{"id":47219,"date":"2018-11-15T12:19:04","date_gmt":"2018-11-15T11:19:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47219"},"modified":"2018-12-30T14:04:30","modified_gmt":"2018-12-30T13:04:30","slug":"wie-sieht-es-in-brasilien-wirklich-aus-analyse-eines-interviews-von-kenfm-mit-gaby-weber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47219","title":{"rendered":"Wie sieht es in Brasilien wirklich aus? Analyse eines Interviews von KenFM mit Gaby Weber"},"content":{"rendered":"<p>Am 7. November 2018 haben die NachDenkSeiten <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46940#h05\">hier<\/a> auf ein Video mit einem <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=3l96-8dCgOc\">Interview von KenFM mit Gaby Weber<\/a> &uuml;ber die Wahl des neuen Pr&auml;sidenten Jair Bolsonaro in Brasilien hingewiesen. Wir haben dabei dieses Interview nicht kommentiert. Wir sind von Lesern darauf aufmerksam gemacht worden, dass dies wohl n&ouml;tig sei. In der Tat. Wir haben deshalb den NDS-Korrespondenten <strong>Frederico F&uuml;llgraf<\/strong> gebeten, das Interview vor allem auf sachliche Schw&auml;chen und Ungereimtheiten zu &uuml;berpr&uuml;fen. Das hat er getan. Das Ergebnis finden Sie unten. Zuvor noch eine Vorbemerkung: Ich finde es ganz und gar nicht lustig, Produkte von Medien zu kritisieren, denen wir uns eigentlich verbunden f&uuml;hlen. Im konkreten Fall widerspricht das Interview jedoch dem Anspruch aufzukl&auml;ren. Wir hatten das Interview verlinkt, leider ohne Kommentar, also m&uuml;ssen wir das hiermit nachholen. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Zum Interview von KenFM mit Gaby Weber zur Wahl Jair Bolsonaros in Brasilien<\/strong><br>\n<strong>Von Frederico F&uuml;llgraf<\/strong><\/p><ol>\n<li><strong>Jebsens Vorstellung von Bolsonaro<\/strong> ab Minute 0:22 ist sehr eigenwillig und wird den Fakten nicht gerecht: &bdquo;Gilt als skurriler Hinterb&auml;nkler&hellip;&rdquo;.<br>\nKein Wort &uuml;ber Bolsonaros Hasstiraden (siehe: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45740\">Jair Bolsonaro &ndash; Der Pr&auml;sidentschaftskandidat der &bdquo;M&auml;rkte&rdquo; und des faschistischen Brasilien<\/a>), sein <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=dQfFTM8EAV4\">Hohelied auf Folterer und M&ouml;rder<\/a> der Milit&auml;rdiktatur, geschweige denn &uuml;ber seine Androhung, <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=PGTtIGmOY24\">30.000 Oppositionelle m&uuml;ssten gekillt werden<\/a> &ndash; eine v&ouml;llig unzureichende Einf&uuml;hrung von Jebsen, weder professionell noch akzeptabel.<\/li>\n<li><strong>Zu Webers Auftritt als Sprecherin des &ldquo;Wir&rdquo;<\/strong>\n<p>Gaby Weber bedient sich mit ihrer Redewendung <em><strong>&bdquo;Wir&rdquo;<\/strong><\/em> eines h&ouml;chst bedenklichen, journalistischen &bdquo;Vertretungsanspruchs&rdquo; bzw. &bdquo;Kollektiv-Auftritts&rdquo;. So ab <strong>Minute 1:10 im Interview<\/strong>: &bdquo;<strong><em>wir<\/em><\/strong> haben 14 Jahre lang eine Regierung der PT, also der Arbeiterpartei gehabt&rdquo;, usw.<\/p>\n<p>Wer ist &ldquo;Wir&rdquo;? In wessen &ldquo;Namen&rdquo; f&uuml;hlt Gaby Weber sich berufen; als wessen &ldquo;Vertreterin&rdquo; ma&szlig;t sich die Autorin an, aufzutreten; wer hat ihr eine &ldquo;Vollmacht&rdquo; zum Vortragen des Volksempfindens ausgestellt? Immer wieder wurde in Vergangenheit wie Gegenwart das vereinnahmende &ldquo;Wir&rdquo; von Politikern, aber auch Medien ge-, vor allem aber missbraucht, um bestimmte Stimmungen zu erzeugen. Nicht nur aus journalistischer Sicht verbietet sich deshalb dieses &ldquo;Wir&rdquo;.<\/p><\/li>\n<li><strong>Webers Unterschlagung der Tatsachen &uuml;ber die Regierungen Lula und Dilma Rousseff<\/strong>, Minute 1:27: &bdquo;Ich zweifle nicht dran, dass Lula und die PT die Lebensbedingungen der Armen&hellip;wirklich <em>verbessern wollten. Nur, die Tatsache, dass genau dieser Bolsonaro jetzt mit einer eindeutigen Mehrheit gew&auml;hlt worden ist&hellip;<\/em>&rdquo;.\n<p>Kaum ein Wort, au&szlig;er einer kurzen Nebenbemerkung ab 3:25 min, &uuml;ber die Sozialpolitik der PT, die zig Millionen Menschen aus Hunger und extremer Armut befreite (<a href=\"https:\/\/www.wfp.org\/stories\/brazil-champions-fight-against-hunger\">WFP: Brazil &ndash; A Champion In The Fight Against Hunger<\/a>), die <a href=\"http:\/\/www.brasildamudanca.com.br\/desenvolvimento-regional\/infraestrutura-e-industria\">gr&ouml;&szlig;te industrielle und infrastrukturelle Entwicklung aller Zeiten<\/a> erzielte und mit ihrer <a href=\"https:\/\/foreignpolicy.com\/2009\/10\/07\/the-worlds-best-foreign-minister\/\">unabh&auml;ngigen Au&szlig;enpolitik<\/a> weltweite Anerkennung als Global Player fand.<\/p>\n<p>Wenig Recherche &uuml;ber seit eineinhalb Jahrzehnten bekannte Fakten; damit auch eine inkorrekte Zeichnung der Arbeit und der Verdienste der PT.<\/p><\/li>\n<li><strong>Absurde &ldquo;Opfer&rdquo;-These Webers<\/strong>, Minute 1:57: &bdquo;&hellip; da wird jetzt ein Opfer aufgebaut, und sie identifizieren sich auch &uuml;ber das Opfer-Dasein, sozusagen, <em>die haben nichts unterm Strich vorzuweisen<\/em>, aber jetzt ist man wieder &acute;n Opfer&rdquo;.\n<p>Mit diesen starken Worten zieht Weber &uuml;ber die Niederlage Fernando Haddads her und besch&ouml;nigt Bolsonaros Wahlsieg. Kein Wort &uuml;ber die erwiesene Manipulation der Wahl, die <a href=\"https:\/\/www.france24.com\/en\/20181019-brazil-election-far-right-bolsonaro-accused-criminal-network-campaign-finance\">Wahlschwindel-Vorw&uuml;rfe<\/a>, nicht einmal die <a href=\"https:\/\/www.bloomberg.com\/news\/articles\/2018-10-17\/brazil-s-election-court-boosts-fake-news-fight-as-runoff-looms\">Ermittlungen des Obersten Wahlgerichts (STE)<\/a> wurden erw&auml;hnt. Nachtrag vom 14.11.2018: Das STE hat am 12. November 2018 allein in der Wahlfinanzierungs-Erkl&auml;rung Bolsonaros 17 Unregelm&auml;&szlig;igkeiten festgestellt und ermahnte den Gew&auml;hlten zur umgehenden Erkl&auml;rung dieser Missst&auml;nde (T&eacute;cnicos do TSE apontam 17 ind&iacute;cios de irregularidade &ndash; Folha de S. Paulo, 12.November 2018).<\/p><\/li>\n<li><strong>&bdquo;Dilma Rousseff war kein Opfer eines parlamentarischen Putschs&rdquo;<\/strong>, Minute 2:47: &bdquo;in der deutschen Presse wird es als Putsch dargestellt, das ist juristisch so nicht richtig&hellip;&rdquo;. Im Nebensatz gibt Weber jedoch zu, &bdquo;aber es war wahrscheinlich so was wie &acute;ne Verschw&ouml;rung&hellip;&rdquo;.\n<p>Es ist erstaunlich, dass die Autorin sich offenbar nicht mit den neuzeitlichen Theorien und Interpretationen der politischen Destabilisierung, insbesondere der <em><a href=\"https:\/\/www.amazon.com\/Hybrid-Wars-Indirect-Adaptive-Approach-ebook\/dp\/B014GA5SX8\">hybriden Subversion<\/a><\/em> besch&auml;ftigt hat, die sehr wohl &ndash; selbst von der <a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/2016\/09\/01\/world\/americas\/brazil-impeachment-coup.html\">N.Y.Times<\/a> &ndash; nahezu einstimmig Rousseffs Amtsenthebung als erwiesene illegale Machenschaft bezeichnen.<\/p>\n<p>Doch, wie Rousseff ja selbst <a href=\"https:\/\/jornalggn.com.br\/noticia\/condenar-lula-e-a-terceira-fase-do-golpe-diz-dilma\">wiederholt erkl&auml;rte<\/a>, war ihre Amtsenthebung lediglich der erste Vorsto&szlig; einer Eskalierung, die die Demontage des fragilen Sozialstaats durch das korrupte Temer-Regime, sodann die Verhaftung von Altpr&auml;sident Lula und schlie&szlig;lich die Wahl eines rechtsextremen Vertreters der Streitkr&auml;fte, der neoliberalen Think Tanks und des internationalen Finanzkapitals zum Ziel hatte und somit einen &ldquo;Putsch in Etappen&rdquo; zur Vollendung f&uuml;hrte.<\/p><\/li>\n<li><strong>&bdquo;Die PT hat zum Schluss nichts mehr gemacht&hellip;&rdquo;<\/strong> &ndash; Minute 3:22 bis 4:09.\n<p>Hier kritisiert Weber die Arbeiterpartei wegen der angeblich schlechten Ergebnisse ihrer Verwaltungen in mehrerlei Hinsicht. Was die Autorin anf&uuml;hrt, ist ein Sammelsurium von Plattit&uuml;den, Unterlassungen und Halbwahrheiten, so z.B. ihr Vorwurf, die PT h&auml;tte es in 14 Jahren nicht geschafft, ein neues Mediengesetz durchzusetzen. Die Feststellung stimmt, doch nicht Webers &ldquo;Kritik&rdquo;.<\/p>\n<p>Die Regierung Lula (2003-2011) hatte sehr wohl in ihrer zweiten Amtsperiode auf Initiative des Ministers Franklin Martins ein Mediengesetz zur breitestm&ouml;glichen Debatte &ndash; im Parlament, aber auch in der Zivilgesellschaft &ndash; <a href=\"https:\/\/oglobo.globo.com\/politica\/regulacao-da-midia-vai-acontecer-de-qualquer-jeito-diz-franklin-martins-2920281\">eingereicht<\/a>, welches jedoch bis zum Ende der Amtszeit Lulas nicht mehr zur Abstimmung kam, hatten doch die Zeitungsverleger und gleichzeitigen Eigent&uuml;mer der gr&ouml;&szlig;ten elektronischen Medienunternehmen im Lande &ndash; allen voran TV Globo &ndash; zusammen mit dem in den USA ans&auml;ssigen Interamerikanischen Verlegerverband (SIP) einen brachialen und verlogenen Kreuzzug gegen s&auml;mtliche Gesetze dieser Art mit der Unterstellung vom Zaun gebrochen, die Mediengesetze wollten die <a href=\"https:\/\/elpais.com\/internacional\/2009\/11\/11\/actualidad\/1257894003_850215.html\">&bdquo;Pressezensur&rdquo; einf&uuml;hren und die Medien &bdquo;knebeln&rdquo;<\/a>.<\/p>\n<p>Von Anbeginn ihrer zweiten Amtszeit politisch geschw&auml;cht und unter vielseitigem politischen Dauerbeschuss traute sich Pr&auml;sidentin Rousseff nicht mehr, &uuml;ber den ihr &uuml;berreichten Gesetzesentwurf zur Reglementierung des Medienmarktes abstimmen zu lassen, womit die Initiative Lulas und Martins&rsquo; ad acta gelegt wurde.<\/p>\n<p>Fazit: Gesetze, u.a. ein brisantes Mediengesetz, kann man nur in Kraft setzen, wenn man daf&uuml;r auch die parlamentarische Mehrheit besitzt, die Rousseff nicht mehr hatte.<\/p>\n<p>Doch Weber begeht einen gravierenden Fehler mit der Behauptung, die PT beschuldige die Medien f&uuml;r ihre Wahlniederlage. Richtig ist, dass die Medien seit Jahren f&uuml;r die Heraufbeschw&ouml;rung der konservativen Offensive verantwortlich gemacht werden und sie es de facto auch sind. <strong>Doch die hauptverantwortliche Instanz f&uuml;r Bolsonaros Wahlsieg ist erwiesenerma&szlig;en die rechtsextremistisch unterwanderte Justiz, allen voran Richter S&eacute;rgio Moro, der den Wahlfavoriten Lula im April 2018 verhaften lie&szlig; und Anfang November 2018 zu Bolsonaros k&uuml;nftigem Justizminister nominiert wurde<\/strong> &ndash; dar&uuml;ber kein Sterbenswort in dem KenFM-Interview.<\/p><\/li>\n<li><strong>Ken Jebsens Suggestiv-Frage, die &bdquo;PT (hat) den einfachen Mann ebenso verraten wie die SPD&rdquo;<\/strong> &ndash; ab Minute 4:10 bis 5:43. Mit der unrichtigen Antwort Webers, die PT-Regierungen h&auml;tten &bdquo;keine Agrarreform&rdquo; durchgesetzt.\n<p>Dieser Punkt kann so nicht unwidersprochen stehenbleiben. Obwohl die Regierung Rousseff in der Landreform die schlechtesten Indikatoren nachzuweisen hatte, reicht bereits ein oberfl&auml;chlicher Einblick in agrarreform-feindliche <a href=\"http:\/\/g1.globo.com\/politica\/noticia\/2015\/03\/dilma-assentou-menos-familias-que-lula-e-fhc-meta-e-120-mil-ate-2018.html\">Medien der Globo-Gruppe<\/a>, um festzustellen, dass allein die Regierung Lula im Zeitraum 2003-2011 insgesamt 48,3 Millionen Hektar Land enteignet und 614.088 Landarbeiter-Familien sesshaft gemacht hat; Zahlen, die kein Pappenstiel sind. Auch dass die L&auml;ndereien der weltweit renommierten Bewegung der Landlosen (MST) Handlungsorte erstaunlicher sozialer und &ouml;konomischer Errungenschaften sind &ndash; wie z.B. dass die MST 2017 zum <a href=\"https:\/\/www.bbc.com\/portuguese\/brasil-39775504\">gr&ouml;&szlig;ten Produzenten von organisch erzeugtem Reis<\/a> aufstieg &ndash; findet bei Weber keinerlei Erw&auml;hnung.<\/p><\/li>\n<li><strong>&bdquo;Jaaa, die Milit&auml;rs haben jahrelang in Brasilien regiert &hellip;, mit Folter und Mord &hellip;, aber sie haben hohe Wachstumsraten erreicht und das Land entwickelt,&rdquo; was &bdquo;nicht so negativ gewesen&rdquo; ist &hellip;<\/strong> &ndash; Webers Verteidigung der Milit&auml;rdiktatur (1964-1985) ab Minute 5:44 ist haarstr&auml;ubend.\n<p>Es ist schon eine gewagte und &uuml;ble Portion Zynismus in diesen S&auml;tzen, mit denen unter der Ausblendung von Moral und journalistischer Ethik die 25-j&auml;hrige Ausschaltung der Demokratie, die blutige Herrschaft (mit zigtausenden Gefolterten und bisher &uuml;ber 450 Verschwundenen) der Milit&auml;rs &ndash; die im &uuml;brigen finanziell und technisch die chilenische Pinochet-Diktatur aufgerichtet haben &ndash; als Preis f&uuml;r das erreichte Wirtschaftswachstum und die angebliche &ldquo;Entwicklung&rdquo; gerechtfertigt wird &ndash; denn, so Weber: &bdquo;man soll nicht immer alles in einen gro&szlig;en Sack werfen&rdquo; <strong><em>(sic!!)<\/em><\/strong>.<\/p>\n<p>Doch auch in Sachfragen, so z.B. ob die brasilianischen Milit&auml;rs &ldquo;nationalistisch&rdquo; oder &ldquo;neoliberal&rdquo; ausgerichtet sind, muss Weber Unkenntnis unterstellt werden, hat doch u.a. ein hochgestellter Offizier und Drahtzieher der Bolsonaro-Wahlkampagne sich mit deutlichen Worten von jeglicher nationalistischen Agenda distanziert &ndash; und zwar in einer <a href=\"http:\/\/www.ambito.com\/935789-bolsonaro-un-lider-construido-en-pos-de-un-nuevo-proyecto-de-poder-militar\">argentinischen Finanzzeitung<\/a>, die Weber am Kiosk an der Stra&szlig;enecke h&auml;tte erwerben k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>Dass die radikal-neoliberale und offen pro-US-amerikanische Fraktion in den Streitkr&auml;ften l&auml;ngst die Oberhand gegen die traditionellen, staatsf&ouml;rdernden Nationalisten gewonnen hat, verdeutlicht der Fall des ehemals staatlichen Flugzeugbauers Embraer. Embraer (Marktwert: ca. 4,5 Milliarden Euro) wurde im Juli 2018 mit mehrheitlicher Genehmigung der Milit&auml;rs von der Regierung Temer zu 80 Prozent dem US-amerikanischen Boeing-Konzern im Austausch f&uuml;r eine &ldquo;Partnerschaft&rdquo; angeboten &ndash; ein &ldquo;Gro&szlig;einkauf&rdquo; des US-Konzerns, der in Brasilien <a href=\"https:\/\/jornalggn.com.br\/noticia\/embraer-radiografia-de-uma-operacao-criminosa-2\">als &bdquo;kriminelles Gesch&auml;ft&rdquo; bezeichnet<\/a> wird.<\/p>\n<p>Gaby Weber und Ken Jebsen sollten ferner wissen, dass im Vorfeld der Verhandlungen mit Boeing in Brasilien die argentinische Macri-Regierung im Dezember 2017 Teile des 2009 abgeschlossenen Gesch&auml;fts &uuml;ber die Lieferung von 20 Embraer-Maschinen f&uuml;r null und nichtig erkl&auml;rte und den Entschluss bekanntgab, ihren Bedarf nun <a href=\"https:\/\/www.aereo.jor.br\/2017\/12\/30\/golpe-para-embraer-aerolineas-argentinas-anuncia-desativacao-da-sua-frota-de-e-jets\/\">mit Boeing 737 zu decken<\/a>.<\/p>\n<p>Mindestens 10 Interview-Minuten lang spekuliert Jebsen und doziert Weber sodann &uuml;ber die Weltlage und wer Bolsonaros Alliierte sind &ndash; s&auml;mtliche Prognosen sind falsch. Zum einen wird die offen pro-israelische Haltung des faschistischen Wahlsiegers nur rudiment&auml;r diskutiert, zum anderen China f&auml;lschlicherweise neokoloniale Rohstoff-Handelspolitik unterstellt, eine Gefahr, vor der umgekehrt China Lateinamerika <a href=\"https:\/\/www.france24.com\/es\/20171222-economia-china-latinoamerica-inversion\">l&auml;ngst gewarnt hat<\/a>.<\/p><\/li>\n<li><strong>Zum Abschluss, Jebsens N&ouml;tigung Webers zur positiven Deutung Bolsonaros mit der Frage<\/strong>, &bdquo;k&ouml;nnte er mit irgendetwas &uuml;berraschen&hellip;, er muss irgendetwas haben, das 55 Prozent der Brasilianer&rdquo; bejahen&hellip; ab Minute 18:24.\n<p>Nicht &bdquo;55 Prozent der Brasilianer&rdquo;, sondern 55 Millionen <em>der brasilianischen W&auml;hler<\/em> votierten f&uuml;r Bolsonaro. 89 Millionen Wahlberechtigte w&auml;hlten entweder Fernando Haddad oder enthielten sich der Stimme. <strong>Also k&ouml;nnen sich 60 Prozent der brasilianischen W&auml;hler nicht durch Jair Bolsonaro vertreten f&uuml;hlen<\/strong> &ndash; soweit zur inzwischen g&auml;ngigen Interpretation von Wahlergebnissen, die sich hier auch Ken Jebsen zu eigen macht.<\/p>\n<p>Fazit: Es ist einerseits &uuml;berraschend, aber auch f&uuml;r eine demokratische Gegen&ouml;ffentlichkeit verheerend, wie ein sonst in der Regel kritisch auftretender, aufgekl&auml;rter und aufkl&auml;render alternativer Journalist in diesem Interview einen Bef&uuml;rworter der Folter, Huldiger der Pinochet-Diktatur, Vergewaltigungs-Prediger und Bedroher &ndash; der die Massenhinrichtung von 30.000 Oppositionellen fordert &ndash; so gr&ouml;&szlig;tenteils kritiklos davonkommen l&auml;sst und ihn damit auch medial wei&szlig;w&auml;scht. Dabei ist das inhumane Menschenbild Bolsonaros doch unverkennbar, wie jeder einzelne <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?tag=bolsonaro-jair\">Artikel zu Bolsonaro<\/a> auf den NachDenkSeiten dokumentiert.<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 7. November 2018 haben die NachDenkSeiten <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46940#h05\">hier<\/a> auf ein Video mit einem <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=3l96-8dCgOc\">Interview von KenFM mit Gaby Weber<\/a> &uuml;ber die Wahl des neuen Pr&auml;sidenten Jair Bolsonaro in Brasilien hingewiesen. Wir haben dabei dieses Interview nicht kommentiert. Wir sind von Lesern darauf aufmerksam gemacht worden, dass dies wohl n&ouml;tig sei. In der Tat.<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47219\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[20,183,190],"tags":[2148,2454,1613,927,1238,2056,2177,2497,663,1943,255,1626],"class_list":["post-47219","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-landerberichte","category-medienkritik","category-wahlen","tag-bodenreform","tag-bolsonaro-jair","tag-brasilien","tag-folter","tag-jebsen-ken","tag-lula-da-silva-luiz-inacio","tag-militaerdiktatur","tag-moro-sergio","tag-putsch","tag-rousseff-dilma","tag-wahlanalyse","tag-weber-gaby"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/47219","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=47219"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/47219\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":48057,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/47219\/revisions\/48057"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=47219"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=47219"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=47219"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}