{"id":46503,"date":"2018-10-14T09:00:02","date_gmt":"2018-10-14T07:00:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46503"},"modified":"2018-10-12T08:53:06","modified_gmt":"2018-10-12T06:53:06","slug":"hinweise-der-woche-83","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46503","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lohnenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CW)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46503#h01\">Brasilien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46503#h02\">Deutsch-russischer Dialog: &bdquo;Die Beziehungen sind mehr als abgek&uuml;hlt&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46503#h03\">Griechenland und die L&uuml;ge von der &ldquo;&uuml;berwundenen&rdquo; Finanzkrise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46503#h04\">Nein hei&szlig;t nein!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46503#h05\">Bund nimmt f&uuml;r Bad Bank FMS zus&auml;tzlich bis zu 30 Milliarden Euro auf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46503#h06\">Diesel: Hohn, ungefiltert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46503#h07\">Wie die Baslerinnen das Recht auf Wohnen gewannen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46503#h08\">Zuwanderung allein l&ouml;st das deutsche Dilemma nicht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46503#h09\">Das schmutzige Gesch&auml;ft mit Lkw-Fahrern aus Osteuropa<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46503#h10\">Arbeitsrechte als Menschenrechte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46503#h11\">Blo&szlig; nicht K&ouml;ln-Buchheim<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46503#h12\">Diagnose Kapitalismus<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnendsten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Brasilien<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Bolsonaro gewinnt erste Runde Brasilien: Rechtsau&szlig;en-Erfolg befl&uuml;gelt die M&auml;rkte<\/strong><br>\nDer klare Sieg des Rechtspopulisten Jair Bolsonaro bei der ersten Runde der brasilianischen Pr&auml;sidentschaftswahlen sorgt an den Aktien- und Devisenm&auml;rkten f&uuml;r gro&szlig;e Freude.<br>\nDer brasilianische Leitindex Bovespa gewann zur Er&ouml;ffnung in Sao Paulo 5,43 Prozent. In Frankfurt gewinnen die Titel des staatlichen &Ouml;lkonzerns Petrobras sogar &uuml;ber 13 Prozent.<br>\nAuch der Landesw&auml;hrung Real hat der Wahlsieg Bolsonaros einen Schub verliehen. Der Real wertete zum Dollar um &uuml;ber drei Prozent auf. Somit m&uuml;ssen f&uuml;r einen Dollar nur noch 3,76 Real nach 3,84 Real am Freitag bezahlt werden. &ldquo;Die Finanzm&auml;rkte favorisieren Bolsonaro, der im Falle eines Wahlsieges den Investmentbanker Paulo Guedes zum Superminister f&uuml;r Wirtschaft und Finanzen machen will&rdquo;, sagte LBBW-Analyst Martin G&uuml;th.<br>\nMarkt atmet auf<br>\nCommerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen sieht insgesamt nur ein begrenztes Aufwertungspotenzial f&uuml;r die brasilianische W&auml;hrung. Denn ein Sieg Bolsonaros sei zu einem gro&szlig;en Teil schon eingepreist. Zudem m&uuml;sse sich erst noch zeigen, wie viel Einfluss Guedes tats&auml;chlich auf die Wirtschaftspolitik des Landes haben werde, sollte er es ins Amt schaffen.<br>\nAuf Bolsonaro entfielen bei der Wahl am Sonntag 46,3 Prozent der Stimmen. Sein linker Kontrahent Fernando Haddad erreichte 29 Prozent. Bolsonaro zieht nun als klarer Favorit in die zweite Runde der Wahlen am 28. Oktober. &ldquo;Der Markt atmet auf, da Haddad, dessen Politik Brasilien nicht aus der wirtschaftlichen Talsohle befreien w&uuml;rde, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht Pr&auml;sident werden wird&rdquo;, sagte Edwin Gutierrez, Analyst bei Aberdeen Standard Investments. Bolsonaro k&uuml;ndigte unter anderem einen versch&auml;rften Kampf gegen Korruption und verst&auml;rkte Privatisierungen an.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/boerse.ard.de\/anlagestrategie\/regionen\/brasilien-rechtsaussen-erfolg-befluegelt-die-maerkte100.html#xtor=export\">boerse.ARD.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Kapitalisten setzen auf Faschisten. Ziviler und weniger pr&auml;zise ausgedr&uuml;ckt: Anleger bevorzugen Reformer.<\/em><\/p>\n<p><em>Wie auch immer, lesen Sie den Bericht von B&ouml;rse.ARD zum Wahlergebnis in Brasilien und &uuml;ber die Reaktion der B&ouml;rse und die Kommentare der Analysten. Nach allem was man &uuml;ber den Pr&auml;sidentschaftskandidaten Bolsonaro wei&szlig;, ist dessen N&auml;he zur Demokratie gleich null, er bef&uuml;rwortet Waffen und Gewalt, verachtet die Rechte der Frauen und setzt auf das Milit&auml;r, wo er auch herkommt.<\/em><\/p>\n<p><em>Es ist schon beachtlich, dass das &ouml;ffentlich-rechtliche Fernsehen einen solchen Bericht einschlie&szlig;lich der Kommentare der Analysten etc. pr&auml;sentiert.<\/em><\/p>\n<p><em>Das &uuml;berrascht uns allerdings nicht. Schon 1973 konnten wir beobachten, wie in den wirtschaftsnahen Medien Deutschlands dem Putsch von Pinochet gegen Allende Beifall gezollt wurde.<\/em><\/p>\n<p><em>Zur Ehrenrettung des &Ouml;ffentlich-Rechtlichen Rundfunks kann ich auf einen aufkl&auml;renden Beitrag im Deutschlandfunk von gestern Abend hinweisen:<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Klarer Sieg f&uuml;r Rechtsau&szlig;en<\/strong><br>\nDer Rechtsruck der W&auml;hler in Brasilien ist erschreckend, kommentiert Jule Reimer. Doch noch erschreckender sei, wie sehr Brasiliens traditionelle Elite Jair Bolsonaro hofiere. Nur Dank der Medien habe der Rechtsextreme mit seinen absurden Thesen beim Wahlvolk punkten k&ouml;nnen.<br>\nWer etwas auf Demokratie, Menschenrechte und Rechtsstaat gibt, blickt heute mit Entsetzen nach Brasilien. Zwar wird es Ende Oktober noch eine Stichwahl um das Pr&auml;sidentenamt geben, doch die Ausgangsposition des Gewinners Jair Bolsonaro ist erschreckend gut. Jahrelang war er zwar eine etablierte, aber einsame Randfigur in der Politik. Einer, dem es vor allem dank h&auml;ufigem Partei-Wechsel gelang, sich im brasilianischen Parlament zu halten.<br>\nAber jetzt votierten 46 Prozent der Wahlg&auml;nger f&uuml;r diesen rechtsextremen Waffennarr, der sich lieber einen toten als einen schwulen Sohn w&uuml;nscht, der die Zeit der brasilianischen Milit&auml;rdiktatur als die gute alte und Demokratie als Schwachsinn verkauft, der frauenfeindliche Spr&uuml;che klopft, der L&uuml;gen und Beschimpfungen hemmungslos in die Welt twittert.<br>\nLeidet das halbe Land unter Ged&auml;chtnisschwund?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/praesidentschaftswahl-in-brasilien-klarer-sieg-fuer.720.de.html?dram:article_id=430015\">Deutschlandfunk<\/a><\/li>\n<li><strong>Warum so viele Brasilianer einen Radikalen wollen<\/strong><br>\nIn Brasilien gewinnt der Rechtsextreme Jair Bolsonaro die erste Runde der Pr&auml;sidentschaftswahl. Es ist das Ergebnis eines gescheiterten politischen Systems.<br>\nBrasilien steht ein politisches Erdbeben bevor. Der rechtsextreme Politiker Jair Bolsonaro hat die erste Runde der Pr&auml;sidentschaftswahlen mit 46 Prozent der Stimmen gewonnen und verfehlte damit die absolute Mehrheit nur knapp. Der 63-J&auml;hrige gilt nun als gro&szlig;er Favorit f&uuml;r den zweiten Wahlgang im gr&ouml;&szlig;ten, bev&ouml;lkerungsreichsten und wirtschaftlich st&auml;rksten Land Lateinamerikas.<br>\nIn der Stichwahl in drei Wochen trifft er auf den ehemaligen Bildungsminister und B&uuml;rgermeister von S&atilde;o Paulo, Fernando Haddad. Der 55-J&auml;hrige holte 29 Prozent der Stimmen. Er geh&ouml;rt zur linken Arbeiterpartei, die von 2003 bis 2016 das Staatsoberhaupt stellte, zun&auml;chst mit Lula da Silva und dann mit Dilma Rousseff. Letztere wurde in einem umstrittenen Impeachmentverfahren gest&uuml;rzt, seitdem regiert Michel Temer von der konservativen MDB, der nicht antrat.<br>\nDen dritten Platz erlangte der linksliberale Ex-Minister Ciro Gomes mit zw&ouml;lf Prozent. Er hat bereits seine Unterst&uuml;tzung f&uuml;r Haddad erkl&auml;rt. Bei der &bdquo;Wahl zwischen Demokratie und Faschismus&ldquo; sei klar, auf welcher Seite er stehe.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/rechtsextremer-favorit-bolsonaro-warum-so-viele-brasilianer-einen-radikalen-wollen\/23161250.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.R.:<\/strong> Es ist schon interessant: Wochenlang war es unseren Leitmedien nur eine kurze Meldung wert, dass Brasiliens Favorit auf die Pr&auml;sidentenwahl, Lula, mit juristischen Tricks von der Wahl ferngehalten wurde. Jetzt tun aber alle so, als sei das Kind so urpl&ouml;tzlich in den Brunnen gefallen. Wie w&auml;re es wohl gewesen, wenn westliche Medien und westliche Politiker sich st&auml;rker f&uuml;r Lula eingesetzt h&auml;tten? Aber Lula ist bekanntlich ein Linker, der nicht immer nach der neoliberalen Pfeife tanzt. Da riskieren wir es doch lieber, dass ein Faschist in Brasilien ans Ruder kommt und zeigen nach der Wahl eifrig Entsetzen. Das ist einfach nur verlogen!<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>The CIA Has Its Fingerprints on Brazil&rsquo;s Election<\/strong><br>\nThe growth of Bolsonarian fascism in the final stretch of the election campaign, turbo charged by an avalanche of fake news disseminated on the internet, is not surprising. It is an old tactic developed by American and British intelligence agencies, with the goal of manipulating public opinion and influencing political processes and elections. It was used in the Ukraine, in the Arab Spring and in Brazil during 2013. There is science behind this manipulation.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.truthdig.com\/articles\/the-cia-has-its-fingerprints-on-brazils-election\/\">Truthdig<\/a><\/li>\n<li><strong>Future of Western Democracy Being Played Out in Brazil<\/strong><br>\nNothing less than the future of politics across the West &ndash; and across the Global South &ndash; is being played out in Brazil. Stripped to its essence, the Brazilian presidential elections represent a direct clash between democracy and an early 21st Century, neofascism, indeed between civilization and barbarism.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/consortiumnews.com\/2018\/10\/09\/future-of-western-democracy-being-played-out-in-brazil\/\">Consortium News<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers E. J.:<\/strong> Ein Streifzug mit dem Brasilianer Pepe Escobar durch die Weltinnenpolitik. Geschichte wiederholt sich nicht &ndash; sie reimt sich (Mark Twain). Die Parallelen der westlichen Politik nach 2008 zu 1929\/1933 sind augenf&auml;llig. Dem Gef&uuml;hl des Kontrollverlustes der Bev&ouml;lkerung gegen&uuml;ber dem unisono von der politischen Klasse gepredigten Allheilmittel der nationalen und internationalen wirtschaftspolitschen (und kulturellen) Entgrenzung begegnet rechte und neofaschistische Politik mit dem Konzept der Ausgrenzung als Ersatz. (&hellip;).<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Deutsch-russischer Dialog: &bdquo;Die Beziehungen sind mehr als abgek&uuml;hlt&ldquo;<\/strong><br>\nDie Zeiten von Partnerschaft oder gar Freundschaft zwischen Deutschland und Russland sind nach Ansicht des SPD-Politikers Matthias Platzeck vorbei. Im Dlf sagte der Vorsitzende des deutsch-russischen Forums, nun m&uuml;sse es darum gehen, wenigstens wieder mehr Berechenbarkeit hinzubekommen.<br>\nMatthias Platzeck im Gespr&auml;ch mit Dirk M&uuml;ller<br>\nPlatzeck: (&hellip;) Ein hochrangiger russischer Vertreter, mit dem wir sehr lange schon uns austauschen, hat gesagt: Wei&szlig;t Du, wir haben immer darauf geachtet, lange Zeit darauf geachtet, was f&uuml;r Noten ihr uns gebt, in Westeuropa insbesondere, f&uuml;r das, was wir tun. Die Zeiten sind jetzt vorbei. Wir machen, was wir f&uuml;r richtig halten. Welche Noten ihr dann gebt, das ist eure Sache, aber es interessiert uns nicht. Es hat sich wirklich verh&auml;rtet und trotzdem bleibt der eine Satz von Egon Bahr wahr: Russland liegt unverr&uuml;ckbar mit uns auf einem Kontinent. Hei&szlig;t auf Deutsch: Wir k&ouml;nnen es uns gar nicht aussuchen. Wir m&uuml;ssen immer und immer wieder versuchen, vern&uuml;nftige Nachbarschaft wenigstens zu organisieren&hellip;.<br>\nWir m&uuml;ssen jetzt sehen, wo wir Schnittmengen finden &ndash; ich sage es noch mal &ndash;, um wenigstens&hellip; ich rede nicht mehr &uuml;ber Partnerschaft, Freundschaft oder solche Dinge. Tut mir zwar weh, aber die Zeiten sind vorbei. Aber wir m&uuml;ssen &ndash; fr&uuml;her nannte man so was friedliche Koexistenz &ndash; wenigstens wieder mehr Berechenbarkeit hinkriegen, und da &ndash; es war ja im Bericht schon deutlich angeklungen &ndash; gibt es im Moment ein Schl&uuml;sselprojekt und das hat man gestern den ganzen Abend bis in die Nacht hinein bei den Debatten gemerkt, von dem viel abh&auml;ngt, von dem ausgehend aber auch einiges danach m&ouml;glich sein wird, und das ist die Frage Northstream II. Da ist mehr als nur ein wirtschaftlicher Gehalt drin. F&uuml;r die Russen ist es wie gesagt eine Schl&uuml;sselfrage geworden und ich k&ouml;nnte mir durchaus vorstellen, wenn man das einigerma&szlig;en gut bewerkstelligt kriegt, auch in Absprache mit der Ukraine, dann sind vielleicht auch andere Deeskalationsschritte danach durchaus denkbar.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/deutsch-russischer-dialog-die-beziehungen-sind-mehr-als.694.de.html?dram:article_id=429950\">Deutschlandfunk<\/a>\n<p><strong>dazu: Bleibt Russland im Europarat oder setzen sich Moskaus Gegner durch?<\/strong><br>\nSeit im April 2014 die Parlamentarische Versammlung des Europarates (PACE) Sanktionen gegen die 18 russischen Parlamentarier verh&auml;ngt hat, k&auml;mpft das Gremium mit einer Krise. Die droht sich bis zum Austritt oder Ausschluss Russlands zuzuspitzen. Mit einem Kompromiss wird am Dienstag versucht, das abzuwenden.<br>\nDie russischen Abgeordneten in der Parlamentarischen Versammlung des Europarates (PACE) boykottieren seit Mitte 2014 deren Sitzungen. Das meldete die Nachrichtenagentur Agence France Presse (AFP) am Montag. Erst zwei S&auml;tze sp&auml;ter wurde der Grund f&uuml;r das Verhalten genannt: Die im April 2014 in Folge der Ukraine-Krise und der Krim-R&uuml;ckkehr zu Russland verh&auml;ngten Sanktionen gegen dessen Parlamentarier. Ihnen war das Stimmrecht entzogen worden und sie wurden von bestimmten PACE-&Auml;mtern und Missionen ausgeschlossen.<br>\n(&hellip;) Beim Europarat handelt es sich um das &auml;lteste europ&auml;ische Gremium zur Integration. Er wurde 1949 gegr&uuml;ndet &ndash; vor der Europ&auml;ischen Union (EU) und deren Vorl&auml;ufern sowie unabh&auml;ngig von diesen. Vor allem die Menschenrechte seien das Thema f&uuml;r den Europarat, erkl&auml;rte Hunko. Dieser habe 47 Mitgliedsstaaten, darunter Russland, und umfasse den m&ouml;glichen gemeinsamen Wirtschaftsraum zwischen Lissabon und Wladiwostok&hellip;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/de.sputniknews.com\/politik\/20181009322569237-europarat-gegner-versammlung\/?utm_source=push&amp;utm_medium=browser_notification&amp;utm_campaign=sputnik_de\">Sputnik<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Griechenland und die L&uuml;ge von der &ldquo;&uuml;berwundenen&rdquo; Finanzkrise<\/strong><br>\nMit Zahlenakrobatik wird das Eingest&auml;ndnis umgangen, dass Griechenland und seine Banken l&auml;ngst hoffnungslos bankrott sind<br>\nWer in der vergangenen Woche die Vorg&auml;nge im griechischen Bankensystem verfolgte, der rieb sich verwundert die Augen: Die vier gr&ouml;&szlig;ten Geldinstitute &ndash; Pir&auml;us Bank, Eurobank, Alpha Bank und National Bank &ndash; erlebten an der Athener B&ouml;rse ein wahres Erdbeben.<br>\nSeit Anfang September hatte es im Bankensektor des Landes bereits gekriselt, doch in den ersten Oktobertagen versch&auml;rfte sich die Situation dramatisch: Die vier Institute mussten Einbu&szlig;en von bis zu vierzig Prozent hinnehmen, der Aktienkurs der Pir&auml;us Bank brach um fast 30 Prozent ein, der Athener Bankenindex fiel auf den tiefsten Stand seit 31 Monaten.<br>\nWie konnte das sein? War Griechenland nicht erst im August unter gro&szlig;em Beifall der Politik aus dem Euro-Rettungsschirm entlassen worden? Und hatten die vier Gro&szlig;banken nicht erst im Mai einen Stresstest der EZB bestanden?<br>\n(&hellip;) Gel&ouml;st werden die Probleme Griechenlands also auf keinen Fall, aber zwei Dinge sind schon jetzt sicher: Die n&auml;chsten Hilfszahlungen werden kommen m&uuml;ssen, und bezahlen wird daf&uuml;r in erster Linie die arbeitende griechische Bev&ouml;lkerung, von der 35 Prozent bereits an oder unter der Armutsschwelle lebt, deren Mittelschicht inzwischen von einer Steuerlast von bis zu 75 Prozent erstickt wird und deren Senioren im Januar eine weitere (die 23.) Rentenk&uuml;rzung, diesmal um 18 Prozent, werden hinnehmen m&uuml;ssen.<br>\nEgal, von welcher Seite aus man die Entwicklung in Griechenland betrachtet: Was sich dort abspielt, ist nichts anderes als eine von der Regierung in Zusammenarbeit mit ungew&auml;hlten B&uuml;rokraten der EU und der EZB organisierte vors&auml;tzliche und kriminelle Insolvenzverschleppung zugunsten der internationalen Finanzindustrie auf Kosten der Mittelschicht und der schw&auml;chsten Teile der Bev&ouml;lkerung.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Griechenland-und-die-Luege-von-der-ueberwundenen-Finanzkrise-4182664.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Nein hei&szlig;t nein!<\/strong><br>\nWarum eine Wiederholung des Brexit-Referendums undemokratisch w&auml;re.<br>\n(&hellip;) Beide Seiten &ndash; Bef&uuml;rworter und Gegner des Austritts &ndash; f&uuml;hlen sich betrogen. Obwohl mit dem Brexit die Souver&auml;nit&auml;t des Parlaments wiederhergestellt h&auml;tte werden sollen, hat das Parlament in Wirklichkeit kein echtes Mitspracherecht in diesem Prozess, der Gro&szlig;britannien &uuml;ber die n&auml;chsten Jahrzehnte pr&auml;gen wird. Die Schotten und die Menschen in Nordirland sind Geiseln eines zutiefst englischen Zerw&uuml;rfnisses, das ihnen gravierenden Schaden zuf&uuml;gen k&ouml;nnte. Die Jungen haben das Gef&uuml;hl, von den Alten um ihre Zukunft gebracht zu werden, w&auml;hrend die Alten glauben, dass ihr Wissen und ihre berechtigten Sorgen von Insidern ignoriert werden, die hinter verschlossenen T&uuml;ren im Namen ihrer Eigeninteressen schlechte Vereinbarungen aushandeln. Kurzum: die britische Demokratie f&auml;llt bei ihrer j&uuml;ngsten und h&auml;rtesten Pr&uuml;fung durch.<br>\nEin neues Referendum kann allerdings nicht die Antwort auf das durch die urspr&uuml;ngliche Abstimmung ausgel&ouml;ste Desaster sein. Im Juni 2016 standen die Menschen in Gro&szlig;britannien vor einer schwerwiegenden Entscheidung: die EU verlassen oder in ihr verbleiben. Obwohl man durchaus hinterfragen kann, ob es klug ist, eine derartige kollektive Entscheidung im Rahmen eines Referendums zu treffen, war die logische Koh&auml;renz des Unterfanges unbestritten.<br>\n(&hellip;) Ein zweites Referendum stellt eine zweite Bedrohung der Demokratie dar. Seit den 1970er Jahren, als der Neoliberalismus begann, die demokratische Entscheidungsfindung einzuschr&auml;nken und alle wichtigen politischen Entscheidungen an Finanzinstitutionen und nicht gew&auml;hlte &bdquo;unabh&auml;ngige&ldquo; Instanzen (beispielsweise Zentralbanken) zu &uuml;bertragen, haben die Menschen zu Recht das Gef&uuml;hl, dass es sich bei Abstimmungen um die ritualisierte Best&auml;tigung von Entscheidungen eines Establishment jenseits ihrer Kontrolle handelt. Das Brexit-Referendum war eine seltene Ausnahme. Die Wahlbeteiligung erreichte einen H&ouml;chststand, wobei &uuml;ber 17 Millionen Menschen &ndash; viele davon zum ersten Mal in ihrem Leben &ndash; gegen die W&uuml;nsche aller wichtigen Institutionen des Establishments abstimmten.<br>\nMeines Erachtens ist es h&ouml;chst bedauerlich, dass die Menschen beschlossen, durch die Unterst&uuml;tzung des Brexit ihre Macht wiederzuerlangen. Diejenigen unter uns, die zwar gegen den Brexit sind, aber auch verzweifelt eine Wiederbelebung der Demokratie anstreben, k&ouml;nnen kein zweites Referendum unterst&uuml;tzen, weil man diesen Menschen damit im Wesentlichen mitteilen w&uuml;rde: &bdquo;Ihr habt die falsche Entscheidung getroffen. Jetzt &uuml;berlegt noch einmal und liefert dann das &sbquo;richtige&lsquo; Urteil ab.&rdquo; Wenn wir das tun, best&auml;tigen wir ihren Verdacht, dass die Demokratie nur respektiert wird, wenn sie nicht respektiert werden. Die einzigen Nutznie&szlig;er w&auml;ren im Endeffekt Boris Johnson und Konsorten, die wollen, dass die schweigende Mehrheit weiterhin still, reaktion&auml;r und best&uuml;rzt bleibt, w&auml;hrend sie regieren&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.ipg-journal.de\/regionen\/europa\/artikel\/detail\/nein-heisst-nein-3007\/\">Yanis Varoufakis im IPG<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Bund nimmt f&uuml;r Bad Bank FMS zus&auml;tzlich bis zu 30 Milliarden Euro auf<\/strong><br>\nDer Bund wird wegen Altlasten aus der Finanzkrise bis zu 30 Milliarden Euro mehr Geld bei Investoren einsammeln. &ldquo;Der Bund wird ein zus&auml;tzliches Volumen an Bundeswertpapieren begeben&rdquo;, sagte der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Finanzagentur, Tammo Diemer, in einem am Dienstag ver&ouml;ffentlichten Interview der Nachrichtenagentur Reuters. Der Erl&ouml;s werde der FMS Wertmanagement &ndash; der Bad Bank der verstaatlichten Hypo Real Estate (HRE) &ndash; f&uuml;r deren langfristige Refinanzierung zur Verf&uuml;gung stehen. &ldquo;In den kommenden Jahren k&ouml;nnte dadurch das Volumen ausstehender Bundeswertpapiere um bis zu 30 Milliarden Euro gesteigert werden&rdquo;, so Diemer, dessen Finanzagentur sich um das Schuldenmanagement des Bundes k&uuml;mmert.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/de.reuters.com\/article\/deutschland-finanzagentur-fms-idDEKCN1MJ0XT\">Reuters<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Diesel: Hohn, ungefiltert<\/strong><br>\nLuxemburgs gr&uuml;ner Umweltstaatssekret&auml;r Claude Turmes sagte nach der EU-Sitzung &uuml;ber Svenja Schulze: &bdquo;Ich habe hier eine Umweltministerin gesehen, die sitzt am Tisch, hat aber praktisch nichts zu sagen. Das Kanzleramt telefoniert dagegen mit den Hauptst&auml;dten. Das ist eine einmalige Situation. Ich wei&szlig; nicht, ob es so etwas schon einmal in dieser Sch&auml;rfe gab in der deutschen Umweltpolitik.&ldquo; (&hellip;) In kaum einem Politikbereich wird das politische Versagen der Gro&szlig;en Koalition so deutlich wie in der Verkehrs-, Umwelt- und Klimapolitik. Ihre angebliche L&ouml;sung f&uuml;r den Diesel-Skandal hat sich innerhalb k&uuml;rzester Zeit pulverisiert. Ihre H&ouml;rigkeit gegen&uuml;ber der unbeweglichen Autoindustrie ist keinen Deut kleiner geworden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/sebastianpuschner\/die-regierung-handelt-die-fahrverbote-kommen\">Der Freitag<\/a>\n<p><strong>dazu: Das Verm&ouml;gen der Familie Porsche w&auml;chst gewaltig &ndash; trotz Dieselskandal<\/strong><br>\n&ldquo;Keine der gr&ouml;&szlig;eren deutschen Unternehmerdynastien erlebt eine solche Krise wie die Porsches. Doch trotz des Dieselskandals ist ihr Verm&ouml;gen st&auml;rker gewachsen als das fast aller anderen Milliard&auml;re.<br>\nNach Bekanntwerden des Dieselskandals folgten Milliardenstrafen in den USA und eine un&uuml;bersichtliche Zahl von Verfahren, auch in Deutschland. Staatsanwaltschaften in Niedersachsen und Bayern ermitteln. In etlichen deutschen St&auml;dten drohen Fahrverbote, die Autohersteller stritten mit der Bundesregierung um die Kosten der Nachr&uuml;stung.<br>\nIm Fr&uuml;hjahr wechselte der CEO bei Volkswagen: Auf Matthias M&uuml;ller folgte Herbert Diess. Und bei Audi wurde der langj&auml;hrige Chef Rupert Stadler verhaftet, der immer als besonderer Intimus der Familie Porsche galt.<br>\nDem Verm&ouml;gen hat das im Laufe des vergangenen Jahres nicht geschadet. Es ist um 3,5 Milliarden auf insgesamt zw&ouml;lf Milliarden Euro gestiegen. Das ergibt die neueste Sch&auml;tzung des Verm&ouml;gens der 1001 reichsten Deutschen des manager magazin. Die Sippe z&auml;hlt damit zu den gr&ouml;&szlig;ten Gewinnern unter den Reichsten und reiht sich als Newcomer sogar ein in die Riege der zehn reichsten Deutschen.<br>\nDer Grund f&uuml;r das Wachstum: Die B&ouml;rsenwerte von VW und der Porsche SE &ndash; in der die Porsches gemeinsam mit dem Familienstamm der Pi&euml;chs ihre 52 Prozent der VW-Stammaktien bunkern &ndash; haben sich wieder erholt. Denn die Gesch&auml;fte der Autohersteller laufen trotz allem erfreulich. Volkswagen konnte 2017 den Nettogewinn verdoppeln und im ersten Halbjahr 2018 abermals Rekorde melden. Das macht die Porsches immer reicher. Ganz egal, was Staatsanw&auml;lte oder Richter meinen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/porsche-unter-reichsten-deutschen-mit-am-erfolgreichsten-a-1231576.html\">SPON<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Wie die Baslerinnen das Recht auf Wohnen gewannen<\/strong><br>\nDie Baslerinnen haben im Juni &uuml;berraschend das Recht auf Wohnen in die Verfassung gestimmt &ndash; und das ist nur eine von mehreren Verbesserungen f&uuml;r Mieterinnen. Ein Teilerfolg, dem viele K&auml;mpfe vorausgingen.<br>\n(&hellip;) Was wurde entschieden?<br>\nIn der Schweiz k&ouml;nnen Stimmberechtigte, Parteien oder Interessenverb&auml;nde auf Bundes,-Kantons, sowie Gemeindeebene direkt Initiativen lancieren und damit bestehende Gesetze &auml;ndern oder neue einf&uuml;hren. Drei der vier Initiativen wurden vom Basler Mieterinnen- und Mieterverband lanciert. Die Vierte kam vom Netzwerk Wohnungsnot, einem Zusammenschluss von verschiedenen sozialen Institutionen im Bereich Armutsbek&auml;mpfung und Selbsthilfe.<br>\nMieterinnen haben in Zukunft mehr Rechte: Mit 72 Prozent der Stimmen gelang es dem Mieterinnen- und Mieterverband, per Gesetz eine Formularpflicht einzuf&uuml;hren, bei der Vermieterinnen bei Neuvermietungen Mieterh&ouml;hungen transparent machen m&uuml;ssen. Knapp kam das ebenfalls vom Verband eingebrachte Begehren f&uuml;r bezahlbare Mietgerichtsverfahren durch: Neu k&ouml;nnen der Mieterschaft nicht mehr als 500 Schweizer Franken an Gerichtsgeb&uuml;hren angelastet werden. Abgeschreckt durch enorm hohe Kosten war das finanzielle Risiko &uuml;berhaupt mietrechtliche Schritte zu unternehmen, f&uuml;r viele Mieterinnen bis dahin zu gro&szlig;.<br>\n(&hellip;) Schlie&szlig;lich wird durch die ebenfalls deutliche Annahme der Initiative &bdquo;Recht auf Wohnen&ldquo; das Recht auf eine bedarfsgerechte, bezahlbare Wohnung auf kantonaler Ebene in der Verfassung verankert&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/adamag.de\/basel-mietproteste-recht-auf-wohnen\">ada<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Zuwanderung allein l&ouml;st das deutsche Dilemma nicht<\/strong><br>\nUm den Fachkr&auml;ftemangel zu mildern, setzt Deutschland darauf, dass viele Arbeitnehmer aus dem Ausland kommen. Eigentlich muss die Bundesrepublik aber ein anderes Problem l&ouml;sen. Sonst droht die Stimmung zu kippen.<br>\nWenn Eigeninteressen auf dem Spiele stehen, werden allgemein anerkannte wissenschaftliche Einsichten rasch vergessen. Das gilt momentan in besonderem Ma&szlig;e beim &uuml;berall beklagten Fachkr&auml;ftemangel. Landauf, landab wird behauptet, dass das Fehlen qualifizierter Arbeitskr&auml;fte die Volkswirtschaft Milliarden Euro und die Gesellschaft viele Wohlstandsprozente koste.<br>\nIn jedem Lehrbuch l&auml;sst sich nachlesen, dass in einer solchen Mangelsituation, also wenn die Nachfrage gr&ouml;&szlig;er als das Angebot ist, der Preis steigen muss. Das gilt f&uuml;r jegliches Alltagsgut von Kaffee bis Konzertkarte.<br>\nDamit lautet die zentrale Frage, warum eigentlich in Deutschland die L&ouml;hne f&uuml;r Fachkr&auml;fte nicht viel st&auml;rker ansteigen. H&ouml;here L&ouml;hne h&auml;tten einen Doppeleffekt: Sie w&uuml;rden es einerseits f&uuml;r viele Menschen attraktiver machen, mehr als heute zu arbeiten, und andererseits die Arbeitgeber zu einem Umdenken zwingen. F&uuml;r diese w&uuml;rde es n&auml;mlich attraktiver, Menschen durch Maschinen zu ersetzen.<br>\n(&hellip;) Kurz: Von einem &bdquo;Wachstum dank Zuwanderung&ldquo; profitieren deutsche Fachkr&auml;fte eher weniger, jedoch alle anderen, insbesondere die Arbeitgeber, deutlich mehr. Kein Wunder also, dass von Unternehmen die Klage des Fachkr&auml;ftemangels besonders laut vernehmbar ist.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article181816274\/Fachkraeftemangel-Hoehere-Loehne-haetten-positiven-Doppeleffekt.html\">Die Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Ein ganz harter Neoliberaler sieht die L&ouml;hne durch Zuwanderung unter Druck, pl&auml;diert f&uuml;r eine h&ouml;here Lohnquote und weniger Zuwanderung (auch wenn er das M&auml;rchen vom &ldquo;Fachkr&auml;ftemangel&rdquo; auftischt) &ndash; ganz erstaunlich.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Das schmutzige Gesch&auml;ft mit Lkw-Fahrern aus Osteuropa<\/strong><br>\nPylnev, muskul&ouml;s, kahlgeschoren und mit einem sch&uuml;chternen L&auml;cheln auf dem Jungsgesicht, ist ein moderner Wanderarbeiter. Er f&auml;hrt f&uuml;r eine Spedition in Polen, aber dort ist er nicht im Einsatz. Zum Dienstantritt f&auml;hrt er stattdessen mehr als 2000 Kilometer aus der Ukraine nach Deutschland, um dort den Lastzug von einem Kollegen zu &uuml;bernehmen. Dieses Mal in M&uuml;nchen. Anschlie&szlig;end steuert er zwei Monate lang kreuz und quer durch Westeuropa, mindestens 10 000 Kilometer im Monat. Wohin er welche Ladung bringt, erf&auml;hrt er von Tag zu Tag neu per SMS. Derzeit bringt er &bdquo;irgendwas aus Glas&ldquo; nach Belgien. Vor dort kann es nach Italien gehen oder nach Schweden. &bdquo;Ist mir auch egal&ldquo;, sagt er. Seine Frau und seinen zehnj&auml;hrigen Sohn sieht Pylnev nur alle drei Monate. &bdquo;Das ist sehr hart&rdquo;, gesteht er und wirft einen traurigen Blick auf das Foto neben den Armaturen. Aber der ukrainische Mindestlohn betr&auml;gt 100 Euro im Monat. &bdquo;Hier kriege ich bis zu 1800 Euro&ldquo;, sagt er, und das weitgehend steuerfrei und ohne Sozialabgaben. Die werden lediglich f&uuml;r den polnischen Mindestlohn von rund 500 Euro bezahlt. Dazu erh&auml;lt er eine Pauschale von 50 Euro f&uuml;r jeden Arbeitstag, solange er unterwegs ist. F&uuml;r seine Zeiten in der Heimat, f&uuml;r Krankheit und Altersvorsorge bekommt er dagegen fast nichts. Er h&auml;tte Anspruch darauf, so schreiben es die Gesetze der L&auml;nder vor, in denen er t&auml;tig ist. Aber das k&uuml;mmert weder seinen Arbeitgeber noch die Beh&ouml;rden. &bdquo;Und was soll ich schon machen?&ldquo;, fragt er achselzuckend.<br>\nSo wie Pylnev leben Hunderttausende auf den Stra&szlig;en Westeuropas. Ihre bis zu 500 PS starken Maschinen sind fast alle in Polen und anderen &ouml;stlichen EU-L&auml;ndern registriert. Die Fahnen an ihren Frontscheiben verraten, dass die Fahrer selbst meist noch weiter im Osten zu Hause sind, in Wei&szlig;russland, der Ukraine, in Moldawien, Serbien und Kasachstan. Sie f&uuml;hren ein einsames Leben auf der Autobahn und sind zugleich das logistische R&uuml;ckgrat der europ&auml;ischen &Ouml;konomie mit ihren Lieferketten &uuml;ber die Grenzen hinweg. Ohne sie w&uuml;rde kein Auto gebaut, blieben die Superm&auml;rkte leer und die Fabriken st&uuml;nden still. Doch beim Umgang mit seinen motorisierten Lastentr&auml;gern zeigt sich Europa von seiner schlechtesten Seite.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/weltspiegel\/sonntag\/investigate-europe-recherche-das-schmutzige-geschaeft-mit-lkw-fahrern-aus-osteuropa\/23146010-all.html\">Tagesspigel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers H.M.:<\/strong> Bei der Ost-Erweitung der EU waren diese Folgen absehbar, bei diesem Wohlstandsgef&auml;lle. Die Erweitung der EU in Richtung Osten mit freiem Warenverkehr (neue Absatzgebiete), Kapital- und Arbeitskr&auml;fteverkehr wollte vor allem die Wirtschaft &ndash; mit willf&auml;hriger Unterst&uuml;tzung der Politik. Die Wirtschaft und einige (nicht alle) Politiker wussten genau, was das bedeutet. Das gemeine Volk wurde f&uuml;r dumm verkauft, die Erweiterung schmackhaft gemacht mit dem Argument von mehr Freiz&uuml;gigkeit beim Reisen durch den Wegfall von Grenzkontrollen.<\/em><\/p>\n<p><em>Wer das u. a. auszubaden hat, zeigt der Artikel auf. Diesen Beitrag sollten alle, die offene Grenzen wie eine heilige Monstranz vor sich tragen, sehr aufmerksam lesen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Arbeitsrechte als Menschenrechte<\/strong><br>\nArbeit und Arbeitsrechte sind im gegenw&auml;rtigen westlichen Kapitalismus in mehrfacher Hinsicht nicht existent, oder wenn, dann am h&auml;ufigsten in Gestalt gef&auml;lschter Statistiken. Arbeit und Arbeitsrechte sind ein subpolitical topic, also politisch nicht existent, wie noch nie in der j&uuml;ngeren Geschichte. Arbeitsrechte gelten vor allem im f&uuml;hrenden Staat des Westens, in den USA und f&uuml;r global f&uuml;hrende Konzerne als subpolitical topic. Arbeitsrechte z&auml;hlen nicht zu den ansonsten hochgehaltenen Menschenrechten, sei es unter republikanischen Pr&auml;sidenten wie Bush und Trump, sei es unter demokratischen Pr&auml;sidenten wie Clinton und Obama. Finanziell, rechtlich und moralisch niederwertige Niedriglohnsektoren und working poor werden in den westlichen Metropolen und in globalen Lieferketten gezielt erweitert. In den USA, in der EU und in Deutschland herrscht weitgehend ein Arbeits-Unrechts-Staat.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/arbeitsunrecht.de\/arbeitsrechte-als-menschenrechte-erkaempfen\/#more-15208\">Arbeitsunrecht.de<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Blo&szlig; nicht K&ouml;ln-Buchheim<\/strong><br>\nBildung Lehrermangel, welcher Lehrermangel? B&uuml;rgerliche Schulen sind bei P&auml;dagoginnen beliebt.<br>\nGregor Stiels leitet die Grundschule &bdquo;An St. Theresia&ldquo; in K&ouml;ln-Buchheim, einem Brennpunkt auf der rechten Rheinseite. Rund 200 Kinder aus 40 Nationen kommen jeden Morgen in den Unterricht. Als vor eineinhalb Jahren eine Sonderp&auml;dagogin schwanger wurde, musste Stiels eine Studentin anheuern, die neben der Uni lehrt. Eine Fachkraft war einfach nicht zu bekommen. Zu diesem Schuljahr schrieb Stiels zwei Lehrerstellen aus. Einmal bekam er drei Bewerbungen, das andere Mal gar keine. &bdquo;Es ist verr&uuml;ckt&ldquo;, sagt der Rektor. &bdquo;Vor drei Jahren h&auml;tten wir noch 90 Zuschriften pro Stelle bekommen und eine echte Bestenauslese f&uuml;r unsere Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler vornehmen k&ouml;nnen. Jetzt ist das unm&ouml;glich.&ldquo;<br>\nSo wie Gregor Stiels geht es derzeit vielen Schulleitern. Lehrkr&auml;fte werden rar im Land. Die Bertelsmann-Stiftung hat vor einigen Monaten ausgerechnet, dass 60.000 Grundschullehrerinnen bis 2025 in den Ruhestand gehen und ersetzt werden m&uuml;ssen. Weitere 26.000 P&auml;dagogen w&uuml;rden ben&ouml;tigt, um die steigenden Sch&uuml;lerzahlen aufzufangen, 19.000 zus&auml;tzliche Kr&auml;fte br&auml;uchte es allein f&uuml;r den Ausbau der Ganztagsbetreuung &ndash; insgesamt also mehr als 100.000. Die Universit&auml;ten d&uuml;rften im selben Zeitraum aber nur 70.000 Lehramtsstudierende verlassen. Was Schulen derzeit erleben, sind dabei nur die Vorwehen eines Bildungsnotstandes: Den richtig gro&szlig;en Mangel erwarten die Bertelsmann-Forschenden erst in zwei Jahren. &hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/bloss-nicht-koeln-buchheim\">Freitag<\/a>\n<p><strong>dazu: Expedition Ost. Schulen in der DDR: Warum der Osten so schlau war<\/strong><br>\nGanztagsschulen mit Mittagessen, langes gemeinsames Lernen, st&auml;rkere Praxisorientierung &ndash; vieles, was heute als moderne Schulpolitik gilt, gab es vor &uuml;ber drei&szlig;ig Jahren bereits. In den 80er-Jahren kamen sogar skandinavische Delegationen nach Ost-Berlin, um sich Tipps f&uuml;r ihren Schulumbau zu holen. Nach der Wende galt die DDR-Schule als Hort der Entm&uuml;ndigung, nicht nur der Staatsb&uuml;rgerkunde-Unterricht wurde abgeschafft, es wurden auch andere Erfahrungen entwertet. Doch es gibt viel zu entdecken! &Uuml;ber die Bedeutung des ersten Schuljahres, eine bessere Lehrerausbildung und Elitenf&ouml;rderung. Drei Lehrer berichten.<br>\nNach der Wende verdammten viele das DDR-Bildungssystem. Von staatlicher Bevormundung wollte keiner mehr etwas wissen. Viele waren froh, dass es keinen Fahnenappell und keinen Wehrkunde-Unterricht mehr gab. Erst als die internationalen Pisa-Studien dem bundesdeutschen Schulsystem ein schlechtes Zeugnis ausstellten, &auml;nderte sich der Blick.<br>\nVieles, was in den vergangenen Jahren getan wurde, um die bundesdeutschen Bildungseinrichtungen besser zu machen, gab es im DDR-Schulsystem bereits: Ganztagsschule samt Mittagessen, l&auml;ngeres gemeinsames Lernen, Abitur nach zw&ouml;lf Jahren. F&uuml;r die elementaren F&auml;higkeiten wie Lesen, Rechnen und Schreiben existierten Lehrpl&auml;ne, die eigens daf&uuml;r ausgebildete Lehrer f&uuml;r die unteren Klassen (LuK) ausf&uuml;hrten&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-kurier.de\/berlin\/kiez---stadt\/expedition-ost-schulen-in-der-ddr--warum-der-osten--so-schlau-war-31388234\">Berliner Kurier<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Diagnose Kapitalismus<\/strong><br>\nSuitbert Cechura zeigt, dass im Gesundheitswesen nicht einfach etwas &raquo;schiefl&auml;uft&laquo;: Gesch&auml;ftszwecke haben Vorrang<br>\n&Uuml;ber &Auml;rzte, Medikamente und Krankenh&auml;user wird in Deutschland gerne geredet und viel geklagt. Suitbert Cechura, Rehabilitationswissenschaftler, langj&auml;hriger Psychotherapeut und zuletzt Professor f&uuml;r Gesundheitswesen und Sozialmedizin, hat nun eine ziemlich umfassende Untersuchung des Gesundheitswesens in Deutschland vorgelegt. Die Ergebnisse seiner Analyse sind klar und gewichtig: 1. Ein durchaus relevanter Teil der Krankheiten, an denen heute gelitten und gestorben wird, haben ihre Ursachen in der kapitalistischen &Ouml;konomie dieser Gesellschaft; 2. Der Staat hat die Behandlung der Krankheiten einem letztlich von ihm geschaffenen Gesundheitsmarkt &uuml;berantwortet und damit verschiedene Gesch&auml;ftsm&ouml;glichkeiten er&ouml;ffnet, die im Widerspruch zu Zwecken wie Pr&auml;vention und Heilung stehen.<br>\nDie klassischen Seuchen der Vergangenheit (Tuberkulose, Diphterie, Typhus usw.) sind mehr oder weniger besiegt. Das hei&szlig;t aber nicht, dass die Menschen heute ges&uuml;nder leben. Im Gegenteil: Der Gesundheitsmarkt wird als einer der gr&ouml;&szlig;ten &raquo;Zukunftsm&auml;rkte&laquo; gehandelt. Herz-Kreislauf-Leiden, Krebs, Erkrankungen des Bewegungsapparats und der Atemwege sowie psychische Leiden (Burnout und Depressionen) sind die neuen &raquo;Volkskrankheiten&laquo;, die im Mainstream-Diskurs (auch im wissenschaftlichen!) auf die moderne &raquo;Zivilisation&laquo; zur&uuml;ckgef&uuml;hrt werden. Das muss &ndash; so der Autor &ndash; merkw&uuml;rdig anmuten, da man mit &raquo;Zivilisation&laquo; ja zun&auml;chst Fortschritt verbinde und Studien dar&uuml;ber hinaus zeigten, dass keineswegs diejenigen kr&auml;nker sind und fr&uuml;her sterben, die es in dieser Zivilisation am weitesten gebracht und den gr&ouml;&szlig;ten Reichtum erworben haben, sondern &raquo;diejenigen, die wenig von dieser Zivilisation haben und deshalb als arm gelten&laquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/341236.gesundheit-und-gesch%C3%A4ft-diagnose-kapitalismus.html\">Junge Welt<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lohnenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. 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