{"id":46793,"date":"2018-10-29T13:19:17","date_gmt":"2018-10-29T12:19:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46793"},"modified":"2021-10-15T09:43:07","modified_gmt":"2021-10-15T07:43:07","slug":"alles-nur-nicht-merz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46793","title":{"rendered":"Alles, nur nicht Merz!"},"content":{"rendered":"<p>Angela Merkel wird nach 18 Jahren den Parteivorsitz abgeben. Das ist gut so. Via BILD brachte sich bereits wenige Sekunden nach dieser Meldung Friedrich Merz <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/politik\/inland\/politik-inland\/bild-liveticker-zur-hessen-wahl-spannendste-wahl-des-jahres-beginnt-58086590.bild.html\">als m&ouml;glichen Nachfolger ins Spiel<\/a>. Merz w&auml;re der wohl gr&ouml;&szlig;te anzunehmende politische Unfall, der Deutschland passieren k&ouml;nnte. Er ist das personifizierte trojanische Pferd der Wall Street und der transatlantischen Netzwerke &ndash; eine politische Bordsteinschwalbe, die ihre Haut stets an den Meistbietenden verkauft. Der Deutschland-Repr&auml;sentant von BlackRock und Vorstandsvorsitzende der Atlantik Br&uuml;cke hat schon immer die Interessen der B&uuml;rger f&uuml;r einen Judaslohn verschachert. Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_6334\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-46793-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/181029_Alles_nur_nicht_Merz_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/181029_Alles_nur_nicht_Merz_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/181029_Alles_nur_nicht_Merz_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/181029_Alles_nur_nicht_Merz_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=46793-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/181029_Alles_nur_nicht_Merz_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"181029_Alles_nur_nicht_Merz_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Lobbyist war Friedrich Merz schon immer. Bevor er 1989 &uuml;berhaupt &bdquo;Berufspolitiker&ldquo; wurde, war er bereits Lobbyist des Verbands der Chemischen Industrie. Zahlreiche andere Geldgeber folgten und sp&auml;testens seit seiner Niederlage beim Duell um den Fraktionsvorsitz gegen Angela Merkel im Jahre 2002 sind bei Friedrich Merz s&auml;mtliche D&auml;mme gebrochen. Merz war lange &bdquo;Berufspolitiker&ldquo; &ndash; ob er aber jemals hauptberuflich oder doch eher nebenberuflich in Partei und Bundestag t&auml;tig war, ist nicht so einfach zu sagen. <\/p><p><strong>Der Kandidat der Banken <\/strong><\/p><p>Von 2005 bis 2014 &ndash; bis 2009 noch neben dem Bundestagsmandat &ndash; war Merz als Partner der internationalen Anwaltskanzlei Mayer, Brown, Rowe &amp; Maw LLP  t&auml;tig &ndash; ein Schwergewicht der Branche mit einem Jahresumsatz in Milliardenh&ouml;he, das zu den zwanzig gr&ouml;&szlig;ten Anwaltskanzleien der Welt geh&ouml;rt und vor allem Wall-Street-Firmen vertritt. Als Repr&auml;sentant dieser Kanzlei wurde Merz 2010 als Anwalt vom Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) beauftragt, einen K&auml;ufer f&uuml;r die marode WestLB zu finden, nachdem die Kanzlei Mayer Brown bereits die Auslagerung der Ramschpapiere dieser Bank im Werte von 77 Milliarden Euro in eine mit Steuergeldern finanzierte Bad Bank gemanagt hatte. F&uuml;r Merz und Mayer Brown hat sich dieser Deal zweifelsohne gelohnt: Friedrich Merz, der in seinen politischen Reden stets darauf hinweist, dass der Staat kein Selbstbedienungsladen sei, bekam f&uuml;r seine Dienste ein Honorar in H&ouml;he von 5.000 Euro &ndash; nicht pro Monat, sondern pro Tag! Indirekt bezahlt wurde dieses &bdquo;Traumhonorar&ldquo; &uuml;brigens von all den Krankenschwestern, Paketboten und Handwerkern, sprich dem Steuerzahler. Sein Engagement war &uuml;brigens durchaus ein Erfolg; nur halt nicht f&uuml;r den Steuerzahler, sondern f&uuml;r das Bankhaus HSBC Trinkaus &amp; Burkhardt, das bei der &Uuml;bernahme der WestLB-Aktiva mitspielte. Als Dank daf&uuml;r durfte Merz den sicher gut dotierten Vorsitz des Verwaltungsrats von HSBC &uuml;bernehmen, den er <a href=\"https:\/\/www.about.hsbc.de\/de-de\/hsbc-in-germany\/executive-bodies\">heute noch bekleidet<\/a>. Den Steuerzahler kostete die Zerschlagung der WestLB hingegen <a href=\"https:\/\/de.reuters.com\/article\/deutschland-westlb-idDEBEE85J03Y20120620\">18 Milliarden Euro<\/a>. Gem&auml;&szlig; des Sprichworts, nach dem das Geld nie weg, sondern jetzt nur wo anders ist, fragt man sich ja immer, wer die Profiteure dieser Milliardenpleite waren: Friedrich Merz ist einer davon.<\/p><p>Es w&uuml;rde den Rahmen dieses Artikels sprengen, an dieser Stelle s&auml;mtliche &bdquo;nebenberuflichen&ldquo; T&auml;tigkeiten von Friedrich Merz aufzuz&auml;hlen. Vor allem die Finanzbranche scheint in Merz einen willf&auml;hrigen Vertreter ihrer Interessen gefunden zu haben. Der politisch-lobbyistische Tausendsassa sa&szlig; und sitzt unter anderem in den Gremien der AXA Konzern AG, der DBV-Winterthur Holding AG, der Deutschen B&ouml;rse AG, der Ernst &amp; Young AG, der ROCKWOOL Beteiligungs GmbH, der WEPA Industrieholding SE, der Commerzbank AG und der HSBC Trinkaus. Sein gr&ouml;&szlig;ter Karriereschritt war jedoch sicherlich die Ernennung zum <a href=\"http:\/\/www.manager-magazin.de\/unternehmen\/personalien\/friedrich-merz-wird-lobbyist-des-investmentriesen-blackrock-a-1082798.html\">Vorsitzenden des Aufsichtsrates beim deutschen Ableger des weltgr&ouml;&szlig;ten Verm&ouml;gensverwalters BlackRock<\/a>. <\/p><p>BlackRock ist nicht irgendwer, sondern der gr&ouml;&szlig;te &bdquo;Verm&ouml;gensverwalter&ldquo; der Welt mit einem Anlageportfolio von <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41340\">fast f&uuml;nf Billionen Euro<\/a>. BlackRock ist nicht nur bei fast allen Dax-Konzernen der gr&ouml;&szlig;te Einzelaktion&auml;r, sondern auch der gr&ouml;&szlig;te Aktion&auml;r von Google, Apple, Microsoft, Exxon Mobil, Chevron, Nestl&eacute; und vielen, vielen anderen Gro&szlig;konzernen, deren Interessen alles andere als gemeinn&uuml;tzig sind. Die Vorstellung, dass der oberste Deutschland-Repr&auml;sentant und -Lobbyist dieses Unternehmens, das sich so sehr wie wohl kaum ein anderes Unternehmen gegen die Interessen der Allgemeinheit und f&uuml;r die Interessen der Gro&szlig;finanz einsetzt, k&uuml;nftig Vorsitzender der CDU und dann wohl auch Kanzlerkandidat werden soll, ist geradezu grotesk. Hier wird der Bock zum G&auml;rtner gemacht.<\/p><p>Zumindest kann man Merz nicht vorwerfen, dass er aus seinen marktliberalen &Uuml;berzeugungen einen Hehl macht. Er ist Gr&uuml;ndungsmitglied der neoliberalen Denkfabrik <a href=\"https:\/\/lobbypedia.de\/wiki\/Initiative_Neue_Soziale_Marktwirtschaft\">Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft<\/a> und sitzt in den Gremien des neoliberalen Netzwerkes <a href=\"https:\/\/lobbypedia.de\/wiki\/Stiftung_Marktwirtschaft\">Stiftung Marktwirtschaft<\/a>. Merz muss nicht von wirtschaftsliberalen Lobbyisten &uuml;berzeugt werden, er ist selbst einer dieser Lobbyisten. Merz war stets ein Anh&auml;nger von Privatisierungen, Deregulierungen und K&uuml;rzungen im Bereich der Sozialpolitik. Ber&uuml;hmt-ber&uuml;chtigt ist auch sein steuerpolitisches Konzept der Steuererkl&auml;rung, die auf einen Bierdeckel passt und schlussendlich vor allem den Reichen und Superreichen Milliardenersparnisse bescheren w&uuml;rde. <strong>Es gibt wohl keinen Politiker in Deutschland, der Merz in Sachen Neoliberalismus das Wasser reichen k&ouml;nnte.<\/strong> <\/p><p><strong>Der Kandidat der USA<\/strong><\/p><p>Die zweite Kerneigenschaft von Friedrich Merz ist seine bedingungslose transatlantische Ausrichtung. Er sitzt in den Gremien des Council on Public Policy, des Aspen Instituts, ist seit 2009 Vorstandvorsitzender der <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41456\">Atlantik-Br&uuml;cke<\/a>  und <a href=\"https:\/\/lobbypedia.de\/wiki\/Trilaterale_Kommission\">Mitglied der deutschen Sektion der Trilateralen Kommission<\/a>. Auch hier ist Friedrich Merz wohl einer der exponiertesten Politiker Deutschlands, der nicht nur die finanziellen, sondern auch die au&szlig;en- und sicherheitspolitischen Interessen der USA ohne Vorbehalt &uuml;ber die Interessen der eigenen B&uuml;rger stellt.<\/p><p>Jahrelang war Merz der &bdquo;Untote&ldquo; der CDU, der im Hintergrund auf seine Chance lauerte. Die ist nun gekommen, aber der Zeitpunkt seiner Kandidatur ist sicher kein Zufall. Erst vor zehn Tagen hatte er laut WELT in Br&uuml;ssel <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article182332192\/Bruessel-Merz-wollte-erfahren-was-man-in-der-EU-ueber-Merkel-denkt.html\">einen &bdquo;Testlauf&ldquo; absolviert<\/a> und sich auf EU-Ebene bereits in Szene gesetzt. Es ist davon auszugehen, dass der Netzwerker Merz hinter den Kulissen auch im eigenen Lande bereits den einen oder anderen &bdquo;Testlauf&ldquo; durchgespielt hat. <\/p><p>Nach jetzigem Stand wird er im Dezember wohl vor allem in Angela Merkels Wunschnachfolgerin Annegret Kramp-Karrenbauer und dem profillosen Jens Spahn zwei Gegner haben. Die erst vier Wochen zur&uuml;ckliegende <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/eil-kauder-verliert-wahl-union-waehlt-neuen-fraktionschef-1.4144663\">Wahl des Fraktionsvorsitzenden<\/a>, bei der Merkels Kandidat Kauder &uuml;berraschend gegen Ralph Brinkhaus verloren hat, l&auml;sst jedoch erahnen, dass die konservativen, wirtschaftsliberalen und transatlantischen Kreise der Partei nicht sehr viel vom politischen Testament der Kanzlerin halten. Merz ante portas? Das w&auml;re eine politische Katastrophe.<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/6c29230d27f2469a85b958e4ae2d2b65\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Angela Merkel wird nach 18 Jahren den Parteivorsitz abgeben. Das ist gut so. Via BILD brachte sich bereits wenige Sekunden nach dieser Meldung Friedrich Merz <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/politik\/inland\/politik-inland\/bild-liveticker-zur-hessen-wahl-spannendste-wahl-des-jahres-beginnt-58086590.bild.html\">als m&ouml;glichen Nachfolger ins Spiel<\/a>. Merz w&auml;re der wohl gr&ouml;&szlig;te anzunehmende politische Unfall, der Deutschland passieren k&ouml;nnte. 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