{"id":46538,"date":"2018-10-15T11:30:03","date_gmt":"2018-10-15T09:30:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46538"},"modified":"2018-10-15T16:22:40","modified_gmt":"2018-10-15T14:22:40","slug":"die-bayernwahl-zeigt-einmal-mehr-dass-die-andauernde-afd-fokussierung-vor-allem-den-gruenen-nutzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46538","title":{"rendered":"Die Bayernwahl zeigt einmal mehr, dass die andauernde AfD-Fokussierung vor allem den Gr\u00fcnen nutzt"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/130930_1190129423_gruen4.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Die gro&szlig;en Gewinner der <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46532\">Bayernwahl<\/a> sind die AfD und die Gr&uuml;nen. Wenn die Wahlforscher nicht komplett <a href=\"https:\/\/www.wahlrecht.de\/umfragen\/landtage\/hessen.htm\">danebenliegen,<\/a> wird sich dieses Ergebnis in zwei Wochen in Hessen wiederholen. Und auch im Bund haben Gr&uuml;ne und AfD die SPD bereits in einigen Umfragen <a href=\"https:\/\/www.wahlrecht.de\/umfragen\/\">&uuml;berholt und sind<\/a> &ndash; zumindest demoskopisch &ndash; zur Zeit die zweit- und drittst&auml;rkste politische Kraft im Lande. Dass ausgerechnet diese beiden Parteien so sehr im Trend liegen, ist nicht sonderlich &uuml;berraschend, befindet sich die AfD doch seit gut drei Jahren im Dauerfokus der Medien. Und die Gr&uuml;nen haben es erfolgreich geschafft, sich als Gegenspieler zur AfD zu positionieren. Dieser &bdquo;Zweikampf&ldquo; hinter der Union f&uuml;hrt jedoch vor allem dazu, dass sich die Macht der Wirtschaftsliberalen verfestigt und dringend n&ouml;tige Alternativen mittlerweile ferner denn je sind. Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_2093\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-46538-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/181015_Bayernwahl_AfD_Fokussierung_vor_allem__Gruenen_genutzt_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/181015_Bayernwahl_AfD_Fokussierung_vor_allem__Gruenen_genutzt_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/181015_Bayernwahl_AfD_Fokussierung_vor_allem__Gruenen_genutzt_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/181015_Bayernwahl_AfD_Fokussierung_vor_allem__Gruenen_genutzt_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=46538-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/181015_Bayernwahl_AfD_Fokussierung_vor_allem__Gruenen_genutzt_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"181015_Bayernwahl_AfD_Fokussierung_vor_allem__Gruenen_genutzt_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><em>Lesen Sie dazu auch Albrecht M&uuml;llers Wahlbetrachtung &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46532\">Bayern-Wahl st&uuml;lpt einiges um<\/a>&ldquo;<\/em><\/p><p>F&uuml;r die Gr&uuml;nen h&auml;tte das Wochenende kaum besser verlaufen k&ouml;nnen. Zun&auml;chst versammelten sich am Samstag in Berlin mehr als 200.000 Menschen, um unter dem Motto &bdquo;#unteilbar&ldquo; f&uuml;r ein tolerantes und weltoffenes Deutschland zu demonstrieren, in dem Rassismus und Menschenverachtung nicht mehr gesellschaftsf&auml;hig sein sollen. Dies richtet sich nat&uuml;rlich vor allem gegen die AfD. Man darf aber nicht vergessen, dass die AfD selbst in ihren besten Umfragen &bdquo;nur&ldquo; bei 18% steht und ungemein polarisiert &ndash; wer nicht mit der AfD sympathisiert, lehnt sie meist rigoros ab und dies trifft dann wohl auf rund 80% der Bev&ouml;lkerung zu. Und wenn die Frage, wie man es mit der AfD h&auml;lt, zur Gretchenfrage bei der Wahl wird, profitiert &ndash; neben der AfD selbst &ndash; freilich auch die Partei, die es schafft, sich in der &Ouml;ffentlichkeit als Gegenspieler der AfD zu inszenieren. Und dies sind die Gr&uuml;nen, die sich auf zahlreichen Themenfeldern, wie dem AfD-Themenpotpourri &bdquo;Islam, Migration, Asyl&ldquo;, oder den Identit&auml;tsthemen ja in der Tat als die exakte Antithese zur AfD darstellen. Die Versuche, vor allem von der Linken, sich hier als &bdquo;bessere Gr&uuml;ne&ldquo; zu positionieren, m&uuml;ssen hingegen scheitern, da die blo&szlig;e Antithese zur AfD sich vor allem bei der Migrationsthematik mit den eigentlichen Kernthemenfeldern der politischen Linken <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46446\">im sozialen und &ouml;konomischen Bereich bei&szlig;t<\/a>. Eine Linkspartei, die ihren sozialen Kern opfert, w&auml;re aber keine linke Partei mehr.<\/p><p>Die Gr&uuml;nen haben hingegen den &bdquo;Luxus&ldquo;, bei sozio&ouml;konomischen Themen keine R&uuml;cksicht mehr auf ihre Wurzeln nehmen zu m&uuml;ssen. Die Gr&uuml;nen sind keine Protest-, sondern eine Wohlf&uuml;hl-Partei. Sie sind postmaterialistisch und im eigentlichen Wortsinn konservativ. Wurden die Gr&uuml;nen in ihrer Fr&uuml;hzeit &uuml;berdurchschnittlich h&auml;ufig vom untersten Einkommensf&uuml;nftel gew&auml;hlt, so geh&ouml;ren heute die oberen zwei Einkommensf&uuml;nftel zur Stammw&auml;hlerschaft der Gr&uuml;nen. Die rebellischen Studenten von einst sind nicht nur &auml;lter, sondern auch satter und selbstzufriedener geworden. Ging man fr&uuml;her gegen den NATO-Doppelbeschluss und f&uuml;r eine klassenlose Gesellschaft auf die Stra&szlig;e, k&auml;mpft man heute f&uuml;r verkehrsberuhigte Zonen in gehobenen Stadtvierteln und die steuerliche F&ouml;rderung von Solarzellen auf den schicken Einfamilienh&auml;usern. H&auml;tte es die Fl&uuml;chtlingskrise und den damit verbundenen Siegeszug der AfD nicht gegeben, w&auml;ren die Gr&uuml;nen wohl am ehesten als FDP mit menschlichem Antlitz, als Klientelpartei f&uuml;r besserverdienende, weltoffene Akademiker und solche, die dies gerne werden wollen, geendet. Die AfD-Fokussierung der politischen Debatte f&uuml;hrt nun jedoch dazu, dass den Gr&uuml;nen auch au&szlig;erhalb dieses elit&auml;ren Klientels reihenweise W&auml;hler zulaufen.<\/p><p>Vielleicht erkennen nun auch die anderen Parteien von CSU &uuml;ber SPD bis hin zu den Linken, dass es vielleicht doch keine so gute Idee war, sich von den Medien die AfD-Themen aufdr&auml;ngen zu lassen. 2016 &ndash; im eigentlichen &bdquo;Geburtsjahr&ldquo; der AfD &ndash; ging es immerhin in <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36515\">fast jeder zweiten Talkshow von ARD und ZDF<\/a> um die AfD-Themen &bdquo;Islam, Terror, Fl&uuml;chtlinge, Integration&ldquo;. Ohne dieses Dauerwerbeprogramm w&uuml;rde die AfD wom&ouml;glich heute noch mit der F&uuml;nf-Prozent-H&uuml;rde k&auml;mpfen. Jetzt spielt die AfD jedoch als neue rechte Kraft im Konzert der CDU-Verfolgergruppe mit &ndash; auch wenn die aktuellen Zahlen zur vorsichtigen Prognose verleiten, dass die AfD so langsam ihren Zenit erreicht, wenn nicht gar &uuml;berschritten hat.<\/p><p>Die Folgen dieser Entwicklungen und Trends sind vor allem aus sozio&ouml;konomischer Sicht verheerend. Denn sozial- und wirtschaftspolitisch sind sich sowohl die CDU als verbleibende &bdquo;alte Kraft&ldquo; als auch die beiden ansonsten kontr&auml;ren &bdquo;Trendparteien&ldquo; AfD und Gr&uuml;ne erstaunlich &auml;hnlich. Sind die Gr&uuml;nen in gesellschaftspolitischen Fragen fast eine Antithese zur AfD, so gilt dies auf dem gro&szlig;en Feld der Wirtschafts- und Sozialpolitik eben nicht. Alle drei Parteien sind vergleichsweise marktliberal und stehen &ndash; wenn auch mit unterschiedlichen Facetten &ndash; f&uuml;r die neoliberale Politik der letzten zwei Jahrzehnte. <\/p><p>So f&uuml;hrt die AfD-Fokussierung der Medien schlussendlich vor allem auch dazu, dass eine progressive Politik auf den sozio&ouml;konomischen Feldern auf lange, lange Zeit keine Chance haben wird. Wenn nicht &uuml;ber niedrige Renten, prek&auml;re Jobs, hohe Mieten und die sich stetig &ouml;ffnenden Verm&ouml;gens- und Einkommensscheren, sondern dauernd nur noch &uuml;ber die AfD und ihre Kernthemen debattiert wird, haben es nat&uuml;rlich die Parteien besonders schwer, die vor allem bei den sozio&ouml;konomischen Themen sehr gut aufgestellt sind. Und wenn diese Themen im Wahlkampf an den Rand gedr&uuml;ckt werden und bei der Wahlentscheidung keine so gro&szlig;e Rolle mehr spielen, wird sich daran auch so bald nichts &auml;ndern. <\/p><p>Dies wird nat&uuml;rlich vor allem diejenigen freuen, die mit einer progressiven sozio&ouml;konomischen Politik ohnehin nichts anfangen k&ouml;nnen. Oder um es zuzuspitzen: <strong>Die Eliten k&ouml;nnen mit der AfD-Fokussierung sehr gut leben, da sie mittel- bis langfristig dazu f&uuml;hrt, dass die politische Macht im b&uuml;rgerlich-liberalen Spektrum bleibt und Gewerkschaften sowie Sozialverb&auml;nde marginalisiert werden.<\/strong> Die Folge einer solchen Politik wird eine weitere St&auml;rkung des rechten Rands sein. Und hier schlie&szlig;t sich der Kreis. <\/p><p>&bdquo;Der Krieg ern&auml;hrt den Krieg&ldquo;, hei&szlig;t es in Schillers Wallenstein. Heute ern&auml;hrt der Kampf gegen Rechts die politische Rechte. Daraus schlagen vor allem die Gr&uuml;nen Kapital. Und daran d&uuml;rfte sich auch so lange nichts &auml;ndern, bis endlich wieder andere Themen in den Fokus r&uuml;cken, bei denen weder AfD noch Gr&uuml;ne die Debatte bestimmen. Sender wollen Quote, Zeitungen Auflage und Webportale Klicks f&uuml;r ihre Online-Werbung. So lange die AfD und ihr Themen-Potpourri die Menschen derart interessieren, wird sich wohl an der thematischen Fokussierung daher auch erst einmal nicht viel &auml;ndern. Und so lange dies sozio&ouml;konomische Alternativen aus dem Fokus r&uuml;ckt und die progressive Opposition deckelt, k&ouml;nnen die Verantwortlichen damit auch sehr gut leben. AfD und Gr&uuml;ne sind gekommen, um zu bleiben. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/6412c60c76e04c0c9d8cf1e74d08706f\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/130930_1190129423_gruen4.jpg\" alt=\"\" title=\"\"\/><\/div>\n<p>Die gro&szlig;en Gewinner der <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46532\">Bayernwahl<\/a> sind die AfD und die Gr&uuml;nen. Wenn die Wahlforscher nicht komplett <a href=\"https:\/\/www.wahlrecht.de\/umfragen\/landtage\/hessen.htm\">danebenliegen,<\/a> wird sich dieses Ergebnis in zwei Wochen in Hessen wiederholen. 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