{"id":4641,"date":"2010-03-02T09:09:10","date_gmt":"2010-03-02T08:09:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4641"},"modified":"2010-03-02T09:09:10","modified_gmt":"2010-03-02T08:09:10","slug":"hinweise-des-tages-1089","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4641","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Revolution&auml;res vom IWF; Spekulation um Griechenland; Lohnabstand &ndash; Fakten gegen Spr&uuml;che; 3 Euro als Pr&uuml;fgrenze f&uuml;r Sittenwidrigkeit; Richter als Anw&auml;lte der Armen; Gutachten &uuml;ber die Zukunft der privaten Krankenkassen; in Karlsruhe droht eine weitere Pleite; keine Chance f&uuml;r Rot-Rot-Gr&uuml;n; Dekadente Elite; Schwarze und Gelbe haben attraktivere Nebenjobs; Lockerungs&uuml;bungen bei der SPD; SZ und FR im Abschwung; Kompetenzen als Humankapital; Haiti; Wolf-Dieter Narr, Gedicht anl&auml;sslich des Hartz-IV-Urteils. (KR\/WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Die unerh&ouml;rte Tat des Monsieur Blanchard<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Griechenland-Krise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Milliardenbetrug mit Emissionshandel II<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Heftige Kritik an Sozialstaatsdebatte &ndash; Parit&auml;tische Expertise belegt: Der Lohnabstand ist gewahrt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Bundesagentur senkt Pr&uuml;fgrenze f&uuml;r sittenwidrige L&ouml;hne auf 3 Euro<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Darstellung des Tarifkompromisses im &Ouml;ffentlichen Dienst durch ver.di<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Richter geben sich als Anw&auml;lte der Armen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Jens Berger: Die Gesundheitskostenbombe bei den privaten Krankenkassen tickt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Hartz IV: Privatversicherte in der Zwickm&uuml;hle<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Seht, wo ihr bleibt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Regierung droht weitere Pleite in Karlsruhe<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Entwicklungshilfe: Wie Lobbyisten Rankings verzerren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Keine Chance f&uuml;r Rot-Rot-Gr&uuml;n<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Dekadente Elite<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Bundestag ver&ouml;ffentlicht Nebeneink&uuml;nfte: Schwarze und Gelbe verdienen am meisten nebenbei<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Neues Konzept: SPD will Spitzenverdiener mehr belasten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">die story: Karstadt &ndash; Der gro&szlig;e Schlussverkauf (online)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Qualit&auml;tszeitung im Abschwung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Kompetenzen als Humankapital<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">Haiti: Die Hauptstadt der Obdachlosen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h21\">Wolf-Dieter Narr, Gedicht anl&auml;sslich des Hartz IV-Urteils<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=4641&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Die unerh&ouml;rte Tat des Monsieur Blanchard<\/strong><br>\nMan darf nicht auf den freien Markt vertrauen: IWF-Chefvolkswirt Blanchard legt ein revolution&auml;res Papier vor. Es geht darum, das dominante &ouml;konomische Paradigma, die moderne Neoklassik, zu demontieren, ja abzul&ouml;sen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2366774&amp;em_loc=31&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_wirstart\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Griechenland-Krise<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Im &Uuml;berma&szlig; gef&auml;hrlich<\/strong><br>\nGriechenland hat 300 Milliarden Schulden, der Bankrott droht. Nun ist das Land noch in das Visier von Spekulanten geraten. Die Zockerei kann Staaten in den Abgrund bringen. Die EU will bald dagegen vorgehen. Die bundesdeutsche Finanzaufsicht Bafin will es nun genau wissen und sich dabei nicht nur auf Informationen aus zweiter Hand verlassen. Sie untersucht das Ausma&szlig; der Spekulation beim Handel mit griechischen Staatsanleihen, berichtete am Montag Reuters. Es sei allerdings sehr schwierig den Markt zu durchschauen, sagte ein Insider der Nachrichtenagentur. &ldquo;Wir k&ouml;nnen keine Anhaltspunkte finden, dass Griechenland in den Abgrund gezockt wird &ndash; andererseits gibt es aber auch keinen Beweis daf&uuml;r, dass nicht gezockt wird&rdquo;, sagte er. Tats&auml;chlich hat beispielsweise der Handel mit Kreditausfallversicherungen rapide zugenommen. Seit Griechenland in den Schlagzeilen ist, w&auml;chst die Nachfrage nach Ausfallversicherungen f&uuml;r Staatsanleihen. Und das treibt den Preis f&uuml;r sogenannte Credit Default Swaps (CDS) nach oben. J&ouml;rg Asmussen, Staatssekret&auml;r im Bundesfinanzministerium, sagte daher k&uuml;rzlich zur Wochenzeitung Die Zeit: &ldquo;Mit CDS ist es wie mit Rotwein: mit Augenma&szlig; genossen gesund, im &Uuml;berma&szlig; gef&auml;hrlich.&rdquo; Die Bundesregierung denkt deshalb &uuml;ber sch&auml;rfere Kontrollen f&uuml;r Kreditderivate nach.<br>\nSchon der Mangel an pr&auml;zisen Daten &uuml;ber den CDS-Markt ist ein starkes St&uuml;ck. Viel zu lange schon schaut die Politik dem Treiben zu. In dieser Grauzone wei&szlig; aktuell keiner, wo genau die Anspr&uuml;che aus Kreditausfallversicherungen im Schadensfall auflaufen, und ob Versicherer diese Lasten &uuml;berhaupt schultern kann. Die 20 f&uuml;hrenden Industrie- und Schwellenl&auml;nder (G20) sind sich des Problems mangelnder Transparenz zumindest bewusst. Der undurchsichtige Markt war bereits im September vergangenen Jahres in Pittsburgh ein Thema. Kurzfristige &Auml;nderungen des Status quo wurden dort aber nicht vereinbart. Bis es soweit ist, m&uuml;ssen wohl oder &uuml;bel noch die Geheimdienste ran.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2371220&amp;em_loc=31&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_wirtop\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Mein Gott wie peinlich, die Bundesregierung denkt &uuml;ber sch&auml;rfere Kontrollen f&uuml;r Kreditderivate nach, und dann noch in Gestalt von <a href=\"?p=3127\">J&ouml;rg Asmussen<\/a>. Mehr Versp&auml;tung und eine Garantie, dass es f&uuml;r das Spekulationskapital nicht allzu schlimm kommt, sind nicht m&ouml;glich. Peinlich auch, dass die Bafin pl&ouml;tzlich von der Intransparenz der M&auml;rkt spricht, das wohl bekannteste und unumstrittenste Ph&auml;nomen bei der Krisenanalyse. Und was wurde dagegen getan, welche Vorschl&auml;ge liegen auf dem Tisch?<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Wir haben die Folterwerkzeuge im Keller<\/strong><br>\nEin Zerfall der W&auml;hrungsunion ist absurd. Der luxemburgische Ministerpr&auml;sident und Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker spricht im Handelsblatt-Interview &uuml;ber m&ouml;gliche Auswege aus der Griechenland-Krise, das schwierige Verh&auml;ltnis zwischen Politik und Finanzm&auml;rkten und die Notwendigkeit einer Wirtschaftsregierung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/_b=2538107,_p=6,_t=ftprint,doc_page=0;printpage\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Es tut mir leid, aber Jean-Claude Juncker liefert in zentralen Fragen ein ziemlich verlogenes Interview ab. Er b&uuml;gelt einfache Fragen, die die Korruption und statistischen F&auml;lschungen Griechenlands betreffen, mit der l&auml;cherlichen Gegenfrage ab, was die Journalisten gesagt h&auml;tten, wenn er vor zwei Jahren einem Mitgliedstaat der Euro-Zone vorgeworfen h&auml;tte, ein massives Korruptionsproblem zu haben. Die Regierung Karamanlis ist bereits 2004 mit dem Motto &bdquo;Null Toleranz gegen&uuml;ber der Korruption&ldquo; angetreten. Sehr ersch&uuml;ttert d&uuml;rfte die europ&auml;ische &Ouml;ffentlichkeit wohl nicht gewesen sein, wenn Junker vor zwei Jahren das Offensichtliche ausgesprochen h&auml;tte, was im &Uuml;brigen jeder halbwegs gute L&auml;nderbericht einr&auml;umt: In Griechenland ist die Korruption seit Jahrzehnten tief verwurzelt. Im Jahr 2004 hat die EU offiziell festgestellt, was Fachleute schon immer wussten: Griechenland hat sich durch gesch&ouml;nte Zahlen den Beitritt zur W&auml;hrungsunion erschlichen. Es hat seit 1997 systematisch das Defizitkriterium manipuliert. 2006 wurde die griechische Regierung erneut beim Schummeln erwischt. Sie hatte das Bruttoinlandsprodukt durch eine ziemlich durchsichtige Trickserei um 25 Prozent erh&ouml;ht, indem Einnahmen von Schmugglern, Geldw&auml;schern und Prostituierten einbezogen wurden. Durch die Erh&ouml;hung des BIP schrumpfte nat&uuml;rlich das Haushaltsdefizit. &ndash; Es ist ziemlich l&auml;cherlich wenn jetzt Juncker oder die Regierungen der Eurozone so tun, als ob ihnen diese Fakten nicht bekannt gewesen w&auml;ren bzw. es unfein gewesen w&auml;re, dar&uuml;ber zu reden. Wenn schon die von Juncker geforderte Wirtschaftsregierung bisher nicht zu realisieren war, so sollte doch wie im normalen Gesch&auml;ftsleben Betrug Konsequenzen haben, zumindest h&auml;tte man Tacheles reden m&uuml;ssen.<br>\nDie Frage nach Ma&szlig;nahmen gegen die Spekulation im Falle Griechenlands beantwortet Juncker ziemlich omin&ouml;s mit dem Hinweis auf Folterwerkzeuge im Keller der EU, die man zeigen m&uuml;sse, wenn es n&ouml;tig sei. Nur wann, wenn nicht jetzt? Der Witz ist doch aber eigentlich der, dass die EU es seit einem Jahr in der Hand gehabt h&auml;tte durch die Schaffung von neuen Regeln diese Spekulationen erst gar nicht aufkommen zu lassen. K&ouml;nnte es sein, dass dies gar nicht im Sinne des Chefs des Bankerlands Luxemburg bzw. der anderen finanzkapitalgesteuerten Regierungen der Eurozone war und ist?<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Milliardenbetrug mit Emissionshandel II<\/strong><br>\nEuropol gab bekannt, dass die EU-Staaten allein in den vergangenen 18 Monaten bei so genannten Karussellgesch&auml;ften um rund 5 Milliarden Euro betrogen worden sind. Es handelt sich dabei um Verkaufsaktionen von CO2-Zertifikaten, bei denen sich H&auml;ndler vom Fiskus nicht abgef&uuml;hrte Mehrwertsteuer erstatten lassen. In einigen Staaten seien bis zu 90% des gesamten CO2-Handels nur get&auml;tigt worden, um an die Steuergelder zu kommen.<br>\nDie Betr&uuml;ger kaufen dazu die CO2-Zertifikate steuerfrei im Ausland ein und verkaufen sie dann mit 19% Mehrwertsteueraufschlag weiter, der aber nicht an das Finanzamt abgef&uuml;hrt wird. Danach werden die Zertifikate wieder ins Ausland verkauft und die Verk&auml;ufer lassen sich die gar nicht abgef&uuml;hrte Mehrwertsteuer erstatten. Danach kann mit den gleichen Zertifikaten ein neuer Betrugszyklus starten. Dass die Verschmutzungsrechte beim EU-Emissionshandelsystem &uuml;ber elektronische B&ouml;rsen verkauft werden und hohe Betr&auml;ge im Spiel sind, macht den Handel einfach. Dazu kommt noch, dass gro&szlig;e Firmen, besonders die Energiekonzerne, einen Gro&szlig;teil der Emissionszertifikate kostenlos zugeteilt bekommen haben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/blogs\/2\/147117\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Heftige Kritik an Sozialstaatsdebatte &ndash; Parit&auml;tische Expertise belegt: Der Lohnabstand ist gewahrt<\/strong><br>\nWer in Deutschland Vollzeit arbeitet, hat mehr als der, der nicht arbeitet. Dies geht aus einer heute (am 1. M&auml;rz 2010, KR) vom Parit&auml;tischen Wohlfahrtsverband vorgestellten Expertise hervor. Der Verband fordert zu einem seri&ouml;sen Umgang mit Zahlen und zur Versachlichung der Diskussion um die Lohnabstandsproblematik auf.<br>\nAls v&ouml;llig haltlos und an der Grenze zur bewussten T&auml;uschung kritisiert der Parit&auml;tische die Behauptung, dass der Lohnabstand zwischen Hartz IV und Erwerbst&auml;tigen in untersten Lohngruppen nicht gewahrt sei. Der Verband wirft den Kritikern eines vermeintlich zu geringen Lohnabstandes vor, auf &auml;u&szlig;erst dubiose Rechenbeispiele zur&uuml;ck zu greifen. H&auml;ufig w&uuml;rden bei der Berechnung der Haushalte mit niedrigem Erwerbseinkommen ganze Einkommensbestandteile wie das Wohngeld oder der Kinderzuschlag vors&auml;tzlich ignoriert. &bdquo;Die Ergebnisse aus solchen Berechnungen haben mit der Realit&auml;t nichts zu tun&ldquo;, kritisiert Hauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrer Ulrich Schneider.<br>\nAnhand von 196 Beispielrechnungen f&uuml;r verschiedene Branchen und Haushaltskonstellationen in Ost- und Westdeutschland weist der Verband nach, dass f&uuml;r Hartz IV-Bezieher selbst bei niedrigsten L&ouml;hnen ein Anreiz zur Arbeitsaufnahme besteht. Die Berechnungen zeigten weiterhin, dass eine Senkung der Einkommensteuer die Situation von Geringverdienern in keiner Weise verbessern w&uuml;rde. Stattdessen seien gezielte Verbesserungen beim Kinderzuschlag sowie eine offensive Auseinandersetzung mit dem wachsenden Niedriglohnsektor erforderlich.<br>\nDer Parit&auml;tische fordert die Bundesregierung auf, mit Priorit&auml;t die Umsetzung des Bundesverfassungsgerichtsurteils zu den Regels&auml;tzen zu betreiben. &bdquo;Das Bundesverfassungsgericht hat klar gesagt, wo es langgeht&ldquo;, erkl&auml;rt Hauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrer Schneider. &bdquo;Wir m&uuml;ssen das Existenzminimum aller Menschen an der Armutsschwelle sichern und ihren Kindern gerechte Bildungschancen er&ouml;ffnen. Vor diesem Hintergrund ist es infam, Niedrigeinkommensbezieher gegen Arbeitslose in Stellung zu bringen, wie es manche tun&ldquo;, kritisiert Schneider.<br>\nNach den Berechnungen des Parit&auml;tischen ist selbst bei niedrigsten Stundenl&ouml;hnen von unter sechs Euro ein Abstand zu Hartz IV gegeben. Je nach Haushaltstyp betrage der Abstand zwischen 260 und 900 Euro. Eine besondere Rolle spielten in diesem Zusammenhang das Wohngeld und der Kinderzuschlag, die in vielen F&auml;llen ein Aufstocken durch Hartz IV &uuml;berfl&uuml;ssig machten. \n<p>Weitere Informationen:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.der-paritaetische.de\/uploads\/media\/100301_lohnabstand_statement_schneider_web.pdf\">Statement von Hauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrer Ulrich Schneider anl&auml;sslich der Pressekonferenz [PDF &ndash; 158 KB]<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.der-paritaetische.de\/uploads\/media\/expertise_lohnabstand_web.pdf\">Expertise &bdquo;Damit sich Arbeit lohnt. Expertise zum Abstand zwischen Erwerbseinkommen und Leistungen nach dem SGB II&ldquo; [PDF &ndash; 1.2 MB]<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.der-paritaetische.de\/22\/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=3655&amp;cHash=11f04200ea\">Der Parit&auml;tischer Gesamtverband<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Bundesagentur senkt Pr&uuml;fgrenze f&uuml;r sittenwidrige L&ouml;hne auf 3 Euro<\/strong><br>\nDie Bundesagentur f&uuml;r Arbeit (BA) hat eine umstrittene Pr&uuml;fgrenze f&uuml;r sittenwidrige L&ouml;hne eingef&uuml;hrt. Dies geht aus einer Dienstanweisung der Zentrale in N&uuml;rnberg hervor. Die Arbeitsgemeinschaften (ARGE) sollen gegen sittenwidrige L&ouml;hne f&uuml;r Hartz IV-Empf&auml;nger erst vorgehen, wenn die L&ouml;hne &bdquo;im Regelfall deutlich unter 3 Euro pro Stunde&ldquo; liegen. Gegen&uuml;ber REPORT MAINZ best&auml;tigte BA-Vorstand Heinrich Alt: &bdquo;Drei Euro w&auml;re f&uuml;r mich immer die Grenze, wo ich sagen w&uuml;rde, hier f&auml;ngt zumindest eine harte Pr&uuml;fung an, ist das ein sittenwidriger Lohn oder ist es keiner.&ldquo; Nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts liegt Sittenwidrigkeit dagegen in der Regel bereits dann vor, wenn der Stundenlohn ein Drittel unter dem Tariflohn bzw. unter dem orts&uuml;blichen Lohn liegt. Dies ist h&auml;ufig schon bei L&ouml;hnen zwischen drei und sieben Euro pro Stunde der Fall.<br>\nDer Arbeitsmarktexperte Prof. Stefan Sell von der FH Koblenz-Remagen kritisiert die neue Regelung der BA deshalb scharf: &bdquo;Die Wirkung der Dienstanweisung auf die Firmen liegt auf der Hand: Es geht f&ouml;rmlich um eine Einladung zum Lohnwucher, solange man knapp &uuml;ber den drei Euro sich bewegt, weil man ja nicht ins Visier einer &Uuml;berpr&uuml;fung zum Beispiel durch die ARGEn kommt. Man bewegt sich hier also quasi amtlich best&auml;tigt im zul&auml;ssigen Raum.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.swr.de\/report\/presse\/-\/id=1197424\/nid=1197424\/did=6067384\/1pacxu1\/index.html\">Report Mainz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Man stelle sich nur einmal vor, wie die Regels&auml;tze von Hartz IV auss&auml;hen, wenn bei 3 Euro Stundenlohn das Lohnabstandsgebot ber&uuml;cksichtigt w&uuml;rde. Umgekehrt sind solche Vorschl&auml;ge der Bundesagentur nichts anderes als die schleichende Einf&uuml;hrung von staatlich subventionierten Kombil&ouml;hnen, wobei der Lohnanteil, den der Staat zu &uuml;bernehmen hat, immer gr&ouml;&szlig;er wird.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Darstellung des Tarifkompromisses im &Ouml;ffentlichen Dienst durch ver.di<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"upload\/pdf\/100302_Hinweise_Tarif_allg_V04.pdf\">ver.di [PDF &ndash; 807 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Eine &auml;u&szlig;erst besch&ouml;nigende Darstellung, die allerdings auch beweist, wie tief die Verhandlungsmacht der Gewerkschaften inzwischen gesunken ist.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Richter geben sich als Anw&auml;lte der Armen<\/strong><br>\nRichter und Staatsanw&auml;lte machen mobil gegen K&uuml;rzungspl&auml;ne der unionsregierten L&auml;nder bei der Prozesskostenhilfe. &ldquo;Es gibt mehr Arme, also gibt es auch mehr Prozesskostenhilfe. Das muss politisch gel&ouml;st werden, nicht &uuml;ber weniger Hilfe&rdquo;, sagte Mario Cebulla, Sprecher des B&uuml;ndnisses &ldquo;Neue Richtervereinigung&rdquo;, der FTD. Das Justizministerium in Baden-W&uuml;rttemberg, das den Vorsto&szlig; des Bundesrats mit initiiert hat, wies die Vorbehalte der Vereinigung dagegen als &ldquo;nicht stichhaltig&rdquo; zur&uuml;ck.<br>\nDer Bundesrat hatte am 12. Februar mehrheitlich beschlossen, einen aus dem Jahr 2006 stammenden Gesetzentwurf zur Reduzierung der Kosten erneut und wortgleich in den Bundestag einzubringen.<br>\nProzesskostenhilfe, fr&uuml;her Armenrecht genannt, k&ouml;nnen einkommensschwache Menschen beantragen, die ohne finanzielle Hilfe kein Gerichtsverfahren im Zivil-, Arbeits- oder Sozialrecht f&uuml;hren k&ouml;nnten. Die Kosten tragen die L&auml;nder, und diese wollen sie nach erheblichen Steigerungen reduzieren &ndash; rund 100 Mio. Euro lie&szlig;en sich bei gesch&auml;tzten bundesweiten Ausgaben von 500 Mio. Euro einsparen, hei&szlig;t es in dem Entwurf.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:sozialstaatsdebatte-richter-geben-sich-als-anwaelte-der-armen\/50082427.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Der rechtsstaatlich gangbare Weg, die zunehmende Zahl von Prozessen wieder zu senken, w&auml;ren gut und sauber gemachte Gesetze, die die Willk&uuml;r der der Sozialbeh&ouml;rden eind&auml;mmen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Jens Berger: Die Gesundheitskostenbombe bei den privaten Krankenkassen tickt<\/strong><br>\nEine geheim gehaltene Studie bringt brisante Details zu den Kosten und der Sicherheit des privaten Krankenkassensystems zum Vorschein. F&uuml;r die Kopfpauschale ist dies wohl das sichere Aus.<br>\nDie privaten Krankenversicherungen (PKV) sind nur ungen&uuml;gend auf den demographischen Wandel vorbereitet und laufen mit offenen Augen in die Kostenkatastrophe, die nur &uuml;ber massive Beitragssteigerungen halbwegs kontrolliert werden k&ouml;nnte. Ein solches Szenario w&auml;re jedoch das Ende f&uuml;r das Kopfpauschalenmodell der FDP. Wer w&uuml;rde noch zur PKV wechseln, wenn dort die Beitr&auml;ge signifikant h&ouml;her w&auml;ren als in der GKV? Schlechte Nachrichten f&uuml;r Philipp R&ouml;sler, der nun vor einem gesundheitspolitischen Scherbenhaufen steht.<br>\nW&auml;hrend die gesetzliche Krankenkasse eine Umlagefinanzierung beinhaltet, die durch Steuermittel aufgestockt wird, muss die PKV Altersr&uuml;ckstellungen bilden, um den Beitrag nicht ausufern zu lassen.<br>\nIn der Praxis erweisen sich diese Altersr&uuml;ckstellungen jedoch laut IGES als viel zu niedrig. Wollen die privaten Krankenkassen nicht bereits bei j&uuml;ngeren Versicherten h&ouml;here Beitr&auml;ge fordern, so m&uuml;ssen sie wohl oder &uuml;bel die Beitr&auml;ge im Alter massiv erh&ouml;hen. F&uuml;r &auml;ltere Versicherte, die oft nicht mehr finanziell so leistungsf&auml;hig sind wie in ihren besten Jahren, ist dies nat&uuml;rlich eine mittlere Katastrophe. Die Alternative, die h&ouml;heren Alterskosten auf die Pr&auml;mien der j&uuml;ngeren Versicherten anzurechnen, w&uuml;rde die PKV jedoch gegen&uuml;ber der GKV deutlicher unattraktiver machen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/32\/32165\/1.html\">Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Bei Studien, die durch den jetzt f&uuml;r die MaschmeyerR&uuml;rup AG Beratungsgesellschaft t&auml;tigen Bert R&uuml;rup federf&uuml;hrend erstellt werden, sind wir &auml;u&szlig;erst skeptisch. R&uuml;rup hat alle seine Vorschl&auml;ge zur &bdquo;Reform&ldquo; der sozialen Sicherungssysteme mit der demographischen Entwicklung begr&uuml;ndet. Es ist eine Banalit&auml;t, dass &Auml;ltere den gr&ouml;&szlig;ten Teil der Gesundheitskosten verursachen. Nach Angaben des <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Presse\/pm\/2008\/08\/PD08__280__23631,templateId=renderPrint.psml\">Statistischen Bundesamtes<\/a> sind es 47 %.<br>\nDie durchschnittlichen Pro-Kopf-Kosten im Alter von 65 Jahren und mehr sind seit 2002 um knapp 4% angestiegen sind, in der Altergruppe bis 65 Jahren aber nur unwesentlich geringer, n&auml;mlich um 3,5 %. Ber&uuml;cksichtigt man ferner die Inflationsrate, dann sind die Pro-Kopf-Kosten real eher gesunken.<br>\nAu&szlig;erdem ist es &auml;u&szlig;erst fraglich, wenn man in der ferneren Zukunft das gleiche altersspezifische Ausgabenprofil von heute unterstellt. Denn mit einer gestiegenen Lebenserwartung ver&auml;ndert sich auch der altersspezifische Gesundheitszustand.<br>\nMediziner sprechen davon, dass die k&ouml;rperliche Konstitution eines heute 60-J&auml;hrigen derjenigen eines 50-J&auml;hrigen von vor 30 Jahren entspricht. Inzwischen gibt es Untersuchungen,<br>\ndie solche Annahmen auch empirisch belegen.<br>\nNicht das Altsein oder das &Auml;lterwerden ist teuer, sondern der Sterbeprozess.<br>\nSiehe dazu <a href=\"upload\/pdf\/091202_hinweis_gesundheitskosten.pdf\">&ldquo;Droht eine Kostenlawine im Gesundheitswesen?&rdquo; [PDF &ndash; 569 KB]<\/a><\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Hartz IV: Privatversicherte in der Zwickm&uuml;hle<\/strong><br>\nDie Beitr&auml;ge zu Privatversicherungen sind vom Hartz-IV-Regelsatz praktisch nicht zu bezahlen. Nun fordern die Gr&uuml;nen, dass die Krankenkassen die Differenz tragen sollen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2370816&amp;em_loc=1231&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_polstart\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Wie w&auml;re es mit einem (au&szlig;erhalb Deutschlands in Europa &uuml;blichen) solidarischen Gesundheitssystem, in dem sich die Besserverdienenden nicht einfach aus der Solidargemeinschaft ausklinken k&ouml;nnen?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Seht, wo ihr bleibt<\/strong><br>\nRund 28000 Mieter von ehemaligen Sozialwohnungen in Berlin droht in absehbarer Zeit der Verlust ihrer Wohnung. Hintergrund ist die M&ouml;glichkeit der Vermieter, nach dem Auslaufen der F&ouml;rderung f&uuml;r den sozialen Wohnungsbau die tats&auml;chliche &raquo;Kostenmiete&laquo; zu erheben. Nach dem Wegfall der F&ouml;rdermittel und dem Teilverkauf der Wohnanlage unweit des Potsdamer Platzes verlangt der neue Eigent&uuml;mer 7,04 Euro nettokalt pro Quadratmeter und Monat statt bislang 5,33 Euro. Dies ist aber nur der erste Schritt. &raquo;Die Kostenmiete bel&auml;uft sich auf 13,02 pro Quadratmeter und liegt damit um 85 Prozent h&ouml;her als die mittlere orts&uuml;bliche Vergleichsmiete&laquo;, haben die Mieter errechnet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/03-01\/039.php?print=1\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Regierung droht weitere Pleite in Karlsruhe<\/strong><br>\nNach der Hartz-IV-Entscheidung vor drei Wochen droht der Bundsregierung eine weitere Niederlage vor dem Bundesverfassungsgericht: Die Richter des Ersten Senats entscheiden &uuml;ber das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung, gegen die die Rekordzahl von fast 35.000 Klagen eingegangen war.<br>\nDas Gesetz verlangt von Telekommunikationsanbietern, alle Verbindungsdaten ihrer Kunden sechs Monate zu speichern, damit sie den Strafverfolgungsbeh&ouml;rden f&uuml;r Ermittlungen zur Verf&uuml;gung stehen. Nach der m&uuml;ndlichen Verhandlung im Dezember zeichnet sich ab, dass die Verfassungsrichter der Politik bei einem weiteren Gesetz in die Parade fahren werden. Zudem hatte das Gericht das Recht, die gespeicherten Daten zur Strafverfolgung zu verwenden, seit Inkrafttreten des Gesetzes 2008 bereits durch zwei einstweilige Verf&uuml;gungen eingeschr&auml;nkt.<br>\n&nbsp;Sollten die Karlsruher Richter die Vorratsdatenspeicherung in wesentlichen Teilen f&uuml;r verfassungswidrig erkl&auml;ren, w&uuml;rde dies auch Kritiker best&auml;rken, die dem Gericht vorwerfen, es schr&auml;nke den Spielraum der Politik zu sehr ein. Der scheidende Gerichtspr&auml;sident Hans-J&uuml;rgen Papier hatte auf solche &ldquo;wenig qualifizierte Kritik&rdquo; scharf reagiert. Sie &ldquo;r&uuml;ttele an den Grundstrukturen des Verfassungsstaats&rdquo;. Erneuter Kritik an seiner Spruchpraxis k&ouml;nnte das Gericht diesmal auf elegante Weise aus dem Weg gehen. Da die Vorratsdatenspeicherung eine EU-Richtlinie umsetzt, w&auml;re es auch m&ouml;glich, die Entscheidung an den Europ&auml;ischen Gerichtshof zu verweisen. Wahrscheinlicher ist aber, dass die Karlsruher Richter selbst entscheiden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:urteil-ueber-vorratsdatenspeicherung-regierung-droht-weitere-pleite-in-karlsruhe\/50082445.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Entwicklungshilfe: Wie Lobbyisten Rankings verzerren<\/strong><br>\nWelche Regierung Entwicklungshilfe erh&auml;lt, h&auml;ngt von ihrem Abschneiden in L&auml;nder-Rankings ab. Zwei Weltbank-Volkswirte mahnen zum vorsichtigen Gebrauch. Sie kritisieren, dass vor allem Interessengruppen und ausl&auml;ndische Investoren befragt werden, nicht aber die B&uuml;rger des betroffenen Landes.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/nachrichten\/entwicklungshilfe-wie-lobbyisten-rankings-verzerren;2533921\">Handelsblatt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Keine Chance f&uuml;r Rot-Rot-Gr&uuml;n<\/strong><br>\nIn NRW scheint greifbar nahe, was in Hessen und im Saarland, in Hamburg und in Th&uuml;ringen misslang: eine Reformregierung aus SPD, Gr&uuml;nen und Linkspartei. Das w&auml;re ein un&uuml;berh&ouml;rbares Signal f&uuml;r den Bund. Es w&uuml;rde die Skeptiker bei den Sozialdemokraten und Gr&uuml;nen in die Defensive dr&auml;ngen und in der Linkspartei die trostlose innerparteiliche Frontstellung zwischen West-Fundis und Ost-Realos auflockern. Doch es gibt drei Institutionen, die gegen Rot-Gr&uuml;n-Rot in NRW sprechen: SPD, Gr&uuml;ne und Linkspartei.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=a1&amp;dig=2010%2F03%2F01%2Fa0088&amp;cHash=ef1a135871\">TAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Dekadente Elite<\/strong><br>\nNicht marodierende Hartz-IV-Empf&auml;nger ziehen nachts zu den Baustellen und entwenden die Stahltr&auml;ger, das w&auml;re angesichts der Gr&ouml;&szlig;e und der Menge der &ldquo;verschwundenen&rdquo; Armierungen auch gar nicht m&ouml;glich. Auch die Berliner S-Bahn wurde nicht von volltrunkenen Sozialhilfeempf&auml;ngern mit leeren Bierdosen lahmgelegt und die Verschweigetaktik der katholischen Kirche war ebenfalls von oben angeordnet. Kein arbeitsunwilliger Schulabbrecher kann Mehrwertsteuersenkungen oder Ministerpr&auml;sidenten-Termine im Internet verkaufen, auch hier sitzen die Verantwortlichen in den Spitzenstellungen der Gesellschaft.<br>\nIst das vielleicht die &ldquo;sp&auml;tr&ouml;mische Dekadenz&rdquo; von der der Althistoriker Dr. Westerwelle neulich gesprochen hat? Gibt es hier &ndash; auch bei den Steuerbetr&uuml;gern im oberen Spektrum der Gesellschaft &ndash; die Vorstellung vom &ldquo;anstrengungslosen Wohlstand&rdquo;, der zulasten anderer erzielt und genossen werden soll?<br>\nTatsache ist, dass unsere Gesellschaft offensichtlich ein Ethik-Problem hat, dessen Ursache nicht im unteren Drittel der Gesellschaft angesiedelt ist, sondern im oberen F&uuml;nftel.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2371074&amp;em_loc=1775&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/politik\/meinung\/&amp;em_ivw=fr_meinung\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Bundestag ver&ouml;ffentlicht Nebeneink&uuml;nfte: Schwarze und Gelbe verdienen am meisten nebenbei<\/strong><br>\nSchwarz-Gelb liegt klar vorn. Nein, nicht in den Meinungsumfragen. Bei den Nebeneink&uuml;nften der Abgeordneten dominieren die Regierungsparteien. Der Bundestag hat ver&ouml;ffentlicht, was die Politiker au&szlig;erhalb des Parlamentes treiben &ndash; und was sie daf&uuml;r kassieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/politik\/deutschland\/bundestag-veroeffentlicht-nebeneinkuenfte-schwarze-und-gelbe-verdienen-am-meisten-nebenbei-1547529-print.html\">STERN<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Neues Konzept: SPD will Spitzenverdiener mehr belasten<\/strong><br>\nDie SPD fordert nach Jahren der Steuersenkungen auch in ihrer Regierungszeit nun wieder eine st&auml;rkere Belastung der Spitzenverdiener ein. In dem von der Fraktionsf&uuml;hrung erstellten Papier bekennt sich die Partei zur Verm&ouml;gensteuer und betont: &ldquo;Private Verm&ouml;gen als eigenst&auml;ndige Quelle wirtschaftlicher Leistungsf&auml;higkeit sind auf geeignete Weise (zum Beispiel Erbschaftsteuer, Verm&ouml;gensteuer) zur Finanzierung der &ouml;ffentlichen Aufgaben heranzuziehen.&rdquo; Damit positioniert sich die SPD klar gegen die Koalition und vor allem gegen die FDP, die in der Hartz-IV-Debatte vehement gegen eine weitere Belastung sogenannter Leistungstr&auml;ger eintritt. In Teilen stellen die Sozialdemokraten aber auch ihre eigene Regierungspolitik infrage. In den Leitlinien verlangen die Sozialdemokraten nun eine &ldquo;eine m&ouml;glichst gleichm&auml;&szlig;ige Erfassung von Arbeits- und Kapitaleinkommen&rdquo;. Auch andere Passagen lassen zumindest Zweifel an der fr&uuml;heren Linie erkennen. So hatte die SPD in der rot-gr&uuml;nen und in der gro&szlig;en Koalition die direkten Steuern (Einkommen- und Unternehmensteuer) gesenkt und die indirekten Steuern (Mehrwertsteuer) erh&ouml;ht. Nun hei&szlig;t es: &ldquo;Insgesamt muss ein gro&szlig;er Anteil der Finanzierung des Staates &uuml;ber direkte Steuern erfolgen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2370818&amp;em_loc=1231&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_polstart\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Auf diesen Kommentar mussten wir lange warten: &ldquo;In Teilen stellen die Sozialdemokraten aber auch ihre eigene Regierungspolitik infrage.&rdquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>die story: Karstadt &ndash; Der gro&szlig;e Schlussverkauf (online)<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=AwGDi-qXWyY&amp;feature=PlayList&amp;p=E87EECFCCD2C759E&amp;index=0#\">YouTube<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Qualit&auml;tszeitung im Abschwung<\/strong><br>\nAls nach der ersten Medienkrise Frankfurter Rundschau und SZ 2001 ins Schlingern gerieten, galt die Flucht unter das Dach eines Gro&szlig;verlags noch als Garant f&uuml;r das &Uuml;berleben als Qualit&auml;tszeitung. Die aktuelle Lage jedoch kratzt am Lack dieser &ldquo;gestandenen Verleger&rdquo;: Bei der heute zum DuMont-Konzern geh&ouml;renden FR wird die Eigenst&auml;ndigkeit des Blattes durch die Kooperation mit der Berliner Zeitung aufgeweicht. Ab April kommen auch Politik- und Wirtschaftsberichte aus einer Zentralredaktion. Bei der SZ machen die Neueigent&uuml;mer von der S&uuml;dwestdeutschen Medienholding ihrem Image als Sparkommissare der Branche alle Ehre. Zudem scheint der Konzern, der ansonsten Regionalzeitungen verlegt, noch nicht den Kulturschock verwunden zu haben, dass er mit der SZ ein Blatt besitzt, das f&uuml;r seine Manager ein paar Nummern zu gro&szlig; ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2010%2F03%2F02%2Fa0017&amp;cHash=100a31748f\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Kompetenzen als Humankapital<\/strong><br>\n&Uuml;ber die Wahlverwandtschaft zweier Leitkonzepte zeitgen&ouml;ssischer Bildungsreform<br>\nDie moderne Sicht auf Bildung als Quelle individuellen und gesellschaftlichen Wohlstands wird im zeitgen&ouml;ssischen Reformdiskurs zugespitzt und radikalisiert. Nun gilt nicht mehr allein, dass Wohlstand und sozialer Zusammenhalt von Bildung abh&auml;ngen, sondern dass Bildung eine existentielle Voraussetzung darstellt, um im globalen Wettbewerb zwischen Nationen bestehen zu k&ouml;nnen und in einer wissensbasierten &Ouml;konomie konkurrenzf&auml;hig zu sein. Postulate wie diese bef&ouml;rdern eine &bdquo;Grammatik der Sorge&rdquo; (Br&ouml;ckling 2003, S. 20), mit der Reformen innerhalb des Bildungssystems gefordert und initiiert werden. In Deutschland haben vor allem internationale Schulleistungsvergleichsstudien wie PISA (Programme for International Student Assessment) der Sorge um die Bildung &ndash; als Sorge um die Zukunft der Gesellschaft &ndash; Nachdruck verliehen. So wurde PISA nicht nur zum medien&ouml;ffentlichen Gro&szlig;ereignis, sondern auch zum Referenzpunkt f&uuml;r anschlie&szlig;ende bildungspolitische Ma&szlig;nahmen (Tillmann u.&nbsp;a. 2008). PISA ist jedoch nur ein Beispiel f&uuml;r eine breit angelegte Restrukturierung des p&auml;dagogischen Feldes, die mithilfe transnationaler Agenturen wie der Organisation for Economic Co-Operation and Development (OECD) seit mehr als drei Jahrzehnten forciert wird. Schlagworte wie &bdquo;Wissensgesellschaft&rdquo;, &bdquo;Neoliberalismus&rdquo; und &bdquo;&Ouml;konomisierung der Bildung&rdquo; erfassen diese globale Restrukturierung und ihre vielgestaltigen empirischen und theoretischen Voraussetzungen indes nur teilweise (vgl. Bellmann 2007a).<br>\nMit &bdquo;Humankapital&rdquo; und &bdquo;Kompetenz&rdquo; m&ouml;chten wir in diesem Beitrag zwei Begriffe in den Blick nehmen, die zum Grundwortschatz gegenw&auml;rtiger Bildungsreform geh&ouml;ren, deren Verh&auml;ltnis aber noch kaum gekl&auml;rt ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.linksnet.de\/de\/artikel\/25340\">Linksnet<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Haiti: Die Hauptstadt der Obdachlosen<\/strong><br>\nDie Aufr&auml;umarbeiten sind noch nicht abgeschlossen. Bis zu 300.000 Menschen sind vermutlich ums Leben gekommen. Die UNO spricht von der schwersten Katastrophe ihrer Geschichte. Wie die Menschen jetzt ihr Leben organisieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2010%2F03%2F02%2Fa0009&amp;cHash=d99dcb8b4f\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Aus der Zeitung, aus dem Sinn?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Wolf-Dieter Narr: Gedicht anl&auml;sslich des Hartz IV &ndash; Urteils<\/strong><br>\n<blockquote><p>Lichtblauer Morgen<br>\nDie Morgensonne gl&auml;nzt auf den Schneekappen<br>\nschwarzrissiger Eichen&auml;ste.<br>\nMeine Zeitungsverk&auml;uferin,<br>\neine alte Frau, zu der ich gehe, weil sie mir einsam scheint und arm,<br>\ngerade so ihr Leben fristen kann,<br>\nunterh&auml;lt sich mit einem alten Ehepaar, in den<br>\nschmalen Laden gekommen, an mir vorbei,<br>\nBZ &ndash; und Gr&uuml;nen Blatts bed&uuml;rftig &ndash; oder wie die schmierigen Geschichten der leeren Hautevolee so hei&szlig;en.<br>\nUnd nun kommt all der Vorurteilsdreck heraus, mit dem sie sich selbst beschmieren, angeleitet von herrschender Politik und ihren Medien.<br>\nAus aktuellem Anlass geht&acute;s, wie anders,<br>\ngegen die korrupten Hartz-IV-Empf&auml;nger, die kein Geld verdienen. Aber<br>\nmit unserem Geld eine &uuml;ppige Sause machen&hellip;<br>\nBedr&uuml;ckt stocke ich von dannen, nicht &uuml;berrascht,<br>\nso nahm ich&acute;s ohnehin an<br>\nOhnm&auml;chtiger Zorn verh&auml;rtet sich und mich<br>\nGegen all die herrschend etablierten Mitesser dieser Gesellschaft, die im<br>\nB&uuml;ndnis f&uuml;r Toleranz vom permanenten Appell, sublim und grob, fest institutionalisiert,<br>\nRechtsstaat geworden,<br>\ndie vom permanenten Appell an den inneren Schweinehund des Menschen leben.<br>\nO arme, einsame, vorurteilsvergemeinschaftete, alte missbrauchte Frau, inmitten des ersten L&uuml;genleitsatzes fadenscheiniger Verfassung:<br>\n&bdquo;Die W&uuml;rde des Menschen ist unantastbar.&ldquo; <\/p><\/blockquote>\n<p>16.2.2010<\/p>\n<p><em>(Wolf-Dieter Narr, war Professor f&uuml;r empirische Theorie der Politik am Otto-Suhr-Institut (OSI) der Freien Universit&auml;t Berlin. Er ist Mitgr&uuml;nder und Mitsprecher des Komitees f&uuml;r Grundrechte und Demokratie. Das Gedicht hat er aus Anlass des Hartz IV-Urteils des Bundesverfassungsgerichts geschrieben.) <\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Revolution&auml;res vom IWF; Spekulation um Griechenland; Lohnabstand &ndash; Fakten gegen Spr&uuml;che; 3 Euro als Pr&uuml;fgrenze f&uuml;r Sittenwidrigkeit; Richter als Anw&auml;lte der Armen; Gutachten &uuml;ber die Zukunft der privaten Krankenkassen; in Karlsruhe droht eine weitere Pleite; keine Chance f&uuml;r Rot-Rot-Gr&uuml;n; Dekadente Elite; Schwarze und Gelbe haben attraktivere Nebenjobs; Lockerungs&uuml;bungen bei<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4641\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-4641","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4641","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4641"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4641\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4645,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4641\/revisions\/4645"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4641"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4641"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4641"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}