{"id":46670,"date":"2018-10-23T13:44:08","date_gmt":"2018-10-23T11:44:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46670"},"modified":"2019-03-11T13:57:19","modified_gmt":"2019-03-11T12:57:19","slug":"100-jahre-ende-des-ersten-weltkrieges-ueber-das-gemetzel-der-weissen-herren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46670","title":{"rendered":"100 Jahre Ende des Ersten Weltkrieges. \u00dcber das Gemetzel der wei\u00dfen Herren."},"content":{"rendered":"<p>In der j&uuml;ngsten Ausgabe der Zeitschrift &bdquo;Lettre International&ldquo; berichtet der Kulturwissenschaftler Franz Maciejewski &uuml;ber das &bdquo;Schlachten im Ersten Weltkrieg&ldquo; und die politischen Sp&auml;tfolgen.  Hier eine Zusammenfassung des Essays. Von <strong>Heiko Flottau<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nIm &bdquo;Gro&szlig;en Krieg der wei&szlig;en M&auml;nner&ldquo;  (so nannte Arnold Zweig den Ersten Weltkrieg) wurden keine Schlachten geschlagen, in denen eine Armee den Sieg davontrug, Territorien eroberte  und den Krieg zu einem schnellen Ende brachte. Im Gegenteil. In dem von Historikern etwas verharmlosend als &bdquo;Stellungskrieg&ldquo; charakterisierten Geschehen wurden, zumindest an der Westfront,  Menschen und Tiere &uuml;ber Jahre  regelrecht abgeschlachtet,  ohne dass ein Ende dieses Gemetzels sichtbar gewesen w&auml;re, das den Krieg zu einem fr&uuml;hen Ende gef&uuml;hrt h&auml;tte.  Dieses eigentlich unvorstellbare Szenario beschreibt einhundert Jahre nach dem von Historikern als &bdquo;Urkatastrophe des 20.Jahrhunderts&ldquo; bezeichneten Krieg der Kulturwissenschaftler Franz Maciejewski in der Herbstausgabe der  europ&auml;ischen Kulturzeitschrift &bdquo;Lettre International&ldquo;.[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]<\/p><p>In der Geschichte industriellen T&ouml;tens sei der Erste Weltkrieg die &bdquo;zweite gro&szlig;e Attacke auf das Leben&ldquo; gewesen, schreibt der Autor; eine Generation zuvor &bdquo;wurde in den Union Stockyards, den Schlachth&ouml;fen von Chicago, die mechanisierte Massent&ouml;tung im Stundentakt erstmals in Szene gesetzt, am Vieh&ldquo;.  In den Sch&uuml;tzengr&auml;ben des Ersten Weltkrieges , &bdquo;Pferche und Unterst&auml;nde der anderen Art, wiederholte sich das Gemetzel am Menschen.  In Ypern,  vor Verdun oder an der Somme wurden keine Schlachten geschlagen, es wurde geschlachtet&ldquo;, schreibt der Autor. Nachdem die wei&szlig;en Herren jahrhundertelang die V&ouml;lker in den von ihnen eroberten L&auml;ndern, Kolonien genannt, ausgebeutet, erniedrigt und vielfach get&ouml;tet hatten, &bdquo;fielen die Herren der wei&szlig;en, der westlichen Zivilisation nun  mit gleicher Brutalit&auml;t &uuml;bereinander her &ndash;  nicht ohne zynische Zwangsrekrutierung von Mitstreitern aus dem Reservoir eben jener unterworfenen V&ouml;lker&ldquo;.<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die Kriegsherren des Westens dezimierten ganze Jahrg&auml;nge junger Franzosen, Engl&auml;nder und Deutscher um ein gesch&auml;tztes Drittel (was der Ausrottungsrate der Pest  im Mittelalter entsprach). So setzten sie in vier langen Jahren, Widerholungst&auml;ter allesamt, die &Uuml;berlebensf&auml;higkeit ihrer Nationen aufs Spiel. Aber nicht nur das; sie w&uuml;teten ebenso gnadenlos gegen Tiere und Pflanzen, setzten Mensch und Natur  mythischen Gewalten aus. &hellip; Auf jeden toten Soldaten kamen vier, f&uuml;nf tote Pferde. &hellip; Sie starben qualvoll. Ich habe nie zuvor ein Pferd st&ouml;hnen geh&ouml;rt, l&auml;&szlig;t Erich Maria Remarque seinen Antihelden (Paul B&auml;umer) verlauten. Es ist der Jammer der Welt, es ist die gemarterte Kreatur ein wilder, grauenvoller Schmerz.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Doch nach Auffassung des Autors war das Schlachten im Ersten Weltkrieg nur der Beginn &bdquo;wei&szlig;er Gewalt&ldquo;. Kolyma (der zentrale Ort des Archipels Gulag), Auschwitz und Hiroshima bezeichneten die &bdquo;n&auml;chsten Einschl&auml;ge wei&szlig;er Gewalt auf der nach oben offenen Skala menschlicher Grausamkeit&ldquo;. <\/p><p>Nat&uuml;rlich habe der Krieg die &Uuml;berlebenden des Gemetzels als Traumatisierte zur&uuml;ckgelassen, denn die Soldaten seien  den Herausforderungen des  &bdquo;fahrl&auml;ssig in Gang gesetzten Maschinenkrieges&ldquo; mental nicht gewachsen gewesen, schreibt der Autor. &bdquo;Der Tod als seelenloser Maschinist gab auf den infernalischen killing fields  den Takt vor.&ldquo; Wie, fragt der  Autor, ist es &bdquo;zur Geburt der m&auml;nnlichen Hysterie aus  dem Geiste einer entfesselten Technik, also zum Ph&auml;nomen der Umwandlung au&szlig;er Kontrolle geratener emotionaler Zust&auml;nde  in k&ouml;rperliche Geb&auml;rden gekommen&ldquo;?  Die Soldaten &bdquo;hatten ihre Glieder und Sinnesorgane nicht mehr unter Kontrolle. Mit Symptomen wie L&auml;hmungen und Erblindungen, dem Verlust von Stimme und Geh&ouml;r, unwillk&uuml;rlichen Zuckungen von Gliedma&szlig;en &hellip; wiederholten sie das Grauen des Erlebten in einer verstellten Sprache einer traumatischen Verwirrtheit.&ldquo;<\/p><p>Das Ph&auml;nomen der Kriegstraumata schildert Autor Franz Maciejewski dann an Hand  der Forschungen von Jonathan Shay, der als Psychiater mit traumatisierten Veteranen des Vietnamkrieges gesprochen hat. &bdquo;Folgen wir diesen (in Shays Therapiegespr&auml;chen zur Sprache gebrachten) Erinnerungen, so reichten offenbar wenige Monate aus, um aus jungen M&auml;nnern ebenso w&uuml;tende wie verzweifelte Krieger zu machen, die an Leib und Seele B&ouml;ses erfuhren und &uuml;bernahmen, um schlie&szlig;lich gegen andere &ndash; Krieger wie Zivilisten &ndash; selbst unmenschlich zu handeln.&ldquo; Zu den posttraumatischen Symptomen der Vietnamkrieger geh&ouml;rten nach der Studie von Shay &bdquo;Ged&auml;chtnisverlust, Schlafst&ouml;rungen, Alkohol- und Drogenmi&szlig;brauch, aggressive Ausbr&uuml;che und Selbstmordneigungen &hellip;. tiefes soziales Mi&szlig;trauen und  das Gef&uuml;hl des Verraten- und Betrogenseins&ldquo;. Diese traumatischen Kriegsfolgen f&uuml;hrten nach Angabe des Psychiaters Shay bis heute zu Scheidungen, Arbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit, zu Gewaltdelikten und zu Selbstmorden;  auch  jetzt noch begingen etwa 22 Vietnamveteranen pro Tag Selbstmord, schreibt Shay. (Das w&auml;ren, wenn diese hohe Zahl stimmt, gut 8000 Selbstmorde pro Jahr).<\/p><p>Was bedeutet es, fragt  Autor Franz Maciejewski, &bdquo;wenn wir die Bilanz des Schreckens, die Shay f&uuml;r den Vietnamkrieg vorgelegt hat, cum grano salis auf den Ersten Weltkrieg &uuml;bertragen? Wir sind mit der absolut zwingenden Schlussfolgerung konfrontiert, dass bei Kriegsende im November 1918 Millionen hochtraumatisierter Soldaten in ihre Heimat zur&uuml;ckkehrten, Veteranen, die &hellip;  in der Regel keine therapeutische Hilfe erwarten konnten.&ldquo;<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Der antike Schreckensruf Vae Victis  verschmolz auf deutscher Seite  &hellip; mit der als untragbar empfundenen B&uuml;rde des Versailler Vertrages, den Reparationsleistungen, den Gebietsabtretungen, der insgesamt herabgestuften Souver&auml;nit&auml;t.  Aber schon am Tag des Waffenstillstandes braute sich ein anderes Weh &uuml;ber den K&ouml;pfen der Besiegten zusammen, von kaum einem Zeitgenossen verstanden; das anschwellende Grauen der in den Gr&auml;ben erworbenen Kriegstraumata, das mit dem  Mantra  Im Kriege unbesiegt   nicht abzuwenden war. und das Land mit der Gei&szlig;el nie zuvor erlebter Pers&ouml;nlichkeitsverluste  heimsuchen sollte.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Denn die am 5.Oktober 1918 erstmals von der neuen Reichsregierung unter dem Kanzler Max von Baden ausgesprochene Ank&uuml;ndigung eines Waffenstillstandes traf auf ein geteiltes Echo. Viele waren, einerseits, froh &uuml;ber das nahende Ende des Gemetzels.  Andere hatten Fragen: wieso betteln die neu an die Macht gekommenen Politiker um Frieden, wenn die Armee &bdquo;im Kriege unbesiegt&ldquo; gewesen sein soll?<\/p><p>Das R&auml;nkespiel, das hinter den Kulissen stattgefunden  und zu der Bitte um Frieden gef&uuml;hrt hatte, konnten die heimkehrenden Soldaten  nat&uuml;rlich nicht durchschauen. Schon im September n&auml;mlich hatte die Oberste Heeresleitung (OHL) unter Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg und unter Generalquartiermeister Erich Ludendorff, dem eigentlichen Machthaber in der OHL,  erkannt, dass die Westfront vor dem Kollaps stand. Doch  die Verantwortung  f&uuml;r die drohende Niederlage wollten die Kriegsherren nicht &uuml;bernehmen, um Waffenstillstand sollten  nicht Milit&auml;rs, sondern Politiker betteln. Deshalb forderten sie vom Kaiser Wilhelm II. die Einsetzung einer neuen Regierung unter Einschluss der Sozialdemokraten. Die Politiker sollten mit ihrer Bitte um Waffenstillstand  das Versagen der Milit&auml;rs vertuschen.  So entstand die &bdquo;Dolchsto&szlig;legende&ldquo;: obwohl das Heer &bdquo;im Felde unbesiegt&ldquo; gewesen sei, argumentierte die politische Rechte sp&auml;ter, h&auml;tten die Politiker mit der Bitte um Frieden der Armee einen &bdquo;Dolchsto&szlig;&ldquo; in den R&uuml;cken versetzt.  Autor Franz Maciejewski schreibt: &bdquo;Es war  die Oberste Heeresleitung unter Federf&uuml;hrung von Ludendorff, die,  &ndash; um die Ehre der Armee zu retten &ndash; die Verantwortung f&uuml;r die drohende Niederlage im letzten Augenblick auf die Politik abw&auml;lzen und letztendlich den Sozialdemokraten als vergiftete Morgengabe in die Hand dr&uuml;cken wollte.&ldquo;<\/p><p>Doch dann geschah etwas Unerwartetes. Die deutsche Flottenf&uuml;hrung entschloss sich, einen letzten, &bdquo;ehrenvollen Opfergang&ldquo; zu wagen, in die Nordsee auszulaufen und die britischen Flottenverb&auml;nde in einer Schlacht zu stellen. Die Matrosen aber erkannten sofort, dass sie f&uuml;r die sogenannte Ehre des Milit&auml;rs in den Tod geschickt werden sollten  &ndash; denn ein Sieg &uuml;ber die Briten war unm&ouml;glich. &bdquo;Am Abend es 4.November&ldquo;, schreibt der Autor, &bdquo;war Kiel in der Hand von 40 000 bewaffneten Matrosen und Marinesoldaten. Wie ein Lauffeuer erfasste der Aufstand von Norden her den Westen und S&uuml;den Deutschlands. &Uuml;berall im Land w&auml;hlten die Soldaten der Garnisonen Soldatenr&auml;te, die mobilisierten Arbeiter Arbeiterr&auml;te, kapitulierten die erschrockenen Milit&auml;rbeh&ouml;rden vor den Revolution&auml;ren &hellip;&ldquo;<\/p><p>Die Revolution&auml;re sahen in der Sozialdemokratie ihre politische Heimat und ihre politische F&uuml;hrung. Die jedoch zollte den kriegsm&uuml;den Aufst&auml;ndischen nur Lippenbekenntnisse.  Friedrich Ebert, inzwischen Reichskanzler, schloss, wie der Autor schreibt, &bdquo;mit der Obersten Heeresleitung einen faustischen Pakt&ldquo;. Er wollte die von ihm als &bdquo;bolschewistisch&ldquo; bezeichnete Revolution mit Hilfe des heimkehrenden Westheeres unterdr&uuml;cken.  Doch die meisten Soldaten wollten,  kriegsm&uuml;de wie sie waren, nichts anderes als in Frieden nach Hause gehen.<\/p><p>Doch es gab einen dunklen, zahlenm&auml;&szlig;ig aber nicht unbedeutenden  Rest. Der Autor schreibt: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Zur&uuml;ck blieben die Offiziere und von den Mannschaften diejenigen, die vom Krieg nicht lassen konnten. Es war die Spreu der extrem traumatisierten Frontsoldaten,  f&uuml;r die sich der verlorene Krieg, der geflohene Kaiser, die ausgerufene Republik, die unterschriebene Kapitulation zu einem nicht enden wollenden Alptraum verschmolzen hatten &hellip; Ihr Tunnelblick zur&uuml;ck verlor sich in der D&uuml;sternis der untergegangen Welt &hellip; Weil sie alles verloren hatten, waren sie zu allem bereit &hellip; Krieger auf Abruf, die nur darauf aus waren, weiterzuk&auml;mpfen, um ihre grenzenlose Wut &uuml;ber den Zusammenbruch ihrer Welt ausagieren zu k&ouml;nnen&ldquo;.\n<\/p><\/blockquote><p>Aus dieser blinden Masse entstanden  jene Freikorps, mit denen die politische F&uuml;hrung unter Friedrich Ebert und dem sozialdemokratischen Verteidigungsminister Gustav Noske in der Folgezeit die revolution&auml;ren R&auml;te besiegten und  die Rosa Luxemburg , Karl Liebknecht  sowie den F&uuml;hrer der M&uuml;nchner R&auml;terepublik, Kurt Eisner, ermordeten. <\/p><p>Diese brutalen Morde bedeuteten zwar das Ende der Revolution. Aber die bedr&uuml;ckenden politischen und historischen Folgesch&auml;den des Weltkrieges,   der Niederschlagung der Revolution durch die Freikorps mit ihren &bdquo;finsteren Desperados&ldquo;  und zu &bdquo;seelischen Wracks&ldquo; (Franz Maciejewski)  verkommenen  ehemaligen Frontsoldaten zeigten sich unmittelbar.<\/p><p>Der Autor schreibt:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Hier, an dieser geschichtlichen Stelle  des Nachkrieges, vollzog sich in Wahrheit die B&uuml;hnenprobe f&uuml;r Auschwitz.  Die bevorzugte Art des brutalen Dreinschlagens und Vernichtens zeigt bereits alle Z&uuml;ge,  welche die sp&auml;teren SA- und SS-Horden aufweisen. Die Nazis wu&szlig;ten also, was sie taten, als sie die Freikorpssoldaten in ihrer R&uuml;ckerinnerung zu den ersten Soldaten des Dritten Reiches erhoben.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Zu den F&uuml;hrern des Nazireiches  geh&ouml;rten dann in der Tat, wie der Autor schreibt, ehemalige Freikorpsangeh&ouml;rige  wie SA-F&uuml;hrer Ernst R&ouml;hm (1934 auf Befehl Hitlers ermordet), Hermann G&ouml;ring (sp&auml;ter Oberbefehlshaber der Luftwaffe) , Rudolf He&szlig; (Hitlers Stellvertreter) , Rudolf  H&ouml;&szlig; (sp&auml;ter Kommandant des Vernichtungslagers Auschwitz) , und Martin Bormann, sp&auml;ter Leiter der NSDAP-Reichskanzlei im Range eines Reichsministers.<\/p><p>Ein bedr&uuml;ckendes Kontinuum. Ein Kontinuum, in dem sich  Adolf Hitler nicht nur bewegte, um den n&auml;chsten Krieg vorzubereiten, sondern auch, um als S&uuml;hnema&szlig;nahme &bdquo;an den Verderbern Deutschlands,, an den Novemberverbrechern, den Juden, den Kommunisten und all den anderen Volksfeinden&ldquo; (Franz Maciejewski) Rache zu &uuml;ben.<\/p><p>Diese Rache endete in der zweiten Katastrophe des 20. Jahrhunderts &ndash;  im Zweiten Weltkrieg mit seinen ca. 50 Millionen Toten, dem Holocaust, der Vertreibung von Millionen Menschen  und der Zweiteilung Europas durch den &bdquo;Eisernen Vorhang&ldquo;. <\/p><p>Und heute?  Die Zweiteilung Europas ist zwar verschwunden. Aber die tr&uuml;ben Geister der Vergangenheit treiben erneut ihr Unwesen &ndash; etwa im kriminellen Milieu des &bdquo;Nationalsozialistischen Untergrundes&ldquo;. Mehr noch.  Einen &bdquo;Vogelschiss in der tausendj&auml;hrigen erfolgreichen Geschichte Deutschlands&ldquo; nannte AfD-Politiker Alexander Gauland &ndash; offenbar traumatisiert durch die Tatsache, dass er in seiner urspr&uuml;nglichen politischen Heimat, der CDU, keine Verwendung mehr fand &ndash; die Epoche des &bdquo;Dritten Reiches&ldquo;.<\/p><p>Nur: Nationalismus weist keinen soliden Weg, der in eine gedeihliche Zukunft f&uuml;hrt. Vielmehr l&auml;sst er Gesellschaften zur&uuml;ck &ndash; der Zerfall Jugoslawiens ist ein erschreckendes Beispiel aus der j&uuml;ngsten Vergangenheit &ndash; in denen die Menschen in dumpfem Stammesdenken und Hass gegen den Nachbarn versinken.  Wer heute die unheilbringenden Geister der Vergangenheit beschw&ouml;rt, m&uuml;sste eigentlich wissen, dass diese Geister Deutschland und Europa schon einmal in eine Katastrophe gef&uuml;hrt haben.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Lettre International, Ausgabe 122, Berlin, Herbst 2018. Der Autor Franz Maciejewski wird als Kulturwissenschaftler vorgestellt, der an den Universit&auml;ten Frankfurt, Gie&szlig;en, Paris und Heidelberg arbeitete, heute in Heidelberg lebt und &uuml;ber  Ged&auml;chtsnisgeschichte, Psychohistorie und Biographik arbeitet.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der j&uuml;ngsten Ausgabe der Zeitschrift &bdquo;Lettre International&ldquo; berichtet der Kulturwissenschaftler Franz Maciejewski &uuml;ber das &bdquo;Schlachten im Ersten Weltkrieg&ldquo; und die politischen Sp&auml;tfolgen. Hier eine Zusammenfassung des Essays. Von <strong>Heiko Flottau<\/strong>.<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[212,171],"tags":[2493,2104,2394,2492,835,416,2283,2491,2376,966],"class_list":["post-46670","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gedenktagejahrestage","category-militaereinsaetzekriege","tag-ebert-friedrich","tag-kriegsopfer","tag-kriegstrauma","tag-ludendorff-erich","tag-nationalismus","tag-nationalsozialismus","tag-revolution","tag-von-hindenburg-paul","tag-waffenstillstandsabkommen","tag-weltkrieg"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/46670","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=46670"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/46670\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":50060,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/46670\/revisions\/50060"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=46670"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=46670"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=46670"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}