{"id":47739,"date":"2018-12-09T11:55:52","date_gmt":"2018-12-09T10:55:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47739"},"modified":"2019-09-10T11:26:47","modified_gmt":"2019-09-10T09:26:47","slug":"syrien-ein-ganzes-volk-in-geiselhaft-spendensammlung-fuer-syrisches-krankenhaus-war-erfolgreich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47739","title":{"rendered":"Syrien: Ein ganzes Volk in Geiselhaft. &#8211; Spendensammlung f\u00fcr syrisches Krankenhaus war erfolgreich"},"content":{"rendered":"<p>Die NachDenkSeiten-Leserinnen und -Leser haben die Pfaffenhofener Initiative Freundschaft mit Valjevo und ihren Initiator Bernd Duschner dabei unterst&uuml;tzt, Spenden f&uuml;r das Italienische Krankenhaus in Damaskus zu sammeln. <strong>Bernd Duschner<\/strong> berichtet &uuml;ber das Ergebnis und in diesem Zusammenhang auch &uuml;ber die verzweifelte Lage in Syrien. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Bernd Duschner in einer Mail vom 4.12.2018:<\/strong><\/p><p>Die Spendenaktion f&uuml;r das Italienische Krankenhaus in Damaskus ist ein gro&szlig;er Erfolg. Mittlerweile konnten wir dem Krankenhaus bereits &uuml;ber 36.000 EUR f&uuml;r den Kauf dringend ben&ouml;tigter medizinischer Ger&auml;te, darunter EKG`s, Larygoskope, Spritzpumpen, Krankenhauskleidung und -w&auml;sche zur Verf&uuml;gung stellen. Gleichzeitig haben wir weitere 2.000 EUR dem dortigen Don Bosco Kindergarten f&uuml;r den Einkauf von Lehrmaterial und Spielsachen zukommen lassen. Als Folge der Sanktionen sind die syrischen Banken vom internationalen Zahlungsverkehr abgeschnitten. Die Vertreter des Krankenhauses mussten deshalb in den Libanon reisen, um dort die Gelder in Empfang nehmen und die ben&ouml;tigten medizinischen Ger&auml;te einzukaufen zu k&ouml;nnen.<\/p><p>Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Spendern, die diese humanit&auml;re Hilfe erm&ouml;glicht haben und den &bdquo;NachDenkSeiten&ldquo;, die mitgeholfen haben, diese Aktion, die auch ein Zeichen der Solidarit&auml;t mit der syrischen Bev&ouml;lkerung ist, bekannt zu machen. <\/p><p>Trotz ihres gro&szlig;en Erfolges kann diese Spendensammlung nur ein Tropfen auf dem hei&szlig;en Stein sein. Die entscheidende Voraussetzung f&uuml;r jede nachhaltige Verbesserung der syrischen Bev&ouml;lkerung und den Wiederaufbau des Landes ist die Aufhebung der Sanktionen. Wir sind alle gefordert, uns daf&uuml;r einzusetzen.<br>\n<strong>Wir bitten weiter um Spenden auf unser Konto bei der Sparkasse Pfaffenhofen, IBAN DE06 7215 1650 0008 0119 91, Stichwort Krankenhaus Damaskus.<br>\nF&uuml;r die Spendenbescheinigungen ben&ouml;tigen wir die genaue Adresse der Spender und bitten, sich direkt mit uns in Verbindung zu setzen:<br>\n<a href=\"mailto:Bernd@Freundschaft-mit-Valjevo.de\">Bernd@Freundschaft-mit-Valjevo.de<\/a><\/strong><\/p><p><strong>Die Sanktionen &ndash; Eine Hauptursache der Not in Syrien<\/strong><\/p><p>Mit ihren Wirtschafts- und Finanzsanktionen haben EU und Bundesregierung seit 2011 das gesamte syrische Volk in Geiselhaft genommen. Sie beharren darauf, jede Verbesserung der Lebensbedingungen der syrischen Bev&ouml;lkerung und den Wiederaufbau des Landes solange zu blockieren, bis sich das Land unterwirft und eine Umgestaltung seiner Wirtschaft und eine Neuausrichtung seiner Politik entsprechend den Vorgaben von USA und Nato vornimmt. Diese Erpressung auf Kosten von Millionen Menschen erfolgt gegen&uuml;ber einem Land, dessen Infrastruktur nach 8 Jahren Krieg weitgehend zerst&ouml;rt ist und in dem, so die Weltbank, m&ouml;glicherweise mehr Menschen ihr Leben infolge des Zusammenbruchs des Gesundheitswesens verloren haben als unmittelbar durch die K&auml;mpfe (1). Es ist scheinheilig und verlogen, &uuml;ber das Schicksal der Fl&uuml;chtlinge zu jammern, aber zu den Sanktionen zu schweigen. Wir sind alle gefordert, unsere Abgeordneten zur Rede zu stellen, die &Ouml;ffentlichkeit zu informieren und f&uuml;r den notwendigen Druck zu sorgen, damit die Sanktionen endlich aufgehoben werden und das Leid des syrischen Volkes ein Ende findet.<br>\nHilfreich kann dabei die Verbreitung des Berichtes des Sonderberichterstatters des UNO &ndash;  Menschenenrechtsrates in Genf Idriss Jazairy sein. Er hat Syrien im Mai 2018 besucht.<\/p><p><strong>&Uuml;ber die Auswirkungen der Sanktionen auf die Wirtschaft des Landes hei&szlig;t es in seinem Bericht u.a:<\/strong><\/p><blockquote><p>&bdquo;Das Verbot des Handels mit Ausr&uuml;stungen, Maschinen und Ersatzteilen hat die syrische Industrie verw&uuml;stet. Fahrzeuge, einschliess&shy;lich Krankenwagen und Feuerwehrfahrzeugen sowie Landmaschinen leiden unter einem Mangel an Ersatzteilen. Fehlende Wasserpumpen beeintr&auml;chtigen die Wasserversorgung schwer und reduzieren die landwirtschaftliche Produktion. Energieerzeugungsanlagen fallen aus, und neue Anlagen k&ouml;nnen nicht gekauft oder gewartet werden, was zu Stromausf&auml;llen f&uuml;hrt. Komplexe Maschinen, die internationale Techniker f&uuml;r die Wartung ben&ouml;tigen, versagen und besch&auml;digen medizinische Ger&auml;te und Fabrikmaschinen. Zivile Flugzeuge sind nicht mehr in der Lage, sicher zu fliegen, und die Busse des &ouml;ffentlichen Nahverkehrs sind in schlechtem Zustand.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Die Sanktionen sind laut Idriss Jazairy (2) auch eine zentrale Ursache, warum viele Syrer sich gezwungen sehen, ihr Land zu verlassen:<\/p><blockquote><p>&bdquo;(&hellip;) ist hervorzuheben, dass die dramatische Zunahme der Arbeitslosigkeit, das Fehlen von Arbeitspl&auml;tzen, die Schliessung von Fabriken, die nicht in der Lage sind, Rohstoffe oder Maschinen zu beschaffen oder ihre Waren zu exportieren, alle dazu beigetragen haben, die Emigration der Syrer zu verst&auml;rken. Einige Aufnahmestaaten haben qualifizierte Migranten selektiert, w&auml;hrend sie die weniger Gl&uuml;cklichen unter Druck setzten, nach Syrien zur&uuml;ckzukehren. Dieser &laquo;Braindrain&raquo; hat insbesondere der Medizin- und Pharmaindustrie geschadet, und zwar zum ung&uuml;nstigsten Zeitpunkt f&uuml;r Syrien. Das erwartete Ende des derzeitigen Konflikts wird die Migrationsstr&ouml;me, insbesondere nach Europa, angesichts der S&auml;ttigung der Nachbarl&auml;nder nicht beenden. Diese Str&ouml;me d&uuml;rften so lange anhalten, wie die syrischen Beh&ouml;rden durch einseitige Zwangsmassnahmen daran gehindert werden, die dr&auml;ngenden Probleme im Zusammenhang mit ihrer sozia&shy;len und wirtschaftlichen Infrastruktur anzugehen, insbesondere die Wiederherstellung der Energie- und Wasserversorgung.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p><strong>Sein Fazit:<\/strong><\/p><blockquote><p>&bdquo;Ich bin zutiefst besorgt, dass einseitige Zwangsmassnahmen zum anhaltenden Leid der syrischen Bev&ouml;lkerung beitragen. Behauptungen, sie seien zum Schutz der syrischen Bev&ouml;lkerung oder zur F&ouml;rderung eines demokratischen &Uuml;bergangs, lassen sich nur schwer mit den durch sie verursachten wirtschaftlichen und humanit&auml;ren Leiden in Einklang bringen.&ldquo;<\/p><\/blockquote><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>1. The Toll of War: The Economic and Social Consequences of the Conflict in Syria, Seite 40 und 41<br>\n2. <a href=\"https:\/\/www.zeit-fragen.ch\/de\/ausgaben\/2018\/nr-13-5-juni-2018\/un-experte-einseitige-zwangsmassnahmen-verschaerfen-humanitaere-krise-in-syrien.html\">UN-Experte: Einseitige Zwangsmassnahmen versch&auml;rfen humanit&auml;re Krise in Syrien<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die NachDenkSeiten-Leserinnen und -Leser haben die Pfaffenhofener Initiative Freundschaft mit Valjevo und ihren Initiator Bernd Duschner dabei unterst&uuml;tzt, Spenden f&uuml;r das Italienische Krankenhaus in Damaskus zu sammeln. <strong>Bernd Duschner<\/strong> berichtet &uuml;ber das Ergebnis und in diesem Zusammenhang auch &uuml;ber die verzweifelte Lage in Syrien. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[35,149,20],"tags":[2444,1754,1055,2222,1481,1553,335,2474,1019],"class_list":["post-47739","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aufbau-gegenoeffentlichkeit","category-gesundheitspolitik","category-landerberichte","tag-brain-drain","tag-energieversorgung","tag-fluechtlinge","tag-humanitaere-hilfe","tag-spendenaufruf","tag-syrien","tag-wasserversorgung","tag-wiederaufbau","tag-wirtschaftssanktionen"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/47739","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=47739"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/47739\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":54693,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/47739\/revisions\/54693"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=47739"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=47739"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=47739"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}