{"id":47384,"date":"2018-11-23T09:50:32","date_gmt":"2018-11-23T08:50:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47384"},"modified":"2018-12-30T13:35:00","modified_gmt":"2018-12-30T12:35:00","slug":"mord-im-reisfeld","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47384","title":{"rendered":"Mord im Reisfeld"},"content":{"rendered":"<p>Vor neun Jahren, am 23. November 2009, wurden 58 Menschen &ndash; darunter 32 Medienleute &ndash; in der s&uuml;dphilippinischen Provinz Maguindanao im Rahmen eines Vorwahlkampfs buchst&auml;blich exekutiert. Die Spuren dieses Massakers f&uuml;hrten geradewegs zum Pr&auml;sidentenpalast Malaca&ntilde;ang. Bis heute bleibt dieses Verbrechen unges&uuml;hnt und das Gros der T&auml;ter auf freiem Fu&szlig;. Von <strong>Rainer Werning<\/strong>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47384#foot_0\" name=\"note_0\">*<\/a>].<br>\n<!--more--><br>\nDer 23. November 2009 ging in die Annalen der Philippinen als Schwarzer Montag ein. An jenem Tag wurden 57 Menschen[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] Opfer eines Massakers &ndash; unter ihnen 32 Medienleute &ndash;, das in dieser Bestialit&auml;t und kaltschn&auml;uzig exekutierten Art ein Novum darstellte. Die Nation war zutiefst ersch&uuml;ttert. Besorgte Personen aus Medien, Universit&auml;ten, Kirchen und NGO w&auml;hnten ihr Land bereits auf dem Weg zu einem &bdquo;failed state&ldquo; (&bdquo;gescheiterten Staat&ldquo;).<\/p><p><strong>Orchestriertes Verbrechen<\/strong><\/p><p>An jenem 23. November 2009 hatte sich in der s&uuml;dphilippinischen Provinz Maguindanao ein Konvoi von Anh&auml;nger\/innen des Politikers und Vizeb&uuml;rgermeisters von Buluan, Esmael Mangudadatu, auf den Weg in die Provinzhauptstadt Shariff Aguak gemacht. Dort wollten sie in einem B&uuml;ro der staatlichen Wahlkommission (Comelec) fristgerecht die erforderlichen Unterlagen f&uuml;r Esmaels Kandidatur als Gouverneur bei den Wahlen im Mai 2010 einreichen. Gerade weil dieser Spross des Mangudadatu-Clans wusste, dass Shariff Aguak samt Umgebung seit knapp einem Jahrzehnt vom rivalisierenden Clan der Ampatuans als exklusive politische, milit&auml;rische und wirtschaftliche Dom&auml;ne reklamiert worden war, hatte er entschieden, dort nicht pers&ouml;nlich aufzukreuzen. Stattdessen wollte er gemeinsam mit seiner Frau und anderen weiblichen Verwandten und Bekannten in Begleitung mehrerer Journalist\/innen und zwei Menschenrechtsanw&auml;ltinnen die Reise antreten und die Dokumente den Verantwortlichen &uuml;bergeben.<\/p><p>Doch auf dem Weg zu ihrem Fahrtziel wurde die Reisegruppe von &uuml;ber 100 Bewaffneten blockiert, aus den Wagen gezerrt, schrecklich zugerichtet und buchst&auml;blich hingerichtet. Esmael Mangudadatu und seine engsten Berater hatten sich von der &Uuml;berlegung leiten lassen, dass die andere Seite wenigstens Frauen kein Haar kr&uuml;mmen und die Pr&auml;senz zahlreicher Vertreter lokaler und regionaler Medien respektieren w&uuml;rde. Eine fatale Fehleinsch&auml;tzung. Bevor der Konvoi seine Todesfahrt begann, hatte Esmael Mangudadatu bei den verantwortlichen Kommandeuren der Streitkr&auml;fte (AFP) und Polizei (PNP) mehrfach um Personenschutz gebeten &ndash; vergeblich. Diese Einheiten inklusive paramilit&auml;rische Hilfstruppen der Civilian Volunteer Organizations (CVO) f&uuml;hlten sich wesentlich einer Person loyal verbunden &ndash; Datu Andal Ampatuan Sr., in Personalunion Provinzgouverneur, Patriarch und Chef seines Clans, dessen Tentakeln weit &uuml;ber die Region hinausreichten.<\/p><p>Dass dieses Massaker von langer Hand vorbereitet und geplant worden war, ist durch zahlreiche Zeugenaussagen belegt und unbestritten. Die M&ouml;rder hatten sogar Vorkehrungen getroffen, um schnellstm&ouml;glich die Spuren ihrer Tat zu verwischen. Ein zuvor eigens an den Tatort bef&ouml;rderter Bagger hatte bereits Erdl&ouml;cher freigeschaufelt, um darin den gesamten Konvoi &ndash; die Wagen samt Insassen &ndash; zuzusch&uuml;tten. Dies gelang den T&auml;tern nur teilweise, weil sie vorzeitig fl&uuml;chteten, nachdem &Uuml;berlebende und Zeugen des Massakers per Handy um Nothilfe gebeten hatten.<\/p><p><strong>Staatlich sanktioniertes Kriegsherrentum<\/strong><\/p><p>Die Ampatuans br&uuml;steten sich stets damit, verwandtschaftliche Wurzeln in Arabien zu haben und verdienten sich durch ihren Spross Datu Mamasapano Ampatuan die ersten politischen Sporen. Dieser n&auml;mlich hatte Mitte der 1930er Jahre einen Beraterposten in der US-dominierten Kolonialadministration erhalten. In den 1990er Jahren war Andal Ampatuan Sr. Vizeb&uuml;rgermeister und B&uuml;rgermeister seines Ortes und gewann im Jahre 2001 &ndash; mit Unterst&uuml;tzung der Mangudadatus &ndash; gegen den Herausforderer Zacaria Candao die Gouverneurswahl in Maguindanao. Seitdem benannten die Ampatuans mehrere Orte in der Provinz nach ihren Vorfahren und Kindern. B&uuml;rgermeister in Datu Unsay und Hauptbeschuldigter des Massakers ist Datu Andal Ampatuan Jr., w&auml;hrend weitere Clanmitglieder insgesamt ein Drittel aller Gemeinden und St&auml;dte Maguindanaos als feudale Land- und Warlords regierten und sie ihrer direkten Kontrolle unterworfen hatten.<\/p><p>Ein anderer Spross der Gro&szlig;familie, Zaldy Ampatuan, hatte es &uuml;berdies im Herbst 2005 geschafft, als damals gerade mal 38-J&auml;hriger zum j&uuml;ngsten Gouverneur der Autonomen Region in Muslim Mindanao (ARMM)[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>] aufzusteigen. Datu Michael Mastura, ehemals Kongressabgeordneter des ersten Distrikts in Maguindanao und selbst Mitglied einer alteingesessenen, angesehenen Moro-Familie, brachte das Treiben von Andal Ampatuan Sr. auf den Punkt: &bdquo;Er ist wie ein Pharaoh &ndash; und so nennen die Leute ihn auch. Wer gegen seinen Willen handelt, sollte sich das vorher sehr genau &uuml;berlegen.&rdquo; Demgegen&uuml;ber starteten die Mangudadatus ihre politische Karriere in Maguindanao, als die Nachfolgerin von Marcos, Pr&auml;sidentin Corazon C. Aquino (1986-92), den Patriarchen der Familie, Datu Pua Mangudadatu, 1986 als B&uuml;rgermeister von Buluan, Maguindanao, einsetzte. Zu der Zeit unterhielten die beiden Clans noch freundschaftliche Beziehungen.<\/p><p>W&auml;hrend der Pr&auml;sidentschaftswahl im Mai 2004 hatte sich Maguindanaos Gouverneur Andal Ampatuan Sr. als verl&auml;sslichster Regionalverb&uuml;ndeter von Pr&auml;sidentin Gloria Macapagal-Arroyo (2001-2010) erwiesen. Mit seiner tatkr&auml;ftigen Hilfe gewann Frau Arroyo erdrutschartig; massiver Betrug und F&auml;lschungen in gro&szlig;em Stil kennzeichneten diese Wahl. Ampatuan hatte daf&uuml;r gesorgt, dass der Arroyo-Herausforderer, der &uuml;beraus popul&auml;re Ex-Schauspieler Fernando Poe Jr., weit abgeschlagen auf den hinteren Pl&auml;tzen landete. In einigen Orten wurde derma&szlig;en krass manipuliert, dass Poe dort nicht einmal eine einzige Stimme f&uuml;r sich verbuchen konnte. Nicht anders verhielt es sich bei den Senatswahlen im Sommer 2007, als das Arroyo nahestehende Senatorenteam s&auml;mtliche Stimmen einheimste und die Opposition eine vernichtende Schlappe erlitt. Schlie&szlig;lich waren die Ampatuans der Pr&auml;sidentin st&auml;rkster St&uuml;tzpfeiler ihrer Partei in Mindanao, der Koalition aus Lakas-Kampi-CMD\/Christian Muslim Democrats.<\/p><p><strong>Straffreiheit als Staats&bdquo;tugend&ldquo;<\/strong><\/p><p>&bdquo;Welche Sorte Tier sind diese Killer? Wir sind schockiert und w&uuml;tend. Dies ist unbeschreiblich und zutiefst verabscheuensw&uuml;rdig. Dies ist ein bestialischer Akt der widerw&auml;rtigsten Art. So etwas habe ich bislang noch nicht erlebt &ndash; brutalste R&uuml;cksichtslosigkeit im Namen von Macht. Es ist dies ein Affront gegen jedwede Form von Menschlichkeit.&rdquo; Diese erste Reaktion auf das Massaker aus dem Munde der damaligen Vorsitzenden der staatlichen Menschenrechtskommission (CHR)[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>], Leila de Lima, sprach den meisten Filipinos aus dem Herzen.<br>\nDe Lima war es auch, die die zuvor von internationalen Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International und Human Rights Watch sowie die vom UN-Sonderberichterstatter f&uuml;r au&szlig;ergerichtliche Hinrichtungen und willk&uuml;rliche Exekutionen, Professor Philip Alston, ge&auml;u&szlig;erte Kritik an der Amtsf&uuml;hrung der Arroyo-Regierung aufgegriffen hatte und ein Ende praktizierter Politik der Straffreiheit forderte.<\/p><p>Seit dem Amtsantritt von Frau Arroyo Ende Januar 2001 bis zum Massaker in Maguindanao waren &uuml;ber 1.300 Menschen Opfer au&szlig;ergerichtlicher Hinrichtungen geworden und &uuml;ber 200 Personen waren &bdquo;spurlos verschwunden&ldquo;. Allesamt Opfer des staatlichen Aufruhrbek&auml;mpfungsprogramms <em>&bdquo;Oplan Bantay Laya&ldquo; (&bdquo;Operationsplan Freiheitswacht&ldquo;)<\/em>, das darauf abzielte, Regimegegner &ndash; in erster Linie linke Aktivisten, vermeintliche Kommunisten oder &bdquo;Terroristen&ldquo; &ndash; ins Visier zu nehmen und &bdquo;auszuschalten&ldquo;. W&auml;hrend der neunj&auml;hrigen Amtszeit Arroyos ist keiner der T&auml;ter, die in Kreisen staatlicher Sicherheitskr&auml;fte vermutet wurden, zur Rechenschaft gezogen, geschweige denn gerichtlich belangt oder abgeurteilt worden.<\/p><p>Die ersten Reaktionen seitens der Regierung auf das Massaker waren &ndash; gelinde formuliert &ndash; befremdend. Zwar wurde es als &bdquo;barbarisch&ldquo; verurteilt. Doch der AFP-Sprecher, Oberstleutnant Romeo Brawner, und Arroyos Pressesprecher Cerge Remonde sprachen lediglich von einem &bdquo;Vorfall&rdquo;. Lorelei Fajardo, die stellvertretende Pressesprecherin der Pr&auml;sidentin, zitierte ihre Vorgesetzte mit den Worten: &bdquo;Das ist ein Vorfall zwischen zwei Familien in Mindanao. Wir sind davon nicht betroffen&ldquo;.<\/p><p>Wenig sp&auml;ter war man im Pr&auml;sidentenpalast Malaca&ntilde;ang um Schadensbegrenzung bem&uuml;ht und dekretierte den 26. November 2009 im Gedenken an die Opfer des Massakers kurzfristig zum nationalen Trauertag. Jesus Dureza, damals Regierungsberater f&uuml;r den Friedensprozess in Mindanao, flog eigens nach Maguindanao, um den Ampatuan-Clan zur Kooperation bei der Aufkl&auml;rung des Massakers zu bewegen. Zeugen dieses Treffens berichteten, die Atmosph&auml;re h&auml;tte eher der einer famili&auml;ren Teeparty geglichen. Dureza begleitete sodann Andal Ampatuan Jr., den Hauptverd&auml;chtigen des Massakers, nach Manila, wo dieser der Nationalen Untersuchungsbeh&ouml;rde (NBI) &uuml;berstellt wurde.<\/p><p>Auf Anraten von Dureza und anderen Arroyo-Vertrauten verh&auml;ngte die Pr&auml;sidentin sodann zeitweilig das Kriegsrecht &uuml;ber die beiden Provinzen Maguindanao und Sultan Kudarat sowie &uuml;ber Cotabato City, dem Sitz der ARMM-Regierung, und beauftragte ihren Innenminister Ronaldo Puno, einstweilen deren Amtsgesch&auml;fte zu &uuml;bernehmen. Der PNP-Chef, Generaldirektor Jesus Verzosa, &bdquo;beurlaubte&rdquo; mehrere hochrangige regionale Polizeibeamte, die bei dem Massaker zugegen waren. Frau Arroyos ehemaliger Verteidigungsminister, Gilberto Teodoro, gerade frisch gek&uuml;rter Spitzenkandidat der herrschenden Lakas-Kampi-CMD bei der Pr&auml;sidentschaftswahl im Mai 2010, holte daraufhin unverz&uuml;glich die Mangudadatus in sein Boot, w&auml;hrend zuvor drei Mitglieder des Ampatuan-Clans aus der Partei ausgeschlossen wurden.<\/p><p><strong>Gangstertum auf Gegenseitigkeit<\/strong><\/p><p>Diese Ma&szlig;nahmen sch&uuml;rten den Unmut in der Bev&ouml;lkerung, immer lauter erschallte der Ruf nach Arroyos R&uuml;cktritt. Die damals in Umfragen unbeliebteste Politikerin nach Marcos war in zahlreiche Korruptionsaff&auml;ren verwickelt. Mit Hilfe ihrer Seilschaften &uuml;berstand sie mehrere Amtsenthebungsverfahren und verdankte ihren Sieg bei der Pr&auml;sidentschaftswahl 2004 einzig der Manipulation seitens der staatlichen Wahlkommission (Comelec). Deren Chef, Virgilio Garcillano, hatte daf&uuml;r gesorgt, dass Frau Arroyo die Wahl auch mit dem von ihr gew&uuml;nschten Stimmenvorsprung gewann. Pikanterweise war das inkriminierende Telefongespr&auml;ch, in dem die Pr&auml;sidenten ihren Freund &bdquo;Hello Garci&ldquo; um eben diese Sch&uuml;tzenhilfe gebeten hatte, von Sicherheitskr&auml;ften aufgezeichnet worden.<\/p><p>Im Sog des von ihr stets bewunderten US-Pr&auml;sidenten George W. Bush (2001-09) hatte Frau Arroyo w&auml;hrend ihrer Amtszeit alles daran gesetzt, Dissens zu kriminalisieren und Kritiker in die N&auml;he von &bdquo;Terroristen&ldquo; zu r&uuml;cken. So hatte die Pr&auml;sidentin beispielsweise im Juli 2006 die Exekutivorder 546 unterzeichnet, die es lokalen Beamten und Politikern gestattete, privates bewaffnetes Personal im Kampf gegen den &bdquo;Terrorismus&ldquo; als &bdquo;Verst&auml;rkungselement&ldquo; der staatlichen Sicherheitskr&auml;fte einzusetzen. Eigentlicher Anlass dazu bildete, wie Jaileen F. Jimeno in einer Anfang September 2008 ver&ouml;ffentlichten Studie des Philippinischen Zentrums f&uuml;r investigativen Journalismus (PCIJ) recherchiert hatte, ausgerechnet ein Wochen zuvor missgl&uuml;ckter Anschlag auf Andal Ampatuan Sr. in Shariff Aguak.<\/p><p>Einen Anschlag auf ihren treuesten Gefolgsmann und politischen Stallgef&auml;hrten in Mindanao wollte die Pr&auml;sidentin partout nicht unges&uuml;hnt lassen. Immerhin verk&ouml;rperten die Ampatuans langj&auml;hrig ihre verl&auml;sslichste Klientel im S&uuml;den des Archipels. Die Existenz des einen Lagers war ohne die des anderen nicht denkbar &ndash; ein politisches Gangstertum auf Gegenseitigkeit.<\/p><p><strong>Postskript<\/strong><\/p><p>Bis heute ist keiner der Angeklagten verurteilt worden. Der Hauptverd&auml;chtige des Ampatuan-Clans ist zwischenzeitlich verstorben. Andere wurden auf Kaution freigelassen. Die Inhaftierten genie&szlig;en privilegierte Haftbedingungen und werden vom Gef&auml;ngnispersonal mit Glac&eacute;handschuhen behandelt. Etwa 80 Tatverd&auml;chtige sind noch immer nicht gefasst worden. Ein halbes Dutzend Personen, die gegen die Ampatuans vor Gericht aussagen wollten, wurden ermordet. Rechts- und Staatsanw&auml;lte, die gegen den Clan ermittelten, wurden eingesch&uuml;chtert oder massiv bedroht.<\/p><p>Als sei nichts geschehen, hat sich indes einer der fr&uuml;heren Anw&auml;lte der Ampatuans, Salvador Panelo, nach ganz oben vorarbeiten k&ouml;nnen. Panelo ist heute in Personalunion Rechtsberater des seit Sommer 2016 amtierenden Pr&auml;sidenten Rodrigo Duterte und dessen Pressesprecher. Ex-Pr&auml;sidentin Gloria Macapagal-Arroyo ist seit Juli 2018 Sprecherin des Repr&auml;sentantenhauses und somit die Nummer Vier in der politischen Hierarchie des Landes &ndash; nach dem Pr&auml;sidenten, der Vizepr&auml;sidentin und dem Senatspr&auml;sidenten.<\/p><p>Die Chancen sind denkbar schlecht, dass ausgerechnet unter Dutertes Pr&auml;sidentschaft eine umfassende Aufkl&auml;rung &ndash; geschweige denn eine rechtskr&auml;ftige Verurteilung von Straft&auml;tern &ndash; erfolgt. Nationale wie internationale Menschenrechtsanw&auml;lte hat Duterte mehrfach &ouml;ffentlich r&uuml;de beschimpft und ihnen mit wiederholtem &bdquo;fuck you&ldquo; signalisiert, was er letztlich von ihnen h&auml;lt.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Weiterf&uuml;hrende Lekt&uuml;re<\/strong><\/p><ul>\n<li>Jaileen F. Jimeno (2008): Amid the fighting, the clan rules in Maguindanao, September 4. Quezon City: PCIJ.<\/li>\n<li>Policy Study, Publication, and Advocacy (PSPA) &amp; Center for People Empowerment in Governance (CenPEG) (2009): The Maguindanao Massacre and Politics of Violence. Issue Analysis No. 14, Series of 2009, November 28. Quezon City.<\/li>\n<li>Soliman M. Santos, Jr. (2009): The Maguindanao Massacre, the Bangsamoro Problem and the Peace Process, November 30. Quezon City: PCIJ.<\/li>\n<li>Institute for Autonomy and Governance &amp; Konrad Adenauer-Stiftung (eds.) (2010):<br>\nThe Maguindanao Massacre and the Rise of Warlord Clans, in:&nbsp;AUTONOMY &amp; PEACE REVIEW &ndash; A Quarterly Publication of the Institute for Autonomy and Governance, Vol. No. 6, Issue No. 1, January-March, Cotabato City (Philippines) &ndash; <a href=\"https:\/\/www.kas.de\/c\/document_library\/get_file?uuid=586c7fa4-d1f7-8ec4-99e5-b6f08a2489f5&amp;groupId=252038\">online<\/a>.<\/li>\n<\/ul><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_0\" name=\"foot_0\">&laquo;*<\/a>] Dr. <strong>Rainer Werning<\/strong>, Politikwissenschaftler &amp; Publizist mit dem Schwerpunkt S&uuml;dost- und Ostasien, befasst sich u.a. seit 1970 intensiv mit den Philippinen. Zur Jahreswende erscheint das von ihm ko-herausgegebene <strong>Handbuch Philippinen<\/strong> in mittlerweile 6., aktualisierter und erweiterter Auflage (regiospectra Verlag, Berlin).<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Die sterblichen &Uuml;berreste eines 58. Todesopfers konnten nicht gefunden werden.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Die ARMM mit Hauptsitz in Cotabato City entstand im August 1989 und umfasst heute die Provinzen Lanao del Sur, Maguindanao, Basilan (ohne die Hauptstadt Isabela City), Sulu und Tawi-Tawi.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] Die CHR hat beratende, keine exekutive Funktion; sie kann lediglich Untersuchungen einleiten und durchf&uuml;hren sowie Empfehlungen aussprechen. Frau de Lima wurde im Sommer 2010 als Justizministerin in das Kabinett von Pr&auml;sident Benigno S. Aquino III berufen. Als Kritikerin des seit Sommer 2016 amtierenden Pr&auml;sidenten Rodrigo Duterte wurde sie, die im selben Jahr einen Senatssitz errang, beschuldigt, mit Drogengeldern ihren Wahlkampf finanziert zu haben. Seit Anfang 2017 sitzt de Lima im Gef&auml;ngnis und wartet auf die Er&ouml;ffnung des gegen sie vorbereiteten Hauptverfahrens.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor neun Jahren, am 23. November 2009, wurden 58 Menschen &ndash; darunter 32 Medienleute &ndash; in der s&uuml;dphilippinischen Provinz Maguindanao im Rahmen eines Vorwahlkampfs buchst&auml;blich exekutiert. Die Spuren dieses Massakers f&uuml;hrten geradewegs zum Pr&auml;sidentenpalast Malaca&ntilde;ang. Bis heute bleibt dieses Verbrechen unges&uuml;hnt und das Gros der T&auml;ter auf freiem Fu&szlig;. Von <strong>Rainer Werning<\/strong>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47384#foot_0\" name=\"note_0\">*<\/a>].<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[126,60,20],"tags":[2183,930,2520,1971],"class_list":["post-47384","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-erosion-der-demokratie","category-innere-sicherheit","category-landerberichte","tag-duterte-rodrigo","tag-justiz","tag-mord","tag-philippinen"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/47384","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=47384"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/47384\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":48042,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/47384\/revisions\/48042"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=47384"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=47384"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=47384"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}