{"id":46627,"date":"2018-10-19T10:35:14","date_gmt":"2018-10-19T08:35:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46627"},"modified":"2018-12-30T14:08:24","modified_gmt":"2018-12-30T13:08:24","slug":"brasilien-die-rechtsextreme-barbarei-ist-entfesselt-eine-militaerdiktatur-neuen-typs-lauert-auf-den-wahlausgang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46627","title":{"rendered":"Brasilien \u2013 Die rechtsextreme Barbarei ist entfesselt, eine Milit\u00e4rdiktatur neuen Typs lauert auf den Wahlausgang"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/181005_01b.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Kaum jemand meiner Generation, die wir als Kinder und Jugendliche unter der Milit&auml;rdiktatur (1964-1985) aufwuchsen, wagte jemals anzunehmen, dass der aus der antiautorit&auml;ren Verfassung von 1988 hervorgegangene Rechtsstaat knappe drei&szlig;ig Jahre sp&auml;ter den Fr&uuml;htod der Luftschl&ouml;sser sterben w&uuml;rde. In Brasilien lodert in diesen Tagen ein gef&auml;hrliches Feuer mit dem Potenzial, in den kommenden Monaten zum Fl&auml;chenbrand auszuufern. Ein von langer Hand inszenierter, krimineller Anschlag auf die letzten &Uuml;berreste der Demokratie ist im Gang, er erzeugt Massenangst im Inland und erregt Alarmrufe im Ausland. Von <strong>Frederico F&uuml;llgraf<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nIch beginne diesen Text mit einer Entschuldigung f&uuml;r den thematischen Anflug in der ersten Person. Auch f&uuml;r die journalistische Standortbestimmung. Denn &bdquo;um tolerant zu sein, muss man die Grenzen dessen, was nicht tolerierbar ist, festlegen&rdquo;, sagte einst Umberto Eco.<\/p><p>Nicht einmal als Alptraum h&auml;tten wir uns die Fratze einer Orwellschen Diktatur in den Tropen vorstellen k&ouml;nnen, die ihren Einzug mit den infamsten Mitteln kybernetischer Kriegsf&uuml;hrung, gleichzeitig mit der uns zwar unbekannten, doch durch Schrift, Bild und Film historisch dokumentierten Brutalit&auml;t fanatisierter SA-Milizen ank&uuml;ndigt.<\/p><p>Seit der ersten Runde der Pr&auml;sidentschaftswahlen vom vergangenen 7. Oktober &ndash; die der rechtsradikale Kandidat Jair Bolsonaro mit 46,03 Prozent gegen 29,28 Prozent der Stimmen seines sozialdemokratischen Rivalen der Arbeiterpartei (PT), Fernando Haddad, gewann &ndash; ver&uuml;bten Aktivisten nahezu 100 Gewaltanschl&auml;ge, darunter mindestens vier Mordanschl&auml;ge, auf W&auml;hler und Anh&auml;nger Haddads und des inhaftierten Altpr&auml;sidenten Luis In&aacute;cio <em>Lula<\/em> da Silva. Zu den Opfern geh&ouml;ren Brasilianerinnen und Brasilianer aller sozialen Schichten und Hautfarben, und es reichte in den meisten F&auml;llen das blo&szlig;e Tragen von roten Hemden, Plaketten, M&uuml;tzen oder Aufklebern der Arbeiterpartei und der Frauenbewegung, um die Hysterie fanatisierter Schl&auml;gertrupps aus dem Umfeld des rechtsradikalen Ex-Heeresoffiziers herauszufordern.<\/p><p><strong>Rechtsradikale Gewaltorgie<\/strong><\/p><div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/181019-Brasilien-02_.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Eine K&ouml;chin in S&atilde;o Paulo, die ein Abzeichen der Frauenbewegung gegen Bolsonaro mit dem Hashtag #EleN&atilde;o (ErNicht) trug, wurde festgenommen, zusammengeschlagen, nackt in eine Gef&auml;ngniszelle geworfen und erst freigelassen, nachdem sie von den Polizisten (!) zu einem &ldquo;Er-Ja!&rdquo;-Schwur auf Bolsonaro gen&ouml;tigt wurde. Eine Journalistin im nord&ouml;stlichen Pernambuco wurde aus dem gleichen Grund mit Messern angegriffen und mit Vergewaltigung bedroht. Im s&uuml;dbrasilianischen Porto Alegre wurde eine aus einem Bus aussteigende 19-J&auml;hrige mit dem Er-Nicht-Hashtag auf ihrem Rucksack von drei M&auml;nnern zusammengeschlagen und sie bekam auf ihrem Unterleib ein Hakenkreuz mit dem Taschenmesser ins Fleisch geritzt.<\/p><p>Im ebenfalls s&uuml;dbrasilianischen Curitiba wurden gleich drei Attentate auf Haddad-W&auml;hler ver&uuml;bt. Einem Studenten, mit roter M&uuml;tze der Landlosen-Bewegung (MST) auf dem Kopf, wurden Bierflaschen auf dem Sch&auml;del zertr&uuml;mmert. Wenige H&auml;userbl&ouml;cke davon entfernt wurde ein Journalist auf dem Gehsteig vor einer Szenekneipe von einem Bolsonaro-Anh&auml;nger mit dem Wagen angefahren. Als emp&ouml;rte Kneipeng&auml;ste dem vor einer Ampel wartenden Wagen nachliefen, wurden sie vom Fahrer mit einer Pistole bedroht. Im Stadtzentrum wurde schlie&szlig;lich ein homosexueller Bolsonaro-Gegner tot in seiner verw&uuml;steten Wohnung aufgefunden.<\/p><p>Szenenwechsel in eine bescheidene Kneipe der nordostbrasilianischen Landeshauptstadt Salvador da Bahia. W&auml;hrend einer Diskussion &uuml;ber den Ausgang der ersten Wahlrunde st&ouml;&szlig;t ein fanatisierter Bolsonaro-W&auml;hler dem landesweit bekannten, 63-j&auml;hrigen Afro-Folklore-Meister, Musiker und Haddad-Anh&auml;nger Moa do Katend&ecirc; 12 Mal ein Messer in den R&uuml;cken. Blut&uuml;berstr&ouml;mt bricht Katend&ecirc; t&ouml;dlich getroffen zusammen.<\/p><p>&ldquo;Mythos&rdquo; Jair Bolsonaro &ndash; wie das Codewort seiner Mitl&auml;ufer hei&szlig;t &ndash; predigt jedenfalls ungestraft seit nahezu zwei Jahrzehnten den Vernichtungsfeldzug. Folter sei unerl&auml;sslich! Falls er eines Tages zum Pr&auml;sidenten gew&auml;hlt w&uuml;rde, werde er am Tag darauf eine Diktatur errichten. Mit Demokratie seien die Probleme Brasiliens nicht in den Griff zu kriegen, nur mit einem B&uuml;rgerkrieg und der Ermordung von 30.000 Gegnern, einschlie&szlig;lich des Ex-Pr&auml;sidenten Fernando Henrique Cardoso, <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=-fMdCwlwg8E\">erkl&auml;rte einst der kreischende Ex-Hauptmann<\/a> ins Mikrofon eines Reporters.<\/p><p>Die Androhung von 30.000 Morden stammt aus Bolsonaros Repertoire vom Ende der 1990-er Jahre. Doch am Vorabend des Karnevals 2018 in Rio de Janeiro war der gemeingef&auml;hrliche Psychopath von neuen Massaker-Visionen befl&uuml;gelt. Auf einer Veranstaltung der von seinem neoliberalen Wirtschaftsguru Paulo Guedes gegr&uuml;ndeten Bank BTG Pactual schlug Bolsonaro vor, Brasiliens gr&ouml;&szlig;tes Elendsviertel Rocinha mit mehr als 70.000 Einwohnern bei Zusammenst&ouml;&szlig;en rivalisierender Drogendealer-Banden aus der Luft mit MG-Feuer niederzum&auml;hen.<\/p><p>Nach einem Bericht des Kolumnisten Lauro Jardim von <em>O Globo<\/em> (siehe <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/181019-Brasilien-01_.pdf\">Scan der Kolumne vom 11. Februar 2018<\/a>) schlug Bolsonaro vor, einen Hubschrauber mit dem Abwurf tausender Flugbl&auml;tter &uuml;ber dem Elendsviertel zu beauftragen. Nach dem darin angedrohten Ultimatum w&uuml;rde &bdquo;den Banditen&ldquo; sechs Stunden Zeit daf&uuml;r einger&auml;umt, sich zu ergeben. Sollte die Frist nicht eingehalten werden, w&uuml;rde er Rocinha unter MG-Beschuss nehmen. Jardim wusste zu berichten, dass das Auditorium dem &bdquo;Vorschlag&ldquo; euphorischen Applaus zollte.<\/p><p><strong>Die Fake-News-Zentrale und die infamste Wahl aller Zeiten<\/strong><\/p><div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/181019-Brasilien-05_.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>An diesem Punkt w&auml;re der Satz zu erwarten, &bdquo;ganz Brasilien reagierte mit Abscheu auf die Gr&auml;ueltaten&ldquo;. Falsche Annahme!<\/p><p>Legt man der Erwartung die <a href=\"https:\/\/noticias.uol.com.br\/politica\/eleicoes\/2018\/noticias\/2018\/10\/15\/pesquisa-ibope-segundo-turno-bolsonaro-haddad-15-de-outubro.htm\">j&uuml;ngsten W&auml;hlerumfragen<\/a> zugrunde, emp&ouml;rten sich h&ouml;chstens 41 Prozent &ndash; die Summe der demokratisch gesinnten Haddad-W&auml;hler &ndash; &uuml;ber die Entsetzlichkeiten, w&auml;hrend sie von mehr als der H&auml;lfte Brasiliens &ndash; genauer: von den 59 Prozent der Bolsonaro-Anh&auml;nger &ndash; wenn nicht nur ignoriert, sondern sogar mit Applaus bedacht wurden.<\/p><p>Unfassbar f&uuml;r Au&szlig;enstehende, in Sachen Brasilien nicht Eingeweihte, sind daher die neuesten Umfragen zum Stand der politischen Antipathien gegen die Kandidaten. Anstatt auf dem H&ouml;hepunkt der Attentate zuzunehmen, sank Bolsonaros Ablehnung unter dem Wahlvolk von 43 Prozent auf 35 Prozent, w&auml;hrend umgekehrt die Aversion gegen den demokratischen, ausgeglichenen und vers&ouml;hnlichen Haddad schlagartig von 32 Prozent auf 41 Prozent anstieg. Somit entpuppte sich der landesweite Marsch von ann&auml;hernd 1 Million Frauen, die am 29.September gegen Bolsonaro und f&uuml;r Demokratie demonstrierten, als regelrechter Schuss nach hinten oder ins eigene Bein: Bolsonaro gewann einen Tag sp&auml;ter mindestens 6 Prozent neue W&auml;hler, darunter eine Millionenschar von Frauen.<\/p><p>Danach fragten sich die kritischen Medien in Brasilien und in den Nachbarl&auml;ndern, was macht die Linke falsch, oder ist es zu fassen, dass Frauenrechte und die Absage an Gewalt von der Mehrheit der Bev&ouml;lkerung militant abgelehnt werden?<\/p><p>Auf die Anschl&auml;ge seiner Unterst&uuml;tzer angesprochen, versuchte Bolsonaro die politische Gewalt kleinzureden. Es t&auml;te ihm leid, er bitte seine Leute, von Gewalt abzusehen, &bdquo;doch habe ich keine Kontrolle &uuml;ber Millionen von Menschen, die mich unterst&uuml;tzen&rdquo;, erkl&auml;rte er dem Nachrichtenportal UOL. <\/p><p>Doch in den sozialen Netzwerken, insbesondere auf dem Instant-Messaging-Dienst WhatsApp, tobt sich ein infernalischer Hate Speech aus. Aus der Hochburg der rechtsradikalen Wahlkampagne setzte der mit 1,8 Millionen Stimmen wiedergew&auml;hlte, vom absoluten Rekord in der brasilianischen Wahlgeschichte angetriebene, dienstbefreite Polizist, der Sohn des rechtsradikalen Pr&auml;sidentschaftskandidaten und Abgeordnete, Eduardo Bolsonaro, einen Tweet ab (siehe <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/181019-Brasilien-03_.pdf\">Screenshot des Tweets<\/a> mit Stempel Fake News), in dem er den PT-Rivalen seines Vaters, Fernando Haddad, der &bdquo;Schul-Indoktrinierung zum Inzest&ldquo; beschuldigte.<\/p><p>Haddad reichte Klage beim Obersten Wahlgericht (TSE) ein, die Meldung wurde offiziell zur groben F&auml;lschung erkl&auml;rt, ihre weitere Verbreitung gerichtlich untersagt, doch das juckte den freigestellten Polizisten rein gar nicht. Er dachte nicht daran, den Tweet zu l&ouml;schen und seine Provokation der Justiz hatte auch keine Folgen.<\/p><p>Ganz im Gegenteil. Der turnusm&auml;&szlig;igen, konservativen Vorsitzenden des TSE, Magistratin Rosa Weber, wurde aufs Frechste ein anonymer Anschlag angedroht. Im <a href=\"http:\/\/radioagencianacional.ebc.com.br\/politica\/audio\/2018-10\/tse-pede-investigacao-sobre-mensagem-com-ameaca-ministra-rosa-weber\">Text<\/a>, der &uuml;ber ein soziales Netzwerk an das Gericht gesendet wurde, hie&szlig; es, Bolsonaro sei &bdquo;mathematisch l&auml;ngst gew&auml;hlt&rdquo;, doch &bdquo;falls die Umfragen manipuliert&ldquo; w&uuml;rden, werde die Bev&ouml;lkerung die Stra&szlig;en einnehmen &ndash; &bdquo;Versuchen Sie doch mal, das zuzulassen&rdquo;, drohte der Verfasser.<\/p><p>Die Bundespolizei (PF) wurde mit der Untersuchung der Hintergr&uuml;nde beauftragt, was jedem aufmerksamen Beobachter den Witz vom Fuchs, der den H&uuml;hnerstall bewachen soll, in Erinnerung ruft, ist doch die PF seit der politischen Hexenjagd auf den PT-Ehrenvorsitzenden Lula da Silva l&auml;ngst als von Rechtsextremisten unterwanderte Institution in der demokratischen &Ouml;ffentlichkeit diskreditiert.<\/p><p><strong>Mit Steve Bannon, via Kalifornien und Lissabon, der obsz&ouml;nste Wahlkampf aller Zeiten<\/strong><\/p><p>L&auml;ngst bevor er sich als Pr&auml;sidentschaftskandidat aufstellen lie&szlig;, fiel Jair Bolsonaro als ge&uuml;bter, digitaler Aktivist auf, der nun wegen seiner sp&auml;rlichen 8 Sekunden t&auml;glicher Werbezeit im brasilianischen Fernsehen auf die gleichsam m&auml;chtigen wie billigen sozialen Netzwerke &ndash; vor allem Facebook und Twitter &ndash; setzte, jedoch mit einem millionenfachen Anh&auml;ngernetz auf dem Messaging-Schnellservice WhatsApp rechnet, in dem vor allem das &auml;rmere Fu&szlig;volk ohne Internet-Anschluss per Handy agitiert wird.<\/p><p>Koordiniert von seinen drei S&ouml;hnen &ndash; die allesamt in parlamentarischen &Auml;mtern zusammen mit zwei geschiedenen Ehefrauen des Pr&auml;sidentschaftskandidaten den harten Kern des Bolsonaro-Clans in der Politik bilden &ndash; und von einer nebul&ouml;sen Firma namens Raposo Fernandes Associados (RFA) umgesetzt, speist die rechtsradikale, virtuelle Propaganda-Maschine das Internet mit Informationen &uuml;ber den Fortgang der Wahlkampagne, jedoch mit scharfem Fokus auf die Bek&auml;mpfung und skrupellose Kriminalisierung der PT und Haddads gerichtet.<\/p><p>Von Aufsichtsbeh&ouml;rden v&ouml;llig unkontrolliert und scheinbar bewusst ignoriert, enthalten die Netzwerke au&szlig;er Propaganda Hinweise auf alles, was unter Demokraten als verl&auml;ssliche Informationen und kritische Presseberichte anerkannt, hier jedoch umgebogen, verdreht und gef&auml;lscht wird, wozu u.a. der Reputationsmord an Haddad und die jeden Tag wiederholte Leier von den angeblich unzuverl&auml;ssigen, elektronischen Wahlurnen geh&ouml;rt, von denen Eduardo Bolsonaro schon vor der ersten Wahlrunde per richterlichem Erlass einen Teil beschlagnahmen lie&szlig;, um somit die Aussetzung der Wahlen herbeizuf&uuml;hren. Doch das Wahlgericht durchschaute den schmutzigen Trick und &ndash; eine Seltenheit in der rechtsextremistisch unterwanderten Justiz &ndash; der Richter wurde immerhin gefeuert.<\/p><p>Eine Untersuchung der Zeitung <em>O Estado de S. Paulo<\/em> in Zusammenarbeit mit der NGO Avaaz <a href=\"https:\/\/gauchazh.clicrbs.com.br\/politica\/noticia\/2018\/10\/grupo-que-administra-rede-pro-bolsonaro-atinge-126-milhoes-de-interacoes-no-facebook-cjn63liob01e001n5fef3hgs3.html\">belegte bisher unvorstellbare Zahlen<\/a> &uuml;ber die Wirkung von Bolsonaros Propaganda-Maschine. So erreichten beispielsweise in den vergangenen 30 Tagen allein Pro-Bolsonaro-Facebook-Profile 12,6 Millionen sogenannter Interaktionen &ndash; also die Summe von Postings, Reaktionen, Kommentaren und Teilungen &ndash; sowie rund 16 Millionen sogenannte Follower; eine gigantische Zahl, die die Facebook-Seiten von weltbekannten Stars wie Neymar (1,1 Million) und Madonna (442.500) in l&auml;cherlichen Schatten stellten.<\/p><p>Andererseits erkl&auml;rt sich der ebenso bedeutende Erfolg des WhatsApp-Einsatzes mit der Schwierigkeit seiner &ouml;ffentlichen &Uuml;berwachung. Das Erstellen eines gef&auml;lschten WhatsApp-Profils ist unkomplizierter als in anderen sozialen Netzwerken und schwieriger zu erkennen, womit der tsunami-artigen Verbreitung von FakeNews keine Grenzen gesetzt sind. Das Bolsonaro-Propaganda-Netz wird auf zigtausende Aktivisten gesch&auml;tzt, aufgeteilt in geschlossenen WhatsApp-Gruppen, von denen ein Gro&szlig;teil aus dem Ausland, insbesondere den USA und Portugal, gesteuert wird; darunter eine <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=gml87skZrH4\">erstaunlich hohe Anzahl von US-amerikanischen Mobiltelefonen<\/a>.<\/p><p>Allein die Brasilianer Carlos Nacli und Newton Martins &ndash; Erstgenannter aus Lissabon, der Zweite aus Boston, USA &ndash; koordinieren mindestens 50 WhatsApp-Gruppen, die f&uuml;r die Wahlkampagne Bolsonaros <a href=\"https:\/\/www.revistaforum.com.br\/do-exterior-dois-ativistas-comandam-a-disseminacao-de-fake-news-em-grupos-de-whatsapp-pro-bolsonaro\/\">gef&auml;lschte Nachrichten<\/a> an 10.000 Multiplikatoren in Brasilien liefern, von denen sie per WhatsApp weiterverbreitet und viralisiert werden. Die Szene rekrutiert sich selbstverst&auml;ndlich aus den typischen, verbl&ouml;deten und aggressiven Figuren aus Umberto Ecos Zitat &uuml;ber den leidlichen Zeitgeist: &bdquo;Das Drama des Internets ist, dass es den Dorftrottel zum Tr&auml;ger der Wahrheit bef&ouml;rdert hat.&rdquo; Allerdings haben auch vom britischen Channel 4 heimlich gefilmte Cambridge-Analytica-Manager unvorsichtigerweise &uuml;ber <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=HtfISRFTpbs\">ihre Infiltrierung<\/a> in den brasilianischen Wahlkampf laut nachgedacht.<\/p><p>Doch welche Rolle spielt nun US-Altright-Ideologe Steve Bannon in Jair Bolsonaros Kampagne, fragen sich brasilianische Medien, nachdem Eduardo Bolsonaro <a href=\"https:\/\/twitter.com\/BolsonaroSP\/status\/1025718449425788929\">mit einem Tweet<\/a> vom vergangenen 3. August eine entsprechende Anspielung auf Dienste des US-Amerikaners und ehemaligen Chefstrategen Donald Trumps machte. <a href=\"https:\/\/www.revistaforum.com.br\/guru-da-ultra-direita-mundial-e-ex-assessor-de-trump-atua-na-campanha-das-redes-sociais-de-bolsonaro\/\">Vom Magazin Forum zitiert<\/a>, erkl&auml;rte der brasilianische Philosoph Rafael Azzi, die von Bolsonaro verwendeten Techniken und Tricks folgten sehr wohl dem von Bannon f&uuml;r Trump entwickelten Propaganda-Skript, das seit dem erfolgreichen Wahlsieg des US-Milliard&auml;rs zum Pr&auml;sidenten von der weltweiten rechtsextremen Szene &uuml;bernommen wurde.<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=HtfISRFTpbs\">Bannons Kommunikationsmodell<\/a> zielt auf die Steuerung von Emotionen ab und l&auml;sst sich verk&uuml;rzt folgenderma&szlig;en zusammenfassen: &bdquo;Der Gebrauch primitiver Sprache zum Nullpreis, st&auml;ndige Kritik an den traditionellen Medien, mit der gleichzeitigen, potenzierten und zielgerichteten Nutzung sozialer Netzwerke. In allen F&auml;llen sind solche Kampagnen von nationalistischer Komponente und Personenkult gepr&auml;gt, dass die seiner Rivalen in den Schatten stellt&ldquo;.<\/p><p>Bannon hat mittlerweile <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Idpxb_Gp3GI\">erw&auml;hnt<\/a>, dass Bolsonaro Mitglied in seiner rechtsextremistischen Internationalen <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/TheMovementItalia\/\">The Movement<\/a> ist, h&auml;lt sich jedoch bedeckt mit der Auskunft &uuml;ber seine Rolle im Wahlkampf des brasilianischen Faschisten; eine dieser Komplizenschaften, die dann, wenn &uuml;berhaupt, um das Jahr 2050 von <em>declassified<\/em> CIA-Akten best&auml;tigt werden wird. <\/p><p><strong>Mit Vergewaltigern, Gener&auml;len und Polizisten zur &ldquo;gew&auml;hlten Milit&auml;rdiktatur&rdquo;<\/strong><\/p><p>Hatten vor zwei Monaten ausl&auml;ndische Diplomaten in Brasilien noch <a href=\"https:\/\/jfclipping.com.br\/2018\/08\/20\/vitoria-de-bolsonaro-pode-tirar-investimentos-e-isolar-o-brasil-avaliam-diplomatas\/\">davor gewarnt<\/a>, ein Wahlsieg des Ex-Hauptmanns k&ouml;nnte Anleger in die Flucht schlagen und Brasilien au&szlig;enpolitisch isolieren, <a href=\"https:\/\/www.em.com.br\/app\/noticia\/internacional\/2018\/10\/08\/interna_internacional,995684\/mercados-celebram-clara-vantagem-de-bolsonaro-no-primeiro-turno.shtml\">so &uuml;berschlugen sich<\/a> bereits in den ersten Stunden nach dem Wahl-Zwischenergebnis vom vergangenen 7. Oktober die sogenannten &bdquo;M&auml;rkte&ldquo; vor Euphorie &uuml;ber die vorl&auml;ufige Niederlage Haddads.<\/p><p>Nicht so der weltweite, mediale Mainstream, darunter eine Vielzahl konservativer Tageszeitungen und Magazine, die vor drei Jahren noch in den Chor der Verfechter einer illegalen Amtsenthebung von Pr&auml;sidentin Dilma Rousseff eingestimmt hatten. Hier &uuml;berschlagen sich alarmierende Schlagzeilen. &ldquo;Why could Brazil&rsquo;s democracy be under threat?&rdquo;, &ldquo;Is democracy in Brazil in danger&hellip;?&rdquo;, fragen aufgeregte Titel des Economist und der ABC News. Ja, <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/brasilien-bolsonaro-kommentar-1.4160980\">Bolsonaro gef&auml;hrdet die Demokratie<\/a>, warnt die S&uuml;ddeutsche Zeitung. &ldquo;Can Brazil&rsquo;s Democracy Be Saved?&rdquo; &ndash; ist der Rechtsstaat dennoch zu retten, insistiert die New York Times.<\/p><p>Wenn die den Anschl&auml;gen vorausgegangenen Hasspredigten Bolsonaros nun gar von Madame Le Pen verabscheut werden &ndash; die mit Verweis auf Attacken Bolsonaros gegen Homosexuelle und Frauen <a href=\"https:\/\/www.jn.pt\/mundo\/interior\/marine-le-pen-sobre-bolsonaro-diz-coisas-extremamente-desagradaveis-9986387.html\">im Interview mit Radio France International erkl&auml;rte<\/a>, &bdquo;er hat extrem unangenehme Dinge gesagt, die nicht zu unserem Land passen &hellip;&rdquo; &ndash; dann ist es f&uuml;nf vor zw&ouml;lf f&uuml;r eine warnende Stellungnahme der deutschen Bundesregierung und der Europ&auml;ischen Union.<\/p><p>Warum Bolsonaro dennoch unaufhaltsam punktet und mit angeblichen 59:41 Prozent der W&auml;hlerintentionen Haddad scheinbar hoffnungslos abgeh&auml;ngt hat, ist zwar den meisten ausl&auml;ndischen Beobachtern ein R&auml;tsel, l&auml;sst sich aber auf eine simple Formel bringen: Den konservativen W&auml;hlern, insbesondere der zahlreichen rechtsradikalen Aktivistenszene ist das Programm des Kandidaten nicht nur unbekannt, sondern schlicht und einfach &bdquo;schei&szlig;egal&ldquo;.<\/p><p>&bdquo;Die Extremisten denken nicht, sie &uuml;berlassen es ihrem F&uuml;hrer&ldquo;, bemerkte zu Jahresbeginn selbst der <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=3sulU4HT1Js\">konservative Radio-Kommentator Marco Antonio Villa<\/a>. &bdquo;Jair Bolsonaros Modell ist nicht Berlusconi. Es ist Goebbels&rdquo;, warnte vor wenigen Tagen der <a href=\"https:\/\/foreignpolicy.com\/2018\/10\/05\/bolsonaros-model-its-goebbels-fascism-nazism-brazil-latin-america-populism-argentina-venezuela\/\">argentinische Historiker Federico Finchelstein<\/a>. Der rechtsextreme brasilianische Pr&auml;sidentschaftskandidat sei nicht ein weiterer Rechts-Populist, wie f&auml;lschlicherweise behauptet werde. Vielmehr habe seine Wahlkampagne sich eine Seite direkt aus dem Drehbuch der Nazis angeeignet. Bolsonaros Sprache und Wortschatz &ndash; &bdquo;Ausmerzung&ldquo;, &bdquo;unterjochen&ldquo;, &bdquo;zertr&uuml;mmern&ldquo; &ndash; sind jedenfalls denen des Nationalsozialismus auf verbl&uuml;ffende Weise verwandt, ebenso wie die Feindbildkonstituierung in Hitlers &ldquo;Mein Kampf&rdquo;. Die Bedrohlichkeit der Zust&auml;nde in Brasilien findet selbst in der einundzwanzigj&auml;hrigen Milit&auml;rdiktatur keine Pr&auml;zedenz.<\/p><p>Mit der ersten Wahlrunde, in der f&uuml;r Gouverneurs&auml;mter sowie f&uuml;r das Bundes- und die Landesparlamente gew&auml;hlt wurde, hat sich die Zahl der Polizisten und Milit&auml;rs alarmierend von 18 auf 73 Sitze vervierfacht, darunter die meisten aus Bolsonaros christlich-sozialer Leihpartei PSL, die von weniger als 10 sprunghaft auf 52 Sitze in der Abgeordnetenkammer anschwoll.<\/p><div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/181019-Brasilien-04_.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Auf der PSL-Liste gelangten auch namhafte rechtsradikale Agitatoren in Zivil ins Parlament, wie der &ldquo;zum Christentum konvertierte&rdquo;, ehemalige Pornodarsteller Alexandre Frota, die geistesgest&ouml;rte Anw&auml;ltin und Autorin der Anklageschrift gegen Pr&auml;sidentin Dilma Rousseff, Janaina Pascoal, und der von den Koch-Foundations finanzierte R&auml;delsf&uuml;hrer Kim Kataguiri. Die Wahl Frotas gilt als eine der schamlosesten Heucheleien der evangelikalen und milit&auml;rischen Szene, die seit Jahren gegen Frauenrechte und gegen die &ldquo;Gefahr homosexueller &Uuml;berfremdung&rdquo; Moral predigen, hat doch der straff&auml;llige Pornodarsteller vor wenigen Jahren in einer TV-Sendung <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=qgRI9GYP3Fs\">am&uuml;siert zugegeben<\/a>, eine Frau mit obsz&ouml;nster Erniedrigung vergewaltigt zu haben.<\/p><p>Allerdings gingen der Aufstellung der Milit&auml;rs Ermunterungen durch die Oberkommandos und die Abhaltung von Foren in brasilianischen Kasernen voraus. Meinungsforschungsinstitute ermittelten im September 2017, dass 43 Prozent der Brasilianer eine seit 2014 von extremistischen Minderheiten lauthals auf den Stra&szlig;en eingeforderte milit&auml;rische Intervention bef&uuml;rworten; eine Zahl, die sich auf verbl&uuml;ffende Weise mit Bolsonaros Gelegenheitsw&auml;hlern deckt, jedoch auch deutlich macht, dass der Bolsonarismus doppelt so gro&szlig; ist wie seine auf 20 Prozent gesch&auml;tzte Stammw&auml;hlerschaft.<\/p><p>Mit zwei amtierenden Gener&auml;len in der Regierung Michel Temer, einem weiteren im Obersten Gerichtshof und Bolsonaros Plan, falls er die Stichwahl am kommenden 28. Oktober gewinnt, mindestens 5 weitere Gener&auml;le &ndash; einen davon als Au&szlig;enminister, einen zweiten als Bildungsminister &ndash; in sein Kabinett aufzunehmen, nimmt der Schatten einer neuen Milit&auml;rdiktatur be&auml;ngstigende Konturen an. <\/p><p>&bdquo;Die Geschichte des Milit&auml;rregimes wurde nur von einer Seite erz&auml;hlt, und so unglaublich  es klingen mag, ausgerechnet von den Besiegten&ldquo;, sinnierte vor einigen Wochen der <a href=\"https:\/\/www.montedo.com.br\/2018\/10\/09\/ranco-contra-militares-diminuiu-diz-general-heleno-sobre-o-resultado-das-eleicoes\/\">Bolsonaro-Berater und pensionierte General Augusto Heleno<\/a> &uuml;ber die Regierungsjahre der Arbeiterpartei und die Forderung nach strafrechtlicher Verfolgung von uniformierten Verbrechern gegen die Menschenrechte. &bdquo;Normalerweise erz&auml;hlen die Gewinner die Geschichte. Es gibt also eine andere Version, die zur Wiederherstellung des Gleichgewichts eines Tages erz&auml;hlt werden wird&rdquo;, drohte Heleno durch die Blume. Die Milit&auml;rs fordern ihr eigenes Narrativ, n&auml;mlich die Wiederinszenierung ihrer Rolle der Vaterlandshelden und der politischen Vormundschaft.<\/p><p>Finstere Zeiten stehen Brasilien bevor. Es sei denn, Fernando Haddad gelingt ein Wunder.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/181005_01b.jpg\" alt=\"\" title=\"\"\/><\/div>\n<p>Kaum jemand meiner Generation, die wir als Kinder und Jugendliche unter der Milit&auml;rdiktatur (1964-1985) aufwuchsen, wagte jemals anzunehmen, dass der aus der antiautorit&auml;ren Verfassung von 1988 hervorgegangene Rechtsstaat knappe drei&szlig;ig Jahre sp&auml;ter den Fr&uuml;htod der Luftschl&ouml;sser sterben w&uuml;rde. In Brasilien lodert in diesen Tagen<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46627\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[105,126,60,123,20,125,11,190],"tags":[1276,2095,912,2454,1613,2005,927,2463,1959,1994,2177,1113,2220,1800,1347],"class_list":["post-46627","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuelles","category-erosion-der-demokratie","category-innere-sicherheit","category-kampagnentarnworteneusprech","category-landerberichte","category-rechte-gefahr","category-strategien-der-meinungsmache","category-wahlen","tag-attentat","tag-bannon-steve","tag-buergerkrieg","tag-bolsonaro-jair","tag-brasilien","tag-fake-news","tag-folter","tag-haddad-fernando","tag-hate-speech","tag-le-pen-marine","tag-militaerdiktatur","tag-soziale-medien","tag-stichwahl","tag-trump-donald","tag-wahlkampf"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/46627","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=46627"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/46627\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":48061,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/46627\/revisions\/48061"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=46627"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=46627"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=46627"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}