{"id":47287,"date":"2018-11-19T11:14:15","date_gmt":"2018-11-19T10:14:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47287"},"modified":"2021-06-23T10:13:35","modified_gmt":"2021-06-23T08:13:35","slug":"julian-assange-wird-ans-messer-geliefert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47287","title":{"rendered":"Julian Assange wird ans Messer geliefert"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180313_hedges.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Julian Assanges R&uuml;ckzugsort in der ecuadorianischen Botschaft in London hat sich in einen Ort des Schreckens verwandelt. Seit sieben Monaten ist er weitgehend von der Kommunikation mit der Au&szlig;enwelt abgeschnitten. Die ecuadorianische Staatsb&uuml;rgerschaft, die ihm als Asylbewerber verliehen wurde, wird gerade widerrufen. Sein Gesundheitszustand verschlechtert sich zunehmend. &Auml;rztliche Hilfe wird ihm verweigert. Seine Bem&uuml;hungen um Entsch&auml;digung werden durch einen Maulkorberlass behindert, einschlie&szlig;lich der Anordnung Ecuadors, dass er seine Lebensbedingungen in der Botschaft und seinen Kampf gegen den Widerruf der ecuadorianischen Staatsb&uuml;rgerschaft nicht &ouml;ffentlich machen darf. Von <strong>Chris Hedges<\/strong>. <a href=\"https:\/\/www.truthdig.com\/articles\/crucifying-julian-assange\/\">Aus dem Englischen<\/a> von <strong>Josefa Zimmermann<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_402\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-47287-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/181119_Julian_Assange_wird_ans_Messer_geliefert_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/181119_Julian_Assange_wird_ans_Messer_geliefert_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/181119_Julian_Assange_wird_ans_Messer_geliefert_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/181119_Julian_Assange_wird_ans_Messer_geliefert_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=47287-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/181119_Julian_Assange_wird_ans_Messer_geliefert_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"181119_Julian_Assange_wird_ans_Messer_geliefert_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Der australische Premierminister Scott Morrison weigerte sich, f&uuml;r den australischen Staatsb&uuml;rger Assange einzutreten, obwohl die neue Regierung in Ecuador unter Len&iacute;n Moreno, der Assange ein &bdquo;geerbtes Problem&rdquo; und ein Hindernis f&uuml;r bessere Beziehungen zu Washington nennt, das Leben des WikiLeaks-Gr&uuml;nders in der Botschaft unertr&auml;glich macht. Fast t&auml;glich versch&auml;rft die Botschaft die Bedingungen f&uuml;r Assange. Dazu geh&ouml;rt auch, dass er seine Arztrechnungen selbst bezahlen muss, dass ihm obskure Regeln auferlegt werden, wie er sich um seine Katze zu k&uuml;mmern hat, und dass er eine Reihe entw&uuml;rdigender Hausarbeiten erledigen muss.<\/p><p>Die Ecuadorianer, die Assange nur ungern selbst ausweisen wollen, nachdem sie ihm politisches Asyl gew&auml;hrt und die Staatsb&uuml;rgerschaft verliehen haben, wollen ihm das Leben so zur H&ouml;lle machen, dass er die Botschaft freiwillig verl&auml;sst, um dann von den Briten festgenommen und an die Vereinigten Staaten ausgeliefert zu werden. Der ehemalige Pr&auml;sident von Ecuador, Rafael Correa, dessen Regierung dem Herausgeber von Wikileaks politisches Asyl gew&auml;hrt hatte, bezeichnet Assanges aktuelle Lebensbedingungen als &bdquo;Folter&rdquo;.<\/p><p>Seine Mutter, Christine Assange, sagte k&uuml;rzlich in einem Video-Appell: &bdquo;Obwohl Julian ein mehrfach preisgekr&ouml;nter Journalist ist, der geliebt und respektiert wird, weil er den Mut hatte, schwere Verbrechen und Korruption auf hoher Ebene im &ouml;ffentlichen Interesse aufzudecken, ist er jetzt allein, krank, leidet Schmerzen, wurde in Einzelhaft zum Schweigen gebracht, abgeschnitten von jeglichem Kontakt und gefoltert mitten in London. Das moderne Verlies politischer Gefangener ist nicht mehr der Tower of London. Es ist die ecuadorianische Botschaft.&rdquo;<\/p><p>&bdquo;Hier sind die Fakten&rdquo;, fuhr sie fort. &bdquo;Julian wird seit fast acht Jahren ohne Anklage festgehalten. Das stimmt. Ohne Anklage. In den letzten sechs Jahren lehnte die Regierung Gro&szlig;britanniens seinen Antrag auf Zugang zu grundlegender Gesundheitsversorgung, frischer Luft, Bewegung, Sonne f&uuml;r Vitamin D und Zugang zu einer angemessenen zahn&auml;rztlichen und &auml;rztlichen Behandlung ab. Infolgedessen hat sich seine Gesundheit ernsthaft verschlechtert. Die untersuchenden &Auml;rzte warnten, dass seine Haftbedingungen lebensbedrohlich sein k&ouml;nnten. In der Londoner Botschaft findet vor unseren Augen eine langsame und grausame Hinrichtung statt.&ldquo;<\/p><p>&bdquo;Nach einer eingehenden Untersuchung haben die Vereinten Nationen 2016 entschieden, dass Julians Rechte auf juristischer und Menschenrechtsebene mehrfach verletzt wurden&rdquo;, sagte sie. &bdquo;Er ist seit 2010 unrechtm&auml;&szlig;ig eingesperrt. Sie ordneten seine sofortige Freilassung, freies Geleit und eine Entsch&auml;digung an. Die Regierung von Gro&szlig;britannien weigerte sich, der Entscheidung der UN nachzukommen. Die US-Regierung machte Julians Verhaftung zur Priorit&auml;t. Sie wollen den Schutz, der nach dem 1. Verfassungszusatz [Presse- und Redefreiheit] einem Journalisten in den USA zusteht, umgehen, indem sie ihn der Spionage beschuldigen. Und nichts wird sie daran hindern, das zu tun.&ldquo;<\/p><p>&bdquo;Weil die USA Ecuador bedr&auml;ngen, ist sein Asyl jetzt unmittelbar gef&auml;hrdet&rdquo;, sagte sie. &bdquo;Der Druck der USA auf den neuen Pr&auml;sidenten Ecuadors f&uuml;hrte dazu, dass Julian die letzten sieben Monate in harter und strenger Einzelhaft verbrachte, ohne Kontakt zu seiner Familie und seinen Freunden. Nur seine Anw&auml;lte konnten ihn sehen. Vor zwei Wochen wurde es wesentlich schlimmer. Der ehemalige Pr&auml;sident von Ecuador, Rafael Correa, der Julian zu Recht politisches Asyl gew&auml;hrte wegen der Bedrohung seines Lebens und seiner Freiheit durch die USA, warnte &ouml;ffentlich w&auml;hrend des k&uuml;rzlichen Besuches von US-Vizepr&auml;sident Mike Pence in Ecuador vor einem Deal, um Julian an die USA auszuliefern. Er stellte fest, da die politischen Kosten einer Ausweisung von Julian aus der Botschaft zu hoch seien, plante man nun, ihn mental zu zerm&uuml;rben. Ein neues, unm&ouml;gliches, unmenschliches Protokoll wurde in der Botschaft eingef&uuml;hrt, um ihn so lange zu qu&auml;len, bis er aufgibt und die Botschaft freiwillig verl&auml;sst.&ldquo;<\/p><p>Assange wurde fr&uuml;her von einigen der weltweit gr&ouml;&szlig;ten Medienunternehmen, darunter die New York Times und der Guardian, f&uuml;r die Informationen, die er besa&szlig;, gefeiert und hofiert. Aber sobald seine Sammlung von Materialien, die US-Kriegsverbrechen dokumentierten &ndash; ein Gro&szlig;teil davon wurde von Chelsea Manning zur Verf&uuml;gung gestellt &ndash; in diesen Medien erschienen war, wurde er gemieden und d&auml;monisiert. Ein durchgesickertes Pentagon-Dokument aus der Abteilung Cyber Counterintelligence Assessments vom 8. M&auml;rz 2008 enth&uuml;llte eine schwarze Propagandakampagne, die WikiLeaks und Assange diskreditieren sollte. Dem Dokument zufolge sollte die Schmierenkampagne das &bdquo;Vertrauensgef&uuml;hl&ldquo;, das das &bdquo;Herzst&uuml;ck der Anziehungskraft&ldquo; von WikiLeaks darstellte, zerst&ouml;ren und den Ruf von Assange sch&auml;digen. Das hat weitgehend funktioniert. Assange wird besonders wegen der Ver&ouml;ffentlichung von 70 000 gehackten E-Mails des Democratic National Committee (DNC) und hochrangiger Vertreter der Demokraten geschm&auml;ht. Die Demokraten und der ehemalige FBI-Direktor James Comey behaupten, die E-Mails wurden von Hackern im Auftrag der russischen Regierung von dem Account von John Podesta, des Wahlkampfmanagers der Kandidatin der Demokraten, Hillary Clinton, kopiert. Laut Comey wurden die Mails wahrscheinlich von einem Mittelsmann an WikiLeaks &uuml;bergeben. Assange sagte dagegen, dass die E-Mails nicht von &ldquo;staatlichen Akteuren&rdquo; zur Verf&uuml;gung gestellt wurden.<\/p><p>Die Demokratische Partei, die versucht, die Schuld f&uuml;r ihre Wahlniederlage auf Russlands &bdquo;Einmischung&rdquo; zu schieben und nicht auf die groteske Einkommensungleichheit, den Verrat an der Arbeiterklasse, den Verlust der b&uuml;rgerlichen Freiheiten, die Deindustrialisierung und den Staatsstreich, den die Partei mit orchestriert hat, greift Assange als Verr&auml;ter an, obwohl er kein US-B&uuml;rger ist. Er ist auch kein Spion. Er ist an kein mir bekanntes Gesetz gebunden, das ihn zwingt, Geheimnisse der US-Regierung zu bewahren. Er hat kein Verbrechen begangen. Die Zeitungen, die einst die WikiLeaks-Dokumente ver&ouml;ffentlichten, fokussieren sich nun auf sein angeblich schlampiges Auftreten &ndash; das mir bei meinen Besuchen bei ihm nicht auffiel &ndash; und darauf, dass er , wie der Guardian es formuliert, &bdquo;ein ungebetener Gast&rdquo; in der Botschaft ist. Das entscheidende Problem der Rechte eines Publizisten und der freien Presse wird zugunsten der h&ouml;hnischen Vernichtung eines Charakters ignoriert.<\/p><p>Assange wurde 2012 in der Botschaft Asyl gew&auml;hrt, um die Auslieferung an Schweden zu einem Verh&ouml;r wegen eines mutma&szlig;lichen Sexualdelikts zu verhindern. Der Verdacht wurde sp&auml;ter fallengelassen. Assange bef&uuml;rchtete, dass er, sobald er sich in schwedischem Gewahrsam befand, an die Vereinigten Staaten ausgeliefert w&uuml;rde. Die britische Regierung teilte mit, dass er, obwohl in Schweden nicht mehr nach ihm gefahndet wird, festgenommen und eingesperrt werden soll, falls er die Botschaft verl&auml;sst, weil er dadurch gegen die Kautionsbedingungen verst&ouml;&szlig;t. WikiLeaks und Assange haben mehr daf&uuml;r getan, die dunklen Machenschaften und Verbrechen des US-Imperiums &ouml;ffentlich zu machen als jedes andere Nachrichtenmedium. Neben der Ver&ouml;ffentlichung der Grausamkeiten und Verbrechen, die das US-Milit&auml;r w&auml;hrend unserer endlosen Kriege begangen hat und dem Aufdecken der internen Machenschaften der Clinton-Kampagne legte Assange die von CIA und NSA angewandten Hacking-Methoden, ihre &Uuml;berwachungsprogramme und ihre Einmischung bei Wahlen im Ausland, auch bei den franz&ouml;sischen Wahlen, offen. Er enth&uuml;llte die Verschw&ouml;rung gegen den britischen Chef der Labour-Party, Jeremy Corbyn, durch Parlamentsabgeordnete der Labour-Partei. WikiLeaks wurde schnell aktiv, um Edward Snowden, der die umfassende &Uuml;berwachung der amerikanischen &Ouml;ffentlichkeit durch die Regierung aufdeckte, vor der Auslieferung an die USA zu retten, indem es ihm bei der Flucht von Hongkong nach Moskau half. Die Snowden-Leaks offenbarten au&szlig;erdem, dass Assange auf einer US-amerikanischen &bdquo;Fahndungsliste&rdquo; steht.<\/p><p>Was mit Assange passiert, sollte die Presse in Angst und Schrecken versetzen. Und doch trifft seine Notlage auf Gleichg&uuml;ltigkeit und h&ouml;hnische Verachtung. Sobald er aus der Botschaft vertrieben wird, wird er in den Vereinigten Staaten wegen seiner Ver&ouml;ffentlichungen vor Gericht gestellt. Dies wird einen neuen und gef&auml;hrlichen juristischen Pr&auml;zedenzfall schaffen, den die Trump-Administration und k&uuml;nftige Regierungen gegen andere Publizisten und Medien anwenden werden, einschlie&szlig;lich derjenigen, die Teil des Mobs sind, der versucht, Assange zu lynchen. Das Schweigen &uuml;ber die Behandlung von Assange ist nicht nur ein Verrat an ihm, sondern ein Verrat an der Pressefreiheit. Wir werden diese Komplizenschaft teuer bezahlen.<\/p><p>Selbst wenn die Russen die Podesta-E-Mails an Assange &uuml;bermittelt h&auml;tten, h&auml;tte er sie ver&ouml;ffentlichen m&uuml;ssen. Ich h&auml;tte es jedenfalls getan. Sie deckten die Praktiken der politischen Maschinerie Clintons auf, die sie und die F&uuml;hrung der Demokraten verbergen wollten. In den zwei Jahrzehnten, in denen ich als Korrespondent im Ausland t&auml;tig war, wurden mir regelm&auml;&szlig;ig gestohlene Dokumente von Organisationen und Regierungen zugespielt. Was mich interessierte, war die Frage, ob die Dokumente gef&auml;lscht oder echt waren. Wenn sie echt waren, ver&ouml;ffentlichte ich sie. Zu denjenigen, die mir Material zuspielten, geh&ouml;rten die Rebellen der Farabundo Marti National Liberation Front (FMLN); die salvadorianische Armee, die mir einst blutverschmierte FMLN-Dokumente &uuml;bergab, die in einem Hinterhalt gefunden wurden, die sandinistische Regierung von Nicaragua; der israelische Geheimdienst Mossad; das FBI; die CIA, die PKK, die PLO, der franz&ouml;sische Geheimdienst DGSE und die serbische Regierung von Slobodan Milosovic, der sp&auml;ter als Kriegsverbrecher vor Gericht gestellt wurde.<\/p><p>Aus den von WikiLeaks ver&ouml;ffentlichten E-Mails erfuhren wir, dass die Clinton-Stiftung Millionen Dollar von Saudi-Arabien und Katar erhalten hatte, zwei der wichtigsten Geldgeber des Islamischen Staates. Als Au&szlig;enministerin zahlte Hillary Clinton ihre Spenden zur&uuml;ck, indem sie Waffenverk&auml;ufe in H&ouml;he von 80 Milliarden Dollar an Saudi-Arabien genehmigte. Dadurch konnte das K&ouml;nigreich einen verheerenden Krieg im Jemen f&uuml;hren, der eine humanit&auml;re Krise ausl&ouml;ste, die zu einer umfassenden Nahrungsmittelknappheit und einer Cholera-Epidemie f&uuml;hrte und zu fast 60 000 Toten. Wir erfuhren, dass Clinton f&uuml;r Vortr&auml;ge bei Goldman Sachs 675 000 Dollar erhielt. Diese Summe ist so riesig, dass sie nur als Bestechung bezeichnet werden kann. Wir erfuhren, dass Clinton den Finanzeliten bei ihren lukrativen Gespr&auml;chen mitteilte, sie will &bdquo;offenen Handel und offene Grenzen&rdquo;, und dass sie glaubte, die Wall-Street-Manager seien am besten in der Lage, die Wirtschaft zu f&uuml;hren, eine Aussage, die in direktem Gegensatz zu ihren Wahlversprechen stand. Wir erfuhren, dass die Clinton-Kampagne Einfluss auf die Vorwahlen der Republikaner nahm, um sicherzustellen, dass Donald Trump der republikanische Kandidat wird. Wir lernten, dass Clinton Vorabinformationen &uuml;ber die Fragen bei der Vorwahl-Debatte erhielt. Wir erfuhren, dass 1700 der 33000 E-Mails von Hillary Clinton stammten. Sie war die Hauptarchitektin des Krieges in Libyen. Wir erfuhren, dass sie der Meinung war, dass der Sturz von Muammar Gaddafi sich g&uuml;nstig auf ihre Pr&auml;sidentschaftskandidatur auswirken w&uuml;rde. Der Krieg, den sie wollte, st&uuml;rzte Libyen in ein Chaos, bef&ouml;rderte die Macht&uuml;bernahme radikaler Dschihadisten in dem inzwischen gescheiterten Staat, f&uuml;hrte zu einem massiven Exodus von Migranten nach Europa, zur Beschlagnahmung der libyschen Waffenbest&auml;nde durch Schurkenmilizen und islamistische Radikale in der gesamten Region und f&uuml;hrte zu 40000 Toten. Sollten diese Informationen etwa der amerikanischen &Ouml;ffentlichkeit verborgen bleiben? Sie k&ouml;nnen das bejahen, aber dann k&ouml;nnen Sie sich selbst nicht als Journalist bezeichnen. <\/p><p>&ldquo;Sie machen meinen Sohn zum Schuldigen, um eine Auslieferung an die USA zu rechtfertigen, wo ihn ein Schauprozess erwartet&rdquo;, warnte Christine Assange. &bdquo;In den letzten acht Jahren hatte er kein ordentliches juristisches Verfahren. Es war auf jeder einzelnen Stufe unfair und eine Pervertierung des Rechts. Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass sich dies in Zukunft &auml;ndert. Die f&uuml;r WikiLeaks zust&auml;ndige US-amerikanische Grand Jury, die den Auslieferungsantrag stellte, tagte geheim mit vier Ankl&auml;gern, aber ohne Verteidigung und ohne Richter. Der Auslieferungsvertrag zwischen Gro&szlig;britannien und den USA erm&ouml;glicht es Gro&szlig;britannien, Julian an die USA auszuliefern, ohne dass ein echter Straftatbestand vorliegt. In den USA erlaubt der National Defense Authorization Act eine unbefristete Inhaftierung ohne Gerichtsverfahren. Julian k&ouml;nnte sehr wohl in Guantanamo festgehalten und gefoltert werden, zu 45 Jahren Gef&auml;ngnis im Hochsicherheitstrakt oder zum Tode verurteilt werden. Mein Sohn ist in Lebensgefahr durch brutale politische Verfolgung von skrupellosen Machthabern, deren Verbrechen und Korruption er als WikiLeaks-Chef mutig an die &Ouml;ffentlichkeit brachte.&ldquo;<\/p><p>Assange ist auf sich allein gestellt. Es wird von Tag zu Tag schwieriger f&uuml;r ihn. Dies ist beabsichtigt. Es liegt an uns zu protestieren. Wir sind die letzte Hoffnung f&uuml;r ihn und wie ich f&uuml;rchte, auch f&uuml;r die freie Presse. <\/p><p>&ldquo;Wir m&uuml;ssen protestieren, um diese Brutalit&auml;t einzud&auml;mmen&rdquo;, sagte seine Mutter. &bdquo;Ich rufe alle Journalisten dazu auf, jetzt aufzustehen, weil er Ihr Kollege ist und Sie der N&auml;chste sind. Ich rufe alle Politiker auf, die sagen, sie seien in die Politik eingestiegen, um den Menschen zu helfen, jetzt aufzustehen. Ich rufe alle Aktivisten auf, die sich f&uuml;r Menschenrechte, Fl&uuml;chtlinge, f&uuml;r die Umwelt und gegen Krieg einsetzen, jetzt aufzustehen, weil WikiLeaks eure Anliegen unterst&uuml;tzte und Julian jetzt an eurer Seite daf&uuml;r leidet. Ich appelliere an alle B&uuml;rger, denen Freiheit, Demokratie und eine faire Gerichtsbarkeit wichtig sind, ihre politischen Differenzen beiseite zu legen und sich zusammenzuschlie&szlig;en. Die meisten von uns haben nicht den Mut wie unsere Whistleblower oder Journalisten wie Julian Assange, die sie ver&ouml;ffentlichen, damit wir &uuml;ber den Machtmissbrauch informiert und gewarnt werden. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180313_hedges.jpg\" alt=\"\" title=\"\"\/><\/div>\n<p>Julian Assanges R&uuml;ckzugsort in der ecuadorianischen Botschaft in London hat sich in einen Ort des Schreckens verwandelt. Seit sieben Monaten ist er weitgehend von der Kommunikation mit der Au&szlig;enwelt abgeschnitten. Die ecuadorianische Staatsb&uuml;rgerschaft, die ihm als Asylbewerber verliehen wurde, wird gerade widerrufen. 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