{"id":47523,"date":"2018-11-29T11:26:14","date_gmt":"2018-11-29T10:26:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47523"},"modified":"2019-04-01T07:47:13","modified_gmt":"2019-04-01T05:47:13","slug":"das-toedlichste-artefakt-gedanken-zu-robert-proctors-buch-ueber-die-zigarettenkatastrophe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47523","title":{"rendered":"Das t\u00f6dlichste Artefakt \u2013 Gedanken zu Robert Proctors Buch \u00fcber die Zigarettenkatastrophe"},"content":{"rendered":"<p>Bei meiner Literatur-Recherche zu einem aktuellen Artikel &uuml;ber die Gesundheitssch&auml;den des Tabakrauchens [<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47523#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>][<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47523#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>] bin ich auf das Buch des US-amerikanischen Wissenschaftshistorikers Robert N. Proctor mit dem Titel &bdquo;Golden Holocaust&ldquo; gesto&szlig;en [<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47523#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>]. Der Untertitel des 2011 erschienenen Buches lautet &bdquo;Origins of the cigarette catastrophe and the case of abolition&ldquo;, was soviel bedeutet wie &bdquo;Die Urspr&uuml;nge der Zigarettenkatastrophe und ein Pl&auml;doyer f&uuml;r die Abschaffung der Zigaretten&ldquo;. Das Buch umfasst insgesamt 737 Seiten mit 35 illustrativen Abbildungen und vielen instruktiven Tabellen einschlie&szlig;lich eines umfangreichen Anmerkungsapparates mit einem detaillierten Personen- und Sachregister. Von <strong>Klaus-Dieter Kolenda<\/strong>.<br>\n<!--more--><\/p><div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/181129_kolenda1.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>&bdquo;Golden Holocaust&ldquo; wurde ins Franz&ouml;sische und Polnische &uuml;bersetzt, aber leider nicht ins Deutsche, was den relativ geringen Bekanntheitsgrad dieses wichtigen Buches im deutschsprachigen Raum zum Teil erkl&auml;rt. Bisher sind auch nur wenige Rezensionen auf Deutsch im Internet erschienen. Dazu geh&ouml;rt die sehr informative und auch kritische Buchbesprechung des Wirtschaftshistorikers Christopher Neumaier aus dem Jahre 2012 [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>], die mich zur Lekt&uuml;re von Proctors Buch animiert hat und auf die ich mich in einigen Abschnitten meines Artikels beziehen werde. Eine weitere lesenswerte Rezension ist ebenfalls 2012 in der Berner Zeitung erschienen [<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>]. F&uuml;r die M&uuml;hen der Lekt&uuml;re des &bdquo;Buch-Ziegels&ldquo; [<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>] von Proctor wurde ich mit vielen neuen Erkenntnissen, insbesondere &uuml;ber die emp&ouml;renden kriminellen Machenschaften der US-amerikanischen und britischen Tabakkonzerne, belohnt.<\/p><p>Proctor beschreibt in seinem Buch die Zigarette als &bdquo;deadliest artifact in the history of human civilization&ldquo; (&bdquo;t&ouml;dlichstes Artefakt in der Geschichte der menschlichen Zivilisation&ldquo;) und gibt an, dass den Zigaretten im 20. Jahrhundert weltweit etwa 100 Millionen Menschen zum Opfer gefallen sind. Derzeit wird die Zahl der j&auml;hrlichen Todesopfer durch Tabakrauchen auf 7 Millionen pro Jahr gesch&auml;tzt, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Weltnichtrauchertag 2017 bekannt gab [<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>]. In der Europ&auml;ischen Union sterben nach Angaben der EU-Kommission derzeit j&auml;hrlich etwa 700.000 Menschen vorzeitig an den Folgen des Rauchens. Allein in Deutschland fielen dem Tabak 2013 circa 121.000 Personen zum Opfer [<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>].<\/p><p>Aus meiner Sicht als Arzt und Rehabilitationsmediziner sei Folgendes erg&auml;nzt: Unter den zehn wichtigsten Risikofaktoren f&uuml;r die Krankheitslast und vorzeitige Todesf&auml;lle steht in den L&auml;ndern mit hohem Einkommen (ein Begriff der UNO), den sogenannten reichen L&auml;ndern, der Tabakkonsum vor Bluthochdruck, ern&auml;hrungsabh&auml;ngigen Risikofaktoren sowie k&ouml;rperlicher Inaktivit&auml;t und Alkoholmissbrauch an erster Stelle [<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>][<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>].<\/p><p>Zu ber&uuml;cksichtigen ist, dass es auch beim Tabakrauchen einen &bdquo;sozialen Gradienten&ldquo; gibt, das hei&szlig;t, bei den Angeh&ouml;rigen der unteren Einkommensschichten ist das Rauchen zwei- bis dreimal h&auml;ufiger als bei denen der oberen. Diese Unterschiede d&uuml;rften neben zum Beispiel chronischen Stressbelastungen einer der wichtigsten Gr&uuml;nde daf&uuml;r sein, dass in Deutschland die durchschnittliche Lebenserwartung der Armen etwa zehn Jahre niedriger ist als die der Wohlhabenden [<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>].<\/p><p>Weiterhin hat die gro&szlig;e britische &Auml;rztestudie ergeben, dass fast 50 Prozent aller Raucher im mittleren Alter, das hei&szlig;t zwischen dem 35. und dem 69. Lebensjahr, an einer durch das Rauchen hervorgerufenen Krankheit versterben und dabei durchschnittlich 22 Lebensjahre verlieren. Auf alle Raucher bezogen bedeutet das Rauchen einen Verlust von 10 Lebensjahren [<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>][<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>].<\/p><p>Im vorliegenden Artikel sollen die wichtigsten Inhalte von Proctors Buch &uuml;ber Ausma&szlig; und Hintergr&uuml;nde der Zigarettenkatastrophe dargestellt werden. Proctor macht im letzten Kapitel seines Buches eine Reihe gut begr&uuml;ndeter Vorschl&auml;ge f&uuml;r die Eind&auml;mmung und Beendigung des Tabakrauchens. Darauf soll in Teil 2 dieses Artikels eingegangen werden, wobei auch die derzeit praktizierte Tabakkontrollpolitik in der EU und deren bisherige Ergebnisse diskutiert werden.<\/p><p><strong>&Uuml;bersicht &uuml;ber den Inhalt<\/strong><\/p><p>Gro&szlig;e Teile der Inhalts&uuml;bersicht habe ich (in gek&uuml;rzter Form) der &uuml;berzeugenden Darstellung von Neumaier entnommen [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>].<\/p><p>Das Rauchen wird in der Zigarettenwerbung als &bdquo;inalienable right of all free people&ldquo; (&bdquo;unver&auml;u&szlig;erliches Recht aller freien Menschen&ldquo;) (S. 5) dargestellt. Proctor h&auml;lt dem entgegen: Inwiefern kann es sich beim Rauchen um eine freie Willensentscheidung handeln, wenn Raucher zur Zigarette greifen, weil sie von den Tabakkonzernen gezielt nikotinabh&auml;ngig gemacht worden sind?<\/p><p>Hier zeigt sich bereits das von Proctor identifizierte Leitmotiv der Tabakindustrie: T&auml;uschung oder bewusste und zielgerichtete Manipulation von Fakten und Konsumenten. Dieses Motiv greift Proctor in seiner Darstellung immer wieder auf und widerlegt gekonnt die Strategien der Tabakindustrie.<\/p><p>Insbesondere im Gefolge der in den 1990-er und Anfang der 2000-er Jahre in den USA stattgefundenen Tabakprozesse sind derzeit viele Millionen urspr&uuml;nglich geheimer Dokumente der Tabakindustrie im Internet zug&auml;nglich (S. 15 und 16). Diese Dokumente zeigen sehr deutlich &ndash; soweit sie bis heute ausgewertet werden konnten &ndash; dass die Tabakkonzerne nicht nur &uuml;ber die Sch&auml;dlichkeit des Tabakkonsums und des Passivrauchens, sondern ebenso &uuml;ber die Suchtgefahr des Nikotins schon lange Zeit Bescheid wussten und die Nikotinabh&auml;ngigkeit &uuml;ber Jahrzehnte systematisch manipuliert haben.<\/p><p>Proctor hat sein Buch sehr &uuml;bersichtlich in vier Teile gegliedert. Im ersten Teil stellt er die Gr&uuml;nde f&uuml;r den Erfolg der Zigarette dar. Ein Grund ist die Erfindung der Hei&szlig;lufttrocknung, die den Tabak milder gemacht und damit &uuml;berhaupt erst die Inhalation des Tabakrauchs erm&ouml;glicht habe. Mit der Verbreitung von Streichh&ouml;lzern k&ouml;nnen Zigaretten an jedem Ort und zu jeder Zeit angez&uuml;ndet werden. Die Massenproduktion (siehe unten) hat die Herstellung der Zigaretten enorm verbilligt und somit neue K&auml;ufergruppen erschlossen, sodass mit Zigaretten hohe Profite zu erzielen sind.<\/p><p>Die moderne Werbung in Printmedien, Radio und Fernsehen sowie die gezielte Produktplatzierung von Zigaretten in Filmen und das Sponsoring von Sport- und Kulturveranstaltungen hat ein positives Image des Rauchens erzeugt. In diesem Zusammenhang wendet sich Proctor gegen die Vorstellung, dass fr&uuml;her wesentlich mehr geraucht wurde, weil in alten Filmen die Protagonisten st&auml;ndig Zigaretten rauchen. Der Autor belegt dagegen, dass die Filmstudios und ihre Stars lukrative Vertr&auml;ge mit den Tabakkonzernen abgeschlossen hatten und deswegen h&auml;ufig zur Zigarette gegriffen wurde.<\/p><p>Ein weiterer wichtiger Grund f&uuml;r den Erfolg der Zigarette war der Krieg. In dem Kapitel &bdquo;War likes tobacco, tobacco likes war&ldquo; (&bdquo;Krieg liebt Tabak und Tabak liebt Krieg&ldquo;) (S. 44 ff.) f&uuml;hrt er aus, dass im Ersten und Zweiten Weltkrieg Zigaretten zur &bdquo;Nahrungsmittelration&ldquo; der Soldaten geh&ouml;rt haben. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren sie wichtiger Bestandteil des Marshall-Plans.<\/p><p>Weiterhin geht er ausf&uuml;hrlich auf die Manipulationen der Tabakindustrie ein. Er betont, dass die chemische Zusammensetzung von Tabak gezielt ge&auml;ndert wurde, um sowohl die Wirkst&auml;rke als auch die Suchtgefahr der Zigarette zu erh&ouml;hen. Das Verh&auml;ltnis von Teer zu Nikotin im Tabak wurde zum Beispiel gezielt festgelegt: Die H&ouml;he des Nikotingehalts muss gew&auml;hrleisten, dass Raucher nikotins&uuml;chtig werden, und der Teeranteil muss so eingestellt werden, dass der bittere Geschmack des Nikotins verdeckt wird. Insofern ist Tabak kein nat&uuml;rliches Erzeugnis, sondern ein im Labor entworfenes und industriell gefertigtes Produkt, das hei&szlig;t ein Artefakt.<\/p><p>Im zweiten Teil besch&auml;ftigt er sich mit der Frage, wann wissenschaftlich fundierte Beweise f&uuml;r die vom Rauchen ausgehenden Krebsgefahren vorgelegen haben. Der dritte Teil schlie&szlig;t daran an und zeigt, wie die Industrie die Gesundheitsrisiken verschleiert hat und welche Rolle dabei technische Neuerungen wie die Filter- und die Light-Zigaretten spielten.<\/p><p>Proctor hat als Experte in vielen Tabakprozessen als Sachverst&auml;ndiger gegen die Tabakindustrie ausgesagt. In Gerichtsverhandlungen gegen die Tabakkonzerne geht es vor allem um die Frage, was wer seit wann &uuml;ber die Krebsrisiken des Rauchens wusste. Denn w&auml;hrend au&szlig;er dem Tabakkonsum noch viele andere Ursachen Herz-Kreislauferkrankungen ausl&ouml;sen k&ouml;nnen, ist der Zusammenhang zwischen Rauchen und zum Beispiel Lungenkrebs und bestimmten weiteren Krebserkrankungen relativ leicht nachweisbar. Nur bei dieser Frage bestand die Chance, dass die Schuld der Tabakindustrie zweifelsfrei festgestellt werden konnte.<\/p><p>Um einer Verurteilung zu entgehen, verfolgten die Tabakkonzerne eine Verteidigungsstrategie, die klar zwischen &ouml;ffentlichem und wissenschaftlichem Wissen unterschied: Sie verk&uuml;ndeten, die &Ouml;ffentlichkeit sei angeblich stets &uuml;ber die Risiken informiert gewesen und jeder Raucher habe damit das Risiko einer Krebserkrankung selbst in Kauf genommen; der wissenschaftliche Beweis f&uuml;r das Krebsrisiko hingegen sei erst in den letzten Jahren erbracht worden.<\/p><p>Proctor belegt das Gegenteil. Erst seit den 1970-er Jahren sei sich die &Ouml;ffentlichkeit der Krebsrisiken allm&auml;hlich bewusst geworden, habe diese jedoch noch immer erheblich untersch&auml;tzt. Industrienahe Studien wiederum h&auml;tten bereits im Jahr 1953 Tabakrauch eindeutig als Ausl&ouml;ser f&uuml;r Lungenkrebs identifiziert. Unabh&auml;ngigen Forschern ist dies &uuml;brigens schon in den 1930-er Jahren gelungen (siehe unten).<\/p><p>Daraufhin haben die Chefs der US-Tabakkonzerne im Dezember 1953 die Strategie des &bdquo;fighting science with science, creating doubt, fostering ignorance&ldquo; (&bdquo;bek&auml;mpfe Wissenschaft mit Wissenschaft, rufe Zweifel hervor und f&ouml;rdere Unwissenheit&ldquo;) (S. 3) beschlossen. In den darauffolgenden Auseinandersetzungen unterstellten industrienahe Studien den Wissenschaftlern von unabh&auml;ngigen Forschungseinrichtungen in der Regel, dass sie &bdquo;unwissenschaftlich&ldquo; arbeiten w&uuml;rden und ihre Ergebnisse damit ung&uuml;ltig seien.<\/p><p>Das Design der Zigarette wurde ebenfalls manipuliert. Zwei Aspekte sind hier von besonderer Bedeutung gewesen: Die Illusion einer &bdquo;sicheren&ldquo; oder &bdquo;gesunden&ldquo; Zigarette sollte die verunsicherten Konsumenten beruhigen. Weiterhin wurde die chemische Zusammensetzung der Zigaretten ver&auml;ndert, um die Suchtgefahr zu erh&ouml;hen. In diesem Zusammenhang kommt dem Zigarettenfilter eine Schl&uuml;sselfunktion zu. Er filtere den Rauch und mache ihn somit &bdquo;sauberer&ldquo;, lauteten die Werbeversprechen. Dieses Argument hat ma&szlig;geblich dazu beigetragen, dass um 1960 Filterzigaretten die H&auml;lfte des Marktes eroberten und ihre Dominanz in den folgenden Jahren weiter zunahm.<\/p><p>Proctor schreibt, dass sich die Industrie jedoch bewusst gewesen sei, dass ein Filter nicht prim&auml;r die ihm zugeschriebene Funktion erf&uuml;llen kann. Vielmehr sind drei andere Faktoren ausschlaggebend f&uuml;r die Entscheidung der Tabakkonzerne gewesen, die Zigaretten mit Filtern auszustatten &ndash; ein finanzieller, ein praktischer und ein illusorischer: Der Filter senkte die Herstellungskosten, da weniger Tabakmischung f&uuml;r eine Zigarette ben&ouml;tigt wird. Raucher bissen au&szlig;erdem nicht mehr auf st&ouml;rende Tabakteilchen. Und die Filter beruhigten die verunsicherten Raucher, da sie zumindest die Illusion der &bdquo;sicheren&ldquo; Zigarette verbreiteten. Proctor hat Zigarettenfilter deswegen als &bdquo;design fraud&ldquo; (&bdquo;Designbetrug&ldquo;) (S. 365) beurteilt und hat ebenso noch weitere Produktneuerungen wie Menthol- und Light-Zigaretten, die dasselbe Ziel verfolgten, als Betrug entlarvt.<\/p><p>Abgerundet wird die Studie durch einen vierten Teil. Hier befasst sich der Autor zun&auml;chst mit den giftigen Stoffen, die den Zigaretten beigemengt sind: Pestizide, Arsen und radioaktives Polonium (siehe unten).<\/p><p><strong>Buchtitel nur Provokation?<\/strong><\/p><p>Ein Kritikpunkt in der Rezension von Neumaier ist, dass f&uuml;r ihn ein weniger problematischer Titel w&uuml;nschenswert gewesen w&auml;re [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]. Proctor, ein renommierter Wissenschaftshistoriker der Stanford University in Kalifornien, der sich mit seinen B&uuml;chern zur Rassenhygiene und zur Krebsforschung im Nationalsozialismus einen Namen gemacht hat [<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>][<a href=\"#foot_10\" name=\"note_10\">10<\/a>], ist sich dieser Problematik wohl bewusst, wie er auch auf eine Anfrage hin klargestellt hat [<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>].<\/p><p>Im Vorwort seines Buches schreibt Proctor &uuml;ber seine Titelwahl (S. 11 und 12): &bdquo;I use the term Holocaust with caution, primarily to draw attention to the magnitude of the tobacco catastrophe&ldquo; (&bdquo;Ich gebrauche das Wort Holocaust mit Bedacht, vor allem wegen des Ausma&szlig;es der Tabakkatastrophe&ldquo;). Weiter hei&szlig;t es an dieser Stelle (&Uuml;bersetzung durch mich): &bdquo;Offensichtlich gibt es bedeutende Unterschiede zwischen der Ermordung von 6 Millionen Juden durch die Nazis und dem Leiden der Raucher. Dennoch stehen wir in beiden F&auml;llen vor einem Ungl&uuml;ck von epischen Ausma&szlig;en, das viele nicht sehen wollen und zu viele, ohne einzugreifen, geschehen lassen. Es herrscht Apathie.&ldquo;<\/p><p>Dieser weit verbreiteten Apathie gegen&uuml;ber der Zigarettenkatastrophe wollte Proctor mit seinem Buch mit der besagten Titelwahl und ebenso wohl auch mit dem Bild auf dem Umschlag des Buches (Sch&auml;del eines Skeletts mit brennender Zigarette, gemalt von Vincent van Gogh im Jahre 1885\/1886) entgegenwirken und f&uuml;r eine m&ouml;glichst gro&szlig;e Aufmerksamkeit bei seiner potentiellen Leserschaft sorgen (Abbildung 1).<\/p><p>Weiterhin f&uuml;hrt er an, dass vor ihm schon andere Wissenschaftler den t&ouml;dlichen Tribut, den das Tabakrauchen fordert, in ihren Publikationen in anerkannten wissenschaftlichen Zeitschriften als &bdquo;tobaccoism holocaust&ldquo; oder &bdquo;Tobacco Holocaust&ldquo; bezeichnet haben. Er erinnert daran, dass der Begriff &bdquo;Holocaust&ldquo; auch &bdquo;eine Massenvernichtung von Menschen&ldquo; bedeutet. Das Wort &bdquo;Holocaust&ldquo; leitet sich von einem griechischen Adjektiv ab, das mit &bdquo;vollst&auml;ndig verbrannt&ldquo; zu &uuml;bersetzen ist und ein vollst&auml;ndig auf Alt&auml;ren verbranntes Tieropfer meint. Die weltweit Jahr f&uuml;r Jahr zu verzeichnenden Millionen von Tabaktoten vergleicht Proctor mit einem derartigen &bdquo;Brandopfer&ldquo;, das er als ein Verbrechen gegen die Menschheit bezeichnet und das nur geschehen kann auf Grund von gesetzeswidrigem Verhalten der Tabakkonzerne.<\/p><p>Proctors oben angef&uuml;hrte Feststellung, Zigaretten seien eine bedeutendere Ursache f&uuml;r den weltweiten Tod als Geschosse, kann auch als eine Provokation aufgefasst werden. Diese Aussage soll ebenfalls die Aufmerksamkeit auf die Tatsache lenken, dass weltweit Tag f&uuml;r Tag eine Massenvernichtung menschlichen Lebens durch das Rauchen von Tabakzigaretten geschieht, die auf Grund des Einflusses der Tabakindustrie auf die Medien hinsichtlich Art und Umfang kaum zur Kenntnis genommen wird. Wenn man sich aber die oben genannten Zahlen der Todesopfer durch Tabakrauchen vor Augen f&uuml;hrt und diese zum Beispiel mit der Zahl der Todesopfer der beiden Weltkriege im 20. Jahrhundert vergleicht, so l&auml;sst sich mit gutem Grund argumentieren, dass die Tabakindustrie der Industriezweig ist, der mit seinen Produkten (vor allem mit Zigaretten) wahrscheinlich direkt nach der R&uuml;stungsindustrie weltweit die meisten Todesopfer hervorruft [<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>].<\/p><p><strong>Massenproduktion von Zigaretten<\/strong><\/p><p>Proctor f&uuml;hrt aus, dass ein wesentlicher Grund f&uuml;r die massenhafte Verbreitung des Zigarettenrauchens nach dem 2. Weltkrieg die verbilligte Massenproduktion von Zigaretten gewesen ist. In einer der vielen Tabellen seines Buches hat er dargestellt, wie sich diese w&auml;hrend der letzten 120 Jahre entwickelt hat (S. 40).<\/p><p>W&auml;hrend in den Anfangsjahren der Zigarettenherstellung in der 2. H&auml;lfte des 19. Jahrhunderts per Handarbeit etwa 1 Zigarette pro Minute gedreht werden konnte und es um 1900 schon Zigarettenmaschinen gab, die 600 Zigaretten pro Minute herstellten, sind heute moderne Zigarettenmaschinen wie die Hauni PROTOS-M8 in der Lage, 20.000 Filterzigaretten pro Minute (!) zu produzieren. Das Stammwerk dieser Maschinen, die Hauni Maschinenbau GmbH, hat &uuml;brigens ihren Sitz in Hamburg-Bergedorf.<\/p><p>Zigarettenmaschinen dieser Bauart sind bei den Tabakkonzernen auf der ganzen Welt im Einsatz. Diese Maschinen schaffen die Voraussetzung daf&uuml;r, dass die etwa 6 Billionen (das ist eine 6 mit 12 Nullen) Zigaretten, die weltweit jedes Jahr mit den bekannten schrecklichen Krankheitsfolgen geraucht werden, extrem billig und extrem profitr&auml;chtig herzustellen sind.<\/p><p>Dazu sei ein von Proctor zitierter Kommentar des f&uuml;r zynische Statements bekannten Milliard&auml;rs Warren Buffett angef&uuml;hrt, den er bei der finanziellen &Uuml;bernahme des Zigarettenkonzern R. J. Reynolds abgegeben hat (S. 42): &bdquo;I tell you why I like the cigarette business. It costs a penny to make. Sell it for a dollar. It`s addictive&ldquo; (&bdquo;Ich will Dir sagen, warum ich das Gesch&auml;ft mit Zigaretten so liebe. Die Herstellung der Zigarette kostet einen Penny und der Verkauf bringt einen Dollar. Und sie macht s&uuml;chtig&ldquo;).<\/p><p><strong>Rauchen und Umwelt<\/strong><\/p><p>Es gibt gute Argumente daf&uuml;r, dass nicht nur der Tabakkonsum schwere Erkrankungen und damit einhergehende soziale und &ouml;konomische Probleme f&uuml;r die Gesellschaft verursacht. Auch der Tabakanbau ist mit Risiken verbunden, die Gesundheit und soziale Strukturen, aber in besonderem Ma&szlig;e auch die Umwelt sch&auml;digen [<a href=\"#foot_11\" name=\"note_11\">11<\/a>]. Dazu geh&ouml;ren vernichtete W&auml;lder, verseuchte B&ouml;den, vergiftete Gew&auml;sser und erkrankte Arbeiter auf den Tabakplantagen, ja sogar Kinderarbeit, Hunger und Armut. Die Tabakkonzerne sind aber nicht allein f&uuml;r Weltarmut, Klimaerw&auml;rmung und Umweltverschmutzung verantwortlich, wie Neumaier in seiner Rezension zu Recht anmerkt [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]. Sie tragen aber sicher wesentlich mit dazu bei. So verstehe ich auch die entsprechenden Passagen in Proctors Buch (S. 516 ff).<\/p><p>Proctor weist hier auch darauf hin, dass Zigaretten (in Form von weggeworfenen, noch brennenden Kippen) eine wesentliche Ursache f&uuml;r den Ausbruch von Feuern, Waldbr&auml;nde eingeschlossen, sind und auch zum Ausbruch von industriellen Katastrophen beitragen. So wurde der bisher gr&ouml;&szlig;te Industrieunfall der USA, die 1947 erfolgte Explosion von 2.600 Tonnen Ammoniumnitrat im Hafen von Texas City, Texas, mit 600 Toten durch Rauchen verursacht.<\/p><p><strong>Giftstoffe im Tabakrauch<\/strong><\/p><p>Im Kapiteln 25 (S. 489 ff.) nennt Proctor einige der Giftstoffe, die in den Zigaretten enthalten sind. Es handelt sich um Pestizide, Arsen und das radioaktive Polonium, aber auch um Blei und Maleins&auml;urehydrazid, ein problematisches Unkrautvernichtungsmittel. Dazu kommen eine F&uuml;lle von Duft- und Geschmacksstoffen und viele weitere Zusatzstoffe. Damit der Rauch (einschlie&szlig;lich der Gifte) leichter in die Bronchien gelangt, werden weitere Substanzen wie Menthol und Arzneimittel wie Bronchodilatatoren zur Erweiterung der Bronchien dem Zigarettentabak beigemischt.<\/p><p>Proctor schreibt, nur die wenigsten Zeitgenossen w&uuml;rden wissen, dass in den Zigaretten ebenfalls ein t&ouml;dliches radioaktives Isotop, das schon genannte Polonium 210, enthalten ist, sodass Raucher einer st&auml;ndigen krebserregenden Bestrahlung durch einen Alpha-Strahler ausgesetzt sind. Dieses Radioisotop geh&ouml;rt zu den st&auml;rksten Emissionsquellen von Alpha-Strahlung. Das ist die bei weitem t&ouml;dlichste Form von Strahlung, die man einatmen kann. Der Autor erl&auml;utert diese Tatsachen ausf&uuml;hrlich im Kapitel 26 (S. 506 ff.) und spricht von der &bdquo;Three Mile Marlboro&ldquo; in Anspielung auf den Reaktorunfall im US-amerikanischen Kernkraftwerk &bdquo;Three Mile Island&ldquo; im Jahre 1979, bei dem zum ersten Mal der Austritt gr&ouml;&szlig;erer Mengen an Radioaktivit&auml;t in die Umgebung erfolgt ist.<\/p><p>Besonders irritierend ist, dass sich in den ehemals geheimen und jetzt im Internet zug&auml;nglichen Dokumenten der Tabakindustrie seit den 1950-er Jahren Berichte &uuml;ber radioaktive Gefahren im Tabakrauch finden. Als 1964 von unabh&auml;ngigen Forschern zum ersten Mal detaillierte Messungen von Polonium im Tabakrauch ver&ouml;ffentlicht wurden, begannen die Forscher der Tabakindustrie geheime Untersuchungen, um herauszufinden, wie viel Polonium 210 im Tabak vorhanden ist und ob uranhaltige D&uuml;ngemittel eventuell daf&uuml;r verantwortlich sind.<\/p><p>Wissenschaftler haben lange dar&uuml;ber gestritten, ob Radioaktivit&auml;t im Zigarettenrauch von radioaktivem Niederschlag kommt, der auf die klebrigen Bl&auml;tter f&auml;llt, oder ob sie von den Pflanzen aus der Radioaktivit&auml;t des Bodens aufgenommen wird. Offenbar stimmt letzteres: Die Pflanzen nehmen mit ihren Wurzeln Zerfallsstoffe von Uran auf. Das ist zun&auml;chst radioaktives Blei, das sich dann zu Polonium 210 zersetzt, dem wichtigsten strahlenden Isotop im Zigarettenrauch.<\/p><p>In den geheimen Archiven sind dar&uuml;ber hinaus hunderte Untersuchungsberichte &uuml;ber Polonium zu finden, die nie ver&ouml;ffentlicht wurden. So besch&auml;ftigen sich Dokumente mit der Frage, ob Spezialfilter Polonium eliminieren k&ouml;nnen. Das waren frustrierende Untersuchungen, wie Proctor in einem Interview berichtet, das am 17. 5. 2010 kurz vor Erscheinen seines Buches in der S&uuml;ddeutschen Zeitung ver&ouml;ffentlicht wurde [<a href=\"#foot_12\" name=\"note_12\">12<\/a>].<\/p><p>Die Gesundheitssch&auml;den des Rauchens werden bekanntlich durch die eingeatmeten Tabakabbrandprodukte verursacht. Der Tabakrauch ist ein komplexes Gemisch aus &uuml;ber 5.300 Substanzen, darunter zahlreiche giftige und krebserregende Stoffe [<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>][<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>][<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>]. Dazu geh&ouml;ren die schon genannten Giftstoffe, aber auch Schadstoffe wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, zum Beispiel Naphthalin, Nitrosamine und aromatische Amine, organische Verbindungen wie zum Beispiel Phenylchlorid, Acetaldehyd, Formaldehyd und Benzol, weiterhin Kohlenmonoxyd und das Alkaloid Nikotin, das nach Proctor bei etwa 80 bis 90 Prozent der Raucher zur Entwicklung einer Abh&auml;ngigkeit beziehungsweise Sucht f&uuml;hrt. Au&szlig;erdem entstehen beim Abbrand der bis zu 600 Zusatzstoffe, die etwa 10 Prozent des Gewichts der Zigarette ausmachen, zus&auml;tzlich dutzende von krebserregenden Verbrennungsprodukten sowie Kohlendioxid, Stickoxide und Schwefeldioxid.<\/p><p><strong>Rauchen und Krebserkrankungen<\/strong><\/p><p>Besonders aufschlussreich ist eine Tabelle in Proctors Buch, die im Langzeitverlauf von 1900 bis 2010 den Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Todesf&auml;llen durch Lungenkrebs und dem Zigarettenkonsum in den USA aufzeigt (S. 57). In dieser Tabelle ist die Zahl der t&ouml;dlichen Lungenkrebsf&auml;lle in diesem Zeitenverlauf in Abh&auml;ngigkeit von der Zahl der gerauchten Zigaretten pro erwachsener Person und Jahr dargestellt.<\/p><p>W&auml;hrend im Jahr 1900 durchschnittlich 54 Zigaretten pro Person und Jahr geraucht wurden und die Zahl der diagnostizierten Todesf&auml;lle durch Lungenkrebs extrem niedrig war, stieg die Zahl der gerauchten Zigaretten von Jahr zu Jahr weiter an, erreichte in den 1960-er bis 1980-er Jahren mit etwa 4.000 Zigaretten pro Person und Jahr ein Maximum, ging dann langsam zur&uuml;ck und lag 2010 bei 1.500 Zigaretten. Die Zahl der Todesf&auml;lle durch Lungenkrebs stieg parallel dazu seit 1900 ebenfalls kontinuierlich an, erreichte 1995 &ndash; etwa 20 bis 30 Jahre nach dem Maximum des Zigarettenkonsums &ndash; mit 161.815 Todesf&auml;llen ebenfalls ein Maximum und ging dann bis 2010 auf 157.300 F&auml;lle zur&uuml;ck.<\/p><p>Aus dieser Tabelle ist abzuleiten, dass ein zeitlicher Zusammenhang zwischen dem Zigarettenkonsum und dem Auftreten von t&ouml;dlichem Lungenkrebs besteht. Das gilt nicht nur f&uuml;r den Anstieg, sondern auch f&uuml;r den R&uuml;ckgang der Lungenkrebsf&auml;lle und des Zigarettenkonsums. In diesem Zeitenverlauf kommt zum Ausdruck, dass die Entwicklung eines t&ouml;dlichen Lungenkrebses bei Rauchern ein Prozess ist, der in der Regel 20 bis 30 Jahre in Anspruch nimmt und deshalb mit einer entsprechenden Zeitverz&ouml;gerung auftritt. Weiterhin zeigt die Tabelle, dass der H&ouml;hepunkt des Rauchens (&bdquo;peak tobacco&ldquo;) in den USA in den 1980-er Jahren &uuml;berschritten wurde. Das gilt wahrscheinlich auch f&uuml;r eine Reihe von Industriestaaten in Westeuropa, aber sicher nicht f&uuml;r China und Indien, wie Proctor im Kapitel 29 (S. 539 ff.) unter der &Uuml;berschrift &bdquo;Globalizing Death&ldquo; (&bdquo;Globalisierung des Todes&ldquo;) eindringlich darstellt.<\/p><p>Betroffen macht auch eine Tabelle (S. 124), die 27 Jazz-Gr&ouml;&szlig;en auff&uuml;hrt, die in der Zeit von 1951 bis 2009 am Lungenkrebs verstorben sind, darunter auch Duke Ellington. Beliebte Jazz-Festivals wurden von den Tabakkonzernen gerne gesponsert und als Vehikel f&uuml;r den Absatz von Zigaretten benutzt. In der Folge geh&ouml;rten Zigaretten und Jazzmusik zusammen. Die Musiker spielten &uuml;ber viele Jahrzehnte in verr&auml;ucherten Clubs und zogen sich dabei schwere gesundheitliche Sch&auml;den zu, die ihr Leben verk&uuml;rzt haben.<\/p><p>Erw&auml;hnt sei noch, dass ich mich beim Studium von Proctors Werk dar&uuml;ber gefreut habe, dass Fritz Lickint in mehreren Textstellen und im Anmerkungsapparat aufgef&uuml;hrt und als derjenige Wissenschaftler gew&uuml;rdigt wird, der schon Anfang der 1930-er Jahre als Erster den Zusammenhang zwischen Rauchen und Lungenkrebs und weiteren Krebserkrankungen erkannt und dar&uuml;ber publiziert hat [<a href=\"#foot_13\" name=\"note_13\">13<\/a>][<a href=\"#foot_14\" name=\"note_14\">14<\/a>].<\/p><p>Lickint hatte schon 1935 auf der Grundlage seiner Forschungen herausgefunden, dass wahrscheinlich nicht das Nikotin, sondern das im Teer enthaltene Benzpyren das krebsverursachende Agens ist (S. 340). Proctor verweist in diesem Zusammenhang auch auf das monumentale 1.200 Seiten umfassende Werk von Lickint mit dem Titel &bdquo;Tabak und Organismus. Handbuch der gesamten Tabakkunde&ldquo; aus dem Jahre 1939 (S. 161). Von Seiten der industrieabh&auml;ngigen, aber auch der industrieunabh&auml;ngigen amerikanischen und britischen Tabakforschung wurden diese Tatsachen bisher fast immer ignoriert.<\/p><p>In Erinnerung an diesen deutschen Pionier der Tabakforschung hat die Deutsche Gesellschaft f&uuml;r Nikotin- und Tabakforschung e. V. (DGNTF) die Fritz-Lickent-Medaille geschaffen. Diese wurde bisher an f&uuml;nf verdiente Pers&ouml;nlichkeiten mit langj&auml;hrigem Engagement im Bereich von Rauchen und Gesundheit verliehen (siehe dazu unter [<a href=\"#foot_15\" name=\"note_15\">15<\/a>]).<\/p><p><em><strong>Zum Autor:<\/strong> Klaus-Dieter Kolenda, Jahrgang 1941, Prof. Dr. med., Facharzt f&uuml;r Innere Medizin und Facharzt f&uuml;r Physikalische und Rehabilitative Medizin, war von 1985 bis 2006 Chefarzt einer Rehabilitationsklinik. Er hat zahlreiche wissenschaftliche Artikel und eine Reihe von Fach- und Sachb&uuml;chern &uuml;ber die Pr&auml;vention chronischer Krankheiten verfasst und arbeitet im Vorstand der Deutschen Gesellschaft f&uuml;r Nikotin- und Tabakforschung e. V. (DGNTF) mit. In der letzten Zeit hat er auch &uuml;ber medizinische, sozialmedizinische und sozialpolitische Themen in verschiedenen Websites und Online-Medien geschrieben.<\/em><\/p><p><em><strong>Autor:<\/strong> Prof. Dr. med. Klaus-Dieter Kolenda, Kronshagen<\/em><br>\n<em>E-Mail: <a href=\"mailto:klaus-dieter.kolenda@gmx.de\">klaus-dieter.kolenda@gmx.de<\/a><\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Kolenda KD. <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44820\">Hauptsache nikotinabh&auml;ngig. &Uuml;ber die Gesundheitsgefahren des Tabakrauchens und des Gebrauchs von E-Inhalationsprodukten und Tabakerhitzern<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Kolenda KD. &Uuml;ber die Gesundheitssch&auml;den des Tabakrauchens und das Gef&auml;hrdungspotential von E-Inhalationsprodukten und Tabakerhitzern. Internistische praxis (im Druck)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] Proctor RN. Golden Holocaust. Origins of the cigarette catastrophe and the case for abolition. University of California Press, Berkeley &ndash; Los Angeles- London 2011<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] Neumaier C. Rezension zu: Proctor, Robert N.: <em>Golden Holocaust. Origins of the Cigarette Catastrophe and the Case for Abolition. Berkeley, CA 2011<\/em>, in: <a href=\"https:\/\/www.hsozkult.de\/publicationreview\/id\/rezbuecher-19418\">H-Soz-Kult, 28.03.2013<\/a> (abgerufen am 29.10.2018)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] Hochadel O. Die t&ouml;dlichste Erfindung aller Zeiten. <a href=\"https:\/\/www.bernerzeitung.ch\/schweiz\/standard\/Die-toedlichste-Erfindung-aller-Zeiten\/story\/24636770\">Berner Zeitung vom 17.3.2012<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.aerzteblatt.de\/nachrichten\/76041\/\">Rauchen-Millionen-Tote-Milliardenkosten-und-Umweltfolgen<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] Tabakatlas Deutschland 2015. Herausgegeben vom Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg, 1. Auflage 2015<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] Doll R, et al. Mortality in relation to smoking: 50 years observation on male British doctors. BMJ 2004; 328: 1519-1528<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_9\" name=\"foot_9\">&laquo;9<\/a>] Wikipedia: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Robert_N._Proctor\">Robert N. Proctor<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_10\" name=\"foot_10\">&laquo;10<\/a>] Proctor RN, Br&ouml;hm A. Blitzkrieg gegen den Krebs: Gesundheit und Propaganda im Dritten Reich. Klett-Cotta 2002<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_11\" name=\"foot_11\">&laquo;11<\/a>] Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg (Hrsg.): Umweltrisiko Tabak- von der Pflanze zur Kippe. Heidelberg, 2009<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_12\" name=\"foot_12\">&laquo;12<\/a>] SZ: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wissen\/polonium-in-zigaretten-muell-in-der-kippe-1.631801\">M&uuml;ll in der Kippe<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_13\" name=\"foot_13\">&laquo;13<\/a>] Haustein KO. Fritz Lickint (1898-1960) &ndash; Ein Leben als Aufkl&auml;rer &uuml;ber die Gefahren des Tabaks. Suchtmed 2004; 6 (3): 249- 255; <a href=\"http:\/\/www.toxcenter.org\/artikel\/Raucherkrebs-Warnung-vor-75-Jhr-Likint.pdf\">Quelle (pdf)<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_14\" name=\"foot_14\">&laquo;14<\/a>] <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fritz_Lickint\">Wikipedia: Fritz Lickint<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_15\" name=\"foot_15\">&laquo;15<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.dgntf.de\/forschung-engagement\/lickint-medaille.html\">Fritz-Lickint-Medaille<\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei meiner Literatur-Recherche zu einem aktuellen Artikel &uuml;ber die Gesundheitssch&auml;den des Tabakrauchens [<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47523#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>][<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47523#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>] bin ich auf das Buch des US-amerikanischen Wissenschaftshistorikers Robert N. Proctor mit dem Titel &bdquo;Golden Holocaust&ldquo; gesto&szlig;en [<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47523#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>]. Der Untertitel des 2011 erschienenen Buches lautet &bdquo;Origins of the cigarette catastrophe and the case of abolition&ldquo;, was<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47523\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[149,123,129,85,208],"tags":[1092,929,2217,2453,2339,2397,2398],"class_list":["post-47523","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gesundheitspolitik","category-kampagnentarnworteneusprech","category-lobbyorganisationen-und-interessengebundene-wissenschaft","category-pr","category-rezensionen","tag-drogen","tag-krankheiten","tag-lebenserwartung","tag-mortalitaet","tag-radioaktivitaet","tag-suchterkrankung","tag-tabakindustrie"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/47523","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=47523"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/47523\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":50581,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/47523\/revisions\/50581"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=47523"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=47523"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=47523"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}