{"id":46661,"date":"2018-10-23T08:23:43","date_gmt":"2018-10-23T06:23:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46661"},"modified":"2018-10-23T09:43:59","modified_gmt":"2018-10-23T07:43:59","slug":"hinweise-des-tages-3231","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46661","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46661#h01\">Welcome back in the Eighties! &ndash; 30 Jahre nach dem INF-Vertrag drohen neue Atomraketen in Europa<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46661#h02\">Es geht nicht um die Nation<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46661#h03\">Kein Aufbruch, nirgends<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46661#h04\">Autorit&auml;re Versuchungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46661#h05\">Merkel stellt Waffenexporte nach Saudi-Arabien infrage<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46661#h06\">Das Ende des Booms<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46661#h07\">Italien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46661#h08\">So bestehlen uns Superreiche: eine Anleitung in 6 Schritten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46661#h09\">Die Entsenderichtlinie vor dem Europ&auml;ischen Gerichtshof<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46661#h10\">Angela Merkel will Diesel-Fahrverbote in St&auml;dten gesetzlich erschweren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46661#h11\">Soziale Herkunft entscheidet &uuml;ber Chancen in der Schule<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46661#h12\">Wikipedia: Rotten to the Core<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46661#h13\">Facebook-L&ouml;schungen: Manufacturing Consent<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46661#h14\">Steve Bannon empfing Gloria und Kardinal M&uuml;ller<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46661#h15\">Wo die Wurzeln der heutigen Islamdebatte liegen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46661#h16\">Saudis sollen Kritiker mit bezahlten Online-Mobbern und McKinsey-Daten bek&auml;mpft haben<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46661#h17\">Das traurige Schauspiel um die Punkband und das Bauhaus Dessau<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46661#h18\">Die Anstalt am 23.10.2018 ab 22:15 Uhr im ZDF<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten,  dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Welcome back in the Eighties! &ndash; 30 Jahre nach dem INF-Vertrag drohen neue Atomraketen in Europa<\/strong><br>\nTrumps K&uuml;ndigung des INF-Vertrags, der 30 Jahre den Frieden in Europa sicherte, ist brandgef&auml;hrlich. Leidtragender einer erneuten nuklearen Aufr&uuml;stungsdynamik wird Europa sein. Diplomatischer Druck und zivilgesellschaftlicher Widerstand sind unbedingt geboten!<br>\nDas kam nicht &uuml;ber Nacht! Trumps Entscheidung vom Samstag, den INF-Vetrag aufzuk&uuml;ndigen, hatte sich seit L&auml;ngerem abgezeichnet. Immer wieder hatten der Westen und Russland sich in den letzten Jahren gegenseitig vorgeworfen, den von Michail Gorbatschow und Ronald Reagan im Dezember 1987 abgeschlossenen Vertrag &uuml;ber das Verbot landgest&uuml;tzter Kurz- und Mittelstreckenraketen (Intermediate Nuclear Forces) einer Reichweite von 500 bis 5.500 Kilometern zu verletzen.<br>\nDer INF-Vertrag ist nicht irgendein Abr&uuml;stungsvertrag zwischen den atomaren Superm&auml;chten. Dieser Vertrag hat &uuml;ber 30 Jahre lang nichts weniger als den Frieden in Europa gesichert.<br>\nZur Erinnerung: Die erste H&auml;lfte der Achtziger Jahre war die gef&auml;hrlichste Phase des Kalten Krieges. Bis an die Z&auml;hne bewaffnet standen sich die beiden Superm&auml;chte USA und die Sowjetunion gegen&uuml;ber. Keine Seite traute der anderen. Beide rechneten damit, dass der Kalte Krieg fr&uuml;her oder sp&auml;ter in einen hei&szlig;en Krieg umkippen k&ouml;nnte oder gar w&uuml;rde. Unter US-Milit&auml;rstrategen kursierten bereits Szenarien mit dem Titel &bdquo;Den Atomkrieg f&uuml;hrbar und gewinnbar machen!&ldquo; Amerikanische Reiseb&uuml;ros bewarben Tourismusreisen auf den Alten Kontinent mit dem Slogan &bdquo;Besuchen Sie Europa, solange es noch steht!&ldquo;<br>\nEuropa, zu beiden Seiten des Eisernen Vorhangs, war vollgestopft mit Atomsprengk&ouml;pfen. Allein 7.000 auf Seiten der NATO. Jeder von ihnen ein mehrfaches Hiroshima. Von Osten drohten die sowjetischen SS 20-Raketen. Die Vorwarnzeiten hatten sich nach der Stationierung der amerikanischen Pershing II und Cruise Missiles Ende 1983 auf acht Minuten, nach den Gegenma&szlig;nahmen des Warschauer Paktes, der Stationierung von Kurzstreckenraketen in der DDR und der Tschechoslowakei, auf ganze vier Minuten reduziert! Fehlalarme und Missinterpretationen der Ma&szlig;nahmen der anderen Seite waren immer wieder vorgekommen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/deutsch.rt.com\/meinung\/78025-welcome-back-in-the-eighties\/\">RT Deutsch<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Es geht nicht um die Nation<\/strong><br>\nInterview Sahra Wagenknecht im Gespr&auml;ch mit Jakob Augstein &uuml;ber &bdquo;Aufstehen&ldquo;, &bdquo;Unteilbar&ldquo; und die W&auml;hler der AfD.<br>\nJakob Augstein: Frau Wagenknecht, in Berlin haben sich j&uuml;ngst weit mehr als 100.000 Menschen unter dem Zeichen #Unteilbar zu einer Demonstration gegen Rassismus und f&uuml;r eine zivile Gesellschaft zusammengefunden. Ihre Sammlungsbewegung war &ndash; jedenfalls offiziell &ndash; nicht dabei. Warum nicht?<br>\nSahra Wagenknecht: Es gab auf der Demo auch einen Block von Aufstehen, und entgegen anderslautenden Presseberichten habe ich mich nicht von der Kundgebung distanziert. Vielmehr hatte ich bereits im Vorfeld deutlich gemacht, dass ich mich freue, wenn viele Menschen gegen Rassismus und rechte Hetze auf die Stra&szlig;e gehen. Was denn sonst? Ich habe allerdings dazugesagt, dass ich den Aufruf zu Unteilbar extrem schwach finde: Es gibt darin keine einzige konkrete soziale Forderung, politische Verantwortlichkeiten f&uuml;r den Rechtstrend und f&uuml;r Flucht und Migration werden konsequent ausgeklammert. Der Text zielt auf ein bestimmtes Milieu, w&auml;hrend diejenigen, die eher globalisierungskritisch und zuwanderungsskeptisch sind, nicht angesprochen werden. Aber genau die muss man erreichen, will man den Rechtstrend wirklich stoppen.<br>\nAber wenn es um Solidarit&auml;t mit den Schw&auml;chsten geht &ndash; mit den Migranten &ndash;, m&uuml;ssen dann nicht alle Meinungsverschiedenheiten hintanstehen?<br>\nSelbstverst&auml;ndlich brauchen wir mehr Solidarit&auml;t in unserer Gesellschaft. Die Unterst&uuml;tzung von Fl&uuml;chtlingen und ihre Verteidigung gegen rechte Hetzer ist dabei ein wichtiger Punkt. Aber wer eine solidarische und tolerante Gesellschaft fordert und sich nicht zugleich gegen versch&auml;rfte Ausbeutung und eine zunehmende Verrohung unserer &ouml;konomischen Beziehungen wendet, ist unehrlich. Wenn die Leidtragenden der neoliberalen Globalisierung hier bei uns das Gef&uuml;hl bekommen, dass die gesellschaftliche Linke sich f&uuml;r ihr Schicksal nicht mehr interessiert, treiben wir sie der Rechten in die Arme. [&hellip;]<br>\nSie sind aber noch einer anderen Kritik begegnet: Man wirft Ihnen vor, einen Gegensatz zwischen den Interessen der Arbeiterklasse, den prek&auml;r Besch&auml;ftigten, den Verlierern der Globalisierung auf der einen und einer modernen, urbanen, progressiven Linken auf der anderen Seite aufzubauen.<br>\nDiesen Gegensatz gibt es bei n&auml;herer Betrachtung nicht: den &bdquo;Neuen Sozialen Bewegungen&ldquo; schadet es am meisten, wenn sie ein B&uuml;ndnis mit dem Neoliberalismus eingehen. Homosexuelle leiden ebenso wie Heteros unter Hartz IV und schlechten L&ouml;hnen. Menschen mit Migrationshintergrund sind ohnehin &uuml;berproportional von Armut betroffen. Wer f&uuml;r Antidiskriminierung, Antirassismus und Feminismus k&auml;mpft, kann die soziale Frage nicht ausklammern. Oder der ganze Kampf wird hohl und diskreditiert sich in den Augen der &Auml;rmeren. Deshalb ist der identit&auml;tspolitische Ansatz f&uuml;r die Linke eine gef&auml;hrliche Sackgasse. Wir wollen zusammenf&uuml;hren, nicht spalten. Darum m&uuml;ssen wir auf die Globalisierungsverlierer zugehen, die &Auml;rmeren, die Frustrierten, die sich aus gutem Grund im Stich gelassen f&uuml;hlen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/jaugstein\/es-geht-nicht-um-die-nation\">Freitag<\/a>\n<p><strong>dazu auch: Sahra Wagenknecht im Interview mit der MOZ &ndash; &bdquo;Parteien ver&auml;ndern &ndash; vor allem die SPD&ldquo;<\/strong><br>\nKaum jemand polarisiert so wie sie. Schon fr&uuml;her schieden sich die Geister in der PDS und sp&auml;ter in der Partei &bdquo;Die Linke&ldquo;, wenn es um sie geht. Nun hat sie eine Sammlungsbewegung ins Leben gerufen, die so umstritten ist, wie die Fraktionschefin selbst. Andr&eacute; Bochow hat mit Sahra Wagenknecht gesprochen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.moz.de\/artikel-ansicht\/dg\/0\/1\/1687307\/\">MOZ.de<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Dieses Interview ist etwas grunds&auml;tzlicher angelegt. Auch deshalb weisen wir darauf hin.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Kein Aufbruch, nirgends<\/strong><br>\nBin ich hier noch richtig? Das fragt sich der Schriftsteller und SPD-Mitglied Nicol Ljubic seit einiger Zeit. Denn aus einer Partei des Aufbruchs sei eine geworden, die nur noch Spiegelstriche abarbeite &ndash; allem Gerede vom Neuanfang zum Trotz.<br>\nDie SPD, das war f&uuml;r mich die Partei, die mich wieder an die Politik glauben lie&szlig;. Weil sie mir zeigte, dass Ver&auml;nderungen doch m&ouml;glich sind. In meiner damaligen Wahrnehmung hatte es immer nur Helmut Kohl gegeben, es schien ein Naturgesetz &ndash; bis 1998. Der rot-gr&uuml;ne Regierungswechsel verk&ouml;rperte f&uuml;r mich den Aufbruch in eine neue Zeit. Das war auch der Grund, warum ich Mitglied in der SPD geworden bin. SPD, das war f&uuml;r mich Zukunft.<br>\nEs war das breitbeinige Auftreten Gerhard Schr&ouml;ders, das mir die ersten Zweifel bescherte, dazu eine Politik, die vor allem die Wirtschaft im Blick hatte. Die Jahre in der GroKo machten die SPD dann zu einer Partei der Kompromisse, die ihre Aufgabe darin sah, inhaltliche Spiegelstriche abzuarbeiten und dar&uuml;ber den Mut verlor, gro&szlig; und anders zu denken. War die SPD 1998 noch die Alternative zur CDU, ist sie l&auml;ngst zu deren Gehilfin geworden.<br>\nBeim letzten Mitgliederentscheid habe ich gegen die GroKo gestimmt. Aus Angst, dass der SPD das Regieren wichtiger wird als das Erneuern. Ich hatte gehofft, dass die 20,5 Prozent bei der vergangenen Bundestagswahl jedem in der Partei klar gemacht h&auml;tten, dass die SPD sich ver&auml;ndern m&uuml;sse. Aber die Schmerzgrenze ist offenbar immer noch nicht erreicht. Wirklich ver&auml;ndert hat sich die Partei nicht und von Aufbruch ist auch nirgends etwas zu sp&uuml;ren. &hellip;<br>\nZum ersten Mal seit meinem Eintritt frage ich mich, ob ich noch richtig bin in der SPD. Aus der Partei des Aufbruchs ist eine Partei des Sachverwaltens geworden. In einer Welt, die sich rasant ver&auml;ndert, reicht es aber nicht mehr, politische Spiegelstriche abzuarbeiten. Es geht um die Zukunft unseres Landes, unserer Umwelt, unserer Demokratie und eines gemeinsamen Europas.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/ach-spd-kein-aufbruch-nirgends.1005.de.html?dram:article_id=430976\">Deutschlandfunk Kultur<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Autorit&auml;re Versuchungen<\/strong><br>\n&bdquo;Deutsche Zust&auml;nde&ldquo; &ndash; so hie&szlig; die zehnb&auml;ndige Dauerbeobachtung der Gesellschaft durch eine Gruppe Wissenschaftler unter dem Soziologen Wilhelm Heitmeyer. Darin wurden Auspr&auml;gungen von Abwertung, Diskriminierung und Ausgrenzung abgebildet. Heitmeyer legt nun nach und zeichnet ein d&uuml;steres Bild.<br>\nZum Aufstieg der Gauland-Partei kam es aus der Perspektive des Soziologen nach einer langen Serie von Ver&auml;nderungen, die viele als Kontrollverlust erleben. Dazu z&auml;hlen die Globalisierung und Hartz IV ebenso wie der islamistische Terror und die Fl&uuml;chtlingswanderung. Das Ausd&uuml;nnen sozialer Netze und ein Mangel an gesellschaftlicher Anerkennung f&uuml;r Zur&uuml;ckleibende, das habe seit den neunziger Jahren Millionen in wutgetr&auml;nkte Apathie getrieben. Europaweit.<br>\n&bdquo;Autorit&auml;re Versuchungen sind vor diesem Hintergrund vor allem als Reaktionen auf individuellen oder gesellschaftlichen Kontrollverlust zu interpretieren. Sie erzeugen eine Nachfrage nach politischen Angeboten, die darauf abzielen, die Kontrolle wiederherzustellen &ndash; und zwar durch Aus&uuml;bung von Macht und Herrschaft sowie &uuml;ber Ausgrenzung und Diskriminierung.&ldquo;<br>\nMotor dieser Entwicklung war aus Sicht des versierten Langzeitbeobachters deutscher Zust&auml;nde vor allem der, wie er ihn nennt &bdquo;autorit&auml;re Kapitalismus&ldquo;. Der sei ab den neunziger Jahren in unserer Gesellschaft zur brutalen Landnahme &uuml;bergegangen, &auml;hnlich wie in anderen europ&auml;ischen L&auml;ndern und den USA. Heitmeyer hat dies bereits 2001 in einem Text beschrieben und damals einen starken Rechtspopulismus als Folge vorhergesagt.<br>\nImmer mehr Menschen erlebten seitdem, dass sie weniger Kontrolle &uuml;ber ihr individuelles Leben haben, immer &ouml;fter wurde Anpassung verlangt und zugleich das Gef&uuml;hl verst&auml;rkt, die Demokratie lasse einen im Stich. Heitmeyer nennt die vergangenen drei&szlig;ig Jahre &bdquo;entsicherte Jahrzehnte&ldquo; und konstatiert, dass die politischen und gesellschaftlichen Eliten diese Entwicklung stets bagatellisiert h&auml;tten. Die Radikalisierung rechtspopulistischer Einstellungen sei dann seit der Finanzkrise 2008 sichtbar geworden, lange vor den Pegida-Demonstrationen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/wilhelm-heitmeyer-autoritaere-versuchungen.1310.de.html?dram:article_id=430995\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Merkel stellt Waffenexporte nach Saudi-Arabien infrage<\/strong><br>\nDie CDU-Chefin verurteilte die T&ouml;tung des Journalisten Jamal Khashoggi am Sonntagabend in Berlin &ldquo;in aller Sch&auml;rfe&rdquo;.<br>\n&ldquo;Was R&uuml;stungsexporte anbelangt, kann das nicht stattfinden, in dem Zustand, in dem wir im Augenblick sind&rdquo;, sagte Merkel nach einer Sitzung der CDU-Parteigremien im Konrad-Adenauer-Haus.<br>\nEs gebe dringenden weiteren Kl&auml;rungsbedarf durch die saudische Regierung, sagte Merkel. Zudem m&uuml;ssten die saudischen Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Die Bundesregierung strebe auch eine internationale Abstimmung im Vorgehen gegen Riad an.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/m.spiegel.de\/politik\/deutschland\/jamal-khashoggi-angela-merkel-stellt-waffenexporte-nach-saudi-arabien-infrage-a-1234369.html\">SPON<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Man muss sich das Geschwurbel Merkels nur anh&ouml;ren, dann wei&szlig; man weshalb sich viele Menschen von der Politik abwenden. So h&ouml;rt sich also eine scharfe Verurteilung eines politischen Mordes an? Die Feigheit und Doppelmoral der Bundesregierung insbesondere die Merkels ist, man kann es nicht anders formulieren, einfach unertr&auml;glich. Man stelle sich vor so etwas w&auml;re in der russischen Botschaft in Istanbul mit einem Kritiker Putins geschehen. Die Bundesregierung w&uuml;rde sich vor Emp&ouml;rung &uuml;berschlagen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46589\">Saudi-Arabien &ndash; der Schurkenstaat in unserem Bett<\/a><\/strong><\/p>\n<p><strong>dazu: Warum Deutschland weiter Waffen liefert<\/strong><br>\nLaut Koalitionsvertrag wollte die Bundesregierung l&auml;ngst keine R&uuml;stungsexporte nach Saudi-Arabien mehr genehmigen. Dass das Land dennoch Waffentechnologie aus Deutschland bezieht, liegt an mehreren Ausnahmeregelungen.<br>\nOffiziell lehnt die Bundesregierung R&uuml;stungsexporte nach Saudi-Arabien ab &ndash; und das nicht erst, seit Bundeskanzlerin Angela Merkel Aufkl&auml;rung im Fall des get&ouml;teten Journalisten Jamal Khashoggi fordert. Die geplante Beendung der Exporte steht im Koalitionsvertrag: &ldquo;Wir schr&auml;nken die R&uuml;stungsexporte f&uuml;r Drittl&auml;nder weiter ein, die weder NATO- noch EU-Mitgliedsl&auml;nder sind, noch diesen gleichgestellt&rdquo;, hei&szlig;t es in dem Dokument, und an anderer Stelle: &ldquo;Wir werden ab sofort keine Ausfuhren an L&auml;nder genehmigen, solange diese unmittelbar am Jemen-Krieg beteiligt sind.&rdquo;<br>\nEine von Saudi-Arabien gef&uuml;hrte Koalition k&auml;mpft im Jemen gegen Huthi-Rebellen und fliegt dort Luftangriffe, immer wieder gibt es Berichte &uuml;ber Blockaden jemenitischer H&auml;fen durch die saudische Marine. Dennoch ist Saudi-Arabien der zweitbeste Kunde der deutschen R&uuml;stungsindustrie &ndash; und bezieht weiterhin R&uuml;stungsg&uuml;ter aus der Bundesrepublik: In den ersten neun Monaten dieses Jahres wurden Ausfuhrgenehmigungen im Wert von 416 Millionen Euro erteilt, wie aus einer Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Frage des Gr&uuml;nen-Bundestagsabgeordneten Omid Nouripor hervorgeht.<br>\nDas liegt vor allem an zwei Regelungen, die von der Bundesregierung nicht einfach widerrufen werden k&ouml;nnen. F&uuml;r einen Gro&szlig;auftrag &uuml;ber 30 Patrouillenboote aus Mecklenburg-Vorpommern gilt eine Ausnahme. Die jetzige Bundesregierung hat sich darauf verst&auml;ndigt, den 2015 genehmigten Auftrag nicht zu stoppen und die Schiffe weiter liefern zu lassen.<br>\nAu&szlig;erdem erh&auml;lt Riad R&uuml;stungsg&uuml;ter, die von multinationalen europ&auml;ischen Konzernen gefertigt werden; beispielsweise den Eurofighter. Die Luft-Boden-Raketen dieser Kampfflieger stammen von MBDA &ndash; einem Konzern, der auch in Deutschland fertigt. 2018 genehmigte der Bundessicherheitsrat, dem neben Bundeskanzlerin Angela Merkel auch Au&szlig;enminister Heiko Maas und Wirtschaftsminister Peter Altmeier angeh&ouml;ren, den Export des Radarsystems &ldquo;Cobra&rdquo;, einer deutsch-franz&ouml;sischen Koproduktion.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/saudi-arabien-ruestung-101.html\">Tagesschau<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Das Ende des Booms<\/strong><br>\nDie deutsche Wirtschaft &uuml;berhitzt: &Uuml;berall fehlt Personal, die Produktion wird gedrosselt. Dazu kommen globale Gefahren. Wann beginnt der Abschwung?<br>\nWenn man eine gr&ouml;&szlig;ere Investition plant, &uuml;berkommt einen oft ein mulmiges Gef&uuml;hl: Ist jetzt der beste Zeitpunkt, die Reise nach Thailand zu buchen? Sollte man besser noch warten, bis man den K&uuml;hlschrank kauft? Wenn die Unsicherheit in dieser Frage so gro&szlig; wird, dass Verbraucher ihre Entscheidung immer wieder auf sp&auml;ter verschieben, kann das f&uuml;r die Wirtschaft zum Problem werden. Noch folgenreicher wird es, wenn Managerinnen und Manager &auml;hnlich f&uuml;hlen und z&ouml;gern. Und das ist gerade der Fall.<br>\nZwischen Mai und September dieses Jahres hat die Unsicherheit in deutschen Unternehmen so stark zugenommen wie zuletzt in der Zeit der Weltfinanzkrise 2008 und 2009, zeigt ein Index des Ifo Instituts. Besonders stark nehme die Unsicherheit in Unternehmen der Industrie und im Dienstleistungssektor zu, also den zentralen Branchen der deutschen Wirtschaft, hei&szlig;t es vom M&uuml;nchener Forschungsinstitut. Die Konsequenz dieser Verunsicherung k&ouml;nne sein, dass Unternehmen sich mit Investitionen zur&uuml;ckhielten und z&ouml;gern k&ouml;nnten, neues Personal einzustellen.<br>\nDie gemeinsame Prognose f&uuml;r das Wirtschaftswachstum in Deutschland haben die f&uuml;hrenden Forschungsinstitute ebenfalls abgesenkt. Statt der im Fr&uuml;hjahr erwarteten 2,2 Prozent d&uuml;rfte das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr nur um 1,7 Prozent wachsen.  [&hellip;]<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2018-10\/konjunktur-abschwung-personalmangel-wirtschaft-deutschland\/\">ZEIT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Der &uuml;bliche Schwachsinn, hier noch mal konzentriert. Als erstes: ja, die Wirtschaft w&auml;chst seit f&uuml;nf Jahren solide mit <a href=\"https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/2112\/umfrage\/veraenderung-des-bruttoinlandprodukts-im-vergleich-zum-vorjahr\/\">etwa 2 Prozent pro Jahr<\/a>  &ndash; aber wo soll ein &ldquo;Boom&rdquo; sein? Zumal das Wachstum ausschlie&szlig;lich geliehen ist durch massive Export&uuml;bersch&uuml;sse und Verschuldung des Auslands, also alles andere als auf stabilen F&uuml;&szlig;en steht. Dann nat&uuml;rlich: der Fachkr&auml;ftemangel, &ldquo;[&Uuml;]berall fehlt Personal, die Produktion wird gedrosselt&rdquo;. Moment mal, totaler Quatsch: die Produktion muss nicht gedrosselt werden; &uuml;ber Produktivit&auml;tssteigerungen kann man sogar mit demselben Personal mehr produzieren, und die Besch&auml;ftigtenanzahl steigt j&auml;hrlich. Die n&auml;chsten vier Abs&auml;tze befassen sich dann mit den wahren Gr&uuml;nden f&uuml;r die zunehmende Stagnation, n&auml;mlich die zunehmende konjunkturelle Unsicherheit. Sp&auml;ter im Text wird dann allen Ernstes wieder vom Arbeitskr&auml;ftemangel phantasiert, von &ldquo;geringe[r] Arbeitslosigkeit&rdquo; und von &ldquo;steigenden L&ouml;hnen&rdquo; &ndash; allesamt Ph&auml;nomene, die in der realen Welt mit mindestens 4 Millionen Arbeitslosen und 20 % zu niedrigen L&ouml;hnen noch niemand beobachtet hat. Es ist eine Tragik, da&szlig; Menschen, die so wenig Bezug zur Realit&auml;t haben, ma&szlig;geblich die deutsche Wirtschaftspolitik mitbestimmen. Dazu pa&szlig;t dann auch, da&szlig; in aller Irrealit&auml;t vor einer &ldquo;&Uuml;berhitzung der Wirtschaft&rdquo; gewarnt wird. Schlimm.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Italien<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Italiens Kreditw&uuml;rdigkeit: Nur noch knapp &uuml;ber Ramschniveau<\/strong><br>\nDie erste Ratingagentur zieht Konsequenzen aus der Schuldenpolitik in Italien. Moody&rsquo;s stufte die Kreditw&uuml;rdigkeit des Landes herab. F&uuml;r Italien k&ouml;nnte es nun schwieriger werden, sich Geld zu besorgen.<br>\nDie geplante Neuverschuldung in Italien hat erste Konsequenzen f&uuml;r die Kreditw&uuml;rdigkeit des Landes. Die US-Ratingagentur Moody&rsquo;s stufte das hoch verschuldete Land herab. Die n&auml;chstniedriere Stufe w&uuml;rde auf den Finanzm&auml;rkten Ramschniveau bedeuten.<br>\nDie Analysten begr&uuml;ndeten ihre Entscheidung mit einer &ldquo;erheblichen Schw&auml;chung von Italiens Finanzkraft&rdquo;. Die Staatsverschuldung werde bei 130 Prozent der Wirtschaftsleistung bleiben, statt sich zu verringern. &ldquo;Die hohe Verschuldung macht Italien anf&auml;llig.&rdquo; Moody&rsquo;s kritisierte, dass wirtschaftliche und finanzielle Reformen von der italienischen Regierung blockiert w&uuml;rden.<br>\nDen Ratingausblick setzte Moody&rsquo;s auf &ldquo;stabil&rdquo;. Damit droht Italien zun&auml;chst keine weitere Herabstufung &ndash; bei dieser Agentur. Die Analysten von Fitch dagegen bewerten den Ausblick aus &ldquo;negativ&rdquo;. Damit wird eine wom&ouml;glich bald schlechtere Bewertung angedeutet. Die Ratingagentur S&amp;P will Ende des Monats ihre Note &uuml;berpr&uuml;fen.<br>\nViele Investoren zogen bereits Geld aus Italien ab. Durch die Herabstufung d&uuml;rfte es f&uuml;r das Land noch schwieriger werden, sich Geld auf den Finanzm&auml;rkten zu besorgen. Gro&szlig;e Fonds d&uuml;rfen nach ihren eigenen Vorgaben oft kein Geld in Staatsanleihen stecken, wenn diese als Ramsch eingestuft werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/italien-kreditwuerdigkeit-101.html\">Tagesschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Das wirft wieder ein bezeichnetes Schlaglicht auf die Rolle der sogenannten Ratingagenturen bei der Durchsetzung der neoliberalen Agenda und der Interessen der Finanzindustrie.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Mit welchem Recht senkt man das Rating f&uuml;r die Staatsschulden eines Landes, dessen Anleihen implizit ohnehin von der EZB garantiert werden? Das macht doch &uuml;berhaupt keinen Sinn.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Italienische Schuldenkrise&ldquo; &ndash; Der Euro ist gescheitert<\/strong><br>\nDer Euro bleibt trotz seiner offensichtlichen Dysfunktionalit&auml;t f&uuml;r viele ein positives und unumkehrbares Projekt. Doch der sich nun zuspitzende Konflikt um den Haushaltsentwurf Italiens zeigt, dass das gemeinsame W&auml;hrungssystem endg&uuml;ltig gescheitert ist.<br>\nDie EU und mit ihr der Euro werden vielfach ob ihrer neoliberalen Ausrichtung und ihrer demokratischen Defizite kritisiert, aber im gleichen Atemzug als ein unumkehrbares, alternativloses und notwendiges Projekt der &Uuml;berwindung der Nationalstaaten beschworen. Jedem Vorschlag zur R&uuml;ck&uuml;bertragung von Kompetenzen von der supranationalen auf die nationale Ebene wird folgerichtig vorgeworfen, die durch die Globalisierung ver&auml;nderten Rahmenbedingungen f&uuml;r politisches Handeln nicht angemessen zu ber&uuml;cksichtigen.<br>\nSo auch der Tenor eines Artikels von Walter Gr&ouml;h auf Telepolis. Er wird zwar zun&auml;chst seiner Chronistenpflicht gerecht, indem er dar&uuml;ber informiert, dass auf dem gro&szlig;en Europa-Kongress von Attac in Kassel (5.-7. Oktober) von vielen der Euro ob seiner &bdquo;Fehlkonstruktion&ldquo; und seinen Regeln und &bdquo;neoliberalen Institutionen mit der EZB an der Spitze&ldquo;, die dem S&uuml;den &bdquo;brutale Austerit&auml;tsprogramme&ldquo; aufzw&auml;nge, kritisiert wurde. Man erf&auml;hrt dar&uuml;ber hinaus, dass Eurokritiker wie der Arbeitskreis Eurexit argumentieren, ein &bdquo;freiwilliger Ausstieg aus dem Euro-System [&hellip; k&ouml;nnte] einzelnen Volkswirtschaften die n&ouml;tige Flexibilit&auml;t und Autonomie f&uuml;r ihre wirtschaftliche Entwicklung und die &Uuml;berwindung von Krisen erm&ouml;glichen&ldquo;.<br>\nGr&ouml;h l&auml;sst aber keinen Zweifel daran, was er von solchen Argumenten h&auml;lt. Ein Euroaustritt, so l&auml;sst er seine Leser in einer Zwischen&uuml;berschrift wissen, sei einfach nur &bdquo;naiv&ldquo;. Damit aber nicht genug der kritischen Worte. Ein Austritt w&uuml;rde &ndash; wie ihm von Klaus Busch, Joachim Bischoff und Axel Troost offensichtlich &uuml;berzeugend vermittelt wurde &ndash; unausweichlich dazu f&uuml;hren, dass Regierungen &bdquo;unabh&auml;ngig von ihrer politischen Orientierung zu einer drastischen Austerit&auml;tspolitik gezwungen&ldquo; w&auml;ren.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/2018\/10\/italienische-schuldenkrise-der-euro-ist-gescheitert\/\">Makroskop<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>So bestehlen uns Superreiche: eine Anleitung in 6 Schritten<\/strong><br>\nEs ist der wohl gr&ouml;&szlig;te Steuerskandal der deutschen Geschichte: Jahrelang haben sich reiche Menschen ihre einmal gezahlte Steuer, gleich mehrfach zur&uuml;ck erstatten lassen. Und das auf Kosten der Steuerzahler &ndash; also zu unser aller Schaden.<br>\nDas ARD-Magazin &bdquo;Panorama&ldquo;, die Wochenzeitung &bdquo;Die Zeit&ldquo; und &bdquo;Zeit Online&ldquo; hatten schon im vergangenen Jahr &uuml;ber den Steuerbetrug berichtet. Danach meldeten sich Journalisten aus ganz Europa und die Geschichte nahm neue Dimensionen an: Es zeigte sich, dass die sogenannten Cum-Ex- und Cum-Cum-Gesch&auml;fte nicht nur Deutschland selbst betreffen.<br>\nDer Betrug geht &uuml;ber die Landesgrenzen hinaus und der Schaden ist deutlich gr&ouml;&szlig;er als bisher bekannt. Gestern ver&ouml;ffentlichte die europaweite Recherchekooperation unter der Leitung des Recherchezentrums &bdquo;Correctiv&ldquo; ihre Ergebnisse. Aber noch einmal von vorne&hellip;<br>\nWer Aktien, kauft, hofft nicht nur darauf, dass der Unternehmenswert und damit auch der Wert der Unternehmensanteile &uuml;ber die Jahre steigen &ndash; einmal im Jahr werden die Aktion&auml;re auch direkt am Gewinn beteiligt. F&uuml;r jede Aktie, die sie besitzen, bekommen sie eine bestimmte Summe ausgezahlt. Das ist ihr Anteil am Gewinn des Unternehmens, die sogenannte Dividende. 25 Prozent davon flie&szlig;en als Kapitalertragsteuer an den Staat.<br>\nRund um diesen Stichtag, wird die Aktie schnell zwischen Banken, Investoren und Fonds hin und her geschoben. Das Ziel: Verwirrung schaffen. Durch den schnellen Handel mit den Aktien, kann das Finanzamt nur schwer verfolgen, wer sie eigentlich wirklich besa&szlig;. Das Ergebnis: Das Finanzamt stellt gleich mehrere Steuerbescheide aus und die Investoren lassen sich die Steuern gleich mehrfach zur&uuml;ck erstatten, obwohl sie teils kein einziges Mal ein Anrecht darauf hatten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/orange.handelsblatt.com\/artikel\/50621\">Orange by Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Laut Selbstauskunft will Orange komplexe Sachverhalte in einfacher Sprache erkl&auml;ren. Das ist hier gut gelungen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Die Entsenderichtlinie vor dem Europ&auml;ischen Gerichtshof<\/strong><br>\nNeuigkeiten von der Entsenderichtlinie: Auf die politische folgt eine rechtliche Kl&auml;rung. Polen und Ungarn haben Klagen beim Europ&auml;ischen Gerichtshof (EuGH) eingereicht.<br>\nMakroskop-Leser erinnern sich (oder lesen es hier noch einmal nach): Ende Mai stimmte das Europ&auml;ische Parlament (EP) einem zwischen Ministerrat und EP ausgehandelten Kompromiss f&uuml;r eine Reform der Entsenderichtlinie (96\/71\/EG) zu. F&uuml;r eine solche Reform hatten die Gewerkschaften lange gek&auml;mpft. Denn der Gegenstand der Reform ist f&uuml;r die Gewerkschaften von elementarer Bedeutung. Es geht um nicht weniger als um das Territorialit&auml;tsprinzip des Arbeitsrechts (ein Land, ein Arbeitsrecht). K&ouml;nnen sich Arbeitgeber aussuchen, ob sie im Inland das inl&auml;ndische oder ein ausl&auml;ndisches Arbeitsrecht anwenden wollen, wird jeder Kampf um eine gute Ausgestaltung des inl&auml;ndischen Arbeitsrechts sinnlos.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/2018\/10\/die-entsenderichtlinie-vor-dem-europaeischen-gerichtshof\/\">Makroskop<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Angela Merkel will Diesel-Fahrverbote in St&auml;dten gesetzlich erschweren<\/strong><br>\nBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will die H&uuml;rden f&uuml;r die Verh&auml;ngung von Dieselfahrverboten in St&auml;dten erh&ouml;hen. Nach Ansicht der CDU seien Fahrverbote bei einer nur geringf&uuml;gigen &Uuml;berschreitung des Grenzwerts f&uuml;r Stickstoffdioxid &ldquo;nicht verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig&rdquo;, sagte Merkel am Sonntag nach einer Sitzung der Parteigremien in Berlin. Deshalb wolle ihre Partei die Gesetze so &auml;ndern, dass Fahrverbote in solchen F&auml;llen als unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig eingestuft w&uuml;rden.<br>\nIn 51 St&auml;dten in Deutschland gibt es laut Merkel lediglich geringf&uuml;gige Grenzwert&uuml;berschreitungen. Hier reichten bereits beschlossene Ma&szlig;nahmen zur Luftverbesserung aus &ndash; Merkel nannte Software-Updates f&uuml;r Dieselautos und Hardware-Nachr&uuml;stungen f&uuml;r Kleinlaster von Gewerbetreibenden, kommunale Nutzfahrzeuge und Busse. In 14 weiteren St&auml;dten m&uuml;sse hingegen mehr getan werden. Dazu geh&ouml;rten auch &ldquo;Aktionen der Automobilindustrie&rdquo;, mahnte Merkel. Diese habe &ldquo;massiv Vertrauen zerst&ouml;rt&rdquo;, sagte sie mit Blick auf die Diesel-Manipulationen bei mehreren Herstellern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/auto\/aktuell\/abgasskandal-angela-merkel-will-diesel-fahrverbote-in-staedten-gesetzlich-erschweren-a-1234371.html\">SPON<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers A.H.:<\/strong> Die Bundeskanzlerin hat in ihrem Amtseid u.a. geschworen, &ldquo;Schaden vom deutschen Volk abzuwenden&rdquo;. Wenn es um die Automobilindustrie geht und darum im Wahlkampf unpopul&auml;re Fahrverbote zu verhindern, dann sind Frau Merkel gesundheitliche Sch&auml;den der Anwohner vielbefahrenen Stra&szlig;en offensichtlich egal! <\/em><\/p>\n<p><em>Frau Merkel &uuml;berlegt offenbar konkret, die ja eh schon durch Vorfeldverhandlungen mit der Automobilindustrie &ldquo;gegl&auml;tteten&rdquo; Grenzwerte weiter zu beugen, um Fahrverbote zuk&uuml;nftig zu verhindern und die Automobilindustrie aus der Diskussion zu bringen. Der von ihr selbst hergestellte Bezug (damit soll ein Fahrverbot in Frankfurt verhindert werden) macht die Sache noch schlimmer, geht es dabei doch ausschlie&szlig;lich um den Machterhalt der Hessen-CDU und damit indirekt um ihren eigenen Verbleib an der Spitze der CDU und der Regierung. Wen k&uuml;mmern da schon Grenzwerte und die Gesundheit der B&uuml;rger, wenn es um &ldquo;die Macht&rdquo; geht?<\/em><\/p>\n<p><em>Wohl zutreffend kalkuliert Frau Merkel damit, dass die Sch&auml;den durch das folgenlose &Uuml;berschreiten der Grenzwerte erst in einigen Jahren zu besichtigen sein werden und dann nicht mehr mit ihr in Zusammenhang gebracht werden k&ouml;nnen.<\/em><\/p>\n<p><em>Man darf schon jetzt gespannt sein, wie sich die SPD zu dieser grandiosen Idee der Kanzlerin verhalten wird!<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Marktkonforme Demokratie wie sie leibt und lebt<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Nat&uuml;rlich ist es popul&auml;r, Merkels Ank&uuml;ndigung als Kotau vor der Autolobby zu kommentieren. Die Frage, ob die heute g&uuml;ltigen Grenzwerte wirklich n&ouml;tig sind, muss man jedoch stellen. W&uuml;rde man die Stickoxid-Grenzwerte auch auf andere Stoffe ausweiten, w&auml;ren auch andere Bereiche betroffen. W&uuml;rde man beispielsweise &auml;hnlich streng mit dem Feinstaub umgehen, k&ouml;nnten schon morgen Fahrverbote f&uuml;r Benziner drohen und die angeblich so nachhaltigen Holzpellet-Heizungen sowie Kamin&ouml;fen m&uuml;ssten ebenfalls verboten werden, da hier eine funktionale Abgasreinigung f&uuml;r Privathaushalte kaum bezahlbar w&auml;re. Die Liste lie&szlig;e sich endlos fortsetzen. Dennoch ist Merkels Statement aus zwei Gr&uuml;nden zu kritisieren:<\/em><\/p>\n<ol type=\"a\">\n<li><em>Dieser Vorsto&szlig; ist nicht mit der SPD abgesprochen und m&uuml;sste ohnehin auf EU-Ebene umgesetzt werden. Es wird also erst einmal ohnehin nicht so kommen. Man kann das Zitat also Wahlkampf f&uuml;r Volker Bouffier werten.<\/em><\/li>\n<li><em>Die Grenzwerte hoch zu setzen, ohne gleichzeitig den Individualverkehr zu verringern, ist auch keine L&ouml;sung. Was w&auml;re denn mit einer St&auml;rkung des &Ouml;NVP? Vielleicht sogar einer kostenlosen Nutzung in den St&auml;dten, die mit Umweltbelastungen aus dem Strassenverkehr zu k&auml;mpfen haben?<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Soziale Herkunft entscheidet &uuml;ber Chancen in der Schule<\/strong><br>\nDie soziale Herkunft bestimmt in Deutschland &uuml;ber den Schulerfolg. In L&auml;ndern wie Finnland, Norwegen oder Polen existiert ein solche Ungerechtigkeit nicht.<br>\nBildungserfolg ist in Deutschland f&uuml;r sozial benachteiligte Sch&uuml;ler einer Studie zufolge nach wie vor schwieriger zu erreichen als in vielen anderen L&auml;ndern. Im Vergleich habe Deutschland aber bei der Chancengleichheit st&auml;rker aufgeholt, bilanziert eine am Dienstag in Berlin vorgelegte Sonderauswertung des Pisa-Tests 2015 der Organisation f&uuml;r wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).<br>\nSeinerzeit nahmen in 72 L&auml;ndern rund 540.000 Sch&uuml;ler im Alter von 15 Jahren teil. In Naturwissenschaften etwa haben benachteiligte Sch&uuml;ler in Deutschland demnach im Schnitt einen R&uuml;ckstand von dreieinhalb Schuljahren auf Sch&uuml;ler aus sozial starken Familien. Damit liegt die Bundesrepublik &uuml;ber dem OECD-Schnitt von drei Jahren.<br>\nBesonders drastisch f&auml;llt der Unterschied dem Bericht zufolge aus, wenn man sich anschaut, welche Schulen benachteiligte Sch&uuml;ler besuchen: Diejenigen an benachteiligten Schulen haben demnach einen R&uuml;ckstand von vier Jahren auf diejenigen an beg&uuml;nstigten Schulen. In den L&auml;ndern Finnland, Norwegen oder Polen existiert ein solcher Unterschied laut Studie dagegen nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/bildungserfolg-bleibt-fuer-sozial-schwache-schueler-schwer-15851887.html\">FAZ<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Wikipedia: Rotten to the Core<\/strong><br>\nFor some time, I&rsquo;d heard rumors that Wikipedia was not the open-source knowledge utopia it claimed to be. Despite a comprehensive set of rules replete with checks and balances and a seemingly open democratic editing process, stories of pay-for-play editing, character assassinations, ideologically-driven trolling, and other offenses against public knowledge suggested all was not right in Jimmy Wales&rsquo; empire. Authors and public figures in fields as diverse as Complementary and Alternative Medicine and progressive politics (including Deepak Chopra, Rupert Sheldrake, Gary Null, John Pilger, and George Galloway) have complained of persistent negative coverage on Wikipedia despite the site&rsquo;s vaunted neutrality and the promise that &ldquo;Biographies of Living Persons&rdquo; are held to the highest standard. Efforts to have misinformation corrected were fruitless and their reputations have suffered as a result.<br>\nThis seemed implausible. How could a site with over 100,000 volunteer editors, with open access for anyone looking to get involved, be engaged in such widespread bias? As an investigative journalist and activist who has spent many years seeking the truth in a landscape of obfuscation and lies, I decided to find out exactly what was going on at Wikipedia.<br>\nFirst, Wikipedia no longer has over 100,000 editors. The number of active editors has been declining for over a decade, even as fewer new editors join the site. MIT researchers found the &ldquo;complex bureaucracy&rdquo; and &ldquo;hard-line responses to newcomers&rsquo; mistakes&rdquo; were the primary reasons why would-be editors opted not to stick around. Meanwhile, the site&rsquo;s core of &ldquo;active&rdquo; editors decreased from 2007 to 2015 by 40%, dropping to about 30,000.1 In 2017, Purdue University reported that just one percent of those editors had made 77% of the total edits.2 The rate of changes rejected climbed from 6% in 2006 to 25% in 2010,3 and the site bans 1,000 IP addresses a day.4 &ldquo;Edit wars&rdquo; are resolved by silencing them. Editors who hang on long enough to become administrators capable of freezing and deleting entries no longer feel compelled to abide by Wikipedia&rsquo;s rules, and statistics show that the number of editors approved to become administrators has plummeted since 2007.5 Wikipedia is an oligarchy with all the problems that entails. One set of rules exists for the user-citizen, and one for the ruling class of administrators and senior editors.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.helenofdestroy.com\/index.php\/49-wikipedia-rotten-to-the-core\">Helen of desTroy<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers E.A.:<\/strong> Sehr lesenswert, sehr detailreich. Spannt einen weiten Bogen, besch&auml;ftigt sich au&szlig;er den Verbindungen der Wikipedia mit der Politik u.a. auch mit verzerrten Vorg&auml;ngen\/Fakten und Biographien im Bereich Medizin\/Alternative Medizin. Interessante Fakten im Einstieg: In der englischsprachigen WIkipedia gab es im JHR 2015 etwa 30.000 editors, 2007 noch etwa 100.000. (lt. einer Untersuchung des MIT). Frappierend die Erw&auml;hnung einer Untersuchung der Purdue University von 2017: Von diesen ca. 30.000 schreibt nur etwa 1% ganze 77% der Eintr&auml;ge! Das Ph&auml;nomen der &ldquo;Dauerschreiber&rdquo;, mit dem sich f&uuml;r die deutsche Wikipedia u.a. Markus Fiedler und Dirk Pohlmann besch&auml;ftigen, tritt dort also auch eindeutig zutage&hellip; <\/em><\/p>\n<p><em>Im letzten Satz k&uuml;ndigt die Autorin eine mehrteilige Folge von Artikeln zum gleichen Thema an.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Facebook-L&ouml;schungen: Manufacturing Consent<\/strong><br>\nFacebook l&ouml;schte kurz vor den US-Wahlen hunderte oppositionelle Seiten. Begr&uuml;ndung: &ldquo;Politische Propaganda&rdquo;. Gleichzeitig sperrte Twitter damit verbundene Accounts. Ein Beispiel f&uuml;r Noam Chomskys &ldquo;Manufacturing Consent&rdquo;.<br>\nIm April k&uuml;ndigte Mark Zuckerberg auf Druck des US Repr&auml;sentantenhauses die L&ouml;schung unerw&uuml;nschter Inhalte durch 20.000 externe &Uuml;berwacher an. Wie die Washington Post berichtete, nimmt es nun Fahrt auf. Den Anfang machte die L&ouml;schung von &uuml;ber 800 politischen Seiten, die den Zugang zu Millionen Followern verloren.<br>\n800 sind zwar eine noch relativ &uuml;berschaubare Gr&ouml;&szlig;e &ndash; aber ein bedenklicher Anfang f&uuml;r die Unterdr&uuml;ckung kritischer Meinungen. Mitsamt seiner Signalwirkung ist es eine Umsetzung von Noam Chomskys Manufacturing Consent (Produktion von Zustimmung): &ldquo;Innerhalb der von uns zugelassenen Grenzen herrscht absolute Meinungsfreiheit.&rdquo;<br>\nMal angenommen, Sie sind ein B&uuml;rger, der nicht der Meinung ist, dass das politische und &ouml;konomische System alternativlos ist. Wenn Sie daher politisch aktiv werden wollen, was tun Sie dann?<br>\nEngagieren Sie sich in den gro&szlig;en Parteien und versuchen, sie zu verbiegen? Eine Journalistin der S&uuml;ddeutschen Zeitung berichtete in einer Printausgabe 2006 von einem Selbstversuch: Nacheinander trat sie in die CDU, SPD und FDP ein mit der (sinngem&auml;&szlig;en) Ansage &ldquo;Hallo, da bin ich, und ich habe viele neue Ideen.&rdquo; Reaktion der Parteien (sinngem&auml;&szlig;): &ldquo;Sch&ouml;n f&uuml;r Dich.&rdquo; In einer der &uuml;ber 100 Kleinparteien engagieren? Hat ohne &Ouml;ffentlichkeit keine Chance.<br>\nKritische Leserbriefe an Zeitungen und TV-Redaktionen schreiben? Dann erhalten Sie in der Regel allgemeine Textbausteine und d&uuml;rfen weiter passiv konsumieren. Twittern? Wenn Sie kein Promi sind, erreichen Sie bestenfalls ihre Freunde. Petitionsausschuss des Bundestags? Hat bisher alle Petitionen abgeb&uuml;gelt, die nicht im Interesse der Regierungsparteien sind. Bloggen? Die wichtigsten Blogs sind eine Vollzeit-Teamarbeit mit hohem finanziellem Aufwand.<br>\nMangels Alternativen ist Facebook (noch) der einzige relevante &ouml;ffentliche Debattenraum, in dem Normalb&uuml;rger nennenswert viele andere Menschen erreichen und sich mit ihnen vernetzen k&ouml;nnen. Facebook besitzt &ndash; neben YouTube &ndash; als &ldquo;Informationsstruktur abseits des Mainstreams&rdquo; fast schon das Monopol als politische Plattform einfacher B&uuml;rger und B&uuml;rgerbewegungen. Wobei auch YouTube (nicht nur) politisch unliebsame Kan&auml;le l&ouml;scht und sp&auml;testens auf Grundlage des neuen EU-Urheberrecht mit Uploadfiltern Inhalte blockiert, bei denen gar nicht klar ist, ob sie illegal sind. Widerspruchsm&ouml;glichkeiten: Keine. Rechtsanwalt Christian Solmecke erl&auml;utert in diesem Video die<br>\nDa die Massenmedien ihren Einfluss verlieren, sind Publikationen, Kampagnen und Diskussionen auf Facebook (und YouTube) zumindest ein Z&uuml;nglein an der politischen Waage, wenn nicht bereits ein Epizentrum politischer Beben. Das macht diese beiden Plattformen enorm gef&auml;hrlich f&uuml;r die M&auml;chtigen. Sp&auml;testens seit den von Facebook-Aktivisten begleiteten Aufst&auml;nden des &ldquo;Arabischen Fr&uuml;hlings&rdquo; sperrten Diktaturen alle sozialen Netzwerke, die sie nicht selbst kontrollieren.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Facebook-Loeschungen-Manufacturing-Consent-4193284.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Steve Bannon empfing Gloria und Kardinal M&uuml;ller<\/strong><br>\nDer ehemalige Chefstratege von US-Pr&auml;sident Trump, Steve Bannon, will eine rechte Sammlungsbewegung gr&uuml;nden. Gloria von Thurn und Taxis und Kardinal Gerhard Ludwig M&uuml;ller standen dabei auf seiner G&auml;steliste, berichtet der &ldquo;Spiegel&rdquo;.<br>\nDie Regensburger Unternehmerin Gloria von Thurn und Taxis und der fr&uuml;here Regensburger Bischof und Chef der vatikanischen Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig M&uuml;ller, haben sich einem Bericht des Nachrichtenmagazins &ldquo;Der Spiegel&rdquo; zufolge mit dem fr&uuml;heren US-Pr&auml;sidentenberater Steve Bannon getroffen. Der Rechtspopulist Bannon habe in der US-Hauptstadt Washington im September ein Abendessen f&uuml;r konservative Katholiken organisiert.<br>\nDer fr&uuml;here Berater von US-Pr&auml;sident Donald Trump plant angeblich die Gr&uuml;ndung einer neuen Bewegung, mit der er Einfluss auf die Europawahl 2019 nehmen will. Ziel soll es sein, europ&auml;ische Rechtspopulisten zu unterst&uuml;tzen.<br>\nGloria von Thurn und Taxis nennt Bannons Bestrebungen in dem &ldquo;Spiegel&rdquo;-Bericht &ldquo;mutig&rdquo;. Sie begr&uuml;&szlig;e jede Initiative, die &ldquo;den Europawahlkampf spannender und farbiger macht&rdquo;. &hellip;<br>\nGloria von Thurn und Taxis hatte in der Vergangenheit ihre Sympathie f&uuml;r die stellvertretende Bundestagsfraktionsvorsitzende der AfD, Beatrix von Storch, bekundet. Im September hatte Gloria in Regensburg gemeinsam mit dem AfD-Landtagskandidaten Benjamin Nolte an einer Demonstration des konservativen B&uuml;ndnisses &ldquo;Ehe-Familie-Leben&rdquo; teilgenommen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/bayern\/steve-bannon-empfing-gloria-und-kardinal-mueller,R7AyWwX\">BR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Kirche und Kapital. Hier&uuml;ber k&ouml;nne jene etwas nachdenken, die so gerne Sahra Wagenknecht als &bdquo;rechts&ldquo; abqualifizieren.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Wo die Wurzeln der heutigen Islamdebatte liegen<\/strong><br>\nZwischen Orientverkl&auml;rung und Islamophobie: Dass viele Deutsche eine ambivalente Haltung gegen&uuml;ber dem Islam einnehmen, ist keineswegs ein neues Ph&auml;nomen. Es zeigt sich bereits bei den Aufkl&auml;rern des 18. Jahrhunderts, wie Joseoph Croitoru deutlich macht.<br>\nNeben dem &bdquo;Abendland&ldquo; werden in heutigen Islamdebatten gerne die Werte der Aufkl&auml;rung beschworen. Grund genug, sich einmal genau anzusehen, wie es die Aufkl&auml;rung im 18. Jahrhundert denn mit der islamischen Welt gehalten hat. Der Historiker Joseph Croitoru hat das &uuml;berf&auml;llige Buch zu diesem Thema geschrieben.<br>\nEine aufkl&auml;rerische Leitidee ist die Toleranz, wie sie in Lessings Drama &bdquo;Nathan der Weise&ldquo; zum Ausdruck kommt. Sie zielt auf interreligi&ouml;sen Dialog, auf Verst&auml;ndigung. Zur Aufkl&auml;rung geh&ouml;rt aber auch der religionskritische Impetus im Namen von Vernunft und Wissenschaft, der freigeistige Protest gegen Propheten, Priester und Pr&auml;laten aller Art. Schon hier zeigt sich eine grundlegende Ambivalenz, die keine einsinnige Haltung zum Islam zul&auml;sst. &hellip;<br>\nCroitoru referiert nicht nur die Standpunkte der Autoren zwischen Orientverkl&auml;rung und Islamophobie, sondern schaut genau auf die Hintergr&uuml;nde und Kontexte. Wie etwa erkl&auml;rt sich Lessings Islamfreundlichkeit? Es zeigt sich, dass er damit auch eine publizistische Strategie verfolgte, die ihm als jungem Autor in Berlin im Zeichen der neuen Pressepolitik Friedrichs II. Aufmerksamkeit versprach.<br>\nSeine Besprechungen zeitgen&ouml;ssischer Orient-Literatur sind von einer gewissen manipulativen Einseitigkeit gekennzeichnet: Islamkritisches wird bewusst verschwiegen. Lessings milde Darstellung Sultan Saladins als Musterbeispiel eines aufgekl&auml;rt-toleranten Herrschers im &bdquo;Nathan&ldquo; war zudem eine gezielte Provokation der protestantischen Orthodoxie; das dogmatische Christentum schneidet im Drama deutlich schlechter ab als der Islam. &hellip;<br>\nZunehmend schwankte die deutsche &Ouml;ffentlichkeit &bdquo;zwischen T&uuml;rkenhass und Osmanen-Apologetik&ldquo;. Vor dem Hintergrund der T&uuml;rkenkriege mit Russland und &Ouml;sterreich versch&auml;rfte sich die Polemik. Martialische Rhetorik und die Verwendung fragw&uuml;rdiger Orient-Klischees findet Croitoru nicht nur bei heute vergessenen Gr&ouml;&szlig;en wie Johann Wilhelm Ludwig Gleim, sondern auch bei einem der bedeutendsten Schriftsteller der Epoche: Christoph Martin Wieland. F&uuml;r diesen Aufkl&auml;rer war das Osmanische Reich nur ein Schreckbild des Despotismus, der Serails und der Christenverschleppung.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/joseph-croitoru-die-deutschen-und-der-orient-wo-die-wurzeln.950.de.html?dram:article_id=431146\">Deutschlandfunk Kultur<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Saudis sollen Kritiker mit bezahlten Online-Mobbern und McKinsey-Daten bek&auml;mpft haben<\/strong><br>\nDer New York Times zufolge spionierte ein heimlicher Doppelmitarbeiter bei Twitter f&uuml;r das Wahhabitenk&ouml;nigreich<br>\nDen Informationen der New York Times nach hat das Wahhabitenk&ouml;nigreich Saudi-Arabien den Kronprinzkritiker Jamal Khashoggi nicht nur mit den am Samstag einger&auml;umten letalen Methoden bek&auml;mpft (vgl. Khashoggi: Korrekturen, L&uuml;gen und eine Leiche, die verschwunden ist), sondern auch mit bezahlten Online-Mobbern. Diese Online-Mobber wurden dem Bericht nach nicht nur gegen, sondern auch gegen andere Abweichler sowie zur Festigung der &ouml;ffentlichen Meinung eingesetzt.<br>\nDer Zeitung zufolge hatte der jetzt im Zuge der Khashoggi-Aff&auml;re entlassene Kronprinzenberater Saud al-Kahtani seit 2010 auf Twitter Besch&auml;ftigungsangebote platzieren lassen, die damit warben, das Hobby zum Beruf zu machen und mit dem Versenden von Tweets 10.000 saudische Rial zu verdienen &ndash; umgerechnet etwa 2.350 Euro. Dass es sich dabei um Arbeit handelt, die den in der Richtlinie Nr. 1\/76 zur Entwicklung und Bearbeitung Operativer Vorg&auml;nge (OV) beschriebenen &ldquo;Zersetzungsma&szlig;nahmen&rdquo; der DDR-Staatssicherheit &auml;hnelt, habe man Bewerbern erst verraten, nachdem diese ihre b&uuml;rgerliche Identit&auml;t preisgegeben hatten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Saudis-sollen-Kritiker-mit-bezahlten-Online-Mobbern-und-McKinsey-Daten-bekaempft-haben-4198162.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Das traurige Schauspiel um die Punkband und das Bauhaus Dessau<\/strong><br>\nDas Bauhaus sagte einen vom ZDF organisierten Auftritt von Feine Sahne Fischfilet ab und verwickelt sich in immer peinlicheren Argumentationen, den Rechtsradikalen nachgegeben zu haben<br>\nAm 18. Oktober gab die Stiftung Bauhaus Dessau bekannt, dass ein Konzert der Band &ldquo;Feine Sahne Fischfilet&rdquo;, das am 6. November 2018 im Rahmen der Konzertreihe zdf@bauhaus auf der Bauhausb&uuml;hne stattfinden sollte, abgesagt wurde. Betont wurde, dass die Programmhoheit das ZDF habe und das Bauhaus nur die R&auml;ume vemiete. Das Bauhaus w&auml;re also nicht einmal voll verantwortlich gewesen, weswegen die Emtscheidung desto schwerwiegender ist. Als Grund der Absage wurde darauf hingewiesen, dass sich in den sozialen Medien &ldquo;rechte Gruppierungen aus dem regionalen Umfeld gegen den Auftritt der Band am Bauhaus Dessau mobilisieren&rdquo;.<br>\nEntweder hatte man Angst vor Rechtsextremen oder man fand es im Stiftungsrat politisch nicht opportun, eine umstrittene linke Punkband gegen Kritik von rechts auftreten zu lassen und damit ein Zeichen zu setzen. Im Stiftungsrat sitzen Vertreter der Stadt, des Landes und des Bundes. Ob der Wissenschaftliche Beirat konsultiert wurde, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Man zog sich ins Anonyme zur&uuml;ck.<br>\nAuch nicht klar war, ob Direktorin Claudia Perren f&uuml;r die Entscheidung ma&szlig;geblich war oder sie diese ausdr&uuml;cklich mitvollzog. Sie hat 2014 die Stelle angetreten, nachdem der Stiftungsrat den vorhergehenden Direktor Philipp Oswalt vor die T&uuml;re gesetzt hatte, ohne hier den Beirat zu konsultieren. Es ging um die politische Ausrichtung des Bauhauses und um den Standort eines neuen Museums. Der Beirat trat damals deswegen geschlossen zur&uuml;ck (auch der Autor war im Beirat und mag deswegen voreingenommen sein).<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Das-traurige-Schauspiel-um-die-Punkband-und-das-Bauhaus-Dessau-4198831.html\">heise.de<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Die Anstalt am 23.10.2018 ab 22:15 Uhr im ZDF<\/strong><br>\nZu Ihrer Information: Die Anstalt dreht sich heute Abend um Immobilienspekulation und Mietenwahnsinn. <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=4TS9mQOXypo\">Hier<\/a> ein bisschen mehr dazu.\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-46661","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/46661","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=46661"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/46661\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":46667,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/46661\/revisions\/46667"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=46661"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=46661"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=46661"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}