{"id":46466,"date":"2018-10-10T12:13:07","date_gmt":"2018-10-10T10:13:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46466"},"modified":"2018-10-26T12:46:19","modified_gmt":"2018-10-26T10:46:19","slug":"autoland-ist-abgebrannt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46466","title":{"rendered":"Autoland ist abgebrannt"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/181010-autoland-01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Merkel ist die Klimakanzlerin und Deutschland Vorreiter in Sachen Klimaschutz. So lautet ein vielgeh&ouml;rtes Mantra der Hauptstadtjournalisten. Doch Anspruch und Wirklichkeit klaffen immer weiter auseinander. In der Realit&auml;t hat Deutschland sein im Pariser Klimaabkommen vereinbartes CO2-Budget f&uuml;r das laufende Jahr <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/kohlendioxid-budget-klimaschutz-101.html\">bereits Ende M&auml;rz verbraucht<\/a> &ndash; und damit sogar noch eine Woche fr&uuml;her als im Vorjahr. Derweil k&auml;mpft die &bdquo;Klimakanzlerin&ldquo; im Namen der deutschen Industrie allein auf weiter Front auf EU-Ebene gegen eine Reduktion der CO2-Emissionen. Gestern platzte dem Rest der EU der Kragen und in einer Kampfabstimmung wurde Deutschlands Linie torpediert und versenkt. Gegen den ausdr&uuml;cklichen Willen Deutschlands <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/eu-grenzwerte-autos-105.html\">einigten sich gestern<\/a> die Umweltminister der EU f&uuml;r strengere CO2-Standards bei Neuwagen. Wie man diese Vorgaben umsetzen will, ist jedoch schleierhaft. Doch anstatt umzudenken, haben sich Deutschlands industrielle und politische Eliten einem Kampf verschworen, den sie nicht gewinnen k&ouml;nnen. Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_6038\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-46466-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/181010_Autoland_ist_abgebrannt_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/181010_Autoland_ist_abgebrannt_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/181010_Autoland_ist_abgebrannt_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/181010_Autoland_ist_abgebrannt_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=46466-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/181010_Autoland_ist_abgebrannt_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"181010_Autoland_ist_abgebrannt_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Ambitionierte Grenzwerte <\/strong><\/p><p>Wenn es um das komplexe Thema CO2-Grenzwerte geht, lohnt sich zum besseren Verst&auml;ndnis ein kleiner Blick in die Vorgeschichte. Nach langem Ringen auf zahlreichen UN-Klimakonferenzen konnten sich die 195 UN-Staaten 2015 in Paris auf ein Klimaabkommen einigen, in dem &ndash; zum ersten Mal seit dem Kyoto-Protokoll aus den 90-ern &ndash; verbindliche Zahlen f&uuml;r die Reduktion von klimasch&auml;dlichen Emissionen beschlossen wurden. Bis 2050 sollen die Emissionen im Vergleich zu 1990 um 80 bis 95 Prozent sinken &ndash; 2020 und 2030 wurden Zwischenziele mit 20 bzw. 40 Prozent Reduktion vereinbart. Doch hinter diesen gro&szlig;en Zielen steckt in der realen Politik erstaunlich wenig. Momentan ist Deutschland weit davon entfernt, diese Ziele auch nur im Ansatz zu erreichen. Schuld daran sind die schleppend verlaufende Energiewende und auch der Stra&szlig;enverkehr, immerhin stammen rund 12% der Kohlendioxidemissionen von Personenkraftwagen.<\/p><p>CO2-Grenzwerte f&uuml;r Neuwagen gibt es in der EU trotz massiver Lobbyarbeit schon seit l&auml;ngerem. So konnte sich die EU-Kommission 2009 nach einem fast 13 Jahre dauernden Kampf gegen die Lobbyisten durchringen, die UN-Klimakonvention von 1993 umzusetzen und f&uuml;r 2015 durchschnittliche Emissionen von 130g CO2 pro Kilometer festzulegen; der Wert soll bis 2021 auf 95 g\/km abgesenkt werden. Kohlendioxid (CO2) ist ein direktes Reaktionsprodukt, das bei der Verbrennung von fossilen Energietr&auml;gern entsteht. Daher h&auml;ngt der CO2-Aussto&szlig; direkt mit dem Kraftstoffverbrauch eines Autos zusammen. Je weniger Kraftstoff ein Auto verbraucht, desto niedriger der CO2-Aussto&szlig;. Um die Grenzwerte einzuhalten, m&uuml;sste die Automobilindustrie also ganz einfach leichtere, effizientere, geringer motorisierte, sprich spritsparendere Autos verkaufen. Wie wir alle wissen, ist jedoch das exakte Gegenteil der Fall. Nicht spritsparende leichte Kleinwagen, sondern schachtelf&ouml;rmige, h&ouml;hergelegte Unget&uuml;me sind im Trend und sorgen f&uuml;r Traumrenditen.<\/p><p><strong>Eine Niederlage f&uuml;r die Autokanzlerin<\/strong><\/p><p>Die Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens auf die Grenzwerte f&uuml;r Neuwagen h&ouml;rt jedoch nicht beim Jahr 2021 auf. Eine weitere Reduktion der Grenzwerte von 25 Prozent bis 2025 bzw. 35 Prozent bis 2030 (jeweils auf Basis des 2021-Wertes von 95 g\/km) ist von Abkommen vorgesehen und sollte  eigentlich auch von der EU-Kommission so umgesetzt werden. Deutschlands Autohersteller hatten vor gut einem Jahr jedoch zusammen mit der Bundesregierung zum Sturmangriff geblasen und vor allem EU-Staaten (z.B. Ungarn, Tschechien, Spanien), in denen deutsche Hersteller produzieren, <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/lobbyisten-in-bruessel-ausgerechnet-vw-torpediert-haertere-abgasziele-1.3738874\">massiv unter Druck gesetzt<\/a>, diese Grenzwerte zu verw&auml;ssern. Mit Teilerfolg &ndash; die EU-Kommission r&uuml;ckte vom 35-Prozent-Ziel ab und senkte die Forderung f&uuml;r 2030 auf 30%. <\/p><p>Dieser klimapolitische R&uuml;ckschritt brachte jedoch das Europaparlament auf die Palme, das nun mit einer 40-Prozent-Forderung das Ringen um den Klimaschutz <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/eu-parlament-emissionen-101.html\">neu er&ouml;ffnete<\/a>. Am Ende mussten sich nun die deutsche Autolobby und ihr politischer Arm in Berlin geschlagen geben und dem alten 35-Prozent-Ziel &bdquo;als Kompromiss&ldquo; zustimmen. Angeblich hatte die &bdquo;Klimakanzlerin&ldquo; zuletzt nur noch Ungarn und Bulgarien an ihrer Seite &ndash; erstere haben zahlreiche Werke deutscher Hersteller, letztere hoffen auf Investitionen. Massiver Widerstand kam hingegen von L&auml;ndern wie D&auml;nemark, Schweden und den Niederlanden, die noch &uuml;ber 40 Prozent Reduktion hinauswollen. <\/p><p>Den gestrigen EU-Beschluss nun als Sieg f&uuml;r den Klimaschutz zu bewerten, w&auml;re jedoch voreilig. Denn man sollte in der EU nie die Rechnung ohne die Deutschen machen. Denn der Unterschied zwischen abstrakten Reduktionszielen und den konkreten Emissionen im Stra&szlig;enverkehr ist &bdquo;dank&ldquo; des Einflusses der Autolobby mittlerweile gewaltig. <\/p><p><strong>Umgehungsm&ouml;glichkeiten und Ansatzpunkte f&uuml;r Manipulationen<\/strong><\/p><ol>\n<li>Messwerte<br>\nDass der reale Kraftstoffverbrauch und damit auch die CO2-Emissionen bei modernen Autos <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39955\">im Schnitt um 42%<\/a> &uuml;ber den offiziellen Angaben liegen, ist bekannt. Bekannt ist auch, dass die Differenz zwischen realem und offiziellem Verbrauch von Jahr zu Jahr gr&ouml;&szlig;er wird. Prinzipiell sollte die Differenz durch den erst vor wenigen Wochen &ndash; gegen den Willen Deutschlands &ndash; eingef&uuml;hrten Testzyklus WLTP zwar sinken. Entscheidend f&uuml;r die Reduktions-Vorgaben ist jedoch, wie man die alten Werte nun auf das neue Format umrechnet. Hierbei handelt es sich um eine sehr technische Frage, die aller Voraussicht nach von den Experten der Autohersteller ma&szlig;geblich beeinflusst wird. <\/li>\n<li>Flottenverbrauch<br>\nBei den Angaben handelt es sich um Durchschnittswerte f&uuml;r alle Autos und da es nat&uuml;rlich ungerecht w&auml;re, einen Sportwagenhersteller auf die gleichen Durchschnittswerte zu verpflichten wie einen Kleinwagenhersteller, hat die Autolobby sich die Kenngr&ouml;&szlig;e des Flottenverbrauchs ausgedacht und von ihrem politischen Arm auch umsetzen lassen. F&uuml;r Deutschlands &bdquo;Premiummarken&ldquo; gelten daher Werte wie der f&uuml;r 2021 vorgesehene Durchschnittswert von 95 g\/km CO2 ohnehin nicht, da man sich einen &bdquo;Premiumaufschlag&ldquo; heraushandeln konnte. F&uuml;r Mercedes liegt der Wert beispielsweise bei 101,6 g\/km CO2.<\/li>\n<li>Das Kleingedruckte<br>\nUm die rechnerischen Werte noch weiter nach unten zu schrauben, hat sich die Lobby noch einige weitere Tricksereien einfallen lassen. So gibt es beispielsweise sogenannte &bdquo;Supercredits&ldquo;. Die gibt es f&uuml;r besonders sparsame Hybrid- und Elektroautos, die noch gar nicht gebaut und verkauft sind. Diese Credits gehen jedoch bereits jetzt in die Durchschnittszahlen mit ein &ndash; und dies nicht normal, sondern faktoriert, also gleich mehrfach. So k&ouml;nnen Mercedes, VW und Co. prognostizierte, aber komplett unrealistische Verkaufszahlen hypothetischer Elektromobile schon heute in ihren offiziellen Flottenverbrauch mit einrechnen. Hybride und Elektrofahrzeuge werden &uuml;brigens zudem als emissionsfrei berechnet &ndash; obgleich die Herstellung des Stroms f&uuml;r diese Fahrzeuge nat&uuml;rlich auch CO2-Emissionen mit sich gebracht hat. Elektrofahrzeuge sind beim deutschen Energiemix &ndash; anders als in Norwegen oder D&auml;nemark &ndash; nicht emissionsfrei, sie haben ihren Auspuff lediglich im Schlot der Kohlekraftwerke. Dieser Umstand bleibt jedoch bei der EU-Flottenverbrauchs-Berechnung unber&uuml;cksichtigt.<\/li>\n<\/ol><p>Es ist anzunehmen, dass die deutschen Lobbyisten bereits jetzt mit allem Druck an weiteren Manipulationsm&ouml;glichkeiten arbeiten, mit denen selbst die ambitioniertesten Klimaziele ad absurdum gef&uuml;hrt werden. Ob sie damit Erfolg haben, ist jedoch ungewiss. Die gestrige Niederlage der Deutschen zeigt, dass der Rest der EU sich langsam aus dem W&uuml;rgegriff der deutschen Lobbyisten befreit und das k&ouml;nnte langfristig f&uuml;r die Hersteller entweder sehr teuer werden &hellip; oder aber zu einem Umdenken f&uuml;hren.<\/p><p><strong>Lenkungswirkungen durch hohe Strafen<\/strong><\/p><p>Die bislang g&uuml;ltigen EU-Richtlinien sehen eine Strafzahlung von 95 Euro f&uuml;r jedes Gramm CO2 vor, das &uuml;ber dem zugewiesenen Flottenverbrauch liegt; und zwar pro verkauftes Auto! Wenn VW also 2021 im Schnitt 10 Gramm &uuml;ber dem Soll-Flottenverbrauch liegt und immer noch 10 Millionen Autos pro Jahr verkauft, m&uuml;sste der Konzern pro Jahr 9,5 Milliarden Euro Strafe zahlen. Es ist nat&uuml;rlich davon auszugehen, dass man diese Kosten auf den Endkunden abw&auml;lzt, was dann aber zu teureren Autos f&uuml;hrt. Wenn die Lobbyisten sich nun Sorgen um die Arbeitspl&auml;tze machen, ist dies jedoch durchschaubarer Unsinn. Denn diese Regelungen gelten f&uuml;r alle Hersteller. Anbieter, die den Flottenverbrauch wirklich senken, m&uuml;ssen auch keine Strafen zahlen und k&ouml;nnen ihre Autos dann preiswerter anbieten. It&rsquo;s not a bug, it&rsquo;s a feature &ndash; genau so soll die Lenkungswirkung ja funktionieren.<\/p><p>Wie deutsche Hersteller jedoch bis 2030 &ndash; das sind nur noch 12 Jahre &ndash; auf einen durchschnittlichen Flottenverbrauch 61,8 g\/km CO2 kommen sollen, ist ein echtes R&auml;tsel. Ohne Rechentricks st&ouml;&szlig;t ein typischer heutiger Neuwagen wie der C180 von Mercedes stolze 189g CO2 pro Kilometer aus. Selbst mit den noch so absurdesten Rechentricks kommt man da nicht einmal in die N&auml;he der Zielvorgaben und bei derart gro&szlig;en Abweichungen fallen die anfallenden Strafen deutlich ins Gewicht. Beim C180 w&auml;ren dies n&auml;mlich &ndash; ohne Rechentricks &ndash; mehr als 12.000 Euro. Ein Verbrauchsmonster wie der Audi SQ7 (ein 435 PS starker SUV) kommt unter realen Bedingungen &uuml;brigens auf einen CO2-Aussto&szlig; von 348 g\/km und Audi m&uuml;ssten ihn mit einem Strafaufschlag von 27.200 Euro verkaufen. Das w&auml;re schon eine Lenkungswirkung, da Hybride und Elektroautos aufgrund des niedrigen CO2-Aussto&szlig;es nicht nur straffrei in den Markt gebracht werden k&ouml;nnten, sondern sogar noch den Flottenverbrauch nach unten ziehen und die Strafen f&uuml;r die &bdquo;dreckigen&ldquo; Modelle mit Verbrennungsmotor ausgleichen k&ouml;nnten. Aber dann m&uuml;ssten Deutschlands Autobauer ja umdenken und sp&auml;testens hier ist Zweifel angebracht.<\/p><p>Deutschlands Autohersteller steuern offenbar im Nebel auf Sicht. In Norwegen d&uuml;rfen ab 2025 keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr zugelassen werden. In den Niederlanden und D&auml;nemark wird es 2030 soweit sein. Auch Indien will ab 2030 keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr zulassen und der &bdquo;Megamarkt&ldquo; China erh&ouml;ht derzeit von Jahr zu Jahr seine Elektroautoquote und wird wohl ebenfalls in absehbarer Zeit keine Verbrennungsmotoren mehr zulassen &ndash; im letzten Jahr wurden in China &uuml;brigens <a href=\"http:\/\/www.manager-magazin.de\/unternehmen\/autoindustrie\/elektroauto-china-faehrt-der-welt-davon-a-1188746.html\">777.000 Elektroautos zugelassen<\/a> &ndash; 15mal so viel wie in Deutschland. Und auch Gro&szlig;britannien und Frankreich planen das totale Verbot von Verbrennungsmotoren <a href=\"https:\/\/www.finanzen100.de\/finanznachrichten\/wirtschaft\/ende-des-verbrennungsmotors-hier-sind-alle-laender-die-bald-benziner-und-diesel-autos-verbieten-werden_H1461068560_491712\/\">im Jahre 2040<\/a>. <\/p><p><strong>Deutschland verschl&auml;ft die Wende<\/strong><\/p><p>Nun kann man sich vortrefflich dar&uuml;ber streiten, ob E-Mobilit&auml;t nun der goldene Weg ist, ob andere Techniken nicht sinnvoller sind oder ob der Umwelt nicht mit einer schlauen Raumordnungspolitik und einer St&auml;rkung des &ouml;ffentlichen Nahverkehrs viel mehr geholfen w&auml;re. Das baldige Aus des Verbrennungsmotors im Massenmarkt ist jedoch beschlossene Sache. Deutschlands Automobilbauer t&auml;ten gut daran, ihre Lobbyarbeit herunterzufahren und ihre Energie lieber in die Entwicklung neuer Techniken zu stecken. Ansonsten gehen bald die Lichter in Wolfsburg, Stuttgart, Ingolstadt und M&uuml;nchen aus &ndash; nicht weil irgendwelche Richtlinien Arbeitspl&auml;tze vernichten, sondern weil man ganz einfach die Zeichen der Zeit schlichtweg verschlafen hat.<\/p><p>Auch die deutsche Politik t&auml;te gut daran, die Zeichen der Zeit zu erkennen und der heimischen Industrie zu helfen, eine Wende hinzubekommen. Hier k&ouml;nnte beispielsweise eine Neuregelung der steuerlichen Abschreibungsm&ouml;glichkeiten f&uuml;r umweltsch&auml;dliche Autos zielf&uuml;hrend sein. Vor allem im &bdquo;Premiumsegment&ldquo; werden n&auml;mlich die allermeisten Neuwagen nicht von Privatpersonen, sondern als Firmen- und Dienstwagen zugelassen &ndash; je umweltsch&auml;dlicher, desto h&ouml;her der &bdquo;gewerbliche&ldquo; Anteil. Warum sollte ein Unternehmen aber die Kosten f&uuml;r einen Audi SQ7 f&uuml;r einen seiner Mitarbeiter voll von der Steuer absetzen k&ouml;nnen? G&auml;be es diese Regelung nicht, w&uuml;rden die deutschen Hersteller wom&ouml;glich schon l&auml;ngst sauberere Autos bauen. Doch hier muss man leider sehr skeptisch sein. Deutsche Kanzler sind keine Klimakanzler, sondern Autokanzler. Die Union hat es ohnehin nicht so mit dem Klimaschutz und innerhalb der SPD versperren die traditionalistischen Industriegewerkschaften, die Seit&acute; an Seit&acute; mit den Aktion&auml;ren jedwedes Umdenken verhindern wollen, einen Paradigmenwechsel. So l&auml;uft Deutschland dank seiner blinden Eliten sehenden Auges in die Katastrophe. Autoland ist abgebrannt.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/d0885ab19656484b819950ff3ed5cb3a\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/181010-autoland-01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"\/><\/div>\n<p>Merkel ist die Klimakanzlerin und Deutschland Vorreiter in Sachen Klimaschutz. So lautet ein vielgeh&ouml;rtes Mantra der Hauptstadtjournalisten. Doch Anspruch und Wirklichkeit klaffen immer weiter auseinander. In der Realit&auml;t hat Deutschland sein im Pariser Klimaabkommen vereinbartes CO2-Budget f&uuml;r das laufende Jahr <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/kohlendioxid-budget-klimaschutz-101.html\">bereits Ende M&auml;rz<\/a><\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46466\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[105,107,22,127,179,176,73],"tags":[1565,379,1858,2126,615,1600,1710,1043,469,2008,1711,343,315,1378,2312,2447,2061],"class_list":["post-46466","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuelles","category-audio-podcast","category-europaische-union","category-lobbyismus-und-politische-korruption","category-schadstoffe","category-umweltpolitik","category-verkehrspolitik","tag-automobilindustrie","tag-china","tag-daenemark","tag-elektromobilitaet","tag-eu-kommission","tag-eu-parlament","tag-fossile-energie","tag-frankreich","tag-grossbritannien","tag-indien","tag-klimaabkommen","tag-luegen-mit-zahlen","tag-merkel-angela","tag-niederlande","tag-norwegen","tag-strassenverkehr","tag-umweltverschmutzung"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/46466","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=46466"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/46466\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":46478,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/46466\/revisions\/46478"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=46466"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=46466"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=46466"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}