{"id":46119,"date":"2018-09-20T11:55:31","date_gmt":"2018-09-20T09:55:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46119"},"modified":"2018-09-21T07:54:46","modified_gmt":"2018-09-21T05:54:46","slug":"wer-sind-die-afd-waehler-meinungsmache-mit-einer-fragwuerdigen-diw-studie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46119","title":{"rendered":"Wer sind die AfD-W\u00e4hler? Meinungsmache mit einer fragw\u00fcrdigen DIW-Studie"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180920-afd-01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Die Sammlungsbewegung &bdquo;Aufstehen&ldquo; hat sich zum Ziel gesetzt, auch Menschen f&uuml;r progressive Politik zu begeistern, die sich zur Zeit wirtschaftlich und kulturell abgeh&auml;ngt f&uuml;hlen und nun aus Protest die AfD w&auml;hlen. Ginge es nach einer j&uuml;ngst <a href=\"https:\/\/www.diw.de\/documents\/publikationen\/73\/diw_01.c.595120.de\/diw_sp0975.pdf\">vom DIW ver&ouml;ffentlichten Studie<\/a>, w&auml;re dieses Vorhaben zum Scheitern verurteilt. Schon der Titel der Studie verr&auml;t deren Kernaussage: <strong>&bdquo;AfD-Unterstu&#776;tzer sind nicht abgeh&auml;ngt, sondern ausl&auml;nderfeindlich&ldquo;<\/strong>. Die Botschaft ist klar. Wenn sozio&ouml;konomische Gr&uuml;nde f&uuml;r die Wahlentscheidung pro AfD keine Rolle spielen, wird auch eine Politik, die prim&auml;r die sozio&ouml;konomischen Sorgen und N&ouml;te der Menschen ernst nimmt, keinen Erfolg dabei haben, AfD-W&auml;hler zu bekehren. Kein Wunder, dass diese Studie vor allem von den parteipolitischen Gegnern von Sahra Wagenknecht innerhalb der Linkspartei <a href=\"http:\/\/blog.wawzyniak.de\/studien-und-daraus-folgende-fragen\/\">unkritisch gefeiert wird<\/a>. Dabei sind Zweifel an der Studie mehr als angebracht. Mehr noch &ndash; mit derartigen Studien verspielt das DIW seinen Ruf.  Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_136\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-46119-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180920_AfD-Waehler_Meinungsmache_mit_einer_fragwuerdigen_DIW_Studie_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180920_AfD-Waehler_Meinungsmache_mit_einer_fragwuerdigen_DIW_Studie_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180920_AfD-Waehler_Meinungsmache_mit_einer_fragwuerdigen_DIW_Studie_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180920_AfD-Waehler_Meinungsmache_mit_einer_fragwuerdigen_DIW_Studie_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=46119-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180920_AfD-Waehler_Meinungsmache_mit_einer_fragwuerdigen_DIW_Studie_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"180920_AfD-Waehler_Meinungsmache_mit_einer_fragwuerdigen_DIW_Studie_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Essen Sie h&auml;ufig Fleisch? Wenn Sie diese Frage mit Ja beantworten, sind Sie ernsthaft gef&auml;hrdet, bei den n&auml;chsten Wahlen Ihr Kreuz bei der AfD zu machen. Was wie ein Scherz klingt, beschreibt die Arbeitsweise der Studie &bdquo;AfD-Unterstu&#776;tzer sind nicht abgeh&auml;ngt, sondern ausl&auml;nderfeindlich&ldquo;. Der verantwortliche Autor <a href=\"https:\/\/www.uni-marburg.de\/fb03\/soziologie\/institut\/arbeitsschwerpunkte\/soz_wirt_2\/schroeder\">Martin Schr&ouml;der<\/a> hat sich n&auml;mlich die M&uuml;he gemacht, innerhalb der Daten des seri&ouml;sen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sozio-oekonomisches_Panel\">&bdquo;Sozio-oekonomischen Panel&ldquo; SOEP<\/a>, das vom Deutschen Institut f&uuml;r Wirtschaftsforschung DIW herausgegeben wird, Querverbindungen zwischen einer Neigung, die AfD zu w&auml;hlen, und anderen Daten, Vorlieben oder &Auml;ngsten zu suchen, die im Rahmen des SOEP von den Befragten erhoben wurden. Und die H&auml;ufigkeit des Fleischkonsums korreliert offenbar sehr stark mit der Neigung zur AfD &ndash; gleich hinter den &bdquo;Sorgen &uuml;ber die Zuwanderung&ldquo; und den &bdquo;Sorgen &uuml;ber die Kriminalit&auml;tsentwicklung&ldquo;. Dies sind freilich rein quantitative und keine qualitativen Aussagen.<\/p><p>Bevor man in die qualitative Analyse der Daten geht, sollte man jedoch zun&auml;chst einmal die Qualit&auml;t der Daten kritisch betrachten. Denn bereits an dieser Stelle k&ouml;nnte man eigentlich bereits aufh&ouml;ren, diese &bdquo;Studie&ldquo; ernsthaft zu diskutieren. Schr&ouml;der hat n&auml;mlich die &ndash; an sich zuverl&auml;ssigen &ndash; Daten des SOEP 2016 verwendet. Das hei&szlig;t, <strong>die Daten sind gr&ouml;&szlig;tenteils mehr als zwei Jahre alt und zeigen daher im besten Falle die Situation aus dem Jahr 2016 auf<\/strong>. Sie wurden also gr&ouml;&szlig;tenteils vor den gro&szlig;en Umfrage- und Wahlerfolgen der AfD erhoben und man kann mit Fug und Recht davon ausgehen, dass sich die Zusammensetzung der AfD-Anh&auml;ngerschaft seitdem sehr deutlich ge&auml;ndert hat. Heute wird gerne vergessen, dass die AfD urspr&uuml;nglich als dezidiert <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16524\">neoliberale Professorenpartei<\/a> gestartet ist, deren Alleinstellungsmerkmal die Ablehnung des Euro war. Es ist vollkommen klar, dass fr&uuml;he AfD-Frontleute wie Hans-Olaf Henkel oder Bernd Lucke ein anderes Klientel ansprachen, als es heute Bj&ouml;rn H&ouml;cke oder Alexander Gauland tun. Daher ist ein Querschnitt der AfD-Sympathisantenschar von 2016 auch nur sehr bedingt mit den heutigen AfD-Sympathisanten vergleichbar und man sollte sich h&uuml;ten, jedwede Schl&uuml;sse einer zwei Jahre alten Momentaufnahme auf die Gegenwart zu beziehen.<\/p><p>Dies h&auml;tte der Studienautor auch bereits anhand seiner Stichprobengr&ouml;&szlig;e erkennen m&uuml;ssen. Von den 24.339 im Rahmen des SOEP befragten Personen gaben n&auml;mlich nur 517 an, eine &bdquo;Pr&auml;ferenz&ldquo; f&uuml;r die AfD zu haben. <strong>Schr&ouml;ders Aussagen &ndash; so gewagt sie auch ansonsten sind &ndash; beziehen sich also auf einen Anteil von 2,1% der Befragten<\/strong>. Selbst 2016 lag die AfD bei den Umfragen bereits deutlich h&ouml;her. Inwieweit man &uuml;berhaupt aus den Angaben von zwei Prozent der 2016 Befragten Schl&uuml;sse auf die rund 17 Prozent der Bev&ouml;lkerung machen kann, die heute Umfragen zufolge die AfD w&auml;hlen w&uuml;rden, ist ohnehin ein R&auml;tsel. Schr&ouml;ders Angaben beziehen sich also auch quantitativ nicht auf &bdquo;die AfD-W&auml;hler&ldquo;, sondern auf einen verschwindend geringen Teil von SOEP-Teilnehmern, die 2016 angaben, eine wie auch immer geartete Pr&auml;ferenz zur AfD zu haben. Wer daraus andere Schl&uuml;sse zieht, agiert unseri&ouml;s.<\/p><p>Methodisch hat Martin Schr&ouml;der in seiner &bdquo;Studie&ldquo; die Verteilung diverser H&auml;ufigkeiten zwischen der Gruppe der AfD-Sympathisanten und den &uuml;brigen 97,8 Prozent der Befragten ausgewertet. Dabei kommt er dann zu dem gewagten Schluss, dass sozio&ouml;konomische Motive bei der Zuwendung zur AfD wohl keine Rolle spielten. Da fragt man sich, wie er das aus den Daten herauslesen will? Niemand (au&szlig;er Martin Schr&ouml;der) behauptet schlie&szlig;lich, es g&auml;be einen monokausalen Alleingrund, die AfD zu w&auml;hlen. Nat&uuml;rlich gibt es einen Unterschied zwischen dem reaktion&auml;ren Gro&szlig;b&uuml;rger von der schw&auml;bischen Alb, der seine Ersparnisse vor dem &bdquo;faulen Griechen&ldquo; retten will und Schwule, Ausl&auml;nder und Frauen hasst und dem ehemaligen Ingenieur aus Mei&szlig;en, der nun seine Zeit als Nachtw&auml;chter und Hartz-IV-Aufstocker totschl&auml;gt, keine Perspektive mehr f&uuml;r sich sieht und sich von der etablierten Politik abgewendet hat. Ersterer ist f&uuml;r die progressive Politik ohnedies verloren, w&auml;hrend es sich durchaus lohnen kann, f&uuml;r Letzteren zu k&auml;mpfen. Beide in einen Topf zu werfen und anhand statistischer Daten mit dem Rest der Bev&ouml;lkerung zu vergleichen, ist unsinnig und wird auch keine verwertbaren Ergebnisse bringen. Auch das Einbeziehen von &bdquo;Einstellungsfragen&ldquo; ist da wenig hilfreich, da &Auml;ngste ja oft nicht konkret, sondern sehr diffus sind und meist von den Betroffenen noch nicht einmal als solche erkannt und schon gar nicht zugegeben werden. <\/p><p>Doch Schr&ouml;der schaffte, woran bislang s&auml;mtliche Politikwissenschaftler scheiterten &ndash; er hat &bdquo;den Elefanten im Raum&ldquo; gefunden, wie er es selbst formuliert. &bdquo;Ausl&auml;nderfeindlichkeit&ldquo; sei ganz klar das vereinende Gruppenmerkmal der AfD-Sympathisanten. Das ist bereits semantisch mehr als gewagt. Denn <strong>in keiner der Fragen des SOEP werden die Teilnehmer auf &bdquo;Ausl&auml;nderfeindlichkeit&ldquo; abgeklopft<\/strong>. Und selbst Schr&ouml;der fasst die vier Fragen, auf die er sich bezieht, im tabellarischen Teil seiner Arbeit korrekt als &bdquo;Sorgen Zuwanderung&ldquo; zusammen. AfD-Sympathisanten machen sich also Sorgen um das Thema Zuwanderung? Diese Erkenntnis ist nun weder &uuml;berraschend noch originell. Daraus zu schlie&szlig;en, es handele sich kollektiv um &bdquo;Ausl&auml;nderfeinde&ldquo;, ist jedoch unwissenschaftlich und unlauter. Man kann sich schlie&szlig;lich sehr wohl Sorgen um verschiedene Aspekte im Zusammenhang mit der Zuwanderung machen, ohne &bdquo;Ausl&auml;ndern&ldquo; feindlich gegen&uuml;berzustehen. Auch ich mache mir Sorgen um die Entwicklung auf dem Arbeits- oder Wohnungsmarkt im Falle steigender Zuwandererzahlen und bin ganz sicher komplett unverd&auml;chtig, ein &bdquo;Ausl&auml;nderfeind&ldquo; zu sein.<\/p><p>Verst&ouml;rend ist zudem, dass Schr&ouml;der das Merkmal &bdquo;Ausl&auml;nderfeind&ldquo; v&ouml;llig frei von jedwedem Kontext benutzt. Es gibt Menschen, die sind m&auml;nnlich oder weiblich, die sind alt, die sind jung, die haben keinen Schulabschluss oder Abitur und dann gibt es noch &bdquo;Ausl&auml;nderfeinde&ldquo;. F&uuml;r Schr&ouml;der sind dies offenbar gleichrangige Merkmale. Warum jemand zum &bdquo;Ausl&auml;nderfeind&ldquo; wird, spielt da keine Rolle mehr. Und da es seri&ouml;s betrachtet ja auch gar nicht um &bdquo;Ausl&auml;nderfeinde&ldquo;, sondern um Menschen geht, die sich Sorgen beim Thema &bdquo;Zuwanderung&ldquo; machen, wird die Sache noch verwirrender. Sind diese Sorgen etwa angeboren oder an eine andere Eigenschaft gekoppelt? Wohl kaum. Warum machen sich Menschen also Sorgen beim Thema &bdquo;Zuwanderung&ldquo;? Und warum sind dies &ndash; das belegen andere <a href=\"https:\/\/www.diw.de\/de\/diw_01.c.578521.de\/themen_nachrichten\/afd_wurde_bei_der_bundestagswahl_haeufiger_in_laendlichen_und_ueberalterten_wahlkreisen_gewaehlt.html\">Studien des DIW<\/a> &ndash; vornehmlich Menschen in l&auml;ndlichen, &uuml;beralterten Regionen, in denen der Ausl&auml;nderanteil vergleichsweise gering ist? Und schon sind wir in der sehr fruchtbaren Debatte, warum diese Menschen sich beim Thema &bdquo;Zuwanderung&ldquo; eigentlich Sorgen machen und nicht etwa bei sozio&ouml;konomischen Themen, die sie und ihre Region viel mehr betreffen. Die Schr&ouml;der-These, Menschen w&auml;hlen die AfD, weil sie halt Ausl&auml;nderfeinde sind, ist nicht nur unterkomplex und durch die Daten nicht valide unterf&uuml;ttert, sondern auch schlicht destruktiv und kontraproduktiv.<\/p><p>Denn wie soll die Politik auf dieses &bdquo;Studienergebnis&ldquo; reagieren? Wenn die AfD nun einmal von &bdquo;Ausl&auml;nderfeinden&ldquo; gew&auml;hlt wird und diese &bdquo;Ausl&auml;nderfeindlichkeit&ldquo; in keinem Zusammenhang mit sozio&ouml;konomischen Faktoren steht, dann l&auml;sst sich die AfD folgerichtig auch nicht durch eine progressive Sozial- und Wirtschaftspolitik bek&auml;mpfen. Dann spielen prek&auml;re Arbeitsverh&auml;ltnisse, das Problem der Altersarmut, die Wohnungsnot in den Ballungsr&auml;umen und die Abwanderung aus den ohnehin schon &uuml;beralterten l&auml;ndlichen R&auml;umen und die sich immer st&auml;rker  &ouml;ffnenden Einkommens-und Verm&ouml;gensscheren ja keine Rolle mehr. Oder um es auf den Diskurs innerhalb der politischen Linken zu beziehen: Dann w&uuml;rden gesch&auml;tzte 80% des Parteiprogramms der Linkspartei ja &uuml;berhaupt keinen Bezug darauf haben, dass die AfD der Linken immer mehr W&auml;hler wegnimmt und die Linke nicht vom immer auff&auml;lligeren Versagen der etablierten Parteien profitieren kann. Aus dieser Sichtweise ist es nat&uuml;rlich verst&auml;ndlich, dass diese &bdquo;Studie&ldquo; vom Zirkel der Wagenknecht- und Aufstehen-Gegner innerhalb der politischen Linken gefeiert wird. Fr&uuml;her hat gerade die politische Linke oft dadurch gegl&auml;nzt, dass sie derartige Machwerke nicht willf&auml;hrig nachgeplappert, sondern kritisch hinterfragt hat. Diese Zeiten sind vorbei.<\/p><p>Unverst&auml;ndlich ist auch, warum ein solch qualitativ fragw&uuml;rdiges Papier vom DIW damit geadelt wird, im Rahmen der SOEPpapers unter dem Label des DIW ver&ouml;ffentlicht zu werden. Laut Eigenaussage gibt es keinen Automatismus, nach dem jede Studie, die Daten des SOEP nutzt, im Rahmen der SOEPpapers auch ver&ouml;ffentlicht wird. Die Auswahl wird vielmehr von Forschern des DIW vorgenommen. Das DIW hat die &bdquo;Studie&ldquo; von Martin Schr&ouml;der also wissenschaftlich redaktionell &uuml;berpr&uuml;ft und f&uuml;r so gut befunden, dass man sie gleich selbst publiziert hat. Da muss sich nat&uuml;rlich die Frage nach dem wissenschaftlichen Anspruch des DIW stellen. <\/p><p>Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die &bdquo;Vorgeschichte&ldquo;. Schr&ouml;der bezieht sich bei seiner &bdquo;Studie&ldquo; direkt auf die <a href=\"https:\/\/www.uni-leipzig.de\/service\/kommunikation\/medienredaktion\/nachrichten.html?ifab_modus=detail&amp;ifab_id=7302\">Erkenntnisse des Leipziger Soziologen Holger Lengfeld<\/a>, der im letzten Jahr mit &auml;hnlichen Thesen und &auml;hnlichen handwerklichen Fehlern bereits Kopfsch&uuml;tteln provozierte. Lengfelds Ergebnisse wurden dann auch in der wissenschaftlichen Community <a href=\"https:\/\/www.researchgate.net\/publication\/326131019_Modernisierungsverlierer_Cultural_Backlash_Postdemokratie_Was_erklart_rechtspopulistische_Orientierungen\">harsch kritisiert<\/a>. Nun verteidigt sich Lengfeld paradoxerweise <a href=\"https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007\/s11577-018-0536-8\">unter Bezugnahme<\/a> auf das DIW und die &bdquo;Studie&ldquo; von Schr&ouml;der, die sich ja explizit auf ihn bezieht. Solche Zirkelschl&uuml;sse machen die ohnehin schon unseri&ouml;sen Studien auch nicht seri&ouml;ser. <\/p><p>Institute wie das DIW sehen ihre Hauptaufgabe in der Politikberatung. Das ist ehrenwert. Wenn die Politik jedoch mit qualitativ minderwertigen, ideologisch eingef&auml;rbten &bdquo;Studien&ldquo; beraten wird, die keiner seri&ouml;sen Pr&uuml;fung standhalten, ist diese Beratung kontraproduktiv und im konkreten Fall sogar sehr sch&auml;dlich. Denn wenn die politische Linke die DIW-Ratschl&auml;ge ernst nimmt und die sozio&ouml;konomischen Faktoren, die Menschen in die Arme der AfD treiben, nicht ernst nimmt, wird dies mittel- bis langfristig die AfD noch st&auml;rker machen. Und das kann doch auch das DIW nicht wollen.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/8ef6f1cd2b164a26846c625fbcc7ce55\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180920-afd-01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"\/><\/div>\n<p>Die Sammlungsbewegung &bdquo;Aufstehen&ldquo; hat sich zum Ziel gesetzt, auch Menschen f&uuml;r progressive Politik zu begeistern, die sich zur Zeit wirtschaftlich und kulturell abgeh&auml;ngt f&uuml;hlen und nun aus Protest die AfD w&auml;hlen. Ginge es nach einer j&uuml;ngst <a href=\"https:\/\/www.diw.de\/documents\/publikationen\/73\/diw_01.c.595120.de\/diw_sp0975.pdf\">vom DIW ver&ouml;ffentlichten Studie<\/a>, w&auml;re dieses Vorhaben<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46119\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[197,107,122,159,17,11],"tags":[635,519,1221,288,709,1026,687,340],"class_list":["post-46119","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-afd","category-audio-podcast","category-demoskopieumfragen","category-fremdenfeindlichkeit-rassismus","category-hochschulen-und-wissenschaft","category-strategien-der-meinungsmache","tag-altersarmut","tag-diw","tag-perspektivlosigkeit","tag-prekaere-beschaeftigung","tag-protestwaehler","tag-soep","tag-ungleichheit","tag-zuwanderung"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/46119","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=46119"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/46119\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":46125,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/46119\/revisions\/46125"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=46119"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=46119"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=46119"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}