{"id":46544,"date":"2018-10-15T17:04:06","date_gmt":"2018-10-15T15:04:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46544"},"modified":"2018-10-16T07:37:23","modified_gmt":"2018-10-16T05:37:23","slug":"zu-unteilbar-zur-demonstration-vom-13-oktober-und-dann-noch-leserbriefe-zu-unserem-beitrag-11-oktober","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46544","title":{"rendered":"Zu \u201eunteilbar\u201c, zur Demonstration vom 13. Oktober und dann noch Leserbriefe zu unserem Beitrag 11. Oktober"},"content":{"rendered":"<p>Ohne Zweifel war das eine bewundernswert gro&szlig;e und lebendige Demonstration. Dort waren unz&auml;hlige Menschen und Mitmacher, denen wir sehr verbunden sind, versammelt. Au&szlig;erdem: wenn man dar&uuml;ber nachdenkt, wie man in Deutschland noch einmal eine gl&uuml;ckliche Wende zum Guten erreichen k&ouml;nnte, dann mit dem Engagement von vielen Menschen. &Uuml;ber die Medien l&auml;uft das nicht, &uuml;ber die Mehrheit der anwesenden Parteien auch nicht. Deshalb haben wir von den NachDenkSeiten seit 15 Jahren dar&uuml;ber geschrieben, wir wollten helfen, eine Gegen&ouml;ffentlichkeit aufzubauen. Deshalb sind wir prinzipiell froh, wenn Menschen wie am vergangenen Samstag demonstrieren. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nDie Demonstration war beeindruckend. Das sehen viele unserer Leserinnen und Leser auch so. Viele haben schon geschrieben, dass sie eine Stellungnahme der NachDenkSeiten zu der Demonstration erwarten. Das hat nun leider gedauert, weil wir gleichzeitig die Leserbriefe ver&ouml;ffentlichen wollten. <\/p><p>Die Demonstration war bewundernswert. Man kann das so sehen. Man kann sich aber auch dar&uuml;ber wundern, dass eine Organisation quasi aus dem Nichts so viele Leute mobilisieren kann. Diese verschiedene Sicht des Vorgangs kommt auch in den Leserbriefen zum Ausdruck.<\/p><p>Man kann bewundern, wie viele Menschen gegen die &bdquo;B&ouml;sen&ldquo;, gegen Rechts und die AfD auf die Stra&szlig;e gegangen sind. Man kann sich aber auch wundern, dass sich diesem Protest auch Vertreter der Bundesregierung und der gro&szlig;en Koalition anschlie&szlig;en konnten und so spiegelbildlich die Reihen der &bdquo;Guten&ldquo; um sie geschlossen werden. <\/p><p>Mal sehen, was aus der Demonstration und dem Impuls, der ohne Zweifel damit verbunden ist, wird.<\/p><p>Moritz M&uuml;ller hat die Leserbriefe zusammengestellt und f&uuml;hrt sie im Folgenden ein, einige habe ich erg&auml;nzend hinzugef&uuml;gt. Sie waren bei uns nicht &uuml;ber die Leserbrief-Adresse eingetroffen. <\/p><p><strong>Leserbriefe zu &ldquo;unteilbar&rdquo; treibt im Konflikt mit &ldquo;aufstehen&rdquo; den Rechten die L&auml;mmer in den Stall.<\/strong><\/p><p>Zum Artikel <strong>&ldquo;unteilbar&rdquo; treibt im Konflikt mit &ldquo;aufstehen&rdquo; den Rechten die L&auml;mmer in den Stall<\/strong>. gab es eine F&uuml;lle von Leserzuschriften.  Manche, die Probleme mit #unteilbar haben, was auch ich teilweise nachvollziehen kann, manche, die den Artikel gut fanden, und andere, die sich &uuml;ber den Artikel wunderten, was ich auch gut nachvollziehen kann.  Denn Weltoffenheit und Toleranz sind in meinen Augen mehr als &bdquo;sehr sympathisch&ldquo;, denn vor allem Toleranz ist einfach wichtig.  Ohne Toleranz g&auml;be es keine Gesellschaft, in der wir gerne leben wollten.  Kann es ein Recht auf Provinzialit&auml;t geben, wenn jeder Gang zur Tankstelle saudi-arabische Diktatoren und amerikanische &Ouml;lmultis unterst&uuml;tzt und unsere billigen Kleider von Lohnsklaven in Billiglohnl&auml;ndern gen&auml;ht werden?  Ich f&uuml;rchte, dass es daf&uuml;r zu sp&auml;t ist.  Zusammengestellt von <strong>Moritz M&uuml;ller<\/strong>.<\/p><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Wo haben die Verfasser des Unteilbar-Aufrufs in den vergangenen Jahrzehnten gelebt, frage ich mich. Die Worte zu Beginn &ldquo;Was gestern noch undenkbar war und als unsagbar galt, ist kurz darauf Realit&auml;t. Humanit&auml;t und Menschenrechte, Religionsfreiheit und Rechtsstaat werden offen angegriffen. Es ist ein Angriff, der uns allen gilt&rdquo; suggerieren, die Welt sei bis vor kurzem von Humanit&auml;t und Rechtsstaatlichkeit gepr&auml;gt gewesen. <\/p><p>Was ist mit dem Regimechange im Iran unter Mossadegh, dem Vietnamkrieg, dem faschistischen Putsch in Chile, der Jahrzehnte w&auml;hrenden v&ouml;lkerrechtswidrigen Vertreibung von Pal&auml;stinensern, der Schweinebucht-Attacke in Kuba, Regimechanges in Jugoslawien,&nbsp; im Irak, in Lybien? <\/p><p>Was ist mit dem Aufbau eines faschistischen Geheimdienstes, der Organisation Gehlen, in Westdeutschland nach dem zweiten Weltkrieg, der Jahrzehntelangen Unterst&uuml;tzung von Nazim&ouml;rdern in der BRD durch die deutsche Justiz, der Duldung einer Wehrsportgruppe Hofmann in der BRD, der Vertuschung der Verantwortlichen des M&uuml;nchner Oktoberfestanschlags,&nbsp; dem Aufbau von Stay-Behind Armeen in der BRD und Westeuropa, der Vertuschung der NSU-Morde &uuml;ber ein Jahrzehnt&hellip;? <\/p><p>Wer glaubt, ein Eintreten f&uuml;r offene Grenzen f&uuml;r alle w&uuml;rde Humanit&auml;t und Rechtsstaatlichkeit in der Welt oder auch nur in Europa oder Deutschland herstellen, sitzt einem b&ouml;sen Irrtum auf, denn er verkennt, dass wirtschaftliche Interessen hinter den nationalen und internationalen Vorg&auml;ngen stehen. Und die Verfechter dieser Interessen lassen offene oder geschlossene Grenzen propagieren, so wie sie es gerade brauchen, um dem Shareholder Value Gutes zu tun. <\/p><p>Nicht irgendwelchen Offene-Grenzen Schlagworten hinterher zu rennen ist angesagt, sondern selbst denken ist gefragt. Wer selbst denkt, kann nur zu dem Ergebnis kommen, dass die gesunde Basis f&uuml;r tats&auml;chliche Humanit&auml;t und internationale Freiheit nur gefestigte nationale wirtschaftliche Gesellschaften sein k&ouml;nnen. Diese zu unterst&uuml;tzen, statt sie mit Abwerbung qualifizierter Arbeitskr&auml;fte zu behindern, muss Ziel sein, nichts anderes. <\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nFred Schumacher <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>vielen Dank, dass Sie diese wichtige Diskussion weiter f&uuml;hren.<\/p><p>Wieder weist die linke (H&auml;lfte der Menschen, nicht die Partei) eine Sollbruchstelle auf, auf die sich Konservative und Rechtsextreme mit Wonne st&uuml;rzen. Wieder lassen sich &bdquo;linke Intellektuelle&ldquo; und der &bdquo;kleine Arbeiter&ldquo; gegeneinander ausspielen, weil es leicht f&auml;llt, den Anschein zu erwecken, sie h&auml;tten entgegengesetzte Interressen. Und wieder gefallen sich progressive Politiker darin, sich lieber gegenseitig zu zerfleischen, als gemeinam gegen den politischen Feind (sic!) vorzugehen.<\/p><p>Die Frage letzten Endes ist die, ob der Mensch in seiner &bdquo;kleinen, provinziellen Welt&ldquo; jemals in Frieden wird leben k&ouml;nnen, w&auml;hrend die &bdquo;urbane, globalisierte Erde&ldquo; um ihn herum im Chaos aus Krieg, sozialer Ungleichheit und Verwerfungen durch den Klimawandel versinkt. Die AfD vermittelt ihren Anh&auml;ngern genau diesen Eindruck: Grenzen dicht und wir k&ouml;nnen alle in Ruhe und Wohlstand leben.<br>\nDiese Vorstellung gef&auml;llt vielen. Sie ist nat&uuml;rlich auch angenehmer, als die, aus seiner Komfortzone herausgezwungen zu werden und f&uuml;r internationale Solidarit&auml;t zu k&auml;mpfen &ndash; auch dann wenn der Wind von vorne bzw. der Fl&uuml;chtling ins Land kommt.<\/p><p>Jetzt ist es aus wahltaktischen und damit kurzfristigen &Uuml;berlegungen heraus durchaus effektiv, sich auch von linker Seite dieses Trugschlusses zu bedienen. Schlie&szlig;lich wird es eine Weile dauern und viel aufkl&auml;rerische Arbeit erfordern, den Menschen zu erkl&auml;ren, dass es in einer total vernetzten Welt keinen Platz mehr f&uuml;r Inseln der Seligen geben wird.<br>\nLangfristig wird aber kein Weg daran vorbei f&uuml;hren, den Menschen reinen Wein einzuschenken. Und der ist leider recht sauer: er beinhaltet die bittere Wahrheit, dass die Industriel&auml;nder auch heute noch auf Kosten der Armen im S&uuml;den einen Lebensstil pflegen, der niemals Vorbild f&uuml;r die ganze Erde sein kann: wir unterst&uuml;tzen weltweit Potentanten nach Gusto, beuten mit unseren unfairen Handelsabkommen ganze Kontinente aus, verschicken unsere M&uuml;llberge nach Afrika, zahlen Hungerl&ouml;hne f&uuml;r Bauern und Rohstoffe, Verlagern unsere Dreckschleudern aus der Industrie nach Asien usw. usw. .<\/p><p>Kurz: wir schaffen weiter flei&szlig;igst Fluchtursachen und wundern uns, dass das zu Fl&uuml;chtlingen f&uuml;hrt. Und wenn sie schlie&szlig;lich an unseren Grenzen auftauchen, f&auml;llt uns nichts besseres als Stacheldraht ein. Schlie&szlig;lich verkaufen wir das dann den Menschen in ihren wohligen Provinzen als gerechtfertigt, um unsere Sozialsysteme nicht zu &uuml;berlasten. All dies bei einem Stand des privaten Verm&ouml;gens in H&ouml;he von 4 oder 5 Billionen Euro?<\/p><p>F&uuml;r mich kann das niemals eine progressive, linke Haltung sein. Ja, man muss die prek&auml;ren Lebensverh&auml;ltnisse bei uns verbessern, aber nicht, in dem man den Menschen suggeriert, die Fl&uuml;chtlinge w&uuml;rden ihre hart erarbeiteten Beitr&auml;ge zum Sozialstaat verfr&uuml;hst&uuml;cken.<br>\nVielmehr brauchen wir wieder ein Klassenbewusstsein. Wir sollten dringend die Angst vor diesem (und anderen origin&auml;r linken) Begriff(en) aufgeben. Sie haben heute mehr Berechtigung denn je. Warum halten wir uns nicht an Warren Buffets ber&uuml;hmtes Bonmot und erkl&auml;ren seiner Klasse, dass sie noch lange nicht gewonnen hat?<\/p><p>Progressive Kr&auml;fte zu Beginn der Arbeiterbewegung hatten viel Arbeit damit, ihren Kollegen und Kolleginnen zu erkl&auml;ren, dass sie angeborene Rechte besitzen, die denen des Adels und des Kaisers in nichts nachstehen. Heute hei&szlig;t der Adel eben nicht mehr Wittelsbach oder Hohenzollern, sondern Quandt, Piech und Schwarz.<\/p><p>Langfristig bekommen wir den Frieden (auch in Pal&auml;stina &uuml;brigens) nur, wenn es uns gelingt, die Lebensverh&auml;ltnisse weltweit so anzugleichen, dass die Menschen gerne in ihrer Heimat bleiben. Das Geld dazu ist zigfach vorhanden. Es liegt nur in den falschen H&auml;nden.<br>\nZur Ehrlichkeit geh&ouml;rt allerdings auch, den Leuten zu erkl&auml;ren, dass ein &ldquo;weiter so&ldquo; oder gar ein zur&uuml;ck in die 60er wirtschaftlich und vor allem &ouml;kologisch unm&ouml;glich sind. Den &Uuml;bergang in eine progressive Welt kann man aber sanft gestalten, wenn man die dazu n&ouml;tigen Mittel bei denen beschafft, die sie haben.<\/p><p>Aufgabe linker Politiker w&auml;re es, diesen Prozess zu f&uuml;hren, die Menschen zu motivieren und ihnen die Angst zu nehmen. Die Angst ist es n&auml;mlich, die sie in provinzieller Schockstarre gefangen h&auml;lt. Lafontaine und Wagenknecht sind gerade dabei, Visionen zugunsten von kurzfristigen Wahlchancen aufzugeben. Das ist die &auml;ngstliche Politik, die die SPD an den Rand der Bedeutungslosigkeit gebracht hat.<br>\nDabei sehnen sich gerade junge Menschen nach Visionen und Utopien von einer besseren Welt. Die Unterst&uuml;tzer Corbyns und Sanders&rsquo; tr&auml;umen sicher nicht von geregelter Arbeitszeit, Zwei-Raum-Wohnung und Mittelklassewagen. F&uuml;r solche Ziele lohnt kein Kampf.<\/p><p>Eine Welt ohne Diskriminierung, Krieg und Elend &ndash; das k&ouml;nnte ein Ziel sein, f&uuml;r das es sich zu k&auml;mpfen lohnt. In der Provinz UND in der Stadt.<\/p><p>Mit freundlichem Gru&szlig; aus Taufkirchen<br>\nMartin Sutor<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief <\/strong><\/p><p>Guten Morgen Herr M&uuml;ller, <\/p><p>zu Ihrem gestrigen Beitrag in Sachen unteilbar vs. aufstehen kommt mir ausgerechnet der angeblich idealische Schiller in den Sinn: <\/p><p>&ldquo;Eng ist die Welt, und das Gehirn ist weit. Leicht beieinander wohnen die Gedanken, doch hart im Raume sto&szlig;en sich die Sachen.&rdquo; <\/p><p>Man kann auch von einer aesthetischen und einer ethischen Linken sprechen (Gesinnungs- und Verantwortungsethik). <\/p><p>Die sich f&uuml;r offene Grenzen aussprechende aesthetische Linke ist paradoxer Weise ein Produkt kultureller Abspaltung und innerer Ausgrenzung: Die eigene gloriose Entgrenztheit ist nur auf Kosten der angeblichen Begrenztheit (Borniertheit) des Restes der Gesellschaft einschlie&szlig;lich der gesellschaftspolitischen Linken zu haben. Die aesthetische Linke verk&ouml;rpert also eine pr&auml;- oder postpolitische Romantik der indivduellen Haltung und ist komplement&auml;r zur pr&auml;- oder postpolitischen v&ouml;lkischen Romantik der Rechten: Die wahnhafte Fieberkurve unserer Gesellschaft steigt scheinbar unaufhaltsam. <\/p><p>MfG <\/p><p>Erik Jochem<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>ich kann Ihnen im o. g. Artikel gar nicht folgen.<\/p><p>Auch wenn Sarah Wagenknecht sich f&uuml;r die Menschen einsetzen will (was ich im &uuml;brigen auch m&ouml;chte), die in unserer Gesellschaft nicht mehr  &uuml;ber Mittel, Zeit und Elan zur politischen Arbeit verf&uuml;gen, so hat sie auch viele Sammlungswillige in der aufgekl&auml;rten b&uuml;rgerlichen Gesellschaft (siehe Gr&uuml;ndungskommit&eacute;). Die sind auch wichtig und die werden am Samstag auf die Stra&szlig;e gehen, gegen Rechts und die zunehmende Entsolidarisierung unserer Gesellschaft.<br>\nDass nun diese Leute, seien sie von den Gr&uuml;nen, der gr&uuml;nen Jugend, von der Linken oder von der linken SPD L&auml;mmer sind, die den Rechten den Weg bahnen, halte ich f&uuml;r reichlich vermessen. Es geht doch hier nicht um ein Pl&auml;doyer f&uuml;r die ungesteuerte Einwanderung, es soll ein Fanal gegen die AfD und ihre rechten Unterst&uuml;tzer (u. a. auch Seehofer u. Co) gehen, die immer mehr den politischen Diskurs bestimmen.<\/p><p>Ich bef&uuml;rchte, dass bei der Entscheidung von Sarah Wagenknecht auch der Konflikt in ihrer eigenen Partei eine Rolle spielt, was schade w&auml;re.<br>\nDie Linken in diesem Land sollten sich nicht spalten lassen, sondern solidarisch f&uuml;r die Ziele der Sammlungsbewegung auf die Strasse gehen. Sonst gibt es auch ein Glaubw&uuml;rdigkeitsproblem. F&uuml;r die Aktionen f&uuml;r den Hambacher Wald war Solidarit&auml;t auch m&ouml;glich und richtig.<\/p><p>In diesem Sinne einer internationalen Solidarit&auml;t finde ich es wichtig, auf diese Demo zu gehen.<\/p><p>Ansonsten kann ich Ihnen bei vielem folgen und lese regelm&auml;&szlig;ig die Nachdenkseiten.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nMonika Kremmer<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>als langj&auml;hriger Nutzer und gelegentlicher Beitr&auml;ger der nds bin ich entt&auml;uscht, dass Sie den Aufruf &ldquo;Unteilbar&rdquo; zur Forcierung des tiefen Dissenses innerhalb der Linken nutzen, um erst am Schluss einzulenken, dass vielleicht einige Redner Ihre (von mir geteilten) &ldquo;Erg&auml;nzungen&rdquo; aufgreifen. Der Aufruf ist gewiss ambivalent und steht dem Kipping-Fl&uuml;gel n&auml;her als &ldquo;Aufstehen&rdquo;. Aber auch Aufstehen (mit der Unterst&uuml;tzerin nds) t&auml;te gut daran, dieses weit in die liberale Mitte reichende Zeichen gegen &ldquo;Chemnitz&rdquo; zu unterst&uuml;tzen und die notwendigen Erg&auml;nzungen geltend zu machen. Purismus im Schmollwinkel ist weder werbend noch zukunftsf&auml;hig.<br>\n&nbsp;<br>\nMit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nDr. Wieland Hempel, Berlin<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief <\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Albrecht M&uuml;ller,<\/p><p>Sie treffen mit Ihrem Artikel aus meiner Sicht 100%ig den Nagel auf dem Kopf. Ihre Aussage ist hilfreich, den inhaltlichen Streit zwischen einerseits Wagenknecht &amp; Anh&auml;nger und andererseits &ldquo;Unteilbar&rdquo; mit Anh&auml;nger (Kipping, Riexinger etc.) in der &Ouml;ffentlichkeit zu erkennen. Bisher war die Wurzel des Streits zwischen den Wagenknechtlern und den Anderen(dazu geh&ouml;rt auch Bartsch) f&uuml;r einen Aussenstehenden nicht erkennbar. Es herrschte, vor allem an der MIgratonsfrage festgemacht, der Eindruck, der auch von den Medien gepr&auml;gt wurde, dass &ldquo;Wagenkencht eine nationalistische L&ouml;sung mit Nicht-Offenen-Grenzen&rdquo; will und die Anderen die &ldquo;Weltoffenen B&uuml;rger&rdquo;, &ldquo;die liberal und f&uuml;r Toleranz und offene Grenzen sind&rdquo;. <\/p><p>Sehr gut finde ich Ihre Passage zu <strong>Es gibt Menschen, viele Menschen, denen es nicht gut geht. Ein Aufruf f&uuml;r eine &bdquo;offene und freie Gesellschaft&ldquo; geht an ihnen vorbei.<\/strong><\/p><p>Wagenknecht hat v&ouml;llig Recht mit ihrer Linie, die soziale Frage in den Mittelpunkt zu stellen, aber nicht in Ausschliesslichkeit sondern stehts verbunden und zusammen mit den Themen &ldquo;Krieg\/Frieden&rdquo; &ldquo;Faschismus\/Rassismus&rdquo; &ldquo;Gesellschaft neu gestalten&rdquo; etc.<\/p><p>Leider diskutiert man jetzt auf den Aufstehen-SocialMedia-Kan&auml;len(Facebook\/Twitter) prim&auml;r ob es taktisch klug sei, zur Unteilbar-Demo nicht aufzurufen. Man diskutiert kaum politisch-inhaltlich miteinander. Das erweckt bei mir Parallelen zu, dass es bei vielen&nbsp; Parteien-Diskussionen prim&auml;r um die Frage geht, &ldquo;Wie bekommen wir die meisten Stimmen?&rdquo;<\/p><p>Was mich sehr st&ouml;rt sind die Handzeichen-Symboliken (bin als Enkel eines NS-Widerst&auml;ndlers vorbelastet?). B.Riexinger hat bei der Kampagne &ldquo;Das muss drin sein&rdquo; damit angefangen. In der Anlage zwei Powerpoints wo ich zusammengetragen habe, was mich verst&ouml;rt.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nPeter Heyckendorf<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr M&uuml;ller,<\/p><p>vieles was Sie in diesem Beitrag schreiben, findet meine Zustimmung. Dennoch zun&auml;chst eine leise Kritik am Ansatz und anschlie&szlig;end ein paar eigene Gedanken zum Aufruf &ldquo;unteilbar&rdquo;.<\/p><p><strong>A. Verkn&uuml;pfung der Kritik am Aufruf mit der Kritik an der Vorstellung offener Grenzen <\/strong><\/p><p>Sie sehen &ldquo;unteilbar&rdquo; im Konflikt mit &ldquo;aufstehen&rdquo; und nehmen den Faden von Sahra Wagenknecht auf, dass es bei &bdquo;unteilbar&ldquo; eine erkennbare Vorstellung &bdquo;Offener Grenzen f&uuml;r alle&ldquo; g&auml;be. Es gehe im Kern um die Haltung zur unbegrenzten Migration; auch wenn in der Folge der Begriff &ldquo;offene Grenzen&rdquo; nicht mehr auftaucht, sondern nur &ldquo;offene Gesellschaft&rdquo;, muss man den Beitrag u.a. als Kritik an der Vorstellung offener Grenzen verstehen. <\/p><p>Die Verkn&uuml;pfung der Kritik am Aufruf mit der Kritik an der Vorstellung offener Grenzen beruht auf einer Interpretation: Im Aufruf findet sich keine explizite Forderung nach offenen Grenzen.Diese Interpretation teile ich zwar &ndash; die Sprache, die Abgrenzunglyrik, die Schwammigkeit und Inhaltsleere des Aufrufs sprechen daf&uuml;r. Aber es ist eben eine Interpretation. Daher w&uuml;rde ich die Kritik am Konzept offener Grenzen von einer Kritik am Aufruf eher trennen.<\/p><p>Die Probleme des Konzeptes offener Grenzen lassen sich m.E. besser grunds&auml;tzlich und unabh&auml;ngig von tagespolitischen Ereignissen wie diesem Aufruf herausarbeiten. <\/p><p>Den Aufruf als Gegenentwurf gegen Aufstehen zu sehen, ist nicht unbedingt zielf&uuml;hrend: die Verengung der innerlinken Differenzen auf die <strong>eine<\/strong> Kardinalsfrage &ldquo;Bist du f&uuml;r oder gegen offene Grenzen?&rdquo; wird damit zementiert. Diese Verengung wird von der No-borders-Fraktion der Linken bef&ouml;rdert, ob bewusst oder unbewusst, sei dahin gestellt. Ich bin jedenfalls daf&uuml;r, diesen Ball nicht aufzunehmen, da wir uns so auf eine Auseinandersetzung in Stereotypen hin bewegen. Man kann diese Auseinandersetzung dar&uuml;ber nicht vermeiden, muss sie aber auch nicht bef&ouml;rdern. <\/p><p><strong>B. Kritik des Aufrufes <\/strong><\/p><p>Hier komme ich auf meine Aussage hinsichtlich Schwammigkeit und Inhaltsleere des Aufrufs zur&uuml;ck; sicher gibt es &Uuml;berschneidungen zu Ihrem Kommentar. <\/p><p>Wer sind die Adressaten? Da ist alles von Neonazis bis Sahra Wagenknecht drin. <\/p><p>Wo sind L&ouml;sungsvorschl&auml;ge oder Ans&auml;tze dazu? <\/p><p>Wen wird dieser Aufruf mobilisieren? Vermutlich nicht den gut ausgebildeten Mechatroniker, der in den G&auml;rten unserer Nachbarn Aushilfsjobs verrichtet; wegen des &ldquo;Fachkr&auml;ftemangels&rdquo; hat er eben nichts besseres zu tun <\/p><p>Wo ist die Ursachenanalyse?<\/p><p>Man grenzt sich vor allem ab. Klare Kante gegen die Symptome oder die &Uuml;berbringer der schlechten Nachrichten, kein Wort &uuml;ber die &ldquo;Populistenmacher&rdquo; von der neoliberalen Einheitsfront. <\/p><p>Dazu kommt mir ein Satz von Herbert Schui in den Sinn: &ldquo;Moral und Emp&ouml;rung k&ouml;nnen zur Analyse beitragen, diese aber nicht ersetzen&rdquo; (Hintergrund 3\/2016); er stellt das in den Zusammenhang mit einem Zitat von Ronald Schernikau beim Schriftstellerkongress der DDR im M&auml;rze 1990 &ldquo;<a href=\"https:\/\/ungenannter.wordpress.com\/2009\/12\/29\/aphorismus-586\/\">Einen Vorgang zu moralisieren, hei&szlig;t ihm seinen Inhalt zu nehmen.<\/a>&rdquo; <\/p><p>Kein oder kaum ein Wort &uuml;ber Migrationsursachen. Kein oder kaum ein Wort oder Gedanke dazu, ob die Menschen kommen wollen oder kommen wollen m&uuml;ssen. <\/p><p>Kriege des Westens? Die EU als neoliberales Projekt? Klimawandel oder Freihandel als Fluchtursache? <\/p><p>Gegen Entsoldiarisierung und Ausgrenzung? Ja, klar, einverstanden. Wo war man bei Hartz IV, Agenda 2010, Riester unterwegs? Nat&uuml;rlich l&auml;sst sich einwenden: man kann dazu lernen. Aber davon ist ihm Aufruf nicht so viel zu erkennen. <\/p><p>Menschenrechte? Super! Wie sieht es mit Recht auf Arbeit, Recht auf angemessene Bezahlung hierzulande aus? Dazu Artikel 23 der Allgemeinen Erkl&auml;rung der Menschenrechte:<\/p><p>(1) Jeder hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufswahl, auf gerechte und befriedigende Arbeitsbedingungen sowie auf Schutz vor Arbeitslosigkeit.<\/p><p>(3) Jeder, der arbeitet, hat das Recht auf gerechte und befriedigende Entlohnung, die ihm und seiner Familie eine der menschlichen W&uuml;rde entsprechende Existenz sichert, gegebenenfalls erg&auml;nzt durch andere soziale Schutzma&szlig;nahmen.<\/p><p>Freilich kann man diese Rechte grenzenlos denken; aber wenn man sie nicht einmal ohne Migration gebacken kriegt, wie dann mit?<\/p><p>Europa ist von einer nationalistischen Stimmung der Entsolidarisierung und Ausgrenzung erfasst. Kritik an diesen unmenschlichen Verh&auml;ltnissen wird gezielt als realit&auml;tsfremd diffamiert?<\/p><p>NEIN: Die Kritik an den Ursachen dieser unmenschlichen Verh&auml;ltnissen wurde zun&auml;chst gezielt als realit&auml;tsfremd diffamiert. Man erinnnere sich bitte an Claus Kleber &amp; Co: Jeremy Corbyn, Bernie Sanders? linker Tr&auml;umer, linker Spinner! <\/p><p><strong>C. Zitate<\/strong><\/p><p>Zum Schluss noch drei Zitate, die den Vertretern der offenen und freien Gesellschaft ans Herz gelegt seien:<\/p><blockquote><p>\nIn Offenen Gesellschaften ist im Gegensatz zu ideologisch festgelegten, geschlossenen Gesellschaften, die einen f&uuml;r alle verbindlichen Heilsplan verfolgen, ein intellektueller Meinungsaustausch gestattet, der auch kulturelle Ver&auml;nderungen erm&ouml;glicht.<br>\n<em>(Wikipedia &uuml;ber die Vorstellung der Offenen Gesellschaft, im deutschen Sprachraum v.a. durch Karl Popper bekannt, Mitglied der Mont Pelerin Society) <\/em>\n<\/p><\/blockquote><blockquote><p>\nMan darf davon ausgehen, dass eine Deregulierung nach amerikanischer Art in diesen L&auml;ndern, in denen das Solidarit&auml;tsprinzip noch sehr stark verankert ist, der extremen Rechten extremen Zulauf verschaffen wird.<br>\n<em>(Emmanuel Todd, franz&ouml;sischer Anthropologe; 2003)<\/em>\n<\/p><\/blockquote><blockquote><p>\nEin Gef&uuml;hl von Zugeh&ouml;rigkeit zu zerst&ouml;ren, ohne es durch ein anderes zu ersetzen, ist stets gef&auml;hrlich. Der R&uuml;ckfall in Stammesidentit&auml;ten, der somit droht, ist ein falsches Heilmittel, ja pures Gift.<br>\n<em>(R&eacute;gis Debray, franz&ouml;sischer Philosoph, Journalist, Schriftsteller, Professor und Kampfgenosse Che Guevaras)<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Viele Gr&uuml;&szlig;e <\/p><p>Heiner Biewer<br>\nStuttgart<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Zu dem vorstehenden Kommentar von Albrecht M&uuml;ller eine kurze Erg&auml;nzung: Es geht nicht nur darum, ob die links-liberale lifestyle Fraktion, die mittlerweile ein Spektrum von Jakob Augstein bis Hillary Clinton zu umfassen scheint, mit #unteilbar rechten Rattenf&auml;ngern in die H&auml;nde spielt.&nbsp; Es geht vor allem darum, ob sich die Linke f&uuml;r ein zutiefst anti-soziales und anti-demokratisches Projekt einspannen l&auml;sst und dabei wie zuvor die Gr&uuml;nen jede gesellschaftspolitische Relevanz aufgibt. Eine wundersch&ouml;ne sprachliche und politische Analyse des #unteilbar Aufrufs &ldquo;F&uuml;r eine offene und freie Gesellschaft &ndash; Solidarit&auml;t statt Ausgrenzung&rdquo; <a href=\"https:\/\/daskalteherz.blog\/2018\/10\/12\/aufbruch-ins-ungefaehre\/\">findet sich im Blog &ldquo;Das kalte Herz&rdquo; von Dagmar Henn<\/a>.<\/p><p>Jan Dark<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>9. Leserbrief:<\/strong><\/p><p>Lieber Herr Dr. M&uuml;ller, <\/p><p>der Satz &ldquo;Wir lassen nicht zu, dass Sozialstaat, Flucht und Migration gegeneinander ausgespielt werden&rdquo; richtet sich in meiner Wahrnehmung mitnichten gegen Sarah Wagenknecht \/ &ldquo;Aufstehen&rdquo;, sondern doch vielmehr gegen Sarrazin und &auml;hnliche Demagogen. Wer sich sonst noch davon getroffen f&uuml;hlt, sollte sich fragen: warum bei ihm\/ihr dieses Gef&uuml;hl entsteht. <\/p><p>Ihr Satz &ldquo;in der bei &lsquo;unteilbar&rsquo; ERKENNBAREN (Hervorhebung A.R.) Vorstellung &lsquo;Offene Grenzen f&uuml;r alle'&rdquo; in der Zusammenfassung zeigt: der #unteilbar-Aufruf formuliert mitnichten die Forderung &bdquo;Offene Grenzen f&uuml;r alle&ldquo;. Sonst h&auml;tten sie das direkt zitieren k&ouml;nnen, anstatt es meinen erkennen zu k&ouml;nnen. Sie wollen die Forderung vielleicht im #unteilbar-Aufruf erkennen, oder meinen sie erkennen zu k&ouml;nnen, aber es bleibt eine Unterstellung. Tut mir leid, dass ich diese Sprachkritik gegen Ihren Text wenden muss. <\/p><p>Es geht dem Aufruf eben nicht &ldquo;im Kern um die Haltung zur unbegrenzten Migration&rdquo;, wie sie schreiben (auch das eine Unterstellung und Eis-egese) sondern um einen Protest gegen &ldquo;Rassismus und Menschenverachtung&rdquo;, &ldquo;f&uuml;r eine offene und solidarische Gesellschaft&rdquo;, &ldquo;gegen Diskriminierung, Kriminalisierung und Ausgrenzung.&rdquo; <\/p><p>Was die von Ihnen verteidigten kleinen Leute mit angenommenerweise begrenztem Horizont (&ldquo;aus mancher Sicht kleine, begrenzte Welt&rdquo;) betrifft: #unteilbar fomuliert doch deutlich: &ldquo;Millionen leiden darunter, dass viel zu wenig investiert wird, etwa in Pflege, Gesundheit, Kinderbetreuung und Bildung. Unz&auml;hlige Menschen werden j&auml;hrlich aus ihren Wohnungen vertrieben. Die Umverteilung von unten nach oben wurde seit der Agenda 2010 massiv vorangetrieben. Steuerlich beg&uuml;nstigte Milliardengewinne der Wirtschaft stehen einem der gr&ouml;&szlig;ten Niedriglohnsektoren Europas und der Verarmung benachteiligter Menschen gegen&uuml;ber.&rdquo; <\/p><p>Sie schreiben: &ldquo;Wenn wir aber deren Lebensgef&uuml;hl und ihre Vorstellung von ihrem Umfeld nicht als m&ouml;glich betrachten und stattdessen als fremdenfeindlich, intolerant, verschlossen, eben Ausdruck des Gegenteils einer offenen Gesellschaft bezeichnen und brandmarken, dann diffamieren wir diese Menschen.&rdquo; <\/p><p>Wo tut das #unteilbar? Wer ist dieses &ldquo;wir&rdquo;, von dem Sie schreiben? Im Aufruf von #unteilbar kann ich nicht finden, dass irgendjemand als &ldquo;fremdenfeindlich, intolerant, verschlossen&rdquo; bezeichnet wird. <\/p><p>Was wollen Sie eigentlich? Dass man Sie h&auml;tte fragen sollen bei der Formulierung des Aufrufs? Mich hat auch keiner gefragt. Es steht auch nichts zu Landwirtschaft, Erderw&auml;rmung und Anti-Atom im Aufruf, obwohl man auch h&auml;tte hineinschreiben k&ouml;nnen. Trotzdem beteilige ich mich an der Demo. <\/p><p>Sie verlangen, dass die OrganisatorInnen sich auch noch das Kriegs-Thema aufladen, und den Israel\/Pal&auml;stina-Konflikt. Dieses Verlangen kann man formulieren, aber mir scheint es illusorisch zu sein, alles in einer Demo abhandeln zu wollen, s.o. <\/p><p>Ich sehe #unteilbar als ein anti-chauvinistische und anti-rassistische Demo. Und es ist gut, dass Leute in diesem Sinne auf die Stra&szlig;e gehen. Ihr auch noch in der &Uuml;berschrift formulierter Vorwurf &ldquo;&lsquo;unteilbar&rsquo; treibt im Konflikt mit &lsquo;aufstehen&rsquo; den Rechten die L&auml;mmer in den Stall&rdquo; finde ich v&ouml;llig &uuml;berzogen. Das erinnert mich der Form nach an Heiner Gei&szlig;ler: &ldquo;Der Pazifismus der 30er Jahre&hellip;&rdquo; Sie wissen sicherlich noch, wie diese Satz weitergeht. Die Linken und ihren Protest gegen Rechtsverschiebung auch noch f&uuml;r das Anwachsen der Rechten verantwortlich machen, das ist eine absurde Schuldzuschreibung. <\/p><p>Die Demo treibt nicht Leute nach rechts &ndash; aber vielleicht bringt es manchen zum Nachdenken. <\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nAndreas Riekeberg, Pfr.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>10. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr M&uuml;ller,<\/p><p>Sie haben mir mit Ihrem Text aus der Seele gesprochen! Ich m&ouml;chte dazu noch eine Anmerkung machen: Ich glaube im Unterschied zu Ihnen, dass dieses &bdquo;urbane-kosmopolitische&ldquo; Milieu sehr wohl die benachteiligten &bdquo;Provinzler&ldquo; &bdquo;Kleinb&uuml;rger&ldquo; und &bdquo;Arbeiter&ldquo; herabsetzen will. Denn es geht hier auch um soziale Abgrenzung und Klassenkampf.&nbsp;<\/p><p>Auf NDR-Kultur wurde am Sonntag eine von Giovanni di Lorenzo organisierte Veranstaltung &uuml;bertragen. Mit dabei: Ursula von der Leyen, Cem &Ouml;zdemir, Heiko Maas und ein B&uuml;rgermeister, der Opfer eines Attentats geworden war. Prominente Schauspieler haben die Hassmails an &nbsp;diese Politiker verlesen. Anschlie&szlig;end wurden die Beteiligten interviewt von di Lorenzo. &nbsp;<\/p><p>Die ganze Veranstaltung hatte eine Kernbotschaft: Wir sind die Guten, Zivilisierten und vor allem: richtige Demokraten. Aber leider haben wir es mit einem dummen P&ouml;bel von Volk zu tun. Und wir m&uuml;ssen jetzt die Menschw&uuml;rde und die Demokratie verteidigen.<\/p><p>Um Missverst&auml;ndnisse zu vermeiden: Ich habe auch etwas gegen Hassmails und finde solche Mails wirklich schlimm.&nbsp;<\/p><p>Aber glauben Sie, dass di Lorenzo auch nur einen dieser Leute auf dem Podium gefragt h&auml;tte, ob diese Zust&auml;nde in der Gesellschaft vielleicht etwas mit ihrer Politik zu tun haben k&ouml;nnten? Was es denn wohl mit der W&uuml;rde eines arbeitslosen Menschen mache, der von den Jobcentern schikaniert wird? Warum die Eliten gro&szlig;en Teilen aus der Bev&ouml;kerung mit ihrer Politik an Gewalt antun, der diese Menschen schutzlos ausgeliefert sind? Nein, solche Fragen wurden dort nat&uuml;rlich nicht gestellt. Es ging nur um die Selbstbeweihr&auml;ucherung einer saturierten Klasse, die gerne nach unten tritt. Und die so tut, als k&auml;men Nazis aus dem heiteren blauen Himmel auf die Erde herniedergeflogen.<\/p><p>Deshalb w&uuml;rde auch ich nicht an der &bdquo;Unteilbar&ldquo;-Demo teilnehmen, auch wenn ich um die Ecke wohnte. Denn ich denke, dass dies auch ein Versuch dieses angeblich so linksliberalen MIlieus ist (das aber in Wirklichkeit sehr elit&auml;r und versnobt ist), die unteren Schichten der Gesellschaft zu diffamieren und mundtot zu machen und zu verhindern, dass diese ihre Interessen wahrnehmen. Was letztlich wieder der AFD n&uuml;tzen k&ouml;nnte.&nbsp;<\/p><p>Dies wird erst dann aufh&ouml;ren, wenn dieses Milieu endlich bereit ist, von seinem hohen moralischen Ro&szlig; abzusteigen und auch die Interessen anderer Menschen und Milieus ernst zu nehmen und als legitim anzuerkennen. Und sachlich dar&uuml;ber zu diskutieren, wie mit Migration umgegangen werden soll.&nbsp;<\/p><p>Mit besten Gr&uuml;&szlig;en<br>\nUdo B.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>11. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<br>\nIhre Kritik am &bdquo;Unteilbar&ldquo;-Aufruf ist durchaus interessant. Allerdings halte ich die gesamte kurzfristige Aufregung um das Thema f&uuml;r weitgehend irrelevant. Das hat mit dem Charakter der Demo zu tun. Vorab: In der deutschen Historie gab es einige wesentliche Demonstrationen, z.B. den Zug zum Hambacher Schloss 1832, die Demonstrationen f&uuml;r eine Beendigung des Weltkriegs 1918 in Berlin, die Demonstrationen gegen das SED-Regime 1989 in Leipzig. Ohne Frage gab und gibt es zudem kleinere Demonstration auf lokaler und regionaler Ebene, die Berechtigung und Bedeutung haben. Die Unteilbar-Demo wird nach meiner Einsch&auml;tzung trotz der gewaltigen Teilnehmerzahl nicht dazu geh&ouml;ren. Allgemein gibt es inzwischen eine Flut vor allem von lokalen und regionalen Demonstrationen. Allein in K&ouml;ln waren im Jahr 2017 ca. 900 Demonstrationen angemeldet. Diese Flut f&uuml;hrt zu einer &bdquo;Reiz&uuml;berflutung&ldquo; des Publikums und damit zu einem schnellen Vergessenwerden. Entscheidend im Hinblick auf die &bdquo;Unteilbar&ldquo;-Demonstration ist aber die Heterogenit&auml;t der &bdquo;irgendwie&ldquo; linken Anliegen, die zur Schau gestellt wurden: Da wurde f&uuml;r den &bdquo;Klassenkampf&ldquo;, gegen die &bdquo;Ausgrenzung&ldquo; von Lesben und Schwulen, gegen Atomenergie, gegen schlechte L&ouml;hne, gegen Abschiebungen, gegen die Autoindustrie und vermutlich auch gegen Donald Trump demonstriert &hellip; Mit anderen Worten: Diese Demonstration hatte &uuml;berhaupt kein konkretes politisches Ziel. Damit kann sie keine Wirkung entfallen. In wenigen Tagen wird vermutlich kaum jemand mehr &uuml;ber eine der gr&ouml;&szlig;ten Demonstrationen in Deutschland sprechen.<br>\nMit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nGerhard Militzer<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>12. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Nachdenkseiten-Team,<br>\nsehr geehrter Herr M&uuml;ller,<br>\n&nbsp;<br>\nich bin flei&szlig;iger Leser der Nachdenkseiten und empfehle Ihre Artikel oft Freunden weiter. Ihren Artikel &ldquo;&ldquo;unteilbar&rdquo; treibt im Konflikt mit &ldquo;aufstehen&rdquo; den Rechten die L&auml;mmer in den Stall&rdquo; m&ouml;chte ich jedoch kritisieren.<br>\n&nbsp;<br>\nDazu sollten Sie wissen, dass ich es schade fand, dass #aufstehen bei #unteilbar nicht mitmachen wollte, wo die Ziele sich sicherlich zu 95% &uuml;berschneiden. Das wird durch den vergleichsweise kurzen Aufruf von #unteilbar vielleicht nicht deutlich, aber wenn man sich die Organisationen, Gruppen und Sprecher anschaut, die auf der Demo vertreten waren. Auch Ihr Artikel dreht sich fast nur um die Frage der offenen oder nicht so offenen Grenzen. Worum es eigentlich und vor Allem ging ist doch ein breites zivilgesellschaftliches B&uuml;ndnis gegen Rechts. Das kommt in Ihrem Artikel viel zu kurz.<br>\n&nbsp;<br>\nSchon vor dem Stattfinden der Demonstration unterstellen sie beispielsweise, dass es den Teilnehmern nicht um Menschenrechte in Pal&auml;stina ginge und die kritische Situation in Brasilien keine Rolle spielen w&uuml;rde. &Uuml;brigens habe ich viele&nbsp;pal&auml;stinensiche Flaggen gesehen bei der Demo und einen brasilianischen Block gab es auch. Au&szlig;erdem unterstellen sie (in einer v&ouml;llig unn&ouml;tigen Abschweifung vom Thema) den Teilnehmern indirekt, dass sie nicht gegen den Jugoslawienkrieg 1999, den Libyenkrieg, den Irakkrieg, den Syrienkrieg und den Afghanistankrieg gewesen seien (mit Ausnahme der damals regierenden Parteien ist dies unberechtigt). Ist es nicht so, dass Sie eine solche unsaubere Vorgangsweise bzw. Schreibweise bei den sog. und von Ihnen immer wieder zurecht kritisierten &ldquo;Qualit&auml;tsmedien&rdquo; beobachten?<br>\n&nbsp;<br>\nMit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en,<br>\nElia Henze<\/p><p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Meine sogenannte Abschweifung vom Thema war so eingeleitet:<\/em><br>\n<em>&bdquo;Im Aufruf &bdquo;unteilbar&ldquo; sucht man vergebens nach einem Hinweis auf oder gar Protest gegen die Kriege des Westens und antidemokratische Regierungswechsel. Wenn man jenen Menschen, denen es am &bdquo;dreckigsten&ldquo; geht &ndash; das sind die in den Kriegsgebieten Zur&uuml;ckgebliebenen und die Opfer grausamer Diktatoren und Terroristen &ndash; wirklich helfen wollte, dann m&uuml;sste man dort ansetzen.&ldquo; Dann folgte der Hinweis auf den Jugoslawien Krieg. Auch keine &bdquo;Abschweifung&ldquo;, wenn man bedenkt, dass damit viel Not verursacht worden ist und Menschen zur Flucht getrieben wurden. <\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>13. Leserbrief<\/strong><\/p><p><strong>&ldquo;Unteilbar&rdquo; &ndash; genau so teilt man die politische Linke<\/strong><br>\n<strong>Ein Meisterstueck des Council of Foreign Relations. <\/strong><br>\n&nbsp;<br>\nSo werden alle politischen Ziele erreicht: <\/p><ul>\n<li>die geplante Massenmigration nach Europa zur besseren Kontroile der Bevoelkerung und Lohnsenkung geht weiter, <\/li>\n<li>die Staatskassen werden zugunsten der Konzerne und Milliardaere fuer humanitaere Zwecke ausgepluendert, <\/li>\n<li>und &nbsp;die Urheber der Dauerraubkriege des Westens bei unseren Nachbarn in Osteuropa und Nahost bleiben unbehelligt.<\/li>\n<\/ul><p>&nbsp;<br>\nDie verbeamteten Kirchen und Gewerkschaften laufen hinterher, weil die Spitze von Staat und Parteien unterwandert ist.<br>\n&nbsp;<br>\nKriege und gewaltsame &bdquo;Regime Changes&ldquo; kommen nicht vor<\/p><p>Im Aufruf &bdquo;unteilbar&ldquo; sucht man vergebens nach einem Hinweis auf oder gar Protest gegen die Kriege des Westens und antidemokratische Regierungswechsel. Wenn man jenen Menschen, denen es am &bdquo;dreckigsten&ldquo; geht &ndash; das sind die in den Kriegsgebieten Zur&uuml;ckgebliebenen und die Opfer grausamer Diktatoren und Terroristen &ndash; wirklich helfen wollte, dann m&uuml;sste man dort ansetzen. Dann h&auml;tte die Hilfe vor Ort und der Kampf gegen die Kriege des Westens oberste Priorit&auml;t. Dann w&uuml;rden die Verantwortlichen auch nicht schweigen, wenn jetzt wie z.B. in Brasilien Menschen eingekerkert und ermordet werden &ndash; nur weil sie zur politischen Linken und\/oder zur Arbeiterschicht geh&ouml;ren. In der &bdquo;Offenen Gesellschaft&ldquo; des Westens wird stattdessen gefeiert, weil die B&ouml;rsen in Brasilien boomen &ndash; wohl deshalb, weil die wenigen erk&auml;mpften sozialen Rechte beseitigt und die L&ouml;hne gedr&uuml;ckt werden k&ouml;nnten.<\/p><p>&bdquo;Solidarit&auml;t kennt keine Grenzen&ldquo; &ndash; so lautet der letzte Satz des Aufrufs &bdquo;unteilbar&ldquo;. Gut so, wenn damit gemeint ist, dass wir verst&auml;rkt dort helfen sollten, wo das Elend gemacht wird. Auch von uns und unseren &bdquo;Freunden&ldquo; im Westen.<\/p><p>Im Aufruf steht auch, das &bdquo;Sterben von Menschen auf der Flucht nach Europa darf nicht Teil unserer Normalit&auml;t werden&ldquo;. Das ist richtig. Aber es h&auml;tte auch nicht Normalit&auml;t sein d&uuml;rfen, dass beim Jugoslawienkrieg 1999 und beim Libyenkrieg und beim Irakkrieg und beim Syrienkrieg und beim Afghanistankrieg Hunderttausende get&ouml;tet und ermordet werden und noch viel mehr fliehen und ihre Heimat verlassen mussten.<br>\n&nbsp;<br>\nHans-Joachim D.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>14. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>ich habe es vermutet, Ihr Artikel &uuml;ber die &bdquo;unteilbar&ldquo;-Demo hat mich best&auml;rkt und nun die Demo selbst sowie (und insbesondere) die Berichterstattung dar&uuml;ber, best&auml;tigt: Das Ding ist gesteuert, und es ist sehr wahrscheinlich eine Kampfansage an &bdquo;aufstehen&ldquo;. W&auml;hrend &bdquo;aufstehen&ldquo; &uuml;ber Monate offen angek&uuml;ndigt wurde, sich gesammelt hat und schlie&szlig;lich vorgestellt, sich bis heute 150.000 Menschen eingetragen haben, schlossen sich im Hintergrund offenbar bestens vernetzte Kr&auml;fte zusammen, um eine Gegenbewegung aus der Taufe zu heben. F&uuml;r mich zumindest v&ouml;llig unsichtbar, ich habe bis vor wenigen Tagen nie etwas davon geh&ouml;rt, doch pl&ouml;tzlich war es da und offenbar perfekt organisiert und von den Medien orchestriert. Das im Mainstream ausnahmslos gute Feedback muss skeptisch machen, verwundert aber nicht. Und zwar aus genau den Gr&uuml;nden, die Sie in Ihrem Artikel aufgez&auml;hlt haben. Diese &bdquo;Bewegung&ldquo; tut nicht weh. Fordern kann man schlie&szlig;lich die tollsten Dinge, vor allem solche, gegen die man wohl kaum ernsthaft sein kann. Das ist zugleich ein &bdquo;toller&ldquo; Trick der PR-Abteilung von &bdquo;unteilbar&ldquo;, denn wer sich gegen &bdquo;unteilbar&ldquo; stellen w&uuml;rde, dem k&ouml;nnte man vorwerfen, <em>er sei GEGEN ein Europa der Menschenrechte und der sozialen Gerechtigkeit! GEGEN ein solidarisches und soziales Miteinander und f&uuml;r Ausgrenzung und Rassismus! GEGEN das Recht auf Schutz und Asyl &ndash; F&Uuml;R die Abschottung Europas! GEGEN eine freie und vielf&auml;ltige Gesellschaft! Solidarit&auml;t kennt Grenzen! &nbsp;<\/em><\/p><p>Viele, sicher die meisten Menschen, die nun auf der Demo waren, sind gewiss in guter Absicht dort hin gefahren, sie meinen es wirklich so, wie sie es sagen. Doch: Wo wird die Systemfrage gestellt? Nirgendwo! Und das ist auch der Grund, weshalb unser Mainstream so gern und so positiv dar&uuml;ber berichtet, getreu dem Motto: Seht her, was wir f&uuml;r ein freies Land sind, seht her, was wir hier alles sagen und fordern d&uuml;rfen. Wir unterst&uuml;tzen diese Forderungen und berichten positiv, also sind wir selbst auch gut. &nbsp;<\/p><p>Doch was passiert hier wirklich? Ist es nicht so, dass hier &uuml;ber 100.000 Menschen den f&uuml;r sie gesteckten Rahmen akzeptiert haben und lediglich innerhalb dieses Rahmens hier und da die eine oder andere Verbesserung fordern oder die eine oder andere &bdquo;Fehlentwicklung&ldquo; beklagen, die es allerdings gar nicht g&auml;be, wenn man endlich begreifen w&uuml;rde, dass der Rahmen das Problem ist, sprich: das neoliberale System? Ist es nicht sehr zweifelhaft, dass man die Forderungen erf&uuml;llen k&ouml;nnte, ohne den Neoliberalismus zu &uuml;berwinden? Wie soll denn ein solidarisches und soziales Miteinander im Neoliberalismus aussehen, wenn dieses MITeinander der Ideologie krass entgegen steht? Doch all die Fragen werden nicht gestellt, und das ist auch zugleich der sehr deutliche und f&uuml;r mich ganz klar auch entscheidende Unterschied zu &bdquo;aufstehen&ldquo;.&nbsp; <\/p><p>Eines muss man den Thinktanks lassen, die sich den Namen &bdquo;unteilbar&ldquo; haben einfallen lassen, der Name ist sehr gut gew&auml;hlt und passt zu Verschleierung der wahren Ziele, denn genauso wenig wie die &bdquo;Alternative f&uuml;r Deutschland&ldquo; eine Alternative f&uuml;r irgendwen ist, weil hier kein Mittelweg in Aussicht gestellt wird, sondern ein extrem rechts-neoliberaler, genauso wenig ist das Ziel von &bdquo;unteilbar&ldquo; die Menschen nicht zu teilen, im Gegenteil. Es tut das, was es vorgibt, nicht zu tun: Es teilt. Es teilt besonders das linke Lager, dem die vorgegebenen Ziele nat&uuml;rlich sympathisch erscheinen, f&uuml;r die es sich einzutreten lohnt. Alles in allem kann man &bdquo;unteilbar&ldquo; nach meinem Verst&auml;ndnis nur als eines bezeichnen: perfide. Aber brillant in Szene gesetzt. Die L&auml;mmer schweigen nicht nur, wie Mausfeld in seinem lesenswertem Buch ausf&uuml;hrt, die L&auml;mmer d&uuml;rfen auch mal auf die gro&szlig;e Weide und ganz laut &bdquo;M&ouml;&ouml;&ouml;&ouml;&ouml;&ouml;&ouml;&ldquo; rufen und sich &uuml;ber diese M&ouml;glichkeit freuen. <\/p><p>Mit den besten Gr&uuml;&szlig;en von der Insel R&uuml;gen,<br>\nS.K. <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>15. Leserbrief <\/strong><\/p><p>Woran erkenne ich, dass meine linke Bewegung gehijackt wurde?<\/p><p>Dazu ein kleines Astroturfing-Bingo:<\/p><ul>\n<li>Facebook sperrt mich nicht wegen <em>hatespeech<\/em>, reduziert nicht mal meine Reichweite, Twitter wendet auch keinen <em>silent-ban<\/em> an &mdash;&gt; check!<\/li>\n<li>in den sozialen Netzwerken geht mein Hashtag sogar viral &mdash;&gt; check!<\/li>\n<li>in den gro&szlig;en &uuml;berregionalen Medien wird f&uuml;r meine politische Bewegung geworben &ndash;&gt; check!<\/li>\n<li>auf der Bundespressekonferenz wird zu meiner Demonstration aufgerufen &mdash;&gt; check!<\/li>\n<li>prominente Musiker und Fernsehclowns, sowie der deutsche Au&szlig;enminister h&ouml;chstpers&ouml;nlich, sprechen ihre Unterst&uuml;tzung f&uuml;r meine Sache aus &mdash;&gt; check!<\/li>\n<li>den musikalischen TopAct stellt der linksintellektuelle Systemkritiker Herbert Gr&ouml;nemeyer &mdash;&gt; check!<\/li>\n<li>auf meiner Demo ist die Polizei mal weder vermummt, noch wirklich pr&auml;sent; der gewaltbereite schwarze Block ist wegen Omas Geburtstag zu Hause geblieben &mdash;&gt; check!<\/li>\n<li>meine Demo ist Aufmacher und Topthema im Heute-Journal, Claus Kleber voll des Lobes &mdash;&gt; check!<\/li>\n<li>die maximale Demo-Teilnehmerzahl laut Veranstalter wird von Mainstreammedien &uuml;berwiegend &uuml;bernommen und nicht kleingeschrieben &mdash;&gt; check!<\/li>\n<li>meine Bewegung verschafft mir das Gef&uuml;hl moralischer &Uuml;berlegenheit und verschont mich vor unangenehmer Ursachenforschung und tiefergehender Analyse &mdash;&gt; check!<\/li>\n<li>meine Bewegung schafft es mal wieder, eine andere linke Bewegung zu schw&auml;chen und die Spaltung im eigenen Lager zu vertiefen &mdash;&gt; check!<\/li>\n<li>meine Bewegung sorgt daf&uuml;r, dass der Diskurs inhaltlich verflacht, sich politisch nichts &auml;ndert &ndash; und die gesellschaftliche Polarisierung eher versch&auml;rft wird &mdash;&gt; check!<\/li>\n<li>meine Bewegung schwei&szlig;t mich paradoxer- und klebrigerweise mit Regierungsparteien, Krisenverursachern und -profiteuren zusammen &mdash;&gt; Bingo!<\/li>\n<\/ul><p>Der Weg zur H&ouml;lle ist ja bekanntlich gepflastert mit guten Absichten&hellip;<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en &hellip;<br>\nAxel F.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>16. Lesermail:<\/strong><\/p><p>Liebe NDS,<br>\nich frage mich, wer der Adressat dieser Demo ist. Bin mir aber unsicher, ob das ne naive Frage ist.<br>\nIch war k&uuml;rzlich auf einer Demo gegen die Waffenexporte von Rheinmetall und auf einer gegen das nds. Polizeigesetz.<br>\nDa richtete sich der Protest an die Bundesregierung respektive an die Landesregierung.<br>\n&nbsp;<br>\nDas Ganze erinnert mich an &ldquo;Pulse of Europe&rdquo;, die sich ja ebenfalls gegen &ldquo;Rechtspopulisten&rdquo; wenden, f&uuml;r &ldquo;Europa&rdquo; eintreten und bei Wahlen Politiker wie &ldquo;Macron&rdquo; unterst&uuml;tzen und ansonsten alles sehr allgemein h&auml;lt, um sich nicht zu spalten und sich nicht in Richtungsdiskussionen auseinanderzudividieren. Politisch geht es &ldquo;Pulse of Europe&rdquo; m. E. im Wesentlichen um die Beibehaltung des Status Quo und damit um die Sicherung ihrer Privilegien, was sie durch AFD, Pegida,&nbsp;Front National und Konsorten bedroht sehen.<\/p><p>Das ist auch mein Eindruck von &ldquo;#Unteilbar&rdquo;, dass es denen um die Sicherung des Status Quo geht, wobei der Status Quo durchaus einen Zeitraum in der j&uuml;ngeren Vergangenheit markieren kann.<\/p><p>F&uuml;r Aufstehen und Sahra Wagenknecht ist das nat&uuml;rlich &auml;rgerlich, weil Kipping und Co. das sicherlich instrumentalisieren werden, um Sahra Wagenknecht zu diskreditieren und auszugrenzen.<\/p><p>Viele Gr&uuml;&szlig;e<br>\nStefan Eichardt<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>17. Leserbrief <\/strong><\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Wer f&uuml;r alles offen ist, ist nicht ganz dicht&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<br>\nliebe NDS-Redaktion,<\/p><p>die Linke bek&auml;mpft sich selbst &ndash; scheinbar gibt es nur noch schwarz oder weiss, gut oder b&ouml;se. &ldquo;Unteilbar&rdquo; will f&uuml;r vieles stehen, allerdings ist manches meiner Meinung nach widerspr&uuml;chlich.<\/p><p><em>&bdquo;weltoffen, tolerant, liberal, gastfreundlich &ndash; &bdquo;Offene Grenzen f&uuml;r alle&ldquo;.<\/em> Weltoffen, liberal: Wenn wir uns als Kosmopoliten verstehen, als unabh&auml;ngige Individuen &ndash; frei von Bindungen, die wir nicht gew&auml;hlt haben, dann ergibt eine ganze Reihe moralischer oder politischer Verpflichtungen, die wir uns f&uuml;r gew&ouml;hnlich zu eigen machen, &uuml;berhaupt keinen Sinn. Was habe ich noch als nach 1945 Geborener zu schaffen mit den Verbrechen des Nationalsozialismus? Warum gedenkt unser Bundespr&auml;sident in Griechenland dann der Opfer dieser Verbrechen? Nach liberaler Vorstellung m&uuml;ssen wir zwar die W&uuml;rde aller Menschen achten, aber ob wir f&uuml;r ihr Wohlergehen Sorge tragen m&uuml;ssen, h&auml;ngt immer davon ab, was wir mit ihnen freiwillig vereinbart haben. Diese Vorstellung von Freiheit, oder besser gesagt Ungebundenheit, sind mir etwas zu d&uuml;nn. Unsere Identit&auml;t als moralisch Handelnde, ist nun mal verkn&uuml;pft mit der Geschichte der Gemeinschaft, in denen wir leben. Unrecht, das Deutschland w&auml;hrend des Nationalsozialismus an anderen V&ouml;lkern begangen hat wiedergutzumachen, ist auch als Ausdruck der Zugeh&ouml;rigkeit zu meinem, bzw. zu unserem Land zu verstehen.<\/p><p>Die moderne Demokratie gr&uuml;ndet auf zwei Voraussetzungen: dem Teritorialstaat und der Nation, also dem Staatsvolk, gedacht als Einheit freier B&uuml;rger. Ein Sozialstaat existiert immer nur national, nicht global. Die meisten B&uuml;rger wollen zuallererst einen funktionierenden Staat, der an jedem Ort im betreffenden Land seine Hoheitsrechte durchzusetzen vermag &ndash; was an den Grenzen beginnt &ndash; und der in der Lage ist, eine solidarische Absicherung seiner B&uuml;rger gerecht zu organisieren.<\/p><p>Zwar sind die Grenzen meines Landes nicht die Grenzen der Welt, aber f&uuml;r die meisten von uns sind sie die Grenzen ihrer staatsb&uuml;rgerlichen Rechte und ihrer beruflichen M&ouml;glichkeiten. Gilt umgekehrt auch f&uuml;r Fl&uuml;chtlinge, die zu uns kommen. Welche M&ouml;glichkeiten hat ein Migrant, der zwanzig Jahre oder &auml;lter ist wenn er nach Deutschland kommt, der deutschen Sprache nicht m&auml;chtig ist und &uuml;ber keine Schulabschl&uuml;sse verf&uuml;gt, hier ein &ldquo;normales&rdquo; Leben zu f&uuml;hren? Hat sich das &ldquo;Unteilbar&rdquo; schon mal &uuml;berlegt?<\/p><p>Heimat: Vielf&auml;ltige Manipulationen und notorischer Missbrauch haben den Heimatbegriff immer wieder ins Zwielicht ger&uuml;ckt &ndash; vor allem der deutsche Faschismus. Patriotismus und Nationalgef&uuml;hl sind nur dann zu bek&auml;mpfen, wenn sie f&uuml;r reaktion&auml;re Zweecke missbraucht werden. Heimat ist nicht nur Idylle &ndash; eingeschlossen sind immer auch soziale und politische Verh&auml;ltn&iacute;sse, ein kulturelles Umfeld sowie historische Elemente. Enge, intensive und sch&ouml;pferische Beziehungen zu einem &uuml;berschaubaren Umfeld auszubilden ist dem Menschen schlie&szlig;lich schon immer ein nat&uuml;rliches Bed&uuml;rfnis gewesen.<\/p><p>Eine &ldquo;Kulturlinke&rdquo; wird nicht zu unrecht als eine Distinktionselite wahrgenommen, die sich den Luxus &ldquo;humaner&rdquo; Einstellungen leisten kann und damit die &uuml;brigen Elemente deklassiert.<\/p><p>Unter dem Pathos der &ldquo;Beseitigung von Vorurteilen&rdquo; propagiert sie ebenfalls ungehinderten Marktzugang f&uuml;r alle und fairen Wettbewerb. Unter zunehmend ungleichen Startvoraussetzungen aber erweist sich eine solche Politik nicht als fair, sondern schafft zus&auml;tzliche Unfairness.<\/p><p>Mit lieben Gr&uuml;&szlig;en<br>\nMichael Wrazidlo, Essen <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ohne Zweifel war das eine bewundernswert gro&szlig;e und lebendige Demonstration. 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