{"id":47307,"date":"2018-11-20T08:22:25","date_gmt":"2018-11-20T07:22:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47307"},"modified":"2018-11-20T15:12:38","modified_gmt":"2018-11-20T14:12:38","slug":"hinweise-des-tages-3250","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47307","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47307#h01\">Die gro&szlig;e Luftnummer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47307#h02\">Frankreich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47307#h03\">#unten | Armut ist nicht sexy<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47307#h04\">Mieten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47307#h05\">Arm, aber frei<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47307#h06\">Deutsche Regierung verf&uuml;gt Stopp der Waffenlieferungen an Saudi-Arabien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47307#h07\">Vorsicht: Hartz-IV-Falle!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47307#h08\">Lettland: Sprache in Gefahr?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47307#h09\">Kampf oder Untergang!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47307#h10\">Scheinsozialdemokratische Partei Deutschlands<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47307#h11\">Projekt Europa-Universit&auml;ten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47307#h12\">nicht vergessen: Heute Abend kommt wieder die Anstalt<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten,  dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Die gro&szlig;e Luftnummer<\/strong><br>\nDer Beitrag von Andrea Nahles &ldquo;F&uuml;r eine gro&szlig;e Sozialstaatsreform&rdquo; aus der FAZ vom 16. November ist nun auch auf der Seite der SPD erschienen. Um es vorwegzunehmen: Der Text ist eine herbe Entt&auml;uschung, da die SPD-F&uuml;hrung einmal mehr eine gro&szlig;e Luftnummer verbreitet, die zwar viel Wirbel erzeugt, im Kern aber nichts Neues enth&auml;lt. Denn die Fragestellung, was nach Hartz IV kommen soll, r&uuml;hrt eben nicht aus einer Kritik an Hartz IV selbst. Im Gegenteil. Die Agenda-Politik wird weiterhin als Erfolgsgeschichte verkl&auml;rt. (&hellip;)<br>\nEs geht also erneut um einen Etikettenschwindel, den das Satiremagazin &ldquo;Der Postillon&rdquo; mal unter der &Uuml;berschrift &ldquo;SPD l&auml;utet traditionelles linkes Halbjahr vor wichtigen Wahlen ein&rdquo; treffend beschrieb. Nahles liefert dabei schon jetzt sch&ouml;ne, aber widerspr&uuml;chlichen Formulierungen. So schreibt sie:<br>\n&ldquo;Zum Symbol f&uuml;r das Misstrauen des Staates gegen&uuml;ber den Grundsicherungsbeziehern sind die Sanktionen geworden.&rdquo;<br>\nHei&szlig;t das nun, die SPD will diese Praxis k&uuml;nftig abschaffen? Nahles laviert herum.<br>\n&ldquo;Niemand h&auml;tte aber auch Verst&auml;ndnis, wenn Regelverst&ouml;&szlig;e und der Missbrauch von Sozialleistungen ohne Konsequenzen blieben. Leistungssperren m&uuml;ssen aber immer das letzte Mittel sein. Das Existenzminimum eines Menschen darf niemals in Frage gestellt werden.&rdquo;<br>\nWas die SPD-Chefin nun konkret will, bleibt unklar, vermutlich allen gefallen. Und zwar denen, die jetzt verschreckt denken, die SPD wolle Hartz IV tats&auml;chlich beerdigen, was nicht stimmt, wie auch denen, die bereits in regelrechte Begeisterungsst&uuml;rme verfallen und pl&ouml;tzlich an einen Befreiungsschlag ihrer Parteichefin glauben.<br>\nImmerhin wird sich das Bundesverfassungsgericht voraussichtlich im Januar 2019 erstmals mit der Sanktionspraxis des SGB II besch&auml;ftigen. Ob dabei aber mehr als hei&szlig;e Luft herauskommen wird, bleibt fraglich. Wie sollte man auch das offenkundig verfassungswidrige massenhafte K&uuml;rzen des Existenzminimums, das es seit 14 Jahren gibt, angemessen heilen oder gar sanktionieren. Das Gericht wei&szlig; es wohl selbst nicht so genau und hat daher seit 2016 lieber andere Entscheidungen vorgezogen, wie die zum dritten Geschlecht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.taublog.de\/181119die-grosse-luftnummer\">TauBlog<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Frankreich<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Ein Volk sieht Gelb<\/strong><br>\nDie Geringverdiener in Frankreich begehren auf gegen die Politik von Emmanuel Macron, den sie f&uuml;r einen Pr&auml;sidenten der Reichen halten. Ihre Wut ist unorganisiert, radikal &ndash; und ein unkalkulierbarer politischer Gegner.<br>\nAuch als es dunkel wird, wollen die Demonstranten am liebsten noch unter dem Triumphbogen in Paris verweilen. Man erkennt sie jetzt deutlicher als am Tage. Sie tragen gelbe Warnwesten &ndash; und sie leuchten grell im Schein der Stra&szlig;enlaternen. Dunkel uniformierte Polizeitruppen mit Schutzschilden und Schlagkn&uuml;ppeln versuchen nun die leuchtenden Menschen in die Nebenstra&szlig;en zu dr&auml;ngen. Einige Protestler z&uuml;nden bengalische Feuer. Im Hintergrund gl&uuml;ht &ndash; wie immer am Abend &ndash; der Eiffelturm.<br>\nEs k&ouml;nnte eine ganz normale Pariser Protestszene sein, doch es ist der Beginn von etwas Neuem: Keine Gewerkschaft und kein schwarzer Block, keine Partei und keine Berufslobby, nicht einmal der Bauernverband oder die Lastwagenfahrer, die in Frankreich immer so gerne auf die Stra&szlig;e ziehen, haben an diesem 17. November zum Demonstrieren aufgerufen.<br>\nDennoch ist das Land von den Pyren&auml;en bis zum Rhein, von der Bretagne bis zu den Alpen mit Protesten &uuml;berzogen. Mehr als 280.000 Menschen, meldet am Abend das franz&ouml;sische Innenministerium, haben den ganzen Tag lang an Stra&szlig;enkreuzungen, Autobahnzahlstellen und anderen Verkehrsknotenpunkten demonstriert.<br>\nDas Volk ist aufgestanden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/frankreich-emmanuel-macrons-soll-wegen-benzinsteuer-zuruecktreten-a-1239052.html\">SPON<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Die Wut ist unorganisiert, radikal und unkalkulierbar und das ist gut so. Liest man die sp&auml;rlichen Berichte &uuml;ber die Proteste in den deutschen &ldquo;Qualit&auml;tsmedien&rdquo; hei&szlig;t es dort oft, der Protest sei f&uuml;r Macron, anders als etwa der von den Gewerkschaften organisierte, gef&auml;hrlich, da es keine korrumpierbare &ndash; k&ouml;nnte man jetzt mit etwas Zynismus anmerken &ndash; Verhandlungspartner gibt. Hier gelangt man zu einem Problem gerade auch der deutschen Gewerkschaften, die immer mehr die Rolle spielen sozialen Proteste aufzufangen und kontrollierbar zu machen &ndash; oder kann sich jemand erinnern, dass etwa die Austerit&auml;tspolitik Merkels von den Gewerkschaften schon einmal radikal in Frage gestellt, gar mit Streik gedroht wurde? Der S&uuml;ndenfall, wenn man so will, war die Zustimmung der Gewerkschaften zur Agenda 2010 und zum Hartz IV Repressionsregime, das jetzt sogar vom DGB-Vorsitzenden Hoffmann verteidigt wird. Nun bemerkt man, dass Gewerkschaftsmitglieder pl&ouml;tzlich AfD w&auml;hlen und ist ratlos. <\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Aufstand der Mittelschicht<\/strong><br>\nDie neongelbe Warnweste liegt hinter der Windschutzscheibe, von au&szlig;en gut sichtbar. Darauf kommt es an. Cyrille Dhui parkt ihren Renault Kangoo auf dem zentralen Platz von La Tour du Pin. In vielen der Autos, die hier abgestellt sind, liegt auch, gut erkennbar, eine Warnweste. Und das ist in der Tat eine Warnung.<br>\nNicht vor einem Unfall oder einer Panne. Die h&auml;sslichen Sicherheitskittel, die seit ein paar Jahren in jedem Auto mitgef&uuml;hrt werden m&uuml;ssen, sind eine Warnung an Emmanuel Macron, Frankreichs Pr&auml;sidenten. Binnen weniger Wochen sind sie zum Erkennungszeichen w&uuml;tender B&uuml;rger im ganzen Land geworden. In La Tour du Pin sind offensichtlich ziemlich viele ziemlich w&uuml;tend auf Macron und seine Wirtschaftspolitik.<br>\n&ldquo;Die neue Umweltsteuer hat das Fass zum &Uuml;berlaufen gebracht&rdquo;, sagt Dhui. Ab Januar wird in Frankreich pro Liter Diesel, wie ihn ihr Renault braucht, eine CO2-Steuer in H&ouml;he von 6,5 Cent f&auml;llig; f&uuml;r Benzin betr&auml;gt sie 2,9 Cent. Dhui, 47, geschieden, zwei Kinder &ndash; f&auml;hrt f&uuml;r ihren Job als Sozialarbeiterin t&auml;glich 60 Kilometer. Schon jetzt zahlt sie f&uuml;r Treibstoff wegen des gestiegenen &Ouml;lpreises 80 Euro mehr pro Monat als vor einem Jahr. &ldquo;Die abgehobenen Politiker in Paris haben keine Ahnung, was das hei&szlig;t, 80 Euro weniger im Portemonnaie zu haben&rdquo;, schimpft sie. &ldquo;Es geht uns aber nicht blo&szlig; um die Umweltsteuer. Wir werden ausgequetscht wie Zitronen.&rdquo;<br>\nAn diesem Samstag tr&auml;gt Dhui mit einer Demo ihren Zorn und den vieler anderer in La Tour du Pin auf die Stra&szlig;e &ndash; so wie es &uuml;berall in Frankreich Proteste der in k&uuml;rzester Zeit entstandenen Bewegung der &ldquo;Gelben Westen&rdquo; gibt. Dhuis Facebook-Gruppe der Gelben Westen in La Tour du Pin z&auml;hlte im Nu 700 Mitglieder. Das 8000-Einwohner-St&auml;dtchen in den franz&ouml;sischen Voralpen war einst ein Zentrum der Textilindustrie. Wer heute noch Arbeit hat, muss daf&uuml;r pendeln. Etwa ins 60 Kilometer westlich gelegene Lyon.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/frankreich-macron-protest-gilets-jaunes-1.4214095\">SZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Geballte Wut &uuml;ber hohe Spritpreise<\/strong><br>\n&ldquo;Macron d&eacute;mission&rdquo; (&ldquo;Macron tritt zur&uuml;ck&rdquo;) rufen die w&uuml;tenden Demonstranten. In ihren gelben Warnwesten, den Gilets Jaunes, laufen sie mitten auf der Fahrbahn die Champs Elys&eacute;es herunter. Nachdem viele von ihnen am Vormittag die Pariser Ringautobahn Periph&eacute;rique blockiert hatten, sind sie jetzt auf dem Weg zum Amtssitz des Pr&auml;sidenten, zum Elys&eacute;e-Palast.<br>\n&ldquo;Wir sind hier, weil die Steuern steigen, vor allem die auf Benzin und Diesel&rdquo;, sagt St&eacute;phanie. &ldquo;Und irgendwann ist das Ma&szlig; dann voll. Wir haben die Schnauze voll von den Steuererh&ouml;hungen. Wir zahlen nur noch Steuern, Steuern, Steuern.&rdquo; Der Demonstrant Albert sagt: &ldquo;Was wir uns von der Demo vor dem Elys&eacute;e erhoffen? Nichts.&rdquo; Er wisse genau, dass es wenig bringt. &ldquo;Aber vielleicht verstehen die da oben wenigstens, dass das Volk w&uuml;tend ist und dass sie das die Macht kosten kann.&rdquo;<br>\nSicherheitskr&auml;fte hindern die Protestierenden daran, direkt vor den Elys&eacute;e-Palast zu ziehen. Tausende Menschen stehen auf dem Place de la Concorde und blockieren den Verkehr an einem der gr&ouml;&szlig;ten Knotenpunkte von Paris. Einige versuchen, die Polizeisperren zu durchbrechen.<br>\nEin gro&szlig;es Problem f&uuml;r die Polizisten ist, dass kaum eine Demonstration im Vorfeld angemeldet wurde und niemand f&uuml;r die Organisation verantwortlich ist. Der Protest hatte sich dezentral &uuml;ber die sozialen Netzwerke organisiert: &ldquo;Unsere Bef&uuml;rchtung ist, dass hier Menschen protestieren, die keine Erfahrung mit Demonstrationen haben&rdquo;, sagt Innenminister Christophe Castaner am Morgen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/frankreich-proteste-spritpreis-101.html\">Tagesschau<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>#unten | Armut ist nicht sexy<\/strong><br>\nDortmund verteilt Strafzettel an Obdachlose, Berlin wirft Wohnungslose aus U-Bahnh&ouml;fen. Beide F&auml;lle ber&uuml;hren die Frage, wie eine Gesellschaft mit den Schw&auml;chsten umgeht<br>\nWas ist schlimmer: Erfrieren oder vom Zug &uuml;berrollt werden? Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) sind offenbar der Meinung, letzteres sei grausamer. Lange Zeit hatte die BVG bei Au&szlig;entemperaturen unter zwei Grad nachts einige U-Bahnh&ouml;fe f&uuml;r Obdachlose ge&ouml;ffnet. Weil in den vergangenen drei Jahren mehrere Wohnungslose &uuml;berfahren wurden, werde man die Bahnh&ouml;fe in diesem Winter nach Betriebsschluss geschlossen halten, teilte BVG-Chefin Sigrid Nikutta mit.<br>\nBerlins Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linkspartei) will nun einen vor zehn Jahren stillgelegten Fu&szlig;g&auml;ngertunnel am Alexanderplatz f&uuml;r Obdachlose &ouml;ffnen. Die Sprecherin der Sozialverwaltung sagte dem Tagesspiegel, es m&uuml;ssten dort zun&auml;chst Umbauarbeiten stattfinden. Nun kam der K&auml;lteeinbruch keineswegs &uuml;berraschend. Trotzdem hat der Senat nicht rechtzeitig daf&uuml;r gesorgt, dass im Winter niemand drau&szlig;en &uuml;bernachten muss. Jetzt sind die U-Bahnh&ouml;fe dicht, und die ehrenamtlich t&auml;tige K&auml;ltehilfe kommt (wieder einmal) kaum hinterher, die Vers&auml;umnisse der Politik aufzufangen.<br>\nW&auml;hrend in der Bundeshauptstadt immerhin die Frage im Raum steht, wie Obdachlosigkeit nicht zum Tod f&uuml;hrt, bl&auml;st Dortmund zum Angriff gegen Obdachlose. Laut Informationen des WDR wurde in diesem Jahr bereits 265 Mal ein &bdquo;Verwarngeld&ldquo; von 20 Euro gegen Wohnungslose erhoben, weil die nordrhein-westf&auml;lische Stadt es nicht mehr dulden m&ouml;chte, dass Menschen auf der Stra&szlig;e &uuml;bernachten. Wer die Strafe nicht zahlen kann oder will, kann im Gef&auml;ngnis landen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/cbaron\/armut-ist-nicht-sexy\">Freitag<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Mieten<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Deutsche kapitulieren vor dem Mietpreisboom<\/strong><br>\nDie steigenden Wohnkosten zwingen viele Mieter in gr&ouml;&szlig;eren St&auml;dten zum Umdenken. Sie verzichten immer h&auml;ufiger auf Wohnfl&auml;che, um sich eine Bleibe in einer zentralen Lage leisten zu k&ouml;nnen. Das geht aus der Studie &bdquo;Wohntrends 2035&ldquo; hervor, die der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen GdW ver&ouml;ffentlicht hat.<br>\nGrunds&auml;tzlich m&ouml;chten Mieter zwar nach wie vor in einer m&ouml;glichst gro&szlig;en Wohnung leben. In einer telefonischen Umfrage unter rund 3000 Personen ab 18 Jahren &auml;u&szlig;erten 72 Prozent den Wunsch nach einer mittelgro&szlig;en bis sehr gro&szlig;en Wohnung, wie aus der Studie hervorgeht. Nur sechs Prozent wollen von vornherein freiwillig lieber in einer kleinen Wohnung leben.<br>\nDoch angesichts der hohen Mieten geht dieser Wunsch immer seltener in Erf&uuml;llung. Auf die Frage, welche Einschr&auml;nkungen sie am ehesten in Kauf nehmen w&uuml;rden, um Mietkosten zu sparen, antworteten 44 Prozent deshalb mit &bdquo;eine geringere Wohnfl&auml;che&ldquo;. 37 Prozent w&uuml;rden in eine g&uuml;nstigere Gegend ziehen, aber lediglich 19 Prozent eine schlechtere Ausstattung akzeptieren. Die Studie wurde von den Forschungsinstituten Analyse &amp; Konzepte und Inwis erstellt. &bdquo;Wo fr&uuml;her 70 Quadratmeter gemietet wurden, sind es heute manchmal nur noch 45&ldquo;, sagte Bettina Harms, Gesellschafterin bei Analyse &amp; Konzepte.<br>\nAn der zunehmenden Knappheit und steigenden Preisen in Ballungszentren wird sich auf absehbare Zeit auch nichts &auml;ndern. Das machte der Pr&auml;sident des GdW, Axel Gedaschko, erstmals in unmissverst&auml;ndlichen Worten deutlich. Bei allen Anstrengungen werde es auf absehbare Zeit einfach zu wenig neue Wohnungen geben.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/finanzen\/immobilien\/article183793436\/Wohnungsgroesse-Deutschlands-Mieter-resignieren-vor-dem-Preisboom.html\">Welt<\/a><\/li>\n<li><strong>Die Miet-Gewinnmaschine<\/strong><br>\nIn Deutschland vermietet niemand mehr Wohnungen als Vonovia. Und vermutlich hat niemand so viele w&uuml;tende Mieter. Kein Wunder: Der Dax-Konzern schr&ouml;pft seine Kunden, wo er kann &ndash; und greift dabei zu zweifelhaften Methoden.<br>\nGerd Stimmelmaier hat gut zu tun. Der fr&uuml;here Controller k&uuml;mmert sich um die Nebenkostenabrechnungen vieler Mieter einer Wohnanlage im M&uuml;nchener Vorort Neuried. Seit Vonovia die Anlage 2014 gekauft hat, wird es jedes Jahr teurer: der Winterdienst, der Hausmeister, das Rasenm&auml;hen. Warum? Stimmelmaier hat mehr als 600 Seiten Unterlagen ausgewertet, Rechnungen, Belege und T&auml;tigkeitsnachweise. Hat Einzelbetr&auml;ge zusammengez&auml;hlt, Datumsangaben kontrolliert und gepr&uuml;ft, ob Arbeiten tats&auml;chlich durchgef&uuml;hrt wurden.<br>\nSein Fazit ist ern&uuml;chternd: Die Abrechnungen von Vonovia seien oft fehlerhaft, die vorgelegten Belege vielfach &ldquo;dubios&rdquo; &ndash; und die Kosten viel zu hoch. Dass sich ein profitorientierter Dax-Konzern wie Vonovia um seine Mieter k&uuml;mmern w&uuml;rde, davon sind die Neurieder gar nicht ausgegangen. Doch nun glauben sie, dass Deutschlands gr&ouml;&szlig;ter Vermieter sie &uuml;bervorteilt.<br>\nWer nach dem Ursprung der Gewinnmaschine fragt, wird vielleicht an der Frankfurter B&ouml;rse Antworten finden. Dort gl&auml;nzt der Dax-Konzern Vonovia seit Jahren mit rasantem Wachstum. Seit dem B&ouml;rsengang im Jahr 2013 ist der Aktienkurs um 148 Prozent gestiegen.<br>\nMit dem klassischen Vermietungsgesch&auml;ft hat das allerdings wenig zu tun &ndash; das bringt einfach zu wenig Profit. Mit Erh&ouml;hungen der Kaltmiete steigerte Vonovia seine Miete pro Quadratmeter im vergangenen Jahr um mickrige 1,6 Prozent, weniger als die Inflationsrate. Erst Modernisierungen von Wohnungen, die der Konzern auf seine Mieter umgelegt hat, brachten weitere 2,5 Prozent.<br>\nSeit Jahren kauft der Konzern Wohnungen auf, rund 350.000 sind es mittlerweile. Und nachdem der deutsche Markt abgegrast ist, geht es nun in &Ouml;sterreich, Frankreich und Schweden weiter.<br>\nNeben der Kaltmiete hat Vonovia die Nebenkosten seiner Mieter als Einnahmequelle entdeckt. Statt externe Firmen zu beauftragen, &uuml;bernimmt der Immobilienkonzern viele Aufgaben mittlerweile mit eigenen Tochterfirmen und streicht die Profite ein. Der Schachzug ist clever: Vermieter haben gro&szlig;e Freiheiten, wen sie etwa mit der Treppenhausreinigung oder dem Winterdienst betrauen. Und sie k&ouml;nnen auch selbst entscheiden, ob beispielsweise ein Spielplatz einmal im Monat kontrolliert wird, oder einmal in der Woche. Vonovia bestellt, Vonovia kassiert &ndash; und der Mieter muss zahlen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/vonovia-wie-der-wohnungskonzern-seine-mieter-schroepft-a-1238110.html\">SPON<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> &ldquo;Marktkonforme Demokratie&rdquo; eben. Grunds&auml;tzlich sollte ein derart basales Bed&uuml;rfnis, wie ein Dach &uuml;ber den Kopf zu haben, nicht dem privatkapitalistischen Profitstreben ausgeliefert werden. Bisher hat aber keine Partei der neoliberalen Mitte, weder SPD noch Gr&uuml;ne, die CDU und ihre gro&szlig;e Humanistin an der Spitze sowieso nicht, auch nur einen Finger ger&uuml;hrt um etwa die, durch die Regierung Kohl abgeschaffte, Wohnungsgemeinn&uuml;tzigkeit wieder einzuf&uuml;hren. Lieber verteilt man durch die Erh&ouml;hung des Wohngeldes weiter Steuergelder in die Taschen privater Investoren.<\/em><\/p>\n<p><em>Zur katastrophalen Wohnungspolitik in Deutschland siehe auch noch einmal &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/comedy\/die-anstalt\/die-anstalt-vom-23-oktober-2018-100.html\">Die Anstalt vom 23.10.2018<\/a>&ldquo;.<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: Mietenpolitischer Super-GAU in M&uuml;nchen<\/strong><br>\nWeil sich die Bayerische Landesbank in der Finanzkrise verspekuliert hatte, verkaufte der damalige Finanzminister Markus S&ouml;der landeseigene Wohnungen an den Meistbietenden. Die Folgen f&uuml;r die Mieter sind katastrophal.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/verkauf-landeseigener-wohnungen-mietenpolitischer-super-gau.976.de.html?dram:article_id=433606\">Deutschlandfunk Kultur<\/a><\/p>\n<p><strong>und: Ein Berliner Baustadtrat k&auml;mpft um billigen Wohnraum<\/strong><br>\nIn manchen Berliner Bezirken haben sich die Mieten in den letzten zehn Jahren fast verdoppelt. Doch Florian Schmidt, der Baustadtrat von Friedrichshain-Kreuzberg, hat den Kampf gegen Spekulanten aufgenommen &ndash; und gilt mittlerweile als Robin Hood der Mieter.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/schreck-der-investoren-ein-berliner-baustadtrat-kaempft-um.976.de.html?dram:article_id=433599\">Deutschlandfunk Kultur<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Das Mieter-Syndikat entprivatisiert das Eigenheim<\/strong><br>\nIn Bayern w&auml;chst eine Bewegung, der es gelingt, woran die gro&szlig;e Politik scheitert: Langfristig g&uuml;nstigen Wohnraum zu schaffen. Wie das funktioniert? Im Kollektiv. Und mit Unterst&uuml;tzung eines ganz besonderen Unternehmens.<br>\nDas Mietsh&auml;user-Syndikat ist ein Netzwerk mit Hauptsitz in Freiburg im Breisgau, das bundesweit Gruppen unterst&uuml;tzt und ber&auml;t, die Wohnh&auml;user kaufen und selbst verwalten wollen. Das Motto des Verbunds, der seinen Ursprung im politisch linken Spektrum hat: &bdquo;H&auml;user f&uuml;r diejenigen, die drin wohnen&ldquo;.<br>\nDas Modell boomt, sogar im Ausland. In Deutschland wurden bereits mehr als 130 Syndikatsh&auml;user realisiert. Vier davon in Bayern: das &bdquo;Ligsalz8&ldquo; in M&uuml;nchen, das &bdquo;Danz&ldquo; in Regensburg, der &bdquo;Mieter Konvent&ldquo; in Alt&ouml;tting und jetzt gerade &bdquo;Unser Haus&ldquo; in Augsburg.<br>\nIm Freistaat, wo j&uuml;ngst 10.000 Menschen gegen Wohnungsnot, Luxussanierungen und Immobilienspekulation in der Landeshauptstadt auf die Stra&szlig;e gingen, begeistern sich immer mehr B&uuml;rger f&uuml;r die alternative Wohnform. N&uuml;rnberg, Weiden, Rosenheim, Burghausen &ndash; &uuml;berall stehen neue Initiativen in den Startl&ouml;chern, um dem Mangel an g&uuml;nstigem Wohnraum in und rund um die Ballungszentren entgegenzutreten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/regionales\/bayern\/article184140604\/Wohnen-in-der-Stadt-Das-Mieter-Syndikat-entprivatisiert-das-Eigenheim.html\">Welt<\/a><\/li>\n<li><strong>Wie sich preiswertes Wohnen in Zukunft organisieren l&auml;sst<\/strong><br>\nSteigende Mieten sind kein Naturgesetz &ndash; auch in einer wachsenden Stadt wie Berlin nicht. Der Sozialwissenschaftler Andrej Holm, 48, erkl&auml;rt, was in der Mietenpolitik m&ouml;glich ist.<br>\nHerr Holm, Berlin steuert darauf zu, eine Stadt mit vier Millionen Einwohnern zu werden. Was muss sich tun, damit alle eine passende Wohnung bekommen? Reicht es, nur zu bauen?<br>\nNein, bauen allein reicht nicht. Nat&uuml;rlich brauchen wir mehr Wohnungen, aber vor allem f&uuml;r Haushalte mit geringen Einkommen. Es gibt im Moment gen&uuml;gend hochpreisige Mietwohnungen und teure Eigentumswohnungen, aber an kleinen und leistbaren Wohnungen mangelt es.<br>\nDer Begriff der Leistbarkeit besagt, dass Miete und Einkommen in einem vern&uuml;nftigen Verh&auml;ltnis stehen sollen. Sozialwissenschaftliche Studien zeigen, dass nicht mehr als 30 Prozent des Einkommens f&uuml;r die gesamten Wohnkosten ausgegeben werden sollen. Das praktizieren wir in Berlin schon in ganz kleinen Segmenten. Zum Beispiel bei den Mietzusch&uuml;ssen im alten sozialen Wohnungsbau. Die 30-Prozent-Regel leitet sich daraus ab, dass Haushalten mit Einkommen, die knapp &uuml;ber den Schwellenwerten f&uuml;r Transfereinkommen liegen, genug Geld zum Leben bleibt. Und dass die Miete nicht die geringen Einkommen, etwa von Mindestlohnverdienern, auffrisst, sodass diese Sozialhilfe beantragen m&uuml;ssen.<br>\nWie viele Wohnungen zu g&uuml;nstigen Mieten ben&ouml;tigt Berlin?<br>\nUnsere Analyse mit Daten des Mikrozensus von 2014 hat ergeben, dass in Berlin jeder f&uuml;nfte Haushalt mehr als 40 Prozent des Einkommens f&uuml;r die Miete ausgeben muss. Das sind fast 400 000 Haushalte, die mehr zahlen, als sie ausgeben sollten. Die meisten ben&ouml;tigen Wohnungen, die ohne Betriebskosten nicht mehr als vier oder f&uuml;nf Euro je Quadratmeter kosten sollten. Warum solche Wohnungen gebraucht werden, wird relativ schnell deutlich, wenn man sich ein Lehrlingsgehalt anschaut oder einen Mindestlohn, mit dem ein Haushalt nur 900 oder 1000 Euro verdient. Nach der 30-Prozent-Regel darf die Miete inklusive Betriebskosten 270 oder 300 Euro nicht &uuml;bersteigen. Das sind Mieten, die es nur zu Quadratmeter-Preisen von vier oder f&uuml;nf Euro kalt gibt. Da sehen wir, dass selbst der neue soziale Wohnungsbau mit Einstiegsmieten von 6,50 Euro je Quadratmeter diese Zielgruppe im Moment verfehlt. Also ausgerechnet diejenigen, die im Moment den dringendsten Bedarf haben.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/berlin\/berlin-4-millionen\/von-wien-lernen-wie-sich-preiswertes-wohnen-in-zukunft-organisieren-laesst-31604122\">Berliner Zeitung<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Arm, aber frei<\/strong><br>\nDie Brexit-Ideologen geben vor, die Kontrolle zur&uuml;ckgewinnen zu wollen &ndash; f&uuml;r Gro&szlig;britannien. In Wahrheit wollen sie jedoch einen minimalen Staat und maximalen Wettbewerb.<br>\nZwar haben die Bef&uuml;rworter eines harten Schnitts mit der EU bis heute keinen koh&auml;renten Entwurf f&uuml;r die Zukunft Gro&szlig;britanniens vorgelegt &ndash; das vor allem erkl&auml;rt, warum Theresa May trotz zahlreicher katastrophaler Fehler, Fehleinsch&auml;tzungen und Kehrtwendungen immer noch im Amt ist. Wo jedoch Brexiter ihre Ideensplitter ver&ouml;ffentlichten, zeigten sie sich konsequent als Verfechter des minimalen Staates und des maximalen Wettbewerbs. Kurzes Aufsehen erregten Ideen, die polemisch &ndash; und nicht ganz korrekt &ndash; &ldquo;Singapore-on-Thames&rdquo; getauft wurden. Nach dem Brexit, so verk&uuml;ndete im Januar 2017 Schatzkanzler Philip Hammond, k&ouml;nnte Gro&szlig;britannien durch aggressive Deregulierung den einstigen EU-Partnern scharfe Konkurrenz machen. Hammond z&auml;hlt nicht zu den Brexit-Ideologen, sein Vorschlag verschwand schnell wieder in der Versenkung, nachdem Kritiker die offensichtlichen Nachteile f&uuml;r britische Arbeiter und Verbraucher herausstellten.<br>\nDie Brexit-Ideologen schreckte das jedoch nicht. Liam Fox, der zumeist vergessene britische Handelsminister, plant die Streichung l&auml;stiger Standards f&uuml;r Lebensmittel, um neue Handelsvertr&auml;ge mit den USA abschlie&szlig;en zu k&ouml;nnen. &ldquo;Bessere&rdquo; Regeln f&uuml;r die Wirtschaft z&auml;hlen zu den wichtigsten Anliegen der von Jacob Rees-Mogg geleiteten European Research Group. Rees-Mogg schl&auml;gt vor, Einfuhrz&ouml;lle zu streichen oder doch auf ein Minimum zu reduzieren, um den Handel mit der weiten Welt jenseits der EU zu befl&uuml;geln. Britische Verbraucher, lockt er, k&ouml;nnten dank billiger Importe g&uuml;nstiger einkaufen. Dass zugleich britische Bauern und Produzenten der sch&auml;rferen Konkurrenz nicht gewachsen sein k&ouml;nnten, geht in der Ideologie des Wettbewerbs unter.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2018-11\/brexit-grossbritannien-europa-theresa-may-verhandlungen-vorschlaege\/komplettansicht\">ZEIT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Der Tenor des Artikels ist nicht ganz nachvollziehbar. Als eine Ursache f&uuml;r die zunehmend soziale Spaltung in Gro&szlig;britannien wird die &bdquo;rigorose Sparpolitik&ldquo; der konservativen Regierung genannt. Nun ist es ja nicht so, dass die EU-Kommission nicht ebenfalls eine dogmatische Austerit&auml;tspolitik verfolgt.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Deutsche Regierung verf&uuml;gt Stopp der Waffenlieferungen an Saudi-Arabien<\/strong><br>\nAls Begr&uuml;ndung werden Konsequenzen aus der T&ouml;tung von Jamal Khashoggi genannt. Der Jemen-Krieg hat daf&uuml;r nicht ausgereicht<br>\nDie deutsche Regierung hat die R&uuml;stungslieferungen an Saudi-Arabien &ldquo;komplett gestoppt&rdquo;, wie am Montag das Wirtschaftsministerium bekannt gab. Begr&uuml;ndet wird der Stopp, der die Auslieferung von Waffen und anderen R&uuml;stungsg&uuml;ter betreffe, mit der Konsequenz aus der T&ouml;tung des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi.<br>\nDie Entscheidung, getroffen nach einer Pr&uuml;fung, die nicht nur neue Exportgenehmigungen, sondern auch bereits erteilte Genehmigungen umfasste, entspricht einer Forderung, die in der &Ouml;ffentlichkeit umso forcierter vorgetragen wurde, je mehr &uuml;ber die haarstr&auml;ubende Aktion, die sich Anfang Oktober im saudischen Generalkonsulat in Istanbul zutrug, durchsickerte.<br>\nSo konsequent die Entscheidung im ersten Moment erscheint, bleiben doch ein paar Fragen stehen wie hartn&auml;ckige sture Kegel, die bei diesem Wurf nicht umfallen wollen. Eine w&auml;re: Warum reagiert die Bundesregierung auf die Aktion eines Killerkommandos, das einen Feind der Herrschaft im Haus Saud zur Seite r&auml;umt, aber nicht auf eine brutale Kriegsf&uuml;hrung des K&ouml;nigreiches im Jemen, die bislang &uuml;ber 50.000 Tote und Millionen Hungernde und von Krankheiten und Schw&auml;che gezeichnete Menschen auf dem Konto hat? Der saudische Wahnsinn im Jemen h&auml;tte l&auml;ngst nach Konsequenzen verlangt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Deutsche-Regierung-verfuegt-Stopp-der-Waffenlieferungen-an-Saudi-Arabien-4225688.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Vorsicht: Hartz-IV-Falle!<\/strong><br>\nSozial- und Wirtschaftsforscher halten es jedoch f&uuml;r falsch, nur auf Hartz IV zu schauen. So verweist Gerhard Bosch von der Uni Duisburg-Essen darauf, dass nur noch etwa ein Drittel der Erwerbslosen Geld aus der Arbeitslosenversicherung erh&auml;lt. Er pl&auml;diert deshalb daf&uuml;r, dass langj&auml;hrig Besch&auml;ftigte l&auml;nger Arbeitslosengeld bekommen. Auch prek&auml;r Besch&auml;ftigte sollten schneller Anspruch auf diese Versicherungsleistung haben. &raquo;Wichtig w&auml;re, dass Arbeitnehmer, die &uuml;ber Jahre gearbeitet haben, nicht in k&uuml;rzester Zeit auf Hartz IV fallen, wenn sie arbeitslos werden&laquo; sagt auch der Wirtschaftsweise Peter Bofinger. &raquo;M&ouml;glich w&auml;re etwa, die Arbeitslosenhilfe wieder einzuf&uuml;hren, die sich am fr&uuml;heren Gehalt orientiert.&laquo;<br>\nSell f&uuml;rchtet sogar, dass &raquo;die SPD in eine Falle l&auml;uft, wenn sie ihre Pl&auml;ne f&uuml;r eine Sozialstaatsreform auf Hartz IV einengt&laquo;. Dann bestehe die Gefahr, dass wieder einmal die Mehrheitsgesellschaft gegen angeblich faule Hartz-IV-Empf&auml;nger in Stellung gebracht werde. &raquo;Damit w&auml;re eine gro&szlig;e Sozialstaatsreform erst recht nicht mehr m&ouml;glich.&laquo;<br>\nDabei w&auml;re genau dies &ndash; eine neues Sozialstaatsmodell &ndash; dringend n&ouml;tig, betont er, damit der Staat den Pflegenotstand beheben, alten Menschen ausk&ouml;mmliche Renten garantieren und Erwerbslosen l&auml;nger Arbeitslosengeld gew&auml;hren kann. All dies sei bezahlbar, wenn der Sozialstaat st&auml;rker &uuml;ber Steuern finanziert w&uuml;rde. Die Beitr&auml;ge aus sozialversicherungspflichtigen Jobs reichten nicht mehr aus, weil immer mehr Firmen mit wenig Besch&auml;ftigten hohe Ums&auml;tze und Gewinne erwirtschaften, etwa Internetkonzerne.<br>\nSolche Unternehmen angemessen zu besteuern, sei nicht trivial. Erst recht nicht, seit die US-Regierung Firmen entlastet und so den Steuerwettbewerb anfacht. Gerade darum m&uuml;sse die Politik die Finanzierungsfrage aggressiv angehen &ndash; wenn sie einen guten Sozialstaat wolle. Dabei sei klar: &raquo;Bei einer Sozialstaatsreform geht es um Umverteilung. Hier kann sich die Politik nicht wegducken.&laquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1105883.hartz-iv-vorsicht-hartz-iv-falle.html\">Neues Deutschland<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Lettland: Sprache in Gefahr?<\/strong><br>\nAm 18. November begeht Lettland 100 Jahre seiner Staatsgr&uuml;ndung. Doch so richtig vereint ist die lettische Gesellschaft nicht. Noch immer sind knapp 230.000 Einwohner des Landes sogenannte Nichtb&uuml;rger, die meisten von ihnen sind russischsprachig. Sie wurden zwar gr&ouml;&szlig;tenteils in Lettland geboren, aber sind beim Sprachtest gescheitert, der f&uuml;r die Einb&uuml;rgerung n&ouml;tig ist.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.arte.tv\/de\/videos\/086276-000-A\/lettland-sprache-in-gefahr\/\">arte<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Kampf oder Untergang!<\/strong><br>\nNoam Chomsky &uuml;ber die US-Au&szlig;enpolitik, die amerikanische Kriegsmaschine und den Schutz der &ldquo;Position der Disparit&auml;t&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Kampf-oder-Untergang-4224233.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Scheinsozialdemokratische Partei Deutschlands<\/strong><br>\nDas SPD-Debattencamp zeigt, dass die SPD ihre kulturelle Identit&auml;t vollends verloren hat. Jetzt steht die Partei mit dem R&uuml;cken zur Wand. Aber wieso gibt es soviel Furcht vor der eigenen Erneuerung?<br>\nSPD-Debattencamp im Berliner Funkhaus: Fr&uuml;her DDR-Staatsfunk, heute Charme einer Messehalle f&uuml;r Start-Ups. Drau&szlig;en mehrere Wannen Polizei und Taschenkontrolle. Vor wem f&uuml;rchtet sich die SPD mehr: vor terroristischen Gruppen oder ihren eigenen linken Mitgliedern?<br>\nWenn man seit etwa 15 Jahren Groll gegen eine Partei hegt, ist der Schritt in die Halle des Funkhauses nicht leicht. Es ist der 11. November 2018 und ich soll hier mit Kevin K&uuml;hnert, Bundessprecher der Jusos, &uuml;ber die Krise der Demokratie sprechen. Oder besser: er stellt mir Fragen, die er dann nicht beantworten muss. Vielleicht, um danach nicht auf eine Aussage festgenagelt zu werden.<br>\nVor unserer Veranstaltung schaue ich mir eine Podiumsdiskussion an, die den sch&ouml;nen Titel &bdquo;Zwei Fl&uuml;gel einer Partei &ndash; unsere Wege zur Verwirklichung sozialdemokratischer Ziele&rdquo; tr&auml;gt. Ich h&ouml;re eine Frauenstimme, die sagt: &bdquo;wir m&uuml;ssen Verantwortung in der Regierung &uuml;bernehmen!&ldquo;<br>\n&bdquo;Haben Sie genug gesehen?&ldquo;, fragt die freundliche Frau, die neben mir steht und mich einweisen soll. &bdquo;Oh ja.&ldquo;<br>\nIn der Chill-out-Area, ein nebliger Raum, Sitzkissen und DJ, der f&uuml;r pl&auml;tschernde Beruhigungsmusik sorgt, bekommt man den Eindruck, um die SPD steht es nicht so schlecht. Oder: lebt sie &uuml;ber ihre Verh&auml;ltnisse? Droht ihr nicht, wie viele f&uuml;rchten, der Untergang neben einer rechten &bdquo;Alternative&ldquo; und einer gr&uuml;n-liberalen Kraft, die sie abzul&ouml;sen scheint?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/adamag.de\/spd-krise-debattencamp-dc\">Ada<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Projekt Europa-Universit&auml;ten<\/strong><br>\nDie EU-Kommission hat den Startschuss zur Errichtung sogenannter Europ&auml;ischer Universit&auml;ten gegeben. F&uuml;r den Ideengeber, Frankreichs Pr&auml;sident Macron, verhei&szlig;t das Vorhaben V&ouml;lkerverst&auml;ndigung, Zusammenhalt und Erneuerung. Kritiker halten das f&uuml;r Augenwischerei und warnen vor einer Neuauflage der &bdquo;Exzellenzinitiative&ldquo; in gr&ouml;&szlig;erem Ma&szlig;stab.<br>\nErhellend ist ebenso, wie sich die deutsche Hochschulrektorenkonferenz (HRK) die kommenden EU-Unis vorstellt. &bdquo;Brauchen wir eine europ&auml;ische Exzellenzinitiative f&uuml;r Hochschulen insbesondere in den &ouml;konomisch schw&auml;cheren Mitgliedstaaten der EU?&ldquo;, wollte sie beim EU-Strategietag deutscher Hochschulleiter zu Jahresanfang 2018 wissen. Die Antwort lautete &bdquo;ja&ldquo;, wie man aus der sp&auml;teren Pressemitteilung erfuhr. Die HRK und ihre polnische Partnerorganisation KRASP h&auml;tten bei der Tagung &bdquo;in einem Diskussionspapier eine Exzellenzinitiative f&uuml;r Hochschulen in den Mitgliedstaaten der EU vorgeschlagen. Dieses Konzept stie&szlig; heute auf viel Unterst&uuml;tzung.&ldquo; Dabei habe man gegen&uuml;ber der Europ&auml;ischen Kommission betont, dass sich das Vorhaben &bdquo;nicht nur auf Bildung beziehen kann, sondern das ganze Wissensdreieck aus Bildung, Forschung und Innovation umfassen muss&ldquo;. Nicht nur fehlt auch hier jeder Anklang an h&ouml;here soziale, gesellschaftliche und kulturelle Ziele. Bezeichnend ist vor allem der Vorsto&szlig; f&uuml;r eine &bdquo;Exzellenzinitiative&ldquo;.<br>\nDiese ist eine deutsche Erfindung und bezieht sich auf das gleichnamige durch Bund und L&auml;nder getragene Programm, in dessen Rahmen seit bald 15 Jahren sogenannte Spitzenforschung an hiesigen Unis mit staatlichen Milliardenzusch&uuml;ssen in der Absicht gef&ouml;rdert wird, &bdquo;Leuchtturme der Wissenschaft&ldquo; zu errichten. Dabei steht das j&uuml;ngst in &bdquo;Exzellenzstrategie&ldquo; umgetaufte Projekt gerade nicht f&uuml;r das Zusammenwirken, das Zusammenwachsen oder die Integration der Hochschulen im Land. Es ist ganz im Gegenteil ein Projekt der Spaltung: Mit ihm werden ein paar wenige &bdquo;forschungsstarke&ldquo; Einrichtungen hochgep&auml;ppelt und mit dem Extrageld und dem Extrarenommee bauen sie ihre Position der St&auml;rke nachhaltig aus. Damit bef&ouml;rdert und verst&auml;rkt das Programm die Entwicklung hin zu einem hierarchisch differenzierten Hochschulsystem mit wenigen Gewinnern an der Spitze und vielen Verlierern in der Breite.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.studis-online.de\/HoPo\/art-2140-europa-unis.php\">Studis online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>nicht vergessen: Heute Abend kommt wieder die Anstalt<\/strong><br>\nDie G&auml;ste der n&auml;chsten Sendung<br>\nAls Besetzer eines ZDF-Fernsehstudios r&uuml;tteln die Vollblutkabarettisten Max Uthoff und Claus von Wagner an den bestehenden politischen und gesellschaftlichen Verh&auml;ltnissen des Landes. Gemeinsam mit ihren G&auml;sten wollen sie hier &ldquo;Stimme sein f&uuml;r Ungeh&ouml;rtes und Unerh&ouml;rtes&rdquo;. Tatkr&auml;ftig unterst&uuml;tzt werden sie von Caroline Ebner, Stefan Waghubinger und Frank L&uuml;decke<br>\nDienstag, 20. November 2018,<br>\n22:15 Uhr &ndash; live im ZDF<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/comedy\/die-anstalt\/bilder\/gaeste-die-anstalt-20-november-100.html#gallerySlide=0\">ZDF<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-47307","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/47307","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=47307"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/47307\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":47318,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/47307\/revisions\/47318"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=47307"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=47307"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=47307"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}