{"id":47259,"date":"2018-11-18T11:40:20","date_gmt":"2018-11-18T10:40:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47259"},"modified":"2018-11-19T07:27:39","modified_gmt":"2018-11-19T06:27:39","slug":"leserbriefe-zum-beitrag-zur-fluechtlingsdebatte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47259","title":{"rendered":"Leserbriefe zum Beitrag: \u201eZur Fl\u00fcchtlingsdebatte.\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Zu diesem Beitrag von Marco Wenzel &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47013\">Zur Fl&uuml;chtlingsdebatte.<\/a>&rdquo; erreichten uns auch diesmal wieder diverse Leserzuschriften, von denen wir hier einige wiedergeben. Das Meinungsspektrum ist wie so oft weit gestreut und hoffentlich regen die folgenden  Leserbriefe zu weiterem Nachdenken und Handeln an. Es ist sehr schwer, bei diesem Thema allen oder m&ouml;glichst vielen Menschen gerecht zu werden und gleichzeitig menschlich und realistisch zu sein. Vielen Dank an alle, die geschrieben haben.  Zusammengestellt von <strong>Moritz M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte Nachdenkseiten,<br>\n&nbsp;<br>\nich lese die Nachdenkseiten t&auml;glich und bin sehr froh, dass es eine derartige Berichterstatung in Deutschland noch gibt.<br>\n&nbsp;<br>\nNachdem ich den Text &ldquo;Zur Fl&uuml;chtlingsdebatte&rdquo; gelesen habe, kann ich nur sagen Endlich! spricht es mal jemand aus. Ich stimme dem Artikel zu 100% zu. Es geht nicht um rechts oder links in unserem Land, sondern um die Spaltung unserer Gesellschaft durch unsere sogenannten &ldquo;Eliten&rdquo;. In diesem Zusammenhang sind die Spielchen um Herrn Maa&szlig;en auch nur l&auml;cherlich und aus meiner Sicht nur als Nebelkerze zu verstehen. Die&nbsp;Themen&nbsp;der Menschen in unserem Land sollten nicht Hetzjagden, Linke oder Rechte sein, sondern die Teilung und damit Beherrschung der Menschen durch eine kleine Gruppe, die r&uuml;cksichtlos und egoistisch andere ausbeutet und vor Kriegen nicht zur&uuml;ckschreckt, wenn es um Aus&uuml;bung der eigenen&nbsp;Macht geht. Diese nicht legitimierte Gruppe einer &ldquo;Elite&rdquo; gilt es in ihrem unmenschlichen Handeln zu stoppen.&nbsp;<br>\n&nbsp;<br>\nIch freue mich&nbsp;weiterhin auf Ihre interessanten und belebenden Beitr&auml;ge.<br>\n&nbsp;<br>\nMit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nHerr N<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr Wenzel,<\/p><p>vielen Dank f&uuml;r diesen Artikel, dem ich in allen Punkten zustimme. Allein ein Gedanke fehlt mir und das ist der Gedanke, der mir in dieser Debatte eigentlich immer fehlt:<\/p><p>Die Fluchtursachen bek&auml;mpfen wird in letzter Instanz immer hei&szlig;en m&uuml;ssen, unseren Lebensstil zu &auml;ndern &ndash; und zwar im Sinne von weniger! All die von Ihnen aufgez&auml;hlten Punkte kommen n&auml;mlich nicht nur den Konzernen und ihren Aktion&auml;ren zugute. Auch wenn diese nat&uuml;rlich die Hauptprofiteure sind.<\/p><p>Aber selbstverst&auml;ndlich h&auml;ngt auch das billige Fleisch im Discounter, die tollen billigen T-Shirts bei H&amp;M, das Sonderangebot Kaffee, die g&uuml;nstige Tafel Schokolade usw. usw. von unserer viel zu billigen Versorgung mit den entsprechenden Rohstoffen ab. Eine Eind&auml;mmung des Klimawandels ist mit dem geliebten Individualverkehr und erst recht mit Kreuzfahrten und Flugreisen einfach nicht zu haben. Autos, Medikamente, Spielzeug &ndash; alles w&uuml;rde schlicht teurer, mit der Folge, dass wir uns weniger davon w&uuml;rden leisten k&ouml;nnen, wollten wir tats&auml;chlich die Fluchtursachen bek&auml;mpfen.<\/p><p>Nat&uuml;rlich muss ein solcher Wandel sozial gerecht gestaltet werden. Nat&uuml;rlich soll nicht der Arbeiter zuerst auf seinen Sonntagsbraten verzichten, w&auml;hrend der Kapitalist bereits zum Fr&uuml;hst&uuml;ck ein Pfund Rindercarpaccio verspeist. Und nat&uuml;rlich sollen sich die Pendler nicht stundenlang um die Stehpl&auml;tze im &uuml;berf&uuml;llten Vorstadtzug streiten, w&auml;hrend der Chef mit dem Uber-Flugtaxi zur Arbeit schwebt.<\/p><p>Aber nichtsdestotrotz werden wir uns von vielen liebgewonnenen Gewohnheiten verabschieden m&uuml;ssen, wenn wir m&ouml;chten, dass irgendwann alle dann vielleicht 9 Milliarden Menschen halbwegs gleichwertig auf diesem Planeten leben k&ouml;nnen sollen. Ein Angleich auf unser (Konsum-)niveau kann unter keinen Umst&auml;nden gelingen. Da braucht man auch nicht auf den technischen Fortschritt zu hoffen &ndash; ein Fehler, den die Gr&uuml;nen samt ihrer W&auml;hler permanent machen.<\/p><p>Vielmehr gilt es den Menschen zu vermitteln (insbesondere den jungen Leuten), dass ein gl&uuml;ckliches, sinnerf&uuml;lltes Leben jenseits des Konsums nicht nur m&ouml;glich, sondern sogar h&ouml;chst erstrebenswert ist. Dass ein Tag in gesunder Natur, mit einem guten Buch oder in Gemeinschaft mit anderen nichts (bzw. nur sehr sehr weing) kosten muss, um sch&ouml;n zu sein. Und dass alle Menschen nur gewinnen k&ouml;nnen, wenn wir endlich einsehen, dass dieser wahnsinnige Kampf &bdquo;Jeder gegen Jeden&ldquo; gar nicht notwendig w&auml;re, wenn wir uns einfach auf mitmenschliche Werte besinnen k&ouml;nnten.<\/p><p>Diese Botschaft fehlt mir leider meist, wenn die Sprache auf Fluchtursachen kommt.<\/p><p>Mit Gr&uuml;&szlig;en aus Taufkirchen<br>\nMartin Sutor<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr M&uuml;ller, <\/p><p>was die nachdenkseiten propagieren und nun auch Marco Wenzel noch einmal sehr sch&ouml;n auf den Punkt bringt, wird vom AfD-W&auml;hler bis zum Katja Kipping-Fan kaum bestritten: Fluchtursachen (insbesondere wirtschaftliche Ausbeutung und Kriege) sollten beseitigt und beendet werden &ndash; wer bitte spricht sich dagegen aus? (Gegen die von Wenzel unterstellte Haltung, Immigranten [incl. Fl&uuml;chltinge] seien insbesondere unter dem Aspekt der &ldquo;gesellschaftlichen Vielfalt&rdquo; zu betrachten, w&uuml;rde sich Frau Kipping aber wohl zu Recht verwahren.) Die konkrete Umsetzung der Fluchtursachenbek&auml;mpfung ist eine eigene Ebene, mir geht es hier (analog zum Wenzel-Beitrag) um die Debattenebene. <\/p><p>Die strittige Frage ist doch nicht &lsquo;Fluchtursachenbek&auml;mpfung &ndash; gut oder schlecht?&rsquo; sondern z. B.: <\/p><ul>\n<li>Wollen wir uns gegen Menschen in Not, die stark genug waren, es bis direkt vor unserer T&uuml;r zu schaffen, effektiver abschotten?<\/li>\n<li>Wollen wir die kriminalisierte Seenotrettung im Mittelmeer wieder legalisieren und f&ouml;rdern?<\/li>\n<li>Welchen Beitrag k&ouml;nnen und wollen wir angesichts der w&uuml;rdelosen Unterbingung von Fl&uuml;chtlingen auf europ&auml;ischem Boden (bspw. auf Lesbos) leisten?<\/li>\n<li>Wollen wir den &ldquo;Fl&uuml;chtlingsr&uuml;ckhaltevertrag&rdquo; mit Erdogan um fast jeden Preis aufrecht erhalten?<\/li>\n<li>Wollen wir die Integration der in Europa\/Deutschland angekommenen Fl&uuml;chtlinge vorantreiben oder setzen wir auf abgeschottete Unterbringung, bis die Situation in den Herkunftlsl&auml;ndern wieder ertr&auml;glich ist?<\/li>\n<li>Wollen wir mehr oder weniger Abschiebungen?<\/li>\n<li>Wollen wir mehr oder weniger Familiennachzug?<\/li>\n<li>Wollen wir den Menschen, die f&uuml;r sich ein besseres Leben suchen, Arbeitsmigration nach Europa\/Deutschland generell verbieten?<\/li>\n<li>Haben wir inhaltliche Forderungen an ein Einwanderungsgesetz, oder sind wir grunds&auml;tzlich dagegen, Einwanderung gesetzlich-differenzierend zu regeln?<\/li>\n<li>Sollten wir zur Vermeidung eines weiteren Rechtsrucks Gastfreundschaft und unmittelbare Mitmenschlichkeits-Impulse hintan stellen?<\/li>\n<\/ul><p>Zu all diesen dr&auml;ngenden Fragen h&ouml;rt man aus Ihrer politischen Ecke auffallend wenig &ndash; aus Mutlosigkeit, die eigenen pragmatischen aber unbequemen Ideen offen auszusprechen, oder aus Ratlosigkeit, weil es eben keine idealen Antworten bzw. L&ouml;sungen gibt? Bei allem Verst&auml;ndnis: Mir w&auml;re eine ehrliche Debatte weit lieber als dieses anhaltende, dr&ouml;hnende Schweigen. <\/p><p>Herzliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nJoachim Schappert <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Nachdenkseiten,<\/p><p><strong>&ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47013\">Zur Fl&uuml;chtlingsdebatte.<\/a>&ldquo;<\/strong><\/p><p>genau meine Meinung. Dieser Artikel von Marco Wenzel best&auml;tigt was ich euch auf meiner holperigen Art mitteilen wollte. <\/p><p>Marco Wenzel Danke f&uuml;r diesen erhellenden Beitrag.<br>\nMfG Peter Probst<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte Damen und Herren,<br>\n&nbsp;<br>\ndem Beitrag von Marco Wenzel kann ich im Wesentlichen zustimmen. Wenn ich ihn richtig interpretiere, h&auml;lt er den Westen f&uuml;r den allein Schuldigen an der Fl&uuml;chtlingssituation.<br>\nZur Wahrheit geh&ouml;rt aber auch folgendes: Meiner Meinung nach k&ouml;nnen die Staaten, aus denen die Fl&uuml;chtlinge kommen nicht g&auml;nzlich von ihrer Verantwortung freigesprochen werden. Diese Staaten sind schon lange unabh&auml;ngig und haben im Verlaufe von Jahrzehnten Milliarden von F&ouml;rdergelder zur Entwicklung erhalten. Wie wurden diese Gelder verwendet? Wie steht es mit der Korruption der Regierenden und Reichencliquen in diesen L&auml;ndern?<br>\n&nbsp;<br>\nFand dort jemals eine vern&uuml;nftige Bev&ouml;lkerungspolitik statt? Wenn eine Familie 6, 7 , 8. 9 und mehr Kinder hat, ist es kaum m&ouml;glich zu einem eintr&auml;glichen Leben mit einem bescheidenen Wohlstand zu kommen. Wenn ein Land viel mehr Kinder hat als sp&auml;ter Arbeitspl&auml;tze vorhanden sein werden, wie kann da eine Weiterentwicklung stattfinden? Es sollte also eine verantwortliche Entwicklungspolitik stattfinden. Es ist auch eine Erfahrung, dass z. B. in afrikanischen L&auml;ndern die Menschen noch mit ihren alten Traditionen verwurzelt und von daher einer modernen Entwicklung weniger aufgeschlossen gegen&uuml;berstehen. Die Auffassung zu Arbeit und zum Leben &uuml;berhaupt ist eine andere als die im Westen. Welche Innovationen gingen z. B&nbsp; von afrikanischen und arabischen L&auml;ndern aus?<br>\n&nbsp;<br>\nNicht thematisiert wurde das wichtige Thema der Schleuserbanden. F&uuml;r diese Kriminellen ist es ein Milliardengesch&auml;ft, Fl&uuml;chtlinge illegal in westliche L&auml;nder zu bringen und dabei fragt man sich, woher diese das Geld f&uuml;r die Schleuser haben.<br>\n&nbsp;<br>\nDer massenhafte unkontrollierte Zustrom der Fl&uuml;chtlinge im Jahre 2015 spaltete die Gesellschaft. Was ist das f&uuml;r ein Rechtsstaat, der seine B&uuml;rger nicht mehr sch&uuml;tzen kann? Bei einer sehr gro&szlig;en Zahl der Fl&uuml;chtlinge handelt es sich um junge, muslimische M&auml;nner, die in ihrer Heimat keine Chance auf Arbeit und eigene Familie sahen. Von diesen Leuten sind bereits viele durch schwere Verbrechen aufgefallen und stellen eine gro&szlig;e Gefahr f&uuml;r unser Land dar. Im &uuml;brigen handelt es sich bei diesen Leuten nicht um Asylberechtigte im Sinne des Grundgesetzes der BRD.<br>\n&nbsp;<br>\nMit der Fl&uuml;chtlingssituation stellt sich f&uuml;r mich auch die Gerechtigkeitsfrage. Ist es gerecht, dass eine einheimische Familie trotz Vollzeitarbeit kaum &uuml;ber die Runden kommt, dagegen z.B. eine syrische Familie mit einer Anzahl von Kindern vom Staat alimentiert wird, d. h. von denen, die jeden Tag hart arbeiten. Viele der Fl&uuml;chtlinge werden voraussichtlich keine Arbeit finden, weil sie nicht qualifiziert sind und von daher auf Dauer vom Steuerzahler finanziert werden. Wie m&ouml;gen sich die einheimischen Familien dabei wohl f&uuml;hlen? Diese Probleme m&uuml;ssen angegangen und einer gerechten L&ouml;sung zugef&uuml;hrt werden, denn sie enthalten viel Sprengstoff. Im Klartext hei&szlig;t das, dass Fl&uuml;chtlinge selbst f&uuml;r ihren Lebensunterhalt sorgen&nbsp; und arbeiten gehen m&uuml;ssen.<br>\n&nbsp;<br>\nDie Schlagworte &ldquo;weltoffen, bunt, vielf&auml;ltig, tolerant&rdquo; klingen gut und erscheinen sehr modern. Was aber bedeuten sie und wie sollen sie gelebt werden? Soll das eine auf Kosten des anderen gehen? In einer Zeit, in der bei uns die Reichen immer reicher werden, der Mittelstand einbricht und viele und immer mehr f&uuml;r einen Hungerlohn arbeiten, kann es nicht angehen, dass noch zus&auml;tzlich unberechtigterweise Leute zu uns kommen<br>\n&nbsp;<br>\nUnsere Regierung, Politiker und Parteien haben die Situation, in der wir uns befinden, zu verantworten. Und man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Fl&uuml;chtlinge der einheimischen Bev&ouml;lkerung gegen&uuml;ber bevorzugt werden. Dazu k&ouml;nnte ich genug praktische Beispiele nennen.<br>\nUnd nachdem im Land eine unertr&auml;gliche Meinungsdiktatur herrscht, darf dar&uuml;ber nicht gesprochen werden, ohne gleich in der Rassismusecke zu landen.<br>\n&nbsp;<br>\nMit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nMonika Klasen<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>&bdquo;Es ist die Hoffnung, im Ausland Arbeit zu finden und ein besseres Leben zu f&uuml;hren, die zur Migration f&uuml;hrt. Migration findet dann statt, wenn Menschen ihrer Existenzgrundlage beraubt werden oder ihres Lebens nicht mehr sicher sein k&ouml;nnen&ldquo; (Marco Wenzel).<\/p><p>Der erste Satz ist weitgehend richtig, wobei &nbsp;&bdquo;ein besseres Leben zu f&uuml;hren&ldquo; praktisch heisst MEHR GELD ZU HABEN, was jedoch &ndash; im Gegensatz zu fr&uuml;her &ndash; aufgrund entsprechender Sozialversorgungssysteme nun keineswegs immer mit einer Arbeitst&auml;tigkeit des Migranten verbunden sein muss.<\/p><p>Der zweite Satz jedoch ist aufgrund der Ausschlie&szlig;lichkeit seiner Aussage schlicht falsch. <\/p><p>Denn zum Gl&uuml;ck k&ouml;nnen die allermeisten Migranten in ihren Herkunftsl&auml;ndern ihres Lebens durchaus sicher sein. <\/p><p>Und auch ihre bisherige Existenzgrundlage d&uuml;rfte den meisten Migranten eben nicht, wie im Standard-Beispiel des somalischen K&uuml;stenfischers, zuvor geraubt , sondern vielmehr von diesen als zu wenig lukrativ aufgegeben worden sein. <\/p><p>Bei allem Respekt davor, dass Armut in den &nbsp;Trikont-L&auml;ndern kein Naturschicksal ist, sondern &nbsp;eine AUCH vom Westen historisch und aktuell mit verursachte, &nbsp;monstr&ouml;se und unbedingt zu beseitigende Ungerechtigkeit : <\/p><p>Hier wird vom Autor Wenzel die Motivation zur Migration in einer Art dramatisiert und &uuml;berh&ouml;ht, welche diese dann als &ndash; rebus sic stantibus &ndash; ein unvermeidliches, zwangsl&auml;ufiges &nbsp;und moralisch gebotenes Muss erscheinen l&auml;sst. <\/p><p>Auf dieser falschen Grundlage verpuffen dann aber alle noch&nbsp; berechtigten Einw&auml;nde des Autors gegen die Profiteure und die sch&auml;dlichen Folgen der Migration.<\/p><p>Auf dass das mit den NO BORDERS im wesentlichen dann so weiterl&auml;uft wie bisher&hellip;<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nHajo Kahlke, Heidelberg<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte Nach- und Vordenker!<br>\n&nbsp;<br>\nDer Text zur Fl&uuml;chtlingsdebatte von Marco Wenzel deckt sich inhaltlich weitgehend mit einem meiner eigenen Texte, den ich k&uuml;rzlich zum Thema &bdquo;UNO-Migrationspakt&ldquo; verfasst habe.<br>\n&nbsp;<br>\nIm Folgenden und im Anhang schicke ich Ihnen diesen Text &ndash; vielleicht k&ouml;nnen Sie ihn ja im Zuge Ihrer wertvollen Denkarbeit &bdquo;verwerten&ldquo; bzw. d&uuml;rfen Sie ihn als Zustimmung zu Ihrem Artikel vom 12. 11. 2018 verstehen.<br>\n&nbsp;<br>\nMit respektvollen Gr&uuml;&szlig;en,<br>\nAndrea Zipko<\/p><p>Migration ist nichts Tolles<br>\n&nbsp;<br>\nHinter den allermeisten Migrationsschicksalen stehen Zwang, Leid, Not, Krieg, Mangel &hellip; und andere Faktoren, denen der Einzelne nicht viel entgegensetzen kann als eben die Fluchtreaktion.<br>\nDas gilt innereurop&auml;isch, wenn sich innerhalb dieser Gemeinschaft grabentiefe Unterschiede in puncto Einkommen, Lebens- und Sozialstandards auftun, und es gilt global nicht minder.<br>\n&nbsp;<br>\nEin bisschen hadere ich gerade aus diesen Gr&uuml;nden mit dem umstrittenen UNO-Papier, vor allem, weil es eingangs w&ouml;rtlich von der Annahme ausgeht, dass &bdquo;&hellip; sie (die Migration) in unserer globalisierten Welt eine Quelle des Wohlstands, der Innovation und der nachhaltigen Entwicklung darstellt&hellip;&ldquo;<br>\nDas klingt gar sehr positiv und zeichnet ein romantisiertes Bild von Migration, das an der knallharten Realit&auml;t ziemlich vorbeigeht.<\/p><p>Weder ist es als nachhaltig zu begreifen, wenn sich die Massen aus der Not heraus auf den immer gleichen Weg machen, w&auml;hrend ganze Regionen und Landstriche weiter verarmen und im Chaos versinken (auch weil Qualifikationen in die immer gleiche Richtung abgezogen werden);&nbsp; noch wird der Wohlstand gesteigert, wenn der Zuzug aus Niedriglohnl&auml;ndern die Lohnquote dr&uuml;ckt.<br>\nIm Grunde beobachten wir das Gegenteil der obigen Annahme, und Migration verfestigt teilweise die Ungerechtigkeiten dieser Welt noch weiter &ndash; umso mehr, als &uuml;ber der Gestaltungsfrage von Migration die eigentliche Diskussion, die die Ursachen angeht, ins Hintertreffen ger&auml;t.<br>\n&nbsp;<br>\nSo sehr ich f&uuml;r einen menschlichen Umgang mit Fl&uuml;chtenden pl&auml;diere, noch viel mehr pl&auml;diere ich daf&uuml;r, die Fluchtursachen nachhaltig zu beseitigen.<br>\nDiese Erkenntnis ist jetzt vielleicht nicht so bahnbrechend, aber angesichts der Diskussion doch immer wieder notwendig, denn die dreht sich im Kreis, und kommt &uuml;ber Oberfl&auml;chlichkeiten nicht hinaus.<br>\n&nbsp;<br>\nDabei bin ich mir ziemlich sicher, dass die meisten Menschen es vorziehen, ihr Leben dort zu leben, wo sie auf die Welt gefallen sind. Dort, wo sie ihre Familie, ihre Freunde haben, ein gewohntes Umfeld, u.v.m.<br>\nDie Migranten kommen ja nicht aus Abenteuerlust oder Gier; sondern weil es in der Heimat schlicht nicht m&ouml;glich ist, in Sicherheit einigerma&szlig;en gut zu leben.<br>\nAuch das klingt banal, aber auch dieser Gedanke geht oft unter, finde ich.<br>\n&nbsp;<br>\nMan muss dem UNO-Pakt nat&uuml;rlich zugutehalten, dass hier schon auch die Fluchtursachen thematisiert werden, sogar an prominenter Stelle (Punkt 2).<br>\nAndererseits ergibt sich aus der obigen Pr&auml;misse nicht jene Dringlichkeit, die in der Sache geboten w&auml;re.<br>\nWenn n&auml;mlich Migration als etwas Normales oder Erstrebenswertes gilt, sind die Ursachen tats&auml;chlich sekund&auml;r.<br>\nFakt ist auch, dass an den Fluchtursachen wie an den Folgen gewisse Kreise verdienen (von der Waffenlobby bis zu den Unternehmen, die billige Arbeitskr&auml;fte rekrutieren&hellip;) und geostrategische immer vor allen anderen Interessen kommen.<br>\nEs ist weder im Sinne der Migranten, auf diese Weise gleich mehrfach missbraucht zu werden, noch im Sinne der autochthonen Bev&ouml;lkerung, deren Arbeits- und Daseinsbedingungen sich nachweislich verschlechtern, weil es zunehmend an Einkommen und Wohnraum fehlt.<\/p><p>Eine derart verzweckte Migration w&uuml;rde vor allem jener gierigen Minderheit in die H&auml;nde spielen, die ihre Gewinne auf dem gebeugten R&uuml;cken anderer maximiert. Von dieser Seite ist allenfalls kein konsequentes Vorgehen gegen Fluchtursachen zu erwarten.<br>\nJene Minderheit ist aber federf&uuml;hrend in so Vielem, was politische Entscheidungen angeht.<br>\nDas Wichtigste w&auml;re in jedem Fall, dass wir uns diese Entscheidungsgewalt wieder im demokratischen Sinne des Gemeinwohls zur&uuml;ckholen. Wir m&uuml;ssen aufh&ouml;ren, in jeder Frage vor Wirtschaft und Hochfinanz zu katzbuckeln und anfangen, den &uuml;berh&ouml;hten Stellenwert von Wettbewerb zur&uuml;ckzunehmen, zugunsten von Solidarit&auml;t und Verteilungsgerechtigkeit.<br>\nEin stabiles, gutes Lohnniveau zun&auml;chst auf EU-Ebene, Ausweitung der Arbeitnehmerrechte, Arbeitszeitverk&uuml;rzung, Anhebung von Sozialhilfe, Arbeitslosengeld, Verm&ouml;genssteuer etc&hellip; w&auml;ren eine gute Richtung.<br>\nLeider passiert ringsum das glatte Gegenteil, und die Negativspirale dreht sich.<br>\n&nbsp;<br>\nDen Anfang f&uuml;r einen Gegentrend m&uuml;ssen hier wohl jene L&auml;nder machen, die noch einigerma&szlig;en stabil und wohlhabend sind &ndash; die armen, destabilisierten werden kaum die Regeln diktieren k&ouml;nnen.<br>\nJa, das sind WIR, und wir m&uuml;ssen es f&uuml;r &bdquo;uns&ldquo; tun, f&uuml;r &bdquo;unsere&ldquo; Kinder, aber eben auch f&uuml;r &bdquo;die anderen&ldquo;.<br>\n&nbsp;<br>\nDie Schemata von &bdquo;wir&ldquo; und &bdquo;die anderen&ldquo; nutzen wir ja gern je nach Bedarfslage, meist um Unmenschlichkeit zu &uuml;bert&uuml;nchen, und gerne sehr selbstgerecht.<br>\nSolange kein Konsens dar&uuml;ber besteht, dass wir alle nur bedingt selbstbestimmt handlungsf&auml;hige Akteure in einem immer grausameren Weltspiel sind, werden wir &uuml;ber wechselseitige Schuldzuweisungen nicht hinauskommen, w&auml;hrend das eigentliche Problem noch nicht mal einen gemeinhin akzeptierten Namen tr&auml;gt.<br>\n&nbsp;<br>\nGerade am Umgang mit Afrika zeigt sich das ganze Ausma&szlig; der Schizophrenie.<br>\nHier sind besonders die europ&auml;ischen M&auml;rkte (das sind auch &bdquo;WIR&ldquo;) erheblich an den Fluchtursachen beteiligt, indem sie via unlauteren Wettbewerb ihre subventionierten Waren auf den nicht subventionierten afrikanischen Markt werfen und auf Kosten der schw&auml;chsten Wirtschaftsakteure deutlich profitieren.<br>\nDas nennen wir Leistung?<br>\nUnd die zwingend logische Verzweiflung der Afrikaner degradieren wir zu Wirtschaftsflucht?<br>\n&nbsp;<br>\nIm besten Fall kaufen wir unsere europ&auml;ische Seele mit Hilfsgeldern frei.<br>\nVor dem Hintergrund der allumfassenden, unrechten Wirtschaftspraxis wirkt Entwicklungshilfe jedoch grunds&auml;tzlich scheinheilig: Als w&uuml;rde man demjenigen, den man zuvor brutal ausgeraubt hat, nun tr&ouml;stend &uuml;ber die Haare streichen.<br>\n&nbsp;<br>\nIm Grunde wissen wir, dass es unter den gegebenen Bedingungen wirtschaftlich noch schlechter f&uuml;r uns laufen w&uuml;rde, wenn wir &auml;rmere Staaten vom Schuhputzer-Status zum gleichberechtigten Gesch&auml;ftspartner auf Augenh&ouml;he erheben w&uuml;rden, und diese Angst spielt Populisten wie dem Kapital in die H&auml;nde.<br>\nSo entwickeln sich die Dinge zum Selbstl&auml;ufer, den man gemeinsam verstehen muss, um ihn zu stoppen. In diesem Zusammenhang sehe ich vor allem die Schwerpunktsetzung unserer Bildung und die Medien in der Kritik.<br>\nFakt ist, dass das gemeinsame Verstehen weiter auf sich warten l&auml;sst.<br>\n&nbsp;<br>\nHingegen scheint sich die Alternativlosigkeit, die man uns einreden will, zum Credo unserer Zeit zu entfalten. Es f&auml;llt auf: Wir leben in einer Welt voller Zw&auml;nge: Sachzw&auml;nge, Spar-, Gruppen-, Wachstums-, Verkaufszw&auml;nge&hellip;<br>\nDabei re-agieren wir nur jeweils verzweifelt, wir gestalten gar nicht wirklich.<br>\nDie Spielr&auml;ume der Unternehmen werden sukzessive gr&ouml;&szlig;er, weil der Wettbewerb das alternativlos so erfordert, hingegen der Spielraum der Lohnabh&auml;ngigen wird dementsprechend kleiner, und &uuml;berhaupt fu&szlig;t scheinbar zwingend der Wohlstand der einen immer auf Ausbeutung und Armut von anderen.<br>\nAn Sozialem muss alternativlos gespart werden; Digitalisierung, Privatisierung, &Uuml;berwachung, Aufr&uuml;stung &hellip; muss alternativlos vorangetrieben werden, Steuern m&uuml;ssen alternativlos attraktiv f&uuml;r das Gro&szlig;kapital bleiben&hellip;und der krude Wachstumsgedanke und die Befriedigung&nbsp; von Investoren schweben als implizite Maxime &uuml;ber allem.<br>\nJedoch: Wenn all diese ineinandergreifenden Entwicklungen tats&auml;chlich alternativlos sind, macht Demokratie eigentlich gar keinen Sinn mehr, und wir k&ouml;nnen uns gleich ganz direkt an die M&auml;rkte ausliefern.<br>\n&nbsp;<br>\nWenn wir unser leidiges Wirtschaftssystem nicht g&auml;nzlich auf den M&uuml;llhaufen der Geschichte verbannen wollen, sollten wir wenigstens so weit an den Konditionen schrauben k&ouml;nnen, dass wir eine gute Basis f&uuml;r die Menschheit schaffen, und die extremen Ausformungen, die die Ungleichheit und das Unrecht angenommen haben, erheblich zur&uuml;ckfahren.<br>\nWenn das nicht m&ouml;glich ist, bleibt eigentlich nur der M&uuml;llhaufen.<br>\n&nbsp;<br>\nWirklich helfen w&uuml;rde ein Umdenken, welches so gro&szlig; und generell ist, und unser gesamtes Leben und Wirtschaften in Frage stellt, dass es weitgehend &Auml;ngste evoziert, wo Solidarit&auml;t gefragt w&auml;re.<br>\nEs ist eine Mammutaufgabe, unser Wirtschaften neu zu definieren, doch anders wird sich die Sache nicht l&ouml;sen lassen &ndash; au&szlig;er wir lassen uns wieder zur unverhohlenen Unmenschlichkeit hinrei&szlig;en.<br>\nMomentan halte ich alles f&uuml;r m&ouml;glich.<br>\n&nbsp;<br>\nMit nachdenklichen Gr&uuml;&szlig;en,<br>\nAndrea Zipko, Linz (&Ouml;sterreich)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu diesem Beitrag von Marco Wenzel &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47013\">Zur Fl&uuml;chtlingsdebatte.<\/a>&rdquo; erreichten uns auch diesmal wieder diverse Leserzuschriften, von denen wir hier einige wiedergeben. 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Es ist sehr schwer, bei diesem Thema allen oder m&ouml;glichst vielen Menschen gerecht<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47259\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[37,103,132,161],"tags":[374,1487,1055,866,2254,2506,687,291,402],"class_list":["post-47259","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-globalisierung","category-leserbriefe","category-ungleichheit-armut-reichtum","category-wertedebatte","tag-eliten","tag-entwicklungshilfe","tag-fluechtlinge","tag-konkurrenzdenken","tag-lebensqualitaet","tag-migrationspakt","tag-ungleichheit","tag-verteilungsgerechtigkeit","tag-wachstum"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/47259","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=47259"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/47259\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":47279,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/47259\/revisions\/47279"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=47259"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=47259"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=47259"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}