{"id":46177,"date":"2018-09-24T09:29:35","date_gmt":"2018-09-24T07:29:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46177"},"modified":"2026-01-27T11:29:53","modified_gmt":"2026-01-27T10:29:53","slug":"die-neuen-todesfaelle-durch-borna-viren-bringen-das-robert-koch-institut-in-erklaerungsnot","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46177","title":{"rendered":"\u201eDie neuen Todesf\u00e4lle durch Borna-Viren bringen das Robert Koch-Institut in Erkl\u00e4rungsnot\u201c"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180924_bode.jpg\" alt=\"Liv Bode\" title=\"Liv Bode\"><\/div><p>2007 erhielt die Virusforscherin <strong>Liv Bode<\/strong> den Whistleblower-Preis, weil sie bei ihrer Forschung zum Borna-Virus &bdquo;Alarm geschlagen&ldquo; hat. Zusammen mit ihrer Forschungsgruppe war sie auf infekti&ouml;se Virusbestandteile in einer Probe gespendeten Blutplasmas gesto&szlig;en. Es folgte eine Auseinandersetzung mit dem Robert Koch-Institut (RKI), bei dem sie angestellt war. Ihre Arbeitsgruppe wurde aufgel&ouml;st und sie erhielt ein Publikationsverbot, das sp&auml;ter zur&uuml;ckgenommen wurde. <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/gesundheit\/diagnose\/bornavirus-drei-todesfaelle-in-deutschland-a-1200035.html\">Aktuelle Todesf&auml;lle<\/a> im Zusammenhang mit dem Borna-Virus scheinen die Forschung von Bode zu best&auml;tigen. Im Interview mit den NachDenkSeiten erkl&auml;rt Bode, was es mit dem Virus auf sich hat und was damals und heute geschehen ist. Ein Interview von <strong>Marcus Kl&ouml;ckner<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Frau Bode, wovor Sie bereits seit vielen Jahren gewarnt haben, scheint sich nun zu best&auml;tigen: Das Borna-Virus ist auf Menschen &uuml;bertragbar und macht krank. K&ouml;nnen Sie uns kurz schildern, was sich <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/wissen\/seltene-virusinfektion-borna-viren-sind-doch-toedlich-fuer-menschen\/21119966.html\">j&uuml;ngst ereignet hat<\/a>?<\/strong><\/p><p>Ende M&auml;rz 2018 wurde bekannt, dass Infektionen mit Borna-Virus bei f&uuml;nf Menschen zu schweren Gehirnerkrankungen gef&uuml;hrt haben, die in vier F&auml;llen t&ouml;dlich verlaufen sind. Drei Patienten hatten Organe ein und desselben, unerkannt mit Borna-Virus infizierten Organspenders erhalten. Zwei Empf&auml;nger einer verseuchten Niere verstarben 100 Tage sp&auml;ter, der dritte Empf&auml;nger einer verseuchten Leber hat &uuml;berlebt, verlor aber sein Sehverm&ouml;gen durch eine virusbedingte Sch&auml;digung des Sehnervs. Zwei weitere Todesf&auml;lle durch Borna-Virus haben dem Vernehmen nach keinen Bezug zu den Transplantationsf&auml;llen.<\/p><p><strong>Wie sch&auml;tzen Sie die Bedeutung der neuen Todesf&auml;lle durch Borna-Viren und deren Bewertung im Kontext der fr&uuml;heren Forschung ein?<\/strong><\/p><p>F&uuml;r die Transplantationszentren und die &Ouml;ffentlichkeit bleibt die Bedeutung und Brisanz der bedauernswerten Todesf&auml;lle durch die bisherige Berichterstattung weitgehend verborgen. Das liegt wesentlich an der einseitigen und irref&uuml;hrenden Interpretation des <em>Friedrich-L&ouml;ffler-Instituts (FLI), des Robert-Koch-Instituts (RKI) und der Gesellschaft f&uuml;r Virologie (GfV)<\/em>. Deren Interpretationen helfen dabei, ihre fr&uuml;heren Fehleinsch&auml;tzungen zu verschleiern. Eine wissenschaftliche Publikation zu den Todesf&auml;llen gibt es bis dato nicht.<\/p><p><strong>Die wenigsten Leser d&uuml;rften ausgebildete Virusforscher sein. K&ouml;nnen Sie uns bitte m&ouml;glichst anschaulich erkl&auml;ren, worum es geht?<\/strong><\/p><p>Unstrittig ist, dass das verursachende Virus der menschlichen Gehirnerkrankungen das sogenannte klassische Borna-Virus war, Borna Disease Virus (BDV-1). Falsch ist, dass behauptet wird, dies seien die allerersten Infektionsnachweise von BDV-1 beim Menschen. Damit wird die gesamte Forschung fr&uuml;herer Jahre, an denen ich und viele Kollegen aus dem In- und Ausland beteiligt waren, wie vor 20 Jahren ignoriert oder als irrelevant abgetan. Zu wichtigen Ergebnissen geh&ouml;rten der Nachweis von Viruserbgut im Blut psychiatrischer Patienten, die Isolierung infekti&ouml;ser Humanviren, die Entdeckung eines antiviralen Medikaments und die Entwicklung neuer Blutteste.<\/p><p><strong>Die zentrale Frage scheint doch zu sein, wie gro&szlig; die Gesundheitsgefahr f&uuml;r den Menschen ist, also ob Infektionen nun selten oder verbreitet sind, oder?<\/strong><\/p><p>In der Tat. Wenn man einsch&auml;tzen will, wie verbreitet eine Infektion ist, muss man erkrankte und gesund infizierte Individuen gleicherma&szlig;en einbeziehen. FLI, RKI und GfV sprechen von sehr seltenen Einzelf&auml;llen, also nur von den erkrankten und verstorbenen Patienten &hellip;<\/p><p><strong>&hellip; aber lassen Tatsachen unber&uuml;cksichtigt?<\/strong><\/p><p>Das tun sie, n&auml;mlich: Die Tatsache, dass der Organspender ja offensichtlich gesund (unbemerkt) infiziert gewesen sein musste.<\/p><p><strong>Was hei&szlig;t das?<\/strong><\/p><p>Das zeigt eindeutig: Symptomlose Tr&auml;ger der Infektion existieren.<\/p><p><strong>Was wurde noch nicht ber&uuml;cksichtigt?<\/strong><\/p><p>Unber&uuml;cksichtigt bleiben auch publizierte Arbeiten, die die Auffassung st&uuml;tzen, dass gesund Infizierte nicht nur die Regel sind, sondern sogar &uuml;berwiegen, auch bei Pferden und Menschen. Die t&ouml;dliche Gehirnkrankheit ist die seltene Ausnahme, eine Art &bdquo;Betriebsunfall&ldquo;, erkl&auml;rbar durch die extrem unterdr&uuml;ckte Immunabwehr. Es gibt unterschiedlich gute Methoden, die Infektion im Blut nachzuweisen, aber an der Existenz gesunder Tr&auml;ger kann niemand vorbei.<\/p><p><strong>Welche R&uuml;ckschl&uuml;sse ziehen Sie aus den Gegebenheiten?<\/strong><\/p><p>Wir m&uuml;ssen nach Datenlage also von der Verbreitung der BDV-1-Infektion durch gesund infizierte Menschen ausgehen. Dass Spitzm&auml;use hier eine Rolle spielen sollen, halte ich f&uuml;r reine Spekulation. Die Aufrechterhaltung von sogenannten Infektketten in einer Population durch gesunde Tr&auml;ger ist f&uuml;r viele Infektionen bekannt und auch f&uuml;r BDV-1 wahrscheinlich.  Das bedeutet gleichzeitig ein nicht unerhebliches Gesundheitsrisiko f&uuml;r Patienten mit unterdr&uuml;cktem Immunsystem, das in den Stellungnahmen von FLI, RKI und GfV fehleingesch&auml;tzt wird.<\/p><p><strong>Wie ist es mit den Nachweismethoden? Sind diese zuverl&auml;ssig?<\/strong><\/p><p>Wenn man den Stellungnahmen, beispielsweise von der GfV, glaubt, m&uuml;ssten Nachweismethoden, die Borna-Virus-Infektionen erkennen, erst noch entwickelt werden. Deswegen seien vorbeugende Ma&szlig;nahmen zur Sicherung der Organspenden noch nicht m&ouml;glich, aber auch unn&ouml;tig wegen der Seltenheit der Erreger. Da dies im Widerspruch zur publizierten Literatur der BDV-Diagnostik im Blut steht, werden die bisher etablierten Testverfahren und Befunde, wie vor 20 Jahren, als nicht verl&auml;sslich diskreditiert.<\/p><p><strong>Ist das denn falsch?<\/strong><\/p><p>Ja, denn die damals erhobenen Vorw&uuml;rfe sind mit weiteren publizierten Forschungsdaten l&auml;ngst widerlegt. Ein zentraler Vorwurf war, die aus dem Blut psychiatrischer Patienten isolierten Viren seien gar keine Humanviren, sondern Laborviren, die die Blutproben verunreinigt (kontaminiert) h&auml;tten. Diese Behauptung wurde mit der genetischen &Auml;hnlichkeit von Humanviren und Laborviren gerechtfertigt. Nun ist es in der Tat so, dass alle BDV-1-Viren, egal ob von Mensch oder Pferd oder im Labor ver&auml;ndert, von Natur aus in ihrem Erbgut ungew&ouml;hnlich nahe verwandt sind. Hier gilt aber, je gr&ouml;&szlig;er die Verwandtschaft, desto wichtiger ist jede einzelne genetische Abweichung (Mutation) f&uuml;r die Viruseigenschaften. Menschliche Bornaviren hemmen z.B. das Wachstum von Gehirnzellkulturen, w&auml;hrend Laborviren dieses f&ouml;rdern. Es gibt eine F&uuml;lle weiterer biologischer Unterschiede, die klar zeigen, dass der Kontaminationsvorwurf falsch ist, die menschlichen Borna-Viren also echt sind.<\/p><p>Ein weiterer Vorwurf betrifft die von meinem Team am RKI und Kollegen der Freien Universit&auml;t Berlin (FUB) entwickelten ELISA-Teste, publiziert 2001. Diesen Testen liegt die Entdeckung zugrunde, dass zwei Viruseiwei&szlig;e nicht nur krankheitswichtig sind, weil sie im Gehirn wahrscheinlich die Botenstoffe st&ouml;ren, sondern auch diagnostisch bedeutsam, weil sie im Blutplasma bei Virussch&uuml;ben nachweisbar sind und zwar haupts&auml;chlich nach Bindung an Antik&ouml;rper. Sie hei&szlig;en dann Immunkomplexe (CIC). Solche CIC gibt es auch bei anderen Virus-Infektionen, aber bei BDV sind sie entscheidend, weil sie besonders h&auml;ufig sind.<\/p><p><strong>Was haben Sie mit dem Test herausgefunden?<\/strong><\/p><p>Erstens, dass BDV-Infektionen in gesunden Menschen je nach Land bei jedem Zehnten bis jedem Dritten (10 bis 30 Prozent) vorkommen k&ouml;nnen, und zweitens, dass psychiatrische Patienten mehr als doppelt so h&auml;ufig betroffen sind. Eine bis heute andauernde Kontroverse und die Einstellung der Forschung am RKI waren die Folgen. Dass die Teste spezifisch f&uuml;r BDV sind, d.h. das messen, was sie messen sollen, daf&uuml;r gibt es inzwischen auch molekulare Beweise. Ungeachtet dessen werden die Teste auch jetzt wieder, in der GfV-Stellungnahme zu den Todesf&auml;llen, als &bdquo;unzureichend validiert&ldquo; bezeichnet und vom Einsatz abgeraten.<\/p><p><strong>Aber diese Tests und Erkenntnisse sind schon lange her?<\/strong><\/p><p>Ja, mehr als 10 Jahre nach der Einstellung der fr&uuml;heren Forschung fehlt es an repr&auml;sentativen Untersuchungen in der Bev&ouml;lkerung, hier und anderswo, um die regionale Verbreitung der Borna-Virus-Infektion differenziert einsch&auml;tzen zu k&ouml;nnen. Das Wichtigste dabei ist der Einsatz derselben Kriterien f&uuml;r repr&auml;sentative Bev&ouml;lkerungspanels und derselben diagnostischen Methoden, um die Daten vergleichbar zu machen. Auch gibt es Nachholbedarf, um die Diagnostik in Zukunft im Sinne von Optimierungen immer besser zu machen. Allerdings: Die bestehenden Teste, heute durchgef&uuml;hrt von einem akkreditierten Medizinlabor, sind lange erprobt im In- und Ausland und gut genug, um Patienten und Transplantationszentren schon jetzt verl&auml;ssliche diagnostische Hilfe anzubieten.<\/p><p><strong>Wann sind Sie darauf gesto&szlig;en, dass das Borna-Virus auch eine Gefahr f&uuml;r Menschen darstellt?<\/strong><\/p><p>BDV, Borna Disease Virus, hat seinen Namen von der Stadt Borna bei Leipzig erhalten, wo vor &uuml;ber 100 Jahren eine bis dato unbekannte Infektion zu einem Massensterben von Milit&auml;rpferden gef&uuml;hrt hatte. In den 1920-er Jahren konnte die Infektion experimentell auf kleine S&auml;ugetiere (Kaninchen, Ratten) &uuml;bertragen und die Viren viel sp&auml;ter (1970-er Jahre) auch in Zellkulturen gez&uuml;chtet werden (Laborviren). Verhaltensst&ouml;rungen und Wesens&auml;nderungen geh&ouml;ren genauso zur Bornaschen Krankheit bei Pferden, Schafen und den vielen anderen S&auml;ugetieren wie die vergleichsweise seltenen t&ouml;dlichen Gehirnentz&uuml;ndungen.<\/p><p><strong>Die naheliegende Frage war, ob auch Menschen von der Infektion betroffen sein und vergleichbare Symptome entwickeln k&ouml;nnten, oder?<\/strong><\/p><p>Genau. Hinweise daf&uuml;r gab es schon in den 1980-er Jahren durch Antik&ouml;rpernachweise im Blutplasma psychiatrischer Patienten.<\/p><p><strong>Das war aber als Beweis nicht genug?<\/strong><\/p><p>Es bedurfte des Nachweises von Bestandteilen des Virus selbst (Erbgut oder Eiwei&szlig;). Dieser wichtige Meilenstein gelang uns 1995 mit dem Erstnachweis von Viruserbgut in den Blutzellen psychiatrischer Patienten. Erst ein Jahr zuvor war das komplette Genom unabh&auml;ngig von zwei amerikanischen Forschergruppen sequenziert worden. Der n&auml;chste konsequente Schritt war der m&uuml;hsame Versuch, infekti&ouml;se Viren aus solchen Patienten zu isolieren, was uns 1996 gelang und Jahre sp&auml;ter auch japanischen Forschern. Weltweit stie&szlig; die Borna-Virus-Forschung in den 1990-er Jahren auf immer gr&ouml;&szlig;eres Interesse und war gleichzeitig Gegenstand hitziger Debatten. Bei meinem interdisziplin&auml;r mit Experten u.a. aus Human- und Veterin&auml;rmedizin, Virologie und Biochemie entwickelten Forschungsansatz gingen wir von der Hypothese aus, dass Risiken f&uuml;r psychiatrische Erkrankungen durch Borna-Viren beim Menschen hoch plausibel sind.<\/p><p><strong>Also, es geht um &auml;hnliche Krankheitssymptome wie bei den von dem Virus befallenen Tieren?<\/strong><\/p><p>Ja, bei den Tieren konnten Verhaltens- und Lernst&ouml;rungen nachgewiesen werden, deren Ursache vorrangig in komplexen St&ouml;rungen der Gehirnbotenstoffe in einem entwicklungsgeschichtlich alten Gehirnbereich, dem limbischen System, vermutet wurde. Beim Menschen war der Infektionsnachweis im Blut eine unerl&auml;ssliche Voraussetzung f&uuml;r Forschungen zu Krankheiten durch BDV. Wie oben erkl&auml;rt, konnten wir Tools entwickeln, die dabei halfen, die Arbeitshypothese mentaler Gesundheitsrisiken beim Menschen durch Vergleich der Proben von Patienten und Gesunden konsequent weiterzuverfolgen. Mit diesen Tools waren wir besser als andere, die nur Antik&ouml;rper- oder Viruserbmaterial-Teste anwandten, in der Lage, den dynamischen Infektionsverlauf in Menschen (und Pferden) zu erkennen. In der Tat stellte sich heraus, dass Immunkomplexe und Viruseiwei&szlig;e in psychiatrischen Patienten signifikant h&auml;ufiger vorkommen als in Gesunden.<\/p><p><strong>Das hei&szlig;t?<\/strong><\/p><p>Virusaktivit&auml;t war h&auml;ufiger bei den Erkrankten als bei Gesunden zu finden &ndash; wozu es mittlerweile auch Daten aus dem In- und Ausland gibt.<\/p><p><strong>Diese Forschungsergebnisse haben Sie also alarmiert?<\/strong><\/p><p>Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse ging ich damals wie heute von erheblichen Gesundheitsrisiken f&uuml;r den Menschen aus. Dabei ist aber wichtig zu beachten, dass gesunde Menschen durch die BDV-Infektion nur ein kleines oder kein Gesundheitsrisiko haben. Gro&szlig; wird das Risiko erst dann, wenn die Gesundheit beeintr&auml;chtigt ist oder bereits eine mentale Erkrankung eingetreten ist. Einer der wichtigsten Risikofaktoren ist eine geschw&auml;chte oder (zeitweise) g&auml;nzlich zerst&ouml;rte Immunabwehr &ndash; und da w&auml;ren wir wieder bei den aktuellen Todesf&auml;llen, die nach &Uuml;bertragung verseuchter Organe bei Transplantatempf&auml;ngern zu beklagen waren.<\/p><p><strong>Infektion ja, klinische Bedeutung nein &ndash; war das die mehrheitliche Risikowahrnehmung?<\/strong><\/p><p>In der globalen Forschergemeinde bestand an der Infektion des Menschen mehrheitlich kaum Zweifel, zumindest in den 1990-er Jahren, wohl aber an der klinischen Bedeutung.<\/p><p>Den entscheidenden Unterschied machten hier die Entdeckung eines antiviralen Medikaments und die mehrfach erw&auml;hnten neuen diagnostischen Blutteste. Unsere gemeinsame Entdeckung mit klinischen Psychiatern, dass Amantadin, ein altbekanntes Mittel gegen Grippeviren, depressiven, infizierten Patienten klinisch wirksam half durch Reduktion der Borna-Virus-Aktivit&auml;t, war (und ist) ein Gl&uuml;cksfall und st&uuml;tzte die Hypothese, dass BDV mitbeteiligt ist an psychiatrischen Krankheiten.<\/p><p>Das Konzept einer verbreiteten BDV-Infektion bei gesunden Individuen, die f&uuml;r eine empfindliche Minderheit aber erhebliche Gesundheitsrisiken bergen kann, hat sich nach meiner Einsch&auml;tzung der Datenlage als schl&uuml;ssig erwiesen. Dieses Konzept trifft im &Uuml;brigen auch f&uuml;r viele andere Virusinfektionen zu. Die aktuellen Todesf&auml;lle durch BDV-1-verursachte Gehirnentz&uuml;ndungen bei immungeschw&auml;chten Transplantatempf&auml;ngern sind ein Weckruf, der endlich mehrheitlich zu einer Neubewertung des Gesundheitsrisikos f&uuml;hren sollte.<\/p><p><strong>Und wann haben Sie damals Alarm geschlagen?<\/strong><\/p><p>Als wir im Jahr 2001 die neuen ELISA-Teste publizierten, waren umfangreiche Untersuchungen an tausenden Blutproben von Studienpatienten vorausgegangen, wobei zahlreiche individuelle Infektionsverl&auml;ufe von vielen Monaten eingeschlossen wurden. Auf diese Weise konnten die Testprotokolle optimiert und standardisiert werden. Die Patienten profitierten im Rahmen der Forschung von einer qualit&auml;tsgesicherten Diagnostik zur Abkl&auml;rung des Infektionsstatus und gegebenenfalls zur Therapiekontrolle. Die Diagnostik wurde nicht nur bei Humanpatienten, sondern auch bei tier&auml;rztlich angeforderten Untersuchungen erkrankter Pferde und gesunder Best&auml;nde durchgef&uuml;hrt.<\/p><p>Als Kontrollproben gesunder Menschen wurden Plasmaproben von Blutspendern einbezogen. Auf Anfrage erhielten wir vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) zu unterschiedlichen Zeitpunkten nach Zufallsprinzip ausgew&auml;hlte Panels von Plasmaproben der anonymen Spender, mit Angaben zum Alter, Geschlecht und einer Code-Nummer.<\/p><p>In einem der Panels identifizierten wir im Oktober 2002 eine Probe, die einen hohen Anteil an BDV-Eiwei&szlig;en (BDV-Antigenen) und zu unserem Schrecken infekti&ouml;se Bestandteile des BDV-Erbmaterials aufwies. Au&szlig;erdem enthielt die Probe Immunkomplexe und hohe Antik&ouml;rpermengen. Die Wiederholung ergab dieselben Ergebnisse, das Erbmaterial wurde zudem sequenziert und als BDV-spezifisch best&auml;tigt. Solche Ergebnisse hatten wir 2001 nur bei schwerstkranken, hospitalisierten Patienten mit Major Depression gefunden.<\/p><p><strong>Sie haben also infekti&ouml;se Virusbestandteile in einer Probe gespendeten Blutplasmas gefunden?<\/strong><\/p><p>So ist es. Und dieser Befund einer als hochinfekti&ouml;s einzustufenden Probe eines Blutplasmaspenders war extrem alarmierend. Ich wandte mich direkt an die RKI-Leitung, legte die Ergebnisse im Detail vor und schlug folgende Ma&szlig;nahmen vor, die mir zur Abwendung unkalkulierbarer Risiken f&uuml;r Blutspende-Empf&auml;nger geeignet erschienen:<\/p><ul>\n<li>Information des DRK durch die RKI-Leitung &uuml;ber den aufgetretenen Borna-Virus-Verdacht bei der betreffenden Blutspende<\/li>\n<li>Ankauf der gesamten Blutspende f&uuml;r weitere Untersuchungen und zum Risikoausschluss<\/li>\n<li>vorl&auml;ufige Sperrung des Spenders f&uuml;r weitere Plasma- und\/oder Blutspenden und Sperrung der Verwertung seiner Spenden f&uuml;r Blutprodukte, bis zur Kl&auml;rung des Verdachts<\/li>\n<li>eine Vereinbarung mit dem DRK, den Infektionsverlauf des Spenders in Folgeplasmaproben, die das DRK zur Verf&uuml;gung stellt, weiterverfolgen und dokumentieren zu k&ouml;nnen. Es war wichtig zu kl&auml;ren, wie lange der gef&auml;hrliche infekti&ouml;se Infektionsstatus dauerte.<\/li>\n<\/ul><p><strong>2007 haben Sie den <a href=\"https:\/\/www.ialana.de\/arbeitsfelder\/whistleblowing\/whistleblower-preis\/whistleblowerpreis-2007\">Whistleblower-Preis<\/a> erhalten. Was hat sich damals abgespielt, als Sie vor allem auch angesichts der von Ihnen festgestellten Infizierung einer DRK-Blutspende auf die Gefahren, die vom Borna-Virus ausgehen, aufmerksam gemacht haben?<\/strong><\/p><p>Von den oben vorgeschlagenen Ma&szlig;nahmen wurde von der RKI-Leitung nur der Ankauf der gesamten mutma&szlig;lich infekti&ouml;s belasteten Blutplasmaspende dieses Spenders get&auml;tigt. Alle anderen Vorsorgema&szlig;nahmen unterblieben.<\/p><p>Es wurden von der RKI-Leitung aber zwei Gutachten zur &Uuml;berpr&uuml;fung der Testergebnisse veranlasst. Zuerst wurde ein privates Diagnostikinstitut damit beauftragt und daf&uuml;r die gesamte als hochpositiv ermittelte Plasmaspende an dieses Institut weitergegeben. Das fast ein Jahr sp&auml;ter (2003) vorliegende Gutachten der inzwischen insolventen Firma best&auml;tigte unsere Ergebnisse nicht, erwies sich aber als wissenschaftlich unbrauchbar wegen gravierender methodischer M&auml;ngel, wie auch der RKI-Forschungsrat konstatierte.<\/p><p><strong>Und dann?<\/strong><\/p><p>Daraufhin wurde ein hausinterner Wissenschaftler mit der Begutachtung beauftragt. Dazu wurden seitens der RKI-Leitung drei weitere Zufallspanels vom DRK-Blutspendedienst angefordert, insgesamt 188 Proben, die wir zun&auml;chst mit unseren ELISA-Testen untersucht haben, um f&uuml;r die Begutachtung geeignete Proben zu identifizieren.<\/p><p>Um es abzuk&uuml;rzen: Der Wissenschaftlerkollege kam im Oktober 2005 zu dem Ergebnis in Form von Datenbl&auml;ttern, dass er unsere Befunde nicht best&auml;tigen konnte. Die Basis daf&uuml;r bildeten vier Plasmen mit hohen Immunkomplexwerten. Auch diese Begutachtung hatte gravierende methodische M&auml;ngel, die ich der RKI-Leitung in einer detaillierten schriftlichen Gegenkritik zeitnah erl&auml;utert habe. Negative Ergebnisse sind ohne Beweiskraft, wenn die genaue Menge an Viruseiwei&szlig;, die das zur Pr&uuml;fung verwendete Verfahren nachweisen kann, also die Nachweisgrenze, nicht bestimmt worden ist. Trotz dieser erheblichen M&auml;ngel wurden die Untersuchungsergebnisse meines Kollegen 2006 unter Mitautorenschaft der RKI-Leitung publiziert.<\/p><p><strong>Gab es denn keine unabh&auml;ngige Pr&uuml;fung?<\/strong><\/p><p>Nein, auf eine unabh&auml;ngige externe Pr&uuml;fung der damaligen Forschungsergebnisse hat das RKI bis heute verzichtet und damit auch auf die Abkl&auml;rung des Verdachts der seinerzeit, im Oktober 2002, als infekti&ouml;s eingestuften Plasmaprobe und des zugeh&ouml;rigen Spenders.<\/p><p><strong>Wie haben Sie reagiert? Welche Konsequenzen gab es f&uuml;r Sie?<\/strong><\/p><p>Nachdem ich nach Aufl&ouml;sung meiner Arbeitsgruppe und Publikationsverbot institutsintern keine M&ouml;glichkeit mehr zur weiteren Kl&auml;rung der m&ouml;glicherweise gravierenden Risiken durch Borna-Viren gesehen hatte, habe ich Abgeordnete des Gesundheitsausschusses des Deutschen Bundestags um Unterst&uuml;tzung gebeten und den Konflikt mit der RKI-Leitung um unterschiedliche Risikobewertung damit &ouml;ffentlich gemacht. Ich bin dort sehr ermutigt worden, f&uuml;r Transparenz und Offenheit in der Forschung und einen freien wissenschaftlichen Kommunikationsprozess einzutreten, gerade wenn es um differierende Ergebnisse geht, die potentielle Gesundheitsrisiken der Bev&ouml;lkerung betreffen. Mein detaillierter Initiativvorschlag zu einem deutschlandweiten Ringversuch hatte das Ziel, noch einen relevanten Beitrag zu einer externen Validierung der strittigen Testverfahren zu leisten. Trotz Unterst&uuml;tzung engagierter &Auml;rzte im Deutschen Bundestag stie&szlig; die Initiative auf Ablehnung beim RKI und beim Bundesministerium f&uuml;r Gesundheit.<\/p><p>Die unerwartete Verleihung des Whistleblower-Preises durch die Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW) und die IALANA im Jahr 2007 war nicht nur eine gro&szlig;e Ehre und Anerkennung, sondern hat auch entscheidend dazu beigetragen, dass das Publikationsverbot nach eineinhalb Jahren von der Institutsleitung aufgehoben wurde unter der Ma&szlig;gabe, die abweichende Meinung mit &bdquo;disclaimer&ldquo; zu kennzeichnen.<\/p><p><strong>Was hat der Whistleblower-Preis noch bewirkt?<\/strong><\/p><p>Durch die Preisverleihung ist es gelungen, die &Ouml;ffentlichkeit auf ein brisantes wissenschaftliches und gesundheitspolitisches Thema aufmerksam zu machen, das nicht nur die Forschung, sondern auch die Gesellschaft betrifft. Heute, &uuml;ber 10 Jahre sp&auml;ter, sieht es danach aus, dass die aktuellen Todesf&auml;lle durch Borna-Viren meine damalige Risikowahrnehmung best&auml;tigen.<\/p><p><strong>Und dann: Wie ist das Robert Koch-Institut und wie sind die Fachkreise mit Ihren Erkenntnissen weiter umgegangen?<\/strong><\/p><p>Nach der Whistleblower-Preisverleihung hat das RKI eine 5-seitige Erkl&auml;rung zur 2005 erfolgten Einstellung der Borna-Virus-Forschung auf die RKI-Homepage gestellt, die noch immer abrufbar ist. Danach werden nicht nur die von mir und Kollegen entwickelten und erprobten Teste als &bdquo;ungeeignet f&uuml;r eine aussagef&auml;hige Diagnostik angesehen&ldquo;, sondern auch festgestellt, dass es &bdquo;keine belastbaren Hinweise&ldquo; gibt, &bdquo;dass das Borna-Virus &uuml;berhaupt einen Krankheitserreger f&uuml;r den Menschen darstellt&ldquo;.<\/p><p><strong>Die GfV hatte sich dieser Auffassung angeschlossen?<\/strong><\/p><p>Ja, und zwar ohne eigene Erkenntnisse. Sie stellte damals fest, &bdquo;dass die von einer Arbeitsgruppe publizierten Befunde auf bisher ungekl&auml;rten, offenbar nicht BDV-spezifischen Reaktionen beruhen, die nach Stand der Dinge f&auml;lschlicherweise als Virusnachweis interpretiert wurden. Diese Beurteilung wird von der Mehrheit der Experten auf dem Gebiet der BDV-Forschung geteilt&ldquo;. Und weiter hei&szlig;t es: &bdquo;Nach Meinung der Gesellschaft f&uuml;r Virologie beruht die Behauptung, dass BDV ein humanpathogenes Agens ist, mit hoher Wahrscheinlichkeit auf einer Fehleinsch&auml;tzung von Daten und ist durch wissenschaftliche Experimente nicht belegt.&ldquo; Stand GfV 2008. Diese Stellungnahme ist allerdings nur noch im Netz, aber nicht mehr auf der Homepage der GfV zu finden.<\/p><p><strong>Welches Licht wirft denn das, was damals 2002 und danach passiert ist, auf den Umgang mit Risiken im Blutspendewesen hierzulande?<\/strong><\/p><p>Die von Dr. Dieter Deiseroth verfasste Laudatio zum Whistleblower-Preis von 2007 (Link s. oben) ist in ihrer Detailliertheit und messerscharfen Analyse und Bewertung der damaligen Vorg&auml;nge im Kontext der Vorsorge im Blutspendewesen un&uuml;bertroffen. Dem kann und will ich nichts hinzuf&uuml;gen.<\/p><p><strong>Dieser Fall betrifft also die &Ouml;ffentlichkeit, die Menschen im Land. Vor Jahren sagten Sie, bei 4.000 Blutplasmaspenden t&auml;glich in Deutschland liege statistisch gesehen das Kontaminationsrisiko mit infekti&ouml;sen Bestandteilen des Bornavirus bei 40 Plasmaspenden pro Tag. Halten Sie diese Zahl heute auch noch f&uuml;r korrekt?<\/strong><\/p><p>Diese Kalkulation hatte nur theoretischen Wert und basierte auf der Hypothese, dass bis 1 Prozent der Plasmaspender mit infekti&ouml;sen Virusbestandteilen belastet sein k&ouml;nnten. Bei dem Zufallspanel von 50 Plasmaproben hatten wir 2002 eine als hochwahrscheinlich infekti&ouml;s eingestufte Probe gefunden, das sind 2 Prozent. Ob diese Prozentzahlen und damit auch die damalige Kalkulation realistisch sind, kann nur mit Untersuchungen an einer erheblich h&ouml;heren Anzahl von Spenderproben (mindestens 1.000, besser 10.000) &uuml;berpr&uuml;ft werden. Genau solche Untersuchungen h&auml;tten seinerzeit, nach der Entdeckung der hochbelasteten Probe, einen konstruktiven Beitrag zur Kl&auml;rung des Risikos leisten k&ouml;nnen.<\/p><p>Es geh&ouml;rt fraglos zum Recht von Forschungsinstitutionen, jederzeit &uuml;ber die Fortsetzung von Forschungsprojekten und die Verteilung von Ressourcen zu entscheiden. Allerdings habe ich nie verstanden, wie strittige und gesundheitspolitisch dar&uuml;ber hinaus auch noch brisante Fragen durch bzw. nach Beendigung der Forschung gel&ouml;st werden sollen.<\/p><p><strong>Welche Schritte m&uuml;ssten denn nun unternommen werden?<\/strong><\/p><p>Die neuen Todesf&auml;lle durch Borna-Viren und deren &Uuml;bertragung durch kontaminierte Organe eines unerkannt infizierten Spenders bringen das RKI und die GfV in Erkl&auml;rungsnot. Ihre fr&uuml;here Einsch&auml;tzung, das klassische Borna-Virus sei kein menschlicher Krankheitserreger, hat sich als Irrtum herausgestellt.<\/p><p>Ich w&uuml;rde mir jetzt w&uuml;nschen, dass dies als Chance f&uuml;r eine Neubewertung des Gesundheitsrisikos durch BDV-Infektionen angesehen wird. Dazu ist ein transparenter und offener wissenschaftlicher Diskurs erforderlich, der fr&uuml;here Forschungsdaten genauso ber&uuml;cksichtigt wie die neuen Befunde.<\/p><p>Eine transparente Debatte zu strittigen Fragen, insbesondere zur Risikobewertung von Blut- und Organspenden, und vollumf&auml;ngliche Aufkl&auml;rung ist vor allem ein Recht der Patienten, die auf ein lebensrettendes Organ warten. Wenn die Infektion eben nicht selten, sondern weit verbreitet sein sollte, k&ouml;nnten Transplantatempf&auml;nger nicht nur durch unerkannt infizierte potentielle Spender, sondern auch durch eine eigene unerkannte BDV-1-Infektion gef&auml;hrdet sein, die nach Immununterdr&uuml;ckung im Zuge der Transplantation aktiviert werden und dann auch u. U. lebensgef&auml;hrlich krank machen kann. Hier ist es gut zu wissen, dass akut gef&auml;hrdete Patienten mit Amantadin gesch&uuml;tzt werden k&ouml;nnten.<\/p><p><em>Anmerkung: Liv Bode ist heute im Ruhestand, unterst&uuml;tzt aber weiterhin Forschungsprojekte zu menschlichen Borna-Viren (z.B. in China) und ber&auml;t hierzulande bei Bedarf Medizinlabors in Diagnostikfragen.<\/em><\/p><p>F&uuml;r alle Leser, die noch tiefer einsteigen wollen in die komplexen Hintergr&uuml;nde, sei auf die Links auf der Homepage der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW-ev) <a href=\"https:\/\/vdw-ev.de\/stellungnahme-zu-todesfaellen-durch-bornavirus-infektion\/\">verwiesen<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180924_bode.jpg\" alt=\"Liv Bode\" title=\"Liv Bode\"\/><\/div>\n<p>2007 erhielt die Virusforscherin <strong>Liv Bode<\/strong> den Whistleblower-Preis, weil sie bei ihrer Forschung zum Borna-Virus &bdquo;Alarm geschlagen&ldquo; hat. Zusammen mit ihrer Forschungsgruppe war sie auf infekti&ouml;se Virusbestandteile in einer Probe gespendeten Blutplasmas gesto&szlig;en. Es folgte eine Auseinandersetzung mit dem Robert Koch-Institut (RKI),<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46177\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":13,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[149,209],"tags":[2469,929,2470,1087,968],"class_list":["post-46177","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gesundheitspolitik","category-interviews","tag-epidemie","tag-krankheiten","tag-organspenden","tag-whistleblower","tag-wissenschaftsfreiheit"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/46177","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/13"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=46177"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/46177\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":83056,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/46177\/revisions\/83056"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=46177"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=46177"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=46177"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}