{"id":46332,"date":"2018-10-02T08:54:27","date_gmt":"2018-10-02T06:54:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46332"},"modified":"2018-10-02T08:54:27","modified_gmt":"2018-10-02T06:54:27","slug":"hinweise-des-tages-3217","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46332","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46332#h01\">#Aufstehen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46332#h02\">Die Eliteangeh&ouml;rigen geh&ouml;ren zu den Gewinnern der gesellschaftlichen Spaltung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46332#h03\">Womit hat Ex-Doppelagent Skripal sein Geld verdient?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46332#h04\">Bafin-Chef prangert zu laxe Kreditvergabe an &ndash; und warnt vor einem &bdquo;perfekten Sturm&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46332#h05\">Zwei serbische Blogger &uuml;ber ihr Land und EU: &ldquo;Niemand will nur billige Arbeitskraft sein&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46332#h06\">Warum multinationale Konzerne wenig Steuern zahlen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46332#h07\">Die hohe Kunst der Verm&ouml;gensbesteuerung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46332#h08\">Ambulante Pflegedienste sollen Tarif zahlen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46332#h09\">Unabh&auml;ngige Beratungsstelle: Patienten in die Irre gef&uuml;hrt?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46332#h10\">Netanjahus Vorw&uuml;rfe gegen Iran: &ldquo;Irgendwie irref&uuml;hrend&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46332#h11\">Homosexualit&auml;t und Kirche: Skurrilit&auml;t im kirchlichen Arbeitsrecht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46332#h12\">Wahleinmischung, aber richtig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46332#h13\">Deutschland liefert R&uuml;stungsg&uuml;ter f&uuml;r 254 Millionen Euro nach Saudi-Arabien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46332#h14\">Amri und der Verfassungsschutz: Widerspr&uuml;che &uuml;ber Widerspr&uuml;che<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46332#h15\">Demokratie am Rande ihrer Kapazit&auml;ten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46332#h16\">Wegen Bericht &uuml;ber angebliche Vergewaltigung: Cristiano Ronaldo will den Spiegel verklagen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46332#h17\">Republikflucht h&auml;lt an<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46332#h18\">Das Letzte &ndash; Vor 20 Jahren w&auml;hlte Deutschland Gerhard Schr&ouml;der zum Kanzler<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>#Aufstehen<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Eine &raquo;positionelle&laquo; Erneuerung<\/strong><br>\nMit &uuml;ber 100 000 Interessent*innen und 86 Initiator*innen ist die Sammlungsbewegung &raquo;Aufstehen&laquo; am 4. September gestartet. Ihre Ziele sind ebenso ambitioniert wie dringlich: die erstarrten politischen Verh&auml;ltnisse in Bewegung zu bringen, die dr&uuml;ckende Krise des Neoliberalismus zu beenden, die Hochr&uuml;stung einer aus den Fugen geratenen Welt zu stoppen und die Transformation einer den Klimawandel beschleunigenden Wirtschaft endlich entschlossen anzugehen.<br>\nDie Mobilisierung der Zivilgesellschaft f&uuml;r gesellschaftliche Ver&auml;nderung ist kein aussichtsloses Unterfangen. F&uuml;r die Programmpunkte, die die &raquo;Aufstehen&laquo;-Unterst&uuml;tzer*innen in einer kurzen politischen Plattform aufgeschrieben haben (&raquo;Gemeinsam f&uuml;r ein gerechtes und friedliches Land&laquo;), d&uuml;rfte es einen breiten Konsens in der gesellschaftlichen Linken geben. Das im &raquo;Merkelismus&laquo; perfektionierte System asymmetrischer Demobilisierung, das den politischen Konkurrenten derart nachhaltig ihre Handlungsoptionen einschr&auml;nkt, bis diese selbst zweifeln, worin die politische Alternative besteht, kann &uuml;berwunden werden.<br>\nGesellschaftliche Mehrheiten f&uuml;r eine andere Politik in politische Mehrheiten zu &uuml;bersetzen &ndash; das ist das erkl&auml;rte Ziel der Sammlungsbewegung. Als solche, so wird versichert, will sie zivilgesellschaftliche Kraft sein, kein neuer parteipolitischer Akteur im politischen System. &raquo;Wenn die Vielen sich sammeln und nicht mehr vereinzelt bleiben, dann haben sie mehr Macht als die wenigen Privilegierten. Dann k&ouml;nnen sie ihre Interessen durchsetzen und die Politik ver&auml;ndern.&laquo; &hellip;.<br>\nIm Fokus von &raquo;Aufstehen&laquo; steht erstens die soziale Frage: sichere, gute und gut entlohnte Arbeitspl&auml;tze statt Prekarit&auml;t mit der Absturzkeule Hartz IV; tendenziell lebensstandardsichernde Renten; bezahlbare Wohnungen und Gesundheitsdienstleistungen; lernf&ouml;rderliche Bildungseinrichtungen usw. Hinter der Konzentration auf die soziale Frage steht die Einsicht, dass die sozialen Gr&auml;ben, die der Neoliberalismus in die Lebensverh&auml;ltnisse hineingetrieben hat, die Gesellschaft spaltet und zersetzt. Die Einsch&auml;tzung von Sahra Wagenknecht, &raquo;wenn da nicht schnell gegengesteuert wird, dann wird dieses Land in f&uuml;nf oder zehn Jahren nicht mehr wiederzuerkennen sein&laquo;, ist Realismus, nicht Alarmismus.<br>\nMan hat vom Aufstieg und der Dynamik des Rechtspopulismus wenig bis nichts verstanden, wenn man meint, mit einer soft nachjustierenden Politik des &raquo;Weiter so&laquo; noch l&auml;ngere Zeit &uuml;ber die Runden zu kommen. Doch es steht noch mehr dahinter: &raquo;Das Aufstiegsversprechen der sozialen Marktwirtschaft, dass jeder, der sich anstrengt, auch zu Wohlstand kommen kann, gilt im Zeitalter von Leiharbeit und Niedriglohnjobs nicht mehr&laquo;, wird in der Plattform festgehalten. Zu erg&auml;nzen ist: nicht nur bei prek&auml;ren Jobs, auch dort, wo die Leistungsschraube mit jedem Arbeitsprojekt weiter angezogen wird und gleichzeitig die Kontroll-, Anerkennungs- und Perspektivverluste einer enthumanisierten Arbeit zunehmen. Der Kapitalismus zersetzt sein meritokratisches Narrativ und unterh&ouml;hlt damit seine Legitimationsgrundlagen. Die Systemfrage, die hier aufscheint, muss die Linke bearbeiten &ndash; sonst ist die Neue Rechte nicht zu bremsen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1102070.linke-sammlungsbewegung-aufstehen-eine-positionelle-erneuerung.html\">Neues Deutschland<\/a><\/li>\n<li><strong>Aufstehen gegen Wischiwaschismus<\/strong><br>\nWenn es noch eines Beweises bedurft h&auml;tte, dass Deutschland eine au&szlig;erparlamentarische Gegenmacht zur Eind&auml;mmung des Rechtsextremismus braucht, dann haben ihn die Ereignisse von Chemnitz erbracht. Hinzu kommt, dass linke Positionen im Parlament keine Chance haben. Die SPD sitzt auf Angela Merkels Scho&szlig;, und falls da was schiefgeht, stehen FDP und Gr&uuml;ne als Mehrheitsbeschaffer bereit. Da kann etwas Druck von au&szlig;en nur gut tun. Insofern war eine Sammlungsbewegung, die zum Aufstehen gegen Rechts und den Wischiwaschismus der Mitte ermuntert, l&auml;ngst &uuml;berf&auml;llig.<br>\nDass das Unternehmen binnen weniger Wochen mehr als 100.000 Mitstreiter fand, legitimiert die Sammlungsbewegung, sich fortan mit eigener Stimme am &ouml;ffentlichen Diskurs zu beteiligen, wie das die Gr&uuml;nen mit lediglich 65.000 Mitgliedern oder die Freien Demokraten mit lediglich 63.000 Mitgliedern mit gr&ouml;&szlig;ter Selbstverst&auml;ndlichkeit tun. Sahra Wagenknecht wird diese Aufgabe mit R&uuml;cksicht auf ihre T&auml;tigkeit als Vorsitzende der Links-Fraktion im Bundestag auf Dauer nicht &uuml;bernehmen k&ouml;nnen, steht sie doch damit in gewisser Weise in Konkurrenz zu sich selbst. Kritik kommt haupts&auml;chlich aus den eigenen Reihen. Tats&auml;chlich d&uuml;rfte es f&uuml;r die Linkspartei eher von Nutzen sein, wenn &uuml;ber die Parteigrenzen hinaus ein Bewusstsein f&uuml;r die Probleme des Landes entsteht.<br>\nAnders als Horst Seehofer, der Migration f&uuml;r die &raquo;Mutter aller Probleme&laquo; h&auml;lt, sieht Sahra Wagenknecht die soziale Frage als Kernproblem. In der Tat hat sich immer wieder gezeigt, dass soziale Probleme zu politischen Spannungen f&uuml;hren und dem Nationalismus Vorschub leisten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ossietzky.net\/18-2018&amp;textfile=4504\">Ossietzky<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Die Eliteangeh&ouml;rigen geh&ouml;ren zu den Gewinnern der gesellschaftlichen Spaltung<\/strong><br>\nIn seinem Buch Die Abgehobenen analysiert der Soziologe Michael Hartmann die Beschaffenheit und Strukturen der gesellschaftlichen Elite und schildert wie deren Ideologie und Anschauung den politischen und &ouml;ffentlichen Diskurs durchdringt.Herr Hartmann, wie tickt denn unsere &ldquo;Elite&rdquo;, ist sie eher d&auml;mlich oder eher geisteskrank?<br>\nMichael Hartmann: Weder noch. Solche Kategorien sind so gut wie immer ungeeignet, um Denken und Handeln von Eliten zu bewerten und zu kritisieren. Selbst in extremen F&auml;llen wie bei Donald Trump f&uuml;hren sie zu nichts. Trump d&uuml;rfte keine intellektuelle Leuchte und zudem ausgesprochen narzisstisch sein, letzteres vermutlich aber auch nicht sehr viel mehr als sein vielgelobter franz&ouml;sischer Kollege Macron. Er ist aber kein politischer Idiot.<br>\nEr macht eine aus seiner Sicht und auch aus der seiner meisten W&auml;hler sehr zweckm&auml;&szlig;ige Politik. Daran &auml;ndern noch so viele Enth&uuml;llungsb&uuml;cher und -artikel nichts, wenn sie sich, wie bisher, nur auf die pers&ouml;nlichen Macken des Pr&auml;sidenten konzentrieren statt auf die sozialen Auswirkungen seiner Politik.<br>\nUm Eliten wirksam kritisieren zu k&ouml;nnen, muss man sich immer an den alten Satz halten: &ldquo;An ihren Taten sollt ihr sie messen.&rdquo; Welche Konsequenzen hat ihr Vorgehen f&uuml;r die Masse der Bev&ouml;lkerung? Das ist der richtige Ma&szlig;stab.<br>\nAus welchen Leuten setzt sie sich zusammen?<br>\nMichael Hartmann: Sie besteht aus den Personen, die in den wichtigen gesellschaftlichen Bereichen die zentralen Machtpositionen bekleiden. In den meisten F&auml;llen sind sie wie Regierungsmitglieder, hohe Verwaltungsbeamte, Bundesrichter, Chefredakteure oder Topmanager durch Wahl oder Ernennung in das Spitzenamt gelangt. Manchmal verf&uuml;gen sie aber auch &uuml;ber die entsprechende Macht, weil ihnen gro&szlig;e Unternehmen geh&ouml;ren oder Teile davon wie etwa den Quandt-Erben bei BMW oder den Familien Porsche und Piech bei VW. F&uuml;r die Bundesrepublik sind das insgesamt um die 4.000 Personen.<br>\nWas ist ihr ideologischer Konsens?<br>\nDie &uuml;berwiegende Mehrheit h&auml;ngt im Kern nach wie vor der neoliberalen Ideologie von der &uuml;berlegenen Effizienz der M&auml;rkte an. Als Hauptgrund f&uuml;r die Finanzmarktkrise von 2008 wird von ihnen deshalb die Staatsverschuldung angesehen und nicht die Deregulierung des Finanzsektors.<br>\nDas war bereits wenige Jahre nach der Finanzkrise so. Das zeigt unsere Elitestudie von 2012, in deren Rahmen die Inhaber der 1000 wichtigsten Machtpositionen Deutschlands befragt wurden. Schon damals sah nicht einmal jeder f&uuml;nfte die Deregulierung als entscheidende Ursache der Krise an.<br>\nF&uuml;r die gro&szlig;e Mehrheit der Eliten ist aus demselben Grund auch die Schr&ouml;dersche Agenda-Politik immer noch ebenso unumstritten wie das brachiale Vorgehen gegen&uuml;ber Griechenland in der Euro-Krise. Von diesem Grundkonsens weichen bislang nur wenige Elitemitglieder ab.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Die-Eliteangehoerigen-gehoeren-zu-den-Gewinnern-der-gesellschaftlichen-Spaltung-4177339.html?wt_mc=rss.tp.beitrag.atom\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Womit hat Ex-Doppelagent Skripal sein Geld verdient?<\/strong><br>\nDer mit seiner Tochter weiter von der &Ouml;ffentlichkeit ausgesperrte Agent hat weiter mit Geheimdiensten kooperiert, offenbar auch gegen russische Kriminelle etwa in Spanien. [&hellip;]<br>\nSergei Skripal hatte dem britischen Geheimdienst Informationen &uuml;ber seine Kollegen vermittelt, also &uuml;ber andere Geheimdienstmitarbeiter, angeblich einige hundert. Ob er das aus Idealismus machte, ist schwer zu sagen, auf jeden Fall d&uuml;rfte das Geld, das er f&uuml;rs Spionieren erhielt, eine wichtige Rolle gespielt haben. Schon vor seiner Rolle als Doppelagent war er Gesch&auml;ftlichem nicht abgeneigt. In Spanien, wo er bei der russischen Botschaft als Milit&auml;rattach&eacute; arbeitete, hatte er einen Spanier kennengelernt, mit dem er im Geheimen einen Weinimport startete. [&hellip;]<br>\nWie schon andere Medien berichtet hatten, scheint Skripal weiter t&auml;tig und viel herumgereist zu sein. Vermutlich in Absprache mit dem britischen Geheimdienst soll er anderen europ&auml;ischen Geheimdiensten etwa in Estland, Spanien oder der Tschechischen Republik Informationen &uuml;ber den russischen Geheimdienst vermittelt haben. Wenn das zutrifft, war vermutlich auch Geld im Spiel. Oft soll er auch weiterhin in Spanien gewesen und sich dort mit Mitarbeitern des spanischen Geheimdienstes CNI getroffen haben. Angeblich soll er dort mitgeholfen haben, gegen russische Kriminelle vorzugehen. Auch Litvinenko soll mit dem spanischen Geheimdienst gegen organisierte Kriminalit&auml;t von Russen kooperiert haben. Damit w&auml;re man nicht nur bei russischen Geheimdiensten, sondern auch bei russischen Mafia-Organisationen oder aus Russland geflohenen Reichen\/Oligarchen, die sich gerne in Gro&szlig;britannien oder Spanien ansiedelten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Womit-hat-Ex-Doppelagent-Skripal-sein-Geld-verdient-4178743.html\">Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Florian R&ouml;tzer stellt die richtigen Fragen und kommt zu interessanten Antworten. Warum findet man eigentlich solche guten Artikel nicht in den klassischen Medien? Beim SPIEGEL ver&ouml;ffentlichte in dieser Woche ein siebenk&ouml;pfiges(!) Redaktionsteam eine &bdquo;investigative Reportage&ldquo; &uuml;ber eine angebliche Vergewaltigung durch den Fu&szlig;baller Ronaldo in Las Vegas aus dem Jahr 2009. So unterschiedlich k&ouml;nnen die Vorstellungen von gutem Journalismus sein.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Bafin-Chef prangert zu laxe Kreditvergabe an &ndash; und warnt vor einem &bdquo;perfekten Sturm&ldquo;<\/strong><br>\nDie laxe Kreditvergabe deutscher Banken bereitet Felix Hufeld Sorgen. In einem Abschwung mit mehr Firmenpleiten droht den Instituten ein b&ouml;ses Ende.<br>\nDie Commerzbank ist nach deutlichen Kursverlusten aus dem Leitindex Dax geflogen, die Deutsche Bank aus dem Euro Stoxx 50. Und auch viele andere Geldh&auml;user tun sich schwer, nachhaltige Gewinne einzufahren. Felix Hufeld, der Chef der deutschen Finanzaufsicht Bafin, ist deshalb besorgt. Denn wenn es nach Jahren des Booms zu einem Wirtschaftsabschwung kommen sollte, droht vielen Banken ein b&ouml;ses Ende.<br>\n&bdquo;Eine konjunkturelle Sch&ouml;nwetterperiode, wie wir sie aktuell erleben, ist nicht der Normalfall. Das sollten die Banken auch bei der Kreditvergabe ber&uuml;cksichtigen&ldquo;, sagte Hufeld in einem Interview mit dem Handelsblatt.<br>\nBauchschmerzen bereitet dem obersten Finanzaufseher vor allem, dass zahlreiche Banken ihr Kreditgesch&auml;ft derzeit aggressiv ausweiten und dabei zum Teil ihre Vergabestandards lockern. &bdquo;Eine zu laxe Kreditvergabe kann in der Zukunft zu gro&szlig;en Problemen f&uuml;hren&ldquo;, warnte Hufeld. &bdquo;Falls dann parallel noch weitere Risikofaktoren hinzukommen, etwa geopolitische Risiken oder ein Einbruch der Konjunktur und bei den Immobilienpreisen, k&ouml;nnte ein perfekter Sturm drohen.&ldquo;<br>\nAktuell gebe das Kreditwachstum am Immobilienmarkt noch keinen Anlass zu akuter Sorge. &bdquo;Aber die Immobilienpreisentwicklung ist beunruhigend&ldquo;, so Hufeld. &bdquo;Wenn die Preise so weiter steigen und sich auch in ein &Uuml;berma&szlig; an Kreditwachstum &uuml;bersetzen w&uuml;rden, k&ouml;nnten wir aktiv werden&ldquo;, warnte der Bafin-Pr&auml;sident. So k&ouml;nne die Bafin in einem ersten Schritt von den Instituten &bdquo;detailliertere Informationen einholen&ldquo;. Au&szlig;erdem k&ouml;nne die Beh&ouml;rde notfalls auch Extra-Kapitalpuffer f&uuml;r Immobilienkredite verlangen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/finanzen\/banken-versicherungen\/felix-hufeld-im-interview-bafin-chef-prangert-zu-laxe-kreditvergabe-an-und-warnt-vor-einem-perfekten-sturm\/23127630.html?ticket=ST-6617524-uvXnz0bhwsZLhWqC4llE-ap3\">Handelsblatt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Zwei serbische Blogger &uuml;ber ihr Land und EU: &ldquo;Niemand will nur billige Arbeitskraft sein&rdquo;<\/strong><br>\nSerbien strebt in die EU, zugleich soll der jahrzehntelange Konflikt mit der abgespaltenen Provinz Kosovo gel&ouml;st werden. Offiziell geht es dem Land auch wirtschaftlich gut. Aber was sagen die Menschen selbst? RT sprach mit zwei Bloggern aus Belgrad.<br>\nAusl&auml;ndische Investitionen steigen, Arbeitslosenzahl sinkt: Serbien geht es in den letzten Jahren relativ gut. RT Deutsch sprach dar&uuml;ber mit Miljan Tani&#263;, Journalist und Dolmetscher, und Nemanja Paleksi&#263;, Politologe.<br>\nIhr besch&auml;ftigt euch im Podcast &ldquo;Berichte aus Disneyland&rdquo; mit dem Alltagsleben in Serbien, Problemen, dem Einfluss der Politik auf den &ldquo;kleinen Mann&rdquo;. Warum &ldquo;Disneyland&rdquo;?<br>\nMiljan: Ich habe f&uuml;r das ehemalige Radio Jugoslawien gearbeitet, in der deutschsprachigen Redaktion. Ich bemerkte, wie hier Politiker oder ausl&auml;ndische Offizielle &ndash; wie die ehemalige Chefankl&auml;gerin des Haager Tribunals, Carla del Ponte &ndash; die unm&ouml;glichsten Dinge ohne jegliche Folgen sagen oder tun k&ouml;nnen. Also wie in Disneyland. Ich begann mit meinem Blog 2006 &ndash; &ldquo;Dopisi iz Diznilenda&rdquo;, &ldquo;Berichte aus Disneyland&rdquo; &ndash;, um einfach Frust abzulassen. Sp&auml;ter kam Nemanja dazu, und daraus entstand der Podcast. Wir sind sozusagen &ldquo;Korrespondenten aus Disneyland&rdquo;, wie uns Freunde nun spa&szlig;eshalber nennen.<br>\nSerbien, aber auch der ganze Westbalkan ist mit einer erneuten Auswanderungswelle konfrontiert. Wer geht und warum?<br>\nNemanja: Menschen sind m&uuml;de von allem, von schlecht bezahlten Jobs, schlechter Stimmung, vom Gef&uuml;hl der Hoffnungslosigkeit. In den Neunzigern wanderten Hochgebildete in den Westen aus, die aber dort dann schlecht bezahlte k&ouml;rperliche Arbeit bekamen. Jetzt wandern alle aus &ndash; Fahrer, Handwerker, medizinisches Personal. Die Mittelschicht verl&auml;sst uns, die ohnehin am meisten gef&auml;hrdet war.<br>\nMiljan: Die Leute haben einfach die Nase voll und wollen f&uuml;r sich und ihre Kinder eine bessere Zukunft. V&ouml;llig legitim, was mich angeht.<br>\nW&uuml;rdet ihr Serbien verlassen?<br>\nNemanja: Es w&auml;re sch&ouml;n, eine Zeitlang in einem Land zu leben, wo der Job nicht von der Mitgliedschaft in einer Partei abh&auml;ngt, wo man mit der H&auml;lfte des Gehalts den ganzen Urlaub bezahlen kann, wo Medien nicht st&auml;ndig mit Krieg drohen usw. Ich h&auml;tte das aber gern hier, wo meine Freunde und Familie leben und wo ich mich am wohlsten f&uuml;hle.<br>\nMiljan: Ich muss sagen, definitiv jein. Gerne w&uuml;rde ich in einem &ldquo;normalen&rdquo; Land leben, aber ich bin jetzt schon in einem Alter, wo man sich verankert f&uuml;hlt, man hat Routine, Freundeskreise, die man nicht einfach aufgeben will und kann.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/deutsch.rt.com\/europa\/76837-interview-zwei-serbische-blogger-uber-serbien-eu\/\">RT Deutsch<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Warum multinationale Konzerne wenig Steuern zahlen<\/strong><br>\n50 Euro f&uuml;r eine Million Euro Gewinn: Apple musste am Unternehmenssitz Irland nur 0,005 Prozent Unternehmenssteuern abf&uuml;hren. M&ouml;glich ist das, weil EU-Staaten sich zu Steueroasen machen. EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager will das &auml;ndern &ndash; doch bei 28 Finanzministern wird das schwierig.<br>\nHeute, nach einer Serie globaler Enth&uuml;llungen &ndash; den Luxemburg Leaks, den Panama und den Paradise Papers &ndash; wei&szlig; die Welt um das Problem der Steuerflucht multinationaler Konzerne. Die &Ouml;ffentlichkeit ahnt zumindest, welch ungeheure Summen an Orte flie&szlig;en, die Konzernen wie Superreichen versprechen, dass sie ihre Reicht&uuml;mer f&uuml;r sich behalten und weitgehend ungest&ouml;rt vermehren k&ouml;nnen. Allein die EU, so wird gesch&auml;tzt, verliert j&auml;hrlich 50 bis 70 Milliarden Euro durch &bdquo;aggressive Steuervermeidung&ldquo;.<br>\n&bdquo;Dass die Leute nun aufwachen und begreifen, dass sie Steuern zahlen, w&auml;hrend die Reichsten und die gro&szlig;en Konzerne dies nicht tun, setzt die Entscheidungstr&auml;ger unter enormen Druck. Es ist offensichtlich: Das Steuersystem funktioniert nicht. Wir brauchen ein Neues.&ldquo;<br>\nTove Ryding vom Europ&auml;ischen Netzwerk f&uuml;r Schulden und Entwicklung in Br&uuml;ssel untersucht seit Jahren Firmen, die sich nicht an den Kosten der Gesellschaft beteiligen wollen. Und Staaten, deren Gesch&auml;ftsmodell es ist, solche Konzerne mit Steuerrabatten und laxer Aufsicht anzulocken. Informationen, sagt sie, sind h&ouml;chst m&uuml;hsam zu ergattern.<br>\nSeit Jahren wird in Br&uuml;ssel darum gek&auml;mpft, welche Informationen Unternehmen wem preisgeben m&uuml;ssen. Ein Instrument ist das sogenannte &bdquo;Country by country reporting&ldquo; &ndash; also l&auml;nderspezifische Berichte.<br>\n&bdquo;Das klingt ein bisschen technisch, ist aber sehr einfach. Es geht darum, dass die Konzerne Daten dar&uuml;ber ver&ouml;ffentlichen, wie viele Besch&auml;ftigte sie haben, wie viel Gewinn sie machen, und welche Verm&ouml;genswerte sie besitzen. All dies wei&szlig; die &Ouml;ffentlichkeit nicht&ldquo;, sagt Nadja Salson, Steuerexpertin von EPSU, der Europ&auml;ischen F&ouml;deration der Gewerkschaften f&uuml;r den &ouml;ffentlichen Dienst. Mehr Transparenz sei dringend erforderlich in dieser Schattenwelt. Die EU-Kommission wollte einen Teil dieser L&auml;nderdaten &ouml;ffentlich machen. Da sei man, hei&szlig;t es auch aus der Kommission hinter vorgehaltener Hand, weniger erfolgreich gewesen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/europa-und-die-steuerflucht-warum-multinationale-konzerne.724.de.html?dram:article_id=429393\">Deutschlandfunk<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Die hohe Kunst der Verm&ouml;gensbesteuerung<\/strong><br>\nDie Verm&ouml;gensteuer ist in Deutschland nicht sonderlich beliebt &ndash; und wird regelm&auml;&szlig;ig zum politischen Rohrkrepierer. Allerdings lie&szlig;en sich die allermeisten Ziele der Verm&ouml;gensteuer auch mit h&ouml;heren Ertragsteuern und einer angemessenen Erbschaftsteuer erreichen.<br>\n&bdquo;Wenn die Unverm&ouml;gensteuer kommen w&uuml;rde &ndash; die f&uuml;rchte ich.&rdquo; So l&auml;sterte das Satireblatt Simplicissimus &uuml;ber Reichsfinanzminister Matthias Erzberger, als der ab Sommer 1919 ein Gesetz nach dem anderen durch die Weimarer Nationalversammlung peitschte &ndash; und damit die einzige wirklich grundlegende Steuer- und Finanzreform durchsetzte, die es in Deutschland jemals gegeben hat.<br>\nNach gescheiterten Anl&auml;ufen mit Verm&ouml;gensabgaben wurde ab 1923 die Verm&ouml;gensteuer eingef&uuml;hrt, die sich bis 1996 im deutschen Steuersystem hielt. In den goldenen Wirtschaftswunderzeiten der 1950er und 1960er Jahre erzielte sie knapp zwei Prozent des Steueraufkommens. Umgerechnet auf die heutige Zeit entspr&auml;che das einem Aufkommen von etwa 15 Milliarden Euro pro Jahr. Zusammen mit den Lastenausgleichsabgaben waren es zeitweise sogar deutlich mehr als f&uuml;nf Prozent, das w&auml;ren heute 40 Milliarden Euro. &hellip;.<br>\nDie Familienunternehmen beziehungsweise die Unternehmerfamilien haben enormen Einfluss auf die Politik &ndash; mit dem Recht zum Immediatvortrag bei Kanzlerin und Landesf&uuml;rsten. Im rot-gr&uuml;nen Lager werden die Verm&ouml;gensteuerpl&auml;ne gerne von den eigenen Landespolitikern aus den wirtschaftlich erfolgreichen Regionen torpediert. Und die Gewerkschaften arbeiten lieber mit alteingesessenen Unternehmern zusammen als mit Firmen, die von Finanzinvestoren aus der Ferne gesteuert werden &ndash; genannt &bdquo;Heuschrecken&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makronom.de\/stefan-bach-vermoegensteuer-die-hohe-kunst-der-vermoegensbesteuerung-23022\">Makronom<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Ambulante Pflegedienste sollen Tarif zahlen<\/strong><br>\nMitarbeiter ambulanter Krankenpflegedienste sollen k&uuml;nftig nach Tarif bezahlt werden. Darauf hat sich laut Gesundheitsminister Spahn die Gro&szlig;e Koalition geeinigt. Das &ldquo;Lohndumping&rdquo; habe ein Ende, k&uuml;ndigte er an.<br>\nGesundheitsminister Jens Spahn will per Gesetz f&uuml;r eine bessere Bezahlung der Mitarbeiter ambulanter Krankenpflegedienste sorgen. Sie sollten k&uuml;nftig nach Tarif bezahlt werden, berichteten die Zeitungen der Funke Mediengruppe. Dies sehe eine Gesetzes&auml;nderung vor, auf die sich die Gro&szlig;e Koalition geeinigt habe. Spahn sprach demnach von einer &ldquo;guten Nachricht f&uuml;r Pflegekr&auml;fte und Patienten&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/spahn-lohndumping-101.html\">Tagesschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unserer Leserin A.E.:<\/strong> Herr Spahn br&uuml;stet sich damit, dass nun nach Tarif bezahlt werden soll. Weder er noch die Tagesschau bzw. der Deutschlandfunk erw&auml;hnen aber, dass sich diese &Auml;nderung wohl eher aufgrund eines Urteils des BSG aus dem Jahr 2016 <a href=\"https:\/\/ag-mav.org\/2016\/07\/01\/tarifloehne-fuer-haeusliche-krankenpflege-muessen-refinanzierbar-sein\/#more-1010\">ergibt<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Unabh&auml;ngige Beratungsstelle: Patienten in die Irre gef&uuml;hrt?<\/strong><br>\nDie unabh&auml;ngige Patientenberatung sollte der Anwalt der Patienten sein. Doch sie wird ihrer Aufgabe immer weniger gerecht. Wom&ouml;glich, weil sie in der Hand eines privaten Pharmavertrieblers ist.<br>\nEs ist ein Brandbrief, den der Patientenbeauftragte der Bundesregierung diese Woche auf den Tisch bekam. &ldquo;Umgehend&rdquo; m&uuml;sse gehandelt werden, es gehe um &ldquo;gravierende M&auml;ngel&rdquo;. Von sachlich falschen Gesundheitsinformationen ist die Rede. Patienten werden auf der Homepage &uuml;ber den Nutzen von Behandlungen &ldquo;in die Irre gef&uuml;hrt&rdquo;. Weder sprachlich noch inhaltlich entspreche die Homepage den Anforderungen an gute medizinische Informationen. Und auch mit der Qualit&auml;t der Beratungsgespr&auml;che sind die Verfasser nicht zufrieden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/patientenberatung-103.html\">Tagesschau<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Netanjahus Vorw&uuml;rfe gegen Iran: &ldquo;Irgendwie irref&uuml;hrend&rdquo;<\/strong><br>\nDer israelische Ministerpr&auml;sident wirft Teheran vor, dass dort weiter das Ziel verfolgt werde, sich Atomwaffen zu entwickeln. Auf Schautafeln &ldquo;beweist&rdquo; er ein &ldquo;geheimes Atomlager&rdquo;. US-Vertreter &auml;u&szlig;ern sich vorsichtiger<br>\nOb die internationale &Ouml;ffentlichkeit einmal Gewissheit dar&uuml;ber erlangt, ob Iran heimlich an einem nuklearen Waffenprogramm gearbeitet hat? Dass Iran bis zum Herbst 2003 ein solches Programm verfolgt habe, behauptete eine Einsch&auml;tzung von 16 amerikanischen Geheimdiensten in einem Bericht vom Dezember 2007. Iran bestritt dies.<br>\nIm Jahr 2011 bestritten die US-Geheimdienste ihre fr&uuml;heren Einsch&auml;tzungen. Sie &auml;u&szlig;erten den Verdacht, dass Iran an Komponenten f&uuml;r eine Nuklearwaffe arbeite und das &ldquo;nukleare Waffenprogramm&rdquo; gar nicht aufgegeben habe (vgl. US-Geheimdienste &auml;ndern Einsch&auml;tzung des iranischen Nuklearprogramms).<br>\n2012 lie&szlig;en der damalige US-Verteidigungsminister Leon Panetta und Geheimdienstdirektor James Clapper, damals Chef der 16 US-Nachrichtendienste, die &Ouml;ffentlichkeit wissen, dass sie trotz verst&auml;rkter Bem&uuml;hungen Irans zur Urananreicherung keine Hinweise darauf sehen w&uuml;rden, dass die Islamische Republik entschieden habe, Atomwaffen zu entwickeln. (&hellip;)<br>\nDie iranische Nachrichtenagentur IRNA soll von L&uuml;gen sprechen, wie Times of Israel berichtet. (&hellip;)<br>\nDort wird die Einsch&auml;tzung eines US-Vertreters hervorgehoben, der Netanjahus &Auml;u&szlig;erungen als &ldquo;irgendwie irref&uuml;hrend&rdquo; bezeichnet. Man kenne das Geb&auml;ude oder die Einrichtung schon seit einiger Zeit. Sie sei voll mit Dokumenten und Papier, aber nicht mit Aluminium f&uuml;r Zentrifugen. Zum anderen gebe es nichts, was Iran erlaube, schnell aus den Verpflichtungen des JCPOA auszubrechen. Die Aussage wurde Reuters gegen&uuml;ber gemacht, wo sie am Ende des Textes erscheint.<br>\nZu erfahren ist dort auch, dass jemand vom US-Au&szlig;enministerium fordert, das die IAEA in der Sache ermittelt. Zu kl&auml;ren w&auml;re einiges. Ob sich die Vorw&uuml;rfe Netanjahus erh&auml;rten, wird weiter offen bleiben.<br>\nAn der Glaubw&uuml;rdigkeit seiner Darstellungen wie auch der IDF r&uuml;ttelte zuletzt das russische Verteidigungsministerium und zwar ganz vehement (vgl. Russland r&uuml;stet syrische Armee mit S-300 auf).<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Netanjahus-Vorwuerfe-gegen-Iran-Irgendwie-irrefuehrend-4178538.html?seite=all\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Homosexualit&auml;t und Kirche: Skurrilit&auml;t im kirchlichen Arbeitsrecht<\/strong><br>\nEin katholisches Gymnasium hat den Anstellungsvertrag f&uuml;r einen Referendar zur&uuml;ckgezogen, weil der angehende Lehrer angek&uuml;ndigt hatte, seinen Lebenspartner heiraten zu wollen. Interview mit einem Kirchenrechtler.<br>\nDW: Die pers&ouml;nliche Lebenseinstellung des Lehrers stimmt nicht mit den Vorstellungen der katholischen Kirche von Ehe und Familie &uuml;berein &ndash; so hie&szlig; die Begr&uuml;ndung, den Arbeitsvertrag f&uuml;r den Referendar im nordrhein-westf&auml;lischen Borken zur&uuml;ckzuziehen. Ist das &uuml;berhaupt rechtm&auml;&szlig;ig?<br>\nThomas Sch&uuml;ller: Ja, es ist rechtm&auml;&szlig;ig, sofern der Referendar katholisch ist. Das liberalisierte katholische Dienst- und Arbeitsrecht aus dem Jahr 2015 hatte in einer Sache eine Ver&auml;nderung gebracht: die eingetragene Lebenspartnerschaft und die Ehe f&uuml;r alle. Seit 2002 hatten die Bisch&ouml;fe erkl&auml;rt, dass alle kirchlichen Mitarbeiter &ndash; egal welcher Konfession, welcher Religion und in welchem T&auml;tigkeitsbereich &ndash; einen schweren Loyalit&auml;tsversto&szlig; begehen und mit einer K&uuml;ndigung sanktioniert werden k&ouml;nnen, wenn sie ihre homosexuelle Lebenspartnerschaft eintragen lassen.<br>\nIn dem neuen Recht, das seit 2015 gilt, ist etwas Seltsames passiert: Man hat dort gesagt, dass nur katholische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht eingestellt bzw. nicht weiter besch&auml;ftigt werden k&ouml;nnen, sofern sie eine Ehe f&uuml;r alle eingehen. Ganz unabh&auml;ngig davon, wo sie arbeiten, ob in einer Schule, im Sozialbereich oder auch im Krankenhaus. Der Grund ist einfach, dass die Ehe f&uuml;r alle kontr&auml;r zum katholischen Verst&auml;ndnis steht, demnach eine Ehe nur zwischen Mann und Frau m&ouml;glich ist. Nat&uuml;rlich kann man das kritisch hinterfragen: Wir haben also hier im kirchlichen Arbeitsrecht einen Sonderbereich f&uuml;r katholische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, und das ist eine skurrile Situation.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/skurrilit%C3%A4t-im-kirchlichen-arbeitsrecht\/a-45676772\">Deutsche Welle<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Wahleinmischung, aber richtig<\/strong><br>\nDie USA und die EU verdammen bekanntlich jede Wahleinmischung &ndash; vor allem aus Russland, neuerdings auch ans China. Doch wenn es um ihre eigenen Interessen geht, sind sie nicht zimperlich, wie das Beispiel Mazedonien zeigt. In Mazedonien hat am Sonntagmorgen die Volksabstimmung &uuml;ber den k&uuml;nftigen Namen des Staats begonnen. Eine Umbenennung in &ldquo;Nordmazedonien&rdquo; gilt wegen eines Streits mit Griechenland als Voraussetzung f&uuml;r einen Beitritt zur Nato.<br>\n&ldquo;Sind Sie f&uuml;r eine Mitgliedschaft in der Nato und der Europ&auml;ischen Union durch die Annahme des Abkommens zwischen der Republik Mazedonien und der Republik Griechenland?&rdquo; wurden die W&auml;hler auf den Stimmzetteln gefragt. Das klingt neutral &ndash; auch wenn eine EU-Mitgliedschaft gar nicht auf der Tagesordnung steht. Doch im Vorfeld der Wahl haben EU-Politiker und Nato-Diplomaten sich massiv eingemischt &ndash; nat&uuml;rlich zugunsten der Namens&auml;nderung.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/lostineu.eu\/wahleinmischung-aber-richtig\/\">Lost in Europe<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Deutschland liefert R&uuml;stungsg&uuml;ter f&uuml;r 254 Millionen Euro nach Saudi-Arabien<\/strong><br>\nEigentlich wollte die GroKo Waffenlieferungen nach Saudi-Arabien wegen des Jemenkriegs stoppen. Dennoch erteilte die Bundesregierung seit M&auml;rz 87 Genehmigungen f&uuml;r Deals mit L&auml;ndern der Kriegsallianz.<br>\nDie Bundesregierung hat seit ihrer Vereidigung im M&auml;rz R&uuml;stungsexporte nach Saudi-Arabien im Wert von 254 Millionen Euro genehmigt. Das geht aus einer Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine Anfrage des Gr&uuml;nen-Bundestagsabgeordneten Omid Nouripour hervor, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. An die anderen acht L&auml;nder der von Saudi-Arabien gef&uuml;hrten Kriegsallianz gingen demnach im vergangenen halben Jahr R&uuml;stungsg&uuml;ter f&uuml;r 21,8 Millionen Euro. Insgesamt seien zwischen dem 14. M&auml;rz und dem 23. September 87 Einzelgenehmigungen f&uuml;r die Mitglieder des B&uuml;ndnisses erteilt worden.<br>\nDie Zahlen sind brisant, weil im Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD auf Betreiben der Sozialdemokraten ein Exportstopp f&uuml;r alle L&auml;nder festgeschrieben wurde, die &ldquo;unmittelbar&rdquo; am Jemenkrieg beteiligt sind. Allerdings wurde ein Bestandsschutz f&uuml;r bereits erteilte Vorgenehmigungen gew&auml;hrt. Damit sind endg&uuml;ltige Ausfuhrgenehmigungen immer noch m&ouml;glich. Der SPIEGEL hatte bereits Mitte September &uuml;ber die Waffendeals berichtet.<br>\nDem von Saudi-Arabien gef&uuml;hrten Kriegsb&uuml;ndnis geh&ouml;ren auch die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), &Auml;gypten, Bahrain, Jordanien, Kuwait, Marokko, der Senegal und der Sudan an. Es bek&auml;mpft seit 2015 die von Iran unterst&uuml;tzten schiitischen Huthi-Rebellen im Jemen.<br>\nDer Krieg hat zu einer humanit&auml;ren Katastrophe gef&uuml;hrt, die von den Vereinten Nationen als derzeit schlimmste weltweit eingestuft wird. 22 Millionen Menschen &ndash; drei Viertel der Bev&ouml;lkerung &ndash; sind auf Hilfe angewiesen, sieben Millionen Menschen haben nicht genug zu essen. Alle Friedensbem&uuml;hungen sind bisher gescheitert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/deutschland-liefert-ruestungsgueter-fuer-254-millionen-euro-nach-saudi-arabien-a-1230940.html\">SPON<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Amri und der Verfassungsschutz: Widerspr&uuml;che &uuml;ber Widerspr&uuml;che<\/strong><br>\nWelche Rolle spielte das Bundesamt f&uuml;r Verfassungsschutz (BfV) im Zusammenhang mit Anis Amri, dem mutma&szlig;lichen Attent&auml;ter vom Breitscheidplatz in Berlin? Um diese Frage wird seit Wochen erbittert gek&auml;mpft. Die Widerspr&uuml;che werden mehr &ndash; und damit w&auml;chst auch der Verdacht, dass das Amt in den Skandal verwickelt ist und die Gr&uuml;nde, das zu leugnen, schwer wiegen m&uuml;ssen. Am Ma&szlig; des Widerstandes l&auml;sst sich das Ma&szlig; der m&ouml;glichen Wahrheit erahnen.<br>\nZwischen den Fronten steht zur Zeit eine BfV-Auswerterin mit dem Arbeitsnamen &ldquo;Lia Freimuth&rdquo;. Sie hatte Mitte September im Amri-Untersuchungsausschuss des Bundestages ansatzweise offengelegt, dass der Tunesier in der Beh&ouml;rde ein Vorgang war: Es wurde eine Akte &uuml;ber Amri gef&uuml;hrt, und er wurde, so die Zeugin w&ouml;rtlich, &ldquo;mit nachrichtendienstlichen Mitteln &uuml;berwacht&rdquo;.<br>\nDamit widersprach eine BfV-Mitarbeiterin der offiziellen Sprachregelung der Amtsleitung &ndash; einerseits, zugleich best&auml;tigte sie Medienberichte der letzten Wochen, die gleich mehrere Verschleierungsaktionen des Amtes enth&uuml;llt hatten. Anfang 2017 hatte die Bundesregierung im Namen des BfV beispielsweise auf eine Kleine Anfrage der Gr&uuml;nen-Fraktion geantwortet: &ldquo;Amri wurde nicht vom BfV mit nachrichtendienstlichen Mitteln &uuml;berwacht.&rdquo; Der eingereiste Tunesier, der als &ldquo;Gef&auml;hrder&rdquo; eingestuft wurde, sei ein reiner Polizeifall gewesen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Amri-und-der-Verfassungsschutz-Widersprueche-ueber-Widersprueche-4178711.html?wt_mc=rss.tp.beitrag.atom\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Demokratie am Rande ihrer Kapazit&auml;ten<\/strong><br>\nErschreckende Umfrageergebnisse: die Mehrheit der B&uuml;rger glaubt nicht, dass es in unserer Demokratie sonderlich demokratisch zugeht. Daf&uuml;r k&ouml;nnte es Gr&uuml;nde geben. Gutenbergs Welt ermittelt. &ndash; Mit Walter van Rossum<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www1.wdr.de\/mediathek\/audio\/wdr3\/wdr3-gutenbergs-welt\/audio-demokratie-am-rande-ihrer-kapazitaeten-100.html\">WDR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Wegen Bericht &uuml;ber angebliche Vergewaltigung: Cristiano Ronaldo will den Spiegel verklagen<\/strong><br>\nEin Bericht des Spiegels &uuml;ber Vergewaltigungsvorw&uuml;rfe gegen Fu&szlig;ballstar Cristiano Ronaldo in der aktuellen Ausgabe hat offenbar ein juristisches Nachspiel: Laut Reuters will der deutsche Anwalt des Fu&szlig;ballers, Christian Schertz, das Hamburger Magazin auf Schadensersatz verklagen. Die Beschuldigungen seien &ldquo;offensichtlich illegal&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/meedia.de\/2018\/10\/01\/wegen-bericht-ueber-angebliche-vergewaltigung-cristiano-ronaldo-will-den-spiegel-verklagen\/\">Meedia<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Die Branche scheint keine Lehren aus dem erst letzte Woche juristisch aufgearbeiteten Fall <a href=\"https:\/\/meedia.de\/2018\/09\/27\/weitere-235-000-euro-entschaedigung-axel-springer-muss-joerg-kachelmann-erneut-schmerzensgeld-zahlen\/\">&bdquo;Kachelmann vs. Springer&ldquo;<\/a> gezogen zu haben. Mit dieser Titelstory k&ouml;nnte der SPIEGEL die Grenzen der &bdquo;Verdachtsberichterstattung&ldquo; tats&auml;chlich &uuml;berschritten haben und wenn die Anw&auml;lte von Ronaldo auch eine Klage in den USA durchbek&auml;men, k&ouml;nnte dies sehr teuer f&uuml;r den SPIEGEL werden. Aber der SPIEGEL ist nicht alleine. Auch eine bekannte Linken-Politikerin scheint auf die Unschuldsvermutung zu pfeifen, wenn der vermeintliche T&auml;ter ein Mann ist &hellip;<\/em><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/181002_01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Republikflucht h&auml;lt an<\/strong><br>\nDer &raquo;Tag der deutschen Einheit&laquo; steht an; und damit einmal mehr auch die besorgte und ziemlich verlogene Frage, ob das denn alles so geklappt hat und weiterhin klappt mit dem f&uuml;r alle Beteiligten vorteilhaften &raquo;Zusammenwachsen von Ost und West&laquo;. Offenbar nicht: In Westdeutschland, teilte das Statistische Bundesamt am Montag mit, lebten 2017 rund f&uuml;nf Millionen Menschen mehr als 1990 (plus 8,2 Prozent). Dagegen ist die Einwohnerzahl in Ostdeutschland (einschlie&szlig;lich Berlin) im gleichen Zeitraum um rund zwei auf 16,2 Millionen (minus elf Prozent) zur&uuml;ckgegangen. Sachsen-Anhalt wird einer Studie des Prognos-Instituts zufolge in den n&auml;chsten beiden Jahrzehnten noch einmal jeden f&uuml;nften Einwohner verlieren, Mecklenburg-Vorpommern jeden siebten.<br>\nDer Grund f&uuml;r die seit Jahrzehnten anhaltende Abwanderung ist eigentlich kein Geheimnis: Es war im Osten lange nicht einfach, &uuml;berhaupt als Lohnarbeiter Verwendung zu finden. Und die, denen das gelang und weiter gelingt, m&uuml;ssen ihr Leben h&auml;ufig am oder nahe am Niveau des Mindestlohns ausrichten. Wer hier lebt, ist im Durchschnitt &auml;rmer als Menschen im Westen. Der Sozialverband VdK erkl&auml;rte am Montag, die Armutsquote im Osten Deutschlands sei &raquo;vor allem deshalb so hoch, weil dort so viele Menschen nur prek&auml;r und im Niedriglohnsektor besch&auml;ftigt sind&laquo;. Viele Besch&auml;ftigte erhielten nur den gesetzlichen Mindestlohn. &raquo;Er verhindert Armut nicht&laquo;, sagte Verbandspr&auml;sidentin Verena Bentele. Der Mindestlohn m&uuml;sse auf &uuml;ber zw&ouml;lf Euro angehoben, Leiharbeit und Minijobs m&uuml;ssten zur&uuml;ckgedr&auml;ngt werden.<br>\nAuf das gleiche Problem hat auch die Bundestagsfraktion der Partei Die Linke am Montag hingewiesen. Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Sabine Zimmermann, warf der Bundesregierung bei der Armutsbek&auml;mpfung &raquo;Totalversagen&laquo; vor. Mehr als ein Vierteljahrhundert nach der &raquo;Einheit&laquo; sei es nicht nachvollziehbar, dass es immer noch ein deutliches Einkommensgef&auml;lle zwischen West und Ost gebe, sagte sie gegen&uuml;ber dpa.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/340898.armut-und-abwanderung-im-osten-republikflucht-h%C3%A4lt-an.html\">junge welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Das Letzte &ndash; Vor 20 Jahren w&auml;hlte Deutschland Gerhard Schr&ouml;der zum Kanzler<\/strong><br>\nVor zwei Jahrzehnten siegte Rot-Gr&uuml;n. Die Zukunft schien offen, heute herrscht Ern&uuml;chterung. Was sich aus den vergangenen 20 Jahren lernen l&auml;sst. Ein Gastkommentar.<br>\nF&uuml;r die Union war es eine Katastrophe, f&uuml;r die SPD ein Triumph: An diesem Donnerstag vor zwanzig Jahren gewannen die Sozialdemokraten die Bundestagswahl mit 40,9 Prozent der Stimmen. Genau einen Monat sp&auml;ter wurde Gerhard Schr&ouml;der zum Bundeskanzler in einer rot-gr&uuml;nen Regierung gew&auml;hlt. Als damals j&uuml;ngster Abgeordneter zog ich f&uuml;r die SPD in den Bundestag ein, der zun&auml;chst in Bonn, ab 1999 dann in Berlin tagte.<br>\nIch erinnere mich noch genau an das euphorische Gef&uuml;hl, als ich mein kleines B&uuml;ro im Bonner Abgeordnetenhaus &bdquo;Langer Eugen&ldquo; betrat. 16 lange Jahre hatte Bundeskanzler Helmut Kohl regiert, am Ende zunehmend ideenlos und &uuml;berfordert. Nun hatten wir endlich die Gelegenheit, das Land unter dem Motto &bdquo;Innovation und Gerechtigkeit&ldquo; sozialdemokratisch zu erneuern. Der Zeitgeist war dabei auf unserer Seite. Fast zehn Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs herrschte in den westlichen Industriestaaten Fortschrittsoptimismus. Demokratie und freie Marktwirtschaft hatten sich als &uuml;berlegene Ordnungsmodelle durchgesetzt, vom &bdquo;Ende der Geschichte&ldquo; war die Rede. Europa wuchs zusammen, wobei in den meisten EU-Mitgliedsl&auml;ndern Sozialdemokraten regierten (und in den USA Bill Clinton). Die Unternehmen der &bdquo;New Economy&ldquo; sorgten f&uuml;r Kursspr&uuml;nge an den B&ouml;rsen. Als die dr&auml;ngendsten politischen Themen nannten die Deutschen 1998 die Arbeitslosigkeit, die Steuerpolitik und Rente. Das waren gro&szlig;e Probleme, aber sie schienen l&ouml;sbar. Kurzum, die Zukunft schien offen.<br>\nZwanzig Jahre und sechs Regierungen sp&auml;ter hat sich in Deutschland eine gewisse Zukunftsern&uuml;chterung breitgemacht. Es ist paradox: Eigentlich geht es unserem Land so gut wie nie. Die Gesellschaft ist vielf&auml;ltiger und offener geworden. Die Wirtschaft ist in bester Verfassung. Der Sozialstaat steht &ndash; bei allen M&auml;ngeln &ndash; auf festem Fundament. &bdquo;Cool Germany&ldquo; titelte j&uuml;ngst der britische Economist; 1999 hatte das Blatt Deutschland noch als &bdquo;kranken Mann Europas&ldquo; bezeichnet. Dies sind nicht zuletzt die Fr&uuml;chte des rot-gr&uuml;nen Reformprojektes von 1998 bis 2005, das eben weit mehr als die Arbeitsmarktpolitik umfasste.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/wahlsieg-von-rot-gruen-vor-20-jahren-waehlte-deutschland-gerhard-schroeder-zum-kanzler\/23118772.html\">Carsten Schneider im Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Dieser Artikel gibt einen tiefen Einblick in den v&ouml;lligen Realit&auml;tsverlust auf der SPD-F&uuml;hrungsebene.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Marco Wenzel:<\/strong> Carsten Schneider ist Parlamentarischer Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der SPD-Bundestagsfraktion. Er ist damit einer der Granden in der F&uuml;hrungsriege der SPD. Von ihm wird man wohl kaum eine n&uuml;chterne Analyse der Auswirkungen von Hartz-4 auf die arbeitenden Menschen erwarten k&ouml;nnen. Sonst w&auml;re Schneider wohl nicht mehr in f&uuml;hrender Position mit &uuml;ppigem Gehalt in dieser Partei. &bdquo;Es geht dem Land so gut wie nie zuvor.&ldquo; Soll wohl hei&szlig;en: Mir und meinen Kumpels geht es so gut wie nie zuvor. Das kann man ihm sogar glauben. &bdquo;Die Gesellschaft ist vielf&auml;ltiger und offener geworden. Die Wirtschaft ist in bester Verfassung. Der Sozialstaat steht &ndash; bei allen M&auml;ngeln &ndash; auf festem Fundament.&ldquo; Alles eitel Sonnenschein also und das haben die Menschen in der BRD nat&uuml;rlich in erster Linie den t&uuml;chtigen Sozialdemokraten zu verdanken: &bdquo;Dies sind nicht zuletzt die Fr&uuml;chte des rot-gr&uuml;nen Reformprojektes von 1998 bis 2005, das eben weit mehr als die Arbeitsmarktpolitik umfasste.&ldquo;&hellip; &bdquo;(Die SPD hat sich)  nie weggeduckt wie andere, sondern angepackt wo immer erforderlich.&ldquo;(sic)  Na Klasse! Die Arbeitslosen und die Hartz-4 Empf&auml;nger haben es bemerkt, wie sehr sich die SPD um sie gek&uuml;mmert und &bdquo;mit angepackt&ldquo; hat, sie an den Rand der Gesellschaft zu dr&auml;ngen, sie zu Almosenempf&auml;ngern zu machen und sie zu zu ruinieren. Und sie haben es sich auch gemerkt, deshalb treibt die SPD langsam aber sicher auf die 5% H&uuml;rde zu. Zwar habe man, das r&auml;umt Schneider ein, &bdquo;bei der Agenda 2010 an einigen Stellen &uuml;ber das Ziel hinausgeschossen. Die Zumutbarkeitsregeln f&uuml;r Arbeitslose waren zu hart und wir h&auml;tten parallel den Mindestlohn einf&uuml;hren m&uuml;ssen&hellip;.&ldquo; Daf&uuml;r aber habe man sich, Dank Schr&ouml;ders Nein zum Irakkrieg,  von Amerika emanzipiert. Und &bdquo;das hilft uns bis heute&ldquo;. Potz der Daus! Eine sch&ouml;ne Emanzipation, wenn man bei allen v&ouml;lkerrechtswidrigen Angriffskriegen der Nato aktiv mitmacht oder ihr zumindest die Logistik in Form von Milit&auml;rbasen, vor Allen in Ramstein, zur Verf&uuml;gung stellt. Damit der Angriff unserer &ldquo;amerikanischen Freunde&rdquo; auch reibungslos ablaufen kann.<br>\nUnd so geht es bei Schneider munter weiter, nichts als Lobhudeleien auf die gute Arbeit der deutschen Sozialdemokraten. Die Probleme in der Welt hei&szlig;en Merkel, Trump und Europa. Ansonsten ist alles in Butter und Dank der Sozialdemokratie wird es auch so weiter gehen. Der Artikel strotzt von Weltfremdheit. Ich kann es einfach nicht mehr h&ouml;ren.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. 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