{"id":47325,"date":"2018-11-21T09:23:30","date_gmt":"2018-11-21T08:23:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47325"},"modified":"2018-11-21T12:33:53","modified_gmt":"2018-11-21T11:33:53","slug":"leserbriefe-zu-den-militaerischen-themen-der-letzten-woche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47325","title":{"rendered":"Leserbriefe zu den milit\u00e4rischen Themen der letzten Woche."},"content":{"rendered":"<p>Die Artikel &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47023\">Macht es heute noch Sinn, die Kriegsschuldfrage 1914-1918 zu behandeln?<\/a>&ldquo;, &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47189\">Merkels Vision: Milit&auml;r<\/a>&rdquo; und &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47210\">19,3 Millionen f&uuml;r ein Panzermuseum als &bdquo;Zeugnis von Kultur und Geschichte&ldquo;<\/a>&rdquo; l&ouml;sten einiges an zustimmender und ablehnender Resonanz aus.  Diese geben wir nachfolgend wieder. Zusammengestellt von <strong>Moritz M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><\/p><ol type=\"A\">\n<li><strong>Leserbriefe zu: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47023\">Macht es heute noch Sinn, die Kriegsschuldfrage 1914-1918 zu behandeln?<\/a><\/strong>\n<p><em><strong>Anmerkung MM:<\/strong> Ich pers&ouml;nlich w&uuml;rde diese Frage bejahen, aber vielleicht sind die NachDenkSeiten nicht die geeignete Plattform f&uuml;r so weit zur&uuml;ckliegende, so komplexe Fragen.  Und es kommt auch darauf an, nicht die falschen Schl&uuml;sse aus solchen &Uuml;berlegungen zu ziehen. Trotzdem, oder gerade deswegen, hier die Leserbriefe.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Bemerkung von Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Bei diesem Thema wird deutlich, wie weit die Urteile &uuml;ber die Texte auseinanderfallen. Und es wird an manchen Lesermails sichtbar, wie emotional und manchmal hart die Urteile ausfallen. Wir haben das stehen lassen, weil auch diese H&auml;rte etwas zeigt &ndash; &uuml;ber den Charakter unserer geistigen Auseinandersetzung und den Umgang miteinander. Eigentlich schade.<\/em><\/p>\n<p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p>\n<p>Lieber Herr M&uuml;ller,<\/p>\n<p>es war von Ihnen eine ausgezeichnete Idee, die beiden Artikel von Willy Wimmer und Wolfgang Bittner zusammenzustellen. All diese Informationen geh&ouml;rten in eine Fernsehsendung, die zur besten Sendezeit gezeigt werden sollte. Ich kann den beiden Beitr&auml;gen aufgrund meiner bisherigen Erkenntnisse nur zustimmen und m&ouml;chte noch einiges erg&auml;nzen.<\/p>\n<p>Christopher Clark, einer der bedeutendsten derzeitige Historiker, hat mit Recht darauf hingewiesen, dass die Beteiligten alle mehr oder weniger gemeinsam in den Konflikt hineingeraten sind. Eine besondere Rolle spielte dabei aber auch England. Nat&uuml;rlich f&uuml;rchtete es vor 1914 das Aufstreben Deutschlands als Seemacht mit seiner Flotte, einer Lieblingseinrichtung des Kaisers und eine von der OHL geforderten Notwendigkeit. So waren die Briten an einer Schw&auml;chung&nbsp; des deutschen Reiches und einem Machterhalt des eigenen Landes interessiert. &Uuml;berhaupt waren es England und Frankreich, in geringerem Ma&szlig;e auch Portugal, Spanien, Holland, Belgien und Italien, die mit dem Anbruch der Neuzeit, die anderen Kontinente durchdrangen, sich deren Heimat zu eigen machten und die erworbenen Gebiete unter sich aufteilten. Da st&ouml;rte dann das Interesse Deutschlands, jetzt pl&ouml;tzlich unter Kaiser Wilhelm II&nbsp; auch Kolonien erwerben zu wollen. An dieser Stelle sei auch einmal darauf hingewiesen, dass weder Russland noch China, L&auml;nder in weit weg liegenden Kontinenten eroberten und als ihr Eigentum betrachteten. Auseinandersetzungen mit anderen L&auml;ndern gab es in der Regel nur im Grenzbereich dieser beiden Gro&szlig;m&auml;chte, so wie z.B. zwischen Frankreich und Deutschland. Das wird gern &uuml;bersehen, wenn immer &uuml;ber das Gro&szlig;machtstreben von Russland und China gesprochen wird. Hinzu kommt noch, dass Russland sich in den gut 200 zur&uuml;ckliegenden Jahren drei Gro&szlig;angriffen an seiner Westfront erwehren musste. Um bei diesem Land zu bleiben: Was hat Deutschland wirklich erwogen, Anfang August 1914 in Russland einzumarschieren? Wurde die Angst vor einem m&ouml;glichen russischen Angriff vielleicht sogar von England (vielleicht sogar &uuml;ber Geheimdienste) gesch&uuml;rt, in der Hoffnung, dass sich beide Staaten durch einen Krieg gegeneinander schw&auml;chen w&uuml;rden? Ein Gedankenexperiment, das nat&uuml;rlich nicht bewiesen werden kann. Im Konflikt mit Russland ging dann aber zun&auml;chst Deutschland als geschw&auml;chter Sieger (Brest-Litovsk 1917) hervor. Ein Sieg den die Deutschen mit dem Versailler Vetrag dann bitter bezahlen mussten. Die Gefahr, die sich aber dann mit diesem Vertrag f&uuml;r Deutschland verband, hatte man von Seiten der Kriegsgegner wohl nicht vorhergesehen.<\/p>\n<p>Interessanterweise wird ja in den Geschichtsb&uuml;chern immer wieder darauf hingewiesen, dass die Republik zweimal (Scheidemann\/Reichstag und Liebknecht\/Schloss) ausgerufen wurde. Aber warum konnte sich dann doch Scheidemanns und Eberts Weg durchsetzen?&nbsp; Wer sind die wirklichen Strippenzieher hinter auch den milit&auml;rischen Auseinandersetzungen beider Lager?&nbsp; Warum setzte sich eine Regierungsform nach den Vorstellungen Scheidemanns und Eberts und nicht von Liebknecht und Luxemburg durch? Einer meiner lehrenden Heidelberger Geschichtsprofessoren hat uns Studenten immer erz&auml;hlt, die Spitzen mit den Adelsgeschlechtern h&auml;tten sich nach der Kapitulation &uuml;berall zur&uuml;ckgezogen, aber das zuvor vorhandene Beamtentum sei bestehen geblieben. Sowohl dieses, als auch einflussreiche Vereinigungen wie die Kirchen hatten wohl gro&szlig;es Interesse, den Weg Liebknechts nicht zu beschreiten. Sicher bestand ja auch gerade aus der Sicht der katholischen Kirche die Bef&uuml;rchtung, von einer zu stark links zusammengesetzten Regierung in irgendeiner Form enteignet zu werden. Bei eher rechts ausgerichteten Parteien bestand diese Gefahr ja nicht. Aus diesem Grunde erscheint mir die&nbsp; Distanzierung der heutigen katholischen Kirche vom Nationalsozialismus nicht immer glaubw&uuml;rdig. W&auml;re uns der &ldquo;Vogelschiss der Geschichte&rdquo; (Alexander Gauland) also erspart geblieben, wenn sich die Vorstellungen des Spartakusbundes h&auml;tten durchsetzen k&ouml;nnen? Die Partei der Linken scheint sich dessen vielleicht bewusst zu sein, wenn sie j&auml;hrlich der Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht gedenkt. Der Nationalsozialismus ist nicht aus dem Nichts entstanden. Die wirklichen Voraussetzungen des Ersten Weltkrieges und die Folgen des Versailler Vertrages mit den aus dem Hintergrund gesteuerten Vorg&auml;ngen werden von der Elite immer noch zu stark ausgeblendet. Und schlie&szlig;lich hat auch ein heutiger wieder erstarkender Rechtsradikalismus seine Wurzeln.<\/p>\n<p>Mit freundlichem Gru&szlig;<br>\nHarald Pfleger<\/p>\n<div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div>\n<p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p>\n<p>Betr.: &bdquo;Macht es heute noch Sinn, die Kriegsschuldfrage 1914&ndash;1918 zu behandeln?&ldquo;<\/p>\n<p>Nachdem Wimmer zun&auml;chst zu Recht kritisiert, dass anl&auml;sslich des Gedenkens an den Waffenstillstand 1918 weder Merkel noch Steinmeier irgendeinen Soldatenfriedhof, geschweige denn einen deutschen, aufgesucht haben, geht er zu exzentrischen geschichtspolitischen Positionen &uuml;ber. Dass die NachDenkSeiten diese Thesen unkritisch publizieren, verwundert. <\/p>\n<p>Eigentlich ist es seit Liebknecht und Luxemburg ein klassisch linkes Narrativ, auf Deutschlands Haupt- und Alleinschuld 14\/18 zu bestehen, nicht erst seitdem sich Fritz Fischers Lehrmeinung in den 1960er Jahren gr&ouml;&szlig;tenteils durchgesetzt hat. Dagegen f&uuml;hrt Wimmer zu Recht Christopher Clark (&ldquo;Die Schlafwandler&rdquo;) ins Feld, der diese &ndash; mittlerweile in die Jahre gekommene &ndash; Lehre substantiell in Frage gestellt hat (und daf&uuml;r etwa von Wolfram Wette, einem Exponenten dezidiert linker Zeitgeschichtsforschung, 2014 heftig angegangen wurde, weil Clark das deutsche Geschichts(schuld)bewusstsein ungerechtfertigterweise &bdquo;entlaste&ldquo;.). <\/p>\n<p>So weit &ndash; so gut. Doch Wimmer &lsquo;vergesellschaftet&rsquo; Clark mit Wolfgang Effenberger &ndash; und unausgesprochen auch mit Jim Macgregor. Beide suchen eine Antwort auf Kriegsschuldfrage 1914 insbesondere bei den Eliten Gro&szlig;britanniens: Ihr gemeinsames Buch &ldquo;Sie wollten den Krieg&rdquo; ist im Kopp-Verlag erschienen, dessen Sortiment nicht gerade zu den Leuchtt&uuml;rmen zitierf&auml;higer Fachliteratur &uuml;ber den Ersten Weltkrieg zu z&auml;hlen ist. Das hat der hochkompetente und international renommierte Australier nicht verdient, zumal weder Effenberger noch Macgregor ausgewiesene Fachhistoriker, sondern eher Autodidakten sind (Effenberger war Bundeswehrsoldat bzw. Lehrer f&uuml;r Politik und Mathematik; Macgregor ist Mediziner im Ruhestand). &Uuml;berdies h&auml;lt Wimmer Christopher Clark zu Unrecht f&uuml;r einen Gew&auml;hrsmann seiner heftigen, geradezu deutschnational anmutenden Kritik am Versailler Vertrag; Clarks bekannte Studie hat sich aber mit dem Friedensvertrag von 1919 nicht besch&auml;ftigt. Und die &ndash; vermutlich v&ouml;lkerrechtswidrige &ndash; britische Wirtschafts- und Hungerblockade gegen Deutschland hat 1914&ndash;1918 nicht &bdquo;Millionen deutsche Opfer&ldquo; (Wimmer) gefordert &ndash; das w&auml;ren ja genozid-&auml;hnliche Dimensionen; es waren ca. 600.000 Zivilisten, etwa die H&auml;lfte davon erlag der Spanischen Grippe ab Anfang Oktober 1918. <\/p>\n<p>Wimmer geht es offenbar nicht um Fachdiskurse, sondern um das bei (Ex-) Politikern beliebte Vorgehen, prognostisch-alarmistische Gegen&uuml;berstellungen von &ldquo;einst&rdquo; und &ldquo;jetzt&rdquo; vorzunehmen und historische Sachverhalte als Steinbruch und Munition f&uuml;r politische Attacken in Gegenwartsthemen zu benutzen. Das kann man so machen; auf die entt&auml;uschend schwachen fachlichen Grundlagen von Wimmers &lsquo;Geschichtsdenken&rsquo; hinzuweisen, sollte ebenso erlaubt sein. <\/p>\n<p>H&auml;tte sich Wimmer mit seri&ouml;ser neuerer Forschung auseinandergesetzt, w&auml;ren ihm u.a. die folgenden Titel begegnet, die z.T. deutlich noch &uuml;ber Clarks Erkenntnisse hinausgehen: Niall Ferguson (2000): A Pity of War, Explaining Wold War I; Stefan Schmidt (2009), Frankreichs Au&szlig;enpolitik in der Juli-Krise. Ein Beitrag zur Geschichte des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs; Herfried M&uuml;nkler (2013), Der Gro&szlig;e Krieg. Die Welt 1914 &ndash; 1918; Sean MacKeekin (2011): The Russian Origins of the First World War; Douglas Newton (2015), The Truth behind Britain&rsquo;s Rush to War; Rainer F. Schmidt (2016), Revanche pour Sedan, Frankreich und der Schlieffen-Plan. Milit&auml;rische und b&uuml;ndnispolitische Vorbereitung des Ersten Weltkriegs. Letztgenanntem gelang es in einer klassischen diplomatiegeschichtlichen Studie nachzuweisen, dass Poincar&eacute; und der Zar in der zweiten Juli-H&auml;lfte 1914 mit Erfolg alles daran setzten, das Deutsche Reich politisch und v&ouml;lkerrechtlich ins Unrecht zu setzten und mit Kalk&uuml;l die seit Sarajewo sich immer schneller drehende Eskalationsspirale anzutreiben. Auffallend an den neuesten Publikationen ist jedenfalls, dass insbesondere die fatalen Folgen russisch-franz&ouml;sischer B&uuml;ndnispolitik und die britisch-russische Flottenkonvention deutlicher als fr&uuml;her in den Blick ger&uuml;ckt sind. <\/p>\n<p>Bevor Wimmer dazu &uuml;bergeht, Merkel und Macron heftig f&uuml;r ihre aktuelle Au&szlig;en- und B&uuml;ndnispolitik zu kritisieren, irrlichtert er durch Fragen und Forschungszusammenh&auml;nge der Julikrise 1914. Seine Meinung dazu ist nicht  eben &bdquo;profiliert&ldquo;, wie Albrecht M&uuml;ller einleitend schreibt, sondern erkennbar diejenige eines Nicht-Fachmannes, der z.T. ungeeignete B&uuml;cher aus dem Regal geholt hat. Seinen politischen Ansichten erweist er damit jedenfalls keinen guten Dienst. <\/p>\n<p>Dr. Matthias Kordes<br>\nRecklinghausen<\/p>\n<div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div>\n<p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p>\n<p>Eigenzitat Albrecht M&uuml;ller:<\/p>\n<blockquote><p>\n&bdquo;In der jetzt &ouml;ffentlich gef&uuml;hrten Auseinandersetzung geht es in einem ersten Versuch darum, Russland ohne Krieg zu isolieren, wirtschaftlich zu schaden, zu destabilisieren, und die Ukraine und sp&auml;ter auch weitere Nachbarstaaten in den Westen zu ziehen, zun&auml;chst nahe an die EU, dann in die EU und in die NATO.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Man lese&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zbigniew_Brzezi%C5%84ski\">Zbigniew Brzezi&#324;skis<\/a>&nbsp;<strong>Die einzige Weltmacht: Amerikas Strategie der Vorherrschaft <\/strong>(<em>The Grand Chessboard: American Primacy and Its Geostrategic Imperatives, 1997<\/em>).&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Die_einzige_Weltmacht:_Amerikas_Strategie_der_Vorherrschaft#Die_einzige_Weltmacht\">Ausf&uuml;hrliche Buchkritik hier<\/a>.<\/p>\n<p>&ldquo;Ziel dieses Buches ist es, &bdquo;im Hinblick auf Eurasien eine umfassende und in sich geschlossene Geostrategie zu entwerfen&ldquo;. Die Vereinigten Staaten als &bdquo;erste, einzige wirkliche und letzte Weltmacht&ldquo; nach dem Zerfall der Sowjetunion m&uuml;ssen ihre Vorherrschaft auf dem &bdquo;gro&szlig;en Schachbrett&ldquo; Eurasien kurz- und mittelfristig sichern, um so langfristig eine neue Weltordnung zu erm&ouml;glichen.&rdquo;&nbsp;Deutsche Ausgabe:&nbsp;Zbigniew Brzezi&#324;ski: <em>Die einzige Weltmacht: Amerikas Strategie der Vorherrschaft.<\/em> Erstauflage 2001 bei S. Fischer, danach erst wieder 2015 durch den &ldquo;rechtsradikalen&rdquo; Kopp-Verlag, Neuauflage Oktober 2018.<\/p>\n<p>Nach der Lekt&uuml;re dieses Buches er&uuml;brigt sich die weitere Diskussion. Brzezinski schrieb schon 1997 das Drehbuch zu der Kom&ouml;die, die jetzt gegeben wird. Er forderte &ouml;ffentlich und ganz ungeniert genau zu den Umtrieben auf, die wir aus der Ukraine kennen und die aktuell gegen Russland inszeniert werden. Man begreift dann auch die Rolle von Merkel und Konsorten. Und man erkennt, dass es sich bei dem Geraune um den &lsquo;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Council_on_Foreign_Relations\">Council on Foreign Relations (COF)<\/a>&lsquo;, um die &lsquo;Atlantik-Br&uuml;cke&rsquo;, die &lsquo;Trilaterale Kommission&rsquo;, die &lsquo;Bilderberg-Konferenz&rsquo; und die Machenschaften des Davoser Weltwirtschaftsforums NICHT um eine Verschw&ouml;rungstheorie handelt, sondern dass in diesen Gremien diejenigen F&auml;den gesponnen werden an denen die Marionetten des&nbsp;US-Imperialismus h&auml;ngen: die&nbsp;Redakteure der &ldquo;Qualit&auml;tsmedien&rdquo;, der &Ouml;ffentlich Rechtlichen Anstalten, der leitenden Manager in den Gro&szlig;unternehmen und der uns bel&uuml;genden und verschaukelnden Politiker. Nicht von Ungef&auml;hr taucht mit Merz ein Vorsitzender der&nbsp;&lsquo;Atlantik-Br&uuml;cke&rsquo; als Kandidat f&uuml;r ein politisch wichtiges Amt auf.&nbsp;Das Netz ist dicht gesponnen!<\/p>\n<p>Die Vorl&auml;ufer-Organisationen des COF (eine Gr&uuml;ndung amerikanischer Gro&szlig;bankiers, den Gro&szlig;finanziers der Kriegskosten der Entente-M&auml;chte, die im Falle eines von diesen verlorenen Krieges ihre Kredite h&auml;tten abschreiben m&uuml;ssen, und deshalb alle Hebel in Bewegung setzten um Amerika in den europ&auml;ischen Krieg zu ziehen) sind &uuml;brigens auch diejenigen gewesen, die Woodrow Wilsons &ldquo;Leimrute&rdquo; (Williy Wimmer) der &ldquo;Vierzehn Punkte&rdquo; und dann die Konditionen des Versailler &ldquo;Vertrags&rdquo; diktiert haben. Und heute installieren sie amerikanische Pr&auml;sidenten*) (Trump war, nach Reagan, der erste ohne ihr Plazet, daher der Hass) und waschen sie den &ldquo;Eliten&rdquo; der westlichen Welt die Gehirne und spannen sie f&uuml;r ihre Ziele ein, n&auml;mlich die uneingeschr&auml;nkte Herrschaft des amerikanischen Gro&szlig;kapitals mittels Zersetzung aller g&uuml;ltigen Werte, Ausl&ouml;schung jeder Solidarit&auml;t der Arbeitnehmer, der Menschen und V&ouml;lker zu etablieren. Und dazu geh&ouml;rt unausweichlich die Zerschlagung aller, zuv&ouml;rderst derjenigen Nationen, die sich der Ausdehnung der Weltherrschaftspl&auml;ne der USA am&nbsp;entschiedensten in den&nbsp;im Wege stellen. Fr&uuml;her waren dies die b&ouml;sen Deutschen, heute verteufelt man Putins &ldquo;Reich des B&ouml;sen&rdquo;. &nbsp;<\/p>\n<p>Ja! Es macht Sinn, die Kriegsschuldfrage 1914-1918 zu behandeln? Denn nur wer die Machenschaften im Vorfeld und am Ende des Ersten Weltkriegs kennt, begreift dessen Folgen. Erst wer durch dieses Brennglas und aus dem zeitlichen Abstand die Ereignisse betrachtet, gewinnt diejenige klare Sicht, die sich f&uuml;r uns&nbsp;Zeitgenossen hinter der F&uuml;lle des auf uns tagt&auml;glich einst&uuml;rmenden, und medial bewusst verzerrt dargestellten Geschehens verbirgt.<\/p>\n<p>*)&nbsp;<a href=\"http:\/\/de.verschwoerungstheorien.wikia.com\/wiki\/Council_on_Foreign_Relations\">Quelle<\/a><\/p>\n<p>Wer zu den Drahtziehern der &lsquo;Umgestaltung der Welt&rsquo; mehr wissen m&ouml;chte und nach Belegen fragt, findet auf dieser Website der &ldquo;<a href=\"https:\/\/swprs.org\/\">Swiss Propagande Research<\/a>&rdquo; <a href=\"https:\/\/swprs.org\/netzwerk-medien-deutschland\/\">Einzelheiten<\/a>:&nbsp;&ldquo;Deutsche Medien und Journalisten sind aus historischen Gr&uuml;nden besonders eng in transatlantische Netzwerke eingebunden. Die folgende Infografik gibt einen &Uuml;berblick &uuml;ber die wichtigsten Akteure und Verbindungen.&rdquo;<\/p>\n<p>Diese&nbsp;Thematik hatte &uuml;brigens auch die Sendung &ldquo;Die Anstalt&rdquo; am 29. M&auml;rz 2014 zum Inhalt. Die Aufzeichnung verschwand ruck-zuck aus der Mediathek. Pikant: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/medien\/urteil-des-bundesgerichtshofs-zeit-journalisten-scheitern-mit-ihrer-klage-gegen-zdf-1.3326810\">Redakteure der ZEIT klagten dagegen, erfolglos<\/a>.<\/p>\n<p>Werner Ocker<\/p>\n<div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div>\n<p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p>\n<p>Hallo Herr M&uuml;ller,<\/p>\n<p>das macht nicht nur Sinn, sondern ist sogar zwingend erforderlich, um den Gesamtzusammenhang herzustellen, wie es in der Summe der Beitr&auml;ge der Herren Bittner und Wimmer geschehen ist.<\/p>\n<p>Der ber&uuml;hmt-ber&uuml;chtigte Sicherheitsberater und US-Geo-Stratege Brezinski hat ja in den 1990er Jahren &ouml;ffentlich erkl&auml;rt, dass es ein vordergr&uuml;ndiges Ziel US-Amerikanischer Au&szlig;enpolitik sei, eine gedeihliche Ann&auml;herung der Beziehungen von Russland und Deutschland zu verhindern.<\/p>\n<p>Sehr informativ hat auch Andreas von B&uuml;low diese Doktrin amerikanischer Aussenpolitik und die Anwendung seit der Wende zum 20. Jahrhundert in seinem Buch &rdquo; Die Deutschen Katastrophen &rdquo;&nbsp; beschrieben.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund und gerade auch im Hinblick auf die nicht zu untersch&auml;tzende Gefahren f&uuml;r die Zukunft scheint es mir ganz wichtig vor Augen zu haben, dass das Versprechen aus 1990, am damaligen NATO-Ost-Status Quo festzuhalten, nur Mittel zum Zweck war, die geplante und versuchte Ausbeutung der Russischen F&ouml;deration mit &rdquo; Hilfe &rdquo; von Jelzin ab 1993 nicht zu gef&auml;hrden.<\/p>\n<p>Anderseits durfte man- aus heutiger Sicht &ndash; nicht wirklich ernsthaft glauben, dass die USA mit der Vereinigung Deutschlands ihre Aussenpolitik bezogen auf Russland und Deutschland in Frage stellen w&uuml;rde und somit ist die NATO-Ost-Erweiterung unter Einbeziehung Deutschlands eigentlich &ndash; aus Sicht der USA &ndash; nur folgerichtig.<\/p>\n<p>Insofern w&auml;re es gut und wichtig festzustellen, ob die Chance ab 1990, ein gemeinsames europ&auml;isches Dach mit Russland voranzutreiben, aus Freudetrunkender Unf&auml;higkeit deutscher Politik vertan wurde oder diese hoffentlich vorhandenen Ans&auml;tze bereits durch den Druck der US-Amerikaner verhindert werden konnten.<\/p>\n<p>Eine ernsthafte Losl&ouml;sung Europas aus dem Rockzipfel der USA wird es aus meiner Sicht nicht geben k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>Eine Losl&ouml;sung unter gleichzeitiger Wahrung des US-Truppen-Statut aus 1993 ?<\/p>\n<p>Man kommt nicht umhin, an dieser Stelle die aussenpolitische Ruhe und Gelassenheit Putins zu loben. Nicht auszudenken, wer da dem politischen Trend der letzten Jahre folgend, irgendwann einmal in den Kreml einzieht.<\/p>\n<p>Der Wahnsinn wird also weitergehen und ich stelle mir wirklich die Frage, was passierte, sollte Deutschland den Austritt aus der NATO und eine milit&auml;rische Neutralitit&auml;t mit<\/p>\n<p>Ziel eines milit&auml;risch neutralen Europas erkl&auml;ren.<\/p>\n<p>Willy Wimmer meinte einmal, dass sich sofort alle Atomwaffen auf Deutschland richten w&uuml;rden.<\/p>\n<p>Nun sind wir ohnehin erk&auml;rtes milit&auml;risches Schlachtfeld in einem Konflikt zwischen den USA und Russland.<\/p>\n<p>Ich sehe nur die &ndash; zugegeben &ndash; sehr theoretische Chance, dass Deutschland sich in Europa milit&auml;risch isolierte und milit&auml;risch neutral erkl&auml;rte, um sich auf Dauer dieser konkreten Bedrohung durch Atomwaffen zumindest nominell entziehen zu k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>Dieser Wahnsinn von zwei Weltkriegen in 100 Jahren und der wieder vorhandenen Kriegstreiberei darf einfach nicht unthematisiert bleiben.<\/p>\n<p>Vielen Dank daher auch an die Herren Wimmer und Bittner. <\/p>\n<p>Freundliche Gr&uuml;&szlig;e von<br>\nMichael Krater<\/p>\n<div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div>\n<p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p>\n<p>Sehr geehrte NachDenkSeiten,<\/p>\n<p>Als politischer Mensch mit einem ausgepr&auml;gten historischen Interesse danke ich f&uuml;r diesen Beitrag.<\/p>\n<p>Den beiden Verfassern, Herrn Wimmer und Herrn Bittner liege ich wegen der Klarheit der Worte &ldquo; zu F&uuml;ssen &ldquo;<\/p>\n<p>Ich w&uuml;rde es begr&uuml;ssen, wenn sogenannte &ldquo;Volksvertreter&rdquo; im Bundestag s&auml;ssen, denen die Interessen der zu vertretenden wichtiger w&auml;ren als ihre Parteib&uuml;cher, Bez&uuml;ge und zu erwartende Renten&hellip;&hellip;&hellip;&hellip;&hellip;Mit anderen Worten: es w&auml;re an der Zeit, wenn auch in diesem sogenannten hohen Hause viele Dinge in der &Ouml;ffentlichkeit und mit aller Offenheit angesprochen und diskutiert werden k&ouml;nnen und ebenfalls Eingang finden w&uuml;rden in die sogenannten &ldquo; main stream &ldquo; Medien. Solange all das nicht passiert muss man davon ausgehen, zumindest wird der Eindruck erweckt, dass es zu viel, von alliierter Seite beinflusste Menschen gibt, bzw unsere Souver&auml;nitat durch Klauseln eingeschr&auml;nkt ist.<\/p>\n<p>Was beide Herren anklingen lassen, manchmal durchaus auch <\/p>\n<p>&ldquo;durch die Blume &ldquo; l&auml;sst mich aufh&ouml;ren und vermuten, dass zuviel <\/p>\n<p>&ldquo;Aufkl&auml;rung &ldquo; Gift f&uuml;rs Volk ist&hellip;.<\/p>\n<p>Mit besten Gr&uuml;sse und in Anerkennung ihrer Leistungen<br>\nBernd Lich&eacute;<\/p>\n<div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div>\n<p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p>\n<p>Sehr gesch&auml;tzte Nachdenkseiten-Macher\/innen,<\/p>\n<p>wie immer habe ich heute interessiert die Nachdenkseiten angeschaut und bin am Beitrag <strong>Macht es heute noch Sinn, die Kriegsschuldfrage 1914-1918 zu behandeln?<\/strong> &ldquo;h&auml;ngengeblieben&rdquo;. Darin sind Ausf&uuml;hrungen von Willy Wimmer und Wolfgang Bittner aufgef&uuml;hrt, denen ich, freilich nur auf der Grundlage eines &ldquo;Hobby-Historikers&rdquo;, doch teilweise entschieden widersprechen muss.<\/p>\n<p>Vorneweg: In der Analye der heutigen Lage stimme ich weitgehend &uuml;berein, es geht in ziemlich konzertierter Aktion &ldquo;gegen Russland&rdquo;, und die Indizien daf&uuml;r sind wohlbekannt (NATO-Osterweiterung, Ukraine-Krise, Sanktionsregime etc.). Aber schon den Terminus &ldquo;Einkreisungsstrategie&rdquo; halte ich f&uuml;r falsch, schon weil Russland eben an &ldquo;seiner Ostflanke&rdquo; nicht eingekreist ist, sondern mit China einen mittlerweile sehr selbstbewussten, aber nicht aggressiven Nachbarn hat. <\/p>\n<p>Es ist aber auch f&uuml;r die Situation des Deutschen Reiches von 1914 sehr unangemessen, den damals popul&auml;ren Kampfbegriff &ldquo;Einkreisungsstrategie&rdquo; zu verwenden. Schliesslich hatten sich die sp&auml;teren Kriegsgegner ja nicht willk&uuml;rlich im Kreis um das Reich angeordnet, sondern die Geografie hatte Russland halt zum &ouml;stlichen und Frankreich zum westlichen Nachbarn bestimmt. Was durchaus nicht geografisch vorgegeben war, ob diese Staaten sich zu politischen und im Konfliktfall kriegerischen Gegnern entwickeln w&uuml;rden. Bismarck hatte ja runde 30 Jahre lang recht erfolgreich, u.a. mit dem R&uuml;ckversicherungsvertrag, jede ernsthafte Konfrontation mit Russland vermieden. Oder, &uuml;berspitzt formuliert: Unter Bismarck&rsquo;scher Leitung h&auml;tte es vermutlich 1914 keinen Zweifrontenkrieg, sondern wenn &uuml;berhaupt nur einen &ldquo;Westkrieg&rdquo;&nbsp; gegeben.<\/p>\n<p>Weiter ist wichtig, dass beide Autoren etwas a-historisch argumentieren. Krieg zu f&uuml;hren war sowohl f&uuml;r die F&uuml;hrungen als auch die Bev&ouml;lkerungen der L&auml;nder ein ziemlich selbstverst&auml;ndliches Recht, es galt nicht als per-se amoralisch, auf der Krim oder in Schleswig-Holstein oder sonstwo Krieg zu f&uuml;hren (daraus erkl&auml;ren sich auch ein bisschen die sattsam bekannten Bilder der blumengeschm&uuml;ckt, fr&ouml;hlich singend ins Feld ziehenden Soldaten). <\/p>\n<p>Was es gab, und zwar in allen L&auml;ndern, waren teilweise sehr einflussreiche &ldquo;Kriegsparteien&rdquo;. W&uuml;rde sich die Chance er&ouml;ffnen, unter f&uuml;r das eigene Land vorteilhaften Bedingungen Krieg zu f&uuml;hren, dann waren diese Leute der Ansicht, so schnell und r&uuml;cksichtslos wie m&ouml;glich zuzuschlagen. <\/p>\n<p>Wieso war nach 1918 &uuml;berhaupt der Wunsch nach Benennung eines kriegsschuldigen Landes so dringend? F&uuml;r den Krimkrieg oder den Holsteinischen Krieg etc. suchten schon die Zeitgenossen nach ein paar Jahren keinen &ldquo;Schuldigen&rdquo; mehr, und heute sind uns solche Zuweisungen erst recht irrelevant geworden. Das Verlangen nach einem Schuldigen war m.E. deswegen so hoch, weil sich alle Kriegsteilnehmer und insbesondere die dort t&auml;tigen Kriegsparteien eben gr&uuml;ndlich verrechnet hatten und es keine kurze, ein paar Wochen dauernde &ldquo;Feldkampagne&rdquo; geworden war, sondern ein mehrj&auml;hriges, industriell befeuertes Abschlachten auf bislang ungekannten Niveau.<\/p>\n<p>Und das Deutsche Reich wurde vor allem deswegen zum &ldquo;Alleinschuldigen&rdquo; auserkoren, weil der andere Hauptschuldige, die ehemalige Grossmacht &Ouml;sterreich-Ungarn, sich kurz vor Ende des Krieges aufgel&ouml;st hatte.<\/p>\n<p>Die in so vielen Schulb&uuml;chern und Fernseh-Dokus bei uns so gern propagierte These, dass eigentlich keiner &ldquo;Schuld&rdquo; war, sondern die delikate Vertragslage und die aufgeh&auml;uften Waffen irgendwie schicksalhaft den Krieg bedingten &ndash; gerne mit den Metaphern von den wie Mikado-St&auml;ben aufgeh&auml;uften Schwertern oder der tickenden Uhr unterlegt &ndash; halte ich f&uuml;r f&uuml;r irref&uuml;hrend. <\/p>\n<p>M.E. war der erste Weltkrieg durchaus vermeidbar, akut durch eine andere Diplomatie nach dem Attentat von Sarajewo, strategisch durch eine andere B&uuml;ndnis- und allgemeine Aussenpolitik in den Jahren zuvor. Und wenn er vermeidbar war, dann gibt es eben auch &ldquo;Haupt-&rdquo; und &ldquo;Neben-&ldquo;Schuldige, und die Hauptschuldigen waren m.E. eben &Ouml;sterreich-Ungarn und Deutschland.<\/p>\n<p>Es wird in den Texten von Wimmer und Bittner behauptet, dass &ldquo;Versailles&rdquo; zeige, dass eine lange geplante Politik der Siegerm&auml;chte zur Niederhaltung der &ldquo;prosperierenden M&auml;chte&rdquo; Deutschland und &Ouml;sterreich-Ungarn am Werke gewesen sei. Auch das halte ich f&uuml;r falsche Interpretation. Abgesehen davon, dass &Ouml;sterreich-Ungarn eher nicht zu den &ldquo;prosperierenden&rdquo; M&auml;chten vor 1914 zu z&auml;hlen ist: Die wichtigste Siegermacht, USA, ist sehr offensichtlich extrem unwillig in den europ&auml;ischen Krieg gezogen &ndash; wo war da der Plan?<\/p>\n<p>Am wichtigsten aber: Wenn man Deutschland wirklich konzertiert &ldquo;niederhalten&rdquo; wollte, wieso hat man das dann so offensichtlich unvollst&auml;ndig getan? Man h&auml;tte doch in Versailles, wo man ja (auch und gerade Pr&auml;sident Wilson f&uuml;r die USA) ziemlich skrupellos L&auml;dergrenzen hin und herschob, ja auch Deutschland in kleinere Einheiten zerlegen k&ouml;nnen. Ein &ldquo;S&uuml;dstaat&rdquo; aus dem heutigen Baden-W&uuml;rttemberg und Bayern h&auml;tte sich m&ouml;glicherweise sogar gerne von den Preussen und Sachsen in einem neuen &ldquo;Oststaat&rdquo; und einem &ldquo;Rhein-&rdquo; oder &ldquo;Nordsee-Staat&rdquo; unabh&auml;ngig gehalten. Stattdessen wurde im Westen Elsass-Lothringen an Frankreich restituiert und im Osten Polen mit der (erkennbar zum Konfliktpunkt werdenden) &ldquo;Insel&rdquo; Ostpreussen aus &ldquo;Reichsmasse&rdquo; bedient. Sebastian Haffner schrieb zurecht &ldquo;man tat beides [also Beibehaltung der alten Grenzen oder Neuaufteilung] nicht&rdquo;, sondern schob das im Kern unver&auml;nderte Reich geradezu zwanghaft auf einen revisionistischen Pfad (den dann alle Weimarer Regierungen, mehr oder minder energisch, verfolgten).<\/p>\n<p>M.E. ist Versailles deutlich <strong>nicht<\/strong> Teil eines konzertierten Plans, sondern Resultat der divergierenden Interessen Frankreichs und Gross-Britanniens (die USA waren da wohl recht neutral). W&auml;hrend erstere am liebsten die eigene Ostgrenze g&auml;nzlich an den Rhein geschoben h&auml;tten, wollte man in GB die kontinental-europ&auml;ische M&auml;chtebalance nicht durch ein zu klein werdendes Deutschland aus dem Lot bringen.<br>\nUnd die Reparationen? Waren mindestens f&uuml;r die franz&ouml;sische Regierung ein innenpolitisches Muss, wenn man sich einer materiell ausgepl&uuml;nderten und in Menschenleben ausgebluteten Bev&ouml;lkerung zur Wahl stellen wollte. <\/p>\n<p>Kann man dann aus 1914-1918 nichts lernen? Doch, nat&uuml;rlich: Zuallererst den best&auml;ndigen Kampf gegen Kriegsparteien aller Art und die dahinterstehenden milit&auml;risch-industriellen-(geheimdienstlichen-medialen) Komplexe. Und die Notwendigkeit einer geduldigen, klugen Friedenspolitik. <\/p>\n<p>Aber das verlangen die Nachdenkseiten ja seit langem, da trage ich Eulen nach Athen.<\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr&uuml;ssen<br>\npeter schulz<\/p>\n<div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div>\n<p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p>\n<p>Nicht nur aus der Sicht eines Historikers macht es selbstverst&auml;ndlich gro&szlig;en Sinn dieser Frage auch heute nachzugehen. Dies gilt f&uuml;r viele Themen in der Geschichtswissenschaft. In Zeiten allerdings, in denen die Rechte eine erinnerungspolitische Wende um 180 Grad fordert, ist bei dieser Frage, unabh&auml;ngig, wie man die Details bewerten m&ouml;chte, in jedem Fall das Versagen, der Gr&ouml;&szlig;enwahn und der nationale Wahnsinn der F&uuml;hrung des kaiserlichen deutschen Reichs hervorzuheben. Der demokratische Aufbruch, die Ereignisse des November waren die Konsequenzen eines uns&auml;glichen &uuml;bertriebenen Nationalismus und Imperialismus, der die eigene Bev&ouml;lkerung in die Katastrophe gef&uuml;hrt hat. Vor diesem Hintergrund hat mich schon der Auftritt Willy Wimmers im Hambacher Schloss irritiert, denn dort waren auch etliche Teilnehmer, die sich zu Unrecht das Schwarz Rot Gold zu eigen machen, indem zum Beispiel das Kaiserreich in erster Linie positiv und nicht kritisch gewertet werden soll.<\/p>\n<p>An diesen Feststellungen &auml;ndert auch nichts, dass die Rolle der damaligen Kriegsgegner ebenfalls kritisch zu bewerten ist.<\/p>\n<p>Gru&szlig; Achim Maser<\/p><\/li>\n<li><strong>Leserbriefe zu &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47189\">Merkels Vision: Milit&auml;r<\/a>&ldquo;<\/strong>\n<p><em><strong>Anmerkung MM:<\/strong> Ob dies Frau Merkels Vision ist oder ihre Reflektion der Vision Anderer, ist sicher schwer zu sagen.  Ob mehr Waffen die Welt wirklich sicherer machen, wird sich zeigen.<\/em><\/p>\n<p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p>\n<p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller<\/p>\n<p>Kriege und ein neuer R&uuml;stungswettlauf sind Dinge die wohl jedem dessen Herz links schl&auml;gt die Nackenhaare kr&auml;useln. Aber haben sie denn nicht selbst die aktuellen Entwicklungen gesehen?<\/p>\n<p>Aber wer glaubt sich in einer gewaltt&auml;tigen Welt, in der sich die Starken einfach das nehmen was ihnen gef&auml;llt, ganz einfach weil sie es k&ouml;nnen, ist der nicht ziemlich naiv wenn er davon ausgeht das man sich in einer solchen Welt aus einer Position der Schw&auml;che heraus behaupten kann.<\/p>\n<p>Ich kenne die Welt nicht in der sie ihre Jugend erlebt haben, ich jedenfalls kenne durchaus das Prinzip, mit dem Starken arrangiert man sich und macht ihn sich besser zum Freund, den Schwachen hingegen haut man entweder auf&rsquo;s Maul oder macht sie sich zum Vasallen. Herr M&uuml;ller, ich habe ehrlich gesagt kein Indiz daf&uuml;r zu glauben das Geopolitik heute nach anderen Regeln funktioniert. Haben sie nicht selbst erlebt wie es l&auml;uft wenn man sich einfach auf eine starke Schutzmacht verl&auml;sst, die sich dann einfach mit dem Recht des St&auml;rkeren die Freiheit nimmt ihre Kriege von deutschem Boden aus zu koordinieren und man nun f&uuml;rchten muss das Europa der Austragungsort f&uuml;r einen 3. Weltkrieg um die Weltherrschaft werden k&ouml;nnte.<\/p>\n<p>Wer den Falken in Amerika und der Nato f&uuml;r derartige Ansinnen die rote Karte zeigen will, wird das mit Sicherheit nicht mit der Friedenstaube in der Hand und einen Kamm in der Tasche tun k&ouml;nnen sondern nur aus der Position eines starken und durchaus wehrhaften Partners heraus, denn das ist die einzige Sprache die diese Herren verstehen.<\/p>\n<p>Unter uns Herr M&uuml;ller, glauben sie wirklich das es zum jetzigen Zeitpunkt klug w&auml;re offen auszusprechen das eine eigenst&auml;ndige europ&auml;ische Armee auch diese M&ouml;glichkeiten er&ouml;ffnen w&uuml;rde? Es gibt hier glaube ich, wie so oft, keinen K&ouml;nigsweg, sondern nur wieder einen faulen Kompromiss, der uns neue Chancen bieten k&ouml;nnte, aber das nat&uuml;rlich keineswegs zwingend muss.<\/p>\n<p>Vielen Dank f&uuml;r die Arbeit der Nachdenkseiten<br>\nViele Gr&uuml;&szlig;e S.T.<\/p>\n<div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div>\n<p><strong>9. Leserbrief<\/strong><\/p>\n<p>hatte gestern nach der rede der kanzlerin eine e-mail an sie geschrieben,<\/p>\n<p>in der ich den aufbau einer europ&auml;ischen armee gut finde. aber nur, wenn gleichzeitig die nationalen armeen abgebaut werden, es zu einer verringerung der r&uuml;stungsausgaben f&uuml;hrt und, das m&ouml;chte ich jetzt noch hinzuf&uuml;gen, alle nuklearen waffen aus europa abgezogen bzw. vernichtet werden. und die kontrolle dieser armee darf nicht den milit&auml;rs &uuml;berlassen werden.<\/p>\n<p>mfg<br>\nreinhard wiecha<\/p>\n<div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div>\n<p><strong>10. Leserbrief<\/strong><\/p>\n<p>Lieber Albrecht M&uuml;ller,<\/p>\n<p>Ihren Ausf&uuml;hrungen ist nichts hinzuzuf&uuml;gen, au&szlig;er der besch&auml;menden Tatsache, dass sowohl Mr. Macron als auch Frau Merkel ihre Visionen einer &ldquo;echten europ&auml;ischen Armee&rdquo; ausgerechnet (oder gar absichtlich?) im Umfeld der Gedenkfeiern zum 100. Jahrestag der Beendigung des I. Weltkrieges kundtun! Kaum ist das eine V&ouml;lker-Schlachten tr&auml;nenreich und mit Kranzniederlegung zu Grabe getragen worden, erdenkt man wieder neue Konfrontationsgr&uuml;nde, fleissig sekundiert vom Sprachrohr der NATO, Herrn Jens Stoltenberg. Das ist wahrlich nicht das Europa, das ich mir (Jahrgang 1950) einmal erhofft hatte. Was bleibt? Vielleicht schlu&szlig;endlich nur noch das Kriegslied von Matthias Claudius aus dem Jahre 1778:<\/p>\n<blockquote><p>\n&rsquo;s ist Krieg! &rsquo;s ist Krieg!<br>\nO Gottes Engel wehre,<br>\nUnd rede Du darein!<br>\n&rsquo;s ist leider Krieg &ndash;<br>\nund ich begehre<br>\nNicht schuld daran zu sein!<\/p>\n<p>Was sollt ich machen, wenn im Schlaf mit Gr&auml;men<br>\nUnd blutig, bleich und bla&szlig;,<br>\nDie Geister der Erschlagenen zu mir k&auml;men,<br>\nUnd vor mir weinten, was?<\/p>\n<p>Wenn wackre M&auml;nner, die sich Ehre suchten,<br>\nVerst&uuml;mmelt und halb tot<br>\nIm Staub sich vor mir w&auml;lzten und mir fluchten<br>\nIn ihrer Todesnot?<\/p>\n<p>Wenn tausend tausend V&auml;ter, M&uuml;tter, Br&auml;ute,<br>\nSo gl&uuml;cklich vor dem Krieg,<br>\nNun alle elend, alle arme Leute,<br>\nWehklagten &uuml;ber mich?<\/p>\n<p>Wenn Hunger, b&ouml;se Seuch und ihre N&ouml;ten<br>\nFreund, Freund und Feind ins Grab<br>\nVersammelten und mir zu Ehren kr&auml;hten<br>\nVon einer Leich herab?<\/p>\n<p>Was h&uuml;lf mir Kron und Land und Gold und Ehre?<br>\nDie k&ouml;nnten mich nicht freun!<br>\n&rsquo;s ist leider Krieg &ndash; und ich begehre<br>\nNicht schuld daran zu sein!\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Mit besten Gr&uuml;&szlig;en<br>\nUlrike M&uuml;ller<\/p>\n<div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div>\n<p><strong>11. Leserbrief<\/strong><\/p>\n<p>Hallo Herr M&uuml;ller,<\/p>\n<p>ich denke, dass Sie sich in Ihrer Bewertung des Projekts EU-Armee zu stark von Ihrem Bauchgef&uuml;hl gegen&uuml;ber Aufr&uuml;stung beeinflussen lassen und dabei die gro&szlig;en Chancen nicht sehen, die eine EU-Armee bietet. Diese Armee ist n&auml;mlich sehr wohl mit der Idee einer Abkehr von den USA bzw. der NATO verbunden. Macron hat sich diesbez&uuml;glich sehr eindeutig ge&auml;u&szlig;ert. Er sprach in einem Interview davon &bdquo;eine eigene Armee aufzubauen, um Europa gegen die USA, China und Russland zu verteidigen&ldquo;, was Trumps <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Das-steckt-hinter-Trumps-Macron-Bashing-article20720224.html\">neueste Wut-Tweets ausl&ouml;ste<\/a>.<\/p>\n<p>Auch die &Auml;u&szlig;erungen Stoltenbergs stehen im direkten Zusammenhang dazu. Sinngem&auml;&szlig; warnt er vor dem russischen Boogeyman und fordert dazu auf, die EU-Armee doch bittesch&ouml;n fest in die NATO Strukturen zu integrieren, andernfalls begr&uuml;&szlig;e er diese Bem&uuml;hungen nicht. <\/p>\n<p>Was Merkels &Auml;u&szlig;erungen angeht, sollten Sie sich etwas bewusst machen, das nach 13 Jahren &bdquo;Mutti&ldquo; vermutlich noch ungewohnt klingt: Merkels Tage sind gez&auml;hlt, ihre Vision f&uuml;r Europa ist seit kurzem irrelevant. Wenn dann w&auml;re es interessant, wie ihre potentiellen Nachfolger zu dem Thema stehen.<\/p>\n<p>So seltsam das im ersten Moment klingen mag, bietet eine nicht-transatlantische EU Armee wie gesagt gewaltige Chancen f&uuml;r eine bessere Welt. Um das zu verstehen, m&uuml;ssen wir uns zwei Dinge bewusst machen, n&auml;mlich wie der amerikanische, &bdquo;imperiale Deal&ldquo; bis vor Trump aussah und in welcher geopolitischen Phase wir uns derzeit befinden.<\/p>\n<p><strong>Der imperiale Deal:<\/strong><\/p>\n<p>Fr&uuml;here Imperien kn&uuml;pften ihren Vasallen entweder Tribute ab oder sie pl&uuml;nderten die besetzten L&auml;nder vor Ort mit eigenem Personal aus, um so ihre riesigen Armee zu bezahlen, eine Situation, in die sich kein Land je freiwillig begeben hat. Der NATO dagegen treten L&auml;nder freiwillig bei und das liegt daran, dass die USA deutlich bessere Konditionen anbieten. NATO Mitglieder werden nicht ausgepl&uuml;ndert und m&uuml;ssen auch keine Tribute zahlen, sondern k&ouml;nnen stattdessen fruchtbare Wirtschaftsbeziehungen zu den USA unterhalten. Die USA bezahlen ihre Riesenarmee stattdessen selbst und trotzdem steht man als NATO Mitglied unter ihrem Schutz. Der Preis, den man stattdessen zahlt, ist die Aufgabe einer eigenen Au&szlig;enpolitik und die Unterordnung unter amerikanische Interessen. Letzteres ist ein verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig geringer Preis, denn er hat zur Folge, dass der Westen unter amerikanischer F&uuml;hrung geeint auftreten kann und ist in der Summe der Grund, warum so viele Mitglieder der Eliten so stark am B&uuml;ndnis mit den USA hingen. <\/p>\n<p>Seit Trump hat sich diese Dynamik allerdings ver&auml;ndert, weil Trump den imperialen Deal &auml;ndern m&ouml;chte. Er verlangt nun doch Tribute in Form von bilateralen America-First-Abkommen und m&ouml;chte des Weiteren die Riesenarmee nicht mehr alleine bezahlen. Erfreulicherweise ist Europa nicht bereit, diesen neuen, imperialen Deal zu akzeptieren.<\/p>\n<p>Der alte imperiale Deal ist n&auml;mlich ein entscheidender Faktor im Konflikt mit Russland und vor allem im Ukrainekonflikt. Russland ist ein verl&auml;sslicher Rohstofflieferant und ein guter Abnehmer f&uuml;r unsere Produkte, somit ein attraktiver Handelspartner. Russland ist au&szlig;erdem eine hochger&uuml;stete Nuklearmacht und somit ein unattraktiver Gegner f&uuml;r eine milit&auml;rische Auseinandersetzung. Europa d&uuml;rfte wenig Interesse daran haben, den Ukraine Konflikt mit Russland auszutragen, ganz im Gegensatz zu den USA. Diesen geht es in der Ukraine darum, eine slawische Zollunion zu verhindern, Russland &uuml;ber einen ukrainischen Blockstaat politisch aus Europa zu dr&auml;ngen, einen Keil zwischen Europ&auml;er und Russen zu treiben, der EU amerikanisches Fl&uuml;ssiggas aufzun&ouml;tigen und im selben Atemzug Russlands Position im weltweiten Energiemarkt zu schw&auml;chen. Deshalb haben die USA mit ihrem Regime Change in Kiew den Krieg zur&uuml;ck nach Europa gebracht.<\/p>\n<p>Sinkender amerikanischer Einfluss in der EU bedeutet also automatisch steigende Chancen auf eine friedliche L&ouml;sung des Ukrainekonflikts und auf nachbarschaftliche Beziehungen zu Russland.&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die geopolitische Situation:<\/strong><\/p>\n<p>Wir befinden uns geopolitisch derzeit am Beginn einer Phase, die Putin 2015 vor der UN die &bdquo;multipolare Weltordnung&ldquo; nannte. Er beschrieb es als eine Welt, in der sich mehrere gro&szlig;e, ann&auml;hernd gleich m&auml;chtige Bl&ouml;cke auf verbindliche au&szlig;enpolitische Regeln einigen m&uuml;ssten und selbst kleine L&auml;nder sicher seien &bdquo;wie hinter einer Steinmauer&ldquo;. Die Dynamik ist dabei die, dass diese Bl&ouml;cke sich gegenseitig nicht angreifen k&ouml;nnen und kleine L&auml;nder die Wahl zwischen mehreren Schutzm&auml;chten haben. Dies w&uuml;rde sich nat&uuml;rlich positiv auswirken auf die Konditionen, zu denen kleine L&auml;nder diese Beziehung eingehen k&ouml;nnten und vor allem k&ouml;nnten dann m&auml;chtige L&auml;nder die Kleinen nicht mehr angreifen, weil dies bedeuten w&uuml;rde, sich mit der dahinterstehenden Schutzmacht anzulegen. Somit w&auml;ren das Risiko und die Kosten immer gr&ouml;&szlig;er als der Nutzen.<\/p>\n<p>Summa summarum ist dies nat&uuml;rlich ein Best Case Szenario, aber der Worst Case ist lediglich der Status Quo. Solange Trump Pr&auml;sident ist und auf den neuen imperialen Deal beharrt, besteht eine gute Chance, dass eine souver&auml;ne EU-Armee die Entwicklung der multipolaren Welt bef&ouml;rdern w&uuml;rde. Zu diesem Zweck w&auml;re es extrem hilfreich, einen Kanzler Friedrich Merz in einer Koalition mit den Gr&uuml;nen zu verhindern. Wie ich k&uuml;rzlich einem Ihrer Artikel entnehmen konnte, haben Sie auch schon festgestellt, wie praktisch es w&auml;re, Kampagnen fahren zu k&ouml;nnen. Haben Sie sich mal &uuml;berlegt, eine Koalition mit anderen alternativen Medien zu bilden, notfalls &uuml;ber linke Lagergrenzen hinaus, um entsprechende Kapazit&auml;ten zu schaffen? Falls Sie sich dazu nicht durchringen k&ouml;nnen, frage ich Jens Berger nach Ihrer Adresse, komme bei Ihnen zu Hause vorbei und h&auml;nge Ihnen Poster von Friedrich Merz und Cem &Ouml;zdemir &uuml;bers Bett ;)<\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nG&ouml;tz Six<\/p>\n<div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div>\n<p><strong>12. Leserbrief<\/strong><\/p>\n<p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p>\n<p>ein strategischer Aspekt bei der jetzt massiv in den angepassten Medien beworbenen Forderung nach einer &ldquo;europ&auml;ischen Armee&rdquo; sollte nicht vergessen werden. In der Merkel-vdLeyen-Begeisterung zu <strong>dieser &ldquo;Vision&rdquo; steckt zugleich der Wunsch nach gleichberechtigter Teilhabe an der Atombewaffnung der Atommacht<\/strong> Frankreich,&nbsp; steckt die Sehnsucht nach einer raffinierten Umgehung bzw. Aush&ouml;hlung des&nbsp; Verzichts auf Atomwaffen. Der alte Traum der deutschen Nachkriegsmilitaristen mit CSU-Strau&szlig; an der Spitze, endlich auch hier dabei zu sein, soll nunmehr &uuml;ber die &ldquo;Vision&rdquo; einer in Wirklichkeit&nbsp; aufzubauenden <strong>&ldquo;EU-Interventions-Armee&rdquo;, bewusst irref&uuml;hrend als&nbsp; &ldquo;europ&auml;ische Armee&rdquo; bezeichnet, realisiert werden<\/strong>. Macron wird das zwar nicht schmecken, aber dieser deutsche &ldquo;Atomwaffentraum&rdquo; verbessert erheblich die franz&ouml;sische Verhandlungs- Position, wenn es um die Verteilung&nbsp; und Besetzung der Kommandop&ouml;stchen in dieser &ldquo;EU-Interventions-Armee&rdquo; geht und um weitere Zugest&auml;ndnisse beim weiteren EU-Ausbau mit zugleich weiterer Ausschaltung der jeweiligen&nbsp; parlamentarischen Volksvertretungen.<\/p>\n<p>Mit besten Gr&uuml;&szlig;en<br>\nReinhold Lang<br>\nKarlsruhe<\/p>\n<div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div>\n<p><strong>13. Leserbrief<\/strong><\/p>\n<p>Liebe NDS-Redaktion,<\/p>\n<p>ob gro&szlig;e Bev&ouml;lkerungsteile verarmen und ganze Landstriche in Europa ver&ouml;den &ndash; f&uuml;r&rsquo;s Kriegsspiel haben die Gro&szlig;kopferten immer genug Geld in der Staatskasse. Der 1. Weltkrieg war ein Kampf um die Weltmachtstellung des deutschen Reiches, die Vision einer europ&auml;ischen Armee ist seine Fortsetzung. Schon Adenauer und Strau&szlig; wollten &ldquo;die Bombe&rdquo;. Seit der Zeit von Helmut Kohl versucht Deutschland sich wieder als <strong>Supermacht<\/strong> zu etablieren. (<em>&ldquo;Wir brauchen Freunde mehr als andere. Alle Nachbarn m&uuml;ssen(!) begreifen &ndash; ich betone: alle Nachbarn &ndash; : Wirklich dauerhaften Frieden in Europa wird es nur geben, wenn die Deutschen die Chance bekommen&hellip;&rdquo; selbst &uuml;ber ihren Weg in der Geschichte zu bestimmen&rdquo;; Helmut Kohl, Rede im Bundestag 27.2.1985) &ndash; oder wie Werner Weidenfeld es ausdr&uuml;ckte: Es gehe darum, das Selbstbestimmungsrecht der Deutschen zum Eigeninteresse der internationalen Umwelt zu machen&hellip; .<\/em><\/p>\n<p>Zur vollen Entfaltung der Macht fehlt Deutschland allerdings noch eine Komponente: die Verf&uuml;gung &uuml;ber atomare Waffen. Hier sei nochmal an das <strong>Eureka-Konzept<\/strong> (Gegengewicht zu Reagans SDI-Projekt) erinnert, schon damals (ca. 1985)geplant mit enger Anbindung an die Atommacht Frankreich. Deutschlands ganze Au&szlig;enpolitik ist auf dieses Ziel (Aufstieg zur Supermacht) gerichtet: die Wiedervereinigung, die enge Verbindung zu Israel, der Versuch der Einflussnahme in Syrien, der Vermittlungsversuch in der Ukraine, der T&uuml;rkei-Deal, Auslandseinsatz in Mali (mit Frankreich), in Afghanistan, F&uuml;hrung der schnellen Eingreiftruppe, ein (st&auml;ndiger) Sitz im Sicherheitsrat, usw.<\/p>\n<p>Mit seiner Forderung nach h&ouml;heren R&uuml;stungsausgaben, ist Trump bei Angela Merkel (und nat&uuml;rlich bei den Konservativen &uuml;berhaupt) offene T&uuml;ren eingerannt. Das war wie ein Ritterschlag.<\/p>\n<p>Ziel unserer Regierung ist ganz sicher eine europ&auml;ische Armee unter deutscher F&uuml;hrung (!) mit Verf&uuml;gbarkeit von Nuklearwaffen, wetten?<\/p>\n<p>Mit lieben Gr&uuml;&szlig;en<br>\nMichael Wrazidlo<\/p><\/li>\n<li><strong>Leserbriefe zur Subvention des Panzer Museums in Munster <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47210\">19,3 Millionen f&uuml;r ein Panzermuseum als &bdquo;Zeugnis von Kultur und Geschichte&ldquo;<\/a><\/strong>\n<p><em><strong>Anmerkung MM:<\/strong> Leider kann man in einem solchen Museum nur sehr schlecht die Wirkung der ausgestellten und vorgef&uuml;hrten Panzer richtig darstellen.<\/em><\/p>\n<p><strong>14. Leserbrief<\/strong><\/p>\n<p>Liebe Nachdenkseiten, sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p>\n<p>ich bin nun schon ein langj&auml;hriger Leser Ihrer Seite und stimme mit Ihnen in den allermeisten Themen auch &uuml;berein. Ihren Artikel vom 15.11.2018 mit dem Titel &ldquo;<em>19,3 Millionen f&uuml;r ein Panzermuseum als &bdquo;Zeugnis von Kultur und Geschichte&ldquo;<\/em>&rdquo; m&ouml;chte ich aber zum Anlass f&uuml;r eine grunds&auml;tzliche Kritik nehmen, weil er meines Erachtens paradigmatisch ist f&uuml;r eine Grundhaltung Ihrerseits, aber auch der Friedensbewegung im Allgemeinen. Dies ist keinesfalls eine Kritik an der Haltung, dass milit&auml;rische Gewalt kein Mittel der Politik sein darf. Sondern vielmehr an einer Grundhaltung, die mit der ersten oft einher zu gehen scheint. Diese Haltung scheint bei Ihrem Ablehnungsgrund, <em>&bdquo;Auch 100 Jahre nach Beginn des Ersten Weltkriegs mach[e] es keinen Sinn, Kampfpanzer in Museen auszustellen, daf&uuml;r locker Steuergelder bereitzustellen und junge Menschen mit diesem technischen und t&ouml;dlichen Kram zu faszinieren&ldquo;<\/em>.<\/p>\n<p>Eine Haltung, des demonstrativen Desinteresses gegen&uuml;ber dem Milit&auml;r in seiner praktischen Auspr&auml;gung. Waffen sind also technischer und t&ouml;dlicher Kram. T&ouml;dlich sind sie zweifellos. Aber wer wissen will und fundiert kritisieren will, wozu das Milit&auml;r Waffen einsetzt, sollte sich auch damit befassen, wie das Milit&auml;r sie einsetzt, was sie k&ouml;nnen, welche taktischen Grundlagen das Milit&auml;r aus ihrer Beschaffenheit und ihrem Potenzial ableitet. Nur so kann man informiert kritisieren. Die Haltung, sie seien t&ouml;dlicher technischer Kram, den man am Besten nirgends zeigen und thematisieren darf, um ja niemanden daf&uuml;r zu faszinieren, hat zur Folge, dass die Besch&auml;ftigung mit diesen Relikten der Kriegsgeschichte den rechten Waffennarren &uuml;berlassen bleibt. <\/p>\n<p>Denn machen wir uns nichts vor, selbst wenn das Panzermuseum verschw&auml;nde, w&uuml;rde die Faszination f&uuml;r Panzer bleiben. Sie sind eben nicht nur Instrument der Kriegsf&uuml;hrung, sondern auch Ausdruck der jeweiligen Hochtechnologie und somit eben nicht nur f&uuml;r Militaristen faszinierend, sondern auch f&uuml;r technikaffine Menschen. Mit der Haltung, das sei technischer Kram, und t&ouml;dlicher noch dazu, kann es leicht passieren, dass man rein technisch an diesen Fahrzeugen Interessierte in eine Ecke dr&auml;ngt, in die sie einerseit gar nicht geh&ouml;ren und schlimmer noch nicht hingeh&ouml;ren wollen, womit man den Zielen einer einer friedensbewegten Aufkl&auml;rung eine B&auml;rendienst erweisen w&uuml;rde. <\/p>\n<p>Ich war selbst Zeitsoldat und auch im Auslandseinsatz. Ich wei&szlig; nur zu gut um die Faszination, die von Waffen ausgeht. Aber gerade meine Erfahrungen aus dem Auslandseinsatz haben mich zu einer Haltung der strikten Ablehnung der Interventionspolitik sowie der milit&auml;rischen Gewalt als Mittel der Politik gef&uuml;hrt. Im &Uuml;brigen waren Waffen auch nicht der entscheidende Faktor f&uuml;r meine Entscheidung, Soldat zu werden, sondern der in meinem Elternhaus vermittelte Berufsethos des Verteidigers derer, die sich nciht selbst verteidigen k&ouml;nnen. Eines Ethos, der sich mit dem Tun der heutigen Bundeswehr immer weniger in Einklang bringen l&auml;sst. <\/p>\n<p>Anstatt des Wegschlie&szlig;ens und Verschwindenlassens von Waffen sollte man vielleicht eher darauf achten, in welchem Kontext sie gezeigt werden. Als gutes Beispiel kann hier die v&ouml;llig &uuml;berarbeitete Ausstellung im Dresdener Milit&auml;rmuseum gelten. War sie zu DDR- Zeiten in der Tat lediglich Waffenschau zur Verherrlichung der milit&auml;rischen Schlagkraft der NVA, ist sie nun eine Ausstellung, die alle Facetten des Krieges, insbesondere die h&auml;sslichen pr&auml;sentiert. <\/p>\n<p>Wenn die zus&auml;tzlichen Millionen f&uuml;r die Konzeptionierung einer entsprechenden Ausstellung verwendet werden, was laut Artikel ja der Fall sein soll, so ist das in meinen Augen ein lobenswerter Ansatz. <\/p>\n<p>Das schlie&szlig;t keinesfalls aus, sich kritisch damit auseinander zu setzen, warum das Panzermuseum nun mehr Geld bekommt, obwohl Schulen, Stra&szlig;en und vieles Anderes, bestimmt unmittelbar Wichtigeres chronisch unterfinanziert sind. Und unbedingt sollte sich ein SPD- Politiker vielleicht eher daf&uuml;r stark machen, dass der Sozialstaat wieder funktionst&uuml;chtig gemacht wird, anstatt eine Lanze f&uuml;r das Panzermuseum zu brechen. <\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nChristian Ernst<\/p>\n<div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div>\n<p><strong>15. Leserbrief<\/strong><\/p>\n<p>Guten Tag Herr Mueller, <\/p>\n<p>Sie schreiben &ldquo;Eigentlich ist dieser Artikel als solcher nicht wert, einen eigenen Eintrag auf den NachDenkSeiten zu bekommen.&rdquo; <\/p>\n<p>Erlauben Sie mir, Ihre Meinung an dieser Stelle nicht zu teilen . Fuer mich sind gerade solche Meldungen, die wunderbar belegen, mit was fuer Personen man es eigentlich zu tun hat, sehr hilfreich. Millionen von Kinder leben in Armut oder sind direkt von Armut bedroht. Wenn man dann eine solche Meldung im Verhaeltnis dazu setzt, dann kann man nur von Wut ergriffen werden. Und ich weiss jetzt definitiv wie Hr. Klingbeil tickt. Vorher konnte man es nur zwischen den Zeilen lesen. <\/p>\n<p>Ich wuerde es gerne sehen, so eine Rubrik bei Ihnen zu sehen. Aber um der Flut solcher Meldungen Herr zu werden, muessten Sie ganze Kohorten von Mitarbeitern haben, um die schiere Menge an Meldungen abzuarbeiten. Bleibt also leider nur ein Wunschtraum. <\/p>\n<p>Schoene Gruesse, Pedro Saraiva<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Artikel &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47023\">Macht es heute noch Sinn, die Kriegsschuldfrage 1914-1918 zu behandeln?<\/a>&ldquo;, &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47189\">Merkels Vision: Milit&auml;r<\/a>&rdquo; und &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47210\">19,3 Millionen f&uuml;r ein Panzermuseum als &bdquo;Zeugnis von Kultur und Geschichte&ldquo;<\/a>&rdquo; l&ouml;sten einiges an zustimmender und ablehnender Resonanz aus. Diese geben wir nachfolgend wieder. Zusammengestellt von <strong>Moritz M&uuml;ller<\/strong>.<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,172,103,171],"tags":[1519,797,1206,2517,2208,2102,1792,2066,315,416,466,259,1213,382,1800,260,1556,2518,2475,966,1089],"class_list":["post-47325","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-aufruestung","category-leserbriefe","category-militaereinsaetzekriege","tag-atomwaffen","tag-bittner-wolfgang","tag-brzezinski-zbigniew","tag-clark-christopher","tag-europaeische-verteidigungsunion","tag-geostrategie","tag-kolonialismus","tag-macron-emmanuel","tag-merkel-angela","tag-nationalsozialismus","tag-nato","tag-russland","tag-stoltenberg-jens","tag-think-tanks","tag-trump-donald","tag-ukraine","tag-usa","tag-versailler-vertrag","tag-weimarer-republik","tag-weltkrieg","tag-wimmer-willy"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/47325","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=47325"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/47325\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":47338,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/47325\/revisions\/47338"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=47325"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=47325"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=47325"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}