{"id":46806,"date":"2018-10-30T08:21:29","date_gmt":"2018-10-30T07:21:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46806"},"modified":"2018-10-30T08:21:29","modified_gmt":"2018-10-30T07:21:29","slug":"hinweise-des-tages-3236","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46806","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46806#h01\">Auf einmal fehlt die Gegnerin<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46806#h02\">Merkels m&ouml;gliche Nachfolger<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46806#h03\">Finanzmarkt-Liebling Merz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46806#h04\">Friedrich Merz &ndash; ein Mann mit enormem Einfluss<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46806#h05\">Sammlungsbewegung und Kevin K&uuml;hnert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46806#h06\">Bolsonaro<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46806#h07\">Aus f&uuml;r Finanztransaktionssteuer: Unter &Ouml;sterreichs EU-Vorsitz siegt die Finanzlobby<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46806#h08\">Wenige haben viel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46806#h09\">Weder gerecht noch realistisch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46806#h10\">475 Euro f&uuml;r 15 Quadratmeter<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46806#h11\">Gute Gesundheitsversorgung statt Kostendisziplin<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46806#h12\">Die Erntesklavinnen Europas<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46806#h13\">FlixBus &ndash; Das Risiko f&auml;hrt mit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46806#h14\">&Uuml;berwachen und Strafen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46806#h15\">Leben wir in einer Demokratie oder in einer Auto-kratie?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46806#h16\">H&ouml;rt auf, die Gr&uuml;nen zu w&auml;hlen &ndash; Dadurch wird nichts besser.<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46806#h17\">Jon Lansmans &bdquo;Momentum&ldquo; machte Jeremy Corbyn vom linken Au&szlig;enseiter zum popul&auml;ren Labour-Vorsitzenden. Hier erkl&auml;rt er wie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46806#h18\">Das Migrationsabkommen in ARD und ZDF, bzw. NICHT in ARD und ZDF<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten,  dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Auf einmal fehlt die Gegnerin<\/strong><br>\nAngela Merkels R&uuml;ckzug vom CDU-Vorsitz &auml;ndert die politische Landschaft grundlegend. Vor allem FDP und AfD m&uuml;ssen eine neue Strategie finden &ndash; ihnen kommt die Hauptkontrahentin abhanden.<br>\nAnfang Dezember soll auf dem CDU-Bundesparteitag in Hamburg eine neue Parteivorsitzende oder ein neuer Vorsitzender gew&auml;hlt werden. Zwei bekannte Kandidaten haben bereits ihre Bereitschaft erkl&auml;rt: Generalsekret&auml;rin Annegret Kramp-Karrenbauer und Gesundheitsminister Jens Spahn. Friedrich Merz, den Merkel einst als Fraktionschef verdr&auml;ngte und der heute als Anwalt arbeitet, will offenbar auch antreten.<br>\nKlar ist: Die CDU wagt sich auf neues Terrain.<br>\nAuch Merkels h&auml;rteste Gegner in der Opposition m&uuml;ssen nun umdenken, sich wom&ouml;glich schneller als geplant auf eine Zeit ohne sie einstellen. Niemand kann derzeit garantieren, dass die Gro&szlig;e Koalition bis 2021 h&auml;lt &ndash; angesichts der st&auml;ndigen Unruhe in der SPD. Ein vorzeitiger Bruch mit Neuwahlen, ohne Merkel, ist eine Option in den kommenden Monaten. Alles ist derzeit im Fluss.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/angela-merkel-auf-dem-rueckzug-ploetzlich-fehlt-afd-und-fdp-der-gegner-a-1235753.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Je nachdem, wer Merkel nachfolgt, k&ouml;nnten die Gr&uuml;nen am Ende als gro&szlig;er Gewinner aus dem Merkel-R&uuml;ckzug herauskommen. Spahn und Merz w&uuml;rden zwar der AfD mit Sicherheit sehr viele W&auml;hler abnehmen, daf&uuml;r aber auch ebenso viele W&auml;hler in Richtung Gr&uuml;ne treiben. F&uuml;r die CDU ein Nullsummenspiel, f&uuml;r die Gr&uuml;nen ein Hauptgewinn. Die AfD scheint ihren Zenit jedoch endg&uuml;ltig &uuml;berschritten zu haben. Der vielzitierte &bdquo;Rechtspopulismus&ldquo; kehrt zu seiner Heimstatt zur&uuml;ck.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Merkels m&ouml;gliche Nachfolger<\/strong><br>\nNach 18 Jahren soll die CDU nun von einem neuen Parteichef gef&uuml;hrt werden, oder einer Parteichefin. Wir stellen die potenziellen Nachfolger von Kanzlerin Merkel vor. [&hellip;]<br>\nFriedrich Merz (62, Wirtschaftsanwalt, will kandidieren): Wenn die Konservativen in der CDU von fr&uuml;her schw&auml;rmen, f&auml;llt ihnen zuerst Merz ein. Obwohl der Westfale die Politik vor fast zehn Jahren verlassen hat, lie&szlig; er sich binnen Minuten nach der Meldung von Merkels R&uuml;ckzug zur Kandidatur &uuml;berreden. Dabei d&uuml;rfte ihn auch Rache befl&uuml;geln: Als Parteivorsitzende hatte Merkel ihn nach der Bundestagswahl 2002 vom Fraktionsvorsitz verdr&auml;ngt, den er zwei Jahre innehatte &ndash; der Anfang ihres Kurses zur Mitte. Auf den ersten Blick ist Merz eine verr&uuml;ckte Wahl: Nach 14 Jahren ohne Amt Parteichef? Andererseits macht f&uuml;r viele in Partei, Wahlvolk und Medien gerade das seinen Reiz aus: ein Querkopf, von der &Auml;ra Merkel unbelastet: Man sollte den Trump-Effekt nicht untersch&auml;tzen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr.de\/politik\/cdu-kandidaten-merkels-moegliche-nachfolger-a-1610373\">Frankfurter Rundschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Steven Geyer schafft das Unm&ouml;gliche &ndash; er liefert doch tats&auml;chlich ein Kurzportrait von Friedrich Merz ab, in dem die Worte &bdquo;Lobbyist&ldquo;, &bdquo;neoliberal&ldquo; und &bdquo;transatlantisch&ldquo; nicht vorkommen. Das muss man erst einmal schaffen. Hut ab. Da sage noch mal wer, die Medien w&uuml;rden nicht ausf&uuml;hrlich informieren. <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Finanzmarkt-Liebling Merz<\/strong><br>\n17:12 Uhr<br>\nDie Spekulationen auf Bewegung in der Gro&szlig;en Koalition gab dem deutschen Aktienmarkt zus&auml;tzlichen Anschub. Insbesondere die m&ouml;gliche Kandidatur des wirtschaftsnahen Friedrich Merz befl&uuml;gelte den Dax.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/newsticker\/liveticker-beben-cdu-101.html#Brennpunkt-nach-der-emTagesschauem\">Newsticker der Tagesschau<\/a>\n<p><strong>sowie: &bdquo;Kein Problem, dass Merz viel Geld verdient hat&ldquo;<\/strong><br>\nDie Gro&szlig;e Koalition m&uuml;sse sich nach dem R&uuml;ckzug von Kanzlerin Angela Merkel als Parteichefin zusammenraufen, sagte der &Ouml;konom Marcel Fratzscher im Dlf. Seine Sorge sei, dass Europa immer st&auml;rker ins Hintertreffen gerate. Dass mit Friedrich Merz ein Wirtschaftsmann nach dem CDU-Vorsitz greift, sei kein Problem.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/merkel-rueckzug-eu-und-welthandel-kein-problem-dass-merz.769.de.html?dram:article_id=431814\">Deutschlandfunk<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Das Witzige ist, das Fratzscher in der &Ouml;ffentlichkeit nicht als Neoliberaler wahrgenommen bzw. nicht als solcher dargestellt wird.<\/em><\/p>\n<p><strong>Super-Heuschrecke Blackrock: Wo arbeitet Friedrich Merz?<\/strong><br>\nDer fr&uuml;here CDU-Politiker Friedrich Merz k&ouml;nnte nach der Hessenwahl den Weg wieder zur&uuml;ck in die Politik finden. Als Nachfolger Angela Merkels auf dem Chefsessel der CDU. Im Moment ist er Aufsichtsratsvorsitzender beim deutschen Ableger des weltgr&ouml;&szlig;ten Verm&ouml;gensverwalters Blackrock.<br>\nDer Aufstieg von Blackrock ist ebenso atemberaubend wie das Unternehmen schillernd ist: 1988 gegr&uuml;ndet, hat es sich zum weltweit gr&ouml;&szlig;ten Verm&ouml;gensverwalter aufgeschwungen. Ende vergangenen Jahres lag die Summe des von Blackrock verwalteten Verm&ouml;gens bei rund 6,3 Billionen US-Dollar.<br>\nInvestiert bei allem, was Rang und Namen hat<br>\nDer bis heute waltende Chef Larry Fink hatte das Unternehmen vor 30 Jahren mit einer Hand voll K&ouml;pfen ins Leben gerufen. Heute arbeiten bei Blackrock rund 13.000 Menschen weltweit. Noch bemerkenswerter: Die Anzahl der Unternehmen, in die Blackrock das Geld der Anleger investiert hat, liegt bei rund 15.000. Und darunter ist so ziemlich alles, was Rang und Namen hat.<br>\nNat&uuml;rlich h&auml;lt Blackrock auch Anteile an gro&szlig;en B&ouml;rsenkonzernen hierzulande, und das nicht zu knapp: Fast neun Prozent am Immobilienkonzern und Dax Mitglied Vonovia, Bayer, Deutsche Post, Allianz, M&uuml;nchner R&uuml;ck, Eon, BASF, Deutsche B&ouml;rse, Deutsche Bank: die Liste lie&szlig;e sich beliebig fortsetzen. An den eben genannten  Dax-Werten aber h&auml;lt Blackrock Anteile von jeweils &uuml;ber sechs Prozent.<br>\nBestens vernetzt<br>\nBlackrock hat erhebliche Anteile an allen Dax-Konzernen, bei einem Drittel der deutschen B&ouml;rsenschwergewichte ist der Investor der gr&ouml;&szlig;te Einzelaktion&auml;r. Deswegen ist Blackrock-Chef Fink bestens in der internationalen Finanzgemeinschaft vernetzt &ndash; er kennt viele Chefs der gro&szlig;en Firmen als zum Teil wichtigster Anteilseigner pers&ouml;nlich. Und mit diesen Anlagen hat Blackrock nat&uuml;rlich auch erheblichen Einfluss.<br>\nAuf Aktion&auml;rsversammlungen und in Aufsichtsr&auml;ten nimmt Blackrock als Gro&szlig;investor Einfluss auf Vorstandsbez&uuml;ge, Jobs und im Zweifel auch die strategische Ausrichtung von Unternehmen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/merkel-nachfolge-super-heuschrecke-blackrock-wo-arbeitet.769.de.html?dram:article_id=431813\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Friedrich Merz &ndash; ein Mann mit enormem Einfluss<\/strong><br>\nDer fr&uuml;here Unionsfraktionschef Friedrich Merz gilt als Kandidat f&uuml;r den CDU-Vorsitz. Diese Ank&uuml;ndigung d&uuml;rfte die deutsche Wirtschaft nach Einsch&auml;tzung von Dlf-Wirtschaftsredakteur Klemens Kindermann geradezu elektrisieren. Seine R&uuml;ckkehr in die Politik w&auml;re f&uuml;r Deutschland ungew&ouml;hnlich.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/moegliche-kandidatur-fuer-cdu-vorsitz-friedrich-merz-ein.766.de.html?dram%3Aarticle_id=431778&amp;fbclid=IwAR160Mng2Ov_up3-PMx4GAWk4UwRbIWh0aRzdY73GJtrfE4JK2suBKLl2do\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Sammlungsbewegung und Kevin K&uuml;hnert<\/strong><br>\nEs war Freitag, der 7. September. Drei Tage nach dem offiziellen Start der Sammlungsbewegung &raquo;Aufstehen&laquo; fand im Berliner Babylon eine Podiumsdiskussion mit Sahra Wagenknecht statt, an der unter anderem auch der Jungsozialisten-Chef Kevin K&uuml;hnert teilnahm. Mit gro&szlig;em Interesse verfolgte ich K&uuml;hnerts Ausf&uuml;hrungen und seine Antworten auf die Kritik vieler Anwesender, warum er der Bewegung distanziert bis ablehnend gegen&uuml;berstehe. Immerhin verfolgt die SPD-Linke, nach K&uuml;hnert selbst, beinahe dieselben politischen Ziele, wie sie im &raquo;Aufstehen&laquo;-Aufruf systematisch aufgelistet sind. Inhaltlich &raquo;k&ouml;nnen wir alle&laquo;, so K&uuml;hnert, &raquo;den Aufruf unterschreiben&laquo;. Um es vorwegzunehmen: K&uuml;hnert hat &ndash; bei allem Respekt vor seiner Intervention gegen die Bildung der GroKo &ndash; mich an diesem Abend entt&auml;uscht. Bei seinen zahlreichen und l&auml;ngeren &Auml;u&szlig;erungen zu seiner Ablehnung der Sammlungsbewegung redete er um den hei&szlig;en Brei herum. Er war alles andere als authentisch, das merkte man schon an seinem Gesichtsausdruck.<br>\nDoch konnte man aus einer von K&uuml;hnerts Antworten, die er h&ouml;chst verklausuliert und nur beil&auml;ufig vortrug, den eigentlichen Grund f&uuml;r seine ansonsten schwer nachvollziehbare Argumentation herauslesen. Sinngem&auml;&szlig; sagte er, Politik werde von Menschen gemacht, und an der Spitze der Sammlungsbewegung stehe neben Sahra Wagenknecht nun auch jemand wie Oskar Lafontaine, dem gegen&uuml;ber man in der SPD Vorbehalte habe. Lafontaines SPD-Austritt habe viel Porzellan zerschlagen und bei seinen Anh&auml;ngern in der Partei Wut und Groll hinterlassen. Die Linken in der SPD k&ouml;nnten sich nicht so ohne weiteres einer Bewegung anschlie&szlig;en, die ausgerechnet von Lafontaine mit angef&uuml;hrt wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ossietzky.net\/20-2018&amp;textfile=4536\">Ossietzky<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Erstaunlich, dass der Verfasser erst jetzt von K&uuml;hnert entt&auml;uscht ist. Bis auf die Ablehnung der GroKo hatte K&uuml;hnert programmatisch bisher nichts zu bieten. Wer auf ihn bez&uuml;glich einer &bdquo;Erneuerung&ldquo; der SPD bzw. dem angemahnten Schulterschluss mit #Aufstehen hofft d&uuml;rfte vergeblich hoffen. Gerade K&uuml;hnert symbolisiert wie kein anderer die Inhaltsleere der Politik der SPD.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Bolsonaro<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>F&uuml;nf Gr&uuml;nde f&uuml;r Bolsonaros Erfolg<\/strong><br>\nEr ist ein Rechtsextremer, ein Rassist und verachtet gro&szlig;e Teil der Bev&ouml;lkerung. Trotzdem haben 55 Prozent der Brasilianer Jair Bolsonaro zu ihrem Pr&auml;sident gew&auml;hlt. Wie hat er sie &uuml;berzeugt? &hellip;<br>\nMonatelang drehte sich der Wahlkampf in Brasilien vor allem auch um eine Frage: Wird Lula wirklich noch einmal antreten (d&uuml;rfen)? Dabei ging es vor allem um die juristische Frage, denn Lula war zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Am Ende schickte der Ex-Pr&auml;sident seinen Stellvertreter Haddad ins Rennen &ndash; personell eine gute Wahl. Das Problem war vielmehr, dass Lula die Stimmung im Land falsch eingesch&auml;tzt hat. Er selbst mag bei vielen Brasilianern noch sehr beliebt sein, doch ebenso viele Brasilianer k&ouml;nnen ihn nicht ausstehen &ndash; noch gr&ouml;&szlig;er ist der Hass auf seine PT. Nur mit viel M&uuml;he gelang Rousseff 2014 die Wiederwahl, schon das h&auml;tte der Partei eine Lehre sein m&uuml;ssen.<br>\nDie PT konnte die Menschen nicht davon &uuml;berzeugen, dass sie es dieses Mal besser machen w&uuml;rde. Bolsonaro hingegen inszenierte sich als Antipolitiker und Garant f&uuml;r einen Politikwechsel: &ldquo;Mehr Brasilien, weniger Brasilia&rdquo;, wettert er gegen das Establishment in der Hauptstadt. Das kommt an. Haddad hat unter diesen Umst&auml;nden mit 29 Prozent im ersten und 45 Prozent im zweiten Wahlgang ein sehr gutes Ergebnis eingefahren. Um auch Kritiker von Lula und der PT auf seine Seite zu ziehen, hatte er sich vor der Stichwahl zudem vom Ex-Pr&auml;sidenten distanziert, um als unabh&auml;ngiges und neues Gesicht w&auml;hlbar zu werden. Aber dennoch ist es Haddad in diesen Wochen nicht gelungen, die Unterst&uuml;tzung aller anderen Lager zu gewinnen und eine geeinte Front gegen Bolsonaro aufzubauen.<br>\nBolsonaro hat im Wahlkampf gegen Frauen, Schwule und Indigene gehetzt, er macht aus seinem Rassismus gegen&uuml;ber der schwarzen Bev&ouml;lkerung keinen Hehl und l&auml;sterte &uuml;ber Arme. Dennoch wurde er auch von diesen Bev&ouml;lkerungsgruppen gew&auml;hlt. Auch seine Verharmlosung der Milit&auml;rdiktatur und die Ank&uuml;ndigung, Milit&auml;rs in seine Regierung zu holen, schreckte die Mehrheit der W&auml;hler offenbar nicht ab.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/brasilien-fuenf-gruende-warum-jair-bolsonaro-die-praesidentschaftswahl-gewann-a-1235653.html\">SPON<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Wieder ein typischer Spiegel-Artikel gespickt mit Halbwahrheiten. Was hei&szlig;t hier bez&uuml;glich Lula &bdquo;noch gr&ouml;&szlig;er ist der Hass auf seine PT&ldquo;. Kein Wort dar&uuml;ber aus welcher Ecke dieser kommt. Aus der Ecke der alten Eliten, unterst&uuml;tzt durch die wei&szlig;e Mittelschicht und angeheizt durch Medien, die sich gr&ouml;&szlig;ten Teils in der Hand einflussreicher Unternehmerdynastien und Gro&szlig;grundbesitzerfamilien befinden. Beispiel: Mit einem Anteil von 37 Prozent ist TV Globo der reichweitenst&auml;rkste Sender in ganz Brasilien. Eigent&uuml;mer von TV Globo ist die milliardenschwere Unternehmerfamilie Marinho zu deren Medienimperium neben Radiosendern und Internetportalen auch Zeitungen und Zeitschriften geh&ouml;ren. Wem die Sympathie der Familie Marinho geh&ouml;rt d&uuml;rfte dabei unschwer zu erraten sein. Und, dass man &uuml;ber die manipulative Macht der Medien beim Spiegel nicht so gerne spricht ist dabei durchaus nach vollziehbar.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Rechtsextremer Bolsonaro &ndash; Z&ouml;gling des Milit&auml;rs in Brasilien<\/strong><br>\nLaut Informationen aus brasilianischen Milit&auml;rkreisen arbeiten ranghohe Milit&auml;rs seit Jahren an einem Plan, ihren Einfluss auf die Regierung zu sichern. Der Sieg eines rechts-nationalistischen Kandidaten ist Teil davon und der Pr&auml;sidentschaftsanw&auml;rter Jair Bolsonaro dabei ihr Vehikel. Die im j&uuml;ngsten WhatsApp-Skandal verwendeten Datens&auml;tze zur Diffamierung des linksgerichteten Konkurrenten, Fernando Haddad, waren illegal vom Milit&auml;r bereitgestellt worden, wie Amerika21 erfahren hat.<br>\nBereits im Jahr 2014 beschlossen ranghohe Offiziere, einen eigenen Kandidaten ins Rennen um das Staatsoberhaupt zu schicken. Nach anf&auml;nglichen Zweifeln entschieden sich die Gener&auml;le f&uuml;r den fr&uuml;heren Hauptmann Bolsonaro. Teile der Streitkr&auml;fte halten sich f&uuml;r die bessere Interessenvertretung der brasilianischen Nation. Insbesondere &ldquo;strategische Bereiche&rdquo; wie die Erd&ouml;lf&ouml;rderung und Stromerzeugung stehen unter ihrem &ldquo;Schutz&rdquo;. 33 Jahre nach Ende der Milit&auml;rdiktatur scheinen die Milit&auml;rs in Brasilien wieder das erste und letzte Wort zu haben.<br>\nWie die argentinische Zeitung &Aacute;mbito Financiero Anfang Oktober berichtete, planen Offiziere des brasilianischen Milit&auml;rs seit L&auml;ngerem, wieder die Rolle eines Protagonisten in der Gesellschaft einzunehmen. Ziel sei es, eine Art &ldquo;neue Demokratie&rdquo; anzusto&szlig;en, die durch das aktuelle System verhindert werde. Ihre Grundanschauungen seien der politische Konservatismus, der &ouml;konomische Liberalismus, eine aktive Rolle der Milit&auml;rs im politischen Geschehen und die Mission, die politische Linke mit der Wurzel auszurei&szlig;en.1 Die Zeitung beruft sich dabei auf einen ranghohen Offizier der Streitkr&auml;fte, der seit Jahren aktiv an einem &ldquo;minuti&ouml;sen Prozess des politischen Aufbaus&rdquo; beteiligt sei. Dieser Prozess habe mit dem Sieg Bolsonaros im ersten Wahlgang seinen vorl&auml;ufigen H&ouml;hepunkt gefunden, so der Armeeangeh&ouml;rige, der anonym bleiben wollte.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/amerika21.de\/analyse\/216390\/bolsonaro-instrument-militaers\">amerika21<\/a><\/li>\n<li><strong>Der Chicago Boy und sein Pr&auml;sident<\/strong><br>\nDeutsche Wirtschaftskreise geben sich mit Blick auf den k&uuml;nftigen brasilianischen Pr&auml;sidenten Jair Messias Bolsonaro hoffnungsfroh und verweisen dazu auf das Wirtschaftsprogramm seines Superministers in spe, Paulo Guedes. Guedes wirkte zur Zeit des Milit&auml;rregimes von Augusto Pinochet als Dozent an der Universidad de Chile; seine Pl&auml;ne &auml;hneln der Wirtschaftspolitik der chilenischen Milit&auml;rdiktatur. Bolsonaro, der sich seit rund einem Jahr von Guedes beraten l&auml;sst, wird von der brasilianischen Wirtschaft bejubelt, nicht zuletzt vom brasilianischen Partnerverband des BDI, der Confedera&ccedil;&atilde;o Nacional da Ind&uacute;stria (CNI), in der deutsche Unternehmen eine starke Stellung innehaben. Deutsche Konzerne hatten bereits mit der brasilianischen Milit&auml;rdiktatur kooperiert. Bolsonaros Sieg versetzt der Politik einer vorsichtigen Umverteilung zugunsten verarmter Bev&ouml;lkerungsschichten den Todessto&szlig;, f&uuml;r die die Pr&auml;sidenten Lula da Silva und Rousseff standen und die im Kern schon mit dem kalten Putsch vom Mai 2016 beendet wurde &ndash; unter dem Beifall deutscher Unternehmer.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/7768\/\">German Foreign Policy<\/a><\/li>\n<li><strong>Attac bekr&auml;ftigt Solidarit&auml;t mit sozialen Bewegungen in Brasilien<\/strong><br>\nAttac ist zutiefst best&uuml;rzt &uuml;ber die Wahl des Rassisten, Sexisten und homophoben Rechtsextremisten Jair Messias Bolsonaro zum brasilianischen Staatspr&auml;sidenten. &ldquo;Unsere Solidarit&auml;t und Unterst&uuml;tzung gilt allen Bewegungen, Aktivist*innen und ausgegrenzten Bev&ouml;lkerungsgruppen, die heute Morgen in Brasilien im Alptraum der Pr&auml;sidentschaft von Jair Bolsonaro erwacht sind&rdquo;, hei&szlig;t es in einer gemeinsam mit anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen verfassten Erkl&auml;rung des Europ&auml;ischen Attac-Netzwerks.<br>\n&ldquo;Wir sehen mit gro&szlig;er Sorge, dass in vielen L&auml;ndern rechte Politiker Wahlen gewinnen, indem sie die Ursachen gesellschaftlicher Probleme verk&uuml;rzen, auf den Kopf stellen und einfache L&ouml;sungen anbieten, die die Probleme verst&auml;rken, statt sie zu l&ouml;sen. In einer un&uuml;bersichtlich gewordenen globalisierten Welt werden dabei gezielt Abstiegs&auml;ngste von Mittelschichten und Konkurrenz unter sozial Schwachen gesch&uuml;rt&rdquo;, sagt Achim Heier von Attac.<br>\nBolsonaro hat die Wahl mit dem Slogan &ldquo;Sicherheit und Kampf der Korruption&rdquo; in einem Land gewonnen, in dem Gewalt verzweifelter Ausdruck der riesigen sozialen Ungleichheit ist und in dem Korruption und Bereicherung in hohem Ma&szlig;e von Unternehmern und ihnen verbundenen Politiker*innen ausgeht. Bolsonaro will und wird daran nichts &auml;ndern.<br>\n&ldquo;Bolsonaro als Pr&auml;sident wird nicht nur zur Bedrohung f&uuml;r die Menschen- und B&uuml;rgerrechte in Brasilien. Seine Politik wird die Armen weiter verarmen lassen und die Ungleichheit in einem Land mit nach wie vor sehr gro&szlig;er Ungleichheit noch weiter verst&auml;rken. Sie wird die Umwelt zerst&ouml;ren und verhindern, dass die im Weg stehenden Personen sich zu Wort melden&rdquo;, warnt Hugo Braun, Vertreter von Attac Deutschland im Europ&auml;ischen Attac-Netzwerk.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.attac.de\/startseite\/detailansicht\/news\/attac-bekraeftigt-solidaritaet-mit-sozialen-bewegungen-in-brasilien\/\">attac<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Aus f&uuml;r Finanztransaktionssteuer: Unter &Ouml;sterreichs EU-Vorsitz siegt die Finanzlobby<\/strong><br>\nFinanzminister Hartwig L&ouml;ger erkl&auml;rt &Ouml;sterreichs Engagement f&uuml;r eine Finanztransaktionssteuer (FTS) f&uuml;r beendet. In der deutschen Zeitung &bdquo;Handelsblatt&ldquo; sagt L&ouml;ger, dass der gr&ouml;&szlig;te Teil der Finanzgesch&auml;fte, n&auml;mlich der Handel mit Derivaten, von der Steuer ausgenommen werden soll. &Uuml;brig bleiben Gesch&auml;fte mit Aktien, die nur rund zehn Prozent der Steuer ausmachen. Damit hat sich die Finanzlobby im Kampf gegen die Finanztransaktionssteuer durchgesetzt. Unter &Ouml;sterreichs Vorsitz wird das Vorhaben aufgegeben.<br>\nVor einem Jahr hat der &ouml;sterreichische Finanzminister Hans-J&ouml;rg Schelling (&Ouml;VP) noch verk&uuml;ndet, dass eine Einigung &uuml;ber die Finanztransaktionssteuer zum Greifen nahe ist. Jetzt hat &Ouml;sterreich den EU-Ratsvorsitz inne und der aktuelle Finanzminister Hartwig L&ouml;ger (&Ouml;VP) ist Vorsitzender der Arbeitsgruppe zur Finanztransaktionssteuer (FTS). Genau zu diesem Zeitpunkt wird die Finanztransaktionssteuer begraben.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/kontrast.at\/loeger-begraebt-finanztransaktionssteuer\/\">kontrast.at<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Wenige haben viel<\/strong><br>\nZumindest eine Sache hat sich in der Bundesrepublik in den vergangenen Jahrzehnten pr&auml;chtig entwickelt: die Ungleichheit der Einkommen und Verm&ouml;gen. Die neueste Analyse dieses oft mehr empfundenen als sachlich dokumentierten Tatbestandes &ndash; noch vor wenigen Jahren wurden fast ausschlie&szlig;lich Daten zu den Einkommen und hier &uuml;berwiegend auch nur zu den niedrigen und mittleren wissenschaftlich ausgewertet &ndash; stammt von Dorothee Spannagel vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung und Anita Tiefensee vom Parit&auml;tischen Gesamtverband. Ihr Aufsatz &raquo;Ungleichheit der Einkommen und Verm&ouml;gen in Deutschland&laquo; wurde soeben in den Mitteilungen des WSI ver&ouml;ffentlicht. Die beiden Autorinnen haben unter anderem Daten des Sozio&ouml;konomischen Panels (SOEP) ausgewertet. Das SOEP ist eine seit 1984 j&auml;hrlich wiederholte repr&auml;sentative Befragung von etwa 12.000 Haushalten in der Bundesrepublik.<br>\nSpannagel\/Tiefensee beschreiben die Entwicklung der Einkommensverteilung seit 1990 sowie den aktuellen Stand der Verm&ouml;gensverteilung. Der Befund: Die verf&uuml;gbaren Einkommen in der Bundesrepublik waren seit den 1970er Jahren nie so ungleich verteilt wie heute. Im Vergleich noch viel ausgepr&auml;gter ist die Konzentration der Verm&ouml;gen.<br>\nDer Untersuchung zufolge stieg die Ungleichheit der Einkommen insbesondere zu Beginn der 2000er Jahre stark an und erreichte 2005 einen ersten H&ouml;hepunkt. Danach blieb sie f&uuml;r mehrere Jahre stabil auf hohem Niveau. Seither sind deutlich mehr Menschen von Einkommensarmut betroffen als zu Beginn der 1990er Jahre. Waren 1991 etwas mehr als elf Prozent der Bev&ouml;lkerung von dieser Form der Armut betroffen, so waren es 2015 16,8 Prozent. Spannagel\/Tiefensee sprechen von einem &raquo;wellenf&ouml;rmigen&laquo; Anstieg: &raquo;Mitte der 1990er Jahre waren die Armutsquoten leicht r&uuml;ckl&auml;ufig, um dann zwischen 1998 und 2009 deutlich von 10,6 Prozent auf 15,1 Prozent anzusteigen.&laquo; In den vergangenen Jahren hat die Einkommensungleichheit in einer Phase kapitalistischer Konjunktur und eines H&ouml;chststandes bei der Zahl der Erwerbst&auml;tigen erneut zugenommen. Ablesen l&auml;sst sich das am sogenannten Gini-Koeffizienten. Die statistische Zahl ist ein g&auml;ngiges Ma&szlig; f&uuml;r die Ermittlung von materieller Ungleichverteilung. Bei einem Gini-Wert von &raquo;Null&laquo; w&uuml;rden alle Personen in einer Gesellschaft &uuml;ber gleich viel Einkommen und\/oder Verm&ouml;gen verf&uuml;gen, bei einem Wert von &raquo;Eins&laquo; w&uuml;rde eine Person alles besitzen und alle anderen nichts. In der Bundesrepublik stieg der Gini-Wert f&uuml;r verf&uuml;gbare Einkommen zwischen 1991 und 2015 von 0,25 auf 0,29.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/342583.verm%C3%B6gensverteilung-wenige-haben-viel.html\">junge Welt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Weder gerecht noch realistisch<\/strong><br>\nSeit von der Digitalisierung als einem technologischen Quantensprung gesprochen wird, der die Arbeitswelt revolutioniert und in K&uuml;rze angeblich selbst Berufe wie Arzt, Apotheker oder Anwalt &uuml;berfl&uuml;ssig macht, ist das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) in den Mittelpunkt des &ouml;ffentlichen Interesses ger&uuml;ckt. Durch diesen steuerfinanzierten Universaltransfer sollen alle Menschen ohne Bed&uuml;rftigkeitspr&uuml;fung und ohne Verpflichtung zur Erwerbsarbeit, wie sie im bestehenden Sozialstaat existieren, ein Leben in W&uuml;rde f&uuml;hren k&ouml;nnen. BGE-Bef&uuml;rworter sehen darin eine L&ouml;sung f&uuml;r massive Arbeitsplatzverluste im Zuge der Digitalisierung und erwarten mehr individuelle Kreativit&auml;t und gesellschaftliche Produktivit&auml;t.<br>\nDer demografische Wandel und die Globalisierung fungieren seit der Jahrtausendwende als die beiden Gro&szlig;en Erz&auml;hlungen unserer Zeit, die Neoliberale zur Rechtfertigung von Reformen nutzen, mit deren Hilfe sie den Sozialstaat im Allgemeinen und die Gesetzliche Rentenversicherung demontiert haben. &raquo;Digitalisierung&laquo; ist gleichfalls ein neoliberales Narrativ, weil den Menschen damit Angst vor dem Arbeitsplatz- und Einkommensverlust gemacht, von dem eigentlichen Zukunftsproblem der sozialen Polarisierung, des Zerfalls der Arbeitswelt in Billigarbeiter und Besserverdienende sowie der sich vertiefenden Kluft zwischen Arm und Reich abgelenkt wird. Prekarisierung, Lohnspreizung und Verm&ouml;genskonzentration bilden das Kardinalproblem der k&uuml;nftigen Gesellschaftsentwicklung, nicht digitale Transformation und Arbeitsplatzvernichtung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ossietzky.net\/20-2018&amp;textfile=4534\">Christoph Butterwegge in Ossietzky<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>475 Euro f&uuml;r 15 Quadratmeter<\/strong><br>\nM&uuml;nchen ist die Stadt mit den h&ouml;chsten Mieten in Deutschland. Viele Menschen k&ouml;nnen sich ihre Wohnungen dort nicht mehr leisten und viele, vor allem junge Menschen, k&ouml;nnen von der eigenen Wohnung nur tr&auml;umen. Zu Besuch bei Adriana, Marco, den Rudolphs und Wilhelm Kling<br>\nAdriana Bil, 24 Jahre alt, hat gerade eine Mandelentz&uuml;ndung. Schon zum zweiten Mal in wenigen Wochen. Auf der gro&szlig;en M&uuml;nchner Wohndemo Mitte September ging es los. Ihre Rede hielt sie noch durch, mit Mikro. Auch die Stimme hat mitgemacht.<br>\n&bdquo;Wohnraum muss auch f&uuml;r junge Menschen bezahlbar sein&ldquo;, hat Adriana vor dem Gewerkschaftshaus gefordert. Und: &bdquo;Ein eigenes Leben braucht ein eigenes Wohnen.&ldquo; Und: &bdquo;Die Mietpreisbremse ist l&ouml;chrig wie ein Schweizer K&auml;se!&ldquo; Sie hat erkl&auml;rt, dass vor allem junge Berufst&auml;tige es schwer haben auf dem M&uuml;nchner Wohnungsmarkt, weil ihre Arbeitsvertr&auml;ge meist befristet sind, Vermieter aber Leute in sicheren Berufsverh&auml;ltnissen vorziehen. Sie hat gefordert, dass Betriebe, die junge Menschen ausbilden, auch f&uuml;r g&uuml;nstigen Wohnraum sorgen.<br>\nSie lief mit, durch die halbe Stadt, wie 10.000 andere Menschen. &bdquo;Miethaie zu Fischst&auml;bchen&ldquo; stand auf dem Wagen, der durch die Schwanthalerstra&szlig;e zog, vorbei an t&uuml;rkischen Caf&eacute;s und Sprachschulen, Kinos, Sexshops, Bettlern und staunenden Passanten. &Uuml;ber die gesch&auml;ftige Sonnenstra&szlig;e zogen die Demonstranten weiter hinein ins Zentrum der Stadt, zur Oper und zum Nationaltheater, entlang der Maximilianstra&szlig;e, dem teuersten Pflaster M&uuml;nchens. Ein Weg durch arme und reiche Stra&szlig;en, vorbei an billigen Bahnhofsabsteigen und Luxushotels, wie beim Monopolyspiel. Die Ungleichheit im gesellschaftlichen Zusammenleben: Sie spiegelte sich auch in der Route.<br>\nNach knapp zwei Stunden gelangte man auf die f&uuml;r die Demonstration gesperrte Ludwigstra&szlig;e, wo gefeierte wurde und Musik gemacht.<br>\nDann ging Adriana Bil, ehrenamtliche Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin der ver.di Jugend M&uuml;nchen, nach Hause und legte sich ins Bett. Und man muss noch nie in einer Sechser-WG gewohnt haben, um zu begreifen, dass es wenig angenehm ist, an einem Samstagabend krank zu sein und m&uuml;de, nur von einer d&uuml;nnen Rigipswand vom gemeinsamen Wohnzimmer getrennt.<br>\nDie Wohngemeinschaft hat ein Haus f&uuml;r sich, Adrianas Zimmer befindet sich im Erdgeschoss, der Blick endet am Gartenzaun gegen&uuml;ber. Familien leben hier, &auml;ltere Menschen. Kein Winkel, in dem das Leben tost. Aber 475 Euro warm f&uuml;r 15 Quadratmeter: Das ist f&uuml;r sie noch bezahlbar. Adriana hatte Gl&uuml;ck, als geborene M&uuml;nchnerin kennt sie viele Leute in der Stadt, Freunde haben ihr die WG vermittelt. Allerdings macht sie sich schon darauf gefasst, im Fr&uuml;hjahr wieder auf die Suche zu gehen. Denn sie hat nur einen Zwischenmietvertrag. Im Mai muss sie wom&ouml;glich ausziehen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/publik.verdi.de\/2018\/ausgabe-07\/gesellschaft\/reportage\/seiten-12-13\/475-euro-fur-15-quadratmeter\">Verdi<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Gibt es eigentlich eine explizite Position der Gr&uuml;nen zu Wohnungsnot und Mietwucher in Deutschland? Oder ist das Thema f&uuml;r die in gentrifizierten Stadtvierteln lebende Klientel der Gr&uuml;nen eher irrelevant?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Gute Gesundheitsversorgung statt Kostendisziplin<\/strong><br>\n&ldquo;EU-Kommissar Andriukaitis kritisiert heute die &Uuml;berversorgung in deutschen Krankenh&auml;usern. Seine Mahnung zu mehr Kostendisziplin im Gesundheitswesen geht allerdings am Kern des Problems vorbei, denn das Fallpauschalensystem setzt falsche Anreize. Leistungsausweitungen f&uuml;hren zu h&ouml;heren Gewinnen. Einsparungen im Gesundheitswesen, wie sie der EU-Kommission vorschweben, treffen gerade Geringverdiener in Form von Leistungsk&uuml;rzungen und h&ouml;heren Eigenbeteiligungen. Wir brauchen keine neoliberale Spardoktrin, sondern eine Gesundheitsversorgung, die sich am tats&auml;chlichen Bedarf der Menschen orientiert&ldquo;, erkl&auml;rt Achim Kessler, Sprecher f&uuml;r Gesundheits&ouml;konomie und Obmann im Ausschuss f&uuml;r Gesundheit der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag anl&auml;sslich der aktuellen Forderung nach mehr Kostendisziplin der EU-Kommission. Kessler weiter:<br>\n&bdquo;Eine hohe Lebenserwartung ist nicht nur Ergebnis einer effizienten Gesundheitsversorgung, sondern h&auml;ngt auch von der gerechten Verteilung der G&uuml;ter und Lebenschancen sowie sozialer Teilhabe innerhalb einer Gesellschaft ab. Hier ist die Bundesregierung in der Pflicht, Lebensverh&auml;ltnisse zu schaffen, die allen Menschen in Deutschland ein m&ouml;glichst sorgenfreies- und planbares Leben erm&ouml;glichen: Faire Arbeitsbedingungen und L&ouml;hne, bezahlbarer Wohnraum, sichere Renten.<br>\nEine sozial gerechte und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung wird es nur mit der Abschaffung des Fallpauschalensystems und mit Einf&uuml;hrung einer Solidarischen Gesundheits- und Pflegeversicherung geben, in die alle Menschen in Deutschland nach ihren M&ouml;glichkeiten einzahlen und bestm&ouml;gliche Versorgung erhalten.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.linksfraktion.de\/presse\/pressemitteilungen\/detail\/gute-gesundheitsversorgung-statt-kostendisziplin\/\">Die Linke im Bundestag<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> &bdquo;&Uuml;berversorgung in deutschen Krankenh&auml;usern&ldquo;? Vielleicht f&uuml;r Privatpatienten. Wieder zeigt sich, dass man in Br&uuml;ssel nur im Korsett des neoliberalen Dogmas denken kann. So ein Europa braucht niemand.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Die Erntesklavinnen Europas<\/strong><br>\nSexuell bel&auml;stigt, beleidigt und vergewaltigt: Erntehelferinnen in Europa werden f&uuml;r ihre harte Arbeit auf Obst- und Gem&uuml;se-Plantagen nicht nur schlecht bezahlt. Die f&uuml;r die &Uuml;bergriffe und Taten Verantwortlichen kommen meist ungestraft davon.<br>\nKalima ist Erdbeerpfl&uuml;ckerin im spanischen Huelva und ist gerade von der Farm geflohen, auf der sie arbeitet. Wir sitzen im Auto, mit dabei eine Anw&auml;ltin. Es ist Anfang Mai 2017. Ihr Vorarbeiter, sagt Kalima, habe sie und ihre Arbeitskolleginnen mehrfach vergewaltigt, seit sie vor zwei Monaten aus Marokko nach Spanien gekommen ist. Jetzt will sie ihn anzeigen. Damit ist sie eine der ganz wenigen Frauen, die sich das trauen. Die meisten haben zu gro&szlig;e Angst davor, ihren Arbeitsplatz zu verlieren.<br>\nAm Vortag war Kalima bereits im Krankenhaus. Bei der Untersuchung weint sie vor Schmerzen. In ihrem Bericht notieren die Gyn&auml;kologin und der Gerichtsmediziner sexuelle Aggression als Grund f&uuml;r Kalimas Verletzungen. Aber die &Auml;rzte sagen ihr auch: Ohne einen Beweis, etwa eine Spermaprobe, sei es sehr schwer, ihren Vorgesetzten juristisch zu belangen.<br>\nUm Frauen wie Kalima zu finden, sind wir wochenlang durch die Erdbeerplantagen gefahren. Sind immer wieder ausgestiegen, durch kleine Feldwege gelaufen auf der Suche nach Unterk&uuml;nften f&uuml;r die Arbeiterinnen. Keine der lokalen Hilfs- und Wohlfahrtsorganisationen wollte uns helfen oder uns Informationen geben. Sexuelle Gewalt sei kein Problem auf den Feldern, hei&szlig;t es immer wieder. Tagelang haben wir das Gef&uuml;hl, einem Gespenst hinterherzujagen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/missbrauch-auf-obstplantagen-die-erntesklavinnen-europas.1076.de.html?dram:article_id=431513\">Deutschlandfunk Kultur<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>FlixBus &ndash; Das Risiko f&auml;hrt mit<\/strong><br>\n&Uuml;berm&uuml;dete Fahrer, Lohndumping und Streikbrecher. Die Plattform f&uuml;r billige Bus&shy;reisen beherrscht mit ihrem Prinzip Ausbeutung zunehmend den Markt f&uuml;r Fernreisen.<br>\nRenate will mit ihrem Mann heute zum ersten Mal per FlixBus fahren &ndash; nach Hamburg geht es vom Berliner Zentralen Omnibus-Bahnhof (ZOB) aus los, und in Anbetracht eines Ticketpreises von 19 Euro pro Person kann da eigentlich nicht viel schief gehen, meint sie. Auch Nils locken die Schn&auml;ppchenpreise. Er ist regelm&auml;&szlig;iger FlixBus-Nutzer auf der Strecke Berlin &ndash; Leipzig und zur&uuml;ck.<br>\nReger Betrieb herrscht an diesem Freitagvormittag am Berliner ZOB. Was auff&auml;llt: Die gr&uuml;nen FlixBusse mit den markanten orangefarbenen Pfeilen sind hier in der &Uuml;berzahl. Wer genau hinschaut, stellt jedoch fest, dass die Busse tats&auml;chlich ganz vielen unterschiedlichen Unternehmen geh&ouml;ren. Deren Firmennamen stehen winzig klein an der Vordert&uuml;r. Pawel kommt aus einem kleinen polnischen Dorf bei Poznan und spricht sehr gut Deutsch. Was er &uuml;ber seine Arbeitsbedingungen und die Bezahlung berichtet, ist quasi die Vorbedingung f&uuml;r die niedrigen Ticketpreise.<br>\n&bdquo;Ich kriege den polnischen Mindestlohn von umgerechnet 2,85 Euro pro Stunde und bin meistens zw&ouml;lf Tage am St&uuml;ck unterwegs. Die Arbeit ist anstrengend, denn ich muss vor der Fahrt das Gep&auml;ck verladen, sp&auml;ter dann den Bus saubermachen, das Klo leeren. Aber ich finde keinen besseren Job als Berufskraftfahrer. Lkw fahren ist noch schlimmer.&ldquo; FlixBus setzt gerne osteurop&auml;ische Busunternehmen ein, denn die fahren besonders billig, weil sie in der Regel nur den in Polen oder Tschechien geltenden Mindestlohn zahlen. Und wenn Busfahrer eine Landesgrenze &uuml;berfahren, d&uuml;rfen sie &ndash; wie Pawel &ndash; zw&ouml;lf Tage hintereinander fahren. Die t&auml;gliche Ruhezeit betr&auml;gt nur elf statt der &uuml;blichen zw&ouml;lf Stunden und kann &uuml;berdies zweimal w&ouml;chentlich auf neun Stunden verk&uuml;rzt werden.<br>\nDen beiden tschechischen Busfahrern, die im August f&uuml;r FlixBus zwischen Stockholm und Berlin unterwegs waren, d&uuml;rften die verk&uuml;rzten Ruhezeiten zum Verh&auml;ngnis geworden sein. Fr&uuml;h am Morgen kam der in Dresden zugelassene Bus der tschechischen Firma Umbrella ohne Fremdbeteiligung bei Linstow auf der Autobahn A 19 von der Fahrbahn ab und kippte um. Einer der Busfahrer und 15 Fahrg&auml;ste wurden verletzt. Die Polizei vermutete, dass &Uuml;berm&uuml;dung die Ursache f&uuml;r diesen Unfall war, denn die beiden Fahrer hatten die lange Strecke ohne echte Ruhepausen zur&uuml;ckgelegt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/publik.verdi.de\/2018\/ausgabe-07\/gesellschaft\/leben\/seite-16\/das-risiko-faehrt-mit\">Verdi<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Wieder zeigt sich, dass hinter der tollen Internet&ouml;konomie doch nur das alte kapitalistische Prinzip der Ausbeutung menschlicher Arbeitskraft steht.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>&Uuml;berwachen und Strafen<\/strong><br>\nKein Freigang, keine Besuche, schlechtes Essen, miserable Gesundheitsversorgung. Ein Blick hinter Mauern und Stacheldraht des gef&auml;ngnisindustriellen Komplexes der USA.<br>\nDen folgenden Text hat der Inhaftierte George &raquo;Major&laquo; Tillery am 12. Oktober 2018 ver&ouml;ffentlicht. Gegen die darin beschriebenen Zust&auml;nde in den Kn&auml;sten der USA wehren sich die H&auml;ftlinge immer h&auml;ufiger. Sie streiken. Der bisher letzte Streik fand vom 21. August bis zum 9. September in 34 Haftanstalten in insgesamt 17 US-Bundesstaaten statt. Der 68j&auml;hrige Autor, der seit 35 Jahren eingesperrt ist und als rechtskundiger &raquo;Jailhouse Lawyer&laquo; nicht nur f&uuml;r seine Freiheit und seine Rechte eintritt, beschreibt in erster Person und mitten aus dem Kampfgeschehen, wie es der Mehrheit der 2,3 Millionen gefangenen Frauen, M&auml;nner und Jugendlichen hinter Mauern und Stacheldraht des gef&auml;ngnisindustriellen Komplexes der USA Tag f&uuml;r Tag ergeht.<br>\nDer am 29. August 2018 gegen 47.000 Gefangene durchgesetzte Zelleneinschluss in den 25 Gef&auml;ngnissen des US-Bundesstaats Pennsylvania dauerte insgesamt zw&ouml;lf Tage. Gedeckt von Gouverneur Thomas Wolf (Demokraten), erkl&auml;rte der Republikaner John Wetzel, Leiter des &raquo;Department of Corrections&laquo; (DOC), der Gef&auml;ngnisbeh&ouml;rde des Bundesstaats, den Zelleneinschluss zu einer Sofortma&szlig;nahme, die dem Schutz der W&auml;rter diene. Infolge ihres Kontakts mit synthetischen Drogen, die auf verschiedenen Wegen in den Besitz von Gefangenen gelangt sein sollen, seien zahlreiche Bedienstete erkrankt. Diese Behauptung Wetzels ist eine L&uuml;ge. F&uuml;r die gefangenen M&auml;nner und Frauen bedeutete der Einschluss: kein Hofgang, kein stundenweiser Aufschluss der Zellen mit Bewegungsfreiheit auf der Station. Nur gelegentliches Duschen. Kein Gemeinschaftsessen in der Kantine. Die W&auml;rter brachten das Essen zu den Zellen. Kein Zugang zur Knastbibliothek mit der juristischen Literatur. Kein Einkauf im Kommissionsladen der Anstalt. Tagelang keine Arzneien f&uuml;r die Gefangenen. Verbot jeglichen Kontakts mit der Au&szlig;enwelt: keine Besuche, keine Post, Verbot der w&ouml;chentlichen Telefonate nach drau&szlig;en. Weil auch der Transport von Gefangenen untersagt war, verpassten H&auml;ftlinge ihre Gerichtstermine. Selbst amtliche Schreiben von Gerichten und Staatsanwaltschaften wurden den Gefangenen nicht ausgeh&auml;ndigt, sondern an die Absender zur&uuml;ckgeschickt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/342559.knastindustrie-usa-%C3%BCberwachen-und-strafen.html\">junge Welt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Leben wir in einer Demokratie oder in einer Auto-kratie?<\/strong><br>\nDie deutsche Automobilindustrie ist wirklich sehr deutsch: Sie arbeitet seit Jahrzehnten nach dem Motto &ldquo;Hauptsache dagegen&rdquo;.<br>\nAls in den 70er Jahren der Anschnallgurt vorgeschrieben werden sollte, war der damalige VW-Chef Lotz mit dem abenteuerlichen Argument dagegen: &ldquo;Sicherheit verkauft sich nicht.&rdquo; Mit Gurt fahre kein Mensch mehr Auto. Es war die Zeit als auf Deutschlands Stra&szlig;en bis zu sechsmal mehr Menschen starben als heute. 1976 kam die Gurtpflicht und es wurden danach mehr Autos gekauft als zuvor.<br>\nAls Mitte der Achtziger Jahre der Drei-Wege-Katalysator vorgeschrieben wurde, waren die deutschen Autobauer wieder dagegen: Der Katalysator werde die Wettbewerbsf&auml;higkeit der deutschen Automobile vernichten, t&ouml;nte es aus den Chefetagen von Daimler und Co. 1989 wurde der Katalysator schlie&szlig;lich vorgeschrieben und es wurden mehr deutsche Autos exportiert als zuvor.<br>\nUnd heute wird von den deutschen Autobauern ebenso heftig gegen bessere Umweltstandards beim Diesel und auch gegen die rasche Produktion von E-Autos polemisiert. VW-Chef Diess hat soeben von einem &ldquo;Feldzug gegen die individuelle Mobilit&auml;t und damit gegen das Auto&rdquo; gejammert und zugleich von einer &ldquo;beinahe hysterischen Stickoxid-Diskussion&rdquo; gesprochen. Dass es dabei um tausende Menschenleben geht, scheint ihm schnuppe zu sein. Stattdessen drohte er wieder einmal mit dem &ldquo;Verlust von 100.000 Arbeitspl&auml;tzen&rdquo;. Dabei tut er so als h&auml;tten beim Dieselskandal nicht die Autobauer getrickst, sondern die K&auml;ufer oder die Umweltverb&auml;nde. Wiederum gilt: Hauptsache dagegen!<br>\nWenn deutsche Autofirmen gegen&uuml;ber China, Japan, Korea oder auch gegen&uuml;ber Tesla das E-Auto verschlafen, sind nat&uuml;rlich wieder die Anderen Schuld oder die fehlenden Lades&auml;ulen. Jetzt hat auch das Kraftfahrtbundesamt Strafanzeige gegen Opel gestellt &ndash; wegen krimineller Machenschaften. Ex-Audi-Chef Stadler sitzt bereits im Gef&auml;ngnis und Ex-VW-Chef Winterkorn droht Gef&auml;ngnis in den USA.<br>\nWer also gef&auml;hrdet wirklich die Jobs in der deutschen Automobilwirtschaft? Doch eher die Autobosse selbst als strengere Umweltauflagen. In den USA musste VW bereits viele Milliarden Dollar Strafe bezahlen. Auch daf&uuml;r ist nicht die Umwelt verantwortlich, sondern kriminelle deutsche Automanager.<br>\nEs ist auch nicht die b&ouml;se Politik, welche VW, Daimler oder BMW zu hohe Auflagen vorschreibt, eher hat die Politik den Tricksereien allzu lange tatenlos zugesehen. Immer mehr stellt sich die Frage: Leben wir in einer Demokratie oder in einer Auto-kratie?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Leben-wir-in-einer-Demokratie-oder-in-einer-Auto-kratie-4205455.html\">Franz Alt auf Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>H&ouml;rt auf, die Gr&uuml;nen zu w&auml;hlen &ndash; Dadurch wird nichts besser.<\/strong><br>\nDie Gr&uuml;nen zu w&auml;hlen, ist neuer Trendsport. Leider betreiben ihn die Deutschen genauso wie Hot-Yoga, Kreisliga-Fu&szlig;ball und Sportschnupfen: ohne R&uuml;cksicht auf Verluste. [&hellip;]<br>\nWas Menschen zu den Gr&uuml;nen treibt<br>\nNach Hitzesommer, anhaltender D&uuml;rre, Trump im Wei&szlig;en Haus und AfD im Bundestag, #unteilbar, #wirsindmehr und #hambibleibt scheint es viele Gr&uuml;nde geben, seine Stimme den Gr&uuml;nen zu verschreiben:\n<ol>\n<li>Weil man lieber von vergleichsweise jungen, vergleichsweise smarten und vergleichsweise diversen Politikern und Politikerinnen vertreten werden m&ouml;chte als von &uuml;berwiegend alten, wei&szlig;en M&auml;nnern; die neuen Parteivorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck sehen dagegen eher aus wie zwei H&amp;M-Models, von denen man sich sofort ein Gespr&auml;ch verwickeln lie&szlig;e, s&auml;&szlig;en sie einem im ICE-Vierer gegen&uuml;ber.<\/li>\n<li>Weil man die AfD hasst &ndash; und die wiederum hasst niemanden so sehr wie die Gr&uuml;nen (&ldquo;Links-gr&uuml;n versifft!&rdquo;). Und weil sich Baerbock und Habeck populistische Stolperversuche &agrave; la Seehofer, Lindner, Wagenknecht und Nahles sparen. Aus einer Partei, &uuml;ber die sich TV-Magazine jahrelang lustig gemacht haben, ist die Stimme der Vernunft geworden.<\/li>\n<li>Weil man die Umwelt retten und damit die Chance erh&ouml;hen m&ouml;chte, dass man selbst und die eigenen Kinder halbwegs gl&uuml;cklich und gesund alt werden. Neuerdings retten die Gr&uuml;nen auch deutsche Traditionen. So schaffen sie es, SUV-Fahrerinnen, Backpack-Bali-Touristen und &Ouml;ko-Bauern in Lederhose gleicherma&szlig;en ein gutes Gef&uuml;hl mit ihrer Wahl zu geben.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.vice.com\/de\/article\/d3qmjv\/kommentar-hessen-wahl-die-grunen-volkspartei-hort-auf-sie-zu-wahlen\">Vice<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Jon Lansmans &bdquo;Momentum&ldquo; machte Jeremy Corbyn vom linken Au&szlig;enseiter zum popul&auml;ren Labour-Vorsitzenden. Hier erkl&auml;rt er wie<\/strong><br>\nVon Lansman ist nur wenigen bekannt, dabei ist er einer der einflussreichsten Menschen der britischen Politik. Als Kampagnen-Chef von Jeremy Corbyn hat er wesentlich zu dessen Wahl als Labour-Vorsitzendem beigetragen &ndash; ein beinahe unm&ouml;glicher Sieg. Seither sorgt Lansman mit der politischen Organisation Momentum daf&uuml;r, dass Corbyn trotz harscher Gegnerschaft in- und au&szlig;erhalb der Partei erfolgreich ist. Und er setzt sich mit tausenden Freiwilligen daf&uuml;r ein, die Labour Party zu einer demokratischen Bewegung zu machen. Wir haben Lansman in Wien getroffen und mit ihm &uuml;ber Momentum, Jeremy Corbyn und den Brexit gesprochen.<br>\n&bdquo;CORBYN SPRACH VON EINER POLITIK DER HOFFNUNG&ldquo;<br>\nKontrast.at: Bei seinen Auftritten jubeln Corbyn tausende junge Menschen zu, 500.000 Mitglieder hat die Labour Party durch ihn gewonnen. Wie funktioniert das Ph&auml;nomen Jeremy Corbyn?<br>\nLansman: Der gr&ouml;&szlig;te Faktor ist nicht Jeremy Corbyn, es ist die Politik. Es geht nicht darum, dass Corbyn besonders charismatisch ist oder rhetorisch &uuml;berm&auml;&szlig;ig begabt. Corbyn ist einfach ein Avatar &ndash; er ist die Galionsfigur einer alternativen Politik. Und diese alternative Politik ist die Zur&uuml;ckweisung des Neoliberalismus. Es ist das Ende des neoliberalen Konsenses, der das &ouml;konomische Denken der letzten 35 bis 40 Jahre bestimmt hat. Jedes &ouml;konomische Institut in England ist ein neoliberales Institut.<br>\nUnd  Corbyn beantwortet im Unterschied zu fast allen anderen Politikern Fragen direkt. Andere Politiker beantworten nie eine Frage. Und von ihm hat man geh&ouml;rt, dass Austerit&auml;t eine bewusste Entscheidung ist und keine Notwendigkeit.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/kontrast.at\/interview-jon-lansmans-momentum-jeremy-corbyn\/\">kontrast.at<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Vielleicht sollte die SPD sich Lansman einmal ausleihen?<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Vielleicht sollte die SPD sich Corbyn einmal ausleihen?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Das Migrationsabkommen in ARD und ZDF, bzw. NICHT in ARD und ZDF<\/strong><br>\nMein mit rund 55.000 direkten Aufrufen meistgelesener Blogpost 2018 war der von Juli, in dem ich beschrieb, wozu sich Deutschland mit dem UN-Migrationsabkommen verpflichtet. Man sollte wirklich nicht glauben, dass ein Blogger bei so einem Thema eine elementare Informationsl&uuml;cke f&uuml;llen muss, gibt es doch auch noch ARD und ZDF mit ihrem politischen Bildungsauftrag und die freie Presse. Der ARD-Chefredakteur hat nun gesagt, dass man schon noch vorhatte, &uuml;ber den Inhalt zu berichten, sp&auml;testens am 11.12., wenn der Vertrag unterschrieben wird.<br>\nZwei weitere Beitr&auml;ge zu den Hintergr&uuml;nden dieses Abkommens auf meinem Blog geh&ouml;rten ebenfalls zu den Top-Blogposts des Jahres. Ich schreibe &uuml;ber solche Themen, die nicht meine Kernthemen sind, wirklich nur, wenn mir scheint, dass wichtige Infos und Analysen sonst die &Ouml;ffentlichkeit nicht erreichen. Bei diesem Thema war das entschieden der Fall.<br>\nBei einer Veranstaltung der AfD wurden die Chefredakteure von ARD und ZDF k&uuml;rzlich unter anderem vom Publikum gefragt, warum sie bisher nichts Substanzielles &uuml;ber den Inhalt dieses Abkommens gebracht haben. Daraufhin ARD-Chefredakteur Kai Gniffke (ab  1:57): &bdquo;Das Datum (der Unterzeichnung des Abkommens N.H.) ist der 11.12. Da bin ich sehr sicher, dass wir da noch berichten werden.&ldquo; Au&szlig;erdem versprach er, man werde sich k&uuml;nftig generell M&uuml;he geben, mehr in die Tiefe zu gehen und nicht nur zu referieren, was andere &uuml;ber ein Thema sagen. ZDF-Chefredakteur Peter Frey erg&auml;nzte, man habe 2013 (!), zu bester Sendezeit etwas &uuml;ber die Hintergr&uuml;nde des Fl&uuml;chtlingsdrama gebracht. Der gute Beitrag habe aber nur wenige Zuh&ouml;rer gefunden. &bdquo;Wir k&ouml;nnen nur Angebote machen&ldquo;, sagte er, wenn die Zuschauer das nicht wichtig nehmen und sehen wollen, k&ouml;nne auch das ZDF nichts tun. Auf den Einwand, dass sich das Interesse in den letzten f&uuml;nf Jahren deutlich verst&auml;rkt habe, musste er einr&auml;umen, dass das wohl so sei, &ldquo;wenigstens hier&rdquo; (bei dem AfD affinen Publikum N.H.). Auf weitere Nachfrage des Moderators sagte Frey, er werde mit in die Redaktion nehmen, dass es offenbar ein gro&szlig;es Interesse an dem Thema gebe.<br>\nDamit d&uuml;rfte die Chance gestiegen sein, dass Tagesschau und Tagesthemen, Heute und Heute Journal berichten werden, worum es geht, bevor das Ding unterschrieben ist, z.B. aus Anlass der Diskussion im Bundestag am 7. November. Eine andere  Frage ist, ob sie bei der Recherche auch auf diejenigen Formulierungen im Abkommen sto&szlig;en werden, die die F&ouml;rderung von Arbeitsmigration zum Ziel erkl&auml;ren. Die &bdquo;Faktenfinder f&uuml;r die Demokratie&ldquo; von &bdquo;correctiv&ldquo;, die immerhin Facebook beim Zensieren von Desinformation helfen, haben solche Passagen bei ihren intensiven Recherchen seinerzeit nicht gefunden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/norberthaering.de\/de\/27-german\/news\/1051-migration-ard-zdf\">Norbert H&auml;ring<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-46806","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/46806","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=46806"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/46806\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":46808,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/46806\/revisions\/46808"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=46806"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=46806"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=46806"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}