{"id":46067,"date":"2018-09-18T14:30:01","date_gmt":"2018-09-18T12:30:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46067"},"modified":"2018-09-19T08:21:30","modified_gmt":"2018-09-19T06:21:30","slug":"leserbriefe-zu-eine-schrecklich-schweigsame-familie-die-kirchen-sollten-jetzt-massiv-zurueckgedraengt-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46067","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eEine schrecklich schweigsame Familie: Die Kirchen sollten jetzt massiv zur\u00fcckgedr\u00e4ngt werden\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Der Artikel &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45983\">Eine schrecklich schweigsame Familie: Die Kirchen sollten jetzt massiv zur&uuml;ckgedr&auml;ngt werden<\/a>&rdquo; stie&szlig;, wie zu erwarten auf ein gro&szlig;es breit gef&auml;chertes Echo bei den Lesern der Nachdenkseiten.  Auch in der Redaktion gibt es unterschiedliche Meinungen &uuml;ber die Form, den Sinn und den Inhalt einer Kirchenkritik.  Deshalb, und weil einige Leser, teilweise zu Recht, sehr pikiert waren, gibt es zu diesen Leserbriefen auch noch eine kurze Vorbemerkung des Herausgebers Albrecht M&uuml;ller. Vielen Dank an alle Leser, f&uuml;r ihre Beitr&auml;ge!  Zusammengestellt von <strong>Moritz M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Vorbemerkung des Herausgebers der NachDenkSeiten:<\/strong><\/p><p>Eine kleine Redaktion wie die der NachDenkSeiten muss auch Meinungsunterschiede aushalten. Die Meinungsunterschiede spiegeln sich auch in den folgenden Leserbriefen. In einigen Briefen &auml;u&szlig;ert sich Kritik am Text von Tobias Riegel, die ich zu weiten Teilen nachvollziehen kann. Tobias Riegels Text enth&auml;lt &ndash; neben zutreffenden Passagen &ndash; Stilmittel und Aussagen, die ich in der Form nicht mittrage.&nbsp;<\/p><p><strong>Hier die Zusammenstellung der Leserbriefe:<\/strong><\/p><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Gut gebr&uuml;llt T.Riegel<\/p><p>Aber zum Ende hin &bdquo;alle Religionen raus aus der &Ouml;ffentlichkeit&ldquo; (was hei&szlig;t das denn konkret?) wird es dann doch ein wenig zu pauschal und zu platt.<\/p><p>Interessant w&auml;re zu erfahren, wie der Verfasser Religion definiert, welche von den sehr, vielen Religionsdefinitionen er bevorzugt, aus welchen Gr&uuml;nden und mit welchen Zwecken\/Zielen.<\/p><p>Wenn denn Religion etwas mit Weltdeutung und Orientierungssuche in der Welt zu tun hat, also gestaltende Weltanschauung ist, stellt sich die Frage, ob und welche Weltanschauungen dann in der &Ouml;ffentlichkeit &uuml;berhaupt etwas zu suchen haben.<\/p><p>Andererseits ist &Ouml;ffentlichkeit\/&ouml;ffentlicher Raum nicht gerade als der Ort zu beschreiben, an dem sich Weltanschauungen begegnen, austauschen, kritisieren und inspirieren k&ouml;nnen und sollen, wo man sich gegenseitig seine individuellen\/kollektiven Geschichten (M&auml;rchen,Mythen) erz&auml;hlt, und seine eigenen, oft ach so &bdquo;h&ouml;heren, edleren und besseren&ldquo; Geschichten vom guten Leben aus verschiedenen Perspektiven betrachten, relativieren und die tiefe Verwurzelung in anderen Geschichten erkennen kann?<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en Udo B&ouml;ttcher, Mei&szlig;enheim <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte Damen und Herren,<\/p><p>ich sch&auml;tze die Nachdenkseiten sehr. Bei dem heutigen Artikel von Tobias Riegel (&bdquo;Eine schrecklich schweigsame Familie: Die Kirchen sollten jetzt massiv zur&uuml;ckgedr&auml;ngt werden&ldquo;) sind mir ein paar Problemanzeigen in den Sinn gekommen und daher verfasse ich meinen ersten Leserbrief.<\/p><p>Klar ist, dass die beschriebenen Missbr&auml;uche unertr&auml;glich waren und sind. Aber die Konsequenzen gehen m.E. in eine falsche Richtung, weil der Autor es auf die Religionen allgemein abgesehen hat und nicht auf das Abstellen von Missbr&auml;uchen:<\/p><p>1&mdash;Es herrscht in Deutschland keine strikte Trennung zwischen Staat und Kirche (so etwas gibt es europaweit eigentlich nur in Frankreich), sondern man spricht seit Weimarer Zeiten von einer so genannten &sbquo;hinkenden Trennung&lsquo;. Der Staat steht demnach Religionen positiv gegen&uuml;ber und f&ouml;rdert sie auch, aber er mischt sich eben nicht inhaltlich ein. Das hat aber den gro&szlig;en Vorteil, dass Religionen nicht im Dunkeln und jenseits der &Ouml;ffentlichkeit vor sich hinwirken k&ouml;nnen, weil z.B. Forschung und Lehre nicht isoliert in einer Hinterhofkirche passieren, sondern vor aller Augen (etwa an einer Universit&auml;t, die wiederum unter staatlicher Kontrolle steht). Und zu Ende gedacht gibt es keine Religion, die nur im Privaten wirkt, weil ein Gottesdienst oder ein Bildungsangebot immer &ouml;ffentlich ist. Kurz: Den Topos &sbquo;Privatsache Religion&lsquo; gibt es nur in Bezug auf das Verh&auml;ltnis zwischen Staat und einzelner\/m Staatsb&uuml;rger\/in, nicht aber zwischen Staat und Religionen.<\/p><p>2&mdash;Eine K&uuml;ndigung dieser religionsverfassungsrechtlichen Vertr&auml;ge w&uuml;rde zum Beispiel den Freistaat Bayern (grob gesch&auml;tzt) mindestens zwei Milliarden Euro kosten und erst einmal nichts &auml;ndern. Deswegen wird kein einziger k&uuml;nftiger Missbrauch verhindert. Wichtiger w&auml;re es doch, von staatlicher bzw. gesellschaftlicher Seite, solche schlimmen Missbr&auml;uche &uuml;berall zu verhindern helfen (die es zweifellos auch in anderen Kirchen und Institutionen gegeben hat).<\/p><p>3&mdash;Die Behauptung, dass die &bdquo;die Kirchen aktiv beim Abbau des Sozialstaats&ldquo; helfen, &bdquo;obwohl sie sich doch verbal hin und wieder dagegen aussprechen&ldquo;, ist nicht fair. Mit dem gleichen Argument k&ouml;nnte gegen die Tafelindustrie gewettert werden, aber auch damit w&auml;re niemandem geholfen, auch wenn Kritik selbstverst&auml;ndlich in beiden F&auml;llen angebracht ist. Die Alternative w&auml;re: Passiv zusehen und die Sache damit guthei&szlig;en. G&auml;be es keine Religionen mehr, g&auml;be es noch weniger M&ouml;glichkeiten, dem Staat vorsichtig in die Speichen zu greifen. Ein Beispiel ist das derzeit viel diskutierte Kirchenasyl. Wer sagt: &bdquo;Der Staat macht sich&ldquo; vor den Kirchen &bdquo;zum devoten Deppen&ldquo;, der will alle Kirchenasyle in Deutschland, von denen es derzeit &uuml;ber 500 gibt, doch auch gleich st&uuml;rmen lassen. Oder verstehe ich das falsch?<\/p><p>4&mdash;Welche Parteien w&uuml;rden denn da &uuml;berhaupt mitmachen: K&auml;me es da zur ersten Zusammenarbeit von LINKEN und AfD?<\/p><p>5&mdash;Rein theologisch gesehen hat der Autor Recht: Es spielt es keine Rolle, ob die Kirchen K&ouml;rperschaften des &ouml;ffentlichen Rechts mit vielen Privilegien sind oder nicht, denn die so genannte verborgene Kirche Jesu Christi braucht nur zwei oder drei, die in seinem Namen versammelt sind&hellip;<\/p><p>Gute Gr&uuml;&szlig;e<br>\nIhr Pfarrer Paul Streidl, M&uuml;nchen<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Autor,<\/p><p>vielen Dank f&uuml;r Ihre Worte, die meine volle Zustimmung finden. Jedoch: Wenn Lobbyismus zur gelebten Demokratie geh&ouml;ren sollte, dann will ich so eine Demokratie nicht !<\/p><p>Ihr eifriger Leser I.D.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Leider ein Beitrag meilenweit unter Niveau der NDS.<\/p><p>Die Vorg&auml;nge in der Katholischen Kirche sind schrecklich.<\/p><p>Wahrhaftig. Nichs zu besch&ouml;nigen.<\/p><p>Und man kann daf&uuml;r sein, den &ouml;ffentlichen Einfluss der Kirchen und Religionsgemeinschaften zur&uuml;ckzudr&auml;ngen.<\/p><p>Daf&uuml;r muss man dann aber in unserem demokratisch legitimierten Staat auch eine &ldquo;demokratisch legitimierte&rdquo; Mehrheit haben, sogar eine verfassungs&auml;ndernde. Emp&ouml;rungspotential n&uuml;tzt da wenig.<\/p><p>Ich frage mich, was einen solchen Artikel in den NDS eigentlich von AfD, Pegida, Reichsb&uuml;rgern, Identit&auml;ren oder wie sie sich alle nennen, unterscheidet.<\/p><p>Die nutzen auch &ldquo;Emp&ouml;rungspotential der Bev&ouml;lkerung&rdquo;.&nbsp;<br>\n&nbsp;<br>\nMFG Michael Trensky<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte Redaktion der NachDenkSeiten,<\/p><p>aufgrund des aus meiner Sicht unfassbar dreisten Verhaltens der Kirchen, war ein kritischer Artikel der Nachdenkseiten zum Thema Kirche &uuml;berf&auml;llig.<\/p><p>Ich finde allerdings die &Uuml;berschrift etwas zu k&auml;mpferisch, denn wer soll die Kirchen zur&uuml;ckdr&auml;ngen? Etwa unsere Regierung, die zu 100% aus Kirchenmitgliedern besteht?<\/p><p>Die SPD Frauen Andrea Nahles und Malu Dreyer sind zusammen mit den CDU Frauen Annegret Kramp-Karrenbauer und Julia Kl&ouml;ckner sogar Mitglieder im Zentralkomitee der deutschen Katholiken. Auch sonst sind die Kirchenmitglieder im Bundestag und den Landtagen &uuml;berdurchschnittlich vertreten, wenn man ber&uuml;cksichtigt, <a href=\"https:\/\/www.nwzonline.de\/wirtschaft\/bonn-vechta-hannover-oldenburg-religion-660000-verlassen-kirchen_a_50,2,207842093.html\">dass nur noch 54% aller Deutschen Mitglied in einer der beiden Kirchen (ev. oder kath.) sind<\/a>.<\/p><p>[Darin sind die Mitgliederzahlen f&uuml;r 2017 aufgef&uuml;hrt:&nbsp; 21,5 Millionen Protestanten und 23,3 Millionen Katholiken. Ergibt 54% bei einer Gesamtbev&ouml;lkerung von 82,7 Millionen (Stand 30.09.2017).]<\/p><p>Frank-Walter Steinmeier war vor seiner Wahl zum Bundespr&auml;sidenten der designierte Pr&auml;sident des Deutschen Evangelischen Kirchentages 2019.<\/p><p>Bitte fallen Sie nicht um und machen Sie keinen R&uuml;ckzieher, wenn Sie aufgrund der k&auml;mpferischen &Uuml;berschrift viele emp&ouml;rte Zuschriften von Kirchenmitgliedern erhalten.<\/p><p>Auf Dauer hilft wie immer nur Aufkl&auml;rung. Um Ihnen den R&uuml;cken zu st&auml;rken im Folgenden einige Informationen zu den Kirchen.<\/p><ol>\n<li><strong>Die Kirchen und unser Geld<\/strong>\n<p>In einem <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=tPNIz-We8PU\">Video-Beitrag auf YouTube<\/a> ist zu h&ouml;ren, dass der Katholischen Kirche ca. ein Drittel aller Immobilien in Rom und ein F&uuml;nftel aller Immobilien in ganz Italien geh&ouml;ren w&uuml;rden.<\/p>\n<p>Auch die Katholische Kirche in Deutschland ist <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/muenchen\/katholische-kirche-deutschlands-reichstes-bistum-besitzt-sechs-milliarden-euro-1.4024278\">extrem reich<\/a>.<\/p>\n<p>Bereits 1958 sollen sich 51 Prozent der Bank of America <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-41762132.html\">im Besitz des Jesuiten-Ordens befunden haben<\/a>.<\/p>\n<p>Aufgrund der hohen staatlichen Subventionen an die Kirchen werden in Deutschland auch Nichtkirchenmitglieder gezwungen, die beiden Staatskirchen (ev. und kath.) Monat f&uuml;r Monat mit einem Betrag zu subventionieren, der in etwa dem Solidarit&auml;tszuschlag entspricht. (Laut Wikipedia betrug das Aufkommen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Solidarit%C3%A4tszuschlag\">durch den Solidarit&auml;tszuschlag im Jahr 2016 16,85 Mrd. Euro<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-74948174.html\">Nach den Berechnungen des Experten f&uuml;r kirchliche Finanzen<\/a>, Carsten Frerk, betragen die direkten und indirekten Leistungen, die der Staat Katholiken und Protestanten und deren Einrichtungen gew&auml;hrt, j&auml;hrlich rund 19 Milliarden Euro &ndash; staatliche Subventionen! Die Kirchensteuer, welche nur die Kirchenmitglieder zahlen, nehmen die Kirchen noch zus&auml;tzlich ein, <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=MnGCdluXWmk\">zusammen (ev. und kath.) ca. 11 Milliarden Euro<\/a>.<\/p><\/li>\n<li><strong>Die mittelalterlichen Lehren der Kirchen &ndash; alle noch heute g&uuml;ltig<\/strong>\n<p>Die Lehre von der ewigen Verdammnis f&uuml;r Andersgl&auml;ubige ist bis heute offizielle Lehre sowohl in der evangelischen als auch in der katholischen Kirche!<\/p>\n<p>Das bedeutet, dass alles Ges&auml;usel der Kirchenvertreter von Religionsfreiheit glatt gelogen ist.<\/p>\n<p>Evangelische und katholische Kirche verdammen sich bis heute gegenseitig und sind sich nur einig, wenn es darum geht, <a href=\"https:\/\/www.theologe.de\/oekumene.htm\">den Staat zu schr&ouml;pfen<\/a>.<br>\n&nbsp;<br>\n<strong>Evangelische Kirche<\/strong><br>\nWer den Gro&szlig;en Katechismus aufmerksam durchliest &ndash; das machen offenbar die wenigsten Mitglieder der Evangelischen Kirche &ndash; findet auch folgenden Lehrsatz:<br>\n&ldquo;Darum unterscheiden und sondern diese Glaubensartikel uns Christen von allen andern Leuten auf Erden. Denn die au&szlig;erhalb der Christenheit sind, seien es Heiden, T&uuml;rken, Juden oder falsche Christen und Heuchler, m&ouml;gen zwar nur einen wahrhaftigen Gott glauben und anbeten, aber sie wissen doch nicht, wie er gegen sie gesinnt ist. Sie k&ouml;nnen von ihm auch weder Liebe noch etwas Gutes erhoffen; deshalb bleiben sie in ewigem Zorn und Verdammnis. Denn sie haben den Herrn Christus nicht und sind auch mit keinen Gaben durch den heiligen Geist erleuchtet und begnadet.&rdquo;<br>\n(<a href=\"http:\/\/www.stmichael-online.de\/gk2.htm\">auf diese Seite kommt man<\/a> &uuml;ber den Wikipedia-Artikel zum Gro&szlig;en Katechismus)<\/p>\n<p><strong>Katholische Kirche<\/strong><br>\n&ldquo;Dem r&ouml;mischen Papst sich zu unterwerfen, ist f&uuml;r alle Menschen unbedingt zum Heile notwendig. Das erkl&auml;ren, behaupten, bestimmen und verk&uuml;nden Wir.&rdquo;<br>\n(Josef Neuner &ndash; Heinrich Roos, Der Glaube der Kirche in den Urkunden der Lehrverk&uuml;ndigung, Lehrsatz Nummer 430 (ein nach katholischer Lehre &bdquo;unfehlbarer&ldquo; und &bdquo;irrtumsloser&ldquo;Lehrsatz, der f&uuml;r alle Zeiten G&uuml;ltigkeit besitzt), <a href=\"http:\/\/www.theologe.de\/theologe18.htm\">zitiert<\/a>)<\/p>\n<p>&ldquo;Die heilige r&ouml;mische Kirche, durch das Wort unseres Herrn und Erl&ouml;sers gegr&uuml;ndet, glaubt fest, bekennt und verk&uuml;ndet, dass niemand au&szlig;erhalb der katholischen Kirche, weder Heide noch Jude noch Ungl&auml;ubiger oder ein von der Einheit Getrennter &ndash; des ewigen Lebens teilhaftig wird, vielmehr dem ewigen Feuer verf&auml;llt, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist, wenn er sich nicht vor dem Tod ihr (der Kirche) anschlie&szlig;t. &hellip;&rdquo;<br>\n(Josef Neuner &ndash; Heinrich Roos, Der Glaube der Kirche in den Urkunden der Lehrverk&uuml;ndigung,<\/p>\n<p>Lehrsatz Nummer 381 (ein nach katholischer Lehre &bdquo;unfehlbarer&ldquo; und &bdquo;irrtumsloser&ldquo; Lehrsatz, der f&uuml;r alle Zeiten G&uuml;ltigkeit besitzt), <a href=\"http:\/\/www.theologe.de\/theologe18.htm\">zitiert<\/a>)<\/p>\n<p>Ist die Lehre von der ewigen Verdammnis f&uuml;r Andersgl&auml;ubige nicht die Urmatrize f&uuml;r Rassismus, Ausgrenzung und Diskriminierung?<\/p>\n<p>In den besagten kirchlichen Dogmen und Lehrs&auml;tzen ist das Kriterium f&uuml;r die ewige Verdammnis ausdr&uuml;cklich nicht, ob jemand &ldquo;gut&rdquo; oder &ldquo;b&ouml;se&rdquo; war, sondern ob er katholisch bzw. evangelisch ist.<\/p>\n<p>Das ist aus meiner Sicht Rassismus in Reinkultur und bis heute offizielle Kirchenlehre!<\/p>\n<p>F&uuml;r den Kirchen-Gott sind Menschen anderen Glaubens offenbar so minderwertig, dass er es f&uuml;r gerechtfertigt h&auml;lt, unendlich grausam mit ihnen zu verfahren, unabh&auml;ngig davon, was sie f&uuml;r ein Leben gef&uuml;hrt haben.<\/p>\n<p>Warum sollte ein Gl&auml;ubiger, der die Lehre seiner Kirche ernst nimmt, einem Fremden anderen Glaubens wohlwollend begegnen, wenn nach dieser Lehre selbst der unendlich g&uuml;tige und barmherzige Gott diesen angeblich als minderwertig und ewig verdammenswert ansieht?<\/p>\n<p>Und die Geschichte belegt es tats&auml;chlich vielfach, dass Kirchen und Kirchenmitglieder aus dieser Lehre die Legitimation abgeleitet haben, ihren andersgl&auml;ubigen Mitmenschen schon im Diesseits das Leben zur H&ouml;lle zu machen.<\/p>\n<p>Das Dogma von der Ewigen Verdammnis offenbart zudem ein unfassbar grausames Gottesbild.<\/p>\n<p>Man muss sich das einmal bewusst machen, was ewige Verdammnis bedeutet. Eine ewige Verdammnis w&auml;re unendlich viel grausamer als jedes noch so schlimme Verbrechen hier auf der Erde, welches in seiner Dimension doch immer nur endlich sein kann. Daraus lie&szlig;e sich folgern, dass der Gott der Kirchen unendlich viel grausamer als der schlimmste irdische Verbrecher sein m&uuml;sste.<\/p>\n<p>Wie kann man sich vertrauensvoll im Gebet an so einen Gott wenden? Dass Kirchenmitgliedern solche Widerspr&uuml;che und Grausamkeiten nicht mehr auffallen, kann ich mir nur mit einer von fr&uuml;hester Kindheit an beginnenden Indoktrination erkl&auml;ren.<\/p><\/li>\n<li><strong>Die Bibel &ndash; die Glaubensgrundlage der Kirchen, mit der man alles rechtfertigen kann (auch Gewalt gegen Andersgl&auml;ubige)<\/strong>\n<p>Lessing soll nach dem Studium des Alten Testaments verzweifelt ausgerufen haben:<\/p>\n<p>&ldquo;Auf diesen Schlamm, auf diesen Schlamm, gro&szlig;er Gott! Wenn auch ein paar Goldk&ouml;rner darunter waren &hellip; Gott! Gott! Worauf k&ouml;nnen Menschen einen Glauben gr&uuml;nden, durch den sie ewig gl&uuml;cklich zu werden hoffen?!&rdquo;<br>\n(Gotthold Ephraim Lessing, Die Erziehung des Menschengeschlechts,1780; zitiert nach Karlheinz Deschner, Kriminalgeschichte des Christentums, Band 3 (Die alte Kirche), Rowohlt Taschenbuch Verlag, Dezember 1996, Seite 39)<\/p>\n<p>Das Alte Testament wimmelt nur so von Passagen, wo angeblich Gott selbst die brutalste und grausamste Anwendung von Gewalt gegen andere V&ouml;lker befiehlt. Im Folgenden einige Beispiele:<\/p>\n<p>&raquo;Der biblische Gott zeigt ausdr&uuml;cklich Wohlgefallen an Eroberungskriegen, insbesondere auch an der Vernichtung und Zerst&ouml;rung der eroberten Gebiete; das zeigt sich auch darin, da&szlig; Israel im Falle seiner Erh&ouml;rung Gott die Zerst&ouml;rung und Vernichtung verspricht. [&hellip;]<\/p>\n<p>&ldquo;Da gelobte Israel dem Herrn: Wenn Du mir dieses Volk in meine Gewalt gibst, dann weihe ich ihre St&auml;tte dem Untergang. Der Herr h&ouml;rte auf Israel und gab die Kanaaniter in seine Gewalt. Israel weihte sie und ihre St&auml;tte dem Untergang&rdquo; (Num.21; 2-3).&laquo;<br>\n(Franz Buggle, &ldquo;Denn sie wissen nicht, was sie glauben &ndash; Oder warum man redlicherweise nicht mehr Christ sein kann&rdquo;, Alibri Verlag 2012, Seite 68)<\/p>\n<p>&raquo;Gott wird aber auch immer wieder selbst als derjenige dargestellt, der eigentlich die Kriege f&uuml;hrt:<br>\n&ldquo;Ich vertreibe die Kanaaniter, Amoriter, Hetiter&hellip;&rdquo; (Ex. 33; 2);<br>\n&ldquo;Gott &hellip; fri&szlig;t die V&ouml;lker, die ihm feind sind, er zermalmt ihre Knochen&hellip;&rdquo; (Num. 24; 8);<br>\n&ldquo;&hellip; denn der Herr, euer Gott, ist es, der f&uuml;r euch k&auml;mpft&rdquo; (Dtn. 3; 22);<br>\ner &ldquo;r&auml;umt die V&ouml;lker aus dem Weg&rdquo; (Dtn. 7; 1).<br>\n&ldquo;Meine Pfeile mache ich trunken von Blut, w&auml;hrend mein Schwert sich ins Fleisch fri&szlig;t &ndash; trunken vom Blut Erschlagener und Gefangener&hellip;&rdquo; (Dtn. 32; 42).<br>\n&ldquo;H&ouml;re Israel! Heute wirst du den Jordan &uuml;berschreiten, um in das Land von V&ouml;lkern, die gr&ouml;&szlig;er und m&auml;chtiger sind als du, hineinzuziehen und ihren Besitz zu &uuml;bernehmen&hellip; Heute wirst du erkennen, da&szlig; der Herr, dein Gott, wie ein verzehrendes Feuer selbst vor dir hin&uuml;berzieht. Er wird sie vernichten und er wird sie dir unterwerfen, so da&szlig; du sie unverz&uuml;glich vertreiben und austilgen kannst, wie es der Herr dir zugesagt hat&rdquo; (Dtn. 9; 1-3).&laquo;<br>\n(Franz Buggle, &ldquo;Denn sie wissen nicht, was sie glauben &ndash; Oder warum man redlicherweise nicht mehr Christ sein kann&rdquo;, Alibri Verlag 2012, Seite 68)<\/p>\n<p>&raquo;Dieser biblische Gott [&hellip;] ordnet ausdr&uuml;cklich die inhumanste Extremvariante des Krieges, den Genozid, die wahllose, ausnahmslose Hinschlachtung nicht nur der besiegten M&auml;nner, sondern auch von Kindern, Frauen und Greisen an.<br>\nSo verk&uuml;ndet Mose den Israeliten ausdr&uuml;cklich als Gottes Gebot und Wille (&ldquo;Daher sollt ihr darauf achten, da&szlig; ihr handelt, wie es der Herr, euer Gott, euch vorgeschrieben hat. Ihr sollt weder rechts noch links abweichen!&rdquo;, Dtn. 5; 32):<\/p>\n<p>&ldquo;Wenn der Herr, dein Gott, dich in das Land gef&uuml;hrt hat, in das du jetzt hineinziehst, um es in Besitz zu nehmen, wenn er dir viele V&ouml;lker aus dem Weg r&auml;umt&hellip;<br>\nWenn der Herr, dein Gott, sie dir ausliefert und du sie schl&auml;gst, dann sollst du sie der Vernichtung weihen [sic!]. Du sollst keinen Vertrag mit ihnen schlie&szlig;en, sie nicht verschonen&hellip;<br>\nDu wirst alle V&ouml;lker verzehren, die der Herr, dein Gott, f&uuml;r dich bestimmt.<br>\nDu sollst in dir kein Mitleid mit ihnen aufsteigen lassen&hellip;;<br>\nau&szlig;erdem wird der Herr, dein Gott, Panik unter ihnen ausbrechen lassen, so lange, bis auch die ausgetilgt sind, die &uuml;berleben konnten und sich vor dir versteckt haben&rdquo; (Dtn. 7; 1,2,16,20).&laquo;<br>\n(Franz Buggle, &ldquo;Denn sie wissen nicht, was sie glauben &ndash; Oder warum man redlicherweise nicht mehr Christ sein kann&rdquo;, Alibri Verlag 2012, Seite 69)<\/p>\n<p>Die aufgef&uuml;hrten Beispiele habe ich dem Buch &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.alibri-buecher.de\/Buecher\/Religionskritik\/Franz-Buggle-Denn-sie-wissen-nicht-was-sie-glauben::148.html\">Denn sie wissen nicht, was sie glauben &ndash; Oder warum man redlicherweise nicht mehr Christ sein kann<\/a>&rdquo; von Franz Buggle entnommen.<\/p>\n<p>Buggle schreibt: &ldquo;Wie sehr auch das Alte Testament [&hellip;] mit teilweise extrem inhumanen, ja sadistischen, grausamen Leitbildern, Verhaltensanweisungen und -modellen durchsetzt ist, weist das vorliegende Buch in vielen im &uuml;brigen leicht noch vermehrbaren Beispielen nach. [&hellip;]<br>\nDies zeigt sich z. B. beim Thema inhumaner Gewalt daran, da&szlig; der biblische Gott, bekanntlich auch nach christlicher Auffassung die Verk&ouml;rperung des h&ouml;chsten und letztverbindlichen ethischen Ma&szlig;stabs, etwa an 1000 (!) Stellen (das gesamte Alte Testament der zu diesem Buch herangezogenen Einheits&uuml;bersetzung umfa&szlig;t 1078 Seiten) &ldquo;mit Tod und Untergang bestraft, wie ein fressendes Feuer Gericht h&auml;lt, Rache nimmt und Vernichtung androht&rdquo;, da&szlig; dieses Alte Testament &uuml;ber 100 weitere Stellen aufweist, &ldquo;in denen Jahwe ausdr&uuml;cklich befiehlt, Menschen zu t&ouml;ten&rdquo; (immer wieder &uuml;brigens im Rahmen eines befohlenen V&ouml;lkermords; nach Schwager [Schwager, Raymund: Brauchen wir einen S&uuml;ndenbock? Gewalt und Erl&ouml;sung in den biblischen Schriften.] 1978, S. 58, 65,10).&rdquo;&nbsp;&nbsp;<br>\n(Franz Buggle, &ldquo;Denn sie wissen nicht, was sie glauben &ndash; Oder warum man redlicherweise nicht mehr Christ sein kann&rdquo;, Alibri Verlag 2012, Seite 25)<\/p>\n<p>Glauben Sie etwa, diese gewaltrechtfertigenden Stellen in der Bibel sind nur harmlose Folklore?<br>\nMit der Bibel kann man alles rechtfertigen und hat es im Verlauf der Geschichte bis in die j&uuml;ngere Vergangenheit auch getan. Im Folgenden einige Beispiele:<\/p>\n<p>Wussten Sie, dass der norwegische Terrorist Anders Breivik, <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/massenmoerder-breivik-das-massaker-als-ideologischesfanal-a-776466.html\">der im Jahr 2011 kaltbl&uuml;tig 77 Jugendliche ermordete<\/a>, seine Tat mit der Bibel gerechtfertigt hat?<\/p>\n<p>Nach einem <a href=\"http:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Bibel-Verse-fuer-Bush-article290040.html\">Bericht des US-Magazins &ldquo;GQ&rdquo;<\/a> habe der damalige US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld seine streng geheimen Lageberichte f&uuml;r den Pr&auml;sidenten zum Verlauf des Milit&auml;reinsatzes im Irak auf den Titelseiten mit Bibelzitaten versehen. Durch die Gestaltung der Berichte, die Bibelverse mit kriegerischen Bildern kombinierte, habe sich Rumsfeld offenbar besondere &Uuml;berzeugungskraft f&uuml;r den streng religi&ouml;sen Bush erhofft.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/JuergenTodenhoefer\/photos\/a.10150173554135838.304529.12084075837\/10153911852990838\/?type=3&amp;theater\">J&uuml;rgen Todenh&ouml;fer schreibt sogar<\/a>: &ldquo;Auch George W. Bush f&uuml;hrte seinen kriminellen Irakkrieg im Namen der Bibel. In Telefonaten brachte er den franz&ouml;sischen Pr&auml;sidenten Chirac mit seinen Prophezeiungen aus der Bibel v&ouml;llig durcheinander. Der evangelische Fundamentalist Bush sah sich als Werkzeug Gottes, um den Mittleren Osten und Israel vor den biblischen Schreckensgestalten &lsquo;Gog und Magog&rsquo; zu retten. Chirac war verzweifelt. Weil er die zwei apokalyptischen Ungeheuer gar nicht kannte.&rdquo;<\/p>\n<p>Wussten Sie, dass ein US-Waffenhersteller mit einem <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article146066717\/Eine-Waffen-Inschrift-soll-Islamistenfernhalten.html\">Bibelvers auf seinem Sturmgewehr<\/a> Typ Crusader (zu deutsch: Kreuzritter) muslimische Terroristen vom Gebrauch der Waffe abhalten will, falls diese in ihre H&auml;nde fallen sollte? Als Bibelvers wurde Psalm 144,1 gew&auml;hlt: &ldquo;Gepriesen sei der Herr, mein Fels, der meine H&auml;nde unterweist zum Kampf, meine Finger zum Krieg.&rdquo;<\/p>\n<p>Wussten Sie, dass sich rund 90 Millionen US-Amerikaner ein Glaubensbekenntnis zu eigen machen sollen, das besagt: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/wahlkampf-in-den-usa-beten-fuer-denschutzpatron.886.de.html?dram:article_id=368176\">Jeder Satz in der Bibel gilt wortw&ouml;rtlich<\/a>?<\/p>\n<p>&ldquo;Wer nicht alle B&uuml;cher der Heiligen Schrift mit allen ihren Teilen, wie sie die Kirchenversammlung von Trient [1545] anf&uuml;hrte, als heilige kanonische Schriften anerkennt oder wer leugnet, dass sie von Gott eingegeben sind, der sei ausgeschlossen.&rdquo;<br>\n(Josef Neuner &ndash; Heinrich Roos, Der Glaube der Kirche in den Urkunden der Lehrverk&uuml;ndigung, Lehrsatz Nummer 98 [ein nach katholischer Lehre &bdquo;unfehlbarer&ldquo; und &bdquo;irrtumsloser&ldquo; Lehrsatz, der f&uuml;r alle Zeiten G&uuml;ltigkeit besitzt], <a href=\"http:\/\/www.theologe.de\/theologe18.htm\">zitiert<\/a>)<\/p>\n<p>Die offiziell g&uuml;ltige (!) Lehre der Katholischen Kirche verpflichtet alle Kirchenmitglieder bei Androhung der ewigen Verdammnis zu glauben, dass die Bibel mit allen ihren Teilen Gottes Wort ist!<br>\nUnd die evangelische Kirche hat in ihren Bekenntnisschriften bis heute verbindlich festgelegt: Sowohl das Alte als auch das Neue Testament seien &ldquo;einzig Richter, Regel und Richtschnur&rdquo;, nach welchen &ldquo;m&uuml;ssen alle Lehren erkannt und geurteilt werden, ob sie gut oder b&ouml;se, recht oder unrecht sind&rdquo;.<br>\n(Konkordienformel aus dem Jahr 1580, Epitome, Summarischer Begriff 3; <a href=\"https:\/\/www.theologe.de\/theologe8.htm\">zitiert<\/a>)<\/p><\/li>\n<li><strong>Die Kirchen &ndash; unverzichtbar f&uuml;r alle &ldquo;christlichen&rdquo; Staaten zur Motivation der Soldaten im Kriegsfall<\/strong>\n<p>&ldquo;Die geschichtlichen Tatsachen lehren, dass uns der Krieg gr&ouml;&szlig;eren Nutzen bringt als der Friede!&rdquo;<br>\n(Bischof Theodoret (393 &ndash; 460))&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br>\n(Karlheinz Deschner, Kriminalgeschichte des Christentums, Band 1 (Die Fr&uuml;zeit), Rowohlt Taschenbuch Verlag, Februar 1996, Seite 260)<\/p>\n<p>Letztendlich geht es ja darum, dass die Kirchen behaupten, die Lehre des Jesus von Nazareth zu vertreten, und um die Frage: war die Lehre Jesu pazifistisch?<br>\nLetzteres w&uuml;rden die Kirchenmitglieder in unserer Regierung und auch der Bundespr&auml;sident sicherlich verneinen, weil sie andernfalls eingestehen w&uuml;rden, sich st&auml;ndig entgegen die Lehre Jesu zu verhalten. Vermutlich w&uuml;rden sie &auml;hnlich formulieren wie der Staatssekret&auml;r unseres ehemaligen Bundespr&auml;sidenten, <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/joachim-gauck-gaucks-absage-an-den-pazifismus,1472596,27998036.html\">Joachim Gauck<\/a>: &ldquo;Der evangelische Christ Gauck kann [&hellip;] nicht erkennen, dass der vom Evangelium gewiesene Weg ausschlie&szlig;lich der Pazifismus sei.&rdquo;<\/p>\n<p>Tats&auml;chlich verstanden die Christen in den ersten drei Jahrhunderten die Lehre Jesu sehr wohl als pazifistisch und lebten auch konsequent danach. Der Kirchenkritiker Karlheinz Deschner schreibt dazu:<\/p>\n<p>&raquo;Im Neuen Testament sollen die Christen nur &ldquo;den Schild des Glaubens&rdquo; ergreifen, &ldquo;den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes&rdquo;. Und in &Uuml;bereinstimmung mit den neutestamentlichen T&ouml;tungsverboten wird im Christentum der ersten drei Jahrhunderte nirgends der Kriegsdienst erlaubt!<\/p>\n<p>Justin, Tatian, Athenagoras, Tertullian, Origenes, Cyprian, Arnobius, Laktanz, wie unterschiedlich auch immer menschlich und theologisch, ob sie &ldquo;Ketzer&rdquo; geworden, &ldquo;verketzert&rdquo; worden, &ldquo;rechtgl&auml;ubig&rdquo; geblieben sind, sie alle erm&uuml;den nicht, der Welt Gewaltlosigkeit zu verk&uuml;nden.<\/p>\n<p>Sie alle versichern, wie Athenagoras, da&szlig; Christen &ldquo;ihre Feinde nicht hassen, sondern sogar lieben &hellip; sie sogar segnen und f&uuml;r die, welche ihnen nach dem Leben streben, sogar beten&rdquo;, da&szlig; sie &ldquo;geschlagen nicht wieder schlagen, ausgeraubt nicht prozessieren&rdquo;.<\/p>\n<p>&ldquo;Wir d&uuml;rfen so nicht Widerstand leisten&rdquo;, kommenriert der hl. Justin die Bergpredigt. Der Kaiser k&ouml;nne kein Christ, ein Christ niemals Kaiser sein. Scharf konfrontiert Tertullian Christenpflicht und Kriegsdienst, g&ouml;ttlichen und menschlichen Fahneneid, &ldquo;das Feldzeichen Christi und das Feldzeichen des Teufels, das Lager des Lichts und das Lager der Finsternis&rdquo;.<\/p>\n<p>Er nennt sie &ldquo;unvertr&auml;glich&rdquo; und erkl&auml;rt jede Uniform &ldquo;bei uns verboten, weil sie das Abzeichen eines unerlaubten Berufs ist&rdquo;. &ldquo;Wie kann man Krieg f&uuml;hren, ja selbst im Frieden Soldat sein ohne das Schwert, das der Herr fortnahm?&rdquo; Er n&auml;mlich habe &ldquo;Petrus entwaffnet und damit jedem Soldaten das Schwert genommen&rdquo;.&laquo;<br>\n(Karlheinz Deschner, Kriminalgeschichte des Christentums, Band 1 (Die Fr&uuml;zeit), Rowohlt Taschenbuch Verlag, Februar 1996, Seite 249)<\/p>\n<p>Seit Kaiser Konstantin ist es zu einer der Hauptaufgaben der jetzt staatskirchlichen Theologen geworden, <a href=\"http:\/\/www.glaubensstimme.de\/doku.php?id=autoren:l:luther:o:ob_kriegsleute_in_seligem_stande_sein_koennen\">die Kriege der Obrigkeit zu legitimieren<\/a>.<\/p>\n<p>&ldquo;Glaube nicht, dass jemand, der mit den Waffen Kriegsdienst verrichten will, Gott nicht gefallen k&ouml;nnte&rdquo;, belehrt uns der bis heute hochverehrte Heilige und Kirchenlehrer Augustinus, oder auch in un&uuml;berbietbarem Zynismus: &ldquo;Was hat man denn gegen den Krieg? Etwa dass Menschen, die doch einmal sterben m&uuml;ssen, dabei umkommen?&rdquo;<\/p>\n<p>In seiner Schrift &ldquo;Ob Kriegsleute in seligem Stande sein k&ouml;nnen&rdquo; erweist sich ca. 1100 Jahre sp&auml;ter der Augustiner-M&ouml;nch Martin Luther als gelehriger Sch&uuml;ler seines geistigen Lehrers Augustinus. Von wegen &ldquo;solus Christus&rdquo;!<\/p>\n<p>Luther r&uuml;hmt sich in dieser Schrift selbst, dass seit der Zeit der Apostel das weltliche Schwert und die Obrigkeit noch nie so deutlich beschrieben und ger&uuml;hmt worden seien wie durch ihn.<\/p>\n<p>Diese Url&uuml;ge &ndash; die Verdrehung der pazifistischen Lehre Jesu um 180 Grad (oder nehmen Sie das Gebot &ldquo;Du sollst nicht t&ouml;ten&rdquo;) &ndash; wird uns bis heute von den Kirchen und ihren Mitgliedern in der Regierung als Christentum verkauft. Und die Medien mit ihren oft von Theologen besetzten Kirchenredaktionen machen gute Mine zum b&ouml;sen Spiel.<\/p>\n<p>Was glauben Sie, warum der deutsche Staat die Kirchen (ev. und kath.) in vielen Belangen privilegiert und mit Milliardenbetr&auml;gen subventioniert?<\/p>\n<p>(Auch die hohen Geh&auml;lter der Bisch&ouml;fe werden in Deutschland vom Staat bezahlt.)<\/p>\n<p>Der Staat braucht die Quasi-Staatskirchen f&uuml;r die Milit&auml;rseelsorge.<\/p>\n<p>Machen Sie sich bitte einmal bewusst: Ohne die kirchliche Milit&auml;rseelsorge oder gar mit Kirchen, die dem Soldatenberuf kritisch gegen&uuml;ber stehen, w&uuml;rde kaum jemand mehr zur Bundeswehr gehen. Die Milit&auml;rseelsorge ist f&uuml;r alle Staaten der Nato mindestens genauso wichtig wie das Schmier&ouml;l in den Panzermotoren.<\/p>\n<p>Ist das nicht unausgesprochen bzw. ungeschrieben der wichtigste Bestandteil jedes Vertrages zwischen Staat und Kirche &ndash; das immer gleiche Muster seit dem Deal mit Kaiser Konstantin?<\/p>\n<p>Die Kirchen segnen die (nat&uuml;rlich gerechten) Kriege der Regierung ab und schalten das Gewissen der jungen Soldaten aus. Milit&auml;rgeistliche machen jungen M&auml;nnern und vermehrt auch Frauen wei&szlig;, dass der Milit&auml;rdienst angeblich mit der Lehre Jesu vereinbar w&auml;re und dass sie kein schlechtes Gewissen beim T&ouml;ten zu haben brauchen. Und dass sie sich ganz auf das moralische Urteilsverm&ouml;gen ihrer Regierung verlassen k&ouml;nnten.<\/p><\/li>\n<li><strong>Die blutige Vergangenheit der Kirchen &ndash; eine ehrliche Aufarbeitung sieht anders aus<\/strong>\n<p>Nicht nur die weltweit tausendfachen Vergehen an Kindern und Jugendlichen w&uuml;rden unter den Tisch gekehrt werden, wenn es keine kritische &Ouml;ffentlichkeit g&auml;be.<\/p>\n<p>Auch die Rolle der Kirchen vor und w&auml;hrend des Nationalsozialismus ist in keinster Weise &ouml;ffentlich aufgearbeitet.<\/p>\n<p>Dass die Nazis ihre Verbrechen nicht ohne die ideologische Zusammenarbeit mit den Kirchen h&auml;tten durchf&uuml;hren k&ouml;nnen, zeigt folgende Tatsache:<br>\nIm Jahr 1933 waren &uuml;ber 95% der Deutschen Mitglied der Evangelischen oder der Katholischen Kirche (62,7 % Protestanten, 32,5 % Katholiken).<br>\nHinzu kommt, dass von den <a href=\"http:\/\/hpd.de\/node\/13504\">4,8% Nichtkirchenmitgliedern<\/a> viele mit Sicherheit auch keine Nazis waren, z.B. Juden, Zeugen Jehovas, Kommunisten und viele andere religi&ouml;se und politische Gruppierungen, sondern zu denen geh&ouml;rten, die von den Nazis verfolgt worden sind.<br>\nMan muss also konstatieren: Die Nazis, ihre Helfer und Helfershelfer bestanden zu fast 100% aus  Mitgliedern der Evangelischen und der Katholischen Kirche.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.rubikon.news\/artikel\/der-vernichtungskrieg\">Stefan Korinth schreibt im Rubikon<\/a> &uuml;ber den barbarischen Rasse- und Vernichtungskrieg den Wehrmacht und SS gegen Russland &ndash; mit 27 Millionen Todesopfern auf russischer Seite &ndash; f&uuml;hrten:<br>\n&ldquo;Diese moralische Enthemmung, die zuvor durch gezielten Feindbildaufbau in Deutschland gef&ouml;rdert worden war, f&uuml;hrte zu Verbrechen unbeschreiblicher Grausamkeit.&rdquo;<\/p>\n<p>Dass an diesem Feindbildaufbau ganz besonders die Kirchen beteiligt waren und dass diese viel eher Mitt&auml;ter als Widerstandsk&auml;mpfer gewesen sind, belegen die folgenden Zitate.<\/p>\n<p>Erg&auml;nzung:<\/p>\n<p>Wie ich schon erw&auml;hnt habe, finde ich die &Uuml;berschrift etwas ungl&uuml;cklich gew&auml;hlt.<br>\nSie klingt bedrohlich nach Revolution, wobei v&ouml;llig unklar ist, wer diese Revolution durchf&uuml;hren soll.<\/p>\n<p>&ldquo;Das Emp&ouml;rungspotenzial der Missbrauchs-Untersuchung sollte politisch &uuml;ber das Thema hinaus genutzt werden: um die Institution katholische Kirche allgemein (auch politisch) zur&uuml;ckzudr&auml;ngen und auf ihren Platz im Privatleben zu verweisen.&rdquo;<\/p>\n<p>Das klingt wirklich etwas naiv, als h&auml;tten Sie das Thema Kirchenkritik gerade ganz neu f&uuml;r sich entdeckt. Ich schreibe Ihnen das, weil ich schon seit Jahrzehnten kirchenkritische Schreiben an Zeitungen und Politiker verschicke, ohne jemals auf ein nennenswertes Emp&ouml;rungspotenzial gesto&szlig;en zu sein, obwohl die Skandale und Ungerechtigkeiten auch schon damals ausgereicht haben, dass man sich h&auml;tte emp&ouml;ren k&ouml;nnen &ndash; ja, m&uuml;ssen.<\/p>\n<p>Auch bei den NachDenkSeiten, die ich seit Ende 2015 vermehrt mit kirchenkritischen Artikeln versorgt habe, konnte ich bis jetzt kein nennenswertes Emp&ouml;rungspotenzial feststellen.<\/p>\n<p>Und jetzt auf einmal gleich die Revolution?<\/p>\n<p>&ldquo;Die Verbannung aller Kirchen aus der &Ouml;ffentlichkeit und ihr erzwungener R&uuml;ckzug ins Private ist allerdings mindestens ebenso wichtig wie jenes Grundrecht.&rdquo;<\/p>\n<p>Das klingt jetzt noch bedrohlicher, weil jetzt auch noch Zwang angewendet werden soll.<\/p>\n<p>Wie soll denn dieser Zwang aussehen, und wer soll ihn aus&uuml;ben?<\/p>\n<p>Aus meiner Sicht sind solche k&auml;mpferischen und bedrohlichen Formulierungen zum einen v&ouml;llig unn&ouml;tig und kontraproduktiv, und zum anderen sollten sie in einem dem Frieden verpflichteten modernen alternativen Medium nichts zu suchen haben.<\/p>\n<p>Der gesellschaftliche Einfluss der Kirchen wird sich automatisch relativieren, wenn die v&ouml;llig ungerechtfertigten Privilegien und staatlichen Subventionen eingestellt werden.<\/p>\n<p>Daf&uuml;r sollte man sich engagieren!<\/p>\n<p>Warum sollen die Kirchen besser gestellt sein als gemeinn&uuml;tzige Vereine wie z.B. Greenpeace, Amnesty International oder PETA?<\/p>\n<p>Aber so wie diese Vereine &Ouml;ffentlichkeitsarbeit machen, so d&uuml;rfen nat&uuml;rlich auch die Kirchen &Ouml;ffentlichkeitsarbeit machen &ndash; ohne Privilegien und staatliche Subventionen.<\/p>\n<p>Deshalb ist es v&ouml;llig falsch und wirklich sehr bedrohlich, von einem &ldquo;erzwungenen R&uuml;ckzug ins Private&rdquo; zu reden.<\/p>\n<p>Ich w&uuml;rde es sogar sehr begr&uuml;&szlig;en, wenn sich die Kirchen dann &ouml;ffentlich, nicht als K&ouml;rperschaft &ouml;ffentlichen Rechts sondern als schlichter Verein, im Sinne des Jesus von Nazareth f&uuml;r den Frieden einsetzen w&uuml;rden.<\/p>\n<p>Solange sie am Tropf des Staates h&auml;ngen, werden sie das nicht tun, sondern ihrem Geldgeber nach dem Munde reden und seine Kriege via Milit&auml;rseelsorge absegnen.<\/p>\n<p>Statt gleich mit der Revolution zu starten, sollten sich die NachDenkSeiten vornehmen, in regelm&auml;&szlig;igen k&uuml;rzeren Abst&auml;nden &uuml;ber die v&ouml;llig ungerechtfertigten Privilegien und staatlichen Subventionen, die die Kirchen in unserem Staat genie&szlig;en, aufzukl&auml;ren.<\/p>\n<p>V&ouml;llig ungerechtfertigt auch deshalb, weil sich die Kirchen bis heute nicht von ihren mittelalterlichen Lehren wie der ewigen Verdammnis f&uuml;r Andersgl&auml;ubige distanziert haben; weil sich die Kirchen bis heute nicht von den vielen gewaltrechtfertigenden Stellen in der Bibel distanziert haben; weil die Kirchen ihre blutige Geschichte &ndash; z.B. ihre Rolle im Nationalsozialismus &ndash; bis heute nicht ehrlich und &ouml;ffentlich aufgearbeitet haben. <\/p><\/li>\n<\/ol><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nRalf B&ouml;hm<br>\nBerlin<\/p><p>&ldquo;Wem das Neue Testament den Blick gesch&auml;rft hat f&uuml;r Gottes Wille und Weg in der Geschichte und die letzten Realit&auml;ten der Welt, der erkennt im Dritten Reich mehr als einen der Z&uuml;ge wieder, die in der paulinischen Staatstheologie vorgezeichnet sind &hellip; Die Kirche mu&szlig; ja sagen zu diesem Staat, ein Ja vom Neuen Testament her zur geschichtlichen Sendung und Zielsetzung des Dritten Reiches, wie Paulus ja gesagt hat zum gottgesetzten Amt des r&ouml;mischen Reiches.&rdquo;<br>\n<em>zitiert nach Karlheinz Deschner, &lsquo;Abermals kr&auml;hte der Hahn&rsquo;, Neuauflage 2015 im Alibri-Verlag, S. 710<\/em><br>\n<em>(Karlheinz Deschner nennt den Autor dieses Textes aus dem Jahr 1935 nicht beim Namen, spricht aber von einem namhaften protestantischen Universit&auml;ts-Theologen, der auch noch nach dem Krieg eine Professur in Westdeutschland inne hatte. Als Quelle ist aufgef&uuml;hrt: Stauffer, Theologisches Lehramt, S. 14 f..)<\/em><\/p><p>&ldquo;Die Mitglieder des Pfarrernotbundes stehen unbedingt zu dem F&uuml;hrer des Volkes Adolf Hitler. Sie sch&auml;men sich, da&szlig; sie durch kirchliche Gegner gen&ouml;tigt werden, diese Selbstverst&auml;ndlichkeit &uuml;berhaupt auszusprechen.&rdquo;<br>\n<em>Erkl&auml;rung des Pfarrernotbundes, 13.11.1933; <a href=\"http:\/\/www.reimbibel.de\/Kirche-im-Dritten-Reich.htm\">zitiert<\/a><\/em><\/p><p>&ldquo;Wir stehen mit dem Reichskirchenausschu&szlig; hinter dem F&uuml;hrer im Lebenskampf des deutschen Volkes gegen den Bolschewismus &hellip; Wir werden unsere Gemeinden unerm&uuml;dlich aufrufen zum vollen Einsatz der christlichen Kr&auml;fte in diesem Kampf in der Gewi&szlig;heit, da&szlig; damit dem deutschen Volk der wertvollste Dienst geleistet wird.&rdquo;<br>\n<em>Die evangelischen Landesbisch&ouml;fe, 20.11.1936; <a href=\"http:\/\/www.reimbibel.de\/Kirche-im-Dritten-Reich.htm\">zitiert<\/a><\/em><\/p><p>400 Jahre nach Luther zur Jahreswende 1944 erinnert der Pr&auml;sident und sp&auml;tere Landesbischof der Th&uuml;ringer Evangelischen Kirche, Hugo R&ouml;nck, an eine Aussage Luthers und versucht damit die kriegsm&uuml;de Bev&ouml;lkerung noch einmal zu motivieren: &ldquo;&Uuml;ber Jahrhunderte hinweg mahnt uns das Verm&auml;chtnis Martin Luthers: &laquo;Solche wunderliche Zeiten sind jetzt, dass ein Volk den Himmel eher mit Blutvergie&szlig;en gewinnen kann, denn anders sonst mit Beten&raquo;&hellip; Heil Hitler.&rdquo;<br>\n<em><a href=\"http:\/\/www.theologe.de\/theologe3.htm\">zitiert<\/a><\/em><\/p><p>&ldquo;Adolf Hitler ist f&uuml;r unsere lutherische Fr&ouml;mmigkeit wahrhaft der F&uuml;hrer von Gottes Gnaden. Sein Auftrag ist unmittelbar von Gott, und sein Befehl ist Gottes Befehl!&rdquo;<br>\n<em>Th&uuml;ringer Evangelische Kirche, <a href=\"http:\/\/hpd.de\/node\/11866\">zitiert<\/a><\/em><\/p><p>&ldquo;Der GVR der DEK [der geistliche Vertrauensrat der Deutschen Evangelischen Kirchen], erstmalig seit Beginn des Entscheidungskampfes im Osten versammelt, versichert Ihnen, mein F&uuml;hrer, in diesen&nbsp; hinrei&szlig;end bewegten Stunden aufs neue die unwandelbare Treue und Einsatzbereitschaft der gesamten evangelischen Christenheit des Reiches. Sie haben, mein F&uuml;hrer, die bolschewistische Gefahr im&nbsp;&nbsp; eigenen Land gebannt und rufen nun unser Volk und die V&ouml;lker Europas zum entscheidenden Waffengange gegen den Todfeind aller Ordnung und aller abendl&auml;ndisch-christlichen Kultur auf. Das deutsche Volk und mit ihm alle seine christlichen Glieder danken Ihnen f&uuml;r diese Ihre Tat. [&hellip;] Die DEK gedenkt in dieser Stunde der baltischen evangelischen M&auml;rtyrer vom Jahre 1918, sie gedenkt des&nbsp; namenlosen Leids, das der Bolschewismus, wie er es den V&ouml;lkern seines Machtbereichs zugef&uuml;gt hat, so allen anderen Nationen bereiten wollte, und sie ist mit allen ihren Gebeten bei Ihnen und bei&nbsp; unseren unvergleichlichen Soldaten, die nun mit so gewaltigen Schl&auml;gen daran gehen, den Pestherd zu beseitigen, damit in ganz Europa unter lhrer F&uuml;hrung eine neue Ordnung erstehe und aller inneren&nbsp; Zersetzung, aller Beschmutzung des Heiligsten, aller Sch&auml;ndung der Gewissensfreiheit ein Ende gemacht werde.&rdquo;<br>\n<em>Telegramms vom 30. Juli 1941, mit dem der Mitbegr&uuml;nder der Bekennenden Kirche und Vorsitzende des Geistlichen Vertrauensrates der Deutschen Evangelischen Kirchen, Bischof August Marahrens, Adolf Hitler zum &Uuml;berfall auf die Sowjetunion begl&uuml;ckw&uuml;nschte. Quelle: Evangelisches Zentralarchiv l11662 Blatt 211,212; zitiert nach Karsten Krampitz, &ldquo;Jedermann sei untertan&rdquo;- Deutscher Protestantismus im 20. Jahrhundert, Alibri Verlag, Erste Auflage 2017<\/em><\/p><p>&ldquo;Es mu&szlig; nicht nur auf den Koppelschl&ouml;ssern der Soldaten, sondern in Herz und Gewissen stehen: Mit Gott! Nur im Namen Gottes kann man dies Opfer legitimieren.&rdquo;<br>\n<em>Hanns Lilje, der sp&auml;tere Landesbischof und stellvertretende Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche Deutschlands, in seiner Schrift &ldquo;Der Krieg als geistige Leistung&rdquo; (1941);<\/em><br>\n<em>zitiert nach Karlheinz Deschner, Kriminalgeschichte des Christentums &ndash; Band 1, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Februar 1996, Seite 483 (Lilje war 1933-1936 Herausgeber der &bdquo;Jungen Kirche&rdquo;, des zentralen Publikationsorgans der Bekennenden Kirche. Hanns Lilje war elffacher Ehrendoktor. 1954 erhielt er das Gro&szlig;e Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband des Bundesverdienstkreuzes, 1957 die Nieders&auml;chsische Landesmedaille und das Gro&szlig;kreuz des Bundesverdienstkreuzes. (Wikipedia u.a.))<\/em><\/p><p>Hitlers Russland&uuml;berfall gab der ganze deutsche Episkopat als den &raquo;heiligen Willen Gottes&laquo; aus. Und gleichzeitig rief der protestantische Bischof Lilje: &raquo;Mit Gott! Nur im Namen Gottes kann man diese Opfer legitimieren.&laquo;<br>\n<em>Karlheinz Deschner, &lsquo;Opus diaboli&rsquo;, Neuauflage 2016 im Alibri-Verlag, S. 109<\/em><\/p><p><a href=\"http:\/\/magazin.spiegel.de\/EpubDelivery\/spiegel\/pdf\/14443391\">Der&nbsp; katholische&nbsp; Bischof&nbsp; von&nbsp; Eichst&auml;tt, Michael&nbsp; Rackl<\/a>, begr&uuml;&szlig;te&nbsp; den&nbsp; Russlandfeldzug als einen &bdquo;Kreuzzug, einen heiligen Krieg&nbsp; f&uuml;r&nbsp; Heimat&nbsp; und&nbsp; Volk, f&uuml;r&nbsp; Glauben und&nbsp; Kirche, f&uuml;r&nbsp; Christus&nbsp; und&nbsp; sein&nbsp; hochheiliges Kreuz&ldquo;.<\/p><p>&ldquo;[&hellip;] Es f&auml;llt deswegen uns Katholiken auch keineswegs schwer, die neue starke Betonung der Autorit&auml;t im deutschen Staatswesen zu w&uuml;rdigen und uns mit jener Bereitschaft ihr zu unterwerfen, die sich nicht nur als eine nat&uuml;rliche Tugend, sondern wiederum als eine &uuml;bernat&uuml;rliche kennzeichnet, weil wir in jeder menschlichen Obrigkeit einen Abglanz der g&ouml;ttlichen Herrschaft und eine Teilnahme an der ewigen Autorit&auml;t Gottes erblicken (R&ouml;m. 13, 1 ff.) [&hellip;]&rdquo;<br>\n<em>Hirtenbrief der deutschen katholischen Bisch&ouml;fe vom Juni 1933; zitiert nach Karlheinz Deschner, &lsquo;Abermals kr&auml;hte der Hahn&rsquo;, Neuauflage 2015 im Alibri-Verlag, S. 693<\/em><\/p><p>&ldquo;Gott ist mein Zeuge, dass ich mit hei&szlig;em Herzen dem Kampf der deutschen Heere gegen den gottlosen Kommunismus vollen Erfolg w&uuml;nsche und t&auml;glich im Gebet von Gott, dem Lenker der Schlachten, erflehe.&rdquo;<br>\n<em>Papst Pius XII. am 2. Juni 1940 vor dem Kardinalskollegium; <a href=\"https:\/\/hpd.de\/artikel\/missbrauchte-maertyrer-15746\">zitiert<\/a>.<\/em><\/p><p>Zitate von Milit&auml;rgeistlichen im zweiten Weltkrieg:<\/p><p>Alle nachfolgenden Texte stammen aus Karlheinz Deschners Buch &ldquo;Die Politik der P&auml;pste im 20. Jahrhundert&rdquo;. Es werden ganze Passagen aus diesem Buch wiedergegeben, in denen Deschner die Zitate von Geistlichen eingebaut hat.<\/p><p>Auf der anderen Seite wieder &bdquo;feiern wir als christgl&auml;ubige deutsche Soldaten schon das zweite Osterfest auf russischem Boden&ldquo;. &bdquo;Und das ist der Sieg, &uuml;ber alle Gewalt der Finsternis.&ldquo; &bdquo;Gott hat dem deutschen Volk in diesem Krieg eine h&ouml;chste Sendung gegeben. Neuordnung Europas. Dieser Neubau stehe im Zeichen Christi. Bolschewismus bedeutet Europa ohne Gott, ohne und gegen Christus. Die Front der jungen V&ouml;lker unter F&uuml;hrung Deutschlands will ein Europa mit Gott, mit Christus.&ldquo; &bdquo;F&uuml;r diesen Kampf ist es wert, das Beste, alles einzusetzen, um die christlichen deutsche Werte unseres Volkes zu erhalten.&ldquo;<br>\n<em>Band 2, Seite 67, angegebene Quelle: Missalla, F&uuml;r Volk und Vaterland<\/em><\/p><p>&bdquo;Die Kraft zu den hervorragenden, ja manchmal einzigartigen Leistungen und Heldentaten sch&ouml;pften unsere Br&uuml;der, wie wir alle aus den unversiegbaren Quellen unserer hl. Religion. Unser Christentum ist ja die Religion des h&ouml;chsten Heldentums, weil es die Religion des Opfers ist &hellip;&ldquo;. &bdquo;Wir werden unsere Soldatenpflicht gewissenhaft und treu bis zum letzten erf&uuml;llen &hellip; Heldenhaft und stark werden wir tragen, was an Opfern gefordert wird. Uns ist Opfer und Tod f&uuml;rs Vaterland ein Opfern und Sterben f&uuml;r ewige Werte, f&uuml;r die ewige Aufgabe, die Gott jedem Volke in seinem ewigen Reich zugeteilt hat. &hellip;&ldquo;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br>\n<em>Band 2, Seite 67, angegebene Quelle: Missalla, F&uuml;r Volk und Vaterland<\/em><\/p><p>&bdquo;Wie viele Soldaten gehen auf dem Schlachtfeld in ihrem Blute l&auml;chelnd ein in die Ewigkeit &hellip; Diese Verkl&auml;rung liegt als sch&ouml;nster und unverwelklicher Kranz auf dem einsamen Grab des Gefallenen&ldquo;; es ist das &bdquo;Hereinbrechen der ewigen Verkl&auml;rung&ldquo;.<br>\n<em>Band 2, Seite 68, angegebene Quelle: Missalla, F&uuml;r Volk und Vaterland<\/em><\/p><p>&bdquo;Wir alle, die wir den schwarzen Rock des Theologen vertauscht haben mit dem Soldatenkleid, wir sind ja so froh, dass auch wir dabei sein d&uuml;rfen. Mehr als manches Studiensemester macht uns diese Zeit reif und weit &hellip;&ldquo;. &bdquo;Das ist das Gro&szlig;artige, dass wir jetzt Kamerad unter Kameraden sind, denen wir t&auml;glich und st&uuml;ndlich Modell stehen m&uuml;ssen f&uuml;r ihr geistiges Bild unserer Kirche und ihrer Priester&ldquo;.<br>\n<em>Band 2, Seite 70, angegebene Quelle: Missalla, F&uuml;r Volk und Vaterland<\/em><\/p><p>Schlie&szlig;lich musste jeder den &bdquo;heiligen Eid&ldquo; leisten, der auch im Katholischen Feldgesangbuch stand: &bdquo;Ich schw&ouml;re bei Gott diesen heiligen Eid, dass ich dem F&uuml;hrer des Deutschen Reiches und Volkes, Adolf Hitler, dem Oberbefehlshaber der Wehrmacht, bedingungslos gehorchen werde und dass ich als tapferer Soldat bereit bin, jederzeit mein Leben f&uuml;r diesen Eid zu wagen&ldquo;.&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br>\n<em>Band 2, Seite 71, angegebene Quelle: Katholisches Feldgesangbuch, Berlin 1939<\/em><\/p><p>&bdquo;Du sollst vor Gott treten und auf die Fahne deinem F&uuml;hrer Treue schw&ouml;ren. Bist du dir klar, was es hei&szlig;t, vor dem Angesicht des allm&auml;chtigen Gottes zu stehen? Wei&szlig;t du, was dieser Schwur f&uuml;r dich im Frieden und im Kriege bedeutet? Gro&szlig;e Stunden fordern innerer Bereitung!&ldquo;<br>\n<em>Band 2, Seite 72, angegebene Quelle: H. Bethke, Dokumente zur Eidesdiskussion&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/em><\/p><p><strong>Weitere Informationen:<\/strong><\/p><ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.reimbibel.de\/Kirche-im-Dritten-Reich.htm\">Morden mit Gott: Opportunismus, Hitlerverehrung und Kriegshetze von deutschen Kirchenf&uuml;hrern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.unmoralische.de\/christlich.htm#dritte\">Zitate von Kirchenm&auml;nnern &uuml;ber das Dritte Reich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.unmoralische.de\/christlich.htm#krieg\">Zitate von Kirchenm&auml;nnern &uuml;ber den Krieg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.theologe.de\/theologe6.htm\">Die Kirche &ndash; immer f&uuml;r den Krieg<\/a><\/li>\n<li>Lesung von Karlheinz Deschner aus seinem Buch &bdquo;Die Politik der P&auml;pste im 20. Jahrhundert&ldquo; (<a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=fgIaB8XeGA0&amp;feature=related\">auf YouTube unter dem Titel &bdquo;Mit Gott und den Faschisten&ldquo;<\/a>)<\/li>\n<\/ul><p>&bdquo;Wenn aber Christus, der gesagt hat: &raquo;Du sollst nicht t&ouml;ten!&laquo;,<br>\nan seinem Kreuz sehen muss, wie sich die Felder blutig r&ouml;ten;<br>\nwenn die Pfaffen Kanonen und Flugzeuge segnen und in den Feldgottesdiensten beten, dass es Blut m&ouml;ge regnen;<br>\nund wenn die Vertreter Gottes auf Erden Soldaten-H&auml;mmel treiben, auf dass sie geschlachtet werden;<br>\nund wenn die Glocken l&auml;uten: &raquo;Mord!&laquo; und die Chor&auml;le hallen:<br>\n&raquo;Mord! Ihr sollt eure Feinde niederknallen!&laquo;<br>\nUnd wenn jemand so verr&auml;t den Gottessohn &ndash;:<br>\nDas ist keine Schande. Das ist Religion.&ldquo;<br>\n<em>Kurt Tucholsky (1890 &ndash; 1935)<\/em><\/p><p>&bdquo;Tretet aus der Kirche aus. Tretet aus der Kirche aus. Tretet aus der Kirche aus. Wir sind aus der Kirche ausgetreten, weil wir es nicht l&auml;nger mit ansehen konnten.&ldquo;<br>\n<em>Kurt Tucholsky (1890 &ndash; 1935)<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Riegel,<\/p><p>&ldquo;Doch diese Milderung ist eine Illusion. Durch diese Irref&uuml;hrung als soziale Pseudo-Puffer helfen die Kirchen aktiv beim Abbau des Sozialstaats, obwohl sie sich doch verbal hin und wieder dagegen aussprechen.&rdquo;<\/p><p>Dieser Logik muss man sicher nicht folgen: Also sind soziale Parteien wie die SPD oder die Linken auch nur ein Pseudo-Puffer, der die Auswirkungen des Kapitalismus abmildert, und damit den Weg zu einer wirklichen L&ouml;sung (besitzlose Gesellschaft, Kommunismus, Anarchie? ) versperrt. F&uuml;r meine Begriffe ist das totalit&auml;res Denken. <\/p><p>Ausserdem verkennen Sie in wievielen Stellen, die Kirche positiv wirkt, z.B. gerade in der Kinder- und Jugendarbeit. Sie f&ouml;rdert die Begegnung von Menschen, und bietet damit auch au&szlig;erhalb von Sportvereinen Gelegenheiten f&uuml;r Alte, Behinderte, Einsame und Asylbewerber mit anderen in Kontakt zu kommen. Nicht zuletzt werfen Sie katholische und Evangelische Kirche in einen Topf, obwohl die Bedingungen sehr unterschiedlich sind (Z&ouml;libat ). Sie vergessen auch, dass sich die parallelen Strukturen der Kirche zu denen des Staats positiv auf die Meinungsvielfalt auswirken und nicht zuletzt Opposition erm&ouml;glichen, wenn sich der Staat in die falsche Richtung entwickelt (Stichwort: Kirche im 3. Reich, friedliche Revolution in der DDR ). Parallelstrukturen sind Teil des Pluralismus.<\/p><p>VG<br>\nRolf Gerdes <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Nachdenkseiten-Redaktion,<br>\n&nbsp;<br>\nich bin wirklich entsetzt, dass sich jetzt auch die Nachdenkseiten einem so undifferenzierten &ldquo;Kirchenbashing&rdquo; anschlie&szlig;en.<br>\n&nbsp;<br>\nWenn sich also kirchliche Gruppen (wie bei uns in M&uuml;nster) mit sehr viel ehrenamtlichem Engagement um die Schw&auml;chsten in der Gesellschaft k&uuml;mmern und denen helfen, dann helfen sie damit beim Abbau des Sozialstaats? So ein Unsinn! Dann helfen vermutlich auch die &Auml;rzte ohne Grenzen bei der Ausbeutung der Dritten Welt und die Seenotretter im Mittelmeer bei der Abschottung gegen Fl&uuml;chtlinge?<br>\n&nbsp;<br>\nEs gibt an den Kirchen vieles zu kritisieren. Man kann sich auch mit Recht fragen, ob bestimmte Privilegien heute noch gerechtfertigt sein k&ouml;nnen. Aber wenn hier von einem ganz offensichtlichen Kirchenhasser, der die Kirchen allen Ernstes f&uuml;r ein neoliberales Verbrechersyndikat h&auml;lt, in dem h&ouml;chstens &ldquo;individuelle Gl&auml;ubige&rdquo; aus den besten Beweggr&uuml;nden mal etwas (aber &ldquo;nur scheinbar&rdquo;!) Sinnvolles tun, dazu aufgerufen wird, den f&uuml;rchterlichen Missbrauchsskandal zu instrumentalisieren, dann bin ich wirklich w&uuml;tend. Ich hoffe sehr auf eine Entschuldigung der Redaktion.<br>\n&nbsp;<br>\nMit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nLars Brennicke<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Guten Tag, Herr Riegel,<\/p><p>als m&uuml;ndiger Staatb&uuml;rger lese ich die Nachdenkseiten gerne, weil sie zum Nachdenken anregt. Einen Beitrag mit ausschlie&szlig;lich billiger Polemik und Hetze gegen Andersdenkende zu finden, h&auml;tte ich bei den Nachdenkseiten allerdings nicht erwartet.<\/p><p>Aber zum Thema:<\/p><p>Fest steht, dass von den Eltern vernachl&auml;ssigte Kinder besonders anf&auml;llig sind gegen&uuml;ber Menschen, die es verstehen, das kindliche Bed&uuml;rfnis nach N&auml;he und Anerkennen als K&ouml;der f&uuml;r ihre sexuellen Perversit&auml;ten zu benutzen. Als nachdenkender Mensch ist mir bewusst, dass bei im Schnitt 50-55 F&auml;llen pro Jahr in der Kirche seit 1946 die Anzahl der F&auml;lle in der Gesamtbev&ouml;lkerung um ein mehrfaches gr&ouml;&szlig;er ist. <\/p><p>Zahlen relativiert oder besch&ouml;nigen keine Taten- aber sie verdeutlicht die verlogene Scheinheiligkeit all derer, die &ndash; statt gegen sexuelle &Uuml;bergrifflichkeiten im allgemeine zu agieren- sich in Wirklichkeit an der Kirche abarbeiten wollen. <\/p><p>Sie selbst verhehlen ihre Abneigung gegen die Kirche nicht. Und sie verhehlen auch nicht ihre Intension. Aber ihre billige Polemik l&auml;st mich zu deren Anwalt werden. Das, was sie mit ihrem Artikel da anleiern wollen, ist unw&uuml;rdig, auf den Nachdenkseiten stehen zu bleiben. <\/p><p>Erwin Betz<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>9. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte Macher der Nachdenkseiten, <\/p><p>als linker Christ (ja, auch das soll es geben &ndash; siehe den Ministerpr&auml;sidenten von Th&uuml;ringen) hat mich der Beitrag &bdquo;Eine schrecklich schweigsame Familie: Die Kirchen sollten jetzt massiv zur&uuml;ckgedr&auml;ngt werden&ldquo; von Tobias Riegel einigerma&szlig;en befremdet. Und zwar nicht etwa, weil ich gut finden w&uuml;rde, wie die Kirche(n) mit dem Problem Missbrauch durch einige Amtstr&auml;ger umgeht (umgehen), sondern wegen der Schlussfolgerungen des Autors. <\/p><p>Zuvor: Ich denke, wir sind uns einig, dass der Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch wen auch immer gesetzlich geahndet und hart bestraft werden muss. Und ich glaube auch, dass der Staat bzw. seine Justizorgane in dieser Hinsicht den Kirchen zu viel durchgehen lassen. Offensichtlich gibt es Kr&auml;fte in Staat und Gesellschaft, die diese schrecklichen Verfehlungen gerne kleinhalten bzw. unter den Teppich kehren wollen. Denen sollte man in Gottes Namen ruhig mal auf die Finger klopfen! <\/p><p>Dass man aber endlich mal Staat und Kirche sauber trennt, kann ich nur unterst&uuml;tzen! Kreuze haben weder in Klassenzimmern, noch in Amtsstuben etwas zu suchen, und Religionsunterricht geh&ouml;rt in die Kirchen und nicht in die Schulen. Aber sonst &hellip;? Ich freue mich, dass ich morgens im &ouml;ffentlich-rechtlichen Radio eine mehr oder weniger gute Morgenandacht oder Sonntags einen Gottesdienst anh&ouml;ren kann, was ich Freitags oder Samstags gerne auch meinen j&uuml;dischen und islamischen Mitb&uuml;rgern zugestehen w&uuml;rde. Gut finde ich &uuml;berdies, dass man die eine oder andere kulturhistorisch wertvolle Kirche auch mit &ouml;ffentlichen Geldern saniert hat. Au&szlig;erdem bin ich froh, dass es auch Krankenh&auml;user und Kinderg&auml;rten in kirchlicher Tr&auml;gerschaft gibt. Ich bin Ostdeutscher aus Dresden, und es ging zu DDR-Zeiten das Ger&uuml;cht um, dass sich sogar einige Parteifunktion&auml;re der SED lieber in kirchlichen Krankenh&auml;usern behandeln lie&szlig;en, als dem staatlichen Gesundheitswesen zu vertrauen &hellip; <\/p><p>Was mir als Ossi und Demokrat sauer aufst&ouml;&szlig;t, sind einige S&auml;tze des Autors, die ich so nicht unwidersprochen stehen lassen m&ouml;chte. Er schreibt unter anderem: &bdquo;Die Gelegenheit ist aktuell g&uuml;nstig und sie kommt nicht alle Tage: Das Emp&ouml;rungspotenzial der Missbrauchs-Untersuchung sollte politisch &uuml;ber das Thema hinaus genutzt werden: um die Institution katholische Kirche allgemein (auch politisch) zur&uuml;ckzudr&auml;ngen und auf ihren Platz im Privatleben zu verweisen.&ldquo; Wissen Sie, was das ist? &ndash; Das ist der Populismus, der den Rechtsstaat bedroht. Und dabei ist es erst einmal egal, ob er von rechts oder links kommt. Wir Christen, ganz gleich, was Herr Riedel pers&ouml;nlich von uns h&auml;lt, sind Teil dieser Gesellschaft und wollen auch entsprechend wahrgenommen und einbezogen werden. Ich w&uuml;nsche mir ernsthaft, dass wir die Kirche einfach im Dorfe lassen. Auch und gerade als &bdquo;Linke&ldquo; (was immer das auch sein mag)! Denn im Namen (angeblich) linker Idee wurden schon einmal in verschiedenen &bdquo;sozialistischen&ldquo; L&auml;ndern Kirchen und ihre Repr&auml;sentanten verfolgt oder gedem&uuml;tigt. Von wegen &bdquo;Opium f&uuml;rs Volk&ldquo; usw. Diesen Fehler sollte eine linke Bewegung nicht noch einmal machen. Unser Religionsstifter, um das hier noch einmal ins Bewusstsein zu rufen, war kein Geldsack oder Herrscher &uuml;ber andere, sondern der Sohn einfacher Leute. Deshalb haben urchristliche Vorstellungen durchaus auch etwas mit marxistischen Ideen zu tun. Vielleicht werden das die Leitungsgremien der Amtskirchen etwas anders sehen; ich jedenfalls leite daraus meine linke Einstellung ab. <\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nIhr Rainer Baumg&auml;rtel <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>10. Leserbriefe<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Riegel, sehr geehrte Redaktion,<\/p><p>mit gro&szlig;em Interesse habe ich oben genannten Beitrag gelesen. Herzlichen Dank daf&uuml;r. Auch Ihrer Forderung nach Zur&uuml;ckdr&auml;ngung der Religion in den Bereich des Privaten kann ich nur zustimmen. Angesichts derzeitiger gesellschaftlicher Entwicklungen ist es dringend n&ouml;tig, mit anderen ins Gespr&auml;ch zu kommen. <\/p><p>Es scheint an der Zeit f&uuml;r einen &bdquo;Offenen Brief an die Abgeordneten von Bund und L&auml;ndern&ldquo;. Wenngleich wir uns im 21. Jahrhundert w&auml;hnen, einigerma&szlig;en auf- und abgekl&auml;rt, geht doch ein Gespenst um. Ein Gespenst aus alter Zeit, sehr alter Zeit, ein W&uuml;stenm&auml;rchen, genannt Religion. Und diese Religion, nicht allein die christliche, sucht vermehrten Einflu&szlig; zu erlangen. Diese Religionen geb&auml;rden sich zunehmend konservativer, fundamentalistischer, aggressiver,missionierender. Willf&auml;hrige (C-)Politiker stehen zu Diensten, die bayerischen im besonderen Ma&szlig;e. Nicht zuletzt das Kreuz, mithin ein Folterinstrument, soll Zeichen europ&auml;ischer Kultur sein. Ich denke, die &bdquo;europ&auml;ische Kultur&ldquo; hat keinen Grund, auf dieses Symbol, wie &uuml;berhaupt auf Religion, stolz zu sein. Wissenschaft, Kultur, Meinungsfreiheit, Gleichberechtigung, Menschenrechte &hellip; sind den Kirchen und religi&ouml;sen Vorstellungen abgerungen, gegen sie durchgesetzt. <\/p><p>100 Jahre der politischen Unf&auml;higkeit ein Verfassungsgebot umzusetzen, n&auml;mlich das, der konsequenten Trennung von Staat und Kirche, scheinen genug. Millionen um Millionen Steuergelder f&uuml;r archaische und blutget&uuml;nchte Hirtenphantasien zu verschwenden, damit eine zweite Macht im Staat (K&ouml;rperschaft &ouml;ffentlichen Rechts) zu hofieren, zu bef&ouml;rdern, erscheint &ndash; nicht nur mir &ndash; unzeitgem&auml;&szlig;. Sich obendrein in eine multireligi&ouml;se Ecke zu verkriechen, Toleranz und Entgegenkommen den Intoleranten zu erweisen, erscheint ebenso unangebracht. (Das liebende Gesicht des Islam zeigte sich Europa ja nun auch deutlichst.)<\/p><p>Es ist somit h&ouml;chste Zeit, unsere Volksvertreter, hinsichtlich ihrer Rolle in einer demokratisch-aufgekl&auml;rten Gesellschaft, zu befragen. Ich w&uuml;rde mich freuen, wenn mein Text als Erg&auml;nzung zu Ihrem Beitrag Aufnahme finden k&ouml;nnte.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en verbleibend<br>\nRalf Rosmiarek <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>11. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Guten Tag,<\/p><p>leider gehen sie hier dem libert&auml;r-liberalen Zeitgeist auf den Leim!!<\/p><p>Da die Linie von Papst Franziskus streng antikapitalistisch und &ouml;kologisch ist,wird medial aufger&uuml;stet!!<\/p><p>Die skandal&ouml;sen Missbrauchsf&auml;lle sind die Spitze des Eisbergs der Gesamtentwicklung ,welche Ihren H&ouml;hepunkt in den gleichen Jahren hatte ,in welcher diese &uuml;ber 3000 Missbrauchsf&auml;lle stattgefunden haben,in allen Institutionen!!!<\/p><p>Die Missbrauchsf&auml;lle intrafamili&auml;r und im stattlichen Erziehungsbereich waren und sind viel h&ouml;her!<\/p><p>Somit ist die Schlussfolgerung abwegig ,man kann f&uuml;r Trennung von Staat und Kirche sein,aber nicht aus diesem Grunde.<\/p><p>Pers&ouml;nlich kann Ich ,welcher in einem linkskatholischen Milieu aufgewachsen bin ,durchaus  zwischen den Vor -und Nachteilen dieser Trennung abw&auml;gen,aber der Werteverlust unseres Gemeinwesens w&auml;re vor allem wegen dieses Papstes noch viel gr&ouml;&szlig;er!<\/p><p>Dieter Scheuer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Artikel &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45983\">Eine schrecklich schweigsame Familie: Die Kirchen sollten jetzt massiv zur&uuml;ckgedr&auml;ngt werden<\/a>&rdquo; stie&szlig;, wie zu erwarten auf ein gro&szlig;es breit gef&auml;chertes Echo bei den Lesern der Nachdenkseiten. Auch in der Redaktion gibt es unterschiedliche Meinungen &uuml;ber die Form, den Sinn und den Inhalt einer Kirchenkritik. 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