{"id":46287,"date":"2018-09-30T09:00:37","date_gmt":"2018-09-30T07:00:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46287"},"modified":"2018-09-28T13:20:07","modified_gmt":"2018-09-28T11:20:07","slug":"hinweise-der-woche-81","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46287","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lohnenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CW)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46287#h01\">Erdogan-Besuch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46287#h02\">Wohnungsnot<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46287#h03\">Verd&auml;chtige Eile im Hambacher Forst<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46287#h04\">Ministerin Leyen muss z&uuml;gig alle Berater-Vertr&auml;ge offenlegen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46287#h05\">F&uuml;r immer Krieg? Vom Umgang mit grausamen Erinnerungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46287#h06\">Ratloses Erschrecken &ndash; Zum Stand der deutsch-russischen Beziehungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46287#h07\">Fluchtursachen bek&auml;mpfen: Theorie und Praxis der Bundesregierung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46287#h08\">May lockt Konzerne mit &bdquo;niedrigsten Unternehmensteuern der G20&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46287#h09\">Nur noch schnell die Uno retten &ndash; M&eacute;lenchon feiert Corbyn<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46287#h10\">Globalisierung und technologischer Wandel f&uuml;hren nicht einfach so zu sinkenden L&ouml;hnen und sozialer Ungleichheit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46287#h11\">Menschenrechte m&uuml;ssen warten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46287#h12\">Die Aufgabe der Medien ist Information, nicht Erziehung<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnendsten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Erdogan-Besuch<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Auf Staatsbesuch in Berlin<\/strong><br>\nBerichte &uuml;ber neue R&uuml;stungskooperationen mit der T&uuml;rkei und &uuml;ber staatlich gef&ouml;rderte Denunziationen von Kritikern der t&uuml;rkischen Regierung via Smartphone-App auch in Deutschland begleiten die Ankunft des t&uuml;rkischen Pr&auml;sidenten Recep Tayyip Erdo&#287;an zum Staatsbesuch in Berlin. Erdo&#287;an wird mit allen protokollarischen Ehren empfangen, da die Bundesregierung um jeden Preis eine engere Anbindung Ankaras erreichen will, das sich in wachsendem Ma&szlig; vom Westen abzuwenden droht. Ursachen des deutschen Bestrebens sind der Beitrag der T&uuml;rkei zur Fl&uuml;chtlingsabwehr sowie vor allem geostrategische Motive: Das Land gilt als unverzichtbare Landbr&uuml;cke zur Einflussnahme in Zentralasien und Mittelost, um die sich die Bundesrepublik bem&uuml;ht. Auch erm&ouml;glicht Ankara es Berlin, unter Ausschluss Washingtons gemeinsam mit Moskau an einem Abgleich &uuml;ber Syrien teilzunehmen. Der Ausbau der deutsch-t&uuml;rkischen Zusammenarbeit ist mit Milliardenauftr&auml;gen f&uuml;r deutsche Konzerne und mit deutschen Beitr&auml;gen zum Aufbau einer eigenen t&uuml;rkischen R&uuml;stungsindustrie verbunden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/7736\/\">German Foreign Policy<\/a><\/li>\n<li><strong>Klare Worte n&ouml;tig<\/strong><br>\nErdogan auf Deutschland-Besuch. Gastkommentar<br>\nSeit Wochen wird &uuml;ber den Besuch des t&uuml;rkischen Staatspr&auml;sidenten Recep Tayyip Erdo&#287;an hei&szlig; diskutiert. Ob er mit allen Ehren empfangen werden oder ob ein Arbeitsbesuch gen&uuml;gen sollte, war die Frage. Noch bevor diese gekl&auml;rt werden konnte, kam Erdo&#287;an bereits mit seiner ungeheuer gro&szlig;en Delegation. In das Land, dessen kritische Staatsb&uuml;rger seiner Meinung nach &raquo;Terroristen&laquo; und &raquo;Agenten&laquo; sind und weggesperrt geh&ouml;ren. Doch warum kommt er dann in ein Land, das er als Unterst&uuml;tzer von Terrorismus ansieht und als &raquo;Nazi&laquo;-Deutschland beschimpft hat? Sind all die Worte und Taten vergessen?<br>\nDer deutsche Botschafter in Ankara, Martin Erdmann, der als rangh&ouml;chster Ansprechpartner die von der Repression des t&uuml;rkischen Staates Betroffenen kennenlernen konnte, erkl&auml;rt es sehr pr&auml;zise. In einem Interview kurz vor der Abreise des t&uuml;rkischen Staatspr&auml;sidenten sagte Erdmann, beide L&auml;nder seien mit soliden Br&uuml;cken aneinander gebunden. Er f&uuml;gte hinzu, dass der Besuch den Willen beider Seiten, das Verh&auml;ltnis zu normalisieren, widerspiegle, und &raquo;es zeigt, dass wir durch st&uuml;rmische Zeiten gehen k&ouml;nnen &ndash; aber unser Interesse, gemeinsam zu arbeiten&laquo; vorherrsche. Derselbe Botschafter ist seit zwei Jahren Zeuge der Willk&uuml;rjustiz, der menschenverachtenden Politik des t&uuml;rkischen Staates und des Abbaus der demokratischen Strukturen geworden. Aber dennoch glaubt er, wie viele Politiker der Bundesregierung, dass man die Risse f&uuml;llen und weiterarbeiten kann.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/340691.klare-worte-n%C3%B6tig.html\">Mesale Tolu in junge Welt<\/a><\/li>\n<li><strong>Berichten nach Erdo&#287;ans Gnaden<\/strong><br>\nUm die Pressefreiheit ist es in der heutigen T&uuml;rkei schlecht bestellt. Nicht nur offen oppositionelle Journalisten und Journalistinnen, sondern alle, die sich nicht den Direktiven der Regierung und regierungsnaher Medienbosse beugen, werden durch die Beh&ouml;rden kriminalisiert, im Internet blo&szlig;gestellt, oder ihre Arbeit wird erschwert durch Repression, Entzug des Presseausweises oder Entlassung. Laut Zahlen des Justizministeriums mussten 11.000 Journalisten im Zeitraum zwischen 2003 und 2016 vor Gericht erscheinen. In etwa der H&auml;lfte der F&auml;lle mussten die Angeklagten zumindest zeitweise ins Gef&auml;ngnis. Au&szlig;erdem wurden allein im Zeitraum zwischen 2013 und 2016 36.000 Presseausweise nicht mehr erneuert, was insbesondere in von Polizei, Gendarmerie und Milit&auml;r kontrollierten Gebieten die Arbeit als Journalist de facto verunm&ouml;glicht.<br>\nNach Angaben des &raquo;Stockholm Center for Freedom&laquo; (SCF) befinden sich immer noch 168 Journalisten im Gef&auml;ngnis, gegen weitere 147 liegt ein Haftbefehl vor. 85 Prozent der inhaftierten Reporter wurden erst nach dem Milit&auml;rputsch vom 15. Juli 2016 festgenommen, fast alle davon mit dem Vorwurf der &raquo;Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation&laquo; und &auml;hnlichen Beschuldigungen. Zugleich wurden seitdem 189 Medienunternehmen geschlossen. Deswegen und wegen der zunehmenden Repression haben nach Angaben der T&uuml;rkischen Journalistenvereinigung (TGC) etwa 30 Prozent der Journalisten in der T&uuml;rkei ihren Job verloren.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/340667.pressefreiheit-in-der-t%C3%BCrkei-berichten-nach-erdogans-gnaden.html\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><strong>Vom Hoffnungstr&auml;ger zum Diktator<\/strong><br>\nErdo&#287;an kommt am Donnerstag nach Berlin. Wie er sich in einen Autokraten verwandelte und welche Rolle deutsche Journalisten dabei spielten.<br>\nF&uuml;r mich und fast alle anderen westlichen Korrespondenten in der T&uuml;rkei war Erdo&#287;an damals eine willkommene positive Abwechslung von den Politikern, die bis dahin das Land gepr&auml;gt hatten. Er schien offen, sagte scheinbar, was er dachte, und verfolgte einen Kurs, der viele auch westliche gepr&auml;gte Intellektuelle begeisterte. Ein islamisch gepr&auml;gter Mann wollte die T&uuml;rkei in den Christenklub EU bringen und schien bereit, daf&uuml;r einiges zu tun. Das war bemerkenswert. In einem Portr&auml;t Ende 2004 schrieb ich:<br>\n&bdquo;In den zwei Jahren der Regierung Erdo&#287;an sind mehr Reformen realisiert worden als in den 20 Jahren davor. Meinungsfreiheit und Null-Toleranz gegen Folter wurden proklamiert und gesetzlich verankert, kulturelle Rechte f&uuml;r die kurdische Minderheit garantiert und die Todesstrafe endg&uuml;ltig abgeschafft.&ldquo;<br>\nHeute, 14 Jahre sp&auml;ter, kann von Meinungsfreiheit keine Rede mehr sein, seit dem Putschversuch im Jahr 2016 wird in Polizeihaft wieder gefoltert, die Kurden im Land gelten wieder pauschal als PKK-Sympathisanten und &bdquo;Terrorhelfer&ldquo;. Erdo&#287;an fordert regelm&auml;&szlig;ig das Parlament dazu auf, die Todesstrafe wiedereinzuf&uuml;hren. Wie konnte das geschehen? Die meisten westlichen Korrespondenten &ndash; mich eingeschlossen &ndash; haben die Kritiker Erdo&#287;ans, schon damals nicht ernst genommen, wenn sie sagten, dass der Mann lediglich ein taktisches Verh&auml;ltnis zur Demokratie, zu westlichen Werten und der Europ&auml;ischen Union hatte.<br>\nIch erinnere mich an ein Gespr&auml;ch mit einem Mitglied des t&uuml;rkischen Wissenschaftsrates. Professor Cel&acirc;l &#350;eng&ouml;r bef&uuml;rchtete schon damals, dass Erdo&#287;an die Autonomie der Wissenschaft beenden und die Universit&auml;ten am liebsten wieder in Medresen, die alten religi&ouml;sen Hochschulen, umwandeln w&uuml;rde. Ich hielt &#350;eng&ouml;r damals f&uuml;r &uuml;berspannt, f&uuml;r einen verbohrten Kemalisten, der seine Vorurteile nicht aufgeben wollte. Mea culpa, Cel&acirc;l &#350;eng&ouml;r.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Aufstieg-von-Recep-Tayyip-Erdoan\/!5536177\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Der Autor &uuml;bt auf sympathische Weise viel Selbstkritik an seinen eigenen (wechselnden) Einsch&auml;tzungen von Erdogan und gesteht gleichzeitig ein, dass eine Beurteilung der politischen Lage in der T&uuml;rkei unglaublich schwierig ist und immer mehrere Seiten hat. So viel kritische Distanz und Einsicht st&uuml;nde vielen, vielen Journalisten an.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Wohnungsnot<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Wohngipfel der Bundesregierung: &ldquo;Politik der Trippelschritte&rdquo;<\/strong><br>\nBaukindergeld f&uuml;r Familien, Steuerabschreibungen f&uuml;r den Bau von Mietwohnungen und mehr Geld f&uuml;r den sozialen Wohnungsbau: Auf dem Wohngipfel der Bundesregierung wurde eine Wohnoffensive beschlossen, mit der die hohen Mietkosten einged&auml;mmt werden sollen. Insgesamt sollen bis zu 1,5 Millionen neue Wohnungen gebaut werden.<br>\nDas klingt gut &ndash; ist aber angesichts der massiven Probleme l&auml;ngst nicht ausreichend. &ldquo;Die Gipfelergebnisse werden den Erwartungen der arbeitenden Menschen und Mieter nicht gerecht&rdquo;, kommentiert DGB-Vorstandsmitglied Stefan K&ouml;rzell. &ldquo;Die geplanten Ma&szlig;nahmen reichen keinesfalls, um den Bedarf an bezahlbarem Wohnraum schnell zu decken, geschweige denn den Anstieg der Mieten zu bremsen. Wer weiter eine Politik der Trippelschritte macht, braucht sich &uuml;ber einen schwindenden sozialen Zusammenhalt nicht zu wundern.&rdquo; (&hellip;)<br>\n&ldquo;Auch wenn in dieser Legislatur 100.000 neue Sozialwohnungen gebaut werden sollen &ndash; im gleichen Zeitraum fallen etwa 150.000 Wohnungen aus der Preisbindung, der Bestand nimmt also weiter ab&rdquo;, so K&ouml;rzell weiter. &ldquo;Die beabsichtigten 1,5 Milliarden Euro, die der Bund j&auml;hrlich f&uuml;r Sozialmietwohnungen ausgeben will, sind da nur ein Tropfen auf den hei&szlig;en Stein. Pro Jahr m&uuml;ssten mindestens 400.000 Wohnungen gebaut werden, davon sollten mindestens 100.000 preis- und belegungsgebunden sein. &Uuml;berdies sollte die Mietpreisbremse fl&auml;chendeckend und unbefristet gelten. In das Gesetz geh&ouml;ren Sanktionen rein; die Vermieter m&uuml;ssen mit Bu&szlig;geldern rechnen, wenn sie gegen die Vorgaben versto&szlig;en und etwa bei Neuvermietung keine Auskunft &uuml;ber die Vormiete erteilen wollen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/uber-uns\/dgb-heute\/organisation-und-bundesvorstand\/++co++cc69acfa-bda7-11e8-8593-52540088cada\">DGB<\/a><\/li>\n<li><strong>Schneider: Regierung ist mitverantwortlich f&uuml;r hohe Mieten<\/strong><br>\nDie Mietpreisbremse sei von Anfang an ein zahnloser Tiger gewesen, sagte Ulrich Schneider vom Parit&auml;tischen Gesamtverband im Dlf. Auch das Baukindergeld biete keine wirklichen Anreize f&uuml;r Familien. Die Ma&szlig;nahmen der Regierung zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum seien zu &ldquo;kleinm&uuml;tig&rdquo;. (&hellip;)<br>\nHeckmann: Das hei&szlig;t, wer ist das, wer ist daf&uuml;r verantwortlich?<br>\nSchneider: Da ist die Bundesregierung auf jeden Fall mitverantwortlich. Sie hat Ma&szlig;nahmen erlassen, zum Teil ja sehr vollmundig, die genau dem entgegenwirken sollten, aber wohlwissend, dass diese Ma&szlig;nahmen gar nicht wirken k&ouml;nnen. Sie haben die Mietpreisbremse genannt &ndash; die ist von vornherein ein zahnloser Tiger gewesen, und sie bleibt auch nach den jetzigen Nachbesserungen ein zahnloser Tiger. (&hellip;)<br>\nSchneider: Deswegen sagen wir Verbandsklagerecht. Es muss m&ouml;glich sein, dass der Einzelne beispielsweise zum Mieterbund oder wo auch immer hingeht und sagt, bitte, hier, Institution, Verein, wer auch immer, klagt f&uuml;r mich, sorgt daf&uuml;r, dass ich hier meinen Frieden finde. Das w&auml;re vern&uuml;nftig.<br>\nUnd noch ein Weiteres ist ganz wichtig: Die Mietpreisbremse ist so gestrickt, dass es auch nach diesen Verbesserungen f&uuml;r den Vermieter v&ouml;llig risikofrei bleibt, wenn er die Mietpreisbremse umgeht. Er muss keine Strafe zahlen, er muss nicht mal ein Bu&szlig;geld zahlen. Er muss lediglich von dem Moment an, wo er erwischt wurde, die Miete anpassen.<br>\nUnd da sagen wir, das geht nicht. Wenn ein Vermieter hier wirklich betr&uuml;gt, indem er sagt, ich umgehe das Ganze, ich nehme viel mehr, als ich darf, dann muss er auch behandelt werden wie ein Betr&uuml;ger, sprich dann muss das auch strafrechtsbewehrt sein. Und das sind unsere beiden zentralen Forderungen, zu sagen, da muss auch mal Strafe erfolgen, wenn jemand betr&uuml;gt, und es muss vor allen Dingen der einzelne Mieter die M&ouml;glichkeit haben, &uuml;ber Verb&auml;nde, &uuml;ber Vereine sein Recht durchzusetzen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/wohnungsmarkt-schneider-regierung-ist-mitverantwortlich.694.de.html?dram:article_id=428547\">Deutschlandfunk<\/a><\/li>\n<li><strong>Seehofers Immobilienlobby-Gipfel steht an<\/strong><br>\nWohngipfel offenbart Schieflage in der Wohnungspolitik<br>\nDer anstehende Wohngipfel der Bundesregierung hat eine ordentliche Schieflage. Das best&auml;tigt ein internes Papier &uuml;ber die Teilnahme- und Themenliste, die uns vorliegt. Beim wohnungspolitischen Mittagessen mit der Bundesregierung stehen ganzen 14 Verb&auml;nden der Anbieterseite lediglich drei Verb&auml;nde der Nutzer- und Besch&auml;ftigtenseite gegen&uuml;ber. Viele wichtige gesellschaftliche Gruppen sind nicht einmal eingeladen, viele ihrer Themen fehlen auf der Tagesordnung. Das wohnungspolitische Gro&szlig;event der Bundesregierung wirkt daher mehr wie ein Immobilienlobby-Gipfel. Diejenigen, die auf bezahlbaren Wohnraum angewiesen sind, m&uuml;ssen sich hinten anstellen. (&hellip;)<br>\nDer Wohngipfel der Bundesregierung zeigt noch einmal deutlich: Die Immobilienbranche genie&szlig;t einen privilegierten Zugang zur Politik. Schon in die Vorbereitung des Gipfels bezog Bauminister Seehofer sieben Immobilienlobbyverb&auml;nde ein, w&auml;hrend allein der Mieterbund f&uuml;r die Interessen der Mieterinnen und Mieter mitsprechen durfte. Zum Gipfel selbst entsenden die Verb&auml;nde der Immobilienwirtschaft die meisten Vertreter (siehe Graphik), w&auml;hrend Betroffene und ihre Vertreter\/innen gr&ouml;&szlig;tenteils nicht einmal teilnehmen d&uuml;rfen. Sozial-, Umwelt- und Wohnungslosenverb&auml;nde oder Recht-auf-Stadt-Initiativen m&uuml;ssen drau&szlig;en bleiben. Die Ausgeschlossenen organisieren &ndash; gemeinsam mit den Gipfelteilnehmern DGB und Mieterbund &ndash; am Tag zuvor einen eigenen Alternativen Wohngipfel und rufen zum Tag des offiziellen Gipfels zu einer Kundgebung vor dem Kanzleramt auf. Auch wir beteiligen uns an den Protesten. Kritik kommt auch von Gr&uuml;nen und Linken: Denn anders als unter Seehofers Vorg&auml;ngerin Barbara Hendricks darf auch die Opposition an den Gespr&auml;chen zwischen Verb&auml;nden und Politik nicht mehr teilnehmen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.lobbycontrol.de\/2018\/09\/bezahlbares-wohnen-seehofers-immobilienlobby-gipfel-steht-an\/\">LobbyControl<\/a><\/li>\n<li><strong>Rendite mit Miete<\/strong><br>\nMit den Mieten in deutschen Gro&szlig;st&auml;dten steigen auch die Aktienkurse der b&ouml;rsennotierten Immobilienunternehmen. Vonovia aus Bochum ist mittlerweile sogar Dax-Mitglied. Doch nicht nur die Konzerne profitieren vom Immobilienboom, sondern auch gro&szlig;e Investoren aus dem In- und Ausland. (&hellip;)<br>\nDeutschland gilt eigentlich als Mieterland. Doch tats&auml;chlich wohnen 52 Prozent der Menschen inzwischen im eigenen Haus oder der eigenen Wohnung. Die knappe andere H&auml;lfte ist in der Hand gewerblicher Investoren, davon sind die gr&ouml;&szlig;ten b&ouml;rsennotierte Unternehmen wie Vonovia, Deutsche Wohnen oder LEG. Ausl&auml;ndische Investoren gibt es auch einige, aber deren Zahl sei inzwischen &uuml;berschaubar, sagt Thomas Beyerle. Er leitet die Forschungsabteilung der Immobilienberatungsgesellschaft Catella.<br>\n&ldquo;Deutschland ist zwar attraktiv, aber es ist kein Vergleich zu der Zeit zwischen 2005 und 2007, als beispielsweise das Dresdner Wohnungsportfolio an eine amerikanische Adresse ging. Von daher haben wir hier sehr starke nationale Investoren, Vonovia, LEG, die hier einen B&ouml;rsengang in den letzten zehn Jahren gemacht haben.&rdquo; (&hellip;)<br>\nVon den ausl&auml;ndischen Investoren sind etwa der Verm&ouml;gensverwalter Blackrock oder Blackstone direkt oder indirekt engagiert. Der deutsche Immobilienmarkt gilt immer noch als unterbewertet, die Mieten in den Bestandsimmobilien sind aus Sicht der Investoren steigerungsf&auml;hig. Das sieht etwa auch der Verm&ouml;gensverwalter Blackrock so, der Anteile an Vonovia h&auml;lt, an der Deutschen Wohnen und der LEG. Es gibt aber auch weitere Investoren, erkl&auml;rt Beyerle.<br>\n&ldquo;Dann ist der Staat nat&uuml;rlich auch noch da. Die L&auml;nder sind teilweise auch noch engagiert, denn etliche der Gesellschaften kommen ja aus ehemals kommunalen Wohnungsbaugesellschaften. Der Kern ist nat&uuml;rlich immer ein lokaler Bezug gewesen, aber gerade w&auml;hrend LEG beispielsweise nur in Nordrhein-Westfalen aktiv ist der Definition nach, ist Vonovia mittlerweile auch in Schweden aktiv.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/immobilienmarkt-rendite-mit-miete.766.de.html?dram:article_id=428693\">Deutschlandfunk<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J.K.:<\/strong> Das ist ein entscheidender Punkt, die Spekulation mit Wohnraum muss unterbunden werden. Ein derart essentielles Gut kann nicht den &ldquo;Kr&auml;ften des Marktes&rdquo; &uuml;berlassen werden. Deswegen ist der Wohngipfel auch f&uuml;r die Katz, da dieses Grunds&auml;tzliche Problem nicht einmal ansatzweise thematisiert wird. Die geplante Erh&ouml;hung des Wohngeldes zeigt, dass man gedenkt den Immobilienspekulanten weiter Steuergeld in den Rachen zu schmei&szlig;en. Wesentlich verantwortlich f&uuml;r die aktuelle Situation, der Mentor Merkels, Helmut Kohl, dessen Regierung die Gemeinn&uuml;tzigkeit f&uuml;r die Wohnungsbaugesellschaften 1989 abschaffte und nat&uuml;rlich auch wieder die SPD, die unter Schr&ouml;der daran nichts &auml;nderte.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Wer organisiert die Mietpreisexplosion in Deutschland? Ein Buch &uuml;ber die Rolle von BlackRock &amp; Co.<\/strong><br>\nIn seinem Buch &bdquo;Die Kapitalisten des 21. Jahrhunderts&ldquo; analysiert Werner R&uuml;gemer den Aufstieg der kaum regulierten Schattenbanken: BlackRock, Blackstone und mehrere Dutzend &auml;hnliche Kapitalorganisatoren sind sp&auml;testens seit der Finanzkrise die bestimmenden Eigent&uuml;mer der wichtigsten westlichen Banken und Unternehmen. Auch Facebook, Amazon, Google und Apple sind inzwischen Eigentum der neuen Finanzakteure. Sie organisieren Steuerflucht und prek&auml;re Arbeitsverh&auml;ltnisse und kooperieren mit den Geheimdiensten. Im Folgenden mit freundlicher Genehmigung des Autors das Kapitel &uuml;ber die Monopolisierung des Wohnungsmarktes in Deutschland.<br>\nBlackRock &amp; Co: Die gr&ouml;&szlig;ten Eigent&uuml;mer von Mietwohnungen<br>\nDie neuen Finanzakteure krempeln seit der Jahrtausendwende und verst&auml;rkt seit der Finanzkrise 2008 die Wirtschaft in der EU um und haben auch das Ende der Deutschland AG herbeigef&uuml;hrt: So sind BlackRock &amp; Co inzwischen auch die bei weitem gr&ouml;&szlig;ten Privateigent&uuml;mer von Mietwohnungen in Deutschland.<br>\nVonovia SE<br>\nDer gr&ouml;&szlig;te Mietwohnungs-Konzern in Deutschland ist Vonovia. Ihm geh&ouml;ren 355.000 Wohnungen in allen gr&ouml;&szlig;eren St&auml;dten. Zus&auml;tzlich werden 65.000 Wohnungen anderer Eigent&uuml;mer verwaltet. Die Expansion ist damit keineswegs beendet. Ende 2017 wurde die &ouml;sterreichische Gesellschaft BUWOG mit 51.000 Wohnungen &uuml;bernommen.<br>\nDer Konzern entstand durch die Vorarbeit von Private Equity-Investoren: 1. Terra Firma aus London hatte zun&auml;chst Wohnungen abziehender britischer Milit&auml;rs in Deutschland, Eisenbahnerwohnungen des privatisierten Bahnunternehmens Deutsche Bahn AG und Werkswohnungen von RWE aufgekauft und sie unter Deutsche Annington AG zusammengefasst. 2. Fortress hatte die 145.000 Wohnungen der Bundesversicherungsanstalt sowie z.B. noch 48.000 Wohnungen der Stadt Dresden gekauft. 3. Cerberus hatte die kommunale Berliner Wohnungsgesellschaft GSW (65.000 Wohnungen) aufgekauft. Alle Wohnungen geh&ouml;ren nun zu Vonovia&hellip;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/norberthaering.de\/de\/27-german\/news\/1032-ruegemer-blackrock\">Norbert H&auml;ring<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Verd&auml;chtige Eile im Hambacher Forst<\/strong><br>\nKeine f&uuml;nf Tage hat der R&auml;umungsstopp gehalten, den NRW-Innenminister Herbert Reul vergangene Woche nach dem t&ouml;dlichen Unfall im Hambacher Forst angek&uuml;ndigt hatte. Seit Montag werden wieder Baumh&auml;user ger&auml;umt &ndash; w&auml;hrend im Wald noch getrauert wurde und gerade als die Eltern des Toten den Unfallort besuchten.<br>\nDiese Eile scheint nicht nur in Anbetracht des Todesfalls deplatziert. Sondern auch deshalb, weil momentan die Zweifel gr&ouml;&szlig;er werden, ob die Rodung des Hambacher Waldes &uuml;berhaupt erforderlich ist. Nachdem bereits der BUND dargelegt hatte, warum der Tagebau seiner Ansicht nach keineswegs stillstehen m&uuml;sste, wenn in diesem Jahr auf die Rodung verzichtet wird, kommt nun die Analyse eines auf Bergbau spezialisierten Beratungsunternehmens im Auftrag von Greenpeace zum gleichen Schluss.<br>\nDie Ergebnisse der Kohlekommission abzuwarten, die f&uuml;r Mitte Dezember angek&uuml;ndigt sind, w&auml;re also ohne jedes Problem m&ouml;glich. Und sachgerecht w&auml;re ein solches Vorgehen auch. Zwar hat die Kommission erkl&auml;rt, dass ihre Aufgabe, den langfristigen Kohleausstieg zu organisieren, mit einem kurzfristigen Stopp der Arbeiten im Tagebau Hambach nicht unmittelbar zu tun hat. Doch neue Berechnungen lassen auch das fragw&uuml;rdig erscheinen.<br>\nUm die deutschen Klimaziele zu erreichen, m&uuml;ssen die &auml;ltesten Braunkohlekraftwerke sofort abgeschaltet werden; die &uuml;brigen m&uuml;ssen ihre Stromproduktion sofort um die H&auml;lfte drosseln und bis 2030 ganz einstellen. Dadurch, so zeigen Berechnungen von DIW und Fraunhofer-Institut, w&uuml;rde die noch ben&ouml;tigte Braunkohlemenge so schrumpfen, dass der Hambacher Wald erhalten werden k&ouml;nnte.<br>\nDiese Analysen m&uuml;ssen sorgf&auml;ltig gepr&uuml;ft werden, bevor gerodet wird. Wenn das Land Nordrhein-Westfalen, das die R&auml;umung angeordnet hat, dazu nicht bereit ist, setzt es sich dem Verdacht aus, aus Furcht vor neuen Erkenntnissen schnell noch unwiderrufbare Fakten schaffen zu wollen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Kommentar-Rodung-fuer-RWE\/!5534812\/\">taz<\/a>\n<p>dazu: <strong>Bundesb&uuml;rger gegen Rodung<\/strong><br>\nWenn es nach dem Willen der Bundesb&uuml;rger geht, ist die Sache klar: RWE w&uuml;rde den Hambacher Forst nicht weiter roden, bis die Kohlekommission ihre Arbeit beendet hat, und Deutschland w&uuml;rde au&szlig;erdem bis sp&auml;testens 2030 aus der Kohle aussteigen.<br>\nDas sind die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid im Auftrag des Kampagnennetzwerks Avaaz, die Klimareporter&deg; in Ausz&uuml;gen vorliegt.<br>\nDemnach wollen drei Viertel der Deutschen, dass es w&auml;hrend der laufenden Gespr&auml;che zum Kohleausstieg keine Rodungen im Hambacher Wald gibt. Dabei bef&uuml;rworten 51 Prozent den Rodungsstopp sogar &ldquo;sehr&rdquo;. 25 Prozent stimmten &ldquo;eher&rdquo; zu. 22 Prozent sprachen sich hingegen f&uuml;r weitere Rodungen aus.<br>\nNoch deutlicher sind die Zahlen bei der Frage nach einem raschen Kohleausstieg. Knapp drei Viertel der Befragten sprechen sich daf&uuml;r aus. Dabei sind 46 Prozent f&uuml;r einen Ausstieg &ldquo;bis sp&auml;testens 2025&rdquo; und 27 Prozent &ldquo;bis sp&auml;testens 2030&rdquo;.<br>\nF&uuml;r einen Ausstieg &ldquo;sp&auml;ter als 2040&rdquo; sprechen sich nur zwei Prozent aus. Dass Deutschland gar nicht aus der Kohle aussteigen soll, meinen lediglich zw&ouml;lf Prozent.<br>\nEmnid fragte auch danach, wie die Unterst&uuml;tzer der derzeitigen Regierungsparteien CDU und SPD zum Kohleausstieg stehen. Interessanterweise ist bei ihnen die Unterst&uuml;tzung f&uuml;r einen z&uuml;gigen Ausstieg noch gr&ouml;&szlig;er als in der Gesamtbev&ouml;lkerung: Jeweils gut 80 Prozent sprechen sich f&uuml;r ein Ende der Kohleverstromung bis sp&auml;testens 2030 aus.<br>\n&ldquo;Die Regierung hingegen scheint den Hambacher Wald vor lauter B&auml;umen nicht zu sehen&rdquo;, kommentierte Christoph Schott von Avaaz die Umfrageergebnisse. &ldquo;Es geht nicht um ein kleines Waldst&uuml;ck bei K&ouml;ln, sondern um die Zukunft der deutschen Klimapolitik.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.klimareporter.de\/protest\/bundesbuerger-gegen-rodung\">klimareporter<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Ministerin Leyen muss z&uuml;gig alle Berater-Vertr&auml;ge offenlegen<\/strong><br>\nPressemitteilung von Matthias H&ouml;hn, 25. September 2018<br>\n&bdquo;Die Beraterkosten im Verteidigungsministerium explodieren, gleichzeitig wird nichts besser. Im Gegenteil, auch die R&uuml;stungsprojekte werden immer teurer. Die Ministerin muss z&uuml;gig alle Vertr&auml;ge offenlegen und den Bundestag &uuml;ber die wahren Beraterkosten informieren&ldquo;, erkl&auml;rt Matthias H&ouml;hn, sicherheitspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, zu den Vorw&uuml;rfen aus dem Gutachten des Bundesrechnungshofes zu den Beratervertr&auml;gen des Verteidigungsministeriums. H&ouml;hn weiter:<br>\n&bdquo;Das Verteidigungsministerium engagiert laut Bundesrechnungshof sogar teure M&ouml;belberater f&uuml;r die Ausstattung der Bundeswehrkasernen. Insgesamt gibt das Verteidigungsministerium rund 150 Millionen Euro im Jahr f&uuml;r externe Berater aus. Das ist fast genauso viel wie die gesamten Personalausgaben des Ministeriums, die im Jahr 2018 rund 175 Millionen Euro betragen. Der Bundesrechnungshof kritisiert, dass die Bundeswehr in 80 Prozent der F&auml;lle den Bedarf f&uuml;r die Beauftragung externer Leistungen nicht nachgewiesen hat. Frau von der Leyen muss dem Bundesrechnungshof alle Beratervertr&auml;ge zur Pr&uuml;fung vorlegen. Die &Ouml;ffentlichkeit hat ein Recht zu erfahren, welche Firmen zu welchen Kosten und zu welchen Bedingungen die Bundeswehr beraten. Und die Ministerin muss den Verdacht ausr&auml;umen, kein Vertrauen in ihre Mitarbeiter zu haben.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.linksfraktion.de\/presse\/pressemitteilungen\/detail\/ministerin-leyen-muss-zuegig-alle-berater-vertraege-offenlegen\/\">Die Linke<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>F&uuml;r immer Krieg? Vom Umgang mit grausamen Erinnerungen<\/strong><br>\n70 Prozent der erwachsenen Menschen, die in Deutschland Asyl suchen, haben in ihrem Heimatland oder auf der Flucht Gewalt gegen&uuml;ber anderen Menschen miterlebt, 55 Prozent haben selbst Gewalt erfahren, 43 Prozent geben an, gefoltert worden zu sein und 58 Prozent sagen, dass sie Leichen gesehen haben. Wie sollen Menschen das verarbeiten k&ouml;nnen? Sind die Seelsorger und Psychologen hierzulande f&uuml;r die Behandlung der vielen Traumatisierten gewappnet? Wie sollen Patienten, Psychologen und wie sollen wir als Gesellschaft mit dieser enormen Herausforderung umgehen? Kriegs-Traumata sind f&uuml;r viele bis heute ein Tabu-Thema.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/fuer-immer-krieg-vom-umgang-mit-grausamen-erinnerungen.976.de.html?dram:article_id=428860\">DLF<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers M.H.:<\/strong> Was konventionelle Kriege anrichten &ndash; in der Vergangenheit, der Gegenwart und Zukunft &ndash; lesenswert!<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Ratloses Erschrecken &ndash; Zum Stand der deutsch-russischen Beziehungen<\/strong><br>\nWie eine solche Revision angebahnt werden k&ouml;nnte, hat Egon Bahr, von der &bdquo;Bild&ldquo;-Zeitung befragt, schon bald nach der Integration der Krim in den russischen F&ouml;deralverband angegeben. Er tat es noch einmal in der Rede, die er am 26. M&auml;rz 2015 in Berlin hielt, einem politischen Verm&auml;chtnis von der unangestrengten Schl&uuml;ssigkeit, die alle seine Wortmeldungen auszeichnete. In dem auf die Krim bez&uuml;glichen Absatz machte er die feine Unterscheidung zwischen Anerkennung und Respektierung der russischen Annexion und stellte eine Analogie zu der westdeutschen Regierungspolitik unter Brandt und Scheel gegen&uuml;ber der DDR her: keine v&ouml;lkerrechtliche Anerkennung der DDR, aber ihre staatliche Respektierung; diese habe f&uuml;r beide Teile zwanzig Jahre lang den &bdquo;v&ouml;lkerrechtlichen Rahmen f&uuml;r viele Vertr&auml;ge und internationale Abkommen&ldquo; abgegeben.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2018\/september\/ratloses-erschrecken\">Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Fluchtursachen bek&auml;mpfen: Theorie und Praxis der Bundesregierung<\/strong><br>\nZus&auml;tzliche Einnahmen des Bundes sollen 1:1 auf Verteidigungs- und Entwicklungsministerium verteilt werden. So steht es im Koalitionsvertrag. Im aktuellen Haushaltsentwurf f&uuml;r 2019 erh&auml;lt der Verteidigungsetat fast das 15fache! Dem Entwicklungsminister M&uuml;ller (CSU) ist am Mittwoch wenigstens ein bisschen der Kragen geplatzt&hellip;<br>\nWie oft haben wir das jetzt schon geh&ouml;rt aus Politikermund?! Dass Fluchtursachen bek&auml;mpft werden m&uuml;ssen, indem (Entwicklungs-)Hilfe vor Ort geleistet wird. Selbst in den Koalitionsvertrag hat es diese Absicht geschafft. Dort ist vereinbart, dass &bdquo;zus&auml;tzliche Haushaltsspielr&auml;ume&ldquo; ab 2019 im Verh&auml;ltnis 1:1 aufgeteilt werden auf den Verteidigungshaushalt und den Haushalt des Entwicklungsministeriums. Dort sollen sie verwendet werden f&uuml;r Krisenpr&auml;vention, humanit&auml;re Hilfe, Ausw&auml;rtige Kultur- und Bildungspolitik und Entwicklungszusammenarbeit.<br>\nDiese hehre Absicht ist offensichtlich unter die R&auml;der der Trump&rsquo;schen Drohungen geraten: Denn in den aktuellen Haushaltsans&auml;tzen f&uuml;r 2019 erh&auml;lt der Verteidigungshaushalt zus&auml;tzliche Mittel in H&ouml;he von 4,38 Milliarden Euro. F&uuml;r den Etat des Entwicklungsministers bleiben gerade mal ein Plus von 295 Millionen Euro.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/cives.de\/fluchtursachen-bekaempfen-theorie-und-praxis-der-bundesregierung-8334\">Cives<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>May lockt Konzerne mit &bdquo;niedrigsten Unternehmensteuern der G20&ldquo;<\/strong><br>\nAm Rande der Uno-Vollversammlung umgarnt die britische Premierministerin die Wirtschaft. Deutsche Firmen wollen sich durch niedrige Steuern jedoch nicht locken lassen.<br>\nStellt sich das Vereinigte K&ouml;nigreich als Steuerparadies f&uuml;r Gro&szlig;konzerne neu auf? Gro&szlig;britanniens Premierministerin Theresa May hat f&uuml;r die Zeit nach dem EU-Austritt &ndash; wie immer der auch verhandelt werden mag &ndash; nun ein eigenes Gesch&auml;ftsmodell beworben. Am Rande der Uno-Vollversammlung in New York versucht May, Unternehmen aus aller Welt auf die Insel zu locken.<br>\n&bdquo;Was auch immer sie f&uuml;r ein Unternehmen sind, in ein Gro&szlig;britannien nach dem Brexit zu investieren wird Ihnen die niedrigsten Unternehmensteuern in der G20 bescheren&ldquo;, sagte die Premierministerin am Mittwoch bei einem Wirtschaftstreffen. Damit konterkariert May direkt die Bestrebungen der weltweit f&uuml;hrenden Industrienationen, sich beim Thema Steuers&auml;tze nicht gegenseitig zu unterbieten. Das eigentliche Ziel der Industrienationen: legale M&ouml;glichkeiten zur Steuervermeidung ausmerzen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/amp.handelsblatt.com\/politik\/international\/zukunft-nach-brexit-may-lockt-konzerne-mit-niedrigsten-unternehmensteuern-der-g20\/23118112.html\">Handelsblatt<\/a>\n<p>dazu: <strong>EU muss klare Kante gegen Steueroase Gro&szlig;britannien zeigen<\/strong><br>\nDie EU muss in den Brexit-Verhandlungen Straf- bzw. Quellensteuern androhen und den Zugang zum Binnenmarkt beschr&auml;nken, wenn die britische Regierung weiter an ihren Pl&auml;nen zum aggressiven Steuerwettbewerb bei der Unternehmensbesteuerung festh&auml;lt&ldquo;, kommentiert Fabio De Masi, stellvertretender Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE und der deutsch-britischen Parlamentariergruppe, Aussagen von Premierministerin Theresa May am Rande der UN-Vollversammlung, Gro&szlig;britannien strebe die niedrigste Unternehmenssteuern der G20-Staaten an. Hinsichtlich des heutigen Treffens von EU-Brexit-Unterh&auml;ndler Michel Barnier mit dem Vorsitzenden der britischen Labour Party Jeremy Corbyn in Br&uuml;ssel f&uuml;gt De Masi hinzu:<br>\n&bdquo;Ein chaotischer Brexit k&ouml;nnte durch Neuwahlen abgewendet werden. Die EU sollte Jeremy Corbyn signalisieren, dass ihm im Falle von Neuwahlen genug Zeit gelassen wird, um die Beziehungen Gro&szlig;britanniens zur EU zu regulieren. Die beste Werbung f&uuml;r die EU w&auml;re ein Kurswechsel in der Wirtschafts- und Wettbewerbspolitik, der die souver&auml;ne Regulierung der &ouml;ffentlichen Dienste sowie der Arbeits- und Sozialgesetze gestattet. Aufgrund der katastrophalen Erfahrungen bei der Privatisierung und Liberalisierung der britischen Eisenbahn, darf nicht auf &auml;hnliche Entwicklungen etwa im Gesundheitswesen gedr&auml;ngt werden.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.linksfraktion.de\/presse\/pressemitteilungen\/detail\/eu-muss-klare-kante-gegen-steueroase-grossbritannien-zeigen\/\">DIE LINKE. im Bundestag<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Nur noch schnell die Uno retten &ndash; M&eacute;lenchon feiert Corbyn<\/strong><br>\n[&hellip;] Bildet sich eine linke Front gegen die EU bzw. ihre neoliberale Politik? Dies l&auml;sst &ldquo;der Besuch des Franzosen M&eacute;lenchon beim Labour-F&uuml;hrer Corbyn vermuten. &ldquo;Das ist der Beginn unserer gemeinsamen Geschichte&rdquo;, freute sich M&eacute;lenchon nach dem Treffen, berichtet Lib&eacute;ration. Zuvor hatte der Chef der unbeugsamen Franzosen&rdquo; Deutschland vorgeworfen, nach der totalen Herrschaft in der EU zu greifen&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/lostineu.eu\/nur-noch-schnell-die-uno-retten-macron-senkt-steuern\/\">Lost in Europe<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Globalisierung und technologischer Wandel f&uuml;hren nicht einfach so zu sinkenden L&ouml;hnen und sozialer Ungleichheit<\/strong><br>\nPolitik neigt dazu, sich aus der Verantwortung f&uuml;r sinkende L&ouml;hne, Prekarisierung und wachsende soziale Ungleichheit zu stehlen. &raquo;Technologischen Wandel&laquo; und &raquo;Globalisierung&laquo; f&uuml;hrt sie dann als Ursachen an, gegen die man leider nichts machen k&ouml;nne. Eine Studie zeigt: Das ist falsch. [&hellip;]<br>\nEine Studie, erschienen ausgerechnet beim neoliberalen M&uuml;nchener ifo-Institut, hat nun unter R&uuml;ckgriff auf umfangreiche Daten aus mehreren L&auml;ndern untersucht, ob die sinkende Lohnquote tats&auml;chlich auf (kaum beeinflussbare) technologische Entwicklungen und Globalisierungsprozesse zur&uuml;ckzuf&uuml;hren ist. Die St&auml;rke der Studie liegt darin, dass sie Auswirkungen von Globalisierung und technologischem Wandel nicht einfach f&uuml;r alle L&auml;nder als identisch behauptet. Sie untersucht vielmehr, in welchem Ma&szlig;e und in welcher Weise sich diese Auswirkungen je nach politischen und institutionellen Gegebenheiten in (hier sechs) verschiedenen L&auml;ndern unterscheiden. Dabei nimmt differenziert sie nach verschiedenen Branchen und Arbeitsmarktbereichen. Und sie fragt insbesondere, welche Rolle Arbeitsmarktinstitutionen &ndash; wie etwa Arbeitslosenversicherungen, Gewerkschaften und Tarifaushandlungssysteme &ndash; sowie deren je spezifische Auspr&auml;gung dabei spielen. Das Ergebnis ist eindeutig: Die Behauptung einer mangelnden politischen Handlungsf&auml;higkeit ist nicht haltbar.<br>\nInsgesamt deuten unsere Ergebnisse darauf hin, dass der R&uuml;ckgang der Lohnquote keine unausweichliche Folge des technologischen Wandels und der Globalisierung ist.<br>\nUm das Problem wachsender sozialer Ungleichheit und Unsicherheit in den Griff zu bekommen, so die Studie, gen&uuml;ge es nicht, auf &raquo;mehr Bildung und Qualifizierung&laquo; zu setzen (wie es h&auml;ufig von denen vorgeschlagen wird, die eine echte Umverteilung verhindern wollen). Vielmehr m&uuml;sse man die Verhandlungsmacht der abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten und ihrer Gewerkschaften gegen&uuml;ber den Arbeitgebern politisch st&auml;rken:<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.blickpunkt-wiso.de\/post\/globalisierung-und-technologischer-wandel-fuehren-nicht-einfach-so-zu-sinkenden-loehnen-und-sozialer-ungleichheit--2239.html\">Blickpunkt WiSo<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Menschenrechte m&uuml;ssen warten<\/strong><br>\nDie UN verhandelt &uuml;ber ein Abkommen f&uuml;r die menschenrechtliche Regulierung der Wirtschaft. Doch die EU blockiert das mit Verfahrensfragen.<br>\nFrei zug&auml;ngliche Notausg&auml;nge und Schutzkleidung f&uuml;r Arbeiten mit gef&auml;hrlichen Substanzen sind nur zwei Beispiele f&uuml;r die Umsetzung von Menschenrechten in Unternehmen. Und zwei Beispiele f&uuml;r Standards, die immer wieder missachtet werden, was aber in der globalisierten Wirtschaft nur schwer zu ahnden ist.<br>\nDeshalb verhandeln die Vereinten Nationen (UN) derzeit wieder &uuml;ber ein v&ouml;lkerrechtliches Abkommen, das Staaten dazu verpflichten soll, die Menschenrechte entlang internationaler Lieferketten gesetzlich zu sch&uuml;tzen. Bei der Sitzung des UN-Menschenrechtsrates in Genf will die EU den Verhandlungsprozess am Freitag allerdings mit formalen Einw&auml;nden zumindest zum Stocken bringen.<br>\nVerhandelt wird in der &bdquo;Offenen zwischenstaatlichen Arbeitsgruppe des Menschenrechtsrates zur Verhandlung eines Abkommens &uuml;ber verbindliche Menschenrechtsnormen f&uuml;r Unternehmen&ldquo;. Der Menschenrechtsrat der UN etablierte sie 2014 gegen die Stimmen Deutschlands und anderer n&ouml;rdlicher Industriestaaten. Seitdem gab es drei Verhandlungsrunden, am 15. Oktober soll die vierte beginnen.<br>\nEinige EU-Staaten st&ouml;ren sich am Vorsitz Ecuadors. Das Land hatte gemeinsam mit S&uuml;dafrika den Prozess angesto&szlig;en. In seinem ersten, von Menschenrechtsverb&auml;nden gelobten Entwurf f&uuml;r ein Abkommen hatte Ecuador einen Internationalen Gerichtshof und harte Sanktionsm&ouml;glichkeiten vorgesehen. Seine Gegenspieler kritisierten das.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/EU-blockiert-UN-Abkommen\/%215534564\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Die Aufgabe der Medien ist Information, nicht Erziehung<\/strong><br>\nHanns Joachim Friedrichs fehlt &ndash; der Journalist, der die ARD-&bdquo;Tagesthemen&ldquo; pr&auml;gte. Sein Berufsverst&auml;ndnis beschrieb er so: &bdquo;Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache &ndash; auch nicht mit einer guten Sache; dass er &uuml;berall dabei ist, aber nirgendwo dazugeh&ouml;rt.&ldquo;<br>\nWas w&uuml;rde er dazu sagen, wie sein Berufsstand heute mit Chemnitz und dem Hambacher Forst, mit den Folgen der Migration und der privaten Fl&uuml;chtlingsrettung im Mittelmeer umgeht? Viele Journalisten scheinen ihre Aufgabe so zu verstehen, als ginge es darum, Haltung zu zeigen, nicht nur im Kommentar, sondern bereits in der Nachricht. Dabei lautet der Auftrag der Medien Information, nicht Erziehung.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/berichte-ueber-den-hambacher-forst-und-chemnitz-die-aufgabe-der-medien-ist-information-nicht-erziehung\/23095036.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lohnenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. 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