{"id":47004,"date":"2018-11-12T08:35:28","date_gmt":"2018-11-12T07:35:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47004"},"modified":"2019-04-25T15:12:07","modified_gmt":"2019-04-25T13:12:07","slug":"integriert-doch-erst-mal-uns","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47004","title":{"rendered":"\u201eIntegriert doch erst mal uns!\u201c"},"content":{"rendered":"<p>So hei&szlig;t &bdquo;Eine Streitschrift f&uuml;r den Osten&ldquo; (Untertitel), die von der s&auml;chsischen SPD-Politikerin Petra K&ouml;pping verfasst wurde. Sie ist seit 2009 Mitglied des S&auml;chsischen Landtages und seit 2014 Staatssekret&auml;rin f&uuml;r Gleichstellung und Integration bei der s&auml;chsischen Landesregierung. In ihrem Buch geht sie der Frage nach, warum das Misstrauen und die Distanz zur Demokratie in Ostdeutschland so gro&szlig; sind und woher die dort immer wieder zu beobachtende Wut kommt. <strong>Udo Brandes<\/strong> hat das Buch f&uuml;r die NachDenkSeiten gelesen. <\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_4485\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-47004-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/181112_Integriert_doch_erst_mal_uns_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/181112_Integriert_doch_erst_mal_uns_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/181112_Integriert_doch_erst_mal_uns_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/181112_Integriert_doch_erst_mal_uns_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=47004-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/181112_Integriert_doch_erst_mal_uns_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"181112_Integriert_doch_erst_mal_uns_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Ausl&ouml;ser f&uuml;r K&ouml;ppings Buch war ihre Leipziger Rede am Reformationstag 2016. Darin forderte sie, dass die Nachwendezeit wieder auf den Tisch m&uuml;sse, um die vielf&auml;ltigen Dem&uuml;tigungen, Kr&auml;nkungen und Ungerechtigkeiten aufzuarbeiten. Denn darin sah sie aufgrund ihrer Erfahrungen aus einer Vielzahl von Gespr&auml;chen mit s&auml;chsischen B&uuml;rgern &ndash; unter anderem am Rande von Pegida-Demonstrationen &ndash; die eigentliche Ursache f&uuml;r die enorme Wut in Ostdeutschland. Auf einer dieser Demonstrationen hatte ihr ein aufgebrachter B&uuml;rger zugerufen: &bdquo;Sie immer mit Ihren Fl&uuml;chtlingen! Integriert doch erst mal uns!&ldquo; Diese zwei S&auml;tze waren f&uuml;r sie ein Schl&uuml;sselerlebnis:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Diese Aussage brachte es auf den Punkt: Hier (gemeint sind die Demonstrationen; UB) geht es anscheinend bei vielen gar nicht um das Thema Fl&uuml;chtlinge. Diese waren nur Projektionsfl&auml;che f&uuml;r eine tiefer liegende Wut und Kritik. Damit will ich &uuml;berhaupt nicht die vielen echten Rassisten entschuldigen oder relativieren. (&hellip;) Mir ist klar, wir haben ein dramatisches Rechtsextremismus-Problem&ldquo; (S. 9).\n<\/p><\/blockquote><p>Die Leipziger Rede von Petra K&ouml;pping l&ouml;ste ein enormes Echo aus: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Ich hatte einen wunden Punkt getroffen. Seitdem habe ich Hunderte von Briefen, E-Mails und Nachrichten bekommen, zumeist gef&uuml;llt mit Tr&auml;nen, Wut, Fragen und Hoffnungen. Ich bekam viele Briefe, die mich unterst&uuml;tzen. &Uuml;brigens auch aus Westdeutschland. Viele Gespr&auml;chspartner waren v&ouml;llig &uuml;berrascht, als sie etwa von dem &sbquo;Problem der geschiedenen Frauen in der DDR&rsquo; h&ouml;rten. Davon hatten sie nie etwas erfahren&ldquo; (S. 10).\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Im Westen weiterhin H&auml;me und Spott<\/strong><\/p><p>Allerdings, so K&ouml;pping, sei diese Debatte seit 2016 fast ausschlie&szlig;lich in Ostdeutschland gef&uuml;hrt worden. Im Westen habe davon kaum jemand etwas mitbekommen:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Im Gegenteil. Im Zuge der Aufm&auml;rsche von Pegida und der Wahlerfolge der AFD ergoss sich erneut Spott, Schulmeisterei und H&auml;me &uuml;ber den Osten, was hierzulande zu einer typischen Wagenburgmentalit&auml;t &ndash; wie meist in solchen F&auml;llen &ndash; f&uuml;hrte. In Wagenburgen beginnt man aber keine kritischen Diskussionen unter sich, sondern man verteidigt sich verbissen gegen alle Angriffe. Aber so kommen wir nicht weiter&ldquo; (S. 11).\n<\/p><\/blockquote><p>Deshalb habe sie beschlossen, die Debatte &uuml;ber das Thema mit einem Buch deutschlandweit zu forcieren. Mit vielen Beispielen, von der Politik der Treuhand bis hin zu den Folgen des Scheidungsrechts und des Rentenrechts, der Dominanz der Wessis in den F&uuml;hrungspositionen ostdeutscher Unternehmen und Institutionen und der Arroganz der &bdquo;Sieger&ldquo; belegt sie anschaulich, dass die ostdeutsche Bev&ouml;lkerung v&ouml;llig zu Recht Wut im Bauch hat. Weil in ganz vielen F&auml;llen ganze Leben entwertet und ruiniert wurden: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Von manchen wird der wirtschaftliche Zusammenbruch 1990 als normale &sbquo;sch&ouml;pferische Zerst&ouml;rung&rsquo; beschrieben, wie sie nun einmal im Kapitalismus stattfindet. Doch diese allein auf &ouml;konomischen und manchmal auch &ouml;kologischen Argumenten erfolgte Zuschreibung macht Millionen von Besch&auml;ftigten zu blo&szlig;en Kollateralsch&auml;den. Doch gerade weil die Arbeitsstelle in der DDR einen enormen Stellenwert hatte, resultieren aus der Ignoranz gegen&uuml;ber dem Schicksal vieler Ostdeutscher nachhaltige Kr&auml;nkungs- und Dem&uuml;tigungsgef&uuml;hle. Und selbst bei jenen, die sich letztlich wirtschaftlich erfolgreich durchgek&auml;mpft haben, steckt weiterhin dieser Stachel im Fleisch. Viele im Westen wissen zudem nicht: Der Betrieb bedeutete viel mehr: Er war Ankn&uuml;pfungspunkt f&uuml;r den Sportverein, das Kulturhaus, die Apotheke und das gesamte soziale Umfeld. Nicht nur der Betrieb wurde also 1990 geschlossen, sondern auch das soziale Umfeld litt darunter. Vieles verschwand von einem Tag auf den anderen&ldquo; (S. 34-35).\n<\/p><\/blockquote><p>Ist es da ein Wunder, dass die Demokratie in Ostdeutschland keineswegs nur Begeisterung ausl&ouml;ste? Zumal die Diktatur ja in anderer Form wieder zur&uuml;ckkehrte. Das Zitat eines Ostdeutschen bringt diese Erfahrung vieler gut auf den Punkt:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Fr&uuml;her durfte ich auf der Arbeit alles sagen, musste aber den Mund halten, wenn es gegen die Regierung ging. Heute ist es umgekehrt&ldquo; (S. 54).\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Ganze Fabriken wurden an Westdeutsche verschenkt<\/strong><\/p><p>Die vielen Dem&uuml;tigungen der ostdeutschen Bev&ouml;lkerung dokumentiert K&ouml;pping eindrucksvoll. Immer wieder bekamen Ostdeutsche im Alltag der Nachwendezeit eine Botschaft vermittelt: Ihr seid nicht gleichwertig. Ihr seid Menschen zweiter Klasse. Dazu mal einige Beispiele. Ostdeutsche hatten im Regelfall keine gro&szlig;en Besitzt&uuml;mer geerbt und bekamen deshalb keine Kredite, <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;w&auml;hrend so mancher westdeutscher Gl&uuml;cksritter jede F&ouml;rderung bekam. Ich erinnere mich, wir hatten damals in Colditz ein Konzept f&uuml;r eine Emaille-Fabrik: Wir haben keine Kredite bekommen. Wir sind an der Finanzierung gescheitert, nicht am Konzept oder am Kaufpreis&ldquo; (S. 183).\n<\/p><\/blockquote><p>Die Treuhand habe die Fabrik dann an einen westdeutschen Unternehmer verkauft &ndash; f&uuml;r genau eine Deutsche Mark. Solche Erlebnisse und Erfahrungen gab es massenhaft. Hier ein weiteres Beispiel: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Nehmen wir die ehemalige Margarethenh&uuml;tte im s&auml;chsischen Gro&szlig;dubrau. Sie war damals Arbeitsst&auml;tte f&uuml;r 800 Menschen in einer strukturschwachen Region bei Bautzen. Diese Keramikfabrik hat zu DDR-Zeiten Hochspannungsisolatoren hergestellt, die zu 80 Prozent in die ganze Welt, und also auch in den kapitalistischen Westen exportiert wurden. Laut den damaligen Ingenieuren war die Fabrik mit modernen Maschinen aus der Schweiz ausgestattet. Wahrscheinlich war vielen Mitarbeitern nach der Wiedervereinigung klar, dass einige Arbeitskr&auml;fte wegfallen. Aber die meisten waren eben doch &uuml;berzeugt, dass man f&uuml;r die neue Zeit gut aufgestellt w&auml;re. Pl&ouml;tzlich hie&szlig; es aber &uuml;ber Nacht, der Betrieb m&uuml;sse geschlossen werden. Es wurde behauptet, alles sei v&ouml;llig veraltet und marode. Doch das ist nicht alles: Die ehemaligen Ingenieure erz&auml;hlten mir, wie nachts die wichtigsten Betriebsunterlagen und Porzellan-Rezepturen sowie die letzten Mitarbeiterl&ouml;hne samt Tresor weggeschleppt und auch die wichtigsten Maschinen ausgebaut wurden. Ich kann nur wie die ganze Belegschaft vermuten: das geschah zugunsten der Konkurrenz. Bis heute erleben die Betroffenen die Ereignisse von damals als Betrug: Als Betrug an ihrer Region und ihrem Leben. Als Betrug von westdeutschen Kapitalisten an ostdeutschen Arbeitern, die damals hoffnungsfroh in die Deutsche Einheit starten wollten. Aber eben auch als Betrug an ihrer Lebensleistung, denn die neuen, meist westdeutschen Eigent&uuml;mer hatten auch ihre Entwicklungsleistungen wie zum Beispiel die Patente einfach mitgenommen. Die ostdeutschen Entwickler blieben zur&uuml;ck und standen vor dem Nichts&ldquo; (S. 25).\n<\/p><\/blockquote><p>Was damals gesellschaftlich passierte, veranschaulicht eine Zahl sehr gut: Bis 1994 fielen 80 Prozent des von der Treuhandanstalt verwalteten ehemals ostdeutschen Produktionsverm&ouml;gens an Westdeutsche, 14 Prozent an Ausl&auml;nder und sechs Prozent an DDR-B&uuml;rger. Begleitet wurde dieser Enteignungsprozess von herabsetzenden medialen Debatten. Etwa wenn die prominente Schauspielerin Uschi Glas in der Talkshow &bdquo;Markus Lanz&ldquo; behauptete, im Osten seien die Menschen zu unterqualifiziert, um einen Mindestlohn zu rechtfertigen. Und Uschi Glas ist nur ein Beispiel f&uuml;r herabsetzende Debatten &uuml;ber Ostdeutsche. Ich habe es nicht mehr genau in Erinnerung, halte es aber f&uuml;r sehr wahrscheinlich zutreffend, wenn K&ouml;pping in diesem Zusammenhang mit der Studie des Historikers Philipp Ther argumentiert. Dieser ist zu dem Ergebnis gekommen ist, dass Helmut Kohl in seinem Wahlkampf 1994 die &bdquo;Probleme im Osten&ldquo; zu &bdquo;Problemen  des Ostens&ldquo; gemacht habe &ndash; und dass Kohls Wahlkampfberater die Erfinder des &bdquo;Jammer-Ossies&ldquo; gewesen seien. <\/p><p>Zu Recht erinnert K&ouml;pping uns Westdeutsche daran, dass auch wir uns in Bezug auf die Fl&uuml;chtlinge aus Ostdeutschland seinerzeit nicht mit Ruhm bekleckert haben. Sie zitiert dazu aus  einem Spiegelbericht von 1990:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Vor allem bei den &Auml;rmeren im Lande, die sich durch die Konkurrenz aus dem Osten noch weiter an den Rand der Gesellschaft gedr&auml;ngt sehen, kocht nun der Hass hoch. (&hellip;) Immer h&auml;ufiger reagierten ortsans&auml;ssige Wohnungssuchende mit &sbquo;nackter Wut&rsquo; auf die DDR-Konkurrenz&ldquo; (S.81).\n<\/p><\/blockquote><p>K&ouml;ppings Schlussfolgerung: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die Westdeutschen haben damals uns Ostdeutsche so sch&auml;big behandelt wie manche Ostdeutsche heutige Fl&uuml;chtlinge. &sbquo;Dunkeldeutschland&rsquo; (ein Begriff, den Ex-Bundespr&auml;sident Joachim Gauck verwendete; UB) gibt es in Ost und West&ldquo; (S. 81).\n<\/p><\/blockquote><p>Wie wahr!<\/p><p>All diese Dem&uuml;tigungen, Kr&auml;nkungen und Ungerechtigkeiten, die den Ostdeutschen angetan worden sind, erforderten, so K&ouml;pping, eine systematische Aufarbeitung. Denn:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Kr&auml;nkungen vergisst man nicht &ndash; sie pr&auml;gen weiter, wenn sie nicht bearbeitet werden. Und werden weitergegeben&ldquo; (S. 144).\n<\/p><\/blockquote><p>Dazu macht sie eine Vielzahl von Vorschl&auml;gen, die ich hier im Detail aus Platzgr&uuml;nden nicht mehr auff&uuml;hren kann. Zum Schluss m&ouml;chte ich aber noch eine wichtige Stelle aus ihrem Buch zitieren. Die Autorin geht in einem Kapitel der Frage nach, warum die Aufarbeitung der Nachwendezeit in Ostdeutschland bisher nicht funktioniert hat. Unter anderem nennt sie folgenden Grund: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Und nicht zuletzt haben die Konservativen und Wirtschaftsliberalen keinerlei Interesse an der Aufarbeitung der Wendezeit, da sich gerade in der Nachwendezeit die enorme soziale Ungerechtigkeit und die gesellschaftlichen Verwerfungen einer ungez&uuml;gelten Marktwirtschaft zeigten. Und man darf gern beil&auml;ufig mit einer M&auml;r aufr&auml;umen: Die CDU hat sich nie &sbquo;sozialdemokratisiert&rsquo;, wie das in den Medien immer wieder behauptet wird. Das ist schlicht falsch. Sie hat sich lediglich liberalisiert, wie beim Familien-Thema etwa. Hingegen hat sie sich immer gegen jede Umverteilung und damit auch gegen die soziale Reparatur der Nachwendefolgen gewehrt: Sie war lange Zeit gegen einen in Ost und West einheitlichen Mindestlohn, gegen die Rentenangleichung von Ost und West, und sie ist weiterhin gegen Steuererh&ouml;hungen f&uuml;r Reiche und Verm&ouml;gende&ldquo; (S. 134).\n<\/p><\/blockquote><p>Besser kann man es nicht auf den Punkt bringen! <\/p><p>K&ouml;ppings Buch bietet jedem, der sich f&uuml;r diese Thematik interessiert, einen guten Einblick in die Probleme der ostdeutschen (und damit letztlich auch der westdeutschen) Gesellschaft. Die vielen Benachteiligungen und Ungerechtigkeiten, die die Ostdeutschen ertragen mussten, sind im Westen kaum bekannt. Dadurch wird verst&auml;ndlich, warum es insbesondere im Osten gesellschaftlich so rumort und kracht. Gleichzeitig lernt man als Westdeutscher, dass die DDR in vielen Bereichen sehr modern und fortschrittlich war, und vieles was heute als &bdquo;Innovation&ldquo; verkauft wird, in Ostdeutschland schon l&auml;ngst existierte. So war zum Beispiel das DDR-Schulsystem die Blaupause f&uuml;r das weltweit gelobte finnische Schulsystem. Das Buch von Petra K&ouml;pping tr&auml;gt so auch zu einem differenzierteren Bild der DDR bei, die im Westen oft nur einseitig unter dem Aspekt &bdquo;Dikatur&ldquo; und &bdquo;Unrechtsstaat&ldquo; gesehen wird. Ich kann das Buch deshalb nur empfehlen, auch wenn es stilistisch bisweilen etwas holprig geschrieben ist. <\/p><p>Bei der Rezension eines Buches muss immer eine Auswahl wichtiger Inhalte getroffen werden, da der Text ansonsten unendlich lang w&uuml;rde. So eine Auswahl ist aber zwangsl&auml;ufig immer auch etwas subjektiv. Deshalb hier noch als Service f&uuml;r den Leser ein ausf&uuml;hrliches Inhaltsverzeichnis. So kann sich jeder Leser ein eigenes Bild vom Inhalt machen. <\/p><p><strong>Ausf&uuml;hrliches Inhaltsverzeichnis <\/strong><\/p><ol>\n<li><strong>Ist nicht alles schon gesagt?<\/strong><br>\nWarum eine Streitschrift &uuml;ber den Osten Deutschlands notwendig ist<\/li>\n<li><strong>Totengr&auml;ber der ostdeutschen Wirtschaft?<\/strong><br>\nDie Treuhandanstalt und die Folgen ihrer Politik<\/li>\n<li><strong>Konkrete Folgen der Nachwendezeit<\/strong><br>\nUngerechtigkeiten, die bis heute bestehen<\/li>\n<li><strong>Von Aufstiegen und Abstiegen<\/strong><br>\nDie Entwertung des ganzen Lebens<\/li>\n<li><strong>Wo sind die ostdeutschen Eliten?<\/strong><br>\nWarum der Westen noch immer den Osten beherrscht<\/li>\n<li><strong>&bdquo;Es &auml;ndert sich doch sowieso nichts&ldquo; &ndash; oder doch?<\/strong><br>\nFolgerungen und Forderungen f&uuml;r den Osten Deutschlands<\/li>\n<li><strong>Anhang<\/strong><br>\nRede zum Politischen Reformationstag der SPD 2016<\/li>\n<li>Anmerkungen<\/li>\n<li>Literaturverzeichnis<\/li>\n<li>Angaben zur Autorin<\/li>\n<\/ol><p><strong>Petra K&ouml;pping: Integriert doch erst mal uns! Eine Streitschrift f&uuml;r den Osten, Christoph Links Verlag, Berlin, 3. Auflage 2018, 204 Seiten, 18,00 Euro. <\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So hei&szlig;t &bdquo;Eine Streitschrift f&uuml;r den Osten&ldquo; (Untertitel), die von der s&auml;chsischen SPD-Politikerin Petra K&ouml;pping verfasst wurde. Sie ist seit 2009 Mitglied des S&auml;chsischen Landtages und seit 2014 Staatssekret&auml;rin f&uuml;r Gleichstellung und Integration bei der s&auml;chsischen Landesregierung. 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