;r die Gr&uuml;ndung der AfD und f&uuml;hrte nicht zur St&auml;rkung eines &ndash; sagen wir mal &ndash; linksliberal-alternativen Blocks. Dies liegt auch daran, dass es keine gemeinsame Positionierung eines solchen anti-hegemonialen Blocks gibt, sondern einige die Zinsen, andere das Privileg der Geldsch&ouml;pfung, wieder andere die nicht produktivit&auml;tsorientierten L&ouml;hne f&uuml;r das Hauptproblem hielten und halten und sich so die einzelnen Gruppen und Initiativen, zumindest indirekt, gegen die anderen Mitstreiter abgrenzen. Die Gegenseite hat es, zumindest was die Au&szlig;enkommunikation betrifft, einfacher: Deregulierung ist das Papageienwort. Als in Siegen beim Masterstudiengang Plurale &Ouml;konomik t&auml;tiger Sozialwissenschaftler habe ich den Eindruck, dass die meisten alternativen Bewegungen und Ans&auml;tze wichtige kritische Aspekte aufs Korn nehmen und sich eigentlich erg&auml;nzen. Zumindest gibt es einige Organisationen wie die <em>Neue Geldordnung<\/em> in Frankfurt, die ein solch irenisches Ziel vor Augen hat. Die f&uuml;r eine stabile Finanzmarktarchitektur Eintretenden sollten &uuml;berlegen, wie man gemeinsamer auftreten k&ouml;nnte. <\/p><p><strong>Herr Peukert, und nun verraten Sie uns zu guter Letzt noch: Wann kommt die n&auml;chste Finanzkrise, und wo schl&auml;gt sie zu?<\/strong><\/p><p>Angesichts der Finanzmarktref&ouml;rmchen mit Handbremse kommt die n&auml;chste Finanzkrise trotz des Aufbaus einer riesigen Kontrollmaschinerie mit politisch-b&uuml;rokratischer Eigendynamik bestimmt. Die seit einigen Jahren wieder stramm ansteigenden B&ouml;rsenkurse nicht nur in den USA und in Deutschland k&ouml;nnen als Vorbote gedeutet werden.<\/p><p>Deftige Krisen haben oft die Eigenschaft, ohne gr&ouml;&szlig;eren Megaeinschlag ganz pl&ouml;tzlich und durch unerwartete, neue Ereigniskombinationen einzutreten, so dass vorher der ber&uuml;hmte (Krisen)Gorilla durchs Bild marschiert und selbst die aufgebl&auml;hte Kontrollb&uuml;rokratie bemerkt ihn trotz angestrengter Argusaugen nicht. Der Kipppunkt k&ouml;nnte durch &uuml;berschuldete amerikanische Autok&auml;ufer oder Studiengeb&uuml;hrenkredite, durch Amokhandlungen von the Donald, Erdogan oder anderen Alpham&auml;nnchen auch innerhalb Europas, wom&ouml;glich doch nicht leistbare Prim&auml;r&uuml;bersch&uuml;sse oder den zu hohen Stand der griechischen Staatschulden eintreten. Oder der Euro scheitert noch wegen Austrittsbestrebungen oder der Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik misslingt oder eine internationale Megabank wird insolvent. Und schlie&szlig;lich: Nie war die internationale Verschuldung von Staaten, Haushalten und finanz- und realwirtschaftlichen Unternehmen mit rund 300 Prozent des Welt-BIP so hoch wie heute und nicht zuletzt wegen Chinas Schuldenrallye deutlich h&ouml;her als vor Ausbruch der Finanzkrise und klar schneller ansteigend als das Welt-BIP. Ich bin also bez&uuml;glich des Absturzpotentials sehr &bdquo;zuversichtlich&ldquo;!<\/p><p><strong>Welche Rolle spielt eigentlich das Thema Kapitalm&auml;rkte f&uuml;r Sie pers&ouml;nlich?<\/strong><\/p><p>Pers&ouml;nlich habe ich meinen bescheidenen Geldbestand nicht mehr in irgendwelchen Anlageprodukten (Indexfonds) und lebe entspekuliert und finanzinteressenlos auf. K&ouml;nnte ich das Wann und Wo der n&auml;chsten Krise vorhersagen, w&uuml;rde ich nat&uuml;rlich massiv darauf spekulieren, um den Gewinn an Attac (u.a. zur Unterst&uuml;tzung der Finanztransaktionssteuer), die Neue Geldordnung, die Aufstehen-Bewegung, die B&uuml;rgerbewegung Finanzwende und das Netzwerk plurale &Ouml;konomik zur Ver&auml;nderung der Wissenschaftslandschaft zu spenden.<\/p><p>Allerdings: Ich war gerade mit meiner Frau und Tochter auf der griechischen Insel Thassos. Nicht nur das Meer glitzert dort bet&ouml;rend, sondern auch das &uuml;berall herumliegende Plastik, am blauen Horizont zeichnen sich die hinsichtlich der Ausbeutungsrechte hart umk&auml;mpften ersten &Ouml;lbohrinseln vor dem Festland ab, die Klimaanlagen surren allerorten und die jetzt meist osteurop&auml;ischen Neureichen fahren stolz ihre SUVs spazieren. Die Bauern klagen &uuml;ber bis zu 80-prozentige, d&uuml;rrebedingte Ernteausf&auml;lle bei Obst und Gem&uuml;se und einen seltenen Befall der Olivenb&auml;ume. Der Klimawandel ist &uuml;berall angekommen &ndash; letztlich symbolische Geld- und Finanzsysteme und der Tanz ums Goldene Kalb gehen derweil erst mal weiter. Aber trotz der momentan ungebremsten Ausweitung des materiellen Durchsatzes von Ressourcen und der prinzipiell unbegrenzten Aufbl&auml;hung des Geld- und Finanzsystems werden uns die un&uuml;bersehbaren und nicht sehr viel weiter verschiebbaren &ouml;kologischen Grenzen der weltweiten Wachstumsgesellschaft gnadenlos aufgezeigt und die Schadensrechnungen pr&auml;sentiert. Dieses Wirtschafts- und Finanzsystem wird, wenn es so weitergeht, recht bald untergehen, sicher weniger beeindruckend als ein sich auf Thassos abzeichnender Sonnenuntergang.<\/p><p><strong>Herr Peukert, vielen Dank f&uuml;r das Interview.<\/strong><\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/cf8262f306f74b57ae1885c74030e48d\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Weiterf&uuml;hrende Literatur:<\/strong><\/p><ul>\n<li>metropolis-verlag.de &ndash;  Helge Peukert &ndash; <a href=\"https:\/\/www.metropolis-verlag.de\/Die-grosse-Finanzmarkt--und-Staatsschuldenkrise\/1014\/book.do\">Die gro&szlig;e Finanzmarkt- und Staatsschuldenkrise<\/a><\/li>\n<li>metropolis-verlag.de &ndash;  Helge Peukert &ndash; <a href=\"https:\/\/www.metropolis-verlag.de\/Das-Moneyfest\/1282\/book.do\">Das Moneyfest<\/a><\/li>\n<li>axel-troost.de &ndash; <a href=\"https:\/\/www.axel-troost.de\/de\/article\/9854.chance-vertan.html\">Chance vertan &ndash; Zehn Jahre Finanzkrise und Regulierung der Finanzm&auml;rkte &ndash; Eine Bilanz<\/a><\/li>\n<\/ul><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;*<\/a>] <strong>Helge Peukert<\/strong> ist apl. Professor an der Universit&auml;t Siegen und baut dort den Studiengang Plurale &Ouml;konomik mit auf. Mit &bdquo;Die gro&szlig;e Finanzmarkt- und Staatsschuldenkrise&ldquo; und &bdquo;Das Moneyfest&ldquo; hat er zwei kritische B&uuml;cher zur Finanzkrise geschrieben und gerade vorherrschende &bdquo;Mikro&ouml;konomische Lehrb&uuml;cher: Wissenschaft oder Ideologie?&ldquo; und &bdquo;Makro&ouml;konomische Lehrb&uuml;cher: Wissenschaft oder Ideologie?&ldquo; (beide Metropolis Verlag, 2018) auch mit Bezug auf die dortige Sicht der Geld- und Finanzm&auml;rkte untersucht.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180914_peukert.jpg\" alt=\"Helge Peukert\" title=\"Helge Peukert\"\/><\/div>\n<p>Am 15. September j&auml;hrt sich die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers bereits zum zehnten Mal. Es kam zur &bdquo;Kernschmelze&ldquo; im Finanzsystem, Rettungsschirme wurden aufgespannt, milliardenschwere Konjunkturprogramme beschlossen, Banken waren pl&ouml;tzlich &bdquo;too big to fail&ldquo; und wurden reihenweise f&uuml;r &bdquo;systemrelevant&ldquo; erkl&auml;rt. <strong>Thomas Trares<\/strong><\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46016\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[105,136,50,135,212,209,127],"tags":[1777,294,1188,241,1870,673,1960,263,2122,266,535,292,283,785,497,499,242,618,228,367,2461,2462,473,831,1895,637,471,592,520,402],"class_list":["post-46016","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuelles","category-banken-boerse-spekulation","category-finanzkrise","category-finanzpolitik","category-gedenktagejahrestage","category-interviews","category-lobbyismus-und-politische-korruption","tag-achleitner-paul","tag-aktienkurse","tag-bankenregulierung","tag-bankenrettung","tag-bargeld","tag-barroso-jose-manuel","tag-boersenwetten","tag-commerzbank","tag-cryptowaehrungen","tag-deutsche-bank","tag-erbschaftsteuer","tag-finanzkasino","tag-finanzmaerkte","tag-finanztransaktionssteuer","tag-goldman-sachs","tag-handelsbilanz","tag-landesbanken","tag-lehman-brothers","tag-manager-boni","tag-nobelpreis","tag-peukert-helge","tag-plurale-oekonomik","tag-ratingagenturen","tag-scholz-olaf","tag-schwarze-null","tag-staatsanleihen","tag-systemrelevanz","tag-trennbanken","tag-vermoegensteuer","tag-wachstum"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/46016","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=46016"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/46016\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":83059,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/46016\/revisions\/83059"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=46016"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=46016"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=46016"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}