{"id":46760,"date":"2018-10-27T12:47:17","date_gmt":"2018-10-27T10:47:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46760"},"modified":"2018-10-29T07:27:59","modified_gmt":"2018-10-29T06:27:59","slug":"campact-laesst-die-maske-fallen-die-ngo-outet-sich-als-unterstuetzer-von-cdu-gruenen-und-spd-und-als-gegner-der-linkspartei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46760","title":{"rendered":"Campact l\u00e4sst die Maske fallen, die NGO outet sich als Unterst\u00fctzer von CDU, Gr\u00fcnen und SPD und als Gegner der Linkspartei"},"content":{"rendered":"<p>Ein Leser der NachDenkSeiten schickte uns die im Anhang wiedergegebene Mail, offensichtlich eine Rundmail des gesch&auml;ftsf&uuml;hrenden Vorstands von Campact. Darin wird das Ziel ausgegeben, in Hessen durch Erh&ouml;hung der Wahlbeteiligung ein nur einstelliges Ergebnis f&uuml;r die AfD zu erreichen. Das kann man f&uuml;r sinnvoll halten. Aber im konkreten Fall tritt die NGO f&uuml;r die Wahl der &bdquo;gr&ouml;&szlig;eren&ldquo; Parteien ein. W&ouml;rtlich: &bdquo;Wer in den n&auml;chsten Jahren keine laute, selbstbewusste AfD im hessischen Landtag sehen will, muss sich jetzt f&uuml;r eine der gr&ouml;&szlig;eren Parteien entscheiden.&ldquo; Die Linkspartei z&auml;hlt in Hessen nicht zu den &bdquo;gr&ouml;&szlig;eren Parteien&ldquo;. <\/p><p>So sehen die beiden letzten Umfragen zur Hessenwahl aus:<\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/181026.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><p><strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong><br>\n<!--more--><br>\nGr&ouml;&szlig;ere Parteien sind mit 20-28 % die oben genannten drei Parteien. Dass Campact sich gegen die AfD wendet, ist deren gutes Recht. Dass sich die NGO f&uuml;r die Wahl von drei Parteien positiv und werbend einsetzt, die<\/p><ul>\n<li>mit der Agenda 2010 das Leben von sehr vielen Menschen besch&auml;digt und ihre soziale Sicherheit zerst&ouml;rt haben,<\/li>\n<li>und damit &uuml;brigens die rechtsradikale Partei gef&ouml;rdert haben,<\/li>\n<li>die gerade mit den NATO-Man&ouml;vern in Norwegen wieder einmal belegen, dass sie auf das Milit&auml;r als Mittel der Politik setzen und nichts tun, um die neue Konfrontation zwischen West und Ost in Europa abzubauen,<\/li>\n<li>die gerade in Hessen nichts dazu getan haben, um den klimafeindlichen Luftverkehr einzud&auml;mmen und ihn stattdessen ausbauen wollen,<\/li>\n<li>die in abwechselnden politischen Konstellationen die Leistungsf&auml;higkeit der wichtigen Altersvorsorge, der gesetzlichen Rente, absichtlich ruiniert haben, um der Finanzwirtschaft neue Gesch&auml;ftsfelder zu er&ouml;ffnen,<\/li>\n<\/ul><p>ist nicht akzeptabel.<\/p><p>In der Empfehlung von Campact kommt zum Ausdruck und wird im Kern neu belebt, dass diese Organisation wie viele andere auch daf&uuml;r da ist, die neoliberale und von milit&auml;rischem Denken gepr&auml;gte Mehrheitsmeinung zu unterst&uuml;tzen. Alles Linke muss bek&auml;mpft und ausgesondert werden. Das ist ein Grundzug der westlichen Propaganda der letzten 20 Jahre.<\/p><p>Die Empfehlung f&uuml;r die CDU ist besonders abstrus, weil diese Partei und ihre Schwesterpartei CSU &uuml;ber weite Strecken denkt und politisch gehandelt hat wie die AfD. Die beiden Parteien sind artverwandt. Von Beginn der Bundesrepublik Deutschland an hat die CDU\/CSU Wahlen nur dank massiver Unterst&uuml;tzung des gro&szlig;en Geldes gewonnen. Ihre Macht war so gesehen nie demokratisch legitimiert. CDU und CSU haben in der Asyl- und Fl&uuml;chtlingspolitik immer schon rechte Positionen vertreten. Der ehemalige Ministerpr&auml;sident von Bayern, Max Streibl, sprach in der Asyldebatte zu Beginn der Neunzigerjahre von &bdquo;multikrimineller Gesellschaft&ldquo;, der CDU-Politiker Ost hatte damals vorgerechnet, was man mit den Milliarden f&uuml;r die Asylanten sonst alles Gutes tun k&ouml;nnte. Die etablierten Parteien, in der Sprache Campacts die gr&ouml;&szlig;eren Parteien, haben das Morden des rechtsradikalen NSU &uuml;ber Jahre laufen lassen.<\/p><p>Einer der Vorsitzenden der AfD, Herr Gauland, ist aus dem Holz der CDU geschnitzt. Er war jahrelang f&uuml;r die hessische CDU t&auml;tig. Ich zitiere die entsprechende Passage aus Wikipedia:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Gauland war von 1973 bis 2013 Mitglied der CDU. Er war im Laufe seiner Parteikarriere im&nbsp;Frankfurter Magistrat&nbsp;und im&nbsp;Bundesumweltministerium&nbsp;t&auml;tig und leitete von 1987 bis 1991 die&nbsp;Hessische Staatskanzlei&nbsp;unter Ministerpr&auml;sident&nbsp;Walter Wallmann, der sein&nbsp;Mentor&nbsp;war. Eine umstrittene, von Gauland in seiner Funktion als Leiter der Staatskanzlei get&auml;tigte Versetzungsentscheidung fand als&nbsp;Aff&auml;re Gauland&nbsp;Einzug in die deutsche Literatur. Er wurde nach der&nbsp;Wende&nbsp;Herausgeberder in&nbsp;Potsdam&nbsp;erscheinenden Tageszeitung&nbsp;M&auml;rkische Allgemeine&nbsp;und publizierte vielf&auml;ltig, so auch die&nbsp;Anleitung zum Konservativsein. Zuletzt war er Vordenker des&nbsp;Berliner Kreises.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Und jetzt sollen die hessischen W&auml;hler auf Empfehlung von Campact so naiv sein, daran zu glauben, dass dieser langj&auml;hrige hessische CDU-Funktionstr&auml;ger keine Spuren in der CDU hinterlassen hat?<\/p><p>Bei dieser Gelegenheit m&ouml;chte ich zur Erl&auml;uterung des Vorgangs auf folgenden Mechanismus der Meinungsbildung aufmerksam machen: Die Kritik und die Aggressivit&auml;t der einen Seite, im konkreten Fall von Campact, den meisten Medien und etablierten Parteien gegen&uuml;ber der anderen Seite, der AfD,  hat den Vorteil, dass spiegelbildlich zum so gekennzeichneten B&ouml;sen die Kritiker als die Guten erscheinen. &ndash; Man k&ouml;nnte das den Wippschaukel-Effekt nennen: je tiefer die eine Seite gedr&uuml;ckt wird, umso h&ouml;her erscheint man selbst. In der politischen Geschichte gibt es viele Beispiele f&uuml;r diesen Effekt. Mir f&auml;llt aus alten Zeiten dazu vor allem der ewig n&ouml;rgelnde und kritisierende Umgang Helmut Schmidts mit seiner Partei und Willy Brandt ein. Je mehr Willy Brandt und die SPD, also Schmidts Partei, von ihm geschm&auml;ht wurden, umso glorioser erschien er. Man konnte das an den Umfragen messen und belegen. &ndash; Jetzt also das gleiche Spiel mit anderer Rollenbesetzung.<\/p><p><strong>Bitte widersprechen Sie der Empfehlung von Campact zur Wahl der &bdquo;gr&ouml;&szlig;eren Parteien&ldquo;. Nutzen Sie bitte Ihre E-Mail-Verteiler und auch andere Kommunikationsmittel, um hessische W&auml;hler auf diesen Vorgang aufmerksam zu machen.<\/strong><\/p><p><strong>Anlage: Mail des gesch&auml;ftsf&uuml;hrenden Vorstandes von Campact vom 26.10.2018<\/strong><\/p><p>Hallo Reinhold J.,<\/p><p>am Sonntag ist Landtagswahl. Neueste Umfragen versprechen ein Kopf-an-Kopf-Rennen von CDU, SPD und Gr&uuml;nen. Und noch etwas entscheidet sich: Geht es f&uuml;r die AfD rauf oder runter? Zuletzt gab es einen klaren Abw&auml;rtstrend. Bei der Landtagswahl in Bayern erreichte sie mit 10,2 Prozent zweieinhalb Prozentpunkte weniger als bei der Wahl im Bund.[1] <strong>Ein einstelliges Ergebnis in Hessen: Das w&uuml;rde die AfD empfindlich treffen&nbsp;&ndash; ihren bundesweiten Lauf brechen.<\/strong><br>\n&nbsp;<br>\nDaf&uuml;r m&uuml;ssen viele Menschen w&auml;hlen gehen. Doch leider nehmen viele die Landtagswahlen nicht ernst. Die zumindest in Teilen rechtsextreme AfD treibt hingegen mit krawalligen Parolen ihre Anh&auml;nger\/innen sicher an die Urnen. Darum bitten wir Sie: <strong>W&auml;hlen Sie am Sonntag!<\/strong> Und &uuml;berlegen Sie, wie Sie Ihre Stimme am wirkungsvollsten gegen einen Rechtsruck im hessischen Landtag einsetzen.<\/p><p>Die AfD wird allen Umfragen nach in den Landtag einziehen&nbsp;&ndash; leider. Wie viele Mandate sie ergattert, ist offen. Jede Stimme f&uuml;r eine andere, gr&ouml;&szlig;ere Partei im Landtag schw&auml;cht die extrem Rechten. &Uuml;ber jede Stimme f&uuml;r eine Mini-Partei &ndash; wie Die Partei oder die Piraten&nbsp;&ndash; freut sich dagegen die AfD. Denn wenn die Partei unter f&uuml;nf Prozent bleibt, spielen ihre Stimmen bei der Verteilung der Sitze keine Rolle mehr. Es ist bitter, aber wahr: <strong>Wer Kleinstparteien w&auml;hlt, nutzt im Kampf gegen Rechts seine Stimme nicht optimal.<\/strong><\/p><p>Daher: W&auml;hlen Sie am Sonntag gegen einen hessischen Rechtsruck. Und fordern Sie jetzt noch m&ouml;glichst viele Menschen auf, das auch zu tun. Sie k&ouml;nnen dazu einfach diese E-Mail weiterleiten. <strong>Lassen Sie uns in Hessen den Unterschied machen &ndash; es kostet Sie nur wenige Sekunden:<\/strong> Schreiben Sie ein paar Freund\/innen und Bekannte an. Leiten Sie ihnen diese Mail weiter! Oder schreiben Sie ihnen per WhatsApp.<\/p><p><strong>In der Geschichte der Bundesrepublik gab es immer wieder gute Gr&uuml;nde, sein Kreuz bei Kleinstparteien zu machen<\/strong> &ndash; und sie irgendwann &uuml;ber die 5-Prozent-H&uuml;rde zu heben. Dadurch kamen Parteien ins Parlament, die auf gesellschaftliche Missst&auml;nde hinwiesen, die die anderen vernachl&auml;ssigten.<\/p><p>Die Gr&uuml;nen setzten in den 1980er Jahren die &Ouml;kologiefrage auf die politische Tagesordnung. In den Nullerjahren stellte die Linkspartei die soziale Frage. Und die Piraten brachten das Thema Datenschutz in die Debatte. <strong>Kleinstparteien zu w&auml;hlen, hat seine Berechtigung &ndash; keine Frage.<\/strong><\/p><p><strong>Aber diesmal droht eine ehemalige Kleinstpartei von rechts in den Wiesbadener Landtag zu gelangen &ndash; und zwar von ganz rechts.<\/strong> Eine Partei, deren Vertreter\/innen immer wieder unsere repr&auml;sentative Demokratie[2] und Teile des Grundgesetzes infrage stellen. Deshalb m&uuml;ssen wir jetzt die Kraft aller Demokrat\/innen b&uuml;ndeln. Das bedeutet in dieser speziellen Situation, eine Partei zu w&auml;hlen, die es ziemlich sicher in den Landtag schafft. Selbst, wenn man sich vielleicht mit dem Programm einer Kleinstpartei st&auml;rker identifizieren kann.<\/p><p>Viele kleinere Parteien grenzen sich klar nach rechts ab. Das ist gut. Doch wer sie w&auml;hlt, vertut bei dieser Wahl die Chance, rechte Abgeordnete im Parlament zu verhindern. <strong>Wer in den n&auml;chsten Jahren keine laute, selbstbewusste AfD im hessischen Landtag sehen will, muss sich jetzt f&uuml;r eine der gr&ouml;&szlig;eren Parteien entscheiden.<\/strong><\/p><p>Bitte helfen Sie uns, diese Botschaft vor dem Wahlsonntag &uuml;berall bekannt zu machen. Bitte informieren Sie jetzt Ihre Freund\/innen, Kolleg\/innen und Verwandten und <strong>nutzen Sie diesen Sonntag Ihre Stimme!<\/strong> Leiten Sie diese Mail weiter oder schreiben Sie eine Nachricht &uuml;ber WhatsApp.<\/p><p>Herzliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nChristoph Bautz, Daphne Heinsen und Felix Kolb,<br>\ngesch&auml;ftsf&uuml;hrender Vorstand von Campact<\/p><p>[1] &ldquo;Wahl-Analyse: Warum die AfD in Bayern trotz 10,2 Prozent keinen Grund zum Jubelsturm hatte&rdquo;, Merkur Online, 15. Oktober 2018<br>\n[2] &ldquo;Gefahr von rechts au&szlig;en: &lsquo;Die AfD nimmt die Demokratie in einen Zangengriff&rsquo;&rdquo;, Dresdner Neueste Nachrichten Online, 24. Oktober 2018<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Leser der NachDenkSeiten schickte uns die im Anhang wiedergegebene Mail, offensichtlich eine Rundmail des gesch&auml;ftsf&uuml;hrenden Vorstands von Campact. Darin wird das Ziel ausgegeben, in Hessen durch Erh&ouml;hung der Wahlbeteiligung ein nur einstelliges Ergebnis f&uuml;r die AfD zu erreichen. Das kann man f&uuml;r sinnvoll halten. Aber im konkreten Fall tritt die NGO f&uuml;r die Wahl<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46760\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[200,11,190],"tags":[1550,1171,1690,2446,1856,904,250,2301,1352,426],"class_list":["post-46760","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-soziale-bewegungen","category-strategien-der-meinungsmache","category-wahlen","tag-agenda-2010","tag-asyl","tag-campact","tag-flugverkehr","tag-gauland-alexander","tag-grv","tag-hessen","tag-konfrontationspolitik","tag-rechtsruck","tag-wahlbeteiligung"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/46760","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=46760"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/46760\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":46767,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/46760\/revisions\/46767"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=46760"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=46760"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=46760"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}